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Autor Thema: Vorbei, aber nicht vergessen  (Gelesen 25914 mal)

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franzi

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #15 am: 02. August 2011, 15:23:37 »

Die Exekution (1)

Ich hatte einen Lieblingsschwager. Einer davon ist er.



Bei dem gab ich mich ein bis zwei Mal pro Jahr dazu herab, ihn zu einen Drink zu begleiten (und natürlich auch zu bezahlen). Nicht, dass er das vom Finanziellen her gesehen nötig hatte, es war eine Imagesache, dass ihn der reiche Onkel aus Austria dazu einlud.

So auch dazumal.

Ich traf ihn in einem „Gasthaus“, er lud wie üblich ein paar Bekannt zu Drinks, Sam Son mit Soda ein. Regency spendierte ich ihm nicht mehr, da er diesen immer mit Soda entwertet hatte. Ca. sechs Leute, die wurden immer lustiger. Ein besonders Lustiger, ein zugezogener Isaaner,  streichelte später seine Glatze und ergötzte sich köstlich dabei.
Wenn er das bei mir gemacht hätte, hätte ich seine Hand weggedrückt oder weggeschupft und ihm gesagt, er soll a Ruhe geben.
Der Schwager machte aber bei diesem Spaß mit, grinste säuerlich und verschwand kurz danach. Ich dachte, er geht auf die Toilette.
Es dauerte allerdings länger, ich langweilte mich wegen Verständigungsschwierigkeiten schon etwas und vermutete daher, dass er wegen zu viel Schnaps speien  gegangen ist.

Fehlanzeige.

Als er endlich kam ging er einen Meter an mir vorbei, fuhr mit der Hand nach hinten und lüftete sein Hemd, zog einen Revolver heraus und schoss dem Glatzenstreichler in die Brust oder Bauch, der zweite Schuss warf den Angeschossenen kopfüberarsch samt Stuhl nach hinten. Dann ging der Exschwager  zwei Schritte vor und gab dem am Boden Liegenden vermutlich den Gnadenschuss. Genaues konnte ich nicht sehen, da durch den liegenden Stuhl und die in die Höhe gestreckten und zuckenden Haxen die Sicht verstellt war.

Ich glaube, nach fünf Sekunden war die Bude leer. Ausgenommen dem Schwager und mir. Allerdings spazierte der Schwager dann auch nach draußen, weshalb  auch ich Fersengeld gab.
Genau so gemächlich wie der Schwager.

Während wir gingen sahen wir keine Leute in der Nähe.  Wenn’s knallt halten sich Thais in der Regel sicherheitshalber von der Knallquelle entfernt. Unsichtbar waren wir aber sicher nicht, auch nicht die vorher davongelaufenen Freunde des Exschwagers.

Zuhause angekommen erzählte ich der Gattin vom Vorfall, die beschwor mich ja niemandem ein Wort davon zu erzählen. Ein gutgemeinter Ratschlag, der nicht nötig war
Als die Polizisten am gleichen Tag zur Befragung kamen, ich als Ausländer wurde von Unbeteiligten wahrscheinlich als ein am Tatort Verweilender angegeben, teilte ich diesen wahrheitsgemäß, mit, dass ich vor der Schießerei das „Gasthaus“ verlassen hatte, was mir auch abgenommen wurde, diese Sache interessierte sie anscheinend nicht besonders.

Mein Schwager wurde nie wegen diesem Mord angeklagt, auch nie von den Brauen in Geiselhaft genommen, um den Hinterbliebenen, sofern vorhanden, eine Entschädigung zu zahlen.


fr
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P-Pong

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #16 am: 02. August 2011, 16:28:42 »

...sorry, franzi, wenn ich in Deine wirklich gute "Reiseschilderung"   }} reinhaue, aber ich glaube Dir unbesehen,

Zitat
... Ich glaube, nach fünf Sekunden war die Bude leer. Ausgenommen dem Schwager und mir. Allerdings spazierte der Schwager dann auch nach draußen, weshalb  auch ich Fersengeld gab.
Genau so gemächlich wie der Schwager.

Während wir gingen sahen wir keine Leute in der Nähe.  Wenn’s knallt halten sich Thais in der Regel sicherheitshalber von der Knallquelle entfernt. Unsichtbar waren wir aber sicher nicht, auch nicht die vorher davongelaufenen Freunde des Exschwagers....

dass Du diese Episode in Deinem ganzen Leben nicht mehr vergessen wirst!
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Burianer

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #17 am: 02. August 2011, 18:59:07 »

franzi   >:(  vertrauenseinfloesend sehen die aber nicht aus, da wuerde ich kein Bier mit denen trinken .
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samuispezi

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #18 am: 02. August 2011, 20:48:26 »

Da würde ich aber auch kein angebotenes Bierchen verweigern. {;

Soll ja bekanntermassen eine etwas herbere Gegend sein da unten. ;]

Grüße
Samuispezi


EDIT: Überflüssiges Vollzitat entfernt.
« Letzte Änderung: 02. August 2011, 20:50:03 von khon_jaidee »
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franzi

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #19 am: 01. September 2011, 17:57:06 »

samuispezi, du hast fast recht, herb durch sauer ersetzen, dann passts.


Eine Party

Ich war ja nie ein besonderer Freund von Festen bei mir zuhause in Thailand. Auf Koh Phangan hatte ich aber am Anfang kleine Feiern fuer dort kennengelernte Langzeiturlauber mit DACH Essen und alkolischen Getraenken organisiert, als ich aber festellen musste, welche Geiz, um nicht zu sagen Ausnehmertypen das grossteils waren, habe ich das komplett eingestellt. Landsleute einer bestimmten Nation hatten sich da besonders hervorgetan.

In Nakhon Si Thammarat in der Pampa kam ich in den Genuss mehrer Familienfeiern meiner Angetrauten in der Pampa. Diese liefen zwar immer unblutig ab, aber ab einem gewissen Mass Alkoholisierung wurde auch dort gestritten dass man haette meinen koennen, im naechsten Moment fliegen die Fetzen.

Bei Totenfeiern lieferte ich meinen Obolus ab, trank ein Bier und verzog mich dann umgehend samt Gattin. Oft genug wurde einem dann am naechsten Tag zur Kenntnis gebracht, dieser oder jener, teilweise fluechtige Bekannte,  wurde zu spaeter Stund wegen irgend einer Lappalie erschossen. Hochzeit und Moenchsfeiern liess ich grundsaetzlich links liegen.

An meinem neuen Wohnort in der Stadt komme ich aber nicht umhin, einmal pro Jahr eine Einladung auszusprechen. Selbstverstaendlich uebernimmt das fuer mich die Gattin.

Die eingeladene Personengruppe ist anspruchslos, es benoetigt kein silbernes Besteck und drei verschiedene Teller und Glaesersorten samt pompoesen Esstisch, sondern das



Da haben die 10 bis 12 Hanseln, die wir jetzt immer einladen, problemlos Platz. Vor drei Jahren war das anders. Da hatte sie zusaetzlich zu unseren Bekannten ein paar hoeherrangige Imame eingeladen, mit der Aufforderung, dass diese ebenfalls ein paar Bekannte mitnehmen sollen. Das Ergebnis waren 52! Besucher. Da musste auch das zweite Wohnzimmer zur Unterbringung herhalten und trotzdem war da ein Gedraenge kaum zum Aushalten. Essen musste nachgeordert werden.
Das habe ich abgestellt, einerseits, weil ich mit hochreligioesen Leuten, damit meine ich nicht Fundamentalisten, nichts anfangen kann, anderseits, weil ich die meisten gar nicht kannte.

Die Bar



wurde frueher zu solchen Anlaessen immer von alkoholischen Getraenken gereinigt, die kamen unten in die geschlossenen Kastln hinein. Das was man jetzt noch sieht gilt anscheinende als nicht alkoholisch, das andere, das immer versteckt wurde, habe ich in einem Anfall von Zorn mit ein paar Bekannten, Thais und Farangs, ausgesoffen. An die zwanzig Flaschen selbst mitgebrachte Likoere und harte Getraenke (die Vernichtung ist uns nicht auf einmal gelungen) die ich vorher immer wie einen Schatz gehuetet hatte.

Die Zubereitung der Speisen



uebernimmt meine Guetige nun selbst, anfangs hatte sie die Tappen, sich das in Styropor Tellern etc. liefern zu lassen.

Zum Essen gabs Khanom Chin mit Fisch, rote Nudeln, eine Art Gulasch (ohne Zwiebel), Rindssuppe mit Innereien, diverse Fruechte und Suessigkeiten



Ff

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franzi

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #20 am: 01. September 2011, 17:59:57 »



Den Gaesten schmeckt das selbsgekochte Essen besser wie das vorher von auswaerts gelieferte, aber trotzdem wird nie annaehernd alles aufgegessen, obwohl sie sich diesbezueglich keinen Zwang antun.

Heuer wurde der Wunsch geaeussert, dass ich naechstes Jahr wieder einmal ein richtiges oesterreichisches Gulasch koche, dass hatte ihnen vor ein paar Jahren so gut geschmeckt.



Korrekterweise ziehe ich bei solchen Gelegenheiten passende Kostuem Kleidung an



und wenn nach gut eineinhalb Stunden alle in jeder Beziehung satt sind verschwinden die Besucher genau so unauffaellig, wie sie erschienen sind.



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namtok

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #21 am: 07. September 2011, 17:51:38 »

Haltet euch beim "Verschmieren" von Tagebüchern in Zukunft bitte etwas zurück  {;


Kommentare ja, aber das Kommentieren von Kommentaren sollte in einem Tagebuch nicht ausufern.


An franzis Meinungen im Forum merkt man schon, dass er in dieser "fremden Welt" auch gedanklich ziemlich weit drinsteckt. Jedenfalls im Vergleich mit unserem Samurai von der Pirateninsel

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Kern

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #22 am: 12. September 2011, 04:59:10 »

Leider lief die "Verschmiererei" munter weiter, weswegen ich einige Beiträge nach http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=5390.0   verschoben habe, was auch einige Beiträge vor namtoks Ermahnung betraf.
« Letzte Änderung: 12. September 2011, 05:32:04 von Kern »
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franzi

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #23 am: 16. Dezember 2011, 12:15:21 »

Full Moon Party bei Neu und Halbmond!

Nach 4jaehriger Pause haben wir uns, da gerade in Koh Phangan, wieder einmal die Full Moon Party gegeben. Es war die ungefaehr 20ste von mir besuchte, und eindeutig die schrecklichste.

Vorweg: Polizeikontrollen null

Die erste Ueberraschung erlebte ich schon vor dem Eintritt ins Gelaende, da wurden Saufereien kuebelweise angeboten.



Rum, Wodka oder sonst ein alkoholisches Getraenk mit Coke und Shark, 300 Bath, dazu noch ein paar Strohhalme und eine kostenlose Anschmiererei mit fluoreszierenden Farben irgendwo am Koerper. Die naechste Ueberraschung liesz nicht lange auf sich warten, als wir das Gelaende, den Strand, betreten wollten, wurde von Auslaendern Eintritt verlangt.  Zwar nur 100 Bath, die ich als Halbresident aber trotzdem nicht zu zahlen bereit war. Meine Keiferin war da insofern behilflich, dass sie den armen Isaan Kassieren eine Goschn anhaengte, dass diesen die Augen herausquollen. Dazu die Bemerkung, dass die Gattin als geborene Koh Phanganerin mit groszer Familie und Bekanntenkreis dort von den vermutlich mindestens 80 Prozent zugezogenen Thais sich nix, aber schon gar nix, sagen oder sonst was laesst.

Mein uns begleitender Freund bezahlte aber dern Hunderter und als wir uns endlich durch die Menschenmassen bis zum Strand durchgekaempft hatten, eine weiter Ueberraschung. Das mittlere Drittel des Haad Rin Strandes wurde durch starken Wellengang komplett vom Sand befreit, man muss sich jetzt auf dem lehmigen, patschigen nassen Naturgrund bewegen. Und 100e Meter Verkaufsstand an Verkaufstand



Mein Freund meinte, kein Unterschied mehr zum Ballermann in Malorca. Ich kanns nicht beurteilen, war nie dort.

Ab und zu ein paar Typen



wobei dieser Herr keine Peruecke aufhatte, ich durfte an diesem Kunstwerk ziehen

oder dieser etwas beleibte Taenzer vor den Basslautsprechern, die mein davon abgewandtes Ohr beim vorbeigehen zum schmerzen brachte.



Als wir drei uns haendchenhaltend, um uns nicht zu verlieren, durch die Gegend wuehlten packte mich ploetzlich eine harte Hand an der Schulter und zwang uns zum Stopp.  Ein unendlich traurig dreinschauender Englischsprechender fragte, halb behauptete er es, sinngemaesz:

"Ich habe euch schon einmal verbeigehen sehen, aber jezt muss ich doch fragen. Ich bin 48 Jahre alt, aber ich glaube fast, du (also ich) bist noch ein bissl aelter!?"

Als ich ihm dann mein Alter bekanntgab zerflossen seine Gesichtszuege vor Glueck und Zufriedenheit, ein noch Aelterer besucht also diese Party, die Nacht war fuer diesen Typen gerettet.

Ein anderer netter Bursche klaerte uns beschwippst grinsend ueber die Mondfinsternis auf, als ihm auffiel, dass wir immer wieder den um ca. 2200 nicht vorhandenen Vollmond betrachteten

Je spaeter der Abend, desto rauschiger die Weiber, die flogen ab 23 Uhr nur so durch die Gegend, leichte Opfer fuer Opfersuchende. Damit meine ich die Touristinnen, Barmadln, die von Samui fuer diese Nacht hierherschifften, waren natuerlich ebenfalls massenhaft zugegen.

Die ueblichen Kuenstler sind eh immer die gleichen

 

weshalb wir uns um Mitternacht auf den Rueckweg machten. Die Bars in der Gegend von Thongsala schlieszen ja spaetestens um 0200 und mein Freund benoetigte ja noch ein Bettwaermerle. Davon spaeter.

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franzi

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #24 am: 26. Januar 2012, 23:25:14 »

Große Thailandrundreise

Vor vielen Jahren, einige über 20, beschlossen 2 Freunde von mir, eine Kulturreise nach Thailand zu unternehmen.
Die Kultur dort ist bekanntlich faszinierend, wie man an einem Beispiel


sieht. Ein Wat

Damit man die Kultur genießen kann braucht man aber eine Begleitperson, die, sollte der Rücken im Wat zu jucken anfangen, den Buckel kratzen kann.

So eine Begleitperson für die 2 Männer zu finden war eine von 2 Aufgaben, die wir, die Gattin und ich, lösen sollten. Keine hässlichen Weiber natürlich, die Gattinen der beiden waren ja fesch.
Die zweite Aufgabe war die ein Boot zu organisieren, das uns von Bangkok nach Chiang Mai bringen sollte.

Wir flogen daher eine Woche früher ins gelobte Land und mussten feststellen, dass es gar nicht so einfach war, Hübsche zu annehmbaren Bedingungen, sprich wenig Geld, zu überreden, die geplante Tour mitzumachen. Kaum hatten sie aufgefasst, dass sie vielleicht einige Tage auf einem kleinen Boot nächtigen müssen, kam die Absage. Der langer Rede kurzer Sinn, heraus kam dann



das, wobei die in der Mitte beim Kennenlernen noch sehr lange Haare hatte und dadurch besser aussah. Anscheinend waren ihr diese aber für die primitive Rundreise zu schade, weshalb sie sie in einem von mir unbeobachteten Augenblick abgelegt hatte.

Auch ein Boot zu finden war äußerst schwierig, es wimmelte an den verschiedenen Anlegestellen in Bangkok davon, aber als den Bootsführern unser Anliegen unterbreitet wurde, im Zeitraum von ca einer Woche nach Chiang Mai zu dampfen, kam promt die Absage. Glücklicherweise hatte aber einer einen Freund in Nonthaburi, und als wir uns an diesen wandten, gab der das ok.

Allerdings musste mir dieser Freund erst verquickern, dass auf der geplanten Route ein Staudamm als kleines Hindernis bestand, was sicher nicht einfach war, ich glaubte den Thais ja nix.

Aber alles kein Problem, dampfen wir halt auf gut Glück.

Die Mannschaft war einmalig korrekt, 4 Mann,



die sich um alles kümmerten. Vermutlich wegen dieser netten Burschen bin ich seit damals ein Thailandfan, obwohl ich das andere Thailand im Laufe der Jahre logischerweise ebenfalls kennengelernt habe.

Der Pauschalpreis pro Tag war ausgehandelt mit Bath 2000 incl. fester Verpflegung. Die interessiert die Damen, wir hielten uns lieber, wegen dem kühlen Fahrtwind, an Mekong mit Coke oder Fanta.

Nach der Abfahrt ankerten wir nicht viel später in einer Gegend in der es so von Vögeln (das war bis auf eine Ausnahme das einzige Vögeln ((bitte um Entschuldigung ob dieses ordinären Wortes, aber es war halt so)) in den nächsten 5 Tagen, also so gesehen leicht verdientes Geld für die Madln) wimmelte, dass man sich glücklich schätzen konnte, keinen Vogelschiss aufs Haupt zu kriegen.

Wir baten daher unseren Käptn inbrünstig, in Hinkunft solche Stopps zu unterlassen. Der tuckerte daher mit verminderter Drehzahl der Ruhe wegen und da er nicht mehr bei jeder Sehenswürdigkeit stoppen musste Richtung Ayutthaya. Er schlug vor, dort in einem Hotel zu nächtigen, wir waren begeistert über diesen Vorschlag (besonders meine 2 Freunde), also ab in einen Seitenarm des Chao Phraya



um dort am Pier des Hotels, war eh mehr ein Stundenhotel, anzulegen

Fortsetzung folgt
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franzi

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #25 am: 29. Januar 2012, 03:50:15 »

Full Moon Party bei Neu und Halbmond!

Die Bars in der Gegend von Thongsala schlieszen ja spaetestens um 0200 und mein Freund benoetigte ja noch ein Bettwaermerle.

Das fand er auch, ohne Mühe. Nicht alle Wärmerle waren auf der Party.

Vier Tage zuvor hatten wir vereinbart, dass Treffpunkt Thongsala Ferry Pier war. Ich wollte ganz einfach nicht wieder mit ihm in Samui durch die Bars ziehen, um ein passendes Darling für ihn zu finden. Dieses darf ja nicht
rauchen
Alkohol trinken
Mutter sein
tätowiert sein
statt Augenbrauen tätowierte Augenbrauen haben
alt sein.

Und natürlich muss sie ihn lieben.

Soweit alle OK, wir trafen uns am Pier. Meine Vermutung, dass er nix Passendes in Samui gefunden hatte war aber falsch, da ich das junge Madl, das unauffällig auf einer Bank hinter ihm saß übersah. Musste sie übersehen, war einfach zu jung.

Am nächsten Morgen tranken die Allerliebste und ich in der Bungalowanlage den grausigen Kaffee a 70 Bath, als das andere Paar erschien entschlossen die sich, auf Grund unserer Meldung, in der "Stadt" zu frühstücken.

Dort nahm ich das Madl gewohnheitsmäßig  ins Verhör. Mein Freund fiel fast aus den Socken, die er nicht anhatte, als er erfuhr, dass sie erst 18 Jahre alt war. Ihm war in Erinnerung, dass die Mama san in der Bar mitgeteilt hatte, dass dieses Mädchen 20 Jahre alt wäre.

Dann eine Bestätigung meiner wahrscheinlich ungerechtfertigten pauschalen Aversionen gegen die Isaaner:

Die Mama san war die Mutter, die mit Gatten und dieser Tochter seit 7 Jahren in Lamai eine Bar betrieben. Kaum war die 18 wurde sie von den Eltern aufgefordert, Geld durch Beischlaf für die nicht besonders hohen  Barerlöse dazuzuverdienen.

Wie Schampoo, so der Name, der Gattin anvertraute, wird sie wenn möglich nicht mehr

mit Tätowierten
oder mit solchen, die Ohrflinserln haben

schlafen.

Alte Männer, so alt wie mein Freund, sind ihr lieber



Aber die Zeiten haben sich geändert, meinem Freund war das zu gefährlich, daher schickte er sie mit einer großzügigen Abfindung zurück nach Samui

In Koh Phangan gibt es seit Jahren mehr Angebot als Nachfrage an Buchbaren, aber zur Fullmoonpartyzeit kann man unter Umständen Pech haben.

Am Abend vor der Party folgende Konversation, Kürzestfassung: Der Rotnasige und die Dame dahinter

Er: Haben sie heute Zeit für mich?
Sie: Zu meinem größtem Bedauern nein, da mein Freund in Kürze kommt, mit dem ich ja morgen auf die Fullmoonparty gleiten darf.
Er: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bumst er aber gerade eine Andere, ist ja schon 22 Uhr.
Sie: Alter Schmäh, kenn ich. Aber: Ein Stündl hät ich schon Zeit, um die Kleinigkeit von einem Tausender :-*



Ein Tausender ist natürlich kein Problem, aber die Stunde, wegen der Festigkeit  des Wichtigsten.

Das Wärmerle nach der Fullmoonparty war aber nett, mit der konnte man sich zumindest unterhalten, da 27 Jahre alt.



Angeblich 9 Jahre in Bangkok geschneidert, in einer Fabrik, und in Koh Phangan seit 5  Monaten im Geschäft. Sehr glaubhaft, und für mich äussert wichtig, sie war ein verfrühtes Christkindl!


Ich werde das später präzisieren

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #26 am: 31. Mai 2012, 15:49:25 »

Da es vor Kurzem aktuell war: Obiges Foto zeigt die Gegend, wo dieser ominöse Flugplatz gebaut werden soll. Das ist aber das ebenste Gebiet, davor und dahinter  gibt’s Höhenunterschiede von bis zu 50 Meter.

Noch eine Bemerkung zur großzügigen Straßenbauweise.

Ein paar hundert Meter hinter dieser Brücke zweigt rechts die Straße nach Thansadet ab, geradeaus geht’s weiter nach Tong Nai Pan. Diese Straße befährt alle paar Minuten ein Fahrzeug, meist ein Moped. Die Thais ließen es sich aber nicht nehmen, an dieser Abzweigung einen Kreisverkehr einzurichten.



Betoniert wurde der Weg nach Thansadet aber nur bis zum ersten Steilstück, von da an fährt man wie vor 20 Jahren über Stock und Stein. Damals sah diese Kreuzung etwas anders aus



Nun ja, das verfrühte Christkindl. Es hat nichts mit samtener Haut und jungem Fleisch zu tun, wie man vielleicht meinen möchte, sondern mit einer Tüte.

Bevor wir nach Tongsala fuhren, um dort den erstklassigen Cappuccino zu uns zu nehmen, vernahm ich vor unserem Bungalow eine Diskussion zwischen meinem Freund und seiner Begleiterin. Im Cafe

Hach, muß Liebe schön sein



ging ich dem Wortwechsel näher auf den Grund. Dabei stellte sich heraus, dass Pu vor unserem Bungalow offen liegend einen Joint gefunden , diesen dann aber auf Anraten meines Freundes in die angrenzende schüttere Hecke entsorgt hatte.



Maaaa, tat mir das leid, 5 Jahre keinen mehr geraucht, und die eine wirft sowas weg. Und Regen nahte.

Also schnell zurück, Nachschau halten, er war noch da.
Selten ein so wunderwunderschönes Stück gesehen.

Allerdings, wer wirft das weg oder „verliert“ das?  Bullen, die alles im Auge haben und mit ein paar zigtausend Bath Teegeld rechnen wäre die logische Erklärung, aber genaues, unauffälliges Absuchen der Gegend brachte keinen Hinweis auf eine Linke.

Da mein Geiz es nicht zuließ, den Joint zu vernichten oder durch Regen unbrauchbar machen zu lassen, steckte ich ihn in ein Teilstück eines gebrochenen Bambusstuhls vor dem Bungalow, dann machten wir uns auf den Weg nach Thansadet.

Auf Grund der schlechten Zufahrtsmöglichkeit hat sich dort in den letzten zwei Jahrzehnten kaum etwas geändert.



18 Jahre vorher



Ff

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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #27 am: 30. Juni 2012, 16:57:46 »

Immer wenn ich in diese Gegend komme, erinnere ich mich mit einer gewissen Wehmut an die vergangenen Zeiten.
Entgegen meinen Befürchtungen vor vielen Jahren hat sich in Koh Phangan bei Weitem nicht so viel verändert wie zum Beispiel in Koh Samui.

Lange Zeit in Koh Phangan hausend  dachte ich damals, zu einer Hütte direkt am Strand gehört auch ein Boot. Gedacht, gekauft, aufgepeppt.

Direkt gegenüber befindet sich in 30 km Entfernung der Angtong Marine Nationalpark, deren Konturen ich jeden Tag bei Sonnenuntergang genießen konnte



und die immer eine gewisse Anziehungskraft ausübten. Da ich mich als Bergler mit meinem Miniboot, rund 8 Meter lang, nicht allein die für mich lange Distanz dorthin zu überwinden getraute, organisierte die spätere Gattin ein paar Einheimische, 3 Personen mit zwei weiteren Booten. Fischer von Kindheit an, die nichts dabei fanden, mit ihren noch  kleineren Schinakeln



die Distanz dorthin zu überwinden.

Die Überfahrt verlief trotz für mein Gefuehl rauher See reibungslos, außer dass einer der anderen Bootsführer bei laufendem Motor tankte, sich dabei Benzin entzündete und er sich schwere Verbrennungen an einem Arm zuzog. Kein Problem, wie er später immer wieder beteuerte.

Am ersten Tag übernachteten wir auf einer der nördlichen Inseln, die auch heute noch im Google Earth nur als verschwommene blaue Flecken dargestellt werden,



rund 10 km von den Hauptinseln entfernt

Ein Felsbrocken mit einem Durchmesser von vielleicht 300 m, großteils mit extrem scharfkantigen Gestein, ich hatte Gott sei Dank "teure" Gummilatschen mit dicker Sohle an, die das gerade noch überlebten,



 einem winzigen paar hundert Quadratmeter großen Dschungelteil, einer wunderschönen Grotte, die wir bei richtigem Wasserstand und ohne "Masten" als geschützten Hafen verwenden hätten können, 15 m innen ein Sandstrand!, von oben Lichteinfall durch einen Naturkamin, den ich aber nicht bekraxelte, da Höhenangst,



 irgendwo oben auf einem Höhenruecken eine von Gebüsch geschützte Zisterne mit 1000en Liter Süßwasser.

Geschlafen haben wir in einer der zahlreichen Höhlen am Strand. Viel primitiver gehts eigentlich nicht, aber damals als "Junger" (nicht ganz Junger) war mir das egal, bzw. wollte ich das. Die Gattin hatte auch nix dagegen.



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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #28 am: 30. Juni 2012, 18:16:21 »

Gelungene Bildgeschichten  ;}
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Re: Vorbei, aber nicht vergessen
« Antwort #29 am: 10. Juli 2012, 16:11:03 »

Bevor wir die 300 Meterinsel zum Übernachten okkupierten, besuchten wir diese.



Wenn man genau schaut, sieht man in der Mitte des Fotos einen Strick herunterbaumeln. Drei der Thais hangelteten sich vom Boot von da hinauf und kletterten mit ihren 20 Bath Latschen die Felswand himmelwärts. Mir war das natürlich zu gefährlich, denn wenn man von 20 oder auch nur 10 Meter Höhe unkontrolliert aufs Wasser platscht, dann brennt die Wampe. Pigomon, der vierte, ältere, Thai, der die zwei ankernden Boote bewachte, riet mir, die Insel auf der anderen (relativ flachen) Seite zu erklimmen. Aber dort war starke Brandung auf die Felsküste, kein Sandstrand, daher retour.
Das war kein Fehler. Da sich in meinem Boot 2 Kanister mit Süßwasser befanden, duschen also möglich war, legte ich meine Antipathie gegen Salzwasser zur Seite  und schwamm durch den links sichtbaren Felsdurchbruch. Drinnen ein beinahe runder, oben offener Schlot von mindestens 15 Meter Durchmesser, von oben bis unten vollkommen mit Vegetation überwuchert. Ein unvergesslicher Anblick, den ich aber auf Grund meines begrenzten Wortschatzes leider nicht in der Lage bin, euphorisch zu beschreiben.

Nachfolgend begaben sich die Thais zum Fischen. Da mich das aber zu langweilig war, dampften wir uns zur Übernachtungsinsel.
Ich hatte irgendwie ein schlechtes Gewissen, da mir bewusst war, dass beim Ankern



einige Korallen beschädigt werden. Anderseits hatten meine Fehlschüsse mit der Harpune die Monate vorher bei Koh Phangan hunderte schwerverletzte Korallen hinterlassen, also machten die drei jetzt beschädigten das Kraut auch nicht mehr fett.

In der Nähe des einzelnstehenden Baumes befindet sich die Zisterne

Was machen Robinson und Rosine auf einer einsamen Insel?

Na was schon!!

Das funktionierte aber nicht, da meine mich Aufreizende auf der Nachbarinsel den grantig dreinschauenden Beobachter entdeckt hatte. Ein Felsengeist, wie mir meine Geistvolle erklärte, und Geister soll man in Thailand bekanntlich nicht reizen.



Dagegen fehlten Argumente. Zur Abkühlung gings zum Schnorcheln in die wunderbare Korallenwelt. Indes, nach einigen dutzenden Metern kam ein Abbruch und unten, in tieferen Gefilden, bestürzte mich ein riesiges totes Korallengebiet, von 100en Seeigeln ruiniert.
Anschließend ein Spaziergang auf der Insel, auf dem Foto die gekennzeichnete Höhle und ungefähr der Ausgang des Kamins


Was auf dem Foto aussieht wie Felsbrocken, sind schöne, unbeschädigte Korallen!

Die Thais fischten innert 2 Stunden einen Korb voll Fische,



am nächsten Tag ging es ins Zentrum des Nationalparks, wo wir allemiteinand tags darauf verhaftet wurden.

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