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Autor Thema: Wien,Wien,nur du allein  (Gelesen 12530 mal)

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Lung Tom

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #150 am: 16. September 2017, 18:48:08 »

Pompfueneberers

...interessante Anleihe bei den Franzosen  ;)
Hab früher mal historische Wertpapiere gesammelt, daher ist mir das ein Begriff, gabs graphisch sehr schöne Stücke.
Oder gibts für den Namen eine andere Erklärung?

http://woerterbuch.reverso.net/deutsch-franzosisch/Leichenbestatter
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Suksabai

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #151 am: 16. September 2017, 19:18:59 »


Nein, Tom, du liegst schon richtig!

Da am Wiener Hof vom Adel französisch gesprochen wurde, haben sich viele französische Vokabel über das Personal auf den Wiener Strassen verbreitet.

So z. B. Fauteuil, Trottoir, Pissoir, aber auch eben leicht bis mittelschwer verballhornte wie Pompfineberer, Gouvernail, Lavur (Lavoire) etc.

Genau deswegen, und weil auch Lehnworte aus englisch, jiddisch, rotwelsch und natürlich noch Vokabel aus den Kronländern dazukommen, tun sich Leute, die an sich der Deutschen Sprache mächtig sind, so schwer, den Wiener Dialekt zu verstehen.

 C--
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Helli

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Wien, Wien, nur du allein
« Antwort #152 am: 17. September 2017, 18:24:47 »

Nein, Tom, du liegst schon richtig!
Da am Wiener Hof vom Adel französisch gesprochen wurde, haben sich viele französische Vokabel über das Personal auf den Wiener Strassen verbreitet. So z. B. Fauteuil, Trottoir, Pissoir, aber auch eben leicht bis mittelschwer verballhornte wie Pompfineberer, Gouvernail, Lavur (Lavoire) etc.
Genau deswegen, und weil auch Lehnworte aus englisch, jiddisch, rotwelsch und natürlich noch Vokabel aus den Kronländern dazukommen, tun sich Leute, die an sich der Deutschen Sprache mächtig sind, so schwer, den Wiener Dialekt zu verstehen.
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Bis auf die Vokabeln aus den "Kronländern" dürfte das im Rheinland (besonders die linke Seite) wegen der häufigen Besetzungen durch die Franzosen nicht viel anders sein!
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Ein Moselaner regt sich nicht über Dinge auf, die er nicht ändern kann.

TeigerWutz

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #153 am: 18. September 2017, 07:34:09 »

Zitat
Fauteuil, Trottoir, Pissoir, Pompfineberer, Gouvernail, Lavoire

Hob mi grod zum büsln auf'd Schaslausch (Chaiselongue) g'flackt u. storr auf'n Plafond!   C--

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Suksabai

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #154 am: 18. September 2017, 08:39:56 »


@TW

Do host oba a Masl, dass da mit da Schaslausch no kana saprale gmocht hot und mit da Tramwäu stiften gangen is...

 [-]

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malakor

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #155 am: 18. September 2017, 09:19:48 »

kannit verstaan
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Suksabai

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #156 am: 18. September 2017, 09:41:35 »


@malakor

TW:

Ich habe mich gerade zum Schlafen auf das Sofa gelegt und sehe auf die Zimmerdecke

ich:

Da hast du aber Gück, dass dir noch niemand das Sofa gestohlen und mit der Strassenbahn die Flucht ergriffen hat...

Tja, dafür gibt es kein Übersetzungsprogramm  :D

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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #157 am: 04. Oktober 2017, 13:06:06 »

Faehrt man von der Spinnerin am Kreuz die Triesterstrasse hinunter,faellt einem
genau an der Stelle,wo die Ebene beginnt ein altes Amtsgebaeude auf,das einen
leicht verwahrlosten Eindruck macht.

Es ist das alte Linienamt und hatte die Funktion,Einnahmen fuer die Stadt zu ge-
nerieren,indem es Getraenke -und Verzehrsteuern einnahm.

Diese Linienaemter gab es zwischen 1829 und 1921 an allen Einfallsstrassen.Die
meisten wurden inzwischen abgerissen und von den noch bestehenden stehen zwei
unter Denkmalschutz.

Eine Stadt braucht Geld um den Anforderungen seiner Bueger gerecht zu werden.
So ersannen die Stadtkaemmerer eine Reihe von Abgaben und Steuern,damit die
Stadtbefestigungen finanziert werden konnten,Strassen gepflastert, Bruecken ge-
baut und erhalten wurden.

Der Preis einer Ware,die von Ulm nach Bratislava transportiert werden sollte,ver-
teuerte sich zusehens,da Brueckenzoll,Strassenbenuetzungsgebuehren,das Stapel-
recht eingepreist werden mussten oder gar das Umschlagsrecht, einer am schiff-
baren Fluss gelegenen Stadt zuschlug.

Eine grosse Herausforderung fuer Staedte war die Beschaffung von Energie und
Baumaterialien.

Da bot sich der Wald an und Wien hatte den "Wienerwald" in der Hinterhand.Auch
andere Staedte hatten Gemeindewaelder und konnten so den Hausbrand (Kochen
und Heizen) und Bauholz sicherstellen.
Natuerlich konnte nicht jeder,dem das Heizmaterial ausging einfach in den Wald
gehen und ein paar Baeume schlagen,sondern das war nur gegen Lizenzgebuehren
Auserwaehlten erlaubt,die dann das Material an die Konsumenten weiterverkaufte.

Schon bald kam man drauf,dass nach dem Einschlag auch an die Aufforstung zu
denken ist.Da der Zyklus gut und gerne 30 Jahre lang ist,versuchte man mit schnell-
wachsenden Monokulturen das Auseinanderklaffen der Schere einzubremsen.

Monokulturen sind allerdings auch fuer Schaedlinge reich gedeckte Tafeln und daher
entwickelte sich bereits im Mittelalter so etwas wie Forstwirtschaftskunde.

Diese Gegensteuerungsmassnahmen,die von den Landesherren mit entsprechenden
Dekreten unterstuetzt wurden,verhinderten z.B.,dass ganz Bayern abgeholz wurde.
Der Waldbestand in Bayern reduzierte sich naemlich innerhalb eines Jahrhunderts
um 50 %.

Aber auch der Wienerwald lief in Gefahr abgeholzt zu werden.

In den Kriegszeitenjahren und danach,sowohl nach dem WK I als auch WK II fuhren
die Wiener mit Saegen bewaffnet in den Wald und besorgten sich Brennmaterial.

Ja, man dachte seitens der Gemeinde sogar daran,den ganzen ( zu Wien gehoerenden)
Wienerwald abzuholzen,was am Widerstand eines gewissen Herrn Josef Schoeffel
scheiterte.

Mangels Geld in der Stadt und Staatskasse wollte man ein Viertel der Waldflaeche an
einen Holzhaendler verkaufen,wogegen Herr Schoeffel mobilisierte.

X-Mal wurde er vorgeladen,Schweigegeld in beachtlicher Hoehe wurde ihm angeboten
und als das nicht zum gewuenschten Ergebnis fuehrte,liess man ihn wissen,dass ein
Jaeger mit keiner Strafe zu rechnen hat,wenn er ihn im Wald antrifft.

Herr Schoeffel nahm daraufhin an keiner Jagd mehr teil,blieb am Leben und rettete
so den Wienerwald.

Jock





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Suksabai

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #158 am: 29. Oktober 2017, 10:54:01 »



Ein  atemberaubendes Video von Expedia Australien zeigt Wien aus einer ganz neuen Perspektive:



 {*   {*  {*
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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #159 am: 03. April 2018, 10:51:45 »

Faehrt man die Triesterstrasse Richtung Sueden,sieht man nach der Spinnerin am
Kreuz,an klaren Tagen,einen der Hausberge von Wien.

Am Horizont erhebt sich everestgleich der Schneeberg,so knapp 2.000 m hoch.
Den zweiten Hausberg,die Rax sieht man nicht und ebenfalls nicht den Semmering.

Kahlenberg,Leopoldsberg und Bisamberg sind innerhalb der Stadtgrenzen von Wien
und die lasse ich mal vor,obwohl sie eher dem Begriff "Hausberge" entsprechen.

Obwohl Rax und Schneeberg auch Ziele der,meist Tagesausfluegler sind,sind sie nicht
historisch oder gesellschaftlich so interessant,wie der Semmering.

Einst war der Semmering,besser die Ortschaft Semmering ein verschlafenes Gebiet,
bis die Semmeringbahn eroeffnet wurde.Dadurch wurde der Semmering wachge -
kuesst und schwang sich zu einem der modensten Kurorte auf,der gleichrangig mit
St.Moritz oder anderen Hotspots um die Gunst der gehobenen Staende warb.

Die Errichtergesellschaft der Bahn eroffnete das "Suedbahnhotel" und bald darauf
erfolgte der Bau des "Panhans".
Das Suedbahnhotel ist schon lange geschlossen,nur das Panhans wehrt sich bisher
erfolgreich gegen einer Schliessung.

Es war 1880/ 1882 als die goldene Zeit des Semmerings und des Panhans begann.

Durch die Errichtung der Bahn,die alleine schon als Weltwunder galt,war von Wien aus
der Semmering leicht und in kurzer Zeit erreichbar und die glasklare gute Luft zog
die gute Gesellschaft in Scharen an.

Sie fanden dort alles,was man so gewohnt war.Grossartiges Ambiente,vorzuegliche
Kueche und einen gesellschaftlichen Rahmen,der sie "zwang" sich 3 x umzukleiden
und den Champagner nur im Abendkleid und Smoking zu geniessen.

Aber noch interessanter war fuer diese Klientel der Heiratsmarkt,der sich bot.

Die Tochter des Hauses,die schon leicht Moos angesetzt hat,bekam,dank grosszueg-
igster Mitgift,dort noch eine Chance.

Also das Panhans war "in" und so alle Schriftsteller,Kuenstler der damaligen Zeit ueber-
nachteten Zimmer an Zimmer mit dem juedischen Grossbuergertum aus Wien.
Dort trafen sie aber auch die selbe Gesellschaftsschicht aus Ungarn,Boehmen u.s.w.,
sodass man unter sich blieb und das oft wochenlang,denn kuerzer war eine Sommer-
frische nicht denkbar.

Nach dem ersten Weltkrieg war die Hausse vorbei.Teile der Gaeste waren verarmt,hat-
ten Amt und Wuerde verloren oder wurden durch Staatsgrenzen gehindert den Sem-
mering zu besuchen.
Nur dann und wann suchte ein Generaldirektor die Abgeschiedenheit und Ruhe auf,um
mit seiner Sekraeterin bis spaet in die Nacht an einem Projekt zu arbeiten.

Springen wir in die heutige Zeit.

Noch immer floesst die gewaltige Fassade des Panhans Respekt ein.Noch immer haelt
sie 4 Sterne,doch die Auslastung ist zu gering um wirtschaftlichen Erfolg zu feiern.

Oft und oft haben unterschiedliche Besitzer und Investoren versucht an die glorreiche
Zeit anzuknuepfen.Derzeit ist das Panhans und anderes rund um den Semmering im
Besitze einer ukrainischen,etwas undurchsichtigen Gesellschaft.

Die versprochenen Geldfluesse sind spaerliche Rinnsale und zum Verdruss stellt sich
mancher in der Gemeinde die Frage,ob es wirklich Kaufleute sind,die sich hier einge-
nistet haben oder sind es eher Ornithologen,da immer haeufiger ein Pleitegeier an-
sichtig wird.

Eine einzige Chance auf Wiederauferstehung hat das Panhans noch.Aber da muss sich
"Basti" einen Ruck geben.

Das Verhuellungsverbot muesste im Umkreis von 25 Km aufgehoben werden und nach
ein bisschen Werbung in den Emiraten sprudelt das Geld nur so.

Jock
« Letzte Änderung: 03. April 2018, 10:58:01 von jock »
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