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Autor Thema: Geschichten aus der Geschichte  (Gelesen 77147 mal)

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #465 am: 30. Januar 2021, 12:54:14 »

Die Gewalt an Maenner

Hoert man aus einer Wohnung eine hochemotionale Maennerstimme,die mit ueber-
schlagender Tonlage ruft : " Schiass doch,schiass endlich" muss man nicht gleich an
eine eskalierte eheliche Auseinandersetzung denken.

Es kann auch sein,dass gerade im Fernsehen eine Fussballuebertragung laeuft.

Frauen,wenn sie Gewalt ausueben,bevorzugen subtilere Methoden,als ein lautes Schiess-
eisen und verabreichen lieber Gift oder sie zwingen ihre Maenner zur Einkaufsbegleit-
ung.

Letzteres ist ein besonders perfides Mittel und macht deutlich,wie sehr das starke Ge-
schlecht versklavt ist.
Nicht der Kauf von Lebensmittel oder der Kauf einer Jeans fuer ihn,ist das Problem.

Ein Mann,der eine neue Jeans braucht,betritt das Geschaeft,schluepft hinein,sagt passt,
zahlt und geht.Dauert keine 10 Minuten.

Aber wehe,Madame gibt sich einen Einkaufsexzess fuer die neue Fruehjahrsmode hin
und besteht darauf,dass der Partner sie begleitet.
Da stehen qualvolle Stunden bevor und bald wuenscht er,mit Tantalus zu tauschen.

Es beginnt schon damit,dass samstags frueh,die zweite Tasse Kaffee gestrichen wird,
damit man beim Einkaufszentrum noch einen Parkplatz ergattert.Es folgen dann qual-
volle Stunden ohne Tageslicht in einem Menschengewurrl.

Es sammeln sich Einkaufstaschen mit Pullover,Handtaschen,Schuhe,T-Shirts und Kleid-
chen,das sehr gut zu den Stiefeletten passt.
Immer wieder wird der Mann ermutigt,doch seine Meinung zum Geburtstagsgeschenk
fuer Tante Hilde zu aeussern,obwohl er sich das Gehirn zermartert,wer denn Tante Hilde
ist und ob er sie ueberhaupt jemals gesehen hat.

Eine kurze Rast in einem der Gastrobetriebe wird strikte verboten,obwohl die Kehle
nach einem kalten Glas Bier giert und das Mittelfussgewoelbe nach Erleichterung schreit.

Maenner,die noch Glueck im Unglueck haben,sitzen bepackt mit Einkaufstaschen auf
einer Treppe und verfallen in ein kurzes Nickerchen.
Doch die Ruhe waehrt nicht lange.Bald ist er aufgestoebert und wird,einem Schlacht-
vieh gleich,ins naechste Geschaeft getrieben.

Ganz anders beim @Jock.

Hoert er den Ruf,sie beim Einkaufsbummel zu begleiten,huepft sein Herz vor Vorfreude,
denn er will eine elegant gekleidete Partnerin,wo fuer er weder Kosten noch Muehe
scheut.

Geduldig wartet er in der Dessousabteilung vor der Umkleidekabine,bis er den Ruf:
"Kannst du mal schauen"vernimmt.
Da ist immer die Chance,einen Blizzer zu erhaschen gegeben.Stets redet er ihr zu,doch
die etwas teuere Handtasche zu nehmen und promotet den edlen Seidenschal von
Versace in hoechsten Toenen.

Nur beim schicken Kostuemchen von Chanel,das den Wert eines 3 fachen Monatsein-
kommens entspricht,ist Diplomatie gefordert,um dem finanziellen Ruin zu entgehen.

Zwar umtaenzelt er das gute Stueck und zupft da und dort an einem Faeltchen,und
drueckt seine Bewunderung mit:" Wunderschoen,passt perfekt" aus.

Doch die Bemerkung,dass dieses Modell nur aeltere Damen tragen,bewirkt,dass dieses
Kleidungsstueck flugs wieder am Kleiderbuegel haengt.

Beim Bezahlen haelt sich @Jock immer vor Augen,dass das letzte Hemd keine Taschen
hat und vermeidet damit,dass ein Schatten auf seine gute Laune faellt.

Abends,wenn sie schnurrend wie eine Katze fraegt,was er gerne zum Abendessen will,
weiss er,er hat alles richtig gemacht.

Jock




















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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #466 am: 03. Februar 2021, 14:38:05 »

Airbus A380

Als der erste Flieger A 380 startete und sicher wieder landete,ueberschlug sich die
Presse in Superlative.

Bis zu 850 Passagiere (nicht Sardinen) koennen transportiert werden,dabei bei einem
Ersparnis von 15 % an Kerosin und Piloten waren aus dem Haeuschen,weil der Koloss
quasi mit dem kleinen Finger zu steuern ist.

Durch die Hype kam in Vergessenheit,dass es schon laengst ein Fluggeraet gab,das
eine hoehere Transportkapazitaet hatte,voellig emissionsfrei war,jedermann zur Ver-
fuegung stand,platzsparend im Wohnzimmer untergebracht werden konnte und nie
einen Servicebedarf hatte.

Wir sprechen vom fliegenden Teppich.

Die Berichte aus uralten orientalischen Sagen,ueberliefern uns,dass Koenig Salomon
auf einen Teppich nicht nur seine ganze Armee unterbrachte,sondern er auch bequem
Platz fand,als er aufbrach um die messingende Stadt zu besuchen.

Das sind doch phantastische Entwicklungsmoeglichkeiten fuer die deutsche Automobil-
industrie,auf der Weise die elektrische Mobilitaet zu ueberspringen und sich auf die
zukuenftigen Standards des Transportes zu konzentrieren.

Fachkundiges Personal,das Know how und tausendjaehrige Erfahrung mitbringen,sind
schon lange im Lande.

Doch sie werden scheel angesehen und es wird versucht,sie so schnell als moeglich
nach dem Maghreb und Orient auszuweisen.

Ob man damit nicht einen Fehler macht ?

Der fliegende Teppich scheint aus dem Gedaechtnis gekommen zu sein.Angeblich
soll es im Orient und im Maghreb noch einzelne Expemplare geben,die in einer Ecke
verstauben und darauf warten,wiederentdeckt zu werden.

Auf der Suche nach so einem Prachtstueck,begleiten wir ein deutsches Ehepaar.

Auf nach Marrakesch ! (demnaechst)

Jock




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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #467 am: 04. Februar 2021, 15:09:47 »

Auf dem Weg zum "fliegenden" Teppich

Wohin soll man sich auf den Weg machen ?Zu den Arabischen Emiraten oder in die
Berge Persiens,vielleicht doch besser zu den Taelern von Kurdistan ? Der Maghreb
waere auch eine Alternative.

Die relative Naehe von Europa zu dem Maghreb,erleichtert  die Entscheidung bald.

Und man hoerte ja,dass in Marocco,besser,in der Roten Stadt Marrakesch,besonders
wertvolle Teppiche billig zu kaufen sind.

Der Ueberflug ueber das Atlasgebirge ist schon eine Wucht.Die schneebedeckten Gipfel
gruessen und heben sich vom wolkenlosen Himmel ab,bevor man im ockerfarbene Ge-
laende die Haeuser von Ortschaften sieht,wo man nicht begraben sein will.

Weiter weg liegt die nackte Sahara,wo Wind und Sand staendig an der Neugestaltung
der Landschaft arbeiten.

Der Flughafen von Marrakesch ueberrascht.

Lichtdurchflutende Terminals,so sauber,dass man vom Boden essen koennte und die Landesfarbe zeigt sich an Waenden,Decken und Ornamenten.Gepflegte Kakteenbeete
und Palmen,statt Geranien und Birken.

Jetzt weiss man,man ist in einem anderen Kulturkreis angekommen.

Aeltere Reisende vergleichen den Flughafen von Marrakesch mit dem Flughafen von
Kairo und sind angenehm ueberrascht.

In Marrakesch keine obdachlosen Familien,die im Gras lagern,keine aufdringlichen Taxi-
fahrer,keine laestige Verkaeufer,Fremdenfuehrer und dergleichen.

Schnell erreicht man die Stadt selber und taucht in ihr ein.

Das Einchecken im Hotel geht reibungslos,die Zimmer sind sehr ordentlich und trotz-
dem will man keine Zeit verlieren,den "fliegenden" Teppich zu suchen.

9 von 10 Touristen treibt es zum Djemaa el Fna,dem beruehmtesten Platz der Stadt.

Dort entfaltet sich die ganze Pracht maghrebinischer Lebensart und zieht Einheimische
wie Fremde an,wie Motten das Licht.

Im Menschengewuehl sind Maerchenerzaehler,Gauckler,Schlangenbeschwoerer,Wahr-
sager,Wasserverkaeufer und eine Art tanzender Derwische die Anziehungspunkte und Fotomotive der Besucher.

Berbermaenner mit wetterzerfurchtenden Gesichtern stecken in dicken Umhaengen,als
braeche demnaechst der Schneesturm los,verhuellte Frauen huschen nach dem Einkauf
hinter die schuetzenden Tueren ihrer Haeuser.Nur die Kinder auf der Strasse geben
sich heiter und dabei sind sie bereits in der Ausbildung zur Bewaeltigung ihres Lebens.

Sie alle,Maenner,Frauen und Kinder,sind Kinder ihres Landes und ihrer Kultur und Trad-
ition.

Die Maerchenerzaehler erzaehlen von Aladin und Scheherazade,wie es auch ihre Vaeter
schon getan haben,die Schlangenbeschwoerer erlernten den Fang einer Kobra vom
Grossvater und Vater und verwenden dafuer nicht mehr,als ein scharfes Auge,einen
Spiegel und einen schnellen Griff.

Von der Tageshitze und vom Zuschauen bekommt man Durst.Doch nur wenige Touristen
werden sich an den Wasserverkaeufer wenden.Zu offensichtlich ist Diskrepanz von
europaeischen und maghrebischen Hygienevorstellungen.

Das Wasser des Wasserverkaeufers ist in einem Ziegenlederbehaeltnis aufbewahrt und
ist lauwarm.Die Schuesselchen,wo das Wasser gereicht wird,traegt der Wasserver -
kaeufer an einem Riemen vor dem Bauch und kann sich nicht daran erinnern,wann
die Schuesselchen nach Verabreichung gereinigt wurde oder ob es ueberhaupt jemals
geschehen ist.

Rund um den Djemaa el Fna-Platz gibt es Dutzende kleine Restaurants und es ist auch
einem Anfaenger moeglich,dort eine eiskalte Cola zu erstehen.

Hat er jedoch einen kleinen Hunger und meint,ein kleiner Happen waere angebracht,
ist Vorsicht die Mutter der Geldboerse.

Die Speisekarte,wo die angebotenen Gerichte fotografiert sind und wo auch der Preis
deutlich angeschrieben ist,verlockt zur Bestellung.
Man zeigt auf der Speisekarte auf das gewuenschte Gericht und verzehrt dieses ohne
jede boese Ahnung.
Starr vor Schreck ist man dann,wenn die Rechnung kommt und feststellen muss,dass
der doppelte oder dreifache Betrag aufscheint.

Reklamation ist sinnlos,denn der zweite Blick auf die Speisekarte zeigt,dass tatsaech-
lich die Preisangabe mit der Rechnung uebereinstimmt.

Uebersehen hat der Anfaenger,dass in einem guenstigen Moment die Speisekarte aus-
getauscht wurde und jetzt hat er den Scherm auf.

Wird es abends,leuchten tausende Lampen den Platz aus und hunderte Garkuechen
wetteifern um Gaeste.
Der Schafskopf,gesottet oder gegrillt,ist der Renner.Aehnlich wie die hintere Schweins-
stelze im bayrischen Biergarten oder im Schweizer Haus.

Muede kommt man dann ins Hotel und geht bald zu Bette.

Morgen,ganz sicher wird man den fliegenden Teppich aufspueren und erwerben.

Jock








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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #468 am: 05. Februar 2021, 15:43:46 »

Der Erwerb des fliegenden Teppichs          (Am Beispiel eines fiktiven Ehepaares)

Wenn sich die Sonne aus dem Morgendunst erhebt,sind die Traeume besonders in-
tensiv.Gerne wuerde man da noch ein Stuendchen weiter schlummern.

Unser Ehepaar jedoch,wurde just zu dieser Zeit,brutal aus dem Schlaf gerissen.
Ein Hoellenlaerm war zu vernehmen und im ersten Moment dachten sie,das Hotel
steht im Flammen.

Es war jedoch nur der Muezzin,der seiner Pflicht nachkam und die Glaeubigen zum
Morgengebet rief.
Weit hin schallt der klagende und mahnende Ruf,der besonders weit dringt,wenn er
mit beiden Haenden die Ohren zuhaelt.
Da jedoch auch bei den Muezzinschulen Mangel an Schuelern festzustellen ist,und
Blinde ueberhaupt Mangelware sind,sind die Moscheen mit akustischen Geraeten aus-
gestattet,die,die auf hoechster Lautstaerke gestellten Lautsprechern,Allahu Akbar ver-
kuenden und damit auch sicherstellen,dass sehende Muezzins nicht in die Hoefe der
Haeuser blinzeln,wo Frauen ihrer Arbeit nachgehen.

Noch beim,frueher als geplanten,Fruehstueck des Paares,konzipierte der Herr aus
Duesseldorf einen scharfen Beschwerdebrief an sein Reisebuero,wo er die Stoerung
der Nachtruhe beklagen wird und einen saftigen Preisnachlass einfordern wird.

Ja,manche Herrschaften aus Deutschland haben in ihrer Doppelhelix ihres DNA-Stranges
dort unten einen Zacken,wo das Halbgoettliche ihren Sitz hat.
Das befaehigt sie,eine schnelle Auffassungsgabe zu haben,schneller als andere,sich
einen Durchblick zu verschaffen und der,der sie ueber den Tisch ziehen will,erst ge-
boren werden muss.

Daher weiss unser Paar,dass man nicht an der Rezeption nach einem Teppichgeschaeft
fraegt,denn die sind hundertprozentig mit dem Inhabung verbandelt und teilen sich den
Erloes.

Besser man fraegt auf der Strasse einen unverdaechtigen Einheimischen.Nur so bekom-
mt man eine ehrliche Antwort.

Unweit des Hotels,fand man bald die geeignete Person.

Ein alter,weissbaertiger Mann,sass da in einem Kaffeehaus und genoss eine Wasser -
pfeife,waehrend unablaessig an der Gebetskette (Misbaha)fummelte.

Das Paar trat zu ihn hin und wollte erfragen,ob er vielleicht einen Teppichladen kenne,
der einen "fliegenden"Teppich zu verkaufen hat.

Der alte Mann hatte beste Marnieren.Sofort frug er die Dame,ob sie wohl die Helene
Fischer sei,die weltberuehmte Saengerin und von wo sie herkomme ?

Die Dame,eine Endfuenfzigerin mit XL - Rubensfigur empfand ab diesen Moment ganz
grosse Sympathie fuer den Herren und stufte ihn,als absolut vertrauenswuerdig ein.
Ja,"Dusseldorf" kenne er.Die wunderschoenen alten Haeuser,der gruene Inn und die
Bergkette,wo man so gut Skifahren kann.

Bei der Frage nach dem Teppichgeschaeft,dachte er lange nach und sog ein paar Mal
an seiner Wasserpfeife.
Ja,er kenne ein Teppichgeschaeft,wo man wertvolle und guenstige Teppiche erwerben
kann und wo nur an einheimische Kunden verkauft wird.Er ist aber kein Kunde davon,
koenne aber die Adresse nennen.

Mit Adressen ist es in Marrakesch keine leichte Sache,sie auch zu finden.Besser man
laesst sich von einem Fuehrer hinleiten.

Ein junger Mann,im weissen Kaftan sah so aus,als haette er Zeit.

Gegen ein Bakisch in der Groessenordnung eines halben Wochenlohnes fand er Zeit
und fuehrte das Paar zu der angegebenen Adresse.

Der Laden sah aus,als waere die Eroeffnung mit dem Datum der Geburt Abrahams
zusammengefallen.Doch im Inneren lagerten unerwartete Schaetze.

Die Waende mit Kelims behaengt,der Boden mit Farahans bedeckt und in der Mitte
ein meterhoher Stapel mit wunderschoenen Kehschan,Tabriz,Maschad u.s.w.

Der ueberaus freundliche Geschaeftsinhaber servierte erst Tee,dann eiskalte Cola und
reichte kleine Imbisse,waehrend er nach Begehr frug.

Der Kunde vermied das Wort " fliegender Teppich" sondern umschrieb seinen Wunsch
mit antiken Knuepfprodukten aus der Zeit von 1000 und 1 Nacht.

Anschliessend blaetterte man den Teppichstapel von oben nach unten durch.Bei jeden
Stueck eine blumenreiche Erklaerung ueber die Bedeutung der Motive,Farbe,Herkunft,
Knotendichte und Alter.

Nochmals blaetterte man von unten nach oben und von oben nach unten durch.

Dabei fiel dem Paar auf,dass ein bestimmter Teppich im Stapel,wortlos ueberblaettert
wird und man versuchte,das Stueck rasch mit einen anderen Teppich zu ueberdecken.

Was ist mit dem da ?frug der Germane und legte seine schwere Hand auf den Teppich.

Der Teppichhaendler ueberhoerte die Frage und wollte zum naechsten Stueck ueber -
gehen.Doch da ist er bei einem Deutschen an den Falschen geraten ?

Was mit dem da ist ?insistierte der Mann und seine Stimme nahm den scharfen Ton
eines Feldwebels an.

Der Teppichhaendler wand sich wie ein Aal und versuchte sich um eine Antwort zu
druecken.Ein anderer Kunde haette bereits sein Interesse an dem Stueck bekundet,
gestand er ein doch das foch dem Kunden nicht an.

Ich will ihn haben,diesen und keinen anderen,bekraeftige der Kunde nochmals und
war ueberzeugt,ein besonders kostbares und rares Stueck vor sich zu haben.

Jetzt knickte der Teppichhaendler ein und trat in die Preisverhandlung,die sich ueber
Stunden hinzog,ein.
Bei einem hohen 5-stelligen Eurobetrag wurde man sich handelsein.

Der Teppich wurde zusammengerollt auf auf den Schultern zweier Laufburschen zum
Hotel gebracht.

Dort war man schon geuebt,mit dem Ausfuellen der Zollpapiere und versprach,den
Teppich morgens,mit der selben Maschine,die das Ehepaar fuer den Heimflug be-
nuetzen wird,zum Versand zu bringen.

Jock

Was dann geschah,ist demnaechst zu lesen.



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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #469 am: 06. Februar 2021, 13:37:43 »

Der Flug des "fliegenden"Teppichs

Waehrend die Sonne ueber Marrakesch sich in eine rote Scheibe verwandelte und
sich anschickte der Nacht die Herrschaft zu ueberlassen,ruestete man sich im Haus
des Teppichhaendlers fuer ein grosses Fest.

Seit Stunden werden Hammeln am Spiess gedreht,das Atrium des Hauses mit
bunten Lampions geschmueckt,auf einem niedrigen Podest,stimmte eine marok-
kanische Band ihre Instrumente und in einem Nebenzimmer,wartete eine Bauch-
taenzerin auf ihren Auftritt.

In der Kueche waren und wurden Kostelichkeiten der marokkanischen und berber-
ischen Kueche zubereitet,deren Duefte die Wasser im Munde zusammenlaufen lies-
sen.

Die Familie des Teppichhaendler,hat sich festlich gekleidet und das Oberhaupt ge-
gruesste die erweiterten Familienangehoerigen.Alle Cousins und Cousinen,Onkeln
und Tanten waren gekommen,um das "Wunder" zu feiern.

Neben der Familie waren auch eingeladen,die Gehilfen im Geschaeft,der Fremden-
fuehrer und auch der alte,weissbaertige,wuerdige Mann.

Dieser wurde mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt,das Salem alkeikum alleine
genuegte nicht,sondern er wurde ausserdem mit feuchten Wangenkuss willkommen
geheissen.

Bevor die Gesellschaft zugriff,die orientalischen Weisen erklangen,gedachte man
Allah dem Allmaechtigen.

Diesem grossen Gott ist zu verdanken,dass er ihnen einen Kunden gesandt hat,der
nicht nur geldmaessig grosszuegig war,sondern auch half,den Ladenhueter an Tep-
pich anzubringen.

Nachdem der Teppichhaendler beim Barte des Propheten schwur,bei der naechsten
Hadsch dabei zu sein,ging es hoch her,bis die spaete Nacht die Gesellschaft zer-
streute.

Auch in Duesseldorf,in der Villa des Ehepaares,wurde zu einer kleinen Party geladen.

Die Gaeste,Freunde,Bekannte,Geschaeftspartner und Nachbarn,bestaunten den aus-
gelegten Teppich und wagten kaum,ihn zu beruehren oder gar zu betreten.

Mit dem Champgnerglas in der Hand erzaehlte unser Mann stolz,dass er den ver-
langten Preis um die Haelfte herunter handeln konnte und er sich sicher ist,dass
das kostbare Stueck,einer der fliegenden Teppiche sei.

Da hat er nicht unrecht,denn der Teppich ist wirklich geflogen.

Von Marrakesch nach Duesseldorf,im Frachtraum des A 380.

Jock







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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #470 am: 18. Februar 2021, 13:32:29 »

Der reichste Mann der Welt

Bill Gates,Jeff Bezos oder Elon Musk ?

Nein,im Vergleich zum reichsten Mann der Welt,der jemals gelebt hat,sind die ge-
nannten Herren,eher arme Schlucker.

Auch die Herren Kroesus und Midas haetten dem reichsten Mann der Welt nicht das
Wasser reichen koennen.

Zu Lebzeiten des reichsten Mannes,war auch der maechstigste Herrscher aller Zeiten
am Zenit seiner Macht und in seinem Reich ging die Sonne nicht unter.
Der Wahlspruch A.E.I.O.U. (Aller Erdenkreis ist Oesterreich untertan)ist zwar nicht
vom ihm,wird aber gerne noch als Glorifizierung einer laengst untergegangenen Patri-
otisierung missbraucht.

Ja,Karl V. konnte mit Fug und Recht behaupten,dass in seinem Reich die Sonne nicht
untergeht,denn er beherrschte grosse Teile Europas,Suedamerikas und Teile von SOA.

Daher ist es erstaunlich,dass ihn ein Brief aus Augsburg die Sorgenfalten an die Stirn
trieb und er alle Haende voll zu tun hatte,einen Konkurs zu vermeiden.

Der Brief,der ihn erreichte,war zwar hoeflich im Ton,doch vom Inhalt unerbittlich.

Mit dem Brief wurde er aufgefordert,(endlich) seine Schulden zu bezahlen und endete
mit dem nachdruecklichen Hinweis,dass eine weiter Stundung nicht moeglich ist.

Der Brief trug die Unterschrift eines Jakob Fuggers aus Augsburg.

Von den Schulden,die gerade 500.000 Dukaten ausmachten,schaffte es Karl V.,indem
er alle seine Guthaben zusammenkratzte,415.000 Dukaten zu bezahlen,wobei er sich
nicht schaemte,auch Staedte (wie Loewen) als Garanten bzw.Zahler zu verpflichten.

Jakob Fugger war der reichste Mann der bisher jemals lebte.Sein Vermoegen laesst
sich auf Grund seiner Geschaeftsunterlagen hochrechnen und dabei kommt man auf
stolze 400 Milliarden Euro.

Die Familie Fugger war schon vor Jakob sehr wohlhabend und betaetigte sich im
Textilhandel.Erst unter Jakob hob sie ab und besass eine Reihe von "Fuggereien",war
einer der groessten Bankiers und war vor allen im Bergbau investiert.

Silber und Kupfer waren damals um 1500 die Cashcows und Fugger besass 8/9 der
Minen von Schwaz/Tirol.Diese Anteile knoepfte er dem Karl V.ab,weil der fast immer
in der Kreide des Jakob stand.

In Schwaz schuffteten 10.000 Bergleute und mit 13.000 Bewohnern war Schwaz die
2.groesste Stadt auf dem Gebiet von Oesterreich.Die Ertraege aus dem Silberabbau
gingen erst dann zurueck,als man begann die Silberminen in Suedamerika auszu-
beuten.

Noch heute gibt es Familienlinien der Fuggers.Das ganz grosse Vermoegen zersplit-
terte durch Erbteilungen,doch am Hungertuch nagen sie auch heute nicht.

Man sollte daher meinen,die Fuggers haben keine Sorgen,leben in geraeumigen
Behausungen,striegeln ihre Reitpferde und beachten die Sonderangebote von Ali und
Lidl nicht ernstlich.

Weit gefehlt - sie haben Sorgen und Befuerchtungen !

Es sind nicht die Aktienkurse,nicht die Negativzinsen oder Opfer der Pandemie zu
werden.

Es ist der Wind und der Borkenkaefer,die sie fuerchen,wie der Teufel das Weihwasser.

Jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #471 am: 25. Februar 2021, 11:16:37 »

Das Maerzkalb

In wenigen Tagen beginnt der 1.Maerz und vor diesem Datum hatte man sich ge-
fuerchtet.

Meist war es in einem Bauernhof im oberen Waldviertel,wo genau um 00.01 h der
Bauer durch Unruhe im Stall aus dem Schlaf gerissen wurde und er nach der Ur-
sache des  Scharrens und Muhens Nachschau hielt.

Zu spaet,um die Katastrophe abzuwenden.Die Stalltuere stand offen und das Kaelb-
chen war ausgebuext.
Ein Stueck lang konnte man die Spuren im Schnee noch verfolgen,doch im Wald ver-
loren sie sich bald.

Der Bauer verstaendigte seinen Nachbarn,der wieder seinen Nachbarn und bald wus-
ste das ganze Waldviertel,dass das "Maerzkeible" unterwegs ist.

Es war/ist ein gefaehrliches Tier und jedermann war angeraten,nicht von ihm gebis-
sen zu werden.
Besonders Kinder und alte Leute waren gefaehrdet.

Es gab aber auch eine troestliche Meinung ueber das Untier.Gelingt es,das Kaelbchen
am Schwanz zu packen,bekommt man einen Kuebel voll Gold und kann sich jeden
Wunsch erfuellen.

Wuensche hatte ich,als kleiner Bub einige.Eine elektrische Eisenbahn oder eine voll-
ausgestattete Cowboyausruestung mit zwei goldenen Kapselrevolver.

Todesmutig war ich auch und durchstreife den Vereinsberg in Schrems auf der Suche
nach dem Kaelbchen.
Leider fand ich es nicht.

Ist dann der Monat Maerz vorueber,kehrt das Kaelbchen wieder in seinem Stall zu -
rueck und wird Michkuh.
Angst und Schrecken sind dann vorbei.

Nicht nur im Waldviertel,sondern auch im oberoesterreichischen Vorland und auch im
Allgaeu ist das Maerzkalb schon gesehen worden.

Warum das Maerzkalb einen so schlechten Ruf erworben hat,ist auch geklaert.

Jaenner,Februar und Maerz sind die Monate mit den haeufigsten Sterbefaelle.

Die Bevoelkerung,vor Penicillin und Antibiotika,war durch die langen Wintermonate
und verbunden mit Verzicht auf frisches Gemuese und Licht,geschwaecht und besonders
anfaellig fuer Verkuehlungen.
Und die holte man sich,weil die Sonne schon stark genug ist,die Winterkleidung gerne
abzulegen und uebersieht dabei,dass es auf der Schattenseite noch kalt ist.

Schon hat man eine Verkuehlung aufgerissen,die fuer Kinder und Alte boese ausgehen
konnte.
Verstorbene in dieser Zeitspanne wurden gerne mit dem Biss des Maerzkalbes in Ver-
bindung gebracht.

Der Schrecken,den das Maerzkalb verbreitet hat ist laengst vorueber und auch ist der
Monat Maerz kein Schrecken mehr fuer die Biertrinker.

Das Maerzenbier ist heute nur mehr eine Absatzaktion und keine beginnende Durst-
strecke,bis es wieder kalt geworden ist,um frisches Bier zu brauen.

Jock





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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #472 am: 09. März 2021, 12:25:24 »

Wie entledigen sich die Englaender ihrer Monarchie ?

Am einfachsten durch eine Volksrevolution,aber dazu finden sich nicht genug Be-
fuerworter.

Im Schnitt sind 69 % der Bevoelkerung fuer die Beibehaltung dieser Staatsform.

Auch das Interview,das Herr Harry und Frau Megham Windsor der Frau Oprah Winfrey
gegeben haben,ist nicht geeignet,das Koenigshaus so zu erschuettern,dass eine Re-
publik ausgerufen werden muss.

Zu abgesichert ist der Status der Royals und das,ohne dass eine geschriebene Verfas-
sung sie ausdruecklich schuetzt.
Ja nicht einmal selbst koennen sich die koeniglichen Mitglieder aus ihrer Rolle stehlen.

Stirbt die Queen,so tritt automatisch Prinz Charles als Koenig an.Es ist ihm nicht ohne
weiteres moeglich zu sagen: "Nein,vielen Dank".

Ein Verzicht waere nur dann wirksam,wenn das englische Parlament ein eigenes Ge-
setz verabschieden wuerde und ein gleichlautendes in den Parlamenten der Common-
wealthmitglieder,ebenfalls eines erlassen wird.

Dann waere Prinz Charles aus dem Schneider,doch dann traete sein Sohn William an
seine Stelle und muss Koenig werden.
Sagt auch der nein und alle anderen in der Thronfolge auch,faende sich bei dem,an
etwa 555.555.555,Stelle stehende @Jock jemand,der sagt:"ich machs".
Dem Reiz,mit tollen Autos herumgefuehrt zu werden,koennte er nicht widerstehen.

Koenig Edward VIII. hat es ja persoenlich mitgemacht,wie schwer es ist,sich aller Ver-
pflichtungen zu entledigen.
Zu heiraten,wenn er wollte und Koenig bleiben,sagte man ihn - geht nicht.Abdanken
nur dann,wenn andere Stellen zustimmen,die ihn verboten,sein Heimatland jemals
wieder zu betreten.

Auch wenn die Abschaffung der Monarchie einvernehmlich erfolgen wuerde,sind zuvor
gewaltige rechtliche Huerden zu beseitigen.

Briefmarken und Geldscheine sind schnell gedruckt und als Nationalhymne kann man
einen alten Beatlessong verwenden,aber eine neue Verfassung kann man nicht ueber
Nacht schreiben,die alte Privilegien und Vorrechte mit einschliesst oder ausschliesst.

Nicht nur auf der Insel sind Umwaelzungen zu erwarten.

Eide,die auf die Krone geschworen wurden,waeren dann nicht mehr wirksam.Schott-
land,Nordirland und Wales koennten sich unabhaengig erklaeren u.s.w.
Aber auch in Australien,Kanada und andere Staaten,die die Monarchin oder Monarchen
als Staatsoberhaupt fuehren,muessten sich neue Staatsoberhaeupter suchen.

Dass man ueberhaupt solche Gedanken spinnt,hat als Ursache,weil man sich darueber
den Kopf in der Familie zerbrochen hat,wie denn ein dunkelhaeutiges Kleinkind mit
roten Haaren aussehen koennte.

Ganz schoen altmodisch und von vor-vorgestern die Windsors.

Jock



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