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Autor Thema: Sin sod - gängig oder überkommen?  (Gelesen 30927 mal)

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StrangeFruit

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Sin sod - gängig oder überkommen?
« am: 09. November 2008, 06:24:35 »

Liebe Gemeinde, in der Frage bin ich doof. Also erhellt mich bitte...
Gibt es im thailändischen Norden (vorzugsweise Isaan) eigentlich immer noch die unseelige aber weit verbreitete Sache namens "Sin sod"? (Ist ja eigentlich gar nicht Thai sondern China). Ich hatte bislang damit noch nie das "Vergnügen" mich damit auseinandersetzen zu müssen.  Meine Kontakte zur "fremdarbeitenden" Landbevölkerung habe ich früher immer als das gesehen, was sie sind, nämlich Business und meine Beinahe-Mia-Luang stammte aus gutem Bangkok Haus und da war so was kein Thema (höchstens als "Igitt-igitt").

Nun hat sich der Neffe einer mit mir befreundeten franz. Familie seit 2 Jahren in ein Mandeläuglein verguckt, verbingt jede freie Zeit mit Thailandreisen zur Holden und will jetzt gar seinen Lebensmittelpunkt nach Phuket verlegen und mit ihr zusammenleben. Die Familie natürlich in heller Aufregung, fragte mir Löcher in den Bauch über alles Mögliche und bat mich, ich möge mir die Sache doch dezent mal vor Ort begucken (Oh, wie ich so was liebe...!). Na ja, es handelt sich hier um wirkliche Freunde, also schnüffelte ich, als ich in diesem Sommer wieder auf Phuket war.

Ergebnis: Die Motte ist 28 (er 49), stammt aus einem Winz-Mubaan im Surin, Ausbildung home-gemäss, ein gesetzl. Angetrauter war nicht auszumachen, nur der vor Buddha angetraute Erzeuger ihrer 3 Kinder (5/7/10, bei Muttern, wo sonst). Er sitzt seit 3 Jahren im Knast (Raub). Das Paar lebte Jahre in BKK, bis sie ihm den Bettel hinwarf und mit den Kindern heim zu Mama ging. Seit 2 1/2 Jahren arbeitet sie nun als Serveuse in diversen Restos/Hotels auf Phuket, ein Bar-Hintergrund zu Beginn ihrer Phuket-Zeit gilt als sicher (soweit reichen meine Kontakte zur Szene noch), ist jetzt aber seit langem nicht mehr gegeben. War ganz schön mühsam, dies alles auf den Wahrheitsgehalt zu checken, ...kann ich Euch sagen. Aber offensichtlich war sie ehrlich zum Neffen und die Familie war's zufrieden.

Nun kommt der "Sin sod" ins Spiel. Den solle er nämlich jetzt Muttern zahlen, dies sei in ihrer Gegend so Brauch. Ja, sie wisse selbst, dass das vorsintflutlich sei, aber wie stände ihre Mutter und sie denn vor dem Dorfe da, wenn da nix käme. Also fragt die Familie wieder den Guru (also mich). Ist das ok? Ist das wirklich so? Und der Guru sagt, ich weiss es nicht, aber ich mach' mich schlau... (Oh, und schon wieder liebe ich es...!)

Und nun sagt mir, Ihr "Nordländer", ist das noch so mit dem Sin sod? Ich hab' nämlich wirklich keinen Schimmer davon. Persönlich halte ich das Ansinnen für überzogen (höflich ausgedrückt). Zumal der Bube die Sache eigentlich ganz pragmatisch und vernünftig angeht. Er zahlt die gesamten Lebensführung (schon seit Beginn), will ihr nun den Aufbau eines eigenen Ladens finanzieren und was da rauskommt ist dann ihr Persönliches. Er (nebst seiner Familie) ist der Meinung, dass diese Regelung (nennen wir sie mal Hilfe zur Selbsthilfe) völlig genügend sei.

Ich persönlich sehe es auch so. Eigentlich noch etwas härter/schärfer, mit Thai-Augen. Die Motte ist fast 30, hat 3 Kinder, hatte mal (wenn auch nur kurz) was mit Bar zu tun... ist also auf dem Thai-Partnermarkt 'ne Nullnummer. Die Familie sollte die Hilfe zur Selbsthilfe mal auf Baht und Satang addieren, zu Hause diese Summe an die grosse Dorfglocke hängen und als sin sod verkaufen (wenn's denn so was überhaupt noch gibt und nötig ist). Bei aller Liebe wäre für mich hier der Stop-Punkt. Entweder fliegst Du (Motte) ins Licht oder wieder zurück ins Restaurant. Make your choice. Period.

Und nu Ihr bitte.  Was sag' ich denn nun der Family....
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Tom

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #1 am: 09. November 2008, 06:33:11 »

Zitat
Nun hat sich der Neffe einer mit mir befreundeten franz. Familie


Hehe... Dies behaupten alle, dass sie es nicht selbst sind.... Na ja, vielleicht bist Du ja eine Ausnahme...  ;)

Zum einen: Ja, Sinsod ist üblich. Zum anderen: es lässt sich ohne weitere Details nicht beurteilen, wieviel gerechtfertigt und wieviel überzogen ist. Und zum dritten: Du hast bei Deiner Betrachtung eine Ansichtsweise von Westlern, welche Du gleich mal vergessen kannst...

Gruss Tom
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Horst

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #2 am: 09. November 2008, 07:03:51 »

Hallo Strange Fruit

Es ist genauso wie Tom schreibt:

Ja, Sinsod ist üblich. ...

sofern es sich um eine Jungfrau handelt.
Natürlich wird auch bei nicht jungfräulichen unverheirateten und kinderlosen Töchtern nach Sinsod gefragt ... Der Bräutigam zahlt dann sofern er
eingeweiht ist, zumindest symbolisch. Das heißt: Er rückt das Geld raus, bekommt es jedoch nach der Hochzeit zurück.
Sollte er jedoch nicht eingeweiht sein, so wäre dies Betrug, und er könnte recht böse werden wenn er merkt das er ver***t wurde.

Da die Dame des Herzens jenes Neffen deiner Bekannten (wäre es nicht möglich deine Relation zu der Dame noch weiter zu peripherer darzustellen?)
vermutlich nicht Maria heißt, halte ich es ausgeschossen das die Eltern von einem Einheimischem ernsthaft  Sinsod fordern würden.
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Roy

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #3 am: 09. November 2008, 07:28:38 »

Da gibt es in Bangkok einen Thailandkenner namens Stickman, der erklärt jeden für blöd, der für eine beschädigte Ware, die ein Thai vielleicht gerade gratis annimmt, noch Millionen zahlt. So verrückt kann nur ein Farang sein, meint er.
Günther Ruffert hält das immer noch für üblich.
Ich habe jetzt zwei Fälle erlebt, einmal zwischen Thais, einmal Thai-Farang, wo gezahlt wurde bzw. werden soll, aber nur theoretisch. D. h. für die Leute. Das Geld bzw. Gold wechselt nur öffentlich die Hand und fliesst dann wieder zurück. Ich bin der Überzeugung, dass jemand, der etwas auf sich hält, sich auf absolut nichts anderes einlassen sollte. Doch jeder Idiot kann zahlen, was und an wen er will, sein Grund bleibt ihm überlassen. Ich habe jedenfalls NICHTS gezahlt.
Klar ist jedoch, dass eine Familienernährerin nicht einfach so aus dem Finanzkreislauf gezogen werden kann, ohne das massive Proteste erfolgen. Diese sind meist wirksam. So lässt sich der Farang weichkochen.
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StrangeFruit

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #4 am: 09. November 2008, 07:55:29 »

@Tom
Hehe... Dies behaupten alle, dass sie es nicht selbst sind.... Na ja, vielleicht bist Du ja eine Ausnahme...  
@Horst
wäre es nicht möglich deine Relation zu der Dame noch weiter zu peripherer darzustellen?)


Zwei Antworten und zweimal der gleiche Unterton.... ich hatte es schom beim Schreiben des Postings geahnt, das so etwas kommt. Nun werde ich mich darüber nicht ereifern und gar aufregen, denn ich weiss, das jeder nur so denkt, wie er selbst ist und dies dann leider auf andere projiziert. (Zwischengedanke: Warum eigentlich? Erhöht man sich dabei?)

Und jetzt zum Mitschreiben (auch für die noch kommenden Leser): NEIN ICH BIN ES NICHT ! Ich pflege mich nicht hinter fiktiven Personen zu verstecken und hätte keine Probleme damit zu sagen, dass es mich beträfe. Nur damit kann ich leider nicht dienen. Ich hab' nämlich mein Haus in Ordnung... es ist leer (und das ist auch gut so).

Ich hoffe, dass wir nun nach diesem kurzen Intermezzo wieder zur Sachlichkeit zurückkehren können. Ich bin an Euren Informationen und Meinungen wirklich interessiert, da ich, wie schon gesagt, bei diesem Thema doof, unwissend und unbeleckt bin.

@tom
Du hast bei Deiner Betrachtung eine Ansichtsweise von Westlern, welche Du gleich mal vergessen kannst...

Kannst Du mir mal bitte meine, Deiner Ansicht nach zu westlichen Sichtweise näher erklären?  
« Letzte Änderung: 09. November 2008, 08:04:31 von StrangeFruit »
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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #5 am: 09. November 2008, 08:10:31 »

Guten Morgen Roy.

Auch hier zählt der Schein mit Sanuk verbunden.

Die traditionelle Hochzeit wird immer noch gerne, auch in Bangkok, durchgezogen. Sin sod oder auch Milchgeld ist zunächst mal eine traditionelle Anerkennung der Mühen der Mutter für die Aufzucht der Tochter und damit eine Respektbezeugung. Finde ich persönlich gar nicht sooo schlecht.  

Die traditionelle Hochzeit zählt auch in Bangkok immer noch mehr als das Standesamt, was das gesellschaftlich anerkannte gemeinsame Schlafzimmer betrifft. Das geht quer durch alle Schichten. Nicht nur für die "ärm Lütt". Ich weiss wovon ich rede, denn meine Air Force Familie "couldn´t care less about the paper work". Alles, was zählte, war das Ritual. Punkt.

Das sin sod war in der Tat nur symbolisch. Reine Show für die Nachbarn und Hochzeitsgäste, da es nie den Besitzer wechselte. Aber die unzähligen Fünfhunderter sahen herrlich auf dem Goldteller aus.  ;)

Vor ein paar Jahren habe ich das aber noch anders bei Mädels vom Lande erlebt, die von Kumpels geheiratet wurden. Da wurde richtig gefeilscht. Und wenn die Mutter nicht auf der Höhe war, wurde halt eine Kollegin vorgeschickt, die auch ihren prozentualen Schnitt machen wollte. In Anbetracht der Tatsache, dass eine Partei ein farang war, ging man aber oft sowieso davon aus, dass er über längere Zeit ein guter Versorger der Grossfamilie sei und hat einfach betreffs Höhe des sin sod grinsend nachgegeben.  

Ganz anders allerdings bei Hochzeiten zwischen "Natives", wo ich auch 2, 3 x dabei war. Da wurde im Vorfeld knallhart verhandelt. Ein Clan gegen den anderen. Ein scheitern in Kauf genommen, nur um das Maximum aus der Familie des Bräutigams rauszuholen. Seitdem glaube ich, dass es unter Thais viel härter zugeht, als bei den Mischehen.    

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Horst

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #6 am: 09. November 2008, 08:12:30 »

...
Klar ist jedoch, dass eine Familienernährerin nicht einfach so aus dem Finanzkreislauf gezogen werden kann, ohne das massive Proteste erfolgen. Diese sind meist wirksam. So lässt sich der Farang weichkochen.

Vor wenigen Wochen habe ich etwas erlebt, was ich nie für möglich gehalten hatte.

Ein Kumpel hatte etwas „gebrauchtes“ (26 J.) aus Pattaya geheiratet.
Er war damals sicherlich ein genauso ausgewiesener „Thailandkenner“ wie ich es glaube zu sein.
Sinsod hätte er nie akzeptiert, also gab es das nicht, das heißt, zunächst gab es nichts. …

Allerdings gingen monatlich 20KBaht auf das Konto der buckligen Schwiegermutter.
Das war jedoch nur „symbolisch“ wie mir mein ex-Kumpel erklärte. „Thirak“ arbeitete schließlich in Deutschland, … zunächst für wenig Geld (ca. 1000€pM) , bis die Sprache erlernt war … Saufen und Wettspiele bedurften jedoch keinerlei Sprachkenntnis.

Vor gut zwei Jahren war’s Schluss mit arbeiten, da „Thirak“ an Nierensteinen erkrankt.
Trotz bester medizinischer Versorgung, keine Besserung in Sicht.
Party feiern etc, ging natürlich uneingeschränkt weiter.

Vor einem Jahr trafen wir uns zuletzt auf Urlaub in Pattaya. – Mein Kumpel, obwohl er weit mehr Pattayaerfahrung hatte als „Thirak“ hing am kurzen Zügel, und durfte nur dahin gehen wo Thirak hin wollte. Ich, mit anderen Vorschlägen, war natürlich der böse „Farang ruh maak“, und mein alter Freund durfte letztlich nicht mehr mit mir verkehren.

Das war jedoch kein ernsthaftes Problem für unsere langjährige Freundschaft. Immerhin konnten wir weiterhin „konspirative“ Telefonate führen.

Doch unsere Freundschaft endete endgültig vor wenigen Wochen.
Auslöser war meine unmedizinische Vermutung dass eine Nierensteinerkrankung sich so lang hinziehen könnte.
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Ozone

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #7 am: 09. November 2008, 08:23:27 »

@Horst

Trifft leider vielfach zu. Ich habe Bekannte, die ich ansonsten schätze, bei denen ich ganz klar das Thema Mia aussen vor lasse und sie es in meiner Umgebung auch nicht starten lasse. Weil sie von mir eine Antwort hören wollen, die ich ihnen nicht geben kann und will. Es wird vielfach als Angriff oder Eifersucht (auf was denn?) taxiert.

@Strangefruit

Sinsod ist nicht nur unbedingt eine Tradition vom Isaan. Kenne Beispiele aus thailandweiten Provinzen.

Meine Frau stammt aus dem Süden. Sinsod war in unserem Fall nie ein Thema. Auch von Familienseite nicht. Die waren froh, dass sie mit 30 noch unter die Haube kam. Allerdings unterstütze ich die schwerst gehbehinderte Mutter mit 4000 Baht im Monat. Es ist in 5 Jahren noch nie die Frage nach mehr Geld gekommen. Habe dies aber klarstellen können von Anfang an. Wir wohnen 300 km von der Familie weg. Gut so. Sieht meine Frau gleich. Wären wir in der Nähe ihres Elternhauses, käme jeder der Familie und de Dorfes mit seinem Anliegen zu ihr und brächte sie dann in einen Interessenkonflikt.

Fur mich eine ungeschriebene Regel. Nie niederlassen in der Nähe des Clans. Auch wenn am Anfang alles so günstig scheint und Land (für die Mia) meist viel billiger zu erwerben ist. Die Kosten und Konflikte steigen vielfach von alleine ins Unermessliche.
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somprit

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #8 am: 09. November 2008, 08:24:22 »

…“Sin-sod“ hier im Norden und nicht nur dort, nach wie vor mehr oder weniger offen – meist sehr zu Show gestellt offen – ist Gang und Gäbe.
Mich hat etwas deine Einschränkung
Zitat
…meine Beinahe-Mia-Luang stammte aus gutem Bangkok Haus und da war so was kein Thema (höchstens als "Igitt-igitt").
daher verwundert.

Denn gerade in der „höheren Gesellschaft“ in Bangkok ist dieser Gesichtspunkt „Sin sod“ nach wie vor gesetzte Maßgabe, habe es nicht nur einmal in den letzten beiden Jahren erlebt.
Oftmals, wie bereits geschildert, ist das Sin Sod allerdings schon ein Showgehabe gegenüber der Öffentlichkeit.
Hier in CNX hat eine höhere Polizei-Offizierin geheiratet, einen Dienstgradmäßig ihr unterlegenen Kollegen aus Bangkok.
Er übergab 500.000 Baht, welche er unmittelbar vor dem Show-Teil  von seiner nun endgültig Vorgesetzten überreicht bekam.
Er war zumindest für 30 Minuten glücklicher Besitzer von 500.000 Baht.
Aber selbst in den kleinsten Tagelöhner-Verbindungen sind mir hier im Norden derartige Sin-Sod-Gelegenheiten bekannt und ist es nur ein 1-Baht-Goldkettechen……
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Blackmicha

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #9 am: 09. November 2008, 08:37:40 »

man  soll aber nicht alles glauben was mann sieht !





zu sehen sind 1 Mio THb + 15 baht Gold !

schoener schein ! aber das thai Gesicht  wurde gewahrt !

abzueglich der Partykosten hab ich meinen teil zurueckbekommen ! :D
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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #10 am: 09. November 2008, 08:43:38 »

Liebe Gemeinde, in der Frage bin ich doof. Also erhellt mich bitte...


Ok , .. hier noch eine Erhellung .. :-)

Ich würde kein "Sin Sod"  bezahlen.  Das ist trotz des oft und gern genutzten Verweises auf "thailändischer Tradition" in diesem Fall schon deshalb nicht mehr notwendig , weil auch kein Thai so blöd sein würde , sich eine Frau mit der "Altlast" von 3 Kindern zwecks Eheschließung an Land zu ziehen und dafür den Eltern auch noch eine nennenswerte Summe in die Hand zu drücken.

 Das war ..wenn überhaupt geschehen..  schon Sache des ersten Ehemannes und der wird vermutlich auch ..etwas.. gezahlt haben, als diese Frau vor Jahren auch noch für Thai(männer)augen einen "Wert" als zukünftige Ehefrau darstellte, was inzwischen jedoch nicht mehr der Fall ist.  Das  Angebot an Frauen in gleicher und ähnlicher Situation ist sehr groß;.. die Nachfrage von Thaimännern danach aber gleich Null . Resultat : Marktwert ist NULL ! 

Wenn ein solches "Soderangebot" dann auf Faranginteresse stößt,  ist  Dankbarkeit für Buddhas Güte .. und eine besondere Bescheidenheit statt Geldforderungen die angesagte Verhaltensweise von Eltern und Tochter..

Die Eltern sollten doch glücklich sein..und sie sind es natürlich auch .. , wenn für ihre Tochter die einzige Rettung, nämlich der Farang,  tatsächlich bereits in Griffweite ist.  Die Tochter weiß das selbstverständlich auch, denn sie kennt längst auch ihren geringen "Stellenwert" in der thailändschen Gesellschaft.

Sie wird also ..zunächst.. alles Erdenkliche tun, um den Farang nicht wieder zu verlieren und dieser wird das als "Liebe" empfinden und absolut nicht nicht von einem aus der Not geborenen "Mittel zum Zweck" unterscheiden können, welches in sehr vielen Fällen der einzig wahre Beweggrund für eine Thaifrau ist,  sich einem Farang zuzuwenden. 

Damit läßt sich aber leben, so lange die Frau sich so verhalten kann, wie es der Farang von ihr erhofft hat.  Der "Retter" der Thaifrau sollte daher möglichst frühzeitig in Erfahrung bringen , wie sich die Frau verhalten wird,  wenn es darum geht,  ihre zukünftige deutsche Familie von finanziellen Belastungen durch Mitglieder ihrer Thaifamilie zu schützen.

Dazu gehört nämlich auch, daß sie ihren Eltern sofort ganz klar und deutlich erklärt, sie sollten nicht davon ausgehen, daß der Farang so blöd sei,  ihnen auch noch Geld dafür zu zahlen,  daß er ihrer in "Thai-Ehen" bereits schwer gescheiterten Tochter ein zukünftig finanziell sorgenfreies Leben ermöglichen darf. 

Ziemlich blöd wäre der Farang zwar bereits , da er sonst garantiert nicht die enorme Last auf sich laden würde, neben einer  Thaifrau zukünftig auch noch die von im absolut nicht "verschuldeten" 3 Kinder ernähren zu müssen, ..

.. aber das würde jetzt wirklich schon reichen und so ein bemerkenswertes Engagement (wahrscheinlich Testosteron-gesteuert..)  müsse nicht noch unbedingt durch eine "Sin sod" - Brautgeldzahlung von "ziemlich blöd" auf "total bescheuert"  gesteigert werden.   ;D

Nachdem der Farang der Thaifrau diese Sachen richtig "verklickert" hat, sollte er sich auch entsprechend zurückhaltend bei seinen Zahlungen verhalten und genau beobachten, wie der Thai-Verein darauf reagiert. 

Sollte er den Eindruck haben, daß die bei den Thais sehr beliebte Jagd auf Faranggeld nicht unverzüglich abgeblasen wird, dann  besser Finger weg und weitersuchen.. , bzw. sich von anderen Thaifrauen finden lassen,  die möglichst nicht schon von Anfang an mit schweren Altlasten beladen sind.

Ein häufig aus finanziellen Gründen zu erwartendes späteres Scheitern einer voreilig geschlossenen Ehe geht nämlich für "deutsche Emanzenstaatler" stets mit größeren und oft existenzbedrohenden TEuroverlusten einher .  Das Risiko auf Thaiseite tendiert dagegen gegen Null,  d.h. es kann von ihnen eigentlich nur gewonnen werden, wenn eine Farangfliege im oft geschickt geknüpften Thainetz zappelt..  8)

  Hier steht auch noch einiges zum Thema drin..
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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #11 am: 09. November 2008, 08:57:31 »

@Somprit,

volle Zustimmung. Rituale sind auch in der HiSo äusserst wichtig und nicht etwa "iggitt". Das wäre ja völlig unthai. Dort erfüllen sie zwar nicht mehr den ursprünglichen Zweck, aber die Show verlangt manchmal horrende cash Summen, damit der sin sod Teller unvergesslich bleibt und die Augen der Gäste ins Träumen geraten. Investment Papiere, Aktien oder Bankbücher dürfen es auch sein, aber immer begleitet von echten Scheinen, damit das Geld dahinter sichtbar ist.

Am Abend geben sich die Herren zwar gerne im feinen Grauen oder Schwarzen mit weissem Hemd und Krawatte und die Damen sich im luftigen Designerkleidchen, aber das Ritual vom Morgen wird in traditioneller Kleidung durchgeführt.

Da mein "God father" bei unserer traditionellen Hochzeit ein hohes Tier ist, war ich selber schon zu solchen Gelegenheiten eingeladen. Mein lieber Schwan. Da wird ein ganzes Stockwerk im Hyatt gemietet und man redet mit Leuten, die nicht sagen, was sie sind. Aber am Morgen ist Tradition ist alles. Nur am Abend wird der coole Hengst im westlichen Sinne rausgehängt.
  
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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #12 am: 09. November 2008, 09:00:07 »

Passt, Blackmicha.  ;D
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Roy

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #13 am: 09. November 2008, 11:29:57 »

Blackmicha: Genau DAS Foto brauchte ich für meine Broschüre, die Kubo so schön werbewirksam präsentiert hat (hier sind aber nur Kiniaus, die kaufen nichts...).

Nochmals SORRY, dass ich Dich mit dem "Wurstblatt-Micha" vom Top Resort verwechselte... Tut mir wirklich leid. Aber deshalb kein Themenwechsel, nur by the way.
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StrangeFruit

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Re: Sin sod - gängig oder überkommen?
« Antwort #14 am: 09. November 2008, 12:25:21 »

Jetzt habt Ihr mich aber wirklich sehr überrascht mit der grossen Zahl sachlicher Information in so kurzer Zeit und ich danke Euch dafür. Jetzt blicke ich ein wenig mehr durch und kann so ein wenig besser berichten, erklären, raten. Mir war gar nicht bewusst, wir sehr diese Tradition immer noch dazugehört und an einer auf Hochzeit, wo ich es als Gast hätte selbst sehen können, war ich nie. Wenn Dich, Somprit und Dich, Profuuu das "Igitt, igitt" irritiert hat, so kann ich dies leicht erklären. Meine Beinahe-Familie gehörte zwar zur BKK HiSo, waren aber äusserst westlich orientiert, Business in London, beide Töchter nur europäische Schulen und Uni-Abschluss auf der Sorbonne. Als wir nach fast 4 Jahren des Zusammenlebens (auch zimlich unthai) und Herumzigeunerns dann in BKK heiraten wollten, war diese Sache nur einmal Thema, nämlich als Kajii ihren Eltern kategorisch beschied: "Aber ohne diesen ganzen archaischen Zinnober." Seitdem war für mich das Sin sod nur noch eine Sache aus der Abteilung Folklore, Unterabteilung Theorie und höchstens noch praktiziert im Hinterland (ohne hier jemandem nahe zu treten zu wollen ;)). So kann man sich täuschen und man lernt nie aus. Die Bilder, Blackmicha, waren sehr nett, mit Datum, besser kann der Beweis der Aktualität nicht ausfallen... Die Tip-Broschüre, Kubo, die hab' ich selber, schon seit langem und mit grösstem Vergnügen gelesen. Aber die kann ich denen doch nicht geben.... dann vergehen die doch vor Sorge um den Knaben. Ausserdem müsste ich sie ja erst auf französisch übersetzen.... oder hättest Du Interesse Roy?

So.... und nun werde ich erst noch mal gut darüber nachdenken, eine praktikable Lösung austüfteln und diese dem Neffen nebst Familie nahelegen. Aber ich befürchte schon, ich muss da nochmal an die Front. Das kriegt der Knabe (wer hatte da was von "Testosteron gesteuert" gesagt) wahrscheinlich gerade deswegen nicht gebacken. (Warum müssen solche Leute eigentlich immer über ihren eigenen Schw... stolpern? Kann mir das hier mal einer sagen?)
« Letzte Änderung: 09. November 2008, 12:29:24 von StrangeFruit »
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