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Autor Thema: Wie funktioniert das mit den Bitcoins  (Gelesen 4499 mal)

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dbunkerd

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Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« am: 26. August 2014, 17:47:09 »

In einem anderen Thread wird längst über etwas debattiert, was mit dem Thema dieses Threads nichts mehr zu tun hat. Deswegen mache ich jetzt einen eigenen auf. Hier kann trefflich weiter über alternative Wirtschaftsformen gesprochen werden.

Da Bitcoins etwas mit Informatik zu tun haben, habe ich vor ein paar Jahren damit begonnen, mich mit Fragen der Wirtschaft, Währungsfragen usw. zu beschäftigen. Vorher hat mich das alles nie sonderlich interessiert, war mir zu trocken.

Also... Geld funktioniert nur, wenn die Geldmenge begrenzt ist und somit jeder bemüht ist, es zu bekommen. Idealerweise dadurch, dass er durch Arbeit etwas zur Volkswirtschaft beiträgt und dafür bezahlt wird. Dann hat er Geld womit er anderen etwas abkaufen kann, was er selbst braucht. Ist die Geldmenge nicht system-immanent begrenzt, ist das Geld wertlos, weil jeder welches "machen" könnte. Es ist zwar verboten, Euros zu drucken, aber Banken erschaffen Geld aus dem Nichts. Wer's nicht glaubt, dem belege ich das gerne.

Bitcoins existieren nur virtuell. Sie werden durch das Lösen sehr komplizierter mathematischer Aufgaben "erzeugt". Aufgaben, die nur sehr schnelle Chips lösen können, in der Regel sind das heute Grafikkarten-Chips. Auch ist sichergestellt, dass es erstens immer länger dauert bis neue Bitcoins gefunden sind und zweitens die maximale Anzahl begrenzt ist. Da man Bitcoins nur elektronisch verwenden kann, ist die Stückelung egal. Wenn etwas 0,0000032 Bitcoin kostet, dann kann man mit diesen Werten leicht umgehen.

Bitcoins haben auch einige Nachteile, auf die ich gerne zu sprechen komme, aber später. Mir war nur wichtig, dass der Thread erstmal da ist.
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arthurschmidt2000

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #1 am: 26. August 2014, 18:56:01 »

Damit wir etwas mehr Futter in diesen Thread bekommen, und nicht gleich den einen oder anderen verstören, ein kurzer und sehr einseitiger  Abriss aus der Geschichte der Banken.

Als das Geld noch Gold war, bemerkte man ganz schnell, dass ein steigendes Handelsvolumen auch eine größere Geldmenge erforderte. Goldenes Geld konnte das nicht, also sann man auf Abhilfe.

Neudeutsch heißt das, die in einer Volkswirtschaft erforderliche Geldmenge ist nie konstant sondern vor allem konjunkturabhängig. Aber es gilt auch, je weiter die Arbeitsteilung fortschreitet, umso mehr Transaktionen sind erforderlich, Transaktionen, die finanziert werden müssen. Früher sprach man dann von einem blühenden Handel.

Die Finanzierung erfolgt damals wie heute über Geldschöpfung. Geldschöpfung aber funktioniert nur dann ohne schädliche Nebenwirkungen, wenn geschöpftes Geld  wieder vernichtet wird. Das geht leider nur so, indem Kredite getilgt werden. Gerade letzteres scheint mir heute ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein.

Ich habe meine Darstellung bewusst auf die Zeiten beschränkt, als Geld noch Gold war. Oder besser, Zeiten, in denen die meisten glaubten, Geld sei Gold.

Banken sind in etwa zeitgleich mit der Erfindung des Geldes entstanden. In der Literatur wird als wohl ältestes Institut der Tempel von Uruk genannt, der so 3300 vor Christus Bankgeschäfte betrieb und das Britische Museum zeigt voller Stolz Tontafeln der Bank Söhne des Egibi aus der Zeit der Assyrer.

Damals war bares Geld aus Edelmetallen geprägt jedoch damals wie heute  war der Transport dieser Metalle sehr gefährlich.

Also stellte die Filiale der Bank Söhne des Egibi in Assur gebrannte Tontafeln aus, die die Filiale dieser Bank in Babylon einlöste. Da der Handel in beide Richtungen lief, kauften die Händler in Babylon Tontafeln dieser Bank, um sie dann in Assur einlösen. Das Interessante daran,  Egibi und Söhne merkten, dass sie für ihr Tagesgeschäft viel weniger Gold benötigten, als sie für ihre Tontafeln erhalten haben. Vielleicht hatten die damals schon die Idee, das für ihr Tagesgeschäft nicht benötigte Gold gewinnbringend zu verleihen. Aber darüber haben wir keine Berichte.
 
Berichte haben wir aus dem alten Griechenland.

Dort gab es Banker, die gegen ein Entgelt Edelmetelle in Verwahrung nahmen. Eigentlich war es ihnen verboten, mit diesem Vermögen eigene Geschäfte zu betreiben, aber auffallen tat das nur wenn der Banker pleiteging und außerdem waren die Banker hoch angesehene Leute, die so viel öffentliches Vertrauen genossen, dass ihnen die Menschen ihr Geld anvertrauten.

Und die Versuchung war natürlich riesengroß, sehr riskante Geschäfte zu finanzieren. Der Gewinn blieb ihnen und die Einleger trugen das finanzielle Risiko.

Natürlich merkten die damals Regierenden, dass diese Banker die erstaunliche Fähigkeit besaßen, Geld aus dem Nichts zu schaffen, indem sie einfach ihnen anvertrautes Geld ausliehen und dabei auch noch reich wurden. So gründeten dann auch die Ptolemäer in Ägypten die erste staatliche Bank. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass auch die ihnen zur Aufbewahrung gegebenes Geld für eigene Geschäfte (mis) brauchte.

Aber die damals Regierenden entdeckten auch, dass die merkwürdige Fähigkeit der Banker, Geld aus dem Nichts zu schaffen, eine ergiebige Quelle der alternativen Staatsfinanzierung ist.

So musste die einstmals berühmte Bank der Fugger ihre Schalter schließen, als die Krone ihre Zahlungen einstellte.

Das ging dann so weit, dass in Zeiten der Not die Edelmetalle der Bank beschlagnahmt wurden und sie als Gegenleistung eine Schuldverschreibung erhielt. Damals nannte man das, es wurde mit Tinte bezahlt.

Selbst die damals hochangesehene Bank von Amsterdam, die weder Kredite gewährte noch Wechsel diskontierte und nur den Zahlungsverkehr abwickelte, scheiterte nach rd. 200 Jahren erfolgreicher Geschäftstätigkeit, als die Stadt Amsterdam in Zeiten der Kriegsnot Bares brauchte und auf die Reserven gemünzten Geldes dieser Bank zurückgriff.

Und im 19. Jahrhundert gestaltete John Law das französische Bankensystem zum Wohle der Staatsfinanzen so um, dass in Frankreich noch lange Zeit später die Worte Betrug und Bank synonym gebraucht wurden.

Ausdrücklich verweise ich darauf, dass damals Konjunkturprogramme und dergleichen völlig unbekannt waren und es auch keine Sozialstaaten zu finanzieren galt.

Aber das erklärt dann sehr gut, warum Banken heute noch sehr viele Freiheiten genießen.

Übrigens:

Der Papst Callixtus I (gestorben 223) begann seine Karriere als  Banker, der die Gutgläubigkeit seiner christlichen Mitbrüder fuer Spekulationsgeschaefte auf eigene Rechnung ausnutzte und dabei bankrottging. Da er später als Märtyrer starb wurde er heiliggesprochen. Seine Karriere hätte ihn eigentlich zum Schutzheiligen der Bankiers prädestiniert.

Würde das Neue Testament heute noch einmal übersetzt, wäre da nicht von Geldwechslern sondern richtigerweise von Bankern die Rede.

« Letzte Änderung: 26. August 2014, 19:03:31 von arthurschmidt2000 »
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dbunkerd

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #2 am: 26. August 2014, 19:04:12 »

Also, wie gesagt, machen wir hier weiter um den anderen Thread bei seinem Thema zu lassen. Geldpolitik passt perfekt zu den Bitcoins.  :)

Zitat
Ich habe noch nie gesehen, dass ein Tier irgendwo Miete zahlt oder eine Kreditkarte zückt um sein Fressen zu bezahlen.

Richtig, wenn der Loewe Hunger hat, dann frisst der Dich.

Es ist nicht gesagt, dass er mich frisst. Er frisst irgendjemand. Fressen und gefressen werden ist ein Gesetz der Natur und kann schon deshalb kaum unmoralisch sein. Wichtig scheint mir nur, dass zumindest eine Chance besteht, nicht gefressen werden. Bei Banken hat man diese nicht (mehr).

Auch hier ist es wieder alles ganz einfach. Gäbe es keine Zinsen, gäbe es auch keine Kredite.

Das trifft nur zur, wenn man Geld als etwas Abstraktes sieht, oder als Selbstzweck gewissermassen. Es trifft aber nicht zu, wenn Geld als so etwas wie ein Rohstoff wie Kupfer, Eisen oder Getreide gesehen würde. Die Bank, als Dienstleister, "verkauft" Geld (als Kredit) und verlangt dafür einen Preis, den sie ja braucht wie jeder andere, um davon leben zu können. Wesentlich dabei ist aber, dass die Bank dieses Geld wieder ausgeben muss, weil sie davon lebt. Und es eben nicht dem Kreislauf entzieht und es somit unmöglich macht, die Schulden nebst Zinsen zurück zu zahlen, weil es ja gar nicht da ist.

Das ist übrigens nicht meine geniale Erfindung, sondern das war genau so früher einmal. Bis es schließlich für die Banken gar nicht mehr um Geldverdienen ging, das interessiert die nämlich gar nicht. Es geht unterdessen um Macht. Und die behält man am ehesten, wenn man im alleinigen Besitz des Druckmittels ist. Geld.
« Letzte Änderung: 26. August 2014, 19:17:50 von dbunkerd »
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dbunkerd

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #3 am: 26. August 2014, 19:12:09 »


Die Finanzierung erfolgt damals wie heute über Geldschöpfung. Geldschöpfung aber funktioniert nur dann ohne schädliche Nebenwirkungen, wenn geschöpftes Geld  wieder vernichtet wird. Das geht leider nur so, indem Kredite getilgt werden. Gerade letzteres scheint mir heute ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein.

Naja sicher ist die Rückzahlung wichtig. Das ist aber nicht in Vergessenheit geraten, sondern durchaus gewünscht. Dadurch erlangt man die Macht, die man eigentlich will.

Die Geldmenge erhöht sich zwangläufig durch Produktion, dann ist das gesund. Zinsen und Zinseszinsen sind krank, wenn sie nicht mehr erwirtschaftet werden können. Es ist doch ein Unding, dass die Deutsche Bank mit weniger als 3% Eigenkapital arbeitet und sich dann bei Forderungen nach mehr, hinstellt und sagt "ja woher sollen wir denn das nehmen?". Wenn das ein Handwerker macht, ist der längst pleite. Darüber hinaus hat die Politik jeden Einfluss auf die Banken verloren.
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arthurschmidt2000

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #4 am: 26. August 2014, 20:26:02 »

Zitat
Dadurch erlangt man die Macht, die man eigentlich will.

Das ist keine Machtfrage, das System der Geldschöpfung funktioniert nur dann, wenn geschöpftes Geld durch Tilgung der Kredite wieder vernichtet wird. Wäre das anders, könnte man auf Steuern verzichten und stattdessen den Laden kreditfinanzieren.

Kauft jemand sein Traumhaus, muss er die Zinsen mit einkalkulieren. Gäbe es keine Zinsen, die Nachfrage nach Traumhäusern wäre riesig. Will die eine Bank dann ihr Geld zurück, darf sie das nicht, weil sie damit eine ungerechtfertigte Macht ausuebt.

Zitat
Zinsen und Zinseszinsen sind krank, wenn sie nicht mehr erwirtschaftet werden können

Umgekehrt wird ein Schuh draus, wären  Banken bei der Kreditvergabe vorsichtiger, hätten sie  davon abgesehen, ein solches Vorhaben zu finanzieren. Eine Investition, die sich nur unter sehr glücklichen Umständen rechnet, sollte besser unterbleiben. Und letztlich trägt in unserer Wirtschaftordnung der Investor das Risiko einer Fehlinvestition. Ist für den dann Genuss ohne Reue angesagt, siehe Traumhaus.

Und dass Regierungen über Zinsen stöhnen, wenn sie sich z.B. Geld leihen, um eine Fußball Weltmeisterschaft zu veranstalten oder ein Loch in der Rentenkasse zu stopfen, ist lächerlich.

Regierungen haben grundsätzlich immer die Möglichkeit, sich über Steuern zu finanzieren. Das scheuen die aber wie der Teufel das Weihwasser, denn dann würde sofort dem Dümmsten klar, was das alles wirklich kostet.

Der wichtigste Grundsatz der Nationalökonomie lautet, there is no such thing as a free lunch!

Zitat
Darüber hinaus hat die Politik jeden Einfluss auf die Banken verloren.

Ich tippe da eher auf eine heimliche Komplizenschaft. Siehe meine kurz gefasste Geschichte der Banken.




« Letzte Änderung: 26. August 2014, 20:49:34 von arthurschmidt2000 »
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namtok

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #5 am: 26. August 2014, 20:55:06 »

 ???  Hatte die Deutsche Bank jemals  

weniger als 3% Eigenkapital


Kurz vor dem neuesten "Banken-Stresstest" wurde auf über 10 %  aufgestockt.

Durch die Basel - Bankenregelungen ist  sinnvollerweise mit den grössten Auswüchsen Schluss und eine "bilanzbetrugssichere" zweistellige Eigenkapitaldecke Pflicht.
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dbunkerd

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #6 am: 26. August 2014, 21:11:34 »

Kauft jemand sein Traumhaus, muss er die Zinsen mit einkalkulieren. Gäbe es keine Zinsen, die Nachfrage nach Traumhäusern wäre riesig. Will die eine Bank dann ihr Geld zurück, darf sie das nicht, weil sie damit eine ungerechtfertigte Macht ausuebt.

Du musst irgendwie ein (ehemaliger?) Kaufmann oder ein Banker sein. Oder irgendwas in der Richtung, jedenfalls einer von der alten Schule, mit Kaufmannsehre im Leib. Nur wir reden aneinander vorbei... Du redest von konventioneller Finanzierung. Da ist klar, dass man das zurückzahlen muß und rechnen können muß, bevor man einen Vertrag unterschreibt. Das ist ja alles richtig. Wie sollte das auch anders gehen? Wenn ich ein Traumhaus will und ich kann meine Verpflichtungen nicht erfüllen, dann kann ich schlecht dem Staat, der Bank, dem System oder dem heiligen Geist die Schuld geben, sondern es ist meine eigene, weil ich einfach ein Ar.schloch bin. Darum geht es doch überhaupt nicht.

Lehman's Pleite vor ein paar Jahren. Immobilienblase. Da hat man Kredite vergeben, obwohl man genau wusste, dass die Leute das niemals werden zahlen können. Dann hat man die Kreditverträge verkauft, "todsichere Finanzprodukte und Geldanlagen" - erneut wider besseres Wissen, auch an andere Banken, Zockerei reinsten Wassers. Die WestLB war da auch dabei, glaube ich. Die Papiere hatten angeblich 1a Qualität, obwohl sie nichts als Schrott waren - wie sich später auch herausgestellt hat. Die Leute hat man aus den Häusern vertrieben und jetzt stehen sie leer und verfallen. Was hat das denn noch mit einem seriösen Bankgeschäft zu tun? Dann hat man die Bad-Banks "erfunden". Minus mal Minus gibt Plus, wie man offenbar hofft.

Afrikanische Staaten haben Kreditsummen schon mehrfach zurückgezahlt, trotzdem zahlen sie immer weiter und weiter, die Zinsen und Zinseszinsen für den immer gleichen Kredit, bis zum jüngsten Tag. So ging es übrigens auch vielen überschuldeten Privatleuten, bevor der deutsche Staat gegen erheblichen Widerstand die Privatinsolvenz eingeführt hat, vor was weiß ich wieviel Jahren.

Derivate, Leerverkäufe, Spekulationen auf Gott und die Welt. Zockerei. Darum geht es! Das hat nichts - aber nicht das Geringste mit Bank-Aufgaben etwas zu tun!

http://www.welt.de/finanzen/article131587891/Wall-Street-setzt-Milliarden-auf-Europas-Abstieg.html

Wie vereinbarst Du das mit Deiner "Kaufmannsehre"?  ;)

http://www.welt.de/wirtschaft/article131464451/Der-Euro-muss-weg-fuer-Europas-Aufschwung.html

Ich schreibe jetzt meinen Bitcoin-Artikel fertig, dann sehen wir weiter.

Kurz vor dem neuesten "Banken-Stresstest" wurde auf über 10 %  aufgestockt.

Na prima! Endlich. Aber wenn's aufgestockt wurde, dann muss es ja vorher wohl weniger gewesen sein. Und zwar nicht nur 0,2% - sonst hätte man sich die Aktion gleich sparen können. Links wären da übrigens mal gut.
« Letzte Änderung: 26. August 2014, 21:43:40 von dbunkerd »
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namtok

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #7 am: 26. August 2014, 21:28:28 »

Tier-1-Kernkapitalquote :  14,7 %  Vorjahr 12,8 %

Tier-1-Kapitalquote  :       15,5 %      """     16,9 %

https://geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2014/q2/zahlen-und-fakten.html
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arthurschmidt2000

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #8 am: 26. August 2014, 21:56:36 »

Ich habe meinen kurzen Abriss über die Geschichte der Banken vor allem auch deshalb geschrieben, um zu zeigen, dass solche Praktiken seit mehreren 1000 Jahren vorkommen.

Interessanterweise ist es noch nie gelungen, die abzustellen. Daraus schließe ich eine heimliche Komplizenschaft zwischen Politik und Banken.

Und auch mit Strafen war es nicht so einfach.

Ich meine, dass im 15./16. Jahrhundert irgendwo in Spanien Bankern, die pleitegingen, die Todesstrafe drohte. Da die Banker in aller Regel eher von ihrer Pleite wussten als die Behörden, hauten die einfach ab. 

Zitat
Die WestLB war da auch dabei, glaube ich

Aber selbstverständlich doch. Abgehalfterte Politiker sitzen dort in Führungspositionen. Denen kann man so etwas andrehen. Und auch die anderen damals hauptsächlich betroffenen Deutschen Banken waren entweder im Staatsbesitz oder mit einem hohen staatlichen Einfluss.

Zitat
Afrikanische Staaten haben Kreditsummen schon mehrfach zurückgezahlt

Auch Staaten können Konkurs anmelden. Warum die das nicht gemacht haben, weiß ich nicht.

Wenn Du ein Haus auf Kredit kaufst, zahlst Du auch nach Deiner Rechnung den ursprünglich kreditierten Betrag auch mehrfach.

Der Ökonom spricht davon, dass Gegenwartsgüter höher geschätzt werden als zukünftige. Und das hat seinen Preis.

Kannst Du mir heute 1000 Euro leihen? Ich zahle sie in 5 Jahren zurück.
« Letzte Änderung: 26. August 2014, 22:14:18 von arthurschmidt2000 »
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dbunkerd

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #9 am: 26. August 2014, 22:08:42 »

Interessanterweise ist es noch nie gelungen, die abzustellen. Daraus schließe ich eine heimliche Komplizenschaft zwischen Politik und Banken.

Das ist ein guter Punkt. Diese Komplizenschaft schließe ich auch nicht aus. Das alles ist viel zu sehr verflochten und undurchsichtig. Überdies ist das Geschwafel (nicht Deins) von Betriebswirtschaftlern dermaßen verqast, dass normale Menschen immer das Gefühl haben, zu dumm zu sein, es zu verstehen. Das ist aber nicht so. Physik, Chemie, Mathematik, Informatik. Immer kann ein Profi Vorgänge in diesen Disziplinen mit einfachen Worten so erklären, dass ein Laie zumindest das Prinzip versteht. Nur in der Finanzwelt geht das nicht. Die Globalisierung und der elektronische Zahlungsverkehr tut ein übriges. In Zehntelsekunden werden Milliarden hin und hergeschoben, auf eine Art und Weise, dass man hinterher absolut jede These damit stützen kann und seien die einzelnen noch so diametral.

Es muß Transparenz her. Und die Verantwortlichen gehören in den Knast und nicht mit Wattebällchen beworfen. Ich werde nie mehr das Viktory-Zeichen von Josef Ackermann im Mannesmann Prozess in Düsseldorf vergessen. Ach ja... und die "Peanuts" von Hilmar Kopper, die Dutzenden von kleinen Geschäftsleuten die Existenz gekostet hat. Meine Fresse.
« Letzte Änderung: 26. August 2014, 22:19:21 von dbunkerd »
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namtok

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #10 am: 26. August 2014, 22:14:34 »

Die Lehmann - Krise war sicher der grösste "Banken-Stresstest" der letzten Jahrzehnte.  

Hypo Real Estate: Vollverstaatlicht und nur so vor Pleite gerettet

Commerzbank: Teilverstaatlicht und auf Kosten der Aktionäre saniert

Deutsche Bank: Staatshilfe abgelehnt und aus eigener Kraft gestemmt


Während der Asienkrise war dbunkerd offenbar noch nicht in Thailand   :-)  

Da waren  alle Grossbanken kräftig am schwimmen ( bei fast 50 % "faulen Krediten" und negativem Eigenkapital)
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dbunkerd

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #11 am: 26. August 2014, 22:26:46 »

Hypo Real Estate: Vollverstaatlicht und nur so vor Pleite gerettet
Commerzbank: Teilverstaatlicht und auf Kosten der Aktionäre saniert
Deutsche Bank: Staatshilfe abgelehnt und aus eigener Kraft gestemmt

Mir kommen gleich die Tränen und ich überweise 100 Euro an die Deutsche Bank. Nicht, dass die da noch hungern müssen. Obwohl, eigentlich vielleicht doch nicht:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/garantien-deutsche-bank-denkt-doch-an-staatshilfe-1710956.html
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Joe-Ackermanns-Deutsche-Bank-nimmt-nun-doch-Staatshilfe-an/story/28870545
http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-602396-4.html

Während der Asienkrise war dbunkerd offenbar noch nicht in Thailand   :-)  

Nein, in der Tat nicht.
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namtok

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #12 am: 26. August 2014, 22:42:51 »

wobei der letzte Artikel die  beiden früheren klarstellt, dass dass keine Hilfe in Anspruch genommen wurde, auch wenn das die Wochen davor "angedacht" wurde.

Der zweite Link- und Überschriftsname ist an sich  gar eine "bewusste" Irreführung, da im Artikel selbst etwas anderes steht...  {--
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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #13 am: 27. August 2014, 02:38:11 »

Ach ja... und die "Peanuts" von Hilmar Kopper, die Dutzenden von kleinen Geschäftsleuten die Existenz gekostet hat.

Das war ja wohl ein bisschen anders.
Zwar sind Banken wahrlich kein Hort von unschuldigen Engeln, aber es war der Baulöwe >>Jürgen Schneider<<, der Anfang der 90er etliche Firmen in den Ruin trieb, auch einige Firmeninhaber in den Selbstmord, diverse Immobilienverkäufer und Banken prellte und nebenbei auch der Deutschen Bank einen Schaden von 50 Millionen D Mark schaffte.
Und diese Schadenssumme nannte Hilmar Kopper 1994 als Vorstandssprecher damals "Peanuts".
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dbunkerd

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Re: Wie funktioniert das mit den Bitcoins
« Antwort #14 am: 27. August 2014, 06:25:06 »

wobei der letzte Artikel die  beiden früheren klarstellt, dass dass keine Hilfe in Anspruch genommen wurde, auch wenn das die Wochen davor "angedacht" wurde.

Ja, ich habe die Artikel schon gelesen. Interessant ist aber doch das HickHack bei solchen Dingen. Rein in die Kartoffeln und wieder raus... So dass am Ende ja keiner mehr durchblickt. Auch sollte man mal bedenken, was man alles (noch) nicht erfahren hat. Aber gut, das ist nicht wirklich ein Argument, das gebe ich gerne zu. Eins steht aber fest, mein Vertrauen in die Finanzwirtschaft samt Politiker dieser Erde tendiert unterdessen gegen Null und das aus gutem Grund.

Der zweite Link- und Überschriftsname ist an sich  gar eine "bewusste" Irreführung, da im Artikel selbst etwas anderes steht...  {--

NEIN !?

Bewusste Irreführung? Wirklich? Im Verschwörungstheoretiker Thread lese ich immer, dass das die "freie unabhängige" Presse nicht tut, weil das bäh ist und überhaupt... Der "Bankenlobby" hier im Forum ist aber auch wirklich jedes Mittel recht.  :D Moderator, -> VT-Thread, bitte. Du siehst, das ist immer so eine Sache, mit den Argumenten und den Links. Oft nützen sie einem, oft auch nicht. Q.E.D.

Zwar sind Banken wahrlich kein Hort von unschuldigen Engeln, aber es war der Baulöwe >>Jürgen Schneider<<, der Anfang der 90er etliche Firmen in den Ruin trieb, auch einige Firmeninhaber in den Selbstmord, diverse Immobilienverkäufer und Banken prellte und nebenbei auch der Deutschen Bank einen Schaden von 50 Millionen D Mark schaffte.
Und diese Schadenssumme nannte Hilmar Kopper 1994 als Vorstandssprecher damals "Peanuts".

Hilmar Kopper bezeichnete 1994 auf einer Pressekonferenz die Schadenssumme von ca. 50 Millionen DM, die den von Immobilien-Pleitier Jürgen Schneider beauftragten Handwerkern (nicht die gesamte Schadenssumme) entstanden war und die die Deutsche Bank bezahlen würde, als "Peanuts".
Diese Anmerkung habe ich vorher auch nur gemacht um zu verdeutlichen, wie sehr es diese Typen interessiert, wenn da ein paar Handwerker kein Geld bekommen. -> Peanuts eben.

Ich weiss schon noch, wie das war. Und ich weiss auch, dass es Jürgen Schneider war, der Schaden verursacht hat. Aber so ganz genau hingeschaut haben sie dann ja wohl doch nicht, die altehrwürdigen Banker, bei der Kreditvergabe. Da kontrolliert man bei einem 5.000 Euro Dispo dann schon wesentlich genauer. Schon weil sich da wohl die Gier doch noch etwas in Grenzen hält.

Ich war Baulöwe Dr. Jürgen Schneider (fünf Teile, galube ich)
« Letzte Änderung: 27. August 2014, 06:40:43 von dbunkerd »
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