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Autor Thema: Wien,Wien,nur du allein  (Gelesen 11174 mal)

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Kern

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #15 am: 07. Oktober 2016, 03:51:02 »

Das sind auch für relative "Nordlichter" herrliche österreichische Schmankerln.  :-) ...  ;D ...  :D

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malakor

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #16 am: 07. Oktober 2016, 07:00:01 »

Das sind auch für relative "Nordlichter" herrliche österreichische Schmankerln.  :-) ...  ;D ...  :D

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Und fuer absolute Nordlichter herrlich zu lesen.
Ich war noch nie in Wien.
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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #17 am: 12. Oktober 2016, 08:42:16 »

Man koennte ein Buch darueber schreiben,wie sich Wien
staedtebaulich entwickelt hat.

Von der roemischen Legionaersanlage ueber die Residenz-
stadt zur europaeischen Vorzeigestadt,die Massstaebe im
sozialen Wohnungsbau setzte bis hin zum modernen Wien.

Jahrhundertelang war Wien als "Stadt" auf knapp 1 Km2 ein-
gepfercht,bis sich der Kaiser Franz Josef doch entschliessen
konnte,die Stadtmauern schleifen zu lassen und damit nicht
nur einen Bauboom ausloeste,sondern auch das Zusammen
wachsen der Stadt mit dem umliegenden " Doerfern" beguenstigte.

Wien sollte um 1900 vorbereitet werden,Lebensmittelpunkt
fuer 4 Millionen Einwohnern zu werden.

Das schaffte man zwar nicht,weil ungluecklicherweise die Monarchie
zusammenbrach,aber die Versorgung und Unterbringung von
etwas ueber 2 Millionen,fuehrte dazu,dass ein gemeindeeigenes
Wohnbauprogramm gestartet werden musste.

Das bekannteste Bauwerk war/ist der Karl-Marx-Hof und noch heute
eines der groessten "Wohnhaeuser" von Wien.

In der Architektur der damals entstandenen "Hoefe" kennzeichnet
sich die politischen Gespaltenheit ab.

Die Bauwerke wurden "burgenartig" angelegt um sie leichter ver-
teidigen zu koennen.Nicht etwa gegen Tuerken,sondern gegen die
Christlichsozialen,die dem Proletariat feindlich gegenueberstanden.

Der Zutritt zu den Wohnungen war nur hofseitig moeglich und in die
Hoefe kam man nur durch Torboegen,die leicht zu verrammeln waren.

Die Wohnungen zeichneten sich durch unglaublichen Luxus aus.

Wasser und Toilette alles in der eigenen Wohnung,dazu eine Wasch-
kueche im Souterrain und begruente Innenhoefe mit Sitzgelegenheiten.

Das stand ganz im Gegensatz zu den Wohnungen der (privaten) Haus-
besitzern,auch Bassenawohnungen genannt,mit Klo am Gang und mit
der Bassena ebendort.

Das gemeindeeigene Wohnbauprogramm wurde bis in die spaeten 70.
Jahre fortgesetzt und fand mit der Errichtung der Rennbahnsiedlung
einen fragwuerdigen Hoehepunkt.

Damals ganz weit draussen in Kagran,wo ein normaler Wiener nicht
einmal begraben sein wollte,entstand eine Wohnanlage mit 2.424 Wohn-
ungen und war ab den ersten Moment,wo sie bezogen wurde,ein so-
zialer Brennpunkt.

Drei Geschehnisse kennzeichnen dies.

Ein Mieter hielt sich in seiner Wohnung ein Pferd und in dieser Anlage
geschah ein Verkehrsunfall,der einzigartig in Oesterreich ist.

Im 3.Stock einer Stiege fuhr ein Mieter seinen Nachbarn mit einem
Moped nieder.Es ist der einzige Verkehrsunfall,der sich innerhalb eines
Gebaeude ereignete.

Auch das bekannteste Entfuehrungsopfer,Frau Natascha Kampusch
wohnte dort.

Der Aufbruch zum modernen Wien muss noch ein bisschen warten
und wenn man will,schreibe ich demnaechst darueber.

Jock



« Letzte Änderung: 12. Oktober 2016, 08:47:55 von jock »
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malakor

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #18 am: 12. Oktober 2016, 08:52:13 »

Ja, schreib weiter.

Kannst du auch ein paar Fotos bringen, ale und neue ?
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Suksabai

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #19 am: 12. Oktober 2016, 09:15:47 »


@malakor

alte und neue Bilder erübrigt sich, die Bauwerke haben sich in all der Zeit kaum verändert.

Hier der Karl-Marx-Hof (übrigens der längste zusammenhängende Wohnbau der Welt):

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Marx-Hof

und hier der Rabenhof, auch eine ziemlich ansehnliche Wohnanlage (wo ich aufgewachsen bin)

https://de.wikipedia.org/wiki/Rabenhof_(Wien)

lg
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TeigerWutz

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #20 am: 12. Oktober 2016, 10:39:45 »

Rabenhof 270 Wohnungen weniger als der Karl-Marx-Hof  :P
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Suksabai

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #21 am: 12. Oktober 2016, 10:50:53 »


Danke, TW, hab ich nicht gewusst.
Aber der Rabenhof soll der zweitgrösste Gemeindebau Wiens sein (oder gewesen sein).

lg
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Wiener

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #22 am: 13. Oktober 2016, 22:33:09 »

@Jock.  .draußen in Kagran ist der "Rennbahnweg" als diese Bauten neu eröffnet wurden wollte ich mit meiner damaligen Frau dort eine Wohnung, zum Glück wurde nix daraus, denn es wurde leider zu einem sozialen Brennpunkt. Davor gibt es ein "Kultlokal" das Kaffee-Falk wo besonders in der Nacht einiges los ist oder war, bin schon lange nicht mehr dort gewesen, wohne am südlichen Ende der Stadt.

Die "Gräfin vom Naschmarkt" hat sehr nachgelassen, zum Essen kann man nicht mehr hingehen, höchstens auf einen "Absacker" nach dem Kino oder Konzert. Dafür trauere ich um das alte Kaffee Drechsler wo man schon früh um 4 Frühstücken konnte, war zwar stark verraucht und die Wände braun aber es hatte etwas, das neue Drechsler ist leider ein Null-acht-fufzehn Lokal geworden. Am Beginn des Naschmarktes gab es in einem Durchgang 2 Würstelbuden, wo man die besten "Burenhäutl", für Nordlichter, heiße Schweinswürstel, am besten mit süßen Senf und eine Scheibe Brot bekommen hatte. Leider gibts den Wirten nicht mehr. Der Naschmarkt von heute ist nichts mehr, nur noch sogenannte "edellokale" für B+C Promis. Es fehlt das Flair der "Gemüseweiber", heute wird nur noch viel Ramscht verkauft.
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2016, 22:45:08 von Wiener »
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samuispezi

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #23 am: 14. Oktober 2016, 12:37:09 »

als Urwiener bestellt man sich am Würstelstand,

a Eitrige mit an Bugl, dazuagschissn und an sechzena Blech. ;]

damit outet sich man dann als "Zuagraster"

Viele Grüße
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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #24 am: 14. Oktober 2016, 12:38:09 »

Mit einem scharfen "Heil Hitler" und gleichzeitigem Zu-
sammenschlagen der Hacken,betrat im Herbst 1938
eine Abordnung aus Berlin kommend das Buero des Bau-
stadtrates von Wien.

Sie unterbreiteten ihm den Befehl,eine Prachtstrasse zu
entwerfen,die schnurgerade vom Stephansplatz bis zum
Praterstern hinfuehren soll,gespickt mit Gebaeuden der
Nazi-Architektur.

Statt einem "Jawolll" hoerten sie nur ein nicht begeistertes
"Jawoi,moch ma".

Das haette sie alarmieren sollen !Damit wurde ihnen unmiss-
verstaendlich mitgeteilt,dass das Vorhaben keine Chance auf
Realisierung hat.

Die Nazis,die sich einbildeten,die ganze Welt unterwerfen zu
koennen,wussten damals noch nicht,dass sie an der Stadt-
verwaltung,besser bei einigen Beamten, scheitern werden.

Selbstverstaendlich wurde sofort begonnen Plaene zu entwerfen,
um sie sogleich zu Schubladisieren.Aufforderungen,die Plaene
nach Berlin zu senden,wurden nicht aufgefunden oder so ver-
zoegert,dass es zu keinen Entscheidungen kommen konnte.

Ja,und dann war ohnehin schon der Kriegsbeginn und kein Geld
mehr fuer das Projekt vorhanden.

Mit der Pracht-und Paradestrasse haette man sich zur Not ge-
rade noch abfinden koennen,aber dass die Nazis den 2. Turm beim
Steffl auch noch errichten wollten,nein Danke !

Jock

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TeigerWutz

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #25 am: 14. Oktober 2016, 12:44:22 »

Die Gräfin war leiwand, als noch der (warme) Eckerl Gesch.Fuehrer war! (bis ca. Mitte der 80er)

Spaeter hat's dann der Wolfram Karl gekauft und der ist auch noch selbst am ersten Tisch (mit Tuerentriegler) gesessen und hat Gesichtskontrolle durchgefuehrt.
1994 hat er mir noch gesagt, dass wenn ich das naechstemal nach Wien komme, es die Gräfin nimmer geben wuerde.
Es waeren naemlich Chinesen bei ihm gewesen und haetten ein nicht abzulehnendes Kaufangebot gemacht.
Wie man aber sieht, gibt es sie, in schlechter Form, immer noch!

"Drechsler" hab' ich mir (so wie der Taschner Pepi) selbst Lokalverbot verordnet. Immer so b'soffene Anpumperer drinnen g'wesen.

Neben dem Theater hat's auch noch den Mittermeier geben, der aber mehr fuer die Standler war, die in der Frueh um 4h schon am Markt waren.
Obwohl wir Freunde waren und 'ne zeitlang beim gleichen Verein gekickt hatten, wollte er nicht, dass ich mit meinem meist besoffenen Anhang bei ihm fruehtueckte.  :(  ;D

Da gab's dann noch das damalige "CP", das heutige "goodmann" oder daneben den Miloš mit seinem "M" oder die "Sopherl" mit dem Kellner, der wie der seelige E. Happel ausgschaut hat. Wennst den "Aschyl" g'rufen hast, ist er "schee haas wurn"!   ;D

Lang, lang ist's her

 seinerzeitiger Nochthackler TW   
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arthurschmidt2000

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #26 am: 14. Oktober 2016, 13:11:56 »

Zitat
Ja,und dann war ohnehin schon der Kriegsbeginn und kein Geld mehr fuer das Projekt vorhanden.

Vielleicht wurde die Planung ja nur deshalb zurückgestellt, um sie später mit der für sicher gehaltenen Kriegsbeute angemessen realisieren zu können.
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TeigerWutz

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #27 am: 14. Oktober 2016, 13:45:56 »

Zitat von: jock
Sie unterbreiteten ihm den Befehl,eine Prachtstrasse zu
entwerfen,die schnurgerade vom Stephansplatz bis zum
Praterstern hinfuehren soll,gespickt mit Gebaeuden der
Nazi-Architektur.

Den Praterstern durch eine Prachtstraße mit dem Stephansdom zu verbinden war aber nix Neues!

Alfred Riehl legte bereits 1895 ein Projekt mit dem Titel „Avenue Tegetthoff“ vor.
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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #28 am: 14. Oktober 2016, 13:54:17 »

@AS2000

Da kann was dran sein.

Manche Historiker vermuten,dass die Prachtstrasse vom
Stephansplatz ueber Praterstern,Reichsbruecke schnurge-
rade bis Moskau fuehren sollte.

12 spurig in jede Richtung und doppelreihig mit 1.000 jaehrigen
Eichen gesaeumt.

Jock
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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #29 am: 14. Oktober 2016, 14:15:26 »

Schön zu lesen was hier alles über Wien steht. Danke.
Beispiel von @jock: Die "älteste Ostmark des Deutschen Volkes"
hat sich vielleicht viel mehr gegen
die Nazis gewehrt als manche von uns denken. Oft nur nicht leicht erkennbar.
Hat einer noch schöne Bilder von Wien gern auch historische?


Daniel
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