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Autor Thema: Vergangenheitsbewältigung  (Gelesen 3292 mal)

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Meritus

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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #15 am: 05. Dezember 2008, 20:20:59 »

vom Wachturm gestürzt?


                   natürlich besoffen :D :D :D

Vom Wachturm gestuerzt? Der hat doch hoechstens 100 Seiten, also weniger als 10 mm, da muss man aber arg besoffen sein, um sich das Genick zu brechen.....kann denn nicht mal irgendwann Ruhe sein, ein Thema, das es nur noch in Geschichtsbuechern gibt....lange vor unserer Zeit...
Ciao
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Roy

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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #16 am: 06. Dezember 2008, 20:26:16 »

Ingo: Du (gemeint ist Ferdinand) hast aber vergessen, dass es die schweigende Mehrheit der Deutschen war, die Hitler an die Macht kommen liessen, und spaeyer alles duldeten.

Schweigende Mehrheiten, die Minderheiten massakrierten und unterdrückten, gab und gibt es noch immer auf der Welt, auch in den sogenannten Musterdemokratien. Der Mensch ist eben feige und eigennützig geboren. Die exzessiven Auswüchse dieser Selbstsucht kann man eben nur mit Gesetzen und klarer Anwendung selbiger durch OBJEKTIVE Richter einschränken. Die Denkweise aber nicht, niemals und nirgendwo.


Just: In DIESEM Thread geht’s mal NICHT um die ‚TEUTSCHE’ Aufarbeitung der ‚TEUTSCHEN’ Geschichte !
Es ist doch wirklich traurig, dass Ihr, egal wie alt, wohl immer noch nicht ‚trocken hinter den Ohren’ seid – oder gar schon wieder nass ? Ihr seid NICHT der Nabel der Welt, ob’s Euch passt oder nicht.
Wo sind denn die MODS ? Und Roy !?   
Sonst heisst’s doch auch immer, der TIP ist ein Forum ueber THAILAND...


Worum es hier geht, sagt klar der Titel des Threads. Und wo er steht, passt er hin. Wir sind zwar ein Forum für Thailand, und ich sehe auch lieber Thailandthemen, aber wir haben uns nun mal entschieden, auch andere Themen zuzulassen. Hinweise in dieser Form sind absolut indiskutabel. Ich hoffe, das dürfte klar sein.
Wenn wir keine nicht thailandbezogenen Themen mehr zulassen wollen, könnte man darüber diskutieren. Ich habe im Prinzip nichts dagegen, aber wohl die Mehrheit der Mitglieder – schätze ich mal.
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cibee

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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #17 am: 06. Dezember 2008, 20:37:10 »

Gerhard Polt sagt in seinem neuen Programm "Apokalypsen":

Zitat
Minderheiten haben noch nie etwas zustande gebracht! Wir zwingen niemanden sich einer Minderheit
anzuschließen!
Bei uns hat jeder die Freiheit sich für die Mehrheit zu entscheiden! ;D

Galt in D, Gilt in LOS !  >:

chock dii...

cibee

P.S.: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom !!!
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...von der Liebe Glut beseelt...

Ferdinand

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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #18 am: 06. Dezember 2008, 20:42:44 »

Oh, hier ist ja mein Beitrag den ich vermisste.
Dann habe ich mich evtl. zu Unrecht beschwert.

Ich schwöre hoch und heilig, ich wollte diesbezüglich keine Diskussion lostreten.

Ich wollte nur kurz zu der Formulierung von Dissident Stellung beziehen.
Aber da war ich wohl sehr naiv, in der Annahme man könnte diese Angelegenheit mit einem einzigen kurzen Beitrag abschließend abhandeln.

Das ist mir jetzt irgendwie peinlich.
Wie gesagt ich las die Aussage von Dissident und verspürte daraufhin den Drang meinen Senf dazu zu geben.

Jetzt muss ich mir erst mal die anderen Beiträge durchlesen und werde daraufhin ggf. noch einmal eine Antwort verfassen.
Keine Sorge, keine irgendwie problematische Antwort.

Gruß
Ferdinand 
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Ferdinand

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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #19 am: 06. Dezember 2008, 22:54:20 »

@Günther

Du bist ja jemand der die damalige Zeit bewusst erlebt hat, zumindest zum Ende hin.
Deshalb wäre es etwas komisch, wenn ich als Hosenscheißer dir die damalige Situation erklären wollte. 

Ich habe mal die Aussage eines CDU-Mitgliedes und ebenfalls Zeitzeugen des 3. Reichs gehört, anlässlich des Skandals bei der Trauerrede zur Beerdigung von Filbinger.
Er meinte sinngemäß:
„Die Menschen heute können die Situation damals nur schwer beurteilen, es gab nicht viele 100% Nazis, aber viele die an den Nazis einiges gut fanden und anderes nicht gut fanden.“

Hitler hat geschickt viele Bedürfnisse aufgegriffen und bedient.
Die nationale Frage, z.B. mit der Revision des Versailler Vertrages, oder der Rheinlandbesetzung ebenso wie die soziale Frage, z.B. mit Einführung bzw. Erhöhung von verschiedenen Sozialversicherungen, dem 1. Mai als Feiertag usw..

Mit diesen Argumenten hatte Hitler ja auch Wahlkampf geführt.
Somit waren die meisten seiner ehemaligen Wähler der Meinung sie würden für Stabilität, nationale Selbstbehauptung und soziale Sicherheit stimmen, sie dachten bei ihrer Wahlentscheidung nicht an Krieg und Massenmord.   

Nach 1933 hatten die Deutschen dann auch keine Wahl mehr.
Jegliche Opposition wurde verboten oder gleichgeschaltet. Es bestand keine freie Presse mehr usw..
Es wird ja immer vergessen dass nicht nur Juden, sondern auch Tausende Deutsche ermordet wurden. Alleine schon während des Röhm Putsches ca. 200 Todesopfer, unter anderem der bedeutende Gegenspieler der Nationalsozialisten, Kurt von Schleicher, und während des Stauffenberg Putsches wieder ca. 200 Hingerichtete.

Die Weimarer Republik war schon ab 1930 keine wirkliche Demokratie mehr, seit sich das Parlament als handelsunfähig erwiesen hatte und das Land durch das Präsidialkabinett um Hindenburg durch Erlasse und Notverordnungen regiert wurde.
Franz von Papen und Hindenburg gingen 1933 noch davon aus sie könnten Hitler durch die Ernennung zum Reichskanzler einbinden und somit unschädlich machen.
Franz von Papen meinte zu Hitlers Wahl:
„In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht!“

Übrigens hat Hitler nie offiziell die Verfassung der Weimarer Republik außer Kraft gesetzt.
Er hat offiziell von Anfang bis Ende, von 1933 bis 1945, auf der rechtlichen Basis von Notverordnungen und des Ermächtigungsgesetzes regiert. 
Um die Zustimmung Hindenburgs zum Ermächtigungsgesetz zu erhalten musste ihm Hitler mündlich versprechen ihm eine schriftliche Garantieerklärung nachzureichen, zur zeitlichen Begrenzung dieses Gesetzes.
Auf diese schriftliche Garantie wartet Deutschland heute noch.
Die Vorgänge damals waren spannend wie ein Krimi.
Es gab auch Gerüchte dass die Reichswehr putschen würde usw..
Deshalb sollte alles schnell gehen.

Leider steht die Weimarer Republik im historischen Bewusstsein heute völlig im Schatten des 3. Reiches.
Zu Unrecht meiner Meinung nach, denn die Geschichte der Weimarer Republik ist hochinteressant, dramatisch und aufschlussreich.
Mit ihren Machtspielen, Revolten, Putschversuchen, Straßenschlachten, bürgerkriegsähnlichen Zuständen und Separatismus. 
Lebensreformbewegungen, neue Kleidermode, Bauhausarchitektur, Charleston, Morphium und Kokain in den Städten... .

Joachim Fest schreibt in seiner bekannten Hitler Biographie sinngemäß:

Hitler erlöste durch Charisma und Ästhetik die Deutschen von der schnöden Parteienpolitik, von der sie so angewidert waren.
So wie Richard Wagner Musik für unmusikalische Menschen komponierte, so machte Hitler Politik für unpolitische Menschen.

Ich kann jedem nur empfehlen die Hitler-Biographie von Fest zu lesen.
Und zusätzlich gleich noch „Die Weimarer Republik: Eine unvollendete Demokratie“ von Horst Möller.
Das Buch habe ich hier und kann es ebenfalls empfehlen.   

Wer sich wirklich objektiv mit den damaligen Abläufen befasst muss erkennen dass sich Deutschland eben nicht Hitler einfach und ohne Gegenwehr in die Arme geworfen hat.
Wenn z.B. Friedrich Ebert nicht so früh und tragisch gestorben wäre, hätte die Geschichte vielleicht einen völlig anderen Verlauf genommen.
Aber das sind natürlich Spekulationen.

Ich denke aber dass wenn man diese deutsche Geschichte besser kennt auch einen besseren Blick auf die derzeitigen Geschehnisse in Thailand und anderen Ländern bekommt.
Mit der Einschränkung der Unterschiede in Mentalität und Kultur. 
Zu diesem Zweck kann man aber auch schon die griechischen Philosophen studieren, wie Roy mit seinen griechischen Heldenepen, oder das Römische Reich mit seinen Machtkämpfen zwischen Senatoren, Tribunen und Cäsaren.
Genau das ist ja der Hauptzweck der Geschichte als Studienobjekt.

Das Problem der Demokratie ist bis heute dass die Masse eben vor allem auch aus vielen Dumpfbacken besteht, die sich durch Medien und Demagogen beeinflussen lassen.
So wie sich die Amis in den Irakkrieg führen ließen und Thais heute auf der Straße randalieren, in welcher T-Shirt Farbe auch immer. 

Viele Farangs heute in Thailand sind ja ebenfalls Mitläufer und Profiteure des Systems. Die angepasste, tolerante, schweigende Mehrheit sozusagen.
Wer will da dem deutschen Normalbürger im 3. Reich Vorwürfe machen, wenn sich die Farangs im heutigen Thailand schon vollkacken aus Angst und Opportunismus.


Zitat Kurt von Schleicher:

„Ich bin nur siebzig Tage an der Regierung geblieben, und an jedem dieser siebzig Tage bin ich siebzigmal verraten worden. Man rede nicht mehr von der berühmten deutschen Treue.“


Zitat Erich Ludendorffs zu Paul von Hindenburg, nachdem dieser Hitler zum Reichskanzler ernannt hatte:

«Ich prophezeie Ihnen feierlich, dass dieser unselige Mann unser Reich in den Abgrund stürzen und unserer Nation unfassbares Elend bringen wird. Kommende Geschlechter werden Sie wegen dieser Handlung in Ihrem Grabe verfluchen.»


Gruß
Ferdinand
« Letzte Änderung: 06. Dezember 2008, 23:30:59 von Ferdinand »
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hobanse

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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #20 am: 06. Dezember 2008, 23:24:26 »

Hitler war gerade gewaehlt, da hat schon der Amerikaner, Samuel Untermeyer, den Deutschen den Wirtschaftskrieg erklaert.
http://www.scribd.com/doc/3743372/judea-declares-war-on-germany
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General

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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #21 am: 07. Dezember 2008, 00:29:26 »

also nach diesem bericht haben die juden  den deutschen den Krieg zuerst erklärt.
hitler hat sich dann nur gewehr?? sehe ich das so richtig??
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Ferdinand

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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #22 am: 07. Dezember 2008, 01:20:38 »

Hier eine gute Schilderung der nationalsozialistischen Machtergreifung und der damaligen Volksabstimmungen, auf spiegel.de:

Das Haken-Kreuz mit den Wahlen

h__p://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/3174/
das_haken_kreuz_mit_den_wahlen.html


Das könnte mal jemand auf Thai übersetzen, davon, sowie auch vom Wahlsystem der DDR, können die Thais noch was lernen!
Wie man Wahlen passend macht.  :P

Ein Volk, ein Reich, ein ....

Wer ein patriotischer Thai ist stimmt mit Ja!


Gruß
Ferdinand


PS.:
In meinem obigen Beitrag habe ich Ebert erwähnt aber Gustav Stresemann vergessen.
Für ihn gilt ähnliches wie für Ebert, er als bedeutender Staatsmann der Weimarer Republik ist auch so früh gestorben.
Zum Zeitpunkt des Beginns der Weltwirtschaftskrise 1929.
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2008, 02:16:00 von Ferdinand »
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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #23 am: 07. Dezember 2008, 09:35:42 »

Ferdinand,

Ganz interessant dein Nachhilfeunterricht in deutscher Geschichte, und mit den Quellen die du nennst, auch glaubhaft nachvollziehber (bis auf den dummen Spruch eines CDU Abgeordneten bei der Beerdigung Filbingers, dass nur wenige Deutsche 100%ige Nazis waren).

Wer, wie du ganz richtig schreibst, die Zeit noch selbst miterlebt hat, der weiss, dass die Zustimmung zu Hitler, in den Jahren 38/39 sogar die Begeisterung fuer ihn, allgemein war, und dass dies nicht nur die Zustimmung der „schweigenden Mehrheit“ sondern der ueberwiegenden Mehrheit war. Und diese Zustimmung kam natuerlich nicht wegen der Ermordung der Juden und dem angezettelten Krieg; von dem einen haben die meisten nichts gewusst, und das andere konnte sich niemand vorstellen. Du schreibst ganz richtig: „Hitler hat geschickt viele Bedürfnisse aufgegriffen und bedient“. Aber tun das nicht alle Politiker, auch Thaksin ?

Natuerlich hat dieser Thread nichts direkt mit Thailand zu tun, und die Thais haben nicht das Potential solch eine weltenzerstoerende Entwicklung in Gang zu setzen wie die Deutschen unter Hitler. Aber gewisse Parallelen lassen sich schon aufzeigen. 

Guenther     
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hobanse

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Re: Vergangenheitsbewältigung
« Antwort #24 am: 07. Dezember 2008, 15:10:45 »

Der Gewinner schreibt die Geschichtsbücher, nicht der Verlierer.
Und Walter Lippmann sagte 1960:
Erst wenn die Kriegspropaganda der Sieger Einzug gefunden hat in die Geschichtsbücher der Besiegten und von der nachfolgenden Generation auch geglaubt wird, kann die Umerziehung als wirklich gelungen angesehen werden
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