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Thailand-Foren der TIP Zeitung => Thailändisch lernen, Thailand verstehen => Thema gestartet von: Gaeng am 01. Mai 2009, 20:12:20

Titel: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Gaeng am 01. Mai 2009, 20:12:20
Unterschiedliche Umgangsformen in den unterschiedlichen Kulturen können zu großen Missverständnissen – oder aber auch zum besseren Verstehen und zur besseren Verständigung untereinander beitragen. Wäre es vielleicht interessant, dass wir hier so zusammentragen, was wir darüber wissen? Zum Beispiel, dass wir die Dos und Don'ts auflisten, die in Thailand gelten, vielleicht sogar gewürzt mit persönlichen Erfahrungen, die man damit gemacht hat? Und auch noch von jemandem in Thai übersetzt, denn die Thais sollen ja auch davon profitieren ...

Wäre das ein eigens Thema oder gehört zu Thailändisch, Thailand verstehen?
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: dii am 01. Mai 2009, 20:34:16
...also in den Negerdörfern Isaandörfern is nen Rülps beim essen voll normal (http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/fun/wai.gif)

...also klar ein Dos  ;D      http://www.youtube.com/watch?v=CEG_orBdFXI&feature=related
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: tom_bkk am 01. Mai 2009, 20:57:02
Hier mal einige Fettnäpfchen, in die ich mal getreten bin:

- Versehentlich mit dem Fuss auf einen zeigen, passiert wenn man unguenstig sitzt und die Beine übereinanderschlägt
- Rotzen ist scheinbar salonfähig, aber wenn man sich mal schneutzt, dann wird man gleich angeschaut als ob ein Elefant trompetet (besser im Klo schneutzen)
- Zu sagen du bist schuld zu einem Thai .... (besser - sagen das war ein Missverständniss)

Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Gaeng am 01. Mai 2009, 21:13:31
Fettnäpfchen ist genau das richtige Stichwort.
Ich habe mal, nichts Böses ahnend, einen zusammengefalteten Sonnenschirm an einen Baum gelehnt. Ganz entsetzt, aber unendlich freundlich, hat mir mein thailändischer Gastgeber dann erklärt, dass das der heilige Baum des Hauses ist. Nun seien seine Eltern extrem beunruhigt, denn es bringe Unglück, den Baum - und damit die Geister, die darin wohnen - so zu beleidigen. Wie kann ich das wieder gutmachen? fragte ich. Ganz einfach: vor dem Baum einen Wai machen, und alles ist wieder gut. So war es dann auch. Ich fand es schön, wie schnell mir verziehen wurde.
Ich hatte mal in Deutschland Besuch von einem thailändischen Gast, der zum ersten Mal in Europa war. Meine Mutter reiste extra von weither an, um den Gast zu begrüßen. Der saß bei mir am Tisch, als sie gerade eintrat. Und blieb zur Begrüßung meiner Mutter sitzen, denn er wollte ihr dadurch, dass er sich kleiner machte als sie, die Ehre erweisen. Noch jahrelang musste ich mir von meiner Mutter anhören, was für ein ungehobelter Mensch der sei. Obwohl ich ihr immer wieder lang und breit erklärte, warum der thailändische Gast zu ihrer Begrüßung nicht aufgestanden ist.
So viel auch zum Thema Nachsicht, verzeihen, Umgang mit Fettnäpfchen. Meine Mutter war da ganz und gar unversöhnlich.

Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Waitong am 01. Mai 2009, 21:32:52
- Zu sagen du bist schuld zu einem Thai .... (besser - sagen das war ein Missverständniss)

Wenn ich der Ansicht bin, sag ich's auch, selbstverständlich auf thai und vergesse nicht meine Beisserchen zu zeigen  ;D ;D ;D das ist gaaaanz gaaaaaaaaanz wichtig.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: tom_bkk am 01. Mai 2009, 21:35:01
Am Tempel auf die Schwelle tretten fällt mir da noch ein  ;)

 
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hmh. am 01. Mai 2009, 21:51:18
Man tritt nirgends auf eine Schwelle. Wer Ban Kükrit in Bangkok besucht hat
( http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1352.msg50513#msg50513 ),
versteht augenblicklich, weshalb das so ist, und auch, warum man es in modernen Häusern damit nicht mehr 150 % genau nimmt (bzw. nicht mehr nehmen kann).

Bei der Diskussion ist zu beachten, daß der ganze angeblich ach so traditionelle hochheilige Etikettenkram in Thailand, genauso wie früher bei uns, eine von der Oberschicht aufgepfopfte Kultur ist, und zwar nicht zuletzt als sehr bewußt eingesetztes Mittel der Abgrenzung. Was irgendwelche Isanbauern machten, interessierte die Oberschicht noch nie, solange die anderen unter sich blieben. Deren eigene "Gebräuche" auf dem flachen (oder bergigen) Land fielen überwiegend sowieso weniger unter Etikette, als vielmehr unter anderem unter Geisterglauben, so wie es heute noch ist.

Die Oberschicht des alten Siam bestand noch vor 100 Jahren gerade mal aus etwa 2000 Männern und ihren Familien. Und auch das war zum geringsten Teil das, was man eine "Bildungselite" nennt.

Nur diese winzige Oberschicht waren "Thais", also "Freie". Alle, die außerhalb des Systems standen, durften den Machtbabern noch nicht mal in die Augen sehen.

So oder so war, wer nicht dazu gehörte, Verfügungsmasse für die Oberen, obwohl sich auch "mittlere" Dorfmachhaber und Hordenführer durch Ablieferung von jungen Mädchen, Arbeits- und Kriegsklaven, weißen Elefanten, Beutegut von Raubzügen und anderen "Steuern" (die man selbst von seinen Unteren bekam) gewisse Vorteile erdienen konnten.

Wenn sie aber in Ayutthaya oder Bangkok ankamen, um den Kram abzugeben, brauchte es Vermittler, um überhaupt vorgelassen zu werden. Die brachten ihnen dann zum Beispiel bei, daß es Etikette ist, vor "hohen" Halbgöttern zu kriechen und ein Wai im Liegen über dem Kopf zu machen, wobei die Ellbogen den Boden nicht berühren durften...

Ein großer Teil der heute propagierten angeblichen "Thai-Etikette" ist unter diesem Aspekt zu sehen. Ich will damit aber nicht sagen, daß nicht einiges von dem, was zum Beispiel unter Phibunsongkhram in den 1930er und 1940er Jahren eingeführt wurde, durchaus sinnvoll war und das Zusammenleben unter Thais und mit Thais angenehmer machte, als es bis dahin war.

Dennoch: Wenn man mal in Ruhe über die angeblich so einzigartige "Thai-Etikette" nachdenkt, wird es doch jedem klar: Berührt etwa ein gebildeter, höflicher Mensch in Europa einen Fremden am Kopf?

Was soll also das Geschwätz von der entsprechenden "Etikette" in Thailand, weil dort der Kopf "heilig" sei. Unberührbar ist der Kopf für einen fremden auch bei uns, und umgekehrt scheren sich etwa Pärchen, Eltern oder sonstige Verwandte bei uns ebenso wie in Thailand einen feuchten Kehrricht darum...

Ein Minimum an Herzensbildung, Vorsicht und Nachfrage (und daraus folgendem Wissen), sollte doch jedem von uns reichen, um überall in der Welt durchzukommen und nicht anzuecken.

Wenn zum Beispiel ein Thai soviel Einkommen, Bildung und Beziehungen hat, daß er nach Europa reisen kann, aber nicht mal weiß, daß man aus Höflichkeit vor einer Respektsperson aufsteht, wenn man sie begrüßt, ist das für mich einfach ein dummer Stoffel, genauso wie der Ausländer, der in Bangkok im Unterhemd, kurzen Hosen und in Badelatschen über die Ratchadamnoen Klang watschelt.

Für beide habe ich kein Mitleid und vor beiden ist mein Respekt begrenzt.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: phumphat am 01. Mai 2009, 22:06:05

Als Farang sage nie zu einem Thai wie er etwas zu tun hat.

Folgendes Erlebnis:

Als ich in meinem Condo mir neue Fliesen verlegen ließ,passte anschliessend die Türe nicht mehr.
Der Fliesenleger hat sich dafür als nicht mehr zuständig erklärt.
Unseren Haustechniker den ich dann zu Hilfe holte und ihm erklärte,er möge mir die Türe kürzen erhielt ich nur ein
unmissverständliches Kopfschütteln.Er besorgte sich neue Scharnierbänder un montierte sie,was natürlich nicht den erwünschten
Erfolg brachte.Jetzt erhielt er von mir ein unmissverständliches Kopfschütteln.Er sagte was von falschen Scharnierbänder und zog los um sich neue zu besogen.
Montiert und wieder das gleiche Ergebnis.Um jetzt nicht in Rage zu geraten,verließ ich den Ort des Geschehen und sagte zu meiner Frau,ich bin in einer Stunde wieder zurück.Als ich wieder zurück war,passte auch die Tür.Auf meine Frage,was er den nun gemacht hat.Die Tür gekürzt.

Merke lieber Farang,sage einen Thai nie wie er was zu tun hat,sondern zeige ihm dein Problem und frage ihn, ob er es den lösen kann und er wird es tun und stolz darauf sein.

phumphat
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Roy am 01. Mai 2009, 22:18:10
Ich überarbeite gerade alle meine Bemerkungen über Höflichkeit, Benehmen, Gruss usw. Dass man eine Schwelle nicht betreten darf, war mir bisher neu. Obwohl man ihn Thailand nicht WARUM fragen sollte, gestatte ich mir doch diese Frage. Ich werde sie jetzt auch gleich an meine Chefin stellen, bin aber sicher, welche Antwort ich bekommen werde...
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hellmut am 01. Mai 2009, 22:23:27
@ Phumphat, das ein Handwerker stolz auf sich ist, ist mir relativ wurscht.
Wenn er Bockmist baut, ist das sein Problem, denn Kohle gibt es erst nachdem die Arbeit zufriedenstellend erledigt ist. Wenn er keine Lust hat während der Auftragsausführung sein Gesicht zu "verlieren", gibt er sich Mühe. Wenn nicht, hat er seinen Beruf verfehlt, und ich würde ihm eh nie wieder einen Auftrag geben.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: dii am 01. Mai 2009, 22:33:07
@ Roy,...na wegen der Phis  (http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/fun/icon_geistani.gif)

...solche Schwellen sind gemeint  ;)

(http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/tip/Sonkran226.jpg)

Wat Phra Kaeo








Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Profuuu am 01. Mai 2009, 22:46:58
Unter der Schwelle hausen die Hausgeister. Denen tritt man gefälligst nicht aufs Dach.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Gaeng am 01. Mai 2009, 22:53:09
@ phumpat
Gute Geschichte. Und: Das Fazit ist zielführend, Danke.
@ hellmut
Ist das so: Wer bezahlt, schafft an und darf deshalb auch auf den Gefühlen der „Untergebenen“ herumtrampeln? Ich wäre schwer gekränkt, wenn ein Auftraggeber mit mir so umgehen würde. Bei der Kultur des Kritisierens (mit Würde) können Europäer, glaube ich, von den Thais viel lernen.

Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: thai.fun am 01. Mai 2009, 22:55:15
Apropos Fettnäpfchen! Warum hängen Thais Unterwäsche nie über Kopfhöhe zum Trocknen nach dem Wäschen auf...?
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: babababoo am 01. Mai 2009, 23:03:07
Ich bilde mir ein,überall in der Welt gesittet aufzutreten.Doch ein Thai-Märchen sollte relativiert werden,nämlich niemals laut werden.Ich nehme an,einige von Euch haben schon Fetzereien erlebt bei denen sich jeder Thai den Lebenslauf des Kontrahenden lautstark vornimmt.Da werden für die Nachbarn sogar die Seifenopern im TV zweitrangig,schließlich will man ja wissen,wer wen gevögelt hat.Entweder man kann sich benehmen,dann eckt man nirgendwo an,wenn nicht,dann hilft auch ein Forum nicht.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: dii am 01. Mai 2009, 23:04:27
Bei der Kultur des Kritisierens (mit Würde) können Europäer, glaube ich, von den Thais viel lernen.

...was es nicht alles gibt  :o

...und das in Thailand?  ???
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hmh. am 01. Mai 2009, 23:11:32
Warum hängen Thais Unterwäsche nie über Kopfhöhe zum Trocknen nach dem Wäschen auf...?

Ein schönes Beispiel für den Punkt, den ich hiermit gemeint habe:

Ein Minimum an Herzensbildung, Vorsicht und Nachfrage (und daraus folgendem Wissen), sollte doch jedem von uns reichen, um überall in der Welt durchzukommen und nicht anzuecken.

Enfach mal gaaaaanz scharf nachdenken... (http://babbelgosch.org/forum/images/smilies/green/icon_lol2.gif)

(Khaosan-Reisende, die mit aufgesetzten Rucksäcken in Thai-Bussen fahren und ihre ausgelatschten Bergschuhe daran in Thai-Köpfhöhe baumeln lassen, oder die Unterwäsche zum Trocken oben drübergelegt haben, können sich das Nachdenken natürlich sparen...)
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: babababoo am 01. Mai 2009, 23:12:09
Gibt es den Begriff "Kritik" überhaupt in der Thai-Grammatik?Kritikaster sind absolut unerwünscht,weil nicht mit Sanuk vereinbar.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hmh. am 01. Mai 2009, 23:16:49
Ohne jetzt extra nachzusehen: Jede Wette, daß das kein originäres Thai-Wort, sondern ein Fremdwort ist...
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: dii am 01. Mai 2009, 23:27:00
Warum hängen Thais Unterwäsche nie über Kopfhöhe zum Trocknen nach dem Wäschen auf...?

...ist aber nur auf der jeweiligen Ebene so  ;)

(http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/tip/IMG_0570.jpg)








Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: phumphat am 01. Mai 2009, 23:28:08
@ Phumphat, das ein Handwerker stolz auf sich ist, ist mir relativ wurscht.
Wenn er Bockmist baut, ist das sein Problem, denn Kohle gibt es erst nachdem die Arbeit zufriedenstellend erledigt ist. Wenn er keine Lust hat während der Auftragsausführung sein Gesicht zu "verlieren", gibt er sich Mühe. Wenn nicht, hat er seinen Beruf verfehlt, und ich würde ihm eh nie wieder einen Auftrag geben.

Keine Ahnung wie oft oder wielange du dich schon in Thailand aufhälst bw.wie oft du dich schon mit Handwerkern auseinandergesetzt hast.
Du wirst keinen Handwerker finden der ohne Anzahlung einen Auftrag übernimmt.
Er wird die Arbeit immer so ausführen wie er sie für richtig hält.Hier muss man ganz einfach Kompromisse schliessen oder die Anzahlung vergessen.
Der nächste ist wahrscheinlich nicht anders oder besser.
Du schreibst:wenn nicht,hat er seinen Beruf verfehlt:
Da gebe ich dir völlig Recht.Frag einen Thai,ob er dies oder jenes machen kann.Er wird nie nein sagen.Er kann es,aber auf seine Art.

phumphat
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hmh. am 01. Mai 2009, 23:51:27
ein Thai-Märchen sollte relativiert werden, nämlich niemals laut werden.

Ich nehme an,einige von Euch haben schon Fetzereien erlebt bei denen sich jeder Thai den Lebenslauf des Kontrahenden lautstark vornimmt. Da werden für die Nachbarn sogar die Seifenopern im TV zweitrangig. Entweder man kann sich benehmen,dann eckt man nirgendwo an,wenn nicht,dann hilft auch ein Forum nicht.

Letzteres sehe ich auch so. Ich bin nirgends laut, was nicht nur in Asien ohnehin nur ein Zeichen von Schwäche ist.

Und ganz besonders ist man dann nicht laut, wenn man von jemanden etwas will oder in einer Umgebung ist, an der einem etwas liegt. Laut sein ist dasselbe Nicht-Niveau, wie im tropischen Haus seine Schuhe beim Betreten nicht auszuziehen, bzw. nicht zu wechseln.

Irgendwelche Upcountry-Rituale sind aber ein schlechtes Beispiel. Ich kenne das genannte Beispiel überhaupt nicht.

Es wurde ja hier im Forum schon mal dargelegt, warum Upcountry-Thais (als solche gelten sie so lange, bis sie zum Beispiel nicht mehr Lao- oder Süd-Dialekt sprechen, also in der Regel auch bei ganz blassen Stubsnäschen mindestens bis zur dritten Generation in Bangkok...) in Bangkok in gewissen Gegenden grundsätzlich keine oder nur sehr schwer eine Mietwohnung kriegen, zumindest wenn der Vermieter aus Bangkok ist und selbst in der Nähe lebt...
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Profuuu am 02. Mai 2009, 00:10:02
Apropos Fettnäpfchen! Warum hängen Thais Unterwäsche nie über Kopfhöhe zum Trocknen nach dem Wäschen auf...?

Das gilt für Damenschlüpfer. Damit nämlich nicht rein aus Versehen ein Mann drunter hergeht. Er wäre damit enteiert.

Ist ein uralter Aberglaube. Der Schlüpfer einer Frau darf sich nie und nimmer über den Kopf eines Mannes erheben. Ist in Burma auch so. Burmesische Auslandsstudentinnen haben deshalb dazu aufgerufen, den Generälen Schlüpfer mit der Post zu schicken oder sie gleich bei den burmesischen Botschaften über den Zaun zu werfen. Möglichst in die Äste der Bäume auf dem Gelände.

(http://img.photobucket.com/albums/v492/profuuu/Panty20Power20posterAust-wide_Red_P.jpg)
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hellmut am 02. Mai 2009, 00:18:58
...
@ hellmut
Ist das so: Wer bezahlt, schafft an und darf deshalb auch auf den Gefühlen der „Untergebenen“ herumtrampeln? Ich wäre schwer gekränkt, wenn ein Auftraggeber mit mir so umgehen würde. Bei der Kultur des Kritisierens (mit Würde) können Europäer, glaube ich, von den Thais viel lernen.  

Das ist Ansichtssache! Wenn ein Handwerker mir schlampige Arbeit abliefert und dafür auch noch Geld will, dann hat er mich beleidigt. Eine Retourkutsche meinerseits ist dann kein "herumtrampeln auf seinen Gefühlen"  ???,  sondern das Echo.

@ Phumphat, das ein Handwerker stolz auf sich ist, ist mir relativ wurscht.
Wenn er Bockmist baut, ist das sein Problem, denn Kohle gibt es erst nachdem die Arbeit zufriedenstellend erledigt ist. Wenn er keine Lust hat während der Auftragsausführung sein Gesicht zu "verlieren", gibt er sich Mühe. Wenn nicht, hat er seinen Beruf verfehlt, und ich würde ihm eh nie wieder einen Auftrag geben.

Keine Ahnung wie oft oder wielange du dich schon in Thailand aufhälst bw.wie oft du dich schon mit Handwerkern auseinandergesetzt hast.
Du wirst keinen Handwerker finden der ohne Anzahlung einen Auftrag übernimmt.
Er wird die Arbeit immer so ausführen wie er sie für richtig hält.Hier muss man ganz einfach Kompromisse schliessen oder die Anzahlung vergessen. ...

Wie bitte? Du zahlst Vorkasse?  :o
Erstens habe ich keinerlei Probleme damit einen Handwerker zu finden der ohne Anzahlung arbeitet, zweitens hat er so zu arbeiten wie ich das für richtig halte. In seiner eigenen Wohnung kann er meinetwegen so arbeiten wie es ihm gefällt, aber nicht bei mir, da bin ich der Boss und bestimme was und wie es gemacht wird.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: khon_jaidee am 02. Mai 2009, 10:17:24
Gibt es den Begriff "Kritik" überhaupt in der Thai-Grammatik?Kritikaster sind absolut unerwünscht,weil nicht mit Sanuk vereinbar.

Ohne jetzt extra nachzusehen: Jede Wette, daß das kein originäres Thai-Wort, sondern ein Fremdwort ist...

Hier mal drei Thaiwörter, die mit "Kritik" zu tun haben:

ปริทัศน์ - bparithat (oder so ähnlich; hmh wird sicher die richtige Lautschrift bereithaben - ich bin darin nicht so gut...) = Kritik
วิพากษ์ - wipha:k = kritisieren, beurteilen, mäkelm, Stellung nehmen
วิจารณ์ - widja:n = tadeln, monieren, kommentieren, Kritik üben

Sind dies originäre Thaiwörter? Oder stammen die von Pali, Hindu oder was weiß ich ab?
hmh - hilf... ;)
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hmh. am 02. Mai 2009, 14:20:58
Alle Wörter mit "Garan" bzw. "Totschlagholz" sind importiert. Dieses Zeugs ist ursprünglich aus Indien. Nummer 1 (kannte ich bisher nicht) ist laut RI-Wörterbuch aus dem Sanskrit abgeleitet und könnte schon über den Umweg Kambodscha eingewandert sein.
Die Nummern 2 sind auf jeden Fall auch aus Indien, das zeigen auch für den Laien schon die "Wai-verdächtigen" Buchstaben und , die hier mit dem Knüppel darüber "totgeschlagen" sind, und nur in festen Silbenverbindungen gesprochen würden, falls sie in solchen vorkommen.
Allgemein als Handlung ist Kritik การวิจารณ์ ga:n wíd dscha:n. Es gibt aber eigene Begriffe für positive und negative Kritik.
Ich habe keine Ahnung, ob es für Thais auch noch was Originäres (kurz, knackig, mit drei oder allerhöchstens vier Buchstaben ;)) gibt, ich habe leider auch gerade keine Zeit zum Nachrecherchieren; vielleicht springen ja auch EMB, Namtok oder andere Sprachkundige mal ein...

Vermutlich gibt es da aber, vom einem familiären "phut mai di", "tham jai noi" oder so jetzt mal abgesehen, wohl nichts Originäres (mehr?), das noch gebräuchlich ist.  Außer es wäre dann für Thais wohl mindestens so exotisch wie für uns der berühmte "Viertopf-Zerknalltreibling" für "Vierzylinder-Explosionsmotor"...  (http://babbelgosch.org/forum/images/smilies/green/icon_ugly.gif)
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Roy am 02. Mai 2009, 17:46:52
ja, dii, wegen der Piis, das dachte ich mir, ich schrieb es sogar, und meine Frau bestätigte mir das. Aha, die sitzen darunter, und da tritt man den sauberen Geisterköppen mit den dreckigen Schuhen auf dem Kopf herum...
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: thai.fun am 02. Mai 2009, 18:29:40
Ist ein uralter Aberglaube. Der Schlüpfer einer Frau darf sich nie und nimmer über den Kopf eines Mannes erheben. Ist in Burma auch so. Burmesische Auslandsstudentinnen haben deshalb dazu aufgerufen, den Generälen Schlüpfer mit der Post zu schicken oder sie gleich bei den burmesischen Botschaften über den Zaun zu werfen. Möglichst in die Äste der Bäume auf dem Gelände.

Profuuu, warum musst Du mir mit dem Bild und Namen von Burma, den Tag vermiesen.  Schniff, Schniff. und Gruss

MG
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: thaiman † am 15. Mai 2009, 21:01:52

Es faellt einem schwer, einem Thai bei der
Arbeit zuzusehen, wenn man selbst vom Fach
ist
Kritik ist hier fehl am Platz es sind Allroundmaenner
ohne Lehrzeit, es gibt keine Facharbeiter

Wat nu 3x abgeschnitten und immer noch zukurz
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: sitap am 16. Mai 2009, 12:43:34
Zitat hmh:
Was soll also das Geschwätz von der entsprechenden "Etikette" in Thailand, weil dort der Kopf "heilig" sei. Unberührbar ist der Kopf für einen fremden auch bei uns, und umgekehrt scheren sich etwa Pärchen, Eltern oder sonstige Verwandte bei uns ebenso wie in Thailand einen feuchten Kehrricht darum...

Ich habe da andere Erfahrungen gemacht.
1. Als die Schwiegermutter meine Frau beobachtet hat, wie sie mir den Kopf gestreichelt hat, hat sie meiner Frau Vorhaltungen gemacht, dass dies unmöglich sei.
2. Schon mehrmals hat sich ein(e) Thai bei mir entschuldigt, dass er/sie mich im Gedränge am Kopf berührt hat. Bei sonstigen Berührungen bleibt eine Entschuldigung meist aus.
3. Beim Haareschneiden entschuldigen sich die Damen immer vorher, dass sie meinen Kopf berühren müssen.

Also scheint diese "Etikette" noch ganz verloren gegangen zu sein.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hmh. am 16. Mai 2009, 16:24:05
Beim Haareschneiden entschuldigen sich die Damen immer vorher, dass sie meinen Kopf berühren müssen.

Ist mir noch kein einziges Mal passiert, weder früher in Samui noch bei meinen drei Lieblings-Figaros in Bangkok, egal ob Mann oder Frau schnippelt.

Schon mehrmals hat sich ein(e) Thai bei mir entschuldigt, dass er/sie mich im Gedränge am Kopf berührt hat. Bei sonstigen Berührungen bleibt eine Entschuldigung meist aus.

Es geht um den angeblichen, in Thailand vor allem aus Gründen der rechtsnationalen Propaganda besonders herausgestellten tatsächlichen oder vermeintlichen Unterschied zur Europäischen Kultur. Entschuldigen wir uns etwa in gleicher Weise (Flegel ausgenommen), wenn wir jemand an der Kleidung streifen, wie wenn wir im Bus mit dem Ellbogen an einen Kopf des Mitreisenden stoßen, o. ä.?

Ist es bei uns etwa dasselbe Stufe der Eskalation, wenn man jemanden einen Schlag auf die Schulter oder einen Stoß in die Rippen gibt, oder ihn voll ins Gesicht schlägt? Solche Unterschiede im Bezug auf das Haupt (man beachte die Wortwahl) gegenüber sonstigen Körperteilen sind völlig normal in allen Kulturen.

Als die Schwiegermutter meine Frau beobachtet hat, wie sie mir den Kopf gestreichelt hat, hat sie meiner Frau Vorhaltungen gemacht, dass dies unmöglich sei.

Ist mir noch nie passiert und das habe ich auch noch nicht in meinem Bekanntenkreis erlebt. (Vom Thailand nördlich von Nonthaburi und nordöstlich von Nakhon Nayok habe ich allerdings wenig Ahnung.)

Wir würden uns eine derartige "Vorhaltungen" über die Ausgestaltung unseres Ehelebens jedenfalls nachdrücklich verbeten, egal ob das von einer propagandahörigen, frömmelnden oder verklemmten Thai-Verwandten ausgeht oder von ebensolchen Nervensägen aus der deutschen Linie. Beides könnten wir uns allerdings auch nicht vorstellen.
Hinter einer derartigen Einmischung dürfte nach meiner Vermutung ohnehin was ganz anderes stehen.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: sitap am 16. Mai 2009, 19:11:21
hmh, ich habe nur absolut wertungsfreie Beobachtungen aus meinem Leben in Thailand wiedergegeben. Wenn du damit ein Problem hast, kann ich nichts dafür.
Vielleicht unterscheidet sich die Thaikultur innerhalb des Landes eben. Das Leben in Bangkok ist eben nicht gleich zu setzen mit dem in einem 400 Seelendorf im Isaan, weitab einer grösseren Stadt.

Zur Ehrenrettung meiner Schwiegermutter wäre noch zu sagen, dass sie nach Aufklärung durch meine Frau über die Sitten im Westen, keine Probleme mit irgendwelchen Verhaltensweisen zwischen mir und meiner Frau mehr hat.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Grüner am 31. August 2009, 17:26:46
Gruss Hans-Jörg alias Khun Hans

Sei mir bitte nicht böse, HANS-JÖRG, und nimm es vor allem nicht persönlich (es hat auch nichts damit zu tun, daß wir hier schon leider unvergeßliche "Khuns" hatten):

Soweit ich es verstehe, hat einer, der sich selbst offiziell mit "Khun" adelt und  betitelt, nicht verstanden, was er schreibt. "Khun" ist eigentlich eine höfliche ANrede, die durch ANDERE Personen benutzt wird, nicht nur, aber vor allem in erlauchter Runde vor PUBLIKUM.

Wer sich selbst so betitelt, macht deshalb ungefähr dasselbe wie einer, von dem man in Deutschland, wenn er nicht dabei ist, sagt, daß er sich SEHR Wichtig nimmt oder wenigstens so etwa nach dem Motto "Der Esel nennt sich immer zuerst" von sich spricht und schreibt.

Vergleichbar müßte ich in Deutschland für "Khun Klaus" ja wohl sagen: Ich bin Hochwohlgeboren GRÜNER...

Oder irre ich mich da?
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hellmut am 31. August 2009, 17:38:06
Meinem Verständnis nach bedeutet "Khun" Herr bzw. Frau.
Ein (niedriger) Adelstitel wäre Kunchai bzw. Kunjing.

Wenn sich jemand selbst als Khun Hans bezeichnet würde ich das mit "Mein Name ist Herr Hans" übersetzen.

Sollte meine Frau/Partner(in) mich mit Khun Hellmut ansprechen, dann wüsste ich das Ärger ins Haus steht. (Siehe auch Beitrag von Profuuu an anderer Stelle).
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Grüner am 31. August 2009, 17:53:54
"Herr" ist "Nai". "Frau" ist "Nang". Das hat nix mit der Ehrenbezeichnung "Khun" zu tun.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: thaiman † am 31. August 2009, 19:44:58

Es waere nett, wenn hier eine Personelle
Anrede mitgeteilt wuerde, denn schon eine
Betonung stiftet Verwirrung
Webliche:                             Maedchen
Maennliche:                          Jungen

aber denke es waere ein neues Thema
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Pachpicha am 31. August 2009, 19:55:30
Vielleicht koennten wir uns langsam hocharbeiten.

Vom KINIAU zum KLUGSCHEISSER.  8) 8)

Uebersetzung THAI   DEUTSCH und DEUTSCH  THAI
Laender wie A und CH sowie L LIE sind herzlich eingeladen.

Bayern unter Vorbehalt.    :D :D
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Profuuu am 01. September 2009, 03:10:14
Mal zurück zur Frage in der Überschrift....

Wer sich selber mit Khun anredet, hat ja wohl, hmh, irgendwas nicht verstanden. :D

Was die Anrede anderer betrifft, volle Zustimmung mit Tom. 
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: khun mai ru am 01. September 2009, 04:04:23
...wobei ich hoffe, dass Ihr mich deswegen nicht auch in Stücke reißt, denn das
Gegenteil von jeglicher Überheblichkeit sollte durch "mai ru" = "nicht wissen" klar
sein. Mit meinem Namen nehme ich mich ironisch-selbstkritisch "auf die Schippe".

mfg kmr
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hmh. am 01. September 2009, 04:09:01
คุณ kun Khun kann vieles bedeuten, zunächst steht es mal für Tugend, Wert, Nutzen, Vorteil und Qualität, ist also positiv besetzt. Man nutzt es aber auch

1.
als persönliches Fürwort (2. Person), das Respekt ausdrückt.

2.
um jemanden höflich anzusprechen: Mein Herr, meine Dame, "Sir", "Madame".

3.
Ebenso wird es benutzt, um respektvoll über Dritte zu sprechen.
Wenn man z. B. zu seiner oder über seine Mutter spricht, tut man das so: คุณแม่ kun mâe: Khun Mae

Verwandte und alte Freunde sind nie Khun, sondern immer entweder น้อง nÓ:ng Nong (jünger) oder พี่ pî: Phi (älter). Wenn jemand sozial bedeutend höher steht oder so eingeschätzt wird, wird er allerdings auch dann "Phi" sein, wenn er jünger ist.

Respektspersonen redet man nur dann mit "Khun" an, wenn man ihren Titel nicht kennt. Ein Lehrer ist zum Beispiel immer ครู kru: Khru bzw. อาจารย์ ?a: dscha:n Achan, wenn es sich um einen Hochschullehrer oder um einen hohen Mönch handelt.

Kinder sind หนุ nu:? Nu, was wörtlich "Maus" bedeutet. Dienstboten sagen zu den Söhnchen und Töchterlein ihrer Herren dagegen คุณหนุ kun nu:? Khun Nu.

Wenn ich mich Thais vorstelle und es ist informell, sage ich ผมชื่ออาทิตย์ pom? tschûe: ?a: tíd  Phom chue Athit.
Athit ist mein mir von der holden Gattin nach Befragung eines hochrangigen Mönchs und hochkomplizierter Begleitumstände, die ich heute noch nicht durchschaue, verliehener ชื่อเล่น tschûe: lên Chue len "Spielname".   :)

Formell und unter Kollegen bin ich ไมเคล mai ken Maikhen
มิชาเอล mí¿ tscha: ?e:n Micha-en wäre zwar richtiger für "Michael" (meine deutschen Freunde sagen "Hans"), aber "Maikel Jäcksen" ist immer noch bekannter als ich und man soll die Dinge ja nicht komplizierter machen, als sie eh schon sind...

Wer keinen "Chü len", also keinen Spielnamen hat, gehört – im übertragenen Sinne – nicht "dazu", steht in Thailand außerhalb des gesellschaftlichen "Spiels". Abgesehen davon würden sich die Vorstellung ผมชื่อฮั้นส์เยิร์ก pom? tschûe: han jö:g  Phom chue Han Joeg ("Hans Jörg") sicher nur wenige Thais merken können, soweit sie überhaupt mitbekommen, was der Ausländer da gerade radebrecht...

Wer sich gegen den verliehenen "Spielnamen" wehrt, für den bleibt früher oder später nur "Pappa" "Opa" oder sehr oft "Lung" (Onkel) übrig.
Wenn es erst mal soweit gekommen ist, kann man leider nichts mehr dagegen tun...  ;D
Das macht jedoch nichts, denn es ist ja nie böse gemeint, sondern die Notwehr unserer Thai-Bekannten gegen unsere komplizierten Namen, die nicht selten gehörig Kopfweh verursachen. 
Und höher als "Falang" ist "Lung" allemal...   8)

PS: "khun mai ru ist selbstverständlich entschuldigt...
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Profuuu am 01. September 2009, 04:14:30
@khun mai ru,

du warst von Anfang an entschuldigt.  :D
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: max am 01. September 2009, 05:08:07
@hmh
"Verwandte und alte Freunde sind nie Khun, sondern immer entweder นอง nO:ng Nong (jünger) oder พี่ pî: Phi (älter). "

   Ich dachte immer Nong od. Phi sagt man zu Leuten die man nicht kennt!
   liege ich da verkehrt?


gruß
max
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: tom_bkk am 01. September 2009, 05:16:00
พี่ pî: Phi (älter) ist eigentlich die gängige Anrede im Kollegenkreis. Nong benutze ich eigentlich nur bei der Stieftochter oder z.B. bei einer Bedienung im Restaurant, wobei mich die Stieftochter auch mit Phi anspricht.

EDIT: Versehentlich einen Post von mir vorher gelöscht, aber hmh hat das eh schon alles so gesagt wie ich das auch sehe  ;)
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: hmh. am 01. September 2009, 06:54:28
Ich dachte immer Nong od. Phi sagt man zu Leuten die man nicht kennt!
   liege ich da verkehrt?

Ja. Wie Tom schon schreibt.

Fast immer kommt Phi in Verbindung mit dem Spielnamen rüber. Phi ist auch eine Respektsbezeichnung, sie impliziert, daß der andere (mehr) Erfahrung hat.

Die holde Gattin stellte mir auf Deutsch schon öfter Kollegen oder Freunde mit den Worten vor: "Sie/er ist Phi."

Dann weiß ich, daß das eine besonders wichtige Person für sie ist und verhalte mich ebenfalls entsprechend.

Die Beziehung Nong/Phi ist für Thais, überhaupt für die meisten Asiaten überaus wichtig. Wer nicht ganz genau weiß, wer in seiner Umgebung Nong und Phi ist, hat ein Problem. Das macht furchtbar เกรงใจ greng dschai krengchai.

Aber das wäre jetzt schon wieder ein neues Thema.
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Grüner am 01. September 2009, 16:45:02
Danke für die genauen Ausführungen. Wo ist eigentlich KHUN HANS geblieben?
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: thaiman † am 01. September 2009, 18:03:08

Wusste es, hmh muss ran,
nur es ist trotzdem bei der Schrift schwer
den Ton finden, ob langgezogen, oder kurz
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Benems Marktleben am 26. September 2009, 15:19:06

   Ich dachte immer Nong od. Phi sagt man zu Leuten die man nicht kennt!
   liege ich da verkehrt?


gruß
max


Sicher kann man das auch bei Leuten benutzten, die man nicht kennt, wie bei allen Familientiteln, aber natuerlich spricht man auch Freunde so an, bzw tatsaechliche Geschwister ebenfalls. Phi ist das aeltere und Nong das juengere Geschwister (Geschlechtsneutral). Ueblich ist es auch Frauen mit "Dje" anzuprechen, dem chinesischen fuer Schwester und wenig aeltere frauen mit "Ii" chinesisch fuer Tante, oder weit aeltere Frauen mit "Ba" dem thailaendischen fuer Tante. Die meisten thailaendischen Familienbezeichnungen werden mit einem steigenden Laut am Ende gesprochen: Mae, Po, Phi, Ba. Nong mit in der mitte tiefem und langgezogenem. "Ii" kann falsch ausgesprochen sehr sehr unhoefflich sein, leider habe ich vergessen wie man es richtig ausspricht...

Ben
Titel: Re: Umgangsformen und Etiketten
Beitrag von: Benems Marktleben am 27. Oktober 2009, 10:47:33
Ich korrigiere mich mal eben schnell: pi, mae, po und ba werden in der Mitte hoch und am Ende fallend gesprochen. Die chinesische Form von Tante spricht man in der mitte tief und zum Ende steigend.
Sorry.
 :-X