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Thailand-Foren der TIP Zeitung => Sammelsurium => Thema gestartet von: pattran am 10. August 2009, 21:49:17

Titel: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 10. August 2009, 21:49:17
von astronautoo7
Zitat
Ferner, Ferdinand, ist dein Beschrieb, alle Schweizer stammen von Deutschen ab oder so ähnlich, auch wieder falsch. Als Geschichtsinteressierter sollte es dir nicht entgangen sein, dass sich die Schweizer 1291 von den Habsburger Klauen befreit haben und diese wiederum waren Oesterreicher in ihren Ursprüngen.
Du hast offensichtlich absolut keine Ahnung, nicht von schweizer Geschichte, nicht von österreichischer Geschichte, nicht von BRD-deutscher Geschichte. [/b]


Lieber astronaut007,
Du scheinst aber in Schweizer Geschichte nicht unbedingt stark zu sein:

Das Jahr 1291 wird traditionsgemäss als Gründungsjahr der Schweizerischen Eidgenossenschaft betrachtet. In dieser Zeit schlossen sich drei ländliche Talschaften zusammen, um ihre Freiheit gegen allfällige Übergriffe von aussen besser verteidigen zu können.

Im 14. und 15. Jhd. entwickelte sich diese Gruppe zu einer lockeren Föderation mit ländlichen und städtischen Mitgliedern. Ende des 15. Jhds. war die Föderation stark genug, um die Machtverhältnisse in Europa zu beeinflussen. In verschiedenen Kriegen bewiesen die Eidgenossen Mut und Einfallsreichtum, was ihnen in Europa den Ruf eines gefürchteten Kriegsgegners eintrug.

Die Erweiterung der Eidgenossenschaft ging auf unterschiedlichen Wegen vor sich. Einige Gebiete traten der Eidgenossenschaft freiwillig und als gleichberechtigte Mitglieder bei, andere wurden mehr oder weniger gewaltsam erobert. Die Rechte der Einwohner/-innen waren von der Region, in der sie wohnten und von ihrer gesellschaftlichen Position abhängig.

Die Mitglieder der Eidgenossenschaft verwalteten im Allgemeinen vorwiegend die Angelegenheiten ihrer Region. Regelmässig trafen sich jedoch auch Abgeordnete der einzelnen Gebiete, um Fragen von allgemeinem Interesse zu diskutieren. Zu dieser Zeit wechselten sich Zürich, Bern und Luzern als Versammlungsorte für gesamt-eidgenössische Besprechungen ab. Jedes Mitglied der Eidgenossenschaft entsandte – je nach politischer Bedeutung - einen oder zwei Abgeordnete zu diesen Versammlungen.

Die Schweizer Geschichte kann man nur verstehen, wenn man auch die Geographie des Landes, welche die Entwicklung der Gesellschaft entscheidend beeinflusst hat, berücksichtigt. Der Staat Schweiz, den wir heute kennen, erhielt seine jetzige Gestalt erst 1848.
Vor dieser Zeit kann man nicht von einer eigentlichen Schweizer Geschichte sprechen.
Es ist die Geschichte verschiedener Territorien, die bis 1848 allmählich zur heutigen Schweiz zusammengewachsen sind.


Wir stammen sehr wohl zum Grossteil von den Alamannen, den heutigen Deutschen ab.

Die Alamannen (früher als Alemannen bezeichnet) bilden zusammen mit den keltischen Helvetiern und den Römern die Vorfahren der heutigen einheimischen Bevölkerung der Deutschschweiz.
Auf ihren prägenden Einfluss ist es zurück zu führen, dass heute vom Rhein bis zu den Alpen Deutsch gesprochen wird, während in der Westschweiz die Burgunder, wie die Franken in Frankreich ein germanischer Stamm,
die lateinische Sprache der Römer übernahmen, aus der sich im Laufe der Jahrhunderte das heutige Französisch entwickelte.
In der Volks- und Mundartkunde bezeichnet heute "alamannisch" die Sprache und Kultur der südwestdeutschen Gebiete Elsaß (seit dem 1. Weltkrieg französisch) und Baden (Deutschland), der Deutschschweiz und Vorarlbergs (Österreich).

Herkunft der Alamannen
Die Alamannen (Alemannen) waren ein westgermanischer (und damit wie die Kelten und Römer indoeuropäischer) Stammesverband, zu dem unter anderen die Sueben (Schwaben) gehörten.
Sie siedelten in den ersten Jahrhunderten nach Christus an der Elbe, wanderten aber unter dem Druck der von Osten her einwandernden Goten südwärts.
Die Römer hatten ihr Einflussgebiet nach der Eroberung Galliens (Frankreichs) im 1. Jahrhundert n. Chr. bis an den Main ausgedehnt und sicherten die Grenzlinie Rhein - Main - Neckar ab 83 n. Chr. mit einer Grenzbefestigung aus Schutzwall, Mauer und Wachttürmen (Limes).
Um 213 im stiessen die Alamannen im Maingebiet erstmals mit den Römern kriegerisch zusammen, siedelten aber vorerst nordöstlich des Limes. Fortan ging es gegen Süden.

Gruss  pattran


An Ferdinand:
ich habe jetzt keine Zeit Dir auf Dein ausführliches Posting zu antworten.
Werde es morgen gerne nach holen.
Gruss
pattran

EDIT: Abgetrennt, Titel geändert





Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 10. August 2009, 23:30:38

@pattran

Soweit ist deinen Ausführungen zur schweizer Geschichte nicht zu widersprechen.
Man könnte allerdings noch näher auf die Neuzeit eingehen.

Bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges, in dem ganz Deutschland verwüstet wurde und ca. 30% der damaligen deutschen Bevölkerung den Tod fand, während sich französische, spanische, schottische, dänische, schwedische und kroatische Truppen auf deutschem Boden einen Kampf lieferten, war die Schweiz Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Z.B. die bekannte, heute württembergische Stadt Rottweil war bis 1802, bis zur Zerschlagung des HRR durch das revolutionäre Frankreich, offiziell der schweizer Eidgenossenschaft zugehörig, während weite Teile des heutigen Baden-Württembergs und Bayerns österreichisch waren.

Den damaligen Schweizern ging es nicht darum eine neue Nation zu erfinden, sondern darum ihre Rechte gegen den Adel durchzusetzen.
So wie es auch in deutschen Freien Reichsstädten, den Hansestädten und einigen ländlichen Gebieten im HRR Freiheiten und teilweise autonome Bürgerrechte/Bauernrechte gab.
Man denke in diesem Zusammenhang auch an den Deutschen Bauernkrieg und die vielen, weiteren militärischen Auseinandersetzungen zwischen Städten, Rittern und Landesherren im HRR im 15. und 16. Jahrhundert.

Der Zeitraum zwischen ca. 1450 und 1650 ist übrigens eine der mitteleuropäischen Epochen die mich in historischer Hinsicht am meisten faszinieren.
Zu erwähnen ist hierbei auch der Herzog von Burgund, Karl der Kühne, dessen Leben mit Hilfe der Eidgenossen in der Schlacht bei Nanzig 1477 beendet wurde und dessen Herzogtum Burgund infolge dessen in den Besitz Maximilian I. von Habsburg überging, durch Heirat mit Karls Tochter und Erbin Maria.
Was den Beginn darstelle für den französisch-habsburgischen und später französisch-deutschen Gegensatz und die Rivalität zwischen Deutschland und Frankreich bis 1945.
Währenddessen nach der Reformation Deutschland meist der Unterlegene gegenüber Frankreich war, bis zur deutschen Einigung 1870/71 und den letzten drei Kriegen, zwischen 1870 und 1940, zwischen Frankreich und Deutschland.
In einer jahrhundertelangen Reihe französischer Aggression und kriegerischer Auseinandersetzungen.

Wenn ich schon mit der S-Bahn von Lörrach nach Riehen oder Basel gefahren bin, oder aus der Konstanzer Altstadt über die Grenze nach Kreuzligen gelatscht bin, habe ich keinen Schock aufgrund einer etwaig fremden Kultur bekommen.
So wie man wahrscheinlich auch keinen Kulturschock bekommt wenn man den Kanton Schaffhausen durchquert um die BRD-Exklave Büsingen zu erreichen.
Wo teilweise BRD-deutsches und schweizer Recht gleichzeitig gilt und deutsche und schweizer Polizisten gleichzeitig Befugnisse ausüben.

Während ich die schweizerdeutschen Dialekte relativ problemlos verstehe, verstehe ich von manchen niederdeutschen Dialekten kaum ein Wort.
Da meine Mutter jahrelang in der Schweiz gearbeitet hat, in den 50er Jahren als die Firma Bosch Arbeitsplätze in der Schweiz geschaffen hat, habe ich auch zeitweilig Halbwaisenrente aus der schweizer Rentenkasse bezogen.
Ich hoffe das macht mich in deinen Augen nicht zum Schmarotzer.
Ich war folglich, wie astronaut, ein schweizer Rentner.  :D

Mein Vater war, wie schon erwähnt, Österreicher.

Mir geht es auch nicht darum den Schweizern ihre staatliche Souveränität gegen ihren Willen abzusprechen, sondern mir geht es um die gemeinsamen Wurzeln und um die kulturelle Zusammengehörigkeit aller heutigen, deutschen Staaten.
Mit Österreich oder Luxemburg ist die Geschichte wiederum anders als mit der Schweiz.
Die Österreicher z.B. haben bis 1866 Deutschland regiert und wollten bis 1945/1955 immer die deutschesten aller Deutschen sein.
Bis nach dem 2. WK viele Österreicher plötzlich ein totaler, kollektiver Gedächtnisverlust ereilt hat.
Mit einem Schlag sollte ein Jahrtausend deutscher Geschichte völlig vergessen sein.
Dass die Millionen Sudetendeutschen, Ungarndeutschen usw. die in die BRD geflohen sind ja Österreicher waren hat auch niemanden mehr interessiert.
Kamerad Schnürschuh hat versucht sich völlig neu zu erfinden.


Gruß
Ferdinand

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 11. August 2009, 01:32:02
Man darf ruhig ergänzen, dass der 1. August  1291 und der daraus resultierende Nationalfeiertag aus einer Schätzung heraus resultiert. Dies ist mittlerweile zur genüge dokumentiert.

In einem Punkt verhalten sich meine Landsleute ähnlich wie Thais. Wären sie Buddhisten, würden sie in Altdorf vor dem Wilhelm Tell Denkmal sogar einen Wai machen. Es gibt tatsächlich nicht wenige Bürger, die Friedrich Schillers Romanfigur als wahrhaftige Geschichte ansehen.

Geschichtlich darf ruhig erwähnt werden, dass das heutige Schweizer Territorium vor dem 19 Jh.  aus einem zerstrittenen Haufen bestand, der sich regelmässig in brutalen Bürgerkriegen mass. Die sogenannte Helvetische Revolution gegen Ende des 18 Jh. (1798 mit der ersten helvetischen Hauptsadt Aarau !) war letztenendlich spätestens 1802 an der zentralistischen Handhabung infolge Borniertheit gescheitert.

Napoleon Bonaparte beendete diese mit der aufgezwungenen Mediationsverfassung 1803, also dem Vorreiter des verankerten Föderalismus in der Bundesverfassung von 1848.  Der Jura, Neuenburg und Genf und später das Wallis wurden Frankreich einverleibt und kamen erst nach 1815 (Wiener Kongress) wieder zu ihren alten Grenzen.

Tut manchmal gut, einige Sachen ins richtige Licht zu rücken. Da gäbe es noch soviel mehr zu berichten. Wir Schweizer tun uns nämlich schwer, sich mit den tatsächlichen Gegebenheiten, ausserhalb überlieferten Legenden Stories wie des Guillermo Tell, auseinanderzusetzen.

 Mir wurde selber in den 70er Jahren noch in der Schule  die Unverwundbarkeit der Schweiz während des II.WK vermärchenonkelt.  :'( Erst später durch neuzeitliche Aufklärung und u.a dieBergier Kommisison änderten auch die Geschichtsbücher diesbezüglich an den Lehranstalten.


Uebrigens ich fühl mich nicht als Nestbeschmutzer beim nennen von Tatsachen. Anfangs 80er Jahre hörte ich viel den Spruch "ein Oneway Ticket  nach Moskau! "  :D von eben gerade diesen Geschichtsromantikern.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 11. August 2009, 04:25:43
Nun pattran und Ferdinand, ich gebe zu, vertieft verfügt ihr mit Sicherheit Geschichte betreffend über mehr Sachkenntnis als ich, in der Schule glänzte ich nicht allzusehr in Benotung, wohl weiss ich, dass es Sempach, Morgarten und solches gab, aber detailliert gefordert wäre ich ziemlich schnell überfordert.
Trotzdem, eines stösst mir hier etwas auf und das ist ja in der Schweiz selbst im Parlament eine umstrittene Sachfrage.
Die einen, vor allem Christoph Blocher und sein Gefolge, bestehen auf 1291 als Gründungsjahr der Schweiz,
andere Kräfte berufen sich auf 1848, das Jahr der in Kraft getretenen Verfasung.

Da herrscht offensichtlich Uneinigkeit. In Ermangelung besseren Wissens,  ich unwissentlich auch nicht Behauptungen aufstellen will, stell ich hier einfach mal die Frage in diesem Sinne in den Raum, wobei ich anmerken möchte, dass es irgendwo doch auch noch Sinn machen muss, dass die Schweiz mit ihrem internationalen Zeichen immer noch mit dem altehrwürdigen Confederation Helvetica dasteht. Dafür muss es doch auch eine Erklärung geben.
Danke für die Antworten.

Gruss astronaut007
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 11. August 2009, 05:25:15

@Ozone Heute

""ein Oneway Ticket nach Moskau""

Wenn diese von Dir erwähnten "Geschichtsromantiker" es so gesagt haben, dann konnten sie doch
tatsächlich und zumindest

"english spucken", was ich schwer bezweifle.  ;)  :)  :D  ;D

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 11. August 2009, 09:50:11
"ein Oneway Ticket nach Moskau""

Wenn diese von Dir erwähnten "Geschichtsromantiker" es so gesagt haben, dann konnten sie doch
tatsächlich und zumindest

"english spucken", was ich schwer bezweifle.  ;)  :)  :D  ;D

@Cee
Konnten sie, gebildet durch damals gerade aktuelles TE (Trivial Englisch), Made in Germany aus der Hitparade  :-)

One way Ticket (Eruption)
http://www.youtube.com/watch?v=Zx7fFnxNH4U

Moskau konnten sie auch aussprechen. Dschingis Khan (Moskau)
http://www.youtube.com/watch?v=pWi4sqYLTJY

Dagegen bin ich eher der Überzeugung dass die BRD-Deutschen historisch und geographisch viel mehr Kontakt zu anderen Völkern und Kulturen hatten und daher über eine größere interkulturelle Kompetenz verfügen.

Ersteres kann man sicher so stehen lassen. Ob man daraus eine grössere interkulturelle Kompetenz ableiten kann, ist  eine typische Ferdinand Interpretation. Somit haben die Hunnen und deren Nachfolger auch mehr interkulturelle Kompetenz ? ??? >: Also noch vor den Deutschen ?

Die Schweizer waren historisch im Ausland kaum vorhanden, dafür eher berühmt und berüchtigt in Söldnerdiensten (inkl. der Oberpfaffen Hüter im Vatikan).  Es gibt überlieferte Konstellationen, wo sich  Bauern-Landsleute aus demselben Tal/Dorf bewaffnet gegenüberstanden, auf unterschiedlichen Gehaltslisten einer 3. Armee.



Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 11. August 2009, 10:08:14
Hallo Ozone, danke für den Eruption-link. Weisst du zufällig noch, wie die Leadsängerin der Gruppe hiess, sie machte danach noch solo ein paar herrliche Aufnahmen, allein der Name fällt mir nicht mehr ein. Kannst du mir dabei helfen oder muss ich schon zum Arzt?

Zu diesem Neuro-äh-Sportsfreund? :D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Louis am 11. August 2009, 10:16:30
Uebrigens ich fühl mich nicht als Nestbeschmutzer beim nennen von Tatsachen. Anfangs 80er Jahre hörte ich viel den Spruch "ein Oneway Ticket  nach Moskau! "  :D von eben gerade diesen Geschichtsromantikern.

Ist das die Schweizer Version des Spruchs "Dann geh doch nach drüben?" Seit 1989 kann man das allerdings nicht mehr sagen.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 11. August 2009, 10:19:21
Uebrigens ich fühl mich nicht als Nestbeschmutzer beim nennen von Tatsachen. Anfangs 80er Jahre hörte ich viel den Spruch "ein Oneway Ticket  nach Moskau! "  :D von eben gerade diesen Geschichtsromantikern.
Ist das die Schweizer Version des Spruchs "Dann geh doch nach drüben?" Seit 1989 kann man das allerdings nicht mehr sagen.

Genau Louis, so wars gemeint. Seit 1989 gibts auch bessere Geschichtsbücher  :-)

Hallo Ozone, danke für den Eruption-link. Weisst du zufällig noch, wie die Leadsängerin der Gruppe hiess, sie machte danach noch solo ein paar herrliche Aufnahmen, allein der Name fällt mir nicht mehr ein. Kannst du mir dabei helfen oder muss ich schon zum Arzt?

Sie hiess Belladonna Off Topica  ;D  Nicht zu verwechseln mit Belladonna of Tropica, die wohnt nämlich bei mir zu Hause. :P
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 11. August 2009, 10:32:02
Falsch Ozone, Precious Wilson, hab sie über google gefunden. 8)

Trotzdem, danke für den Tip. :D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: menetekel am 11. August 2009, 11:50:27
Zitat Louis: "Ausflüge in die Schweizer Geschichte (woher kommt der Emmenthaler oder gar die Kuckucksuhr) dürfen gern hier abgehandelt werden"

Die Kuckucksuhr kommt aus dem Schwarzwald. Und der liegt in Deutschland.
Aus der Schweiz kommen überhaupt nur Schokolade, Uhrwerke und schwierige Finanzprodukte die die Weltwirtschaft an den Rand des Untergangs bringen.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 11. August 2009, 11:55:21
schwierige Finanzprodukte

Das Produkt ist super, allein die Gier verursachte falsches umgehen damit, woran nicht unbedingt die Schweizer Schuld tragen, sie liessen sich durch andere verleiten.
Aber das wäre ein neues Thema.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: menetekel am 11. August 2009, 12:24:18
Das Produkt ist super, allein die Gier verursachte falsches umgehen damit, woran nicht unbedingt die Schweizer Schuld tragen, sie liessen sich durch andere verleiten.

Wer war zuerst da, die Henne oder das Ei ?
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Isan Yamaha am 11. August 2009, 13:29:13
Der Käse wird aus Milch gemacht? ???
Die Uhren aus Holz? --C
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 11. August 2009, 13:37:03
Der Käse wird aus Milch gemacht? ???
Die Uhren aus Holz? --C

Isaan Yamaha, da ist dir ein Fehler passiert, die Banken sind aus Holz, die Uhren aus Stein und der Käse nicht aus Milch, sondern aus Kühen. Mit dem Rohstoff soll man ja genau sein, sonst kommen die Prüfer. :D
Die Banken betreffend ist man noch forschend, aus welchem Material das daraufsitzende ist. :D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Isan Yamaha am 11. August 2009, 13:44:05
Der Käse wird aus Milch gemacht? ???
Die Uhren aus Holz? --C

Isaan Yamaha, da ist dir ein Fehler passiert, die Banken sind aus Holz, die Uhren aus Stein.
Die Banken betreffend ist man noch forschend, aus welchem Material das daraufsitzende ist.

Aus Wasser und Gewebe. :D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Louis am 11. August 2009, 14:02:09
Zitat Louis: "Ausflüge in die Schweizer Geschichte (woher kommt der Emmenthaler oder gar die Kuckucksuhr) dürfen gern hier abgehandelt werden"

Die Kuckucksuhr kommt aus dem Schwarzwald. Und der liegt in Deutschland.
Aus der Schweiz kommen überhaupt nur Schokolade, Uhrwerke und schwierige Finanzprodukte die die Weltwirtschaft an den Rand des Untergangs bringen.


Das weiß ich. Es war eine Anspielung für Cineasten.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: hobanse am 11. August 2009, 14:38:19
"und schwierige Finanzprodukte die die Weltwirtschaft an den Rand des Untergangs bringen."

nicht die Schweizer, nein die Lehman Brother, Goldman und Sachs und die Madoffs, deren Vorfahren schon vor 2009 Jahren in den Tempeln von Palestina Geld verliehen haben! ;)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 11. August 2009, 15:01:52

@Ozone & pattran

Interessant etwas über die schweizer Geschichte aus der Perspektive von Schweizern zu erfahren.
Was die schweizer Geschichte betrifft kenne ich nur einige, wichtige Eckdaten.
Unter anderem die Schlacht bei Sempach 1386, in der die habsburger Ritter durch die eidgenössischen Fußtruppen geschlagen wurden und auch der Winkelried Mythos geboren wurde.

Diese Schlacht war mit der Sporenschlacht in Flandern und der Schlacht von Azincourt in Frankreich eine der Meilensteine beim Verlust der militärischen Bedeutung des Ritterstandes. In dessen Folge die Ritter militärisch, nicht aber administrativ, durch Infanterie und Kavallerie ersetzt wurden. Der österreichische Herzog Leopold III. fiel ebenfalls in besagter Schlacht.

Das nächste mir bekannte Ereignis ist die Schlacht bei Pavia 1525 im heutigen Norditalien, wo Franzosen, Italiener und Eidgenossen dem deutschen und spanischen Heer unterlagen.
Diese Schlacht ist mir vor allem auch deshalb ein Begriff weil die deutsche/habsburgische Seite vom berühmten, deutschen Landsknechtsführer Georg von Frundsberg geführt wurde.
Der der Legende nach zu Martin Luther vor dem Wormser Reichstag den berühmten Satz gesagt haben soll: „Mönchlein, Mönchlein, du gehst einen schweren Gang!“.
Von Frundsberg stammt auch der bekannte Leitspruch: „Viel Feind, viel Ehr!“.
Im 2. WK wurde die SS-Division Frundsberg nach ihm benannt, der Günther Grass angehörte.

Interessant ist auch dass der berühmte, deutsche Reichsritter und Humanist Ulrich von Hutten 1523 auf der Insel Ufenau im Zürichsee an Syphilis gestorben ist.

Herausragend war sicherlich auch der Schwabenkrieg von 1499, seitdem die Schweizer alle Deutschen nördlich des Rheins für Schwaben halten.

Die Schweizer Infanteristen genossen im späten Mittelalter den Ruf als beste Soldaten Europas und waren als Söldner, Reisläufer, begehrt, bis sie diesen Nimbus etwas an deutsche Landsknechte verloren.
Der letzte Nachfolger der eidgenössischen Reisläufer ist die heute noch existierende Schweizergarde des Papstes.
Im 17. und 18. Jahrhundert unterhielten mehrere europäische Höfe eine Leibgarde aus schweizer Söldnern.

Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Schweizergarde des französischen Königs.
In der französischen Revolution, beim Sturm der Pariser Bevölkerung auf den Tuilerienpalast, fielen ca. 760 Gardisten der insgesamt 1100 Mann starken schweizer Leibwache Ludwigs XVI.
Das Löwendenkmal in Luzern erinnert heute noch daran.
Eine kleine Ironie bei dieser Geschichte ist ja dass die freien Schweizer ihr Leben für die Verteidigung des „Tyrannen“ opferten.

Ansonsten kenne ich nur noch den Sonderbundskrieg von 1847, soviel ich weiß die letzte militärische Auseinandersetzung zwischen schweizer Kantonen untereinander.
Hier im Forum hat ja einmal ein Schweizer erzählt dass es vor ca. 20 Jahren noch einmal zu einer innerschweizer Auseinandersetzung gekommen sein soll, um die weitere Teilung eines kleinen schweizer Kantons, weil die einen katholisch sind und die anderen evangelisch, oder irgendwie so.

Erwähnenswert ist auch der Umstand dass die Hexenverfolgung ihr Zentrum in Mitteleuropa/Deutschland hatte, doch in der Schweiz angeblich noch einmal etwas intensiver und länger praktiziert wurde als im restlichen Mitteleuropa.
So fand einer der letzten Hexenprozesse in Europa 1782 in der Schweiz statt.


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 11. August 2009, 15:23:39
Hallo Ferdinand, die neuzeitliche, innere Spannung, aus dem der Kanton Jura entstand, war vor etwas über 30 Jahren. Über die Entstehungsgeschichte dessen habe ich einen interessanten link gefunden, so es dich interessieren sollte.

http://www.memreg.ch/dossier.cfm?action=show&id=119
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 11. August 2009, 16:02:34

@Ozone
Zitat
Ersteres kann man sicher so stehen lassen. Ob man daraus eine grössere interkulturelle Kompetenz ableiten kann, ist  eine typische Ferdinand Interpretation. Somit haben die Hunnen und deren Nachfolger auch mehr interkulturelle Kompetenz ?   Also noch vor den Deutschen ?

Ich weiß, aber du musst meine, hier von dir aufgegriffene Aussage im Zusammenhang mit den vorhergehenden Beiträgen von astronaut und pattran sehen.
Auf komische Anmache kommt eben auch mal ein blöder Spruch zurück.  :)


@astronaut


Die Festlegung des Entstehungszeitpunktes ist immer so eine Sache.
Ob man im Falle der Schweiz 1291, 1648, 1815 oder 1848 bestimmen kann vermag ich nicht zu sagen.
Vor allem die Frage bis zu welchem Zeitpunkt war die Schweiz nur ein Bündnis unter einzelnen Kantonen und ab wann ein souveräner Staat im völkerrechtlichen Sinne.

Der deutsche und vor allem auch der italienische Einigungsprozess war ja schon recht kompliziert, im Vergleich zu England, Frankreich usw..
Und in der Schweiz war es noch einmal „kleinteiliger“.
Genauso kann man sich fragen wann „Deutschland“ entstanden ist, dem die Schweiz ja mindestens bis zum Westfälischen Frieden 1648 auch staatsrechtlich und offiziell angehörte.

In der Varusschlacht 9. n.Chr., mit dem Vertrag von Verdun 843, bei der Schlacht auf dem Lechfeld 955, durch die Krönung Otto des Großen 962 zum römisch-deutschen Kaiser, in den Befreiungskriegen 1813-15, in den bismarckschen Einigungskriegen 1864-71, oder mit der Gründung der BRD 1949, oder der Wiedervereinigung 1990 und Erlangung der Souveränität mit Inkrafttreten des Zwei-plus-Vier-Vertrages 1991.

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag ist auch so ein Ding.

Es ist schon extrem wie sich Geschichte bewegt.
Wie Völker und Staaten entstehen, größer und kleiner werden und schließlich wieder vergehen. Und wie alle Abläufe miteinander zusammenhängen und welche enorme Auswirkungen teilweise Zufälle haben können.

Wenn man bedenkt, dem heutigen Deutschland wurden ca. 35% seines Staatsgebietes geraubt in den letzten 100 Jahren.
Oder Österreich, Österreich war bis vor 100 Jahren eine Weltmacht, mit Hochseeflotte.
Bis Österreich von den Siegermächten 1955 zu einer kleinen Alpenrepublik mit diktiertem Bündnisverbot degradiert wurde.

Oder wie schnell und vollständig im 20. Jahrhundert die mächtigen Imperien zerbrochen sind, das British Empire und die Sowjetunion. Das sollte eine Mahnung für alle sein.

„Sic transit gloria mundi.“


(So vergeht der Ruhm der Welt)


Gruß
Ferdinand

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Grüner am 11. August 2009, 16:07:07
Die Banken betreffend ist man noch forschend, aus welchem Material das daraufsitzende ist. :D

Auf der DEUTSCHEN BANK hockt jedenfalls schon mal ein Schweizer.

So fand einer der letzten Hexenprozesse in Europa 1782 in der Schweiz statt.

War das wohl ne eigene oder ne importierte Hexe?
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: menetekel am 11. August 2009, 16:54:52
So fand einer der letzten Hexenprozesse in Europa 1782 in der Schweiz statt.

War das wohl ne eigene oder ne importierte Hexe?

Das war noch bevor die Schweizer nach Deutschland eingemeindet wurden.
Heute wollen sie davon nix mehr wissen :-)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 11. August 2009, 17:14:28

@Ferdinand Heute

"So fand einer der letzten Hexenprozesse in Europa in der Schweit statt."

Du meinst die Anna Göldin? Das Drama wurde überigens verfilmt.

Weisch Ferdi, die Schweizer sind halt etwas langsam.  :-)

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 11. August 2009, 20:16:16
Geier - Aasgeier - Allgeier  (Allgaeuer)
Das Allgaeu ist ein Gebiet am Rande der westlichen bayerischen  Alpen. Von diesem Gebiet ging im Jahre 923 ein Erkundung aus, in ein Gebiet das heute die "Schweiz" heist.
Bei dieser Erkundung wurde auch das beruehmte "Emmenthaler" Rezept in die "Schweiz" gebracht. Man kann also sagen das die Wurzeln der Schweiz im Allgaeu liegen.

Nun das ist mir neu:
   
Emmentaler Switzerland ist ein vollfetter Hartkäse, dessen Ursprung irgendwo im Emmental des 13. Jahrhunderts liegt. Mit der Entstehung der ersten Talkäsereien um 1815 begann sich die Emmentalerherstellung stark auszudehnen, d.h. auf das ganz Jahr verteilt und über die Grenzen des Kantons Bern hinaus. Heute wird Emmentaler Switzerland in den Kantonen Aargau, Bern, Glarus, Luzern, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich sowie in Teilen des Kantons Freiburg produziert. Die Produktions­menge beträgt 32'000 Tonnen pro Jahr.

Typische Merkmale von Emmentaler Switzerland sind neben seinen imposanten Massen (Durchmesser 80–100 cm, Gewicht durchschnittlich 95 kg) eine schöne Kirschlochung und der unverwechselbare nussige, im Alter zunehmend würzige Geschmack.

Emmentaler Switzerland wird hergestellt aus frischer Rohmilch von Kühen, die silofrei gefüttert werden. Ausser Milch, Labstoff, einheimischen Bakterienkulturen, Wasser und Kochsalz sind bei der Herstellung und Reifung keine Zutaten oder Hilfstoffe erlaubt.
http://www.alp.admin.ch/dienstleistungen/00638/00809/00821/index.html?lang=de

Woher wie Schweizer alle kommen?
Auf jeden Fall ein bunt gemischter Laden.

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: thai.fun am 11. August 2009, 20:36:12
Typische Merkmale von Emmentaler Switzerland sind neben seinen imposanten Massen (Durchmesser 80–100 cm, Gewicht durchschnittlich 95 kg) eine schöne Kirschlochung und der unverwechselbare nussige, im Alter zunehmend würzige Geschmack.

Typische Merkmale von Emmentaler Switzerland sind neben seiner Zähen Masse, auch die Riesen Löcher, durch die sich die Ausländer schleichen können! Die kleine Schweiz mit 20% Ausländeranteil hat das grösste Herz Europas! Oder?

MG
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 12. August 2009, 11:40:34
So liebe Gemeinde,
wir fahren heute für 3 Tage nach Lugano.
Das Wetter im Tessin ist herrlich, Sonnenschein pur und über 30 Crad warm.
Was will man mehr.

Bis später

pattran

Für alle die den Südzipfel der Schweiz nicht kennen:
http://www.lugano-tourism.ch/de/32/touristinformationen.aspx
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 12. August 2009, 11:49:05
Pattran, Grüsse an den Ceneri!
Hoffe, fährst mit Motorrad runter, ist herrlich.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 12. August 2009, 11:54:35
Hallo astronaut007

Nein wir fahren mit dem Auto, es geht über die San Bernardino Route.
Wir haben übrigens jetzt neu eine tolle Umfahrung von Zürich mit
dem neuen Uetlibergtunnel.
In 2 Stunden fahren wir los.
Bin kein Motrorradfahrer, habe aber einen chicen Sportwagen.

Grüessli nach Pattaya

pattran
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 12. August 2009, 11:58:04
Dann würd ich von dir (ich las Schlieren) Luzern-Brünig-Susten-Gotthard-Variante fahren. Gotthard auf keinen Fall den Tunnel!
Viel, viel Spass.
Mittagessen Raum Innertkirchen.

Ansonsten ist San Berhardino oben drüber statt durchs Tunnel auch sehr schön.

Grüessli astronaut007
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Grüner am 12. August 2009, 15:50:51
Die Schweiz, das ist heute nur noch Stadtlandschaft und Schnellstraße mit ein paar Alpenschnipseln drin. Der Klimawandel wird weite  Gebiete durch gewaltige Erdrutsche unbewohnbar machen.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 12. August 2009, 19:59:42
Bist du aber komisch drauf heute Grüner!
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 13. August 2009, 01:03:33


Also ich mag die Schweiz und in gewisser Weise bewundere ich sie auch.


Nachfolgend möchte ich noch einen Beweis dafür aufzeigen zu welch frühem Zeitpunkt sich die besondere interkulturelle Kompetenz der Deutschen schon gezeigt hat.

Um die damaligen Rahmenbedingungen zu erläutern muss ich jedoch etwas ausholen.
Da die Schweiz ja bis 1648 Bestandteil des 1. Reichs gewesen ist handelt es sich beim nachfolgenden Thema in gewissem Sinne auch um ein Stück schweizer Geschichte.

Bis ins 16. Jahrhundert, bis zur Schwächung des Reichs durch die Reformation, und bis zum Aufstieg der neuen Kolonialmächte Spanien, England und Frankreich, war das HRR das politische und kulturelle Zentrum Europas und die besagten Länder stellten eher noch ein Randgebiet dar.  
Der Habsburger Karl V. (1500 – 1558) war in Personalunion Römisch-Deutscher Kaiser, Erzherzog von Österreich, König von Spanien, Herzog von Burgund... .
Alle Titel Karls V. hier aufzulisten würde eine halbe DinA4 Seite in Anspruch nehmen.
Sein nachgeborener Bruder Ferdinand I. war ab 1521 Erzherzog von Österreich, König von Böhmen und König von Ungarn.

Mit den Philippinen, und seinen afrikanischen und amerikanischen Kolonien herrschte Kaiser Karl V. über ein Weltreich in dem die Sonne nie unterging.  
Karl V. war somit einer der mächtigsten Männer seiner Zeit, seine Position in etwa vergleichbar mit dem damaligen Kaiser von China und dem Osmanischen Sultan.
Wobei seine Macht weniger despotisch und durch Gesetze und die Reichsstände eingeschränkter war als die Macht der beiden Letztgenannten, da das Herrschaftssystem im christlichen Abendland traditionell anders strukturiert war als im Orient.

Zur selben Zeit erwarben zwei süddeutsche, schwäbische Kaufmannsfamilien aus Augsburg, die Fugger und die Welser, durch verschiedene Unternehmungen, darunter Import-Export, Bankgeschäfte und Bergbau, in der damals noch relativ neuen Geldwirtschaft einen unerhörten Reichtum.
Das Vermögen Jakob Fuggers, genannt „der Reiche“, soll im Vergleich zur Gegenwart die gesamte Kapitalkraft der 100 größten, internationalen Konzerne überstiegen haben, also General Electric, Microsoft, Honda, ExxonMobil, Volkswagen usw..

Diese Kapitalmacht verschaffte den Fuggern einen sehr großen politischen Einfluss und brachte vor allem die ständig geldbedürftigen Habsburger Kaiser jener Zeit in starke Abhängigkeit zu ihren Gläubigern.
Das Buch „Kauf dir einen Kaiser: Die Geschichte der Fugger“ von Günter Ogger, schildert die damaligen Zusammenhänge.

Noch heute besteht in Augsburg die 1521 erbaute „Fuggerei“, die älteste, noch bestehende Sozialsiedlung der Welt.
Die Bedingungen um dort wohnen zu dürfen sind für die heutigen 150 Bewohner immer noch die gleichen wie vor fast 500 Jahren.
Ein Bedürftiger muss Augsburger und katholisch sein und täglich drei Gebete für den Stifter und seine Familie entrichten, um für eine Jahreskaltmiete von umgerechnet 0,88 Euro eine Wohnung in der Fuggerei beziehen zu können.
Das Wort „fuggern“ hat als Synonym für – handeln, schachern - Eingang in die Umgangssprache gefunden.
Noch heute gibt es eine Fugger Bank:

fuggerbank-infoportal.de/home/home.php


Durch die militärischen Innovationen dieser Zeit, die schwersten Belagerungsgeschütze mussten von bis zu 12 Ochsen gezogen werden, und durch die Söldnerheere die im Gegensatz zu den lehnspflichtigen Ritterheeren direkt und möglichst pünktlich bezahlt werden mussten, waren die Fürsten und vor allem die umtriebigen Habsburger in ständiger, massiver Geldnot.

Jetzt zurück zur überragenden, interkulturellen Kompetenz der Deutschen:

Da Karl V. nicht in der Lage war seine enormen Schulden bei den Welsern zu tilgen verpfändete er ihnen stattdessen im Jahre 1528 zum Ausgleich Klein-Venedig, einen Teil Venezuelas.
Die Kolonialverwaltung der Welser erwies sich jedoch als Fehlschlag.
Alle drei im Laufe der Zeit entsandten deutschen Gouverneure, Ambrosius Ehinger, Georg Hohermuth von Speyer und Philipp von Hutten, starben in Venezuela, zwei davon eines gewaltsamen Todes.
So wurde den Welsern die Kolonie im Jahr 1556 wieder entzogen.
Über die deutsche Herrschaft in Venezuela schrieb der zeitgenössische, spanische Missionar Bartolome des Las Casas:

„Die Deutschen sind schlimmer als die wildesten Löwen. Aus Habgier handeln diese menschlichen Teufel viel brutaler als alle ihre Vorgänger.“

 ;D

deutsche-schutzgebiete.de/venezuela.htm


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Morrison am 13. August 2009, 01:20:25
Endlich! Da ist er! Der Thread über die glorreiche schweizer Geschichte.

Ich fiebere schon den Schilderungen entgegen, wie die wehrhafte Schweiz (im Vergleich zu ihren ausgeklügelten, praktisch uneinnehmbaren  Alpenbunkern waren die 36 Chambers der Shaolin ein sonntäglicher Spaziergang)  das ganze Nazigold in Empfang nahm, nur um dadurch Hitler-Deuschland perfide zu schaden, das legendäre, leider mittlerweile obsolete Bankgeheimnis, das gerechterweise Steuerhinterzieher, die mal ein oder 2 Nullen vergessen hatten,  schützte, aber bei Steuerbetrug wegen 2 Franken gnadenlos zuschlug (Vorsicht! Logik nur für Eidgenossen verständlich) bis hin zu der neuesten Errgungeschaft der Schweiz: Die wunderbare, segenbringende Komplementärmedizin auf Krankenschein.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 13. August 2009, 03:05:17

@Morrison Heute

Hast gut aufgepasst, Morrison, bist ja richtig postmodern!  ;)

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: thaiman † am 13. August 2009, 17:52:20

Jeder echter Schweizer kennt
das Datum 24.12.1135









                                                                                                                   es war Heiligabend
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 17. August 2009, 15:52:51
Hallo Ferdinand

da bin ich wieder einmal in diesem Thread. Dieser Thread wurde nicht von mir eröffnet, es war eine Antwort auf astronauts Posting in einem anderen Thread an Dich. Dieses Posting wurde von Louis in einen eigenen Thread verschoben. Nun bin ich also der Eröffner des Threads "Schweizer Geschichte".

Ich habe Deine Postings mit Interesse gelesen und auch neues dazu gewonnen. Du scheinst ja ein Historiker zu sein? Vielen Dank.

Der Staat Schweiz entwickelt sich über die Jahrhunderte hinweg aus einem losen Zusammenschluss der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden (Rütlischwur 1291) zum heutigen aus 26 Kantonen bestehenden Bundesstaat.
Es gab Zeiten, in denen der lose Staatenbund wegen der unterschiedlichen Interessen der Mitglieder auseinander zu brechen drohte.
Die Schaffung der ersten bundesstaalichen Verfassung 1848 festigt den Willen der Kantone zur dauerhaften Zusammenarbeit zugunsten des Gemeinwohls und förderte sowohl die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes und ist somit für mich das Gründungsjahr der heutigen Schweiz..

Die Verfassung von 1848 besteht heute noch und wurde letztmals 1999 total revidiert.

Wir feierten 1991 "700 Jahre Eidgenossenschaft", die eigentliche Schweiz gibt es aber erst seit 1848. Der Rahmen der Feier, 150 Jahre Bundesverfassung von1998 war eher klein, in diesem Jahr wurde die Bundesverfassung revidiert, die dann am 18. April 1999 durch eine Volksabstimmung mit einem breiten Mehr angenommen wurde.

Das ist meine Schweiz.

Gruss

pattran :)

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Profuuu am 17. August 2009, 23:53:37
Vielleicht sollte man Napoleon nicht vergessen. Er gliederte die Schweiz in Verwaltungsbezirke, sehr ähnlich, wie sie heute sind.

Kleine Anekdote am Rande. In der Berner Innenstadt haben die Strassenschilder gewisser Quartiere unterschiedliche Farben pro Quartier. Mir wurde erzählt, dass diese Farben auf Napoleon zurückgehen. Seine Garnisonen hatten es so leichter zumindest ihr Quartier zu erkennen, da die fremden Strassennahmen zu kompliziert für sie waren. Napoleon teilte seinen Garnisonen einfach Farben zu. Die konnten sie sich leicht merken.   
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 18. August 2009, 14:17:00
Endlich! Da ist er! Der Thread über die glorreiche schweizer Geschichte.

Ich fiebere schon den Schilderungen entgegen, wie die wehrhafte Schweiz (im Vergleich zu ihren ausgeklügelten, praktisch uneinnehmbaren  Alpenbunkern waren die 36 Chambers der Shaolin ein sonntäglicher Spaziergang)  das ganze Nazigold in Empfang nahm, nur um dadurch Hitler-Deuschland perfide zu schaden, das legendäre, leider mittlerweile obsolete Bankgeheimnis, das gerechterweise Steuerhinterzieher, die mal ein oder 2 Nullen vergessen hatten,  schützte, aber bei Steuerbetrug wegen 2 Franken gnadenlos zuschlug (Vorsicht! Logik nur für Eidgenossen verständlich) bis hin zu der neuesten Errgungeschaft der Schweiz: Die wunderbare, segenbringende Komplementärmedizin auf Krankenschein.

Danke für Deinen humorvollen Beitrag.
Eines muss ich trotzdem anfügen, ohne die Nazischergen und Hitler, hätte es kein Nazigold gegeben!

pattran ???
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 18. August 2009, 14:19:40
Vielleicht sollte man Napoleon nicht vergessen. Er gliederte die Schweiz in Verwaltungsbezirke, sehr ähnlich, wie sie heute sind.

Kleine Anekdote am Rande. In der Berner Innenstadt haben die Strassenschilder gewisser Quartiere unterschiedliche Farben pro Quartier. Mir wurde erzählt, dass diese Farben auf Napoleon zurückgehen. Seine Garnisonen hatten es so leichter zumindest ihr Quartier zu erkennen, da die fremden Strassennahmen zu kompliziert für sie waren. Napoleon teilte seinen Garnisonen einfach Farben zu. Die konnten sie sich leicht merken.   

Interessant Profuu, was man mit Farben nicht alles machen kann.

Grüsschen

pattran :)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 18. August 2009, 14:21:37
Was ist an der Schweiz bemerkenswert?

In der Schweiz gibt es zwar vier offizielle Landessprachen, doch ausser dem Rätoromanischen ist keine dieser Sprachen eigentlich "schweizerisch". In der Westschweiz spricht man Französisch und hat deshalb häufig einen engeren Kontakt zur Kultur und Literatur aus Frankreich als derjenigen der anderen Schweizer Landesteile. Auch das Verhalten unterscheidet sich je nach Region. Menschen aus der Romandie und dem Tessin wirken tendenziell etwas spontaner und lebenslustiger, als Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer.

In den verschiedenen Sprachregionen gibt es auch unterschiedliche Traditionen und Ernährungsgewohnheiten. Die gemeinsame Geschichte der Sprachregionen ist erst rund 200 Jahre alt. Vor der Besetzung durch Napoleon 1798 gab es in der Schweiz herrschende und Untertanen-Gebiete. So waren die Bewohnerinnen und Bewohner des heutigen Kantons Waadt beispielsweise Bern untertan und hatten nicht die gleichen Rechte wie die Berner.

Manchmal haben die Schweizerinnen und Schweizer selber Mühe zu beschreiben, was sie - ausser dem Pass - mit ihren Landsleuten aus den anderen Sprachregionen verbindet. In diesem Zusammenhang wird oft von der so genannten Willensnation gesprochen: man bildet freiwillig eine Einheit, ohne einheitlich zu sein.

Man muss es sagen: Die "Schweizer" - wenn das Wort einen Sinn hat, und ich möchte damit nur die Gesamtheit der Individuen bezeichnen, die politisch zur Schweiz gehören - sind zweifellos ordentlich, sorgfältig, pflichtbewusst, aber sie sind auch engstirnig. Sie sind aktiv, aber innerhalb ihres Territoriums; sie kapseln sich ab, weil sie auf Ruhe bedacht sind. Und kann man nicht sogar sagen, dass sie dieser Ruhe, dank der sie so fleissig an der Perfektionierung ihres eigenen Haushalts arbeiten können, alles geopfert haben.

Charles-Ferdinand Ramuz (1878-1947), bedeutendster Autor der französisch- sprachigen Schweiz
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 18. August 2009, 15:32:59
Vielleicht sollte man Napoleon nicht vergessen. Er gliederte die Schweiz in Verwaltungsbezirke, sehr ähnlich, wie sie heute sind.

Der ging nicht vergessen
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=3040.msg67440#msg67440

Stimmt, aus dieser Zeit gibt es noch immer sehr viele "Findlinge" (Man beachte, Weier ohne h)

(http://img.geocaching.com/cache/7160df5b-72aa-4c7a-9162-8461af1dd68a.jpg) (http://mw2.google.com/mw-panoramio/photos/medium/13837209.jpg) (Geocaching)

Der Franzosenweiher liegt im Waldgebiet südlich von Spreitenbach AG, in unmittelbarer Nähe der Gemeinde- und Kantonsgrenze zu Dietikon ZH.
Zum Namen kam der Weiher, weil die napoleonischen Truppen dort lagerten, bevor sie beim Kloster Fahr die Limmat überquerten.

Das Biotop "altes Bad" setzt sich zusammen aus einem Teich und einem Feuchtgebiet mit grossem Pflanzenreichtum. Die Gemeinde hat dieses Gebiet mit dem angrenzenden Waldstück als Naturschutzzone ausgeschieden.

Für uns Teens war der Franzosenweiher der Treffpunkt am Wochenende schlechthin, um uns in unseren Flegeljahren bei Wein, Weib und Gesang wie die Römer zu benehmen  8)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 18. August 2009, 16:02:07
Wenn wir im Moment schon gerade im Limmattal sind, hier eine Info, die mancher Schweizer nicht mal kennt und Dich Profuuu  vielleicht auch interessieren könnte, kennst Du doch die Gegend gut.

Der grösste See ganz auf Kantonsgebiet im Kanton Aargau ist der Egelsee. Und nicht etwa der Hallwylersee. Fünf "Schlenderumgehungsminuten" grösser wie der Franzosenweiher und auch nicht weit von ihm entfernt. Kann auf dem selben Spaziergang absolviert werden.

(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7b/Egelsee_bergdietikon_7.jpg/290px-Egelsee_bergdietikon_7.jpg) Das ist schon die volle Länge  :)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: thai.fun am 18. August 2009, 16:58:25
Passt zum Thema, (nahe) Schweizer Geschichte:

Alpenfestung - Leben im Réduit. Eine TV Serie im Schweizer Fernsehen mit sinkenden Zuschauerzahlen. Auch ich schau diese Serien aus dem 2ten Weltkrieg nicht, genau so wie die unsäglichen täglichen Glorifizierungen auf irgendeinem meist Deutschen Sender, vor allem Deutscher Wehr-mächtiger oder Gegen-wehrer. Das hat nichts mit der Sache Krieg zu tun sondern damit das ich seit Jahrzehnten mit solchen "Filmen" Bombardiert werde. :-X

Alpenfestung - Leben im Réduit.

Wie haben es Soldaten wochenlang in einer Festung ausgehalten? Wie schmeckte rationiertes Essen aus der Gamelle? Wie haben die Frauen zu Hause die Äcker gepflügt und die Kartoffel-Produktion erhöht? Menschen von heute leben nochmals wie zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und erleben die Entbehrungen, Alltagssorgen und das Lebensgefühl der 1940er-Jahre nochmals mit. Zwanzig Soldaten leisten Aktivdienst in einer Festung, drei Frauen betreiben auf einem Bauernhof die Anbauschlacht. Die gelebte Geschichte – kommentiert von Historikern und Zeitzeugen – öffnet einen neuen Blick auf den Mythos Réduit.

http://videoportal.sf.tv/sendung?id=a8a41f42-8e80-447d-9f99-9d6c54629549 (http://videoportal.sf.tv/sendung?id=a8a41f42-8e80-447d-9f99-9d6c54629549)

Aber Danke an alle Vorschreiber hier.

Haut einen Schweizer wie mich fast aus den Socken, was Ihr so alles wisst! Würde mich nicht wunderen wenn gerade Schweizer die meisten Leser dieses Threads "Schweizer Geschichte" sind.

MG
 
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 18. August 2009, 17:56:26

Das mit den schweizer „Untertanen-Gebieten“ habe ich auch schon gehört.
Aber wer herrschte da über wen und wie und warum?
Wo ist eigentlich der schweizer Adel?
Es muss doch auch außer den Habsburgern noch lokale Aristokraten gegeben haben.
Oder wurde in der Schweiz, wie teilweise im HRR die Regierungsgewalt von Bischöfen ausgeübt?
Seit wann gibt es ein allgemeines und gleiches Wahlrecht in der Schweiz?
Der Kanton Appenzell Innerhoden hat das Frauenwahlrecht ja erst 1990 einführen müssen.
Den Zigeunern/Jenischen waren die vollen Bürgerrechte bis in die 1970er vorenthalten, oder nicht?
Und wie ist das mit den Abstimmungen und Wahlen in der Landsgemeinde, ist es nicht ein Problem dass die Wahlen nicht geheim sind?
Sind die Appenzeller die Einzigen die traditionell einen Ohrring tragen und wie verbreitet ist heutzutage noch der Verzehr von Hundefleisch in Appenzell und Glarus?

Ich glaub ich muss mal ein Buch zur Schweizer Geschichte lesen.

Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 18. August 2009, 19:31:08
Wenn wir im Moment schon gerade im Limmattal sind, hier eine Info, die mancher Schweizer nicht mal kennt und Dich Profuuu  vielleicht auch interessieren könnte, kennst Du doch die Gegend gut.

Der grösste See ganz auf Kantonsgebiet im Kanton Aargau ist der Egelsee. Und nicht etwa der Hallwylersee. Fünf "Schlenderumgehungsminuten" grösser wie der Franzosenweiher und auch nicht weit von ihm entfernt. Kann auf dem selben Spaziergang absolviert werden.

(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7b/Egelsee_bergdietikon_7.jpg/290px-Egelsee_bergdietikon_7.jpg) Das ist schon die volle Länge  :)

Hallo Ozone
Den Egelsee kenne ich wie meine Hosentasche. Hatte hier in Kindhausen jahrelang ein Haus mit meiner ersten Frau. Sie wohnt heute noch drinn. Auch der Egelsee ist unter Naturschutz. Wunderschön und verträumt das Gebiet.
Und dann der Hasenberg und der Herrenberg, zwei ausgezeichnete Gaststätten.
Kommst Du auch aus dieser Gegend?

pattran :)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 18. August 2009, 20:07:06

Das mit den schweizer „Untertanen-Gebieten“ habe ich auch schon gehört.
Aber wer herrschte da über wen und wie und warum?
Wo ist eigentlich der schweizer Adel?
Es muss doch auch außer den Habsburgern noch lokale Aristokraten gegeben haben.
Oder wurde in der Schweiz, wie teilweise im HRR die Regierungsgewalt von Bischöfen ausgeübt?
Seit wann gibt es ein allgemeines und gleiches Wahlrecht in der Schweiz?
Der Kanton Appenzell Innerhoden hat das Frauenwahlrecht ja erst 1990 einführen müssen.
Den Zigeunern/Jenischen waren die vollen Bürgerrechte bis in die 1970er vorenthalten, oder nicht?
Und wie ist das mit den Abstimmungen und Wahlen in der Landsgemeinde, ist es nicht ein Problem dass die Wahlen nicht geheim sind?
Sind die Appenzeller die Einzigen die traditionell einen Ohrring tragen und wie verbreitet ist heutzutage noch der Verzehr von Hundefleisch in Appenzell und Glarus?

Ich glaub ich muss mal ein Buch zur Schweizer Geschichte lesen.

Gruß
Ferdinand


Du hast aber Fragen Ferdinand.
Adelsprädikate dürfen in der Schweiz seit 1499 lediglich als Bestandteil des bürgerlichen Familiennamens geführt werden. Die Schweiz schied in diesem Jahr aus dem Reichsverband aus und der Adel büsste endgültig seine Standesvorrechte ein.
Wir haben alle rotes Blut. Genossen haben wir auch nicht, ausser wenn man der Sozialdemokratischen Partei beitritt, dann ist man ein Genosse. Was es gibt ist die Hochfinanz, die Millionäre und Milliardäre, aber auch die gehören keinem Adel an.

Zum Wahlrecht gehts hier:
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D26453.php
http://demokratie.geschichte-schweiz.ch/chronologie-frauenstimmrecht-schweiz.html

Zu den Jennischen (Zigeunern) gehts hier:
http://www.ekr.admin.ch/shop/00008/00062/index.html?lang=de

Zu den Landsgemeinden:
Die Landsgemeinde ist eine Urform der schweizerischen Demokratie und steht in ihrer Art in der Welt einzigartig da. An einem bestimmten Tag versammeln sich die Stimmberechtigten unter freiem Himmel, um die Regierung und Gerichte zu wählen und über Gesetze und Ausgaben zu entscheiden.
In den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Glarus lebt diese Form der direkten Demokratie fort, die nur in kleineren Gebieten möglich ist: Einmal im Jahr versammeln sich in den Kantonen einige tausend Stimmberechtigte unter freiem Himmel zur Landsgemeinde, die sowohl Wahlen als auch Sachgeschäfte des betreffenden Standes entscheidet.

Dabei geht es zuweilen nicht ohne heftige Diskussionen ab, an denen jedermann teilnehmen kann. Die Stimme wird mit erhobener Hand abgegeben, und es wird abgeschätzt, ob es mehr oder weniger als die Hälfte sind; in Zweifelsfällen wird die Zählung angeordnet.

Ja die Ohrringe sind bei Appenzellern Tradition:
Die Appenzeller haben in beiden Ohrläppchen ein Loch, in welchen sie eine kleine
goldene Kuh einstecken.

Zu der Festtagstracht wird jedoch die so genannte
«Ohrschuefe», welche an einen Schlangenkopf hängt, ins Ohr gesteckt. Sie wird
von Knaben und Männern am rechten Ohrläppchen getragen. Die «Ohrschuefe»
stellt die hölzerne Rahmschöpfkelle dar. Um sie zu schmieden, nimmt man Silberblech,
welches durch Stanzen, Treiben und Löten zu einer runden, hängenden
Schaufel geformt wird. Zum Schluss wird der Ohrring vergoldet.

Noch etwas spezielles aus den alten Traditionen der Appenzeller:

Silberbeschlagene Pfeife.
Die Tabakpfeife wird in Appenzellerland auch «Lindauerli» genannt.
Diese Pfeifen haben einen aufklappbaren Deckel an der Stelle, wo der Tabak nachgefüllt
wird. Dieser Deckel ist aber wegen anderer Gründe an der Pfeife versehrt. Die
Appenzeller lassen sehr gerne diese Pfeife verkehrt herum im Mundwinkel hängen.
Mit dem Silberdeckel kann der aufgeheizte Tabak nicht raus fallen und Unannehmlichkeiten
werden so vermieden. Die Sennenpfeifen sind lang und gerade
dazu. Sie werden schön mit Metallkühen oder -kleeblättern verziert.

Zum Schluss zu den Hunde verzehrenden Appenzellern und Glarnern.
Das schaue ich als einen kleinen Scherz von Dir an.
Wenn Du mir diese Frage im Zusammenhang mit Chinesen gestellt hättest,
ja da gäbe es einiges zu berichten.
Nicht umsonst ist der Export von Hunden aus der Schweiz nach China verboten.

Gruss

pattran :)



Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 19. August 2009, 17:33:18
Den Egelsee kenne ich wie meine Hosentasche. Hatte hier in Kindhausen jahrelang ein Haus mit meiner ersten Frau.
Kommst Du auch aus dieser Gegend?

Jepp. Meine Schulkameraden aus der Bezirksschule kamen damals (in den 70ern) z.T. aus Kindhausen und Bergdietikon. Die zwei Ausflugsrestaurants kenne ich noch. Haben später kurze Abstecher gemacht mit dem Motorrädern um eine Coupe :P zu essen.

.... wie verbreitet ist heutzutage noch der Verzehr von Hundefleisch in Appenzell und Glarus?

In etwa so verbreitet, wie wenn sich zwei Internet-Bekanntschaften in Rothenburg (D) zum einverständlichen Verzehr des Geschlechtsorgans treffen.   >:
http://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Meiwes

Es trifft allerdings zu, das dies in früheren Zeiten bis ins 20. Jahrhundert in östlichen Berggebieten praktiziert wurde. Wie auch in einigen Teilen Deutschlands (z.B. Sachsen) bis Anfangs 20. Jahrhundert. Es ist anzunehmen, das noch während des 2. WK an einigen Kriegsschauplätzen  Europas Hundefleisch verzehrt wurde.

Gemäss Wiki soll es zwar heute in der Schweiz verboten sein, kommerziell Hunde als Nahrunsquelle zu verwerten, aber deren Verzehr zum Eigenverbrauch nach wie vor zulässig sein. Bin selber noch keinem Hundesser begegnet, habe aber gehört, dass es tatsächlich getrocknetes Hundefleisch in Appenzells Insiderkreisen geben soll.

Ich mag mich erinnern, dass die Geschichte ihre Runde machte im deutschen Boulevard Sumpf.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 20. August 2009, 18:18:40
Die Habsburg Die Habsburger

Im Bereich Olten-Aarau-Baden hat es, wie überall in der Schweiz, auffallend viele, teilweise gut erhaltene Burgen
und Schlösser:
Aarburg, Olten, Aarau, Rupperswil, Lenzburg, Wildegg, Oberflachs, Mägenwil, und die Habsburg.

Die Habsburg sieht man, wenn man von Aarau über die Hauptstrasse Nr. 5 nach Brugg fährt, dort wo sich
diese Strasse mit der teilweise unterirdisch geführten Autobahn Basel- Zürich kreuzt.

Welchen Stellenwert hat nun diese Gegend mit der Habsburg in der Entstehung der europäischen
Adelsgeschlechter, der Königshäuser und dem habsburgischen Reich?

Interessant dürfte diese Frage auch deshalb sein, weil sich der effizienteste Widerstand gegen die
Habsburger usw, eben im Zeitraum ab 1291, in der geografisch nicht weit entfernten Innerschweiz: Uri, Schwyz
und Unterwalsen, also um den Vierwaldstättersee herum, formierte. Hier haben diverse Herrengeschlechter auch
erstmals richtig Prügel gekriegt.

Grüsse
Cee

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 20. August 2009, 21:25:37
Die Habsburg Die Habsburger

Im Bereich Olten-Aarau-Baden hat es, wie überall in der Schweiz, auffallend viele, teilweise gut erhaltene Burgen
und Schlösser:
Aarburg, Olten, Aarau, Rupperswil, Lenzburg, Wildegg, Oberflachs, Mägenwil, und die Habsburg.

Die Habsburg sieht man, wenn man von Aarau über die Hauptstrasse Nr. 5 nach Brugg fährt, dort wo sich
diese Strasse mit der teilweise unterirdisch geführten Autobahn Basel- Zürich kreuzt.

Welchen Stellenwert hat nun diese Gegend mit der Habsburg in der Entstehung der europäischen
Adelsgeschlechter, der Königshäuser und dem habsburgischen Reich?

Interessant dürfte diese Frage auch deshalb sein, weil sich der effizienteste Widerstand gegen die
Habsburger usw, eben im Zeitraum ab 1291, in der geografisch nicht weit entfernten Innerschweiz: Uri, Schwyz
und Unterwalsen, also um den Vierwaldstättersee herum, formierte. Hier haben diverse Herrengeschlechter auch
erstmals richtig Prügel gekriegt.

Grüsse
Cee



Die im 1030 gegründete Doppelburg ist der namensgebende Stammsitz der Habsburger,
die nach ihrem glänzenden Aufstieg im Spätmittelalter ein Weltreich beherschten.
Im Aargau hinterliess das Adelsgeschlecht an vielen Orten bedeutende Kulturdenkmäler.
Heute beherbergt die Habsburg eine kleine Ausstellung zur Bau- und Siedlungs-dichte.
Man kann alles ansehen und ein schmuckes Restaurant ist heute auch in der Burg.

Grüessli

pattran


Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Profuuu am 21. August 2009, 03:30:34
Dass die Habsburger ursprünglich aus der Schweizer Nordprovinz, südlicher Schwarzwald kommen, ist ja nu hinlänglich bekannt. Vorher vermutlich aus dem Elsass.

Viel interessanter ist doch die geschichtliche Tatsache, dass sie nach ihrer Vertreibung aus dem Aargau, Schweiz, sich umorientierten und schliesslich Wien von den Babenbergern übernahmen und ab dann den "Heiliges Römisches Reich"-Kaiser stellten. Nicht schlecht für eine Familie aus der Provinz. 

Als Schweizer wäre ich stolz auf die. Sie gehören ja schliesslich diesem Menschenschlag an.

Aber wegen ein paar Eidgenossen Fuzzies und dem Märchen von  Friedrich Schiller, welches zur offiziellen Geschichtsschreibung erhoben wurde, sind die Habsburger Ausländer und womöglich sogar Eroberer Schweizer Bodens, he he.  ;D   
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 21. August 2009, 04:01:18
@ pattran

" Die im 1030 gegründete Doppelburg ist der namensgebende Stammsitz der Habsburger,..."

Ja, ist sie und das mitten in der heutigen CH. Wenn ich mir die Schweizer- und Europageschichte im
Hinterkopf und die interessanten Beiträge hier in diesem Thread vor Augen halte, welche
Herrscher und Frauen von Herrschern eben von hier abstammen, Profuuu, Du könntest Dich irren!

@ Profuuu

" Als Schweizer wäre ich stolz auf die. Sie gehören ja schliesslich diesem Menschenschlag an."

und:

"...sind die Habsburger Ausländer..."

irren, weil Du möglicherweise das Habsburger- Bewusstsein zumindest in gebildeten Kreisen hierzulande,
unterschätzt.

Dass und wie sich der Bauern, Hirten und Jägerstand aus der Innerschweiz gegen "die noblen und nach
Leibeigenen aus den Tälern strebenden, denen von dort drüben" zur Wehr gesetzt haben, ist allerdings
mindestens genauso bemerkenswert, wie der Aufstieg der Habsburger ansich.

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Profuuu am 21. August 2009, 04:10:45
das wäre wünschenswert, Cee.

Freut mich, wenn ich mich irre und es Schweizer gibt, die das mit geschichtlichem Bewusstsein frei von nationalistisch anerzogener Volksverblödung sehen.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 22. August 2009, 17:43:46
Interessantes zu den Habsburgern aus Habsburg, der Gemeinde die den Namen der Habsburger trägt und im heutigen Kanton Aargau liegt:

http://www.habsburg.ch/

http://www.bus-ab-brugg.ch/touristik/habsburg/habsburg.html

Reich bebildert und historisches zu diesem grossen Geschlecht.

Viel Spass beim Stöbern.

pattran :)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 23. August 2009, 16:35:01

Ich würde die aktuellen Vorgänge zwar nicht überbewerten aber lustig ist es schon.

Wenn der Finanz-Peer ein Späßchen macht dann ist in der Schweiz ein monatelanges Geschrei, als ginge es um Leben und Tod:

„Wir sind stolze Schweizer, wir werden uns den Sauschwaben niemals beugen. Die Schweiz ist eine gewaltige Festung (O-Ton Moesi), wir werden kämpfen bis aufs Blut. Heil dir Helvetia!“

Wenn sich dagegen die USA nur einmal deutlich räuspern, wie im Falle UBS, rutscht die schweizer Regierung auf den Knien.
Und jetzt ziehen sie auch noch den Schwanz ein vor dem durchgeknallten Beduinenhäuptling Gaddafi.
Eine bemerkenswerte Folklore legt die Schweiz da an den Tag.
Da kann man mal sehen wie weit es mit der Unabhängigkeit der Schweiz in Wirklichkeit her ist.

Bevor jetzt jemand meint mich über die BRD, als Schoßhund der USA und Provinz der EU, aufklären zu müssen.
Mir ist die Situation der BRD selbstverständlich vollumfänglich bewusst.
Nur behauptet in der BRD ja auch niemand dass dem nicht so wäre.
Im krassen Gegensatz zu vielen Eidgenossen in ihrem Selbstverständnis.
Es gibt ja sogar Schweizer die der Meinung sind sie könnten der gesamten G20 in den *Hintern* treten, oder dass sich das Schicksal der EU an einer schweizer Mitgliedschaft entscheiden würde, oder dass die Sicherheit der Schweiz nicht von der Nato abhängig wäre.


Gruß
Ferdinand


Vor Steinbrück hat die Schweiz nie gekuschelt. Nach wie vor gibt es kein neues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der BRD und der Schweiz. Die Schweizer warten mal ab bis zum 27. September und dann ist der Kavallerist Geschichte.

Der Fall UBS versus USA:
Da hat die Schweiz die Kohle für die Verbrecher der UBS aus dem Ofen holen müssen. Auf die Knie gefallen?
Kennst Du den Vertrag überhaupt?
Es sind nur gewisse Eckdaten durchgesickert. Der Vertrag wird innert der nächsten 2 Monate im Detail bekannt gegeben!

Es ist keine Geheimnis, dass die Schweiz schon lange im Hintergrund in gewissen Bereichen mit der NATO zusammen arbeitet.
Ein Beitritt zur Nato kommt aber schlicht weg nicht in Frage. Absurd Deine Feststellung zur NATO und der Sicherheit der Schweiz.
Oder bist Du Mitglied des NATO Verteidigungs-Ausschusses? *g*

Die EU ist politisch nicht von der Schweiz abhängig Richtig!. Die Schweiz ist abhängig durch den Handelsaustausch, da ist die EU für die Schweiz wichtig, das Gleiche fällt dem zu Folge auch auf die EU zurück.
Für mich ist die EU ein bürokratischer und undemokratischer Moloch. So viel ich weiss, bist Du österreichischer Staatsbürger? Wie denken Deine Landsleute heute über die EU nach? Die Meinung hat sich gewaltig geändert und Austria würde heute einer EU nicht mehr beitreten.

Schliesslich noch zu Bückling von Bundespräsident Merz:
Merz hat in eigener Verantwortung gehandelt und sein politisches Ueberleben steht auf des Messers Schneide.
Ich persönlich würde einen sofortigen Rückzug befürworten und das die Regierung das Abkommen, auch wenn es zum Teil einen humanen Character hat, für Null und Nichtig erklären. Vielleicht kommt das ja?

Aus der NZZ von Heute:
Das politische Schicksal von Merz steht auf Messers Schneide:Bundespräsident Hans-Rudolf Merz ist nach dem Libyen-Deal zunehmend politisch isoliert. Selbst in der eigenen Partei schwindet der Rückhalt. Sogar Merz' Rücktritt halten einige für möglich.
Der Vertrag mit Libyen droht für Bundespräsident Merz zum Fiasko zu werden: Politiker aus allen Lagern gehen auf Distanz. Gegenüber der «NZZ am Sonntag» sagte Merz' Parteikollegin und Ständerätin Christine Egerszegi, sollten die in Libyen festgehaltenen Schweizer nicht freikommen, müsse Merz zurücktreten. Merz sei generell «Weltmeister darin, von Fettnapf zu Fettnapf zu hüpfen».

Der Thurgauer CVP-Ständerat Philipp Stähelin rügt, Merz' Vorgehen sei «gottvergessen naiv.» Und im gleichen Blatt sagt Auns-Präsident Pirmin Schwander (SVP), dass Merz ohne Rückendeckung des Bundesrats einen Staatsvertrag unterzeichnet habe, habe die «Qualität eines Staatsstreichs».

Ist der Vertrag rechtsgültig?

Mehrere Staatsrechtler sowie auch Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf halten Merz' Vorgehen für rechtswidrig. Widmer-Schlumpf sei überrascht gewesen vom Vertrag, den Bundespräsident Hans-Rudolf Merz in Libyen unterzeichnet habe. Der Inhalt werde im Bundesrat zu Reden geben. Der im Vertrag skizzierte Gang ans Schiedsgericht sei ein Konstrukt, bei dem sie rechtlich Bedenken habe, erklärte sie im Interview mit der Zeitung «Sonntag».

Der Bundespräsident habe «eindeutig seine Kompetenzen überschritten», sagt der Staatsrechtler und ehemalige FDP-Ständerat René Rhinow der «NZZ am Sonntag», der Vertrag sei «eine halsbrecherische Konstruktion».

Auch ein Bundespräsident könne nicht ohne Delegation des Gesamtbundesrats ein Abkommen unterzeichnen, sagte der Freiburger Staats- und Verwaltungsrechtler Bernhard Waldmann gegenüber Schweizer Radio DRS. Die Verfassung räumt ihm nämlich keine besonderen Kompetenzen ein: Der Bundespräsident hat vor allem repräsentative Aufgaben.

«Wenn nötig, mache ich eine zweite Reise»

Merz kann jetzt nur hoffen, dass die zwei Schweizer Ende nächster Woche frei sind. Garantien habe er keine, machte Merz an der Pressekonferenz vom Freitag klar. Und: «Wenn nötig, mache ich eine zweite Reise.» Er sagte auch: «Ich stehe zu diesem Vertrag, ich werde die Verantwortung dafür übernehmen.»

Ein Bundesrats-Vertrauter sagte gegenüber dem «Blick»: «Merz kann nur warten und beten. Entweder sind die Geiseln nächste Woche in der Schweiz, oder wir haben eine zweite Vakanz im Bundesrat.»

Hoffnung bei Geiseln

Die festgehaltenen Schweizer in Libyen sind derweil «vorsichtig optimistisch», dass sie ausreisen dürfen. Das sagte der Genfer SVP-Politiker Stéphane Valente, der in Mail-Kontakt mit den beiden Schweizern steht. Er lobte die Libyen-Reise von Merz als «mutige Tat».

Ex-SP-Nationalrat Jean Ziegler sprach dagegen von einer «weitgehend unverständlichen und stümperhaften Aktion». Es sei möglich, dass die Geiseln doch nicht in die Schweiz zurückkehren könnten, sagte Ziegler der «SonntagsZeitung». Denn ein Vertrag ohne Ratifikation durch Machthaber Moammar al-Qadhafi sei «nichts wert».

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Das-politische-Schicksal-von-Merz-steht-auf-Messers-Schneide/story/21618432

Lieber Ferdinand
ich will eigentlich immer sachlich sein. Dies stelle ich
leider bei Dir nicht fest.

Gruss

pattran









Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: rh am 23. August 2009, 17:00:02
Du meinst wohl

gekuscht.



Unter     gekuschelt stelle ich mir eigentlich etwas anderes vor.  :D :D :D :D :D :D
rh
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 23. August 2009, 17:33:54
pattran, apropos EU, nur so ein verrückter Gedankengang, der schon lange in mir rumgeistert, ich weiss, viele halten dies und mich womöglich für verrückt, aber es ist eine "wunderbare" Theorie. Nach Beitritt der Türkei, der irgendwann kommen wird, das steht ausser Frage, solange es die EU gibt, kommen die Anträge der Libanesen, Syrer, Jordanier, Israelis, bald folgen alle anderen Staaten des mittleren Ostens, da sie ja soviel und sowenig asiatisch sind wie die Türkei. Prost Mahlzeit.

Zudem würde bei Beitritt der Schweiz in die EU alle Frankenpreise 1:1 übernommen, also was 1 Franken kostete, wird danach 1 Euro teuer sein, bloss Einkommen und Renten würden um 35 Prozent gesenkt des Wechselkurses wegen. Nein danke.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Colo am 23. August 2009, 18:02:10
 :) Sei gegrüsst @astronaut 
Zitat
ein verrückter Gedankengang, der schon lange in mir rumgeistert
...steht schon länger auf der Agenda  ;D angeleiert von den Trojanern Sarkotzki und Co. und all dem 68er Geschmeiss
kommt, ...alles zu seiner Zeit..Step für Step

Union für den Mittelmeerraum (http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/09/1113&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 23. August 2009, 22:48:12
Ein Einzelfall! mehr...

http://www.blick.ch/news/ausland/dreifach-mord-mit-samurai-schwert--126729
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 24. August 2009, 00:43:46

@pattran

Zitat
Vor Steinbrück hat die Schweiz nie gekuschelt.

Klar nicht, das behauptet doch auch niemand.
Im Gegenteil, wie ich sagte, beim harmlosen Peer haben die Schweizer die Sau rausgelassen und dröhnend auf die Pauke gehauen.
Wegen einer unbedeutenden Kleinigkeit, weil es eben gegen die Sauschwaben ging.
Doch gegen die USA und Gaddafi, wenn es wirklich darauf ankommt, knickt die Schweiz ein wie ein Streichholz.

Daraus ist zu folgern, die schweizer Reaktion auf Peers Späßchen war reine Folklore und Schaufensterpolitik.
Genau diese Diskrepanz zwischen Selbsttäuschung und Wirklichkeit ist amüsant.  

Zitat
Da hat die Schweiz die Kohle für die Verbrecher der UBS aus dem Ofen holen müssen. Auf die Knie gefallen?

„Die Kohle aus dem Ofen/Feuer holen müssen“...
Genau darum geht es, überall Zugzwänge und völlige Abhängigkeit nach allen Richtungen.  

Zitat
Ein Beitritt zur Nato kommt aber schlicht weg nicht in Frage. Absurd Deine Feststellung zur NATO und der Sicherheit der Schweiz.

Beitritt oder nicht Beitritt, das spielt faktisch überhaupt keine Rolle.
Fakt ist, war und bleibt, die Sicherheit der Schweiz basiert maßgeblich auf dem Fundament der Nato.  
Die Schweiz ist ein Nutznießer der Nato, zu klein um wirklich wichtig zu sein, aber von allen Vorteilen profitierend und faktisch völlig abhängig.
Ähnlich wie auch schon historisch, zu Zeiten vor der Schaffung der Nato.
Ohne den Schutz der Nato, wie zuvor durch die großen Nachbarstaaten, würde die Schweiz schon lange nicht mehr existieren.

Zitat
...das Gleiche fällt dem zu Folge auch auf die EU zurück.

Wenn es nach den Schweizern geht wackelt der Schwanz immer mit dem Hund.  :)

Mit der EU und der Schweiz ist es ähnlich wie beim Beispiel der Schweiz in ihrem Verhältnis zur Nato.
Es ist überhaupt nicht notwendig dass die Schweiz formell der EU beitritt, erstens, fällt die Schweiz sowieso kaum ins Gewicht und, zweitens, und vor allem, ist die Schweiz schon dermaßen verwoben mit der EU durch Verträge und Vereinbarungen dass ein formeller Beitritt kaum noch einen Unterschied machen würde.  

Zitat
So viel ich weiss, bist Du österreichischer Staatsbürger?

Nein, mein Vater war Österreicher, ich bin Staatsbürger der BRD.

Zitat
Lieber Ferdinand
ich will eigentlich immer sachlich sein. Dies stelle ich
leider bei Dir nicht fest.

Ich bin absolut sachlich, ich habe mir in meinem letzten Beitrag lediglich erlaubt etwas spaßiger zu formulieren.
Und der wunde Punkt, oder auch der "tote Winkel", vieler Schweizer liegt offen zutage.


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 24. August 2009, 01:38:47
Im Fall Qadaffi haben uns vielleicht die Medien ein wenig in die Irre geleitet:
Merz hat sich weniger dafür entschuldigen müssen DASS Qadaffis Sohn verhaftet wurde, sondern vielmehr WIE er verhaftet wurde.

Nach Darstellungen der Lybier seien angeblich 30 Polizisten in das Hotel gestürmt und haben den Verhafteten angeblich Säcke über den Kopf gestülbt und sie in Handschellen abgeführt.

Sollte sich das tatsächlich so oder wenigstens so ähnlich abgespielt haben, kann ich die Erregung des Vaters nun wenigstens zu Teil verstehen.
Denn es stellt sich natürlich die Frage, ob dieses Vorgehen bei jemandem, der "nur" seine Angestellten geschlagen habe angemessen sei und ob man auch bei Kindern anderer Staatsoberhäupter gleich so brutal vorgegangen wäre.

Doch leider schweigen sich unsere Medien über die genaue Vorgehensweise bei der Verhaftung weitgehend aus.
Den einzigen Hinweis nach 10 Minuten Googeln habe ich hier gefunden:
http://www.europolitan.de/Politik/Europa/Schweiz-verhaftet-Gaddafi-Sohn---Libyen-kontert-mit-Repressalien/278,14194,0,0.html


Gruss, Stefan
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 24. August 2009, 06:04:08
Die Stadt Genf ist stark durchmischt besiedelt. Dass in der Handhabung der Befehlsumsetzung polizeiorganseits temporär rassistische Züge einfliessen, ist ein offenes Geheimnis. Von daher ist Moesi bedingt zuzustimmen und die Reaktion des Bundespräsidenten möglicherweise vertretbar. Es dürfte von daher auch nicht von ungefähr der Tatsache entsprechen, dass Ueli Maurer der einzige Kollege ist, der ihn dabei in Schutz nimmt. Für die anderen, linken, netten, darfs eben nur die blitzblanke Schweiz geben, nach aussen. Wo da was von wo weg stinkt, vertiefen wir mal besser nicht.
Gruss astronaut007
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 24. August 2009, 07:21:32
Genau darum geht es, überall Zugzwänge und völlige Abhängigkeit nach allen Richtungen.  

Ferdinand, das ist das Hauptproblem der Schweiz in der Internationalität überhaupt.

Im 2 WK. konnte man es noch zu eigenem Nutzen ummünzen. Die willige Dame hat, weiss Gott nicht nur mit Deutschland von wegen Nazigold kooperiert, nein, man ging mit allen ins Bett. Die Secret Services aller Nationen trafen sich regelmässig auf Schweizer Boden für die wirklich massgebenden und letztdenendlich kriegsentscheidenden Sessions. Mag manchem Schweizer sauer aufstossen, der noch heute an die Mär der uneinnehmbaren Schweiz aufgrund der 600.000 Mann unter Waffen (vorwiegend Karabiner  ;D) im Aktivdienst glaubt. Ein echtes Generationenproblem.

Es ist überhaupt nicht notwendig dass die Schweiz formell der EU beitritt, erstens, fällt die Schweiz sowieso kaum ins Gewicht und, zweitens, und vor allem, ist die Schweiz schon dermaßen verwoben mit der EU durch Verträge und Vereinbarungen dass ein formeller Beitritt kaum noch einen Unterschied machen würde.  

Nicht ins Gewicht  fallend ? Aus Sicht der EU einerseits ja Ferdinand, politisch und wirtschaftlich kaum mit  "Druckkompetenz". Aus Schweizer Sicht wäre es der totale Abstieg, EU Normen in die Bundesverfassung zu übernehmen.

Deutschland ist Weltmeister und wird es auch bleiben im Verschleudern von öffentlichen Mitteln. U.a. Jede Amtshandlung braucht eine Akte, eine zweite und eine dritte Kopie. War schon immer so.  >: Wessis und Ossis genau gleich gestrickt. Macht die Geschichtsschreibung im Nachhinein zwar einfacher, den gegenwärtigen Geschichtsverlauf aber kaum effizienter und saumässig teuer. Deutschland hätte, aufgrund der erbrachten wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und innovativen Leistungen zurecht,  Geld wie Heu, würden sie es nicht so auf jämmerliche Weise verbraten. Dieser Kontrollmechanismus, ob angeboren oder nicht, ist selbst mit Schweizer Perfektion nicht vereinbar. Erklär diese Kultur  mal einem Berner, Genfer oder Tessiner.  :D

Guido Westerwelle, von euch nur schon wegen seines Schwulseins disqualifiziert, wäre mit seinem Programm in der Schweiz z. Bsp. ein absoluter Spitzenmann. Der Mann hat keine Illusionen, sondern klare Facts. FDP Politik hat bei euch zwar kaum Chancen, ist in der Schweiz aber Teil des wirtschaftlichen Alltags und vor allem überlebenswichtig. Ob sympathisch oder nicht, steht nicht zur Diskussion. Diese Frage stellt sich im 21. Jahrhundert eh nicht.



Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 24. August 2009, 08:50:43
Wo da was von wo weg stinkt, vertiefen wir mal besser nicht.

Es stinkt viel tiefer, als es aussieht. Qadaffi hat noch andere Gründe auf die Schweiz böse zu sein: Spätestestens seit sein Atomwaffenprogramm ausgerechnet durch einen Schweizer sabotiert wurde. Im Klartext: Dieser Schweizer hat mit seinem Wirken verhindert, dass unter anderem Qadaffi  nun die A-Bombe hat! Als "Dank" dafür sass er 5 Jahre ohne Anklage in Untersuchungshaft, davon eineinhalb Jahre in Isolationshaft, sein ganzes Lebenswerk und fast sein ganzes Hab und gut wurde vernichtet und um seine Unschuld endlich zu Beweisen (und endlich Schadenersatz zu erhalten!) , fehlen nun genau die Akten, die Bundesrat und CIA mit aller Macht vernichten wollten. Wahrlich sehr merkwürdige Metoden eines "Rechtstaates".

Mehr darüber hier:
http://videoportal.sf.tv/video?id=4ce19451-76f2-4df6-8ffa-8e0b57d2783e

und hier:
http://videoportal.sf.tv/video?id=66d6f095-b572-4ad1-bcf7-56b45c7e5015

Gruss, Stefan
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 24. August 2009, 14:59:45

@pattran

Zitat
Vor Steinbrück hat die Schweiz nie gekuschelt.

Klar nicht, das behauptet doch auch niemand.
Im Gegenteil, wie ich sagte, beim harmlosen Peer haben die Schweizer die Sau rausgelassen und dröhnend auf die Pauke gehauen.
Wegen einer unbedeutenden Kleinigkeit, weil es eben gegen die Sauschwaben ging.
Doch gegen die USA und Gaddafi, wenn es wirklich darauf ankommt, knickt die Schweiz ein wie ein Streichholz.

Daraus ist zu folgern, die schweizer Reaktion auf Peers Späßchen war reine Folklore und Schaufensterpolitik.
Genau diese Diskrepanz zwischen Selbsttäuschung und Wirklichkeit ist amüsant.  

Zitat
Da hat die Schweiz die Kohle für die Verbrecher der UBS aus dem Ofen holen müssen. Auf die Knie gefallen?

„Die Kohle aus dem Ofen/Feuer holen müssen“...
Genau darum geht es, überall Zugzwänge und völlige Abhängigkeit nach allen Richtungen.  

Zitat
Ein Beitritt zur Nato kommt aber schlicht weg nicht in Frage. Absurd Deine Feststellung zur NATO und der Sicherheit der Schweiz.

Beitritt oder nicht Beitritt, das spielt faktisch überhaupt keine Rolle.
Fakt ist, war und bleibt, die Sicherheit der Schweiz basiert maßgeblich auf dem Fundament der Nato.  
Die Schweiz ist ein Nutznießer der Nato, zu klein um wirklich wichtig zu sein, aber von allen Vorteilen profitierend und faktisch völlig abhängig.
Ähnlich wie auch schon historisch, zu Zeiten vor der Schaffung der Nato.
Ohne den Schutz der Nato, wie zuvor durch die großen Nachbarstaaten, würde die Schweiz schon lange nicht mehr existieren.

Zitat
...das Gleiche fällt dem zu Folge auch auf die EU zurück.

Wenn es nach den Schweizern geht wackelt der Schwanz immer mit dem Hund.  :)

Mit der EU und der Schweiz ist es ähnlich wie beim Beispiel der Schweiz in ihrem Verhältnis zur Nato.
Es ist überhaupt nicht notwendig dass die Schweiz formell der EU beitritt, erstens, fällt die Schweiz sowieso kaum ins Gewicht und, zweitens, und vor allem, ist die Schweiz schon dermaßen verwoben mit der EU durch Verträge und Vereinbarungen dass ein formeller Beitritt kaum noch einen Unterschied machen würde.  

Zitat
So viel ich weiss, bist Du österreichischer Staatsbürger?

Nein, mein Vater war Österreicher, ich bin Staatsbürger der BRD.

Zitat
Lieber Ferdinand
ich will eigentlich immer sachlich sein. Dies stelle ich
leider bei Dir nicht fest.

Ich bin absolut sachlich, ich habe mir in meinem letzten Beitrag lediglich erlaubt etwas spaßiger zu formulieren.
Und der wunde Punkt, oder auch der "tote Winkel", vieler Schweizer liegt offen zutage.


Gruß
Ferdinand


Zur Nato:
Wo wäre zum Beispiel Deutschland heute ohne die Schutzmacht USA?
Man kann alles in eine genehme Richtung biegen wollen.
Nur muss man sich dann auch die eigene Lage vor Augen führen können.

Zur EU:
Wirtschaftlich verflochten heisst noch lange nicht, faktisch ein Mitglied der EU zu sein.
Zum Beispiel bin ich sehr glücklich darüber, dass die Schweiz dem Teuro nicht beigetreten ist
und die SNB einen eigenständigen, unabhängigen und selbständigen Kurs fährt.
"Die Schweiz fällt sowieso nicht ins Gewicht" (Ferdinand), ja konkursitte Staaten wie Deutschland, Frankreich, England und Italien
wollen den Kleinen in der EU die Zwansjacke überziehen.

Zur EU Politik und da liegt der Haken und die überwiegende Skepsis der Schweizer/Innen gegenüber der EU:

Die eigentliche EU- Verfassung ist nicht demokratisch zustande gekommen, ein Autorenkollektiv hat diese EU Verfassung „im Namen der Bürgerinnen und Bürger“ Europas geschrieben, doch warum lässt man etwas von Lobbyisten schreiben, ohne das Volk per Volksentscheid mit einzubeziehen?

 "Im Namen der Bürgerinnen und Bürger.." - direkt am Volk vorbei, Volkes Wille ignorierend.

Denn wenn es wirklich nach den Bürgern gegangen wäre, hätte es diese EU-Verfassung nie gegeben.

Und da sich die Demokraten dessen durchaus bewusst sind, wird eben über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden, pure Anmassung.

So ein Verfassungsvertrag würde die schweizerische Demokratie begraben und dem zu Folge nie vom Souverän in der Schweiz zugestimmt werden.

Gruss

pattran




Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 24. August 2009, 17:23:10
@pattram

Sehr gut geschrieben!

(Ich selbst hab keinen Bock mehr mich mit diesem Geschichtsverdreher nochmal auf dieses Thema einzulassen, bringt eh nichts, ausser dass es einen haufen Zeit kostet, die ich besser verwenden kann).

Gruss, Stefan
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 24. August 2009, 19:35:23
Moesi,
ich glaube nicht unbedingt, dass der rechte Ferdinand unbedingt ein Geschichtsverdreher ist, aber er vergisst gerne und vorsätzlich, alle Scheinwerfer in Betrieb zu nehmen. Beeinflusst also den Schattenwurf nach seinem Gusto.

Zitat
Es ist überhaupt nicht notwendig dass die Schweiz formell der EU beitritt, erstens, fällt die Schweiz sowieso kaum ins Gewicht und, zweitens, und vor allem, ist die Schweiz schon dermaßen verwoben mit der EU durch Verträge und Vereinbarungen dass ein formeller Beitritt kaum noch einen Unterschied machen würde. 

Natürlich hat Ferdinand recht, dass die Schweiz durch bilaterale Abkommen und wirtschaftlich sehr mit der EU verwoben ist. Daran würde sich ein Beitritt auch nicht nicht sonderlich auszeichnen.  Und die Schweiz wird auch ohne Beitritt nicht darum herum kommen, einige Privilegien einzubüssen. Aber eben nur einige und nicht alle.

Die Schweiz war abgesehen von den Grosskonzernen  noch nie ein Global Player. Muss sie auch nicht sein. Dann nimmt man halt die paar Benachteiligungen in Kauf. Glaube nicht, dass es Dir als Beispiel in Thailand etwas nützt, aus einem EU Land zu kommen. Druck machen können hier vielleicht Japaner, Chinesen, Amerikaner.

Einen Punkt hat pattran schon angesprochen. Die "EU-Funktionskultur"  stösst bei Herr und Frau Schweizer aller Sprachregionen auf wenig Gegenliebe.

Ausserdem kostet dieser unbewegliche Moloch einfach einen Haufen Stutz.  Die eine Seite bekommt überproportional, die andere löhnt es. Das die Schweiz kaum auf der Empfängerseite stehen würde, liegt in der Natur des EU Konstruktes. Erhöhte Steuern wären zwingend. In vielen EU Ländern zahlen die Arbeiter 50 % und mehr des Lohnes  an Staats- und Sozialabgaben während des Erwerbslebens, und haben kaum Einfluss darauf, wo der Staat die verbraten kann. Unter anderem siinnlos in Subventionen, die von windigen Geschäftemachern und Abzockern schamlos einverleibt werden.

 Wenn ich schaue, was ein Schweizer Arbeitnehmer nach 45  Jahren an Pension  übrig hat, steht das in keinem Vergleich zu dem Häufchen, was man den Leuten aus den Hochsteuerburgen der EU übrig lässt.

Hast Du Dich schon mal gefragt, warum gerade für viele deutsche Fachkräfte die Schweiz das Auswanderungsland ihrer Wahl ist ? Das dreht sich fast immer um wirtschaftliche Ueberlegungen.

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 25. August 2009, 00:03:40

@Ozone

Zitat
Deutschland ist Weltmeister und wird es auch bleiben im Verschleudern von öffentlichen Mitteln. U.a. Jede Amtshandlung braucht eine Akte, eine zweite und eine dritte Kopie. War schon immer so.    Wessis und Ossis genau gleich gestrickt. Macht die Geschichtsschreibung im Nachhinein zwar einfacher, den gegenwärtigen Geschichtsverlauf aber kaum effizienter und saumässig teuer. Deutschland hätte, aufgrund der erbrachten wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und innovativen Leistungen zurecht,  Geld wie Heu, würden sie es nicht so auf jämmerliche Weise verbraten. Dieser Kontrollmechanismus, ob angeboren oder nicht, ist selbst mit Schweizer Perfektion nicht vereinbar. Erklär diese Kultur  mal einem Berner, Genfer oder Tessiner.  

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“  ;D

Dieser Grundsatz wurde von Wladimir Iljitsch Uljanow geprägt, besser bekannt als Lenin.
Lenin hatte ja bis 1917 auch 9 Jahre lang im schweizer Exil verbracht, bis er vom deutschen Geheimdienst als ultimative, allesvernichtende Biowaffe im Russischen Zarenreich freigesetzt wurde.

Abgesehen davon habe ich noch nie behauptet dass es in der BRD keine Probleme und Defizite gäbe.
Im Gegenteil, am 27. September werde ich mich mit meinen Wahlstimmen erneut für grundlegende Veränderungen einsetzen.
Ich habe soweit ich mich erinnere ohnehin noch kaum je eine der Parteien gewählt die das derzeitige System in dieser Form unterstützen. Also bin ich weitgehend unschuldig an den derzeitigen Zuständen.


Wenn aber Rot-Rot-Grün die nächste Regierung stellen sollte, komme ich als Asylant in die schöne Schweiz.  :P

Zitat
Hast Du Dich schon mal gefragt, warum gerade für viele deutsche Fachkräfte die Schweiz das Auswanderungsland ihrer Wahl ist ? Das dreht sich fast immer um wirtschaftliche Ueberlegungen.

Ich gebe dir beinahe in allen Punkten Recht, Ozone.

Aber nur mal eine rein hypothetische Überlegung, nicht nur hypothetisch sondern illusorisch in der gegenwärtigen Situation.
Angenommen es würde in der BRD einmal zu einem politischen Umschwung kommen und die steuerlichen und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen der Schweiz würden durch die BRD sogar noch unterboten.
Also niedrigere Steuern als in der Schweiz, weniger Bürokratie als in der Schweiz, geringere Sozialabgaben als in der Schweiz, ein noch geheimeres Bankgeheimnis als in der Schweiz... .

Spätestens nach zwei Jahren wäre das Gejammer in der Schweiz so laut dass man es als von den Alpen zurückgeworfenes Echo bis an Nord- und Ostsee hören würde.  :D
Also kann ein Schweizer doch nur jeden Tag beten dass in der BRD alles so bleibt wie es ist.
Wie gesagt, das ist nur so ein Gedanke, aber auch eine sehr amüsante Vorstellung.
Unter anderem der Wettlauf um niedrigere Steuern findet ja auch innerhalb der Schweiz, zwischen den Kantonen untereinander, nicht nur Befürworter.

Prinzipiell bin ich für eine EU.
Als BRD-Deutscher unterstütze ich die Mitgliedschaft der BRD in einer EU prinzipiell.
Als Schweizer wäre ich momentan auch eher gegen eine Mitgliedschaft der Schweiz in der EU.
Das ist kein Widerspruch, denn man muss differenzieren.
So wie es momentan läuft profitiert die Schweiz als Nutznießer von der EU und ist trotzdem noch teilweise in der Lage eine Extrawurst zu spielen.
Man muss sich aber immer vor Augen halten, die jahrhundertelange Extrawurst der Schweiz, als kleines Alpenland, mittendrin und doch nicht wichtig, ist kein praktikabler Maßstab für irgendein anderes europäisches Land in Geschichte und Gegenwart.

Zitat
Moesi,
ich glaube nicht unbedingt, dass der rechte Ferdinand unbedingt ein Geschichtsverdreher ist, aber er vergisst gerne und vorsätzlich, alle Scheinwerfer in Betrieb zu nehmen. Beeinflusst also den Schattenwurf nach seinem Gusto.

Geschichte, gerade auch im Hinblick auf Deutschland, wird oft dermaßen einseitig und falsch beleuchtet, gar nicht immer mutwillig sondern auch aus Unwissenheit und oft auch aus schierer Dummheit, dass es unbedingt eines Lichttechnikers wie mir bedarf, mit besonders starkem Strahler, um die Szene mittels intensivem Gegenlicht vernünftig auszuleuchten.


@pattran

Zitat
Zur Nato:
Wo wäre zum Beispiel Deutschland heute ohne die Schutzmacht USA?
Man kann alles in eine genehme Richtung biegen wollen.
Nur muss man sich dann auch die eigene Lage vor Augen führen können.

Ich hatte doch in meinem vorvorhergehenden Beitrag extra für dich diese wichtige Anmerkung eingefügt:

- Bevor jetzt jemand meint mich über die BRD, als Schoßhund der USA und Provinz der EU, aufklären zu müssen.
Mir ist die Situation der BRD selbstverständlich vollumfänglich bewusst.
Nur behauptet in der BRD ja auch niemand dass dem nicht so wäre.
Im krassen Gegensatz zu vielen Eidgenossen in ihrem Selbstverständnis.

Es gibt ja sogar Schweizer die der Meinung sind sie könnten der gesamten G20 in den *Hintern* treten, oder dass sich das Schicksal der EU an einer schweizer Mitgliedschaft entscheiden würde, oder dass die Sicherheit der Schweiz nicht von der Nato abhängig wäre. -


Dann habe ich schon überlegt ob ich das sicherheitshalber noch einmal wiederholen muss, in meinem letzten Beitrag, kam jedoch zu dem Schluss das wäre wohl nicht nötig.
Anscheinend wäre es aber doch nötig gewesen, extra für dich.  :)

Zitat
...ja konkursitte Staaten wie Deutschland, Frankreich, England und Italien
wollen den Kleinen in der EU die Zwansjacke überziehen.

So stimmt das nicht.
Die kleinen Staaten haben in der EU überproportionales Gewicht, bisher sowieso, aber auch nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages.

Zitat
Zur EU Politik und da liegt der Haken und die überwiegende Skepsis der Schweizer/Innen gegenüber der EU:

Jo, dann bleibt die Schweiz eben vorerst oder auf ewig aus der EU draußen.
Es ist doch nicht so als würde jemand die Schweiz gegen ihren Willen in die EU zerren wollen.
Das meine ich ganz ohne Spott.
Mich stört es nicht dass die Schweiz nicht in der EU ist.


Worüber in meinem Beitrag empörst du dich eigentlich so?
Zur Erinnerung, das war deine Aussage, fettgeschrieben:

- Die Achtung der Schweiz hat damit einen historischen Tiefpunkt erreicht:
es ist nicht mal mehr notwendig, die Kavallerie ausschwärmen zu lassen, um die Indianer gefügig zu machen.
Warum regen wir uns über diese Bezeichnung auf?
Sie stimmt: Ein Diktator und Verbrecher (für Geiselnahme würde ich ins Gefängnis kommen) muss nur verbale Drohungen ausstossen und unsere Landes"führung" kuscht!
Ein gefrusteter

pattran    -



Und ich habe dir doch nur teilweise zugestimmt.
Kritisierst du mich nun auch noch weil ich dir Recht gegeben habe?  :)
 

@Moesi


Zitat
(Ich selbst hab keinen Bock mehr mich mit diesem Geschichtsverdreher nochmal auf dieses Thema einzulassen, bringt eh nichts, ausser dass es einen haufen Zeit kostet, die ich besser verwenden kann).

Was maulst denn du jetzt da rum?
Komm ruhig aus der Schmollecke, ich tu dir nix.  ;)

Apropos Geschichtsverdreher, ich habe da noch einige Fragen und Anmerkungen zur schweizer Geschichte im Hinterkopf.
Nur habe ich momentan keine Muße das alles auszuformulieren.
Vielleicht finde ich am Mittwoch wieder die Zeit dazu.


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 25. August 2009, 03:56:34
Ich will hier nur einen einzigen Grund sehen, warum die Schweiz (übrigens schon lange nicht mehr meine Heimat) der EU beitreten soll, und bitte auch die Begründung, warum Swiss-Bürgers davon profitieren. Ein einziger reicht mir. 8)


Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: thai.fun am 25. August 2009, 17:43:59
Also Ozone, es gäbe da schon einen Grund.
So wie ich damals für Nein gestimmt habe um zu schauen wie das geht mit einer CH-Insel ganz alleine in der EU, so könnte man mal der EU Beitreten um zu sehen wie die CH-Insel Ersäuft.  :D
Ist das ein (1) Grund, oder nicht? ???

MG
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: namtok am 25. August 2009, 18:03:59
Meine 5 Cent zum Thema:  ;)

Schweizer Wochen:    :o

http://www.youtube.com/watch?v=OUsXUPQcyR0&feature=related    :-X
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 25. August 2009, 18:54:02
„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“  ;D

Dieser Grundsatz wurde von Wladimir Iljitsch Uljanow geprägt, besser bekannt als Lenin.
Lenin hatte ja bis 1917 auch 9 Jahre lang im schweizer Exil verbracht, bis er vom deutschen Geheimdienst als ultimative, allesvernichtende Biowaffe im Russischen Zarenreich freigesetzt wurde.
In diesem Haus im Zürcher Niederdorf (Altstadt von Zürich) wohnte Lenin für etws mehr wie ein Jahr.
(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3d/Lenin_Zuerich_01.jpg/180px-Lenin_Zuerich_01.jpg)
(http://t3.gstatic.com/images?q=tbn:77k_FvylOp0XlM:http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/archive/e/e1/20090530133001!Z%C3%BCrich_-_Spiegelgasse_14_-_Lenin_IMG_1325.jpg)

Lenin hat in sehr vielen Ländern  gewohnt nach 1900: u.a   in der CH um die Jahrhundertwende, vorwiegend in Genf, später nochmals, nach seinem illegalen Aufenthalt in Deutschland, wo er bezeichnenderweise in München die Zeitung "Morgenröte" herausgab.

Ferdinand, zuviel Staat wird richtigerweise den Linken/Grünen/Roten vorgeworfen. Aber Deine Rechten wollen ja nicht mehr Staat, sie wollen den totalen Staat. Und diese Ueberwachungs-Neurose und die Kontrollgeilheit kommt ja von beiden politischen Ecken. Der gläserne Bürger wird es Euch danken. Diese Tendenzen gibt es leider auch in der CH, sind aber nicht so schnell umzusetzen aufgrund einer sehr langsamen und holprigen Legisla-, Judika- und Exekutive. Manchmal ist aussitzen mehr, manchmal weniger ;D

Drum meine Achtung vor Guido's Zielen. Weniger Bürokratismus, Arbeit soll sich lohnen, keine freie Handhabung durch staatliche Organe in der Kontrolle des Internets, etc, sprich weniger Staat auf allen Ebenen. Ob er der richtige Mann dazu ist, steht auf einem anderen Blatt und muss hier nicht zerpflückt werden.
Es geht ja  immer noch um den Nichteintritt der CH in die EU.

Genau solche Privilegien würden aufgegeben, wofür man in D mit einer gelben Minderheitspartei gegen Windmühlen kämpft. Ein kitzekleines Beispiel aus dem Alltag: Ich darf in der Schweiz ungestraft aus dem Netz saugen, was ich will, ausser offiziell verbotener Schriften/Darstellungen. Kannst du das in D ? die springen dir die Bude doch schon ein, wenn du 200 mp3 Songs vom Netz runterziehst, sofern du in ihrem Fahndugsraster hängenbleibst.  Ganz zu schweigen in F. Da sperren sie dir den Internetzugang von zu Hause aus, den du aber ausdrücklich  ein weiteres Jahr bezahlen musst. Hast dann also ein Strafregistereintrag, der neuerdings für Thailands Non immi Visas wieder verlangt wird.  :D

Um es aber auch CH kritisch zu beleuchten. Ich traue den Schweizer Politikern wirklich nicht zu, in einer EU  wichtige Rollen einzunehmen. Es sind fast alles Schreibtischtäter und Wirtschaftslobbyisten, aber bestimmt  keine Kommunikatoren. Ausserdem mit was soll eine Schweiz Druck machen ? Dazu kommt noch, das die Schweiz in der EU eine schwache Lobby hat. Luxemburg/Oesterreich/Belgien/Slowenien und sind ja wohl keine Schwergewichte.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 27. August 2009, 15:52:09
@pattram

Sehr gut geschrieben!

(Ich selbst hab keinen Bock mehr mich mit diesem Geschichtsverdreher nochmal auf dieses Thema einzulassen, bringt eh nichts, ausser dass es einen haufen Zeit kostet, die ich besser verwenden kann).

Gruss, Stefan

Hallo Stefan
Vielen Dank. Es geht mir gleich. Es gibt Leute die nur Ihre Sicht sehen und schon gar nicht auf unangenehme Fragen eingehen.
Mit dem muss man leben.

Gruss aus Zürich

Markus :)

Zum Libyen-Dael ein Kommentar aus der NZZ von heute:

Noch ist die Sache nicht ausgestanden
Die libysche Geiselaffäre ist noch nicht zu Ende. Das Signal aus Tripolis, die Erteilung von Ausreisevisa für die beiden Schweizer, stimmt jedoch vorsichtig positiv. Ein Ehrenwort zählt in der libyschen Stammeskultur mehr als ein Vertrag. Diese Erfolgsmeldung, vielleicht bald auch die definitive Freilassung der Geiseln, als solche allein zu würdigen, ist wohl nur den direkt Betroffenen oder politisch ganz uninteressierten Menschen vergönnt. Aus ihrer Warte war stets klar: Oberste Priorität in der Affäre um die Verhaftung eines Ghadhafi-Sohns hatte die Befreiung der beiden Schweizer Geiseln. Diesem Ziel war fast alles unterzuordnen, wobei man über das «fast» streiten kann und streiten wird. Für politisch denkende Menschen ist die Sache komplizierter. Sie können (und sollen) die Hintergründe und Folgen der Geiselbefreiung nicht ausblenden. Schon gar nicht können sie davon abstrahieren, wer am Ende mit welchen Mitteln den Durchbruch erzielte.
Bundespräsident Hans-Rudolf Merz' Reise nach Tripolis in allen Facetten zu beurteilen, ist beim jetzigen Informationsstand nicht möglich. Klar ist, dass Merz wissentlich gegen Spielregeln verstiess und ohne Rücksprache mit den anderen Regierungsmitgliedern ein Papier unterschrieb, von dem er wusste, dass es den Namen Vertrag nicht verdient. Das Papier war allerdings schon im Entwurf kein Staatsvertrag unter zivilisierten Nationen, sondern ein Pakt mit einem Erpresser. Der Bundesrat wird sich kritisch mit seiner Rolle in der Libyen-Affäre auseinandersetzen müssen – am besten, bevor die Geschäftsprüfungskommissionen dies mit der üblichen Verspätung halbwegs tun. Vorwegnehmen kann man eins: Verantwortlich für die Eskalation des Konflikts sind nicht Diplomaten oder andere Bundesangestellte, sondern die Regierung. Die Debatte um die aussenpolitische Krisenresistenz der schweizerischen Kollegialregierung ist damit (wieder einmal) eröffnet. Statt nur über eine längere Amtsdauer des Bundespräsidenten zu streiten, sollte man im Hinblick auf künftige Krisensituationen auch über eine zeitlich und thematisch begrenzte Kompetenzausweitung für den Bundespräsidenten diskutieren, verbunden mit einem starken, interdepartementalen Krisenstab. Merz' Kompetenzüberschreitungen in Libyen sowie die vorgängigen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierung hatten jedenfalls nichts mit der Amtsdauer zu tun.

Der Konflikt mit dem Ghadhafi-Clan ist nicht ausgestanden. Eine Freilassung der beiden Geiseln wird man als Einlösung eines Versprechens interpretieren dürfen und vielleicht als Zeichen des guten Willens im Hinblick auf die im Abkommen erwähnte allfällige Wiedergutmachung seitens der Schweiz. Mehr daraus abzuleiten, wäre naiv. Die Diplomatie wird weiterhin gefordert sein. Ohne eine Regierung, deren Mitglieder sich gegenseitig informieren und ihre Animositäten unter Kontrolle halten, kann sie aber ihre Aufgabe nicht wahrnehmen.


Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 27. August 2009, 16:56:42

@Ozone

Zitat
Ferdinand, zuviel Staat wird richtigerweise den Linken/Grünen/Roten vorgeworfen. Aber Deine Rechten wollen ja nicht mehr Staat, sie wollen den totalen Staat. Und diese Ueberwachungs-Neurose und die Kontrollgeilheit kommt ja von beiden politischen Ecken.

Den rechten Etatismus den du hier ansprichst gibt es unbestreitbar.
Einer der Gründe in der Gegenwart ist aber zweifellos die „multikulturelle Gesellschaft“ die unweigerlich in die totale Überwachung und im Endeffekt in einen autoritären Staat führen muss, wie das in allen Vielvölkerstaaten der Fall ist, wo verhindert werden soll dass die jeweiligen feindlichen Gruppen übereinander herfallen.

Davon abgesehen ist „Rechts“ nicht gleich „Rechts“.
Es gibt unter anderem die nationalliberale Strömung, die in Deutschland ihre Wurzeln im Deutschen Bund und im 2. Reich hat und deren bekannteste Vertreter Gustav Stresemann in der Weimarer Republik und Alexander von Stahl in der BRD sind.
Alexander von Stahl, ehemaliger Generalbundesanwalt und juristischer Vertreter der Zeitung „Junge Freiheit“, die von ihm 2005/06 vor Gericht erfolgreich gegen den Verfassungsschutz verteidigt wurde.
Nach dem 2. WK verteilte sich der Nationalliberalismus in Deutschland unter anderem auf die NPD und die FDP.

Zitat
Ich will hier nur einen einzigen Grund sehen, warum die Schweiz (übrigens schon lange nicht mehr meine Heimat) der EU beitreten soll, und bitte auch die Begründung, warum Swiss-Bürgers davon profitieren. Ein einziger reicht mir.  8)

Wie ich bereits sagte, ein formeller Beitritt der Schweiz zur EU oder Nato würde der Schweiz unter dem Strich momentan keine praktischen Vorteile bringen.
Wenn ich Schweizer wäre würde ich das ganz genauso sehen.
Die bisherige schweizer Strategie geht ja auch vortrefflich auf, die Schweiz profitiert vom europäischen bzw. nordatlantischen Umfeld ohne selbst Verantwortung zu übernehmen.
Scherzhaft könnte man auch sagen, die Schweiz ist der Blinddarm Europas.
Bestandteil des Organismus und vollständig abhängig, jedoch ohne Funktion.
(Ausdrücklich Blinddarm, nicht Bandwurm, auf diese Unterscheidung ist Wert zulegen.)
Das ist der bequemste und momentan beste Weg für die Schweiz.

Doch, wie ebenfalls schon oft ausgeführt, ist dieser luxuriöse, traditionelle schweizer Sonderweg kein praktikabler Maßstab für irgendeinen anderen europäischen Staat in Geschichte und Gegenwart.

Das soll ausdrücklich keine Kritik an der Schweiz sein.
Wie gesagt, als Schweiz würde ich wahrscheinlich das gleiche, für mich vorteilhafte, Spiel spielen.


Dagegen muss man die Bedeutung von EU und Nato für Deutschland ganz nüchtern unter praktischen Gesichtspunkten betrachten.
Aufgrund der sehr bedauerlichen historischen Entwicklung ist Deutschland heute, im Gegensatz zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, unter anderem aufgrund des Zwei-plus-Vier-Vertrages, nicht mehr in der Lage seine Verteidigung vollumfänglich selbst zu gewährleisten.
Dass Deutschland also heute nicht mehr unter dem Terror und den Überfällen seiner direkten Nachbarstaaten zu leiden hat, deren Politik leider so oft und so lange von Hass und Neid auf Deutschland geprägt war, ist auch der EU und der Nato zu verdanken.

Wobei ich an dieser Stelle nur wiederum ausdrücklich betonen muss, wenn es nach mir ginge hätte die BRD, ebenso wie die EU, ein anderes Gesicht.
Es würde ein ganz anderer Wind wehen und auch die Nato in ihrer heutigen Form wäre überflüssig im Hinblick auf eine gesamteuropäische Verteidigungsstrategie wie sie mir vorschwebt.  


@pattran

Zitat
Du hast aber Fragen Ferdinand.
Adelsprädikate dürfen in der Schweiz seit 1499 lediglich als Bestandteil des bürgerlichen Familiennamens geführt werden. Die Schweiz schied in diesem Jahr aus dem Reichsverband aus und der Adel büsste endgültig seine Standesvorrechte ein.

Ich habe etwas herumgelesen und auf Wikipedia liest sich das etwas anders als in deinen Ausführungen, unter anderem:

Die Stärkung der Staatsgewalt nach dem französischem Vorbild des Absolutismus brachte in den verschiedenen Orten der Schweiz drei Verfassungstypen hervor, die aristokratische Formen und Gottesgnadentum mit den republikanischen Traditionen vereinten: In den Städteorten Bern, Solothurn, Freiburg und Luzern das Patriziat, das Regiment weniger alteingesessener Geschlechter; die Zunftaristokratie in Zürich, Basel und Schaffhausen begrenzte die Oligarchie der alteingesessenen Geschlechter durch den Einfluss der Zünfte; in den Landsgemeindeorten schliesslich entwickelte sich ebenfalls eine Aristokratie des alten Landadels und der durch den Solddienst zu Reichtum und Adelsprädikaten gekommenen Familien. Die absolutistischen Tendenzen in der Herrschaftsausübung bewirkten im 18. Jahrhundert eine ganze Reihe von Aufständen in den betroffenen Untertanengebieten, die jedoch bis 1798 allesamt mit äusserster Härte niedergeschlagen wurden.

...und...

Als einzige ständige Institution existierte eine eidgenössische Kanzlei, die mit der Tagsatzung jährlich in die Vororte umzog. In den Kantonen des Mittellands endete die Phase der konservativen Restauration bereits in der liberalen «Regeneration» von 1830/31: Die aristokratischen Vorherrschaften wurden endgültig gebrochen und durch liberal-demokratische Systeme ersetzt. Allerdings ergaben sich während einer Übergangsphase erneut innerkantonale Spannungen unter etwas anderen Vorzeichen: Entweder kämpften Liberale gegen Katholisch-Konservative oder dann «Radikale» (Anhänger der repräsentativen Demokratie mit Zensuswahlrecht) gegen «Demokraten» (Anhänger der direkten Demokratie mit allgemeinem Wahlrecht).



Folglich wäre die Schweiz bis mindestens 1830 ein „normaler“ Ständestaat, sogar mit aristokratischer Komponente, gewesen.

Zitat
Zu den Landsgemeinden:
Die Landsgemeinde ist eine Urform der schweizerischen Demokratie und steht in ihrer Art in der Welt einzigartig da. An einem bestimmten Tag versammeln sich die Stimmberechtigten unter freiem Himmel, um die Regierung und Gerichte zu wählen und über Gesetze und Ausgaben zu entscheiden.

Theoretisch ist mir schon klar was eine Landsgemeinde ist.
Ich stelle es mir nur eben problematisch vor dass die Wahlen nicht geheim stattfinden, sondern öffentlich.
So hat doch z.B. ein Arbeitgeber vollen Einblick in das Wahlverhalten seines Arbeitnehmers.
Oder die Schwiegermutter sieht wie der Schwiegersohn abstimmt.

Zitat
Zum Schluss zu den Hunde verzehrenden Appenzellern und Glarnern.
Das schaue ich als einen kleinen Scherz von Dir an.
Wenn Du mir diese Frage im Zusammenhang mit Chinesen gestellt hättest,
ja da gäbe es einiges zu berichten.
Nicht umsonst ist der Export von Hunden aus der Schweiz nach China verboten.

Meine Frage war ganz ohne Spott oder Hintergedanken gestellt.
Wie Ozone schon sagte war der Verzehr von Hundefleisch bis mindestens in die 40er Jahre im Deutschen Reich/der BRD recht weit verbreitet.

Augsburg (dpa) - "Hunderippchen mit Kartoffeln und Blumenkohl" - solche Gerichte konnten Freunde ungewöhnlicher Gaumenfreuden selbst in Deutschland vor nicht allzu langer Zeit auf der Speisekarte finden. Die letzte Hunde-Schlachtung in Deutschland war erst vor 15 Jahren in Augsburg. An dieses "Jubiläum" erinnerte die Bundestierärztekammer zusammen mit der Bayerischen Landestierärztekammer am Mittwoch in Augsburg anlässlich einer Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen der tierärztlichen Fleischuntersuchung. Erst 1986 wurde die Schlachtung von Hunden und Katzen in Deutschland verboten. In Restaurants waren Hunde-Speisen nur in Chemnitz zu finden. "Das lässt sich für keine andere Stadt belegen", sagte Pia Geppert von der Bayerischen Landestierärztekammer. In der sächsischen Stadt war Hundefleisch besonders beliebt: Im Durchschnitt habe dort jeder Bürger 380 Gramm Hundefleisch im Jahr gegessen. Aber auch in Bayern brutzelte in vielen Küchen Hundefleisch in der Pfanne. Dort wurde das Fleisch aber nicht in Restaurants angeboten. Insgesamt mussten die Tierärzte nach Angaben von Geppert zwischen 1900 und 1985 rund eine Viertel Million geschlachteter Hunde untersuchen. Allein im Jahr 1923 wurden in Deutschland 18 000 Hunde getötet.

http://www.katzennothilfe.de/felidae/pinboard/archiv/pin29.htm

Ich selbst stamme aus der Nähe des Schwarzwalds.
Im Schwarzwald soll sich Hundefleisch besonders langer Beliebtheit erfreut haben und bis heute halten sich hartnäckig Gerüchte dass auf abgelegenen Schwarzwaldhöfen auch heute noch der ein oder andere überzählige Hofhund einer kulinarischen Bestimmung entgegen geht.
Und für die Kantone Appenzell und St.Gallen halten sich ähnliche Gerüchte.


@thai.fun

Zitat
Alpenfestung - Leben im Réduit.

Zu diesem Thema gibt es eine interessante Sendung auf der Weltnetzseite von 3Sat, in der ein schweizer Historiker zur schweizer Geschichtsbetrachtung Stellung nimmt.

Ich kann leider die Verknüpfung nicht kopieren, aber hier auf der Heimseite von 3Sat einfach oben links auf „Mediathek“ klicken und dann im Suchfenster „Reduit“ eingeben.

http://www.3sat.de/


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 28. August 2009, 09:57:00

Zitat
Alpenfestung - Leben im Réduit.
Zu diesem Thema gibt es eine interessante Sendung auf der Weltnetzseite von 3Sat, in der ein schweizer Historiker zur schweizer Geschichtsbetrachtung Stellung nimmt.
Ich kann leider die Verknüpfung nicht kopieren, aber hier auf der Heimseite von 3Sat einfach oben links auf „Mediathek“ klicken und dann im Suchfenster „Reduit“ eingeben.
http://www.3sat.de/


Volià
Interview Mit Georg Kreis (Schweizer Historiker)
http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=13881

Sollte jemand Problem haben mit dem Stream (Ton und kein Bild, da 1606 kb/s) diese mms in einem seperaten Player (Winamp, VLC etc.) öffnen:

mms://ondemand.msmedia.zdf.newmedia.nacamar.net/zdf/data/msmedia/3sat/09/08/090817_kreis_kuz_vh.wmv

oder sonst hier Podcast DL
http://www.mediafire.com/download.php?z3d2nxztzmr
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 30. August 2009, 19:36:12

Schweizer Streit mit Libyen

Gaddafis Geiseln, ein leerer Jet und etwas Gepäck


Von Michael Soukup, Zürich

spiegel.de/politik/ausland/0,1518,645865,00.html

Alle Rettungsmissionen verliefen bisher im Sand der libyschen Wüste. Seit mehr als einem Jahr hält Staatschef Gaddafi zwei Schweizer Geschäftsleute fest. Selbst ein Solo-Trip von Bundespräsident Merz nach Tripolis brachte die Geiseln nicht zurück - bloß ihr Gepäck. Jetzt steht Merz in der Kritik.

...

"Das Vorgehen von Merz war hochgradig unprofessionell"

Selten fühlte sich die neutrale Schweiz so allein gelassen wie in diesen Tagen. Nach dem Steuerstreit mit Deutschland, der Zerschlagung des Bankgeheimnisses durch die Amerikaner und nun die andauernde Demütigung im Streit mit Libyen ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt.

...


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 31. August 2009, 05:35:54

Am 1. September kommen die Geiseln frei und dann ist die Stimmung wieder hoch  ;D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 31. August 2009, 09:57:35
Journi-Zitat
"Das Vorgehen von Merz war hochgradig unprofessionell"

Siehst Du Ferdinand, das meinte ich mit

Zitat
Ich traue den Schweizer Politikern wirklich nicht zu, in einer EU  wichtige Rollen einzunehmen. Es sind fast alles Schreibtischtäter und Wirtschaftslobbyisten, aber bestimmt  keine Kommunikatoren.

Die sind so ! Haben aber noch grössere Dumpfbacken im Bundesrat. Den Hanf Ueli zum Beispiel.  ;D
Der kann zwar das Euter eine Kuh massieren und anhand der Aderverläufe per abtasten blind ihren Namen nennen, aber nur schon Hochdeutsch ist für den eine Fremdsprache. Was soll so einer auf internationalem Parkett  >:  Als Pausenclown im Europäischen Parlament durchaus zu gebrauchen. Emil unplugged ! Und das ungeschminkt und unverkleidet  :D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 01. September 2009, 04:38:20

Die Arena, eine TV- Sendung vom vergangenen Freitag im SF 1, war ausgesprochen gut, bzw.
aufschlussreich.

Wir sollten auch hier in unserem Kreis zwischen "vordergründig" und- na eben, zu unterscheiden
versuchen.

Gerade in dermassen heiklen Ereignissen gibt es erfahrungsgemäss Dinge, Zusammenhänge und
taktische Schritte, welche unsere Fantasie weit übertreffen. Lasst uns geduldig beobachten- meine ich.

Klar, Journalisten wollen ihre Story, deshalb wird oft erst einmal drauflos geschrieben, verstehe ich.
Ich bin allerdings keiner.

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 01. September 2009, 06:11:06
Nur dass hier die Medien ins Geschehen eingegriffen haben!

Merz entschuldigt sich "im Namen der Schweiz" für die angeblich "unangemessene" Vorgehensweise bei der Verhaftung und lässt ein internationales Schiedsgericht zu.
Als Gegenleistung sollten die Geiseln frei kommen.
Lybien hat aber inzwischen durch das Geschrei in unseren Medien über den "Kniefall vor dem  bösen Tyrannen" gehört, dass "die Schweiz" gar nicht hinter Merz steht...und dürfte dadurch sehr irritiert sein!

Morgen (heute!) am 1. September sollten die Geiseln aufgrund der Amnestie zum 40 jährigen Jubiläum des Regimes so oder so frei kommen.
Man darf also gespannt sein, was nun passiert.

Gewinnen werden auf jeden Fall die Medien: Sie dürften wieder Schlagzeilen finden....egal über welche Leichen!

Gruss, Stefan

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 01. September 2009, 06:46:05
Die Arena, eine TV- Sendung vom vergangenen Freitag im SF 1, war ausgesprochen gut, bzw.
aufschlussreich.

Diese Sendung werde ich mir bei Gelegnheit noch reinziehen. Das SF hat ja mitunter einer der besten Podcast-Services im deutschsprchigen Raum der öffentlich rechtlichen Sender.

Aber der Fall Gadaffi zeigt wirklich die Unbeholfenheit/Drucklosigkeit der Schweiz auf internationalem Parkett.

Dass Mister Gadaffi jun. (und sein im Arabischen Stolz gekränkter Vater) ausgesprochene Reizfiguren sind, denen man persönlich am liebsten 100 Tage Gachot bei Wasser und trockenem Brot wünscht, steht auf einem anderen Blatt. Das hier die Genfer Polizisten einen Sonderweg genommen haben, zeigt eben auch die nachteilige Seite eines föderalistischen Staates.

Mir gehen diese Diplomaten mit ihren Sonderrechten selber auch extrem auf den Senkel. Ich mag mich erinnern und war Zeuge, als vor über 10 Jahren mal so einer mit CD  Nummernschild  (Crap Diplomat   ??? ) seinen Mercedes mitten auf der Bahnhostrasse parkierte (für D parkte  ;)),  ergo das Strassenbahntrassée blockierte. Er ging einkaufen.... . Die Polizei durfte sein Gefährt noch nicht mal berühren und der Zürcher Trambenützer (für D: Züricher Strassenbahnnutzer  ;D) für Stunden zu Fuss gehen durfte, weil Diplomätchen aus Bananaland bei Sprüngli im Witwen Café hockte.

Wir sollten auch hier in unserem Kreis zwischen "vordergründig" und- na eben, zu unterscheiden
versuchen.
Gerade in dermassen heiklen Ereignissen gibt es erfahrungsgemäss Dinge, Zusammenhänge und
taktische Schritte, welche unsere Fantasie weit übertreffen. Lasst uns geduldig beobachten- meine ich.
Klar, Journalisten wollen ihre Story, deshalb wird oft erst einmal drauflos geschrieben, verstehe ich.

Das ist sicher so. Und so soll die CH auch agieren. Seit der US Botschafts Geiselnahme im Iran ist die Schweizer Diplomatie der Ueberbringer von Akten und Vermittler zwischen Iran und den USA. Das haben sie nach Auffassung beider Seiten schon über 2 Jahrzehnte lang auch souverän gehandhabt. Viele nahmen davon erst Notiz, als sich vor kurzem ein Schweizer Diplomat beim Poppen einer Iranerin, im Auto auf einem öffentlichen Platz, erwischen liess. Ist ja wohl klar, dass das dieser Aspekt Journalistenfutter ist.

Das sind ja auch die Stärken der CH auf internationalem Parkett; das low profile agieren im Hintergrund. High profile ist definitiv nicht ihre Stärke, sah man schon beim Indianerlis-Spiel mit Elfen-Peerle. Das machen dann schon die Journis.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Profuuu am 01. September 2009, 14:14:42
Mir ist nicht bekannt, dass Gaddafis Sohn Diplomatenstatus hat.

Wie es aussieht, kommen die Jungs frühestens morgen frei.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 01. September 2009, 14:46:36
Die Stimmung in Schweiz ist nicht auf dem Tiefpunkt Ferdinand!

Annäherung zwischen Türkei und Armenien wird konkret:
Die Türkei und Armenien wollen nach Angaben aus Ankara diplomatische Beziehungen aufnehmen.

Die Türkei und Armenien wollen nach jahrzehntelangem Konflikt diplomatische Beziehungen aufnehmen. Beide Staaten hätten sich unter Vermittlung der Schweiz auf entsprechende Verhandlungen geeinigt, teilte das türkische Aussenministerium  gestern mit. Die Gespräche sollten sechs Wochen dauern, sagte ein Sprecher. Die Wurzeln des Konflikts zwischen den Nachbarländern liegen im frühen 20. Jahrhundert. In der Endphase des Ersten Weltkriegs wurden zahllose Armenier im damaligen Osmanischen Reich vertrieben und getötet.

Die guten Dienste der Schweiz wie sie Ozone trefflich formulierte (low profile agieren im Hintergrund), sind nach wie vor sehr gefragt.

Grüsschen

pattran


Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 01. September 2009, 16:29:15
Mir ist nicht bekannt, dass Gaddafis Sohn Diplomatenstatus hat.

Ja, das habe ich bisher auch gemeint, bis sich der Abgeordnete Dick Marty dazu äusserte:

Die Schweiz habe mit ihrem Kniefall signalisiert, dass sie "erpressbar ist", schrieb die Zeitung "Landboten". Dies sei quasi "eine Einladung an alle anderen Diktatoren dieser Welt, es Gaddafi gleichzutun". Von einer Demütigung des Landes sprach der Abgeordnete Dick Marty, der es vor allem befremdlich befand, dass dem Gaddafi-Sohn nun nachträglich  :o  der Diplomatenstatus samt Immunität zuerkannt wurde.

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3856&Alias=WZO&cob=432862

Dick Marty, ein Spezialist auf internationalem Juristen-Parkett
http://de.wikipedia.org/wiki/Dick_Marty
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 01. September 2009, 22:18:51
Der libysche Despot Ghadhafi wird immer dreister!

Anscheinend will er pro Geisel rund SFr.430'000.00 Lösegeld.
So schreibt es heute Nachmittag NZZ Online.
Abscheulich dieser Wüstenhund!

Die Regierung der Schweiz hält sich an den Vertrag, auch wenn Bundespräsident Merz eigenmächtig und
naiv unterzeichnet hat. Das Völkerrecht schreibt dies vor.
Den Despoten aus Tripolis schert das wenig, der hält nichts von schriftlichen Veträgen.

Nun wird die Regierung von der FDP, der Partei der BP Merz angehört aufgefordert, den Vertrag zu sisitieren,
allenfalls sofort zu kündigen.

Wäre ein kluger Entscheid. Mit Despoten verhandelt man nicht.

Gruss

pattran

Der Link zu NZZ:
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/libyen_geiseln_kaution_1.3467577.html


 
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 03. September 2009, 04:59:03
Der Präsident, Diktator und Oberst von Libyen beabsichtigt,
bei der kommenden UNO- Versammlung in New York zu erreichen, dass die Schweiz vernichtet wird.
Der Tessin soll Italien, die welsche Schweiz den Franzosen und die Deutschschweiz zu Deutschland
zugeordnet werden.

Quelle: Nachrichtensendung 10 vor 10 des SFS 1, heute, den 02.09.2009, 2150 h.

Das ist kein Witz, es ist möglicherweise der Beginn einer neuen, weltweiten Eskalation, voraussehbar
zumindest auf diplomatischer Ebene.

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: hellmut am 03. September 2009, 05:10:00
Der Präsident, Diktator und Oberst von Libyen beabsichtigt,
bei der kommenden UNO- Versammlung in New York zu erreichen, dass die Schweiz vernichtet wird.
Der Tessin soll Italien, die welsche Schweiz den Franzosen und die Deutschschweiz zu Deutschland
zugeordnet werden. ...

Her Gaddafi will die Schweiz nicht vernichten, sondern nur eine Aufteilung des schweizer Territoriums bei der nächsten UNO Hauptversammlung vorschlagen.
Die Idee finde ich gar nicht mal schlecht, doch räume ich ihr derzeit kaum Chancen ein.
Solange deren Wirtschaft floriert, werden die Schweizer das mehrheitlich nicht wollen.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 03. September 2009, 05:20:14
Diese Meldung mag zwar wieder neu erscheinen, aber dieses Zitat von Gadaffi wurde schon lange vorher gefurzt. Uebrigens auch hier im Forum besprochen  ;)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 03. September 2009, 05:28:41
Hier schon am 16. Juli 09 im Revolverblatt von Ringier. Findet sich aber auch in allen internationalen Medien. Warum das SF das erst jetzt aufgreift, weiss ich nicht. Wohl ein Berner in der Redaktion, der gerade von seinem Urlaub am Nordpol zurückkam  ;D

GADAFFI WILL TERRORSTAAT SCHWEIZ ZERSTUECKELN

http://www.blick.ch/news/schweiz/gaddafi-will-terrorstaat-schweiz-zerstueckeln-123684
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 03. September 2009, 05:37:29
@hellmut Heute

"Her Gaddafi will die Schweiz nicht vernichten, sondern nur eine Aufteilung des schweizer
Territoriums(...)vorschlagen."

Was ist denn ein Volk ohne Territorium?

Weckt dieser Bericht bei Dir verborgene imperialistische Gefühle ?   --C

Zieh doch bitte deinem Maskottchen seinen blöden Franzosenhut aus, damit man sein wahres Gesicht erkennt.

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: hellmut am 03. September 2009, 05:49:06
... Warum das SF das erst jetzt aufgreift, weiss ich nicht. ...

Vermutlich weil Gaddafi vorgestern sein 40stes Amtsjubiläum hatte.

... Was ist denn ein Volk ohne Territorium? ...

Zum einen sollen die nach Gaddafis Vorstellung nicht umsiedeln, sondern nur die Nationalität wechseln.

Weist du überhaupt wodurch man ein "Volk" definiert?
- Gemeinsame Sprache und Kultur sind Hauptmerkmale, jedoch nicht das "Territorium".
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 03. September 2009, 06:17:03
Der Präsident, Diktator und Oberst von Libyen beabsichtigt,
bei der kommenden UNO- Versammlung in New York zu erreichen, dass die Schweiz vernichtet wird.
Der Tessin soll Italien, die welsche Schweiz den Franzosen und die Deutschschweiz zu Deutschland
zugeordnet werden.

Falsch!
 Das wird alles von Liechtenstein übernommen.
Im Moment wird gerade mit Qadaffi darüber verhandelt, ob wir Deutschland auch gleich übernehmen sollen  
;D  ;D  ;D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 03. September 2009, 06:30:21
Das wird alles von Liechtenstein übernommen.
Im Moment wird gerade mit Qadaffi darüber verhandelt, ob wir Deutschland auch gleich übernehmen sollen  

 :D

Jou. Zumindest genügend ZweitBriefkästen (einen für jeden Bundesbürger) wär ja an Infrastruktur schon da.  :-)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 03. September 2009, 14:08:55
Der Präsident, Diktator und Oberst von Libyen beabsichtigt,
bei der kommenden UNO- Versammlung in New York zu erreichen, dass die Schweiz vernichtet wird.
Der Tessin soll Italien, die welsche Schweiz den Franzosen und die Deutschschweiz zu Deutschland
zugeordnet werden. ...

Her Gaddafi will die Schweiz nicht vernichten, sondern nur eine Aufteilung des schweizer Territoriums bei der nächsten UNO Hauptversammlung vorschlagen.
Die Idee finde ich gar nicht mal schlecht, doch räume ich ihr derzeit kaum Chancen ein.
Solange deren Wirtschaft floriert, werden die Schweizer das mehrheitlich nicht wollen.

Hallo Hellmut

Und Du nimmst diesen Schurken in seiner Operettenuniform noch ernst?

 --C --C --C

 
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 03. September 2009, 14:21:30
... Warum das SF das erst jetzt aufgreift, weiss ich nicht. ...

Vermutlich weil Gaddafi vorgestern sein 40stes Amtsjubiläum hatte.

... Was ist denn ein Volk ohne Territorium? ...

Zum einen sollen die nach Gaddafis Vorstellung nicht umsiedeln, sondern nur die Nationalität wechseln.

Weist du überhaupt wodurch man ein "Volk" definiert?
- Gemeinsame Sprache und Kultur sind Hauptmerkmale, jedoch nicht das "Territorium".

Gemeinsame Sprache haben wir in unseren freiheitlichen, kulturellen und politischen Werten.

Gemeinsame Sprache haben wir nicht. Die Schweiz hat offiziell 4 Landessprachen. D - F - I - RR!
Man kann sie auch als kleine EU neben dem grossen Bruder in Brüssel bezeichnen, nur im Gegensatz zu ihm
funktioniert das Zusammenleben über die Sprachbarrieren hinweg ausgezeichnet.

 :) :) :)

 
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 03. September 2009, 21:00:14

@pattran

Zitat
Die Stimmung in Schweiz ist nicht auf dem Tiefpunkt Ferdinand!

Wieso denn ich?
Daran bin doch ich nicht schuld.
Ich hab doch nur einen Artikel des Spiegels reingestellt.
Übrigens genauso wie vor drei Tagen, mit dem Artikel des schweizer Tagesanzeiger, über die Kontendaten der französischen Steuerhinterzieher in der Schweiz.
Ich bin ja auch nicht daran schuld was die schweizer Medien schreiben.

tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Frankreich-erhaelt-3000-Kontodaten--Finanzdepartement-schweigt/story/27176483

Zitat
Die guten Dienste der Schweiz wie sie Ozone trefflich formulierte (low profile agieren im Hintergrund), sind nach wie vor sehr gefragt.

Das ist doch bekannt.
Ein kleiner Staat der selbst keine internationale Politik betreibt und keine Interessen vertritt eignet sich am besten als Vermittler.
Das meine ich ganz ohne Spott und dem habe ich nicht, und würde ich nie widersprechen.

@Cee

Zitat
... dass die Schweiz vernichtet wird.
Das ist kein Witz, es ist möglicherweise der Beginn einer neuen, weltweiten Eskalation, voraussehbar zumindest auf diplomatischer Ebene.

Doch das ist ein Witz, und so wird das international auch verstanden.
Also kein Grund sich übermäßig aufzuregen.

Es zeichnet sich immer wieder ab dass Schweizer keine außenpolitischen Angriffe und Ernstfälle gewohnt sind und deshalb dazu neigen über jede unsinnige Kleinigkeit in übermäßige Erregung zu geraten.   ;D


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Morrison am 03. September 2009, 22:08:35
Ausserdem hätte der Wüsten-Beduine uns ruhig mal vorher fragen können, ob wir eine neues schweizer Bundesland überhaupt wollen!

Ich finde wir haben immer noch genug zu tun mit den anderen Freaks mit ihrem komischen Dialekt, den auch keiner versteht, ihrer Trägheit und die immer rumheulen, dass früher alles besser war.

Irgendwann meinetwegen, aber so jetzt gleich ist eher schlecht.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 03. September 2009, 22:31:18
Vielleicht können wir dem entgegenwirken, indem wir für Lybien noch eine Personenfreizügigkeitsabstimmung abhalten mit Immunität aller Ghaddafi-Anhänger? Frau Leuthard wüsste dies schon zu vertreten ;D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: crazyandy am 03. September 2009, 23:22:19
was haben die Schweizer denn für sorgen, eingebettet in der EU und unter NATO Staaten, hmmm aber wenn man es sich genau überlegt  ??? dann sind wir DAS Steuerparadies los  ??? die Amerikaner, Franzosen, Deutschen Finanzminister würde es freuen wenn Gaddafi  :-X ist also nichts mit NATO Schutzschirm für DIE Schweiz.






 8) 8) 8) nun beruhigt Euch mal Ihr Schweizer soweit lassen wir es nun doch nicht kommen
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 04. September 2009, 00:45:21

Zitat
  8) 8) 8) nun beruhigt Euch mal Ihr Schweizer soweit lassen wir es nun doch nicht kommen

Genau, die NATO, die EU, Deutschland und Frankreich, die allesamt von den Eidgenossen so oft und wüst gescholten werden, werden wie immer ihre schützende Hand über die kleine, neutrale Schweiz halten.

Also kein Grund zur Panik meine lieben Schweizer, der böse Onkel Gaddafi kann euch nichts tun.
Die Schweiz wird noch lange Gelegenheit haben "low profile" im Hintergrund zu agieren.


  ;D  :D

Gruß
Ferdinand  
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Morrison am 04. September 2009, 01:33:05
zur Sicherheit können sie ja ihre bewährten, uneinnehmbaren Alpenbunker reaktivieren. Da kann dann der Wüstensohn sogar mit Kampfelefanten anmaschieren.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: namtok am 04. September 2009, 02:48:48
zur Sicherheit können sie ja ihre bewährten, uneinnehmbaren Alpenbunker reaktivieren. Da kann dann der Wüstensohn sogar mit Kampfelefanten anmaschieren.

Und gleich den gesichtsverlustigen Sohnemann Hannibal persönlich vorschicken, das wird der beste Alpendurchmarsch seit über 2000 Jahren  --C
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 04. September 2009, 03:57:53

Ja, möglicherweise regen wir uns allzu oft und dann noch allzu massiv auf.

Die Uno will den Vorstoss aus Libyen, aus völkerrechtlichen Gründen, garnicht behandeln.
Der diesbezügliche Brief wurde lt. Nachrichten heute, DRS 1, 10 vor 10, zurückgewiesen.

Andererseits sind die Gefahren, welche von diesem unberechenbaren Wüsten- und Oelstaat
ausgehen, nach wie vor latent vorhanden, das wurde zur Genüge bewiesen.

Grüsse
Cee

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: hellmut am 04. September 2009, 05:45:15
...

Hallo Hellmut

Und Du nimmst diesen Schurken in seiner Operettenuniform noch ernst? ...

Es dürfte IHMO nicht schaden wenn du dich besser informierst eh du etwas behauptest.
Gaddafi ist sicher kein Sonntagsschüler, doch als "Schurken" kann man ihm mit Sicherheit nicht bezeichnen.

Er hatte eine korrupte Regierung, die Libyens Ölreserven zum persönlichen Vorteil an US-Amerikanische Öl-Multis verramscht hatte  geputscht, übrigens 3x!, eh er endgültig selbst das Zepter in die Hand nahm.

Eine "Operettenuniform" trägt er meines Wissens auch nicht. Vor dem ersten Putsch war eer bereits Luftwaffenoberst und hat sich seitdem weder zum General noch höherem ernannt. Meistens trägt er landesübliche Tracht, ohne Orden oder Rangabzeichen.

Man sollte bitte auch nicht unter den Tisch kehren das verschiedene echte "Schurken" wie Ronald Reagan und George Busch, der Ältere, sowie der "Schurkenstaat" Israel etliche Attentate auf ihn verübt hatten.
Solche Aktionen machen selbst die humansten Leute sauer.

... Gemeinsame Sprache haben wir nicht. Die Schweiz hat offiziell 4 Landessprachen. D - F - I - RR! ...

Warum schreibst du nicht Gleich: Es gibt kein schweizer Volk, allenfalls schweizer Völker. ... Doch selbst das kommt nicht hin (vielleicht schriebst du das gerade deshalb nicht). Eventuell wolltest du nicht sagen:  Die Schweiz setzt sich zusammen aus deutschen, französischen, italienischen und rätoromaschischen Völkern.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 04. September 2009, 09:08:43

Warum schreibst du nicht Gleich: Es gibt kein schweizer Volk, allenfalls schweizer Völker. ... Doch selbst das kommt nicht hin (vielleicht schriebst du das gerade deshalb nicht). Eventuell wolltest du nicht sagen:  Die Schweiz setzt sich zusammen aus deutschen, französischen, italienischen und rätoromaschischen Völkern.

Es gibt ja auch keine Deutschen. Es gibt Bayern, Schwaben, Kölsche, Saarländer, Schlesier, Sachsen, Hessen und und und, bloss kein deutsches Volk? Kulturell haben sie alle eine Gemeinsamkeit: Sie kennen alles zerstörerische das Leben betreffend, positives? Fehlanzeige! Die Kasse muss stimmen, doch selbst wenn sie dies tut, wurde man beschissen.
Und los gehts!

Gruss astronaut007
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 04. September 2009, 09:11:40
zur Sicherheit können sie ja ihre bewährten, uneinnehmbaren Alpenbunker reaktivieren. Da kann dann der Wüstensohn sogar mit Kampfelefanten anmaschieren.

Kampfelefanten? Ich glaub eher an Kamele, das Leittier hört auf den Namen Ghaddafi :D :D :D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: namtok am 04. September 2009, 12:10:47
Na, Angriff ist die beste Verteidigung  :-)   Von der teutonischen Kavallerie geht derzeit keine Bedrohung aus  :-X , also Rücken frei für das Schweizer Afrikakorps  8)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: farang am 04. September 2009, 12:25:54
Jetzt ist es soweit Libyen wird aufgeteilt. :'(
Muss ich noch lernen Oel zubohren? ???

www.20min.ch/community/stories/story/Jetzt-schlagen-wir-zurück--Libyen-ist-aufgeteilt-31424201 (http://www.20min.ch/community/stories/story/Jetzt-schlagen-wir-zurück--Libyen-ist-aufgeteilt-31424201)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: thai.fun am 04. September 2009, 16:02:31
Schon allein das ein www-20min.ch/kuhschweizer.leser, solch eine Bilderbuch Geschichte machen kann, müsste Ghaddafi aufhorchen lassen...? Ob Ghaddafi ein Internet-Anschluss in seinem Zelt hat...... :-X
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Pachpicha am 04. September 2009, 19:03:47
Soeben gelesen ksta.de

Silvio Berlusconi will den AC Milan an Muammar Gaddafi verkaufen.

Schaetze in 3 Monaten ist die Arsch sorry Poebene besetzt. Also schon in Richtung Schweiz unterwegs. >:( >:(
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: namtok am 04. September 2009, 19:09:18
Die nächste Runde wird gerade eingeläutet...  --C


Libyen stellt Schweizer vor Gericht  ???


...wegen Verstoss gegen die Visa und Einreisebestimmungen  :o



...."Die Schweiz muss zerschlagen und auf ihre Nachbarländer aufgeteilt werden", sagte Muammar al-Gaddafi beim G-8-Gipfel im Juli. Sein Sohn Hannibal legte der britischen "Sunday Times" zufolge nach: "Wenn ich eine Atombombe hätte, würde ich die Schweiz von der Landkarte fegen. --C

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,646905,00.html



Also wer oder was ist nun gefährlicher, Peitschen- Peer mit der deutschen Kavallerie oder libysche Kampfkamele  ;D



Falls es die Eidgenossen noch nicht mitbekommen haben, die Wüstensöhne haben ein ganzes Jahr  ??? den Vorsitz  --C bei der UNO... 

...das sollte für ein paar weitere Überraschungen gut sein  :-X



Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 04. September 2009, 20:23:04
Ich werde einen Antrag bei der Uno stellen, dass diesem Mann endlich ein Haarschnitt spendiert und ein paar vernünftige Uniformen verpaßt werden.

Außerdem sollte das Zelten in fremden Gärten unter Strafe gestellt werden!

Oder:

Vielleicht sollte Steinbrück dem schmuckligen Revolutionär die Kavallerie zur Verstärkung schicken.

 :D :D :D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Profuuu am 04. September 2009, 21:52:29
Na endlich kommt mal Leben in diesen shit langweiligen und überaus politisch korrekten Verein UNO.  :D
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 04. September 2009, 21:59:39
@Hellmut Gestern

"Weisst du überhaupt wodurch man ein "Volk" definiert?"

Wer ist "man"? Wir, werter Hellmut, wissen und leben es- für uns- schon seit längerer Zeit, erfolgreich!  :)

@ Ferdinand Heute

"Genau, die Nato, die EU, Deutschland und Frankreich, die allesamt von den Eidgenossen so oft und wüst
gescholten werden, werden wie immer ihre schützende Hand über eine kleine, neutrale Schweiz halten."


Ferdi, wer hat wen im vergangenen Jahr wüst beschimpft?
Und: Hast Du das Buch: "Der Besuch der alten Dame", gelesen?
Und: Dem Mossad würde ich doch eher mehr Fähigkeit zur Hilfe zumuten- oder irre ich mich da?

Schon gemerkt, Herr Ghaddafi zeigt mit dem Finger auf die Schweiz im geografischen Zentrum, meint
aber die EU.
Als hoher Offizier kennt er die Bücher von Sunzi: "Die Kunst des Krieges" und von Harro von Senger
über die chinesischen 36 Strategeme.

Tschihad ist die Losung, der Rest ist eine Supraplanung und sind die taktischen Schritte dazu.

Die beiden letztgenannten Bücher habe ich hier im Forum zur Genüge vorgestellt und zitiert,
ich will mich nicht wiederholen.

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 05. September 2009, 18:10:55
Vom libanesischen Einwanderer zum Schweizer Multi-Milliardär

Von Beirut in die Schweiz: Wie Nicolas Hayek ganz nach oben kam

Ein Biograf spürte Nicolas Hayeks Laufbahn nach – von den Anfängen im Libanon über harte Zeiten in Zürich bis zur Ikone der Uhrenindustrie. Auch der Zufall half mit.

Mit Tränen in den Augen sass Nicolas Hayek am 1. August 1957 in seinem Büro an der Zürcher Bahnhofstrasse, wie Biograf Jürg Wegelin in seiner unautorisierten Biografie berichtet, die am Montag erscheinen wird. Es war Hayeks erster Arbeitstag als selbstständiger Berater – und die erhofften Aufträge blieben vorerst aus. Nicht einmal ein eigenes Telefon hatte Hayek in seinem Büro – telefonieren musste er bei der Poststelle auf der anderen Strassenseite. So schildert Jürg Wegelin in seiner am Montag erscheinenden Biografie Hayeks Anfänge als Berater. Doch im Büro, das er als Untermieter bezogen hatte, wurde nicht das frühe Ende seiner Karriere besiegelt, sondern vielmehr der Anfang eines aussergewöhnlichen Aufstiegs: vom libanesischen Einwanderer zum Schweizer Multimilliardär.

Hayek stammt aber nicht aus einer mittellosen, sondern, gemäss Buchautor Wegelin, aus einer wohlhabenden Familie. Am 19. Februar 1928 kam Nicolas Georges Hayek in der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Welt. Später studierte er dort Mathematik, Chemie und Physik. Und er lernte die Schweizerin Marianne Mezger kennen, die als Au-pair-Mädchen in Beirut weilte. Gegen den Willen seiner Eltern fasste Hayek den Entschluss, Marianne zu heiraten. Wegelin bezeichnet diesen Konflikt mit dem Elternhaus als Grund für die Auswanderung in die Schweiz 1949.

Die arabische Sprache verlernt

«Selbst in der obersten Führungsetage kennt niemand etwas Genaues über die Vergangenheit des obersten Chefs», schreibt Wegelin, der für die Recherche selber nach Libanon reiste, über den heutigen Swatch-Verwaltungsratspräsidenten Hayek. Nicht, dass Hayek etwas zu verbergen hätte – aber seine Vergangenheit im Nahen Osten scheint er mit der Übersiedlung in die Schweiz hinter sich gelassen zu haben. Auch die arabische Sprache hat er gemäss eigener Aussage aus seinem Gedächtnis gelöscht.

Wie die Jungfrau zum Kind kam Nicolas Hayek zu seiner ersten Führungsposition: Er übernahm für seinen erkrankten Schwiegervater die Leitung von dessen Maschinenfabrik und Giesserei im seeländischen Kallnach – «trotz seiner rudimentären Deutschkenntnisse» und «ohne berufliche Erfahrung». Bald sei es ihm gelungen, so Wegelin, sich die nötige Autorität zu verschaffen. Als der Schwiegervater genesen in den Betrieb zurückkehrte, hatte Hayek Mühe mit dem neuen Vorgesetzten und verliess das Unternehmen. Seither hatte er nie wieder einen Chef.

Aus dem Beratungsbüro ohne Telefon wurde in den Sechziger- und Siebzigerjahren das florierende Beratungsunternehmen Hayek Engineering – und aus dem eingewanderten Libanesen wurde ein Schweizer Millionär. Doch erst mit einem Grossauftrag für die Bundesbahnen schaffte Hayek Anfang der Achtziger auch in der Schweiz den Durchbruch als Berater. Die meisten von Hayeks Kunden kamen bis dahin aus Deutschland, wo die Schwerindustrie der Nachkriegsjahre viele Aufträge vergab.

«Lechzt nach Anerkennung»

Als Chef und erfolgreicher Unternehmer zeigte Hayek seine Charakterzüge, wie Wegelin nachzeichnet: Hayek «lechzt nach Anerkennung und Zuneigung». Und er habe ein «demonstratives Selbstbewusstsein», was stark polarisiere. Der Unternehmer verfüge über ein ausgesprochen gutes Gedächtnis und eine schnelle Auffassungsgabe, fälle viele Entscheide aber instinktiv aus dem Bauch heraus. Das macht ihn zu einem Einzelkämpfer, was auch seine Angestellten bei Hayek Engineering merkten. Es falle Hayek nicht leicht, Vertrauen zu schenken, sagte ein ehemaliger Angestellter dem Buchautor. Die Fäden jedes Auftrags liefen bei Hayek zusammen.

Nicolas Hayek wollte Wegelins Buch nicht autorisieren – und dem Autor auch keine Auskunft geben. So stützt sich Jürg Wegelin – langjähriger Wirtschaftsjournalist, unter anderem beim «Bund» – auf vergangene Begegnungen mit Hayek, auf Archivmaterial sowie auf Gespräche mit ehemaligen Weggefährten Hayeks. Das ergibt ein stellenweise etwas zu fragmentarisches Informationsmosaik.

Der Retter der Uhrenindustrie


Erstmals in Kontakt mit der Uhrenindustrie kam Hayek Anfang der Achtzigerjahre durch Aufträge zur Sanierung der Uhrenkonzerne SSIH (Société Suisse de l’Industrie Horlogère) und Asuag (Allgemeine Schweizerische Uhrenindustrie AG). Die beiden Unternehmen steckten, wie die gesamte mechanische Uhrenindustrie, tief in der Krise. Hayek wurde mit verkrusteten Strukturen und strategielosen Managern konfrontiert. Auf seinen Vorschlag hin fusionierten die beiden verschuldeten Unternehmen, die sich in den Händen der Gläubigerbanken befanden, zur SMH (Société Suisse de Microélectronique et d'Horlogerie).

Als Hayek 1984 mit einem Banker zu Mittag ass, entstand die Idee, er könne sich am neuen Uhrenkonzern beteiligen. «Instinktiv muss er gespürt haben, dass da die Chance seines Lebens gekommen war», schreibt Wegelin. Zusammen mit Stephan Schmidheiny und weiteren Investoren übernahm er die Aktienmehrheit und wenig später auch das Präsidium sowie den Chefsessel. Der Aufstieg zum ungekrönten König der Schweizer Uhrenindustrie hatte begonnen.

Nicht der «Vater der Swatch»

Bereits vor dem Erscheinen des Buchs ärgerte sich Hayek öffentlich: Wegelin stelle aus Geldmacherei falsche Behauptungen auf, damit sich sein Buch besser verkaufe, sagt er der «Aargauer Zeitung». Womöglich allerdings auch wegen kritischer Töne: Wegelin weist in der Biografie nach, dass sich Hayek zuweilen zu Unrecht als Vater der Swatch ausgibt: Die erfolgreiche Billiguhr wurde bereits vor Hayeks Engagement lanciert.

Doch der Autor streicht auch Hayeks Verdienste hervor: Mit finanziellem Engagement und strategischem Denken habe er die bereits totgesagte Schweizer Uhrenindustrie gerettet.

Aber wie wird es weitergehen, wenn der 81-jährige Patron einmal kürzer treten muss? Laut Wegelin gibt es für Hayek zwei zentrale Dinge im Leben: seine Familie und sein Unternehmen. Und bei der Swatch-Gruppe mit ihren 19 Uhrenmarken fliesst beides zusammen: Sohn Georges Nicolas («Nick») ist bereits Konzernchef, Tochter Nayla sitzt im Verwaltungsrat und deren Sohn Marc hat der Patriarch bereits in die Konzernleitung geholt.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Von-Beirut-in-die-Schweiz-Wie-Nicolas-Hayek-ganz-nach-oben-kam/story/25982637


Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 06. September 2009, 17:47:24

Ich habe noch einen wirklichen Ernstfall der schweizer Geschichte entdeckt.

Als die 550 000 Mann starke Grande Armee Napoleons beim Russlandfeldzug von 1812, der am 24. Juni, also kalendarisch nur 2 Tage später als der Russlandfeldzug von 1941 stattfand, in Russland einmarschierte.
Unter den besagten ca. 550 000 Mann befanden sich über 100 000 Deutsche und 9 000 Schweizer.
Von beiden Truppen insgesamt haben nur wenige tausend Mann den Feldzug überlebt, was einer Verlustrate von ca. 95% entspricht.  

Im Vergleich dazu dienten etwas über 2000 schweizer Freiwillige im 2. Weltkrieg in Wehrmacht und Waffen-SS.
Ebenfalls hauptsächlich an der Ostfront.

Zu Gaddafi.
Was Gaddafi verbal von sich gibt wird ja international sowieso als Witz verstanden.
Wirklich ernst ist jedoch die Geiselnahme der schweizer Staatsbürger.
Hier bin ich der Meinung sollte sich Deutschland und die EU voll auf die schweizer Seite stellen.

Gaddafi hat eben zwei Trümpfe in der Hand.
Zum einen Öl, und zum anderen kann er die afrikanischen Flüchtlinge an der libyschen Küste davon abhalten mit ihren Booten in Italien einzufallen.
Wie es kürzlich zwischen Italien und Libyen vereinbart wurde.
Die italienische Regierung setzt ja jetzt schon die Armee in Süditalien ein, weil sie sonst dem Chaos nicht mehr Herr wird.
Jetzt ist zusätzlich noch von Europa das neue solarthermische Kraftwerk für 400 Milliarden Euro in der Sahara geplant, wo genau dieses errichtet werden soll ist mir aber nicht bekannt.
Nur wird das die strategische Bedeutung dieser Region noch immens steigern.

Es ist schon ein historischer Witz, während Saddam, der sich nur regional betätigte und nie den internationalen Terrorismus unterstützte, gehenkt wurde, wird Gaddafi, der jahrzehntelang Terrorismus förderte und wahrscheinlich immer noch fördert und nachweislich nach Atomwaffen strebte, heutzutage in Paris und Rom hofiert.

Die libysche, italienische und türkische Geschichte in dieser Region ist interessant.
Bis 1911 war Libyen eine türkische Kolonie, bis es von Italien erobert wurde und infolge dessen bis 1943, bis zur Niederlage gegen die Alliierten im 2. WK, italienische Kolonie gewesen ist.
Im Krieg zwischen Italien und dem Osmanischen Reich in Libyen, 1911, kämpfte auch Mustafa Kemal Atatürk.
Der spätere Staatsgründer der Türkei, der zwischen 1919 und 1923 im Türkischen Befreiungskrieg unter anderem auch die italienischen Besatzer aus der heutigen Türkei, sprich Anatolien, vertrieb.

Die italienische Kolonialgeschichte in Afrika verlief übrigens außerordentlich brutal.
Während der gewaltsamen Niederschlagung mehrere Aufstände, bei denen die Italiener auch Giftgas und modernstes Kriegsgerät gegen teilweise mit Pfeil und Bogen und Speeren bewaffnete Gegner einsetzen, verloren bis zu 1 Millionen Afrikaner ihr Leben.
Es wurden auch Konzentrationslager von Italienern in Libyen, Äthiopien und Somalia errichtet.
Nachdem Italien aufgrund seiner Niederlage im 2. WK auch seine afrikanischen Kolonien verloren hatte wurden über einhunderttausend italienische Siedler aus Libyen, Äthiopien und Somalia vertrieben.
 
Als Gaddafi dieses Jahr auf Staatsbesuch in Rom war, trug er an seiner Phantasieuniform ein Foto von Umar al Muchtar, einem libyschen Widerstandkämpfer der 1931 von faschistischen, italienischen Truppen hingerichtet wurde.


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 07. September 2009, 03:33:58
Wirklich ernst ist jedoch die Geiselnahme der schweizer Staatsbürger.
Hier bin ich der Meinung sollte sich Deutschland und die EU voll auf die schweizer Seite stellen.
Freut mich, dass Du Dich mal auf unsere Seite stellst.
Aber erst sollten unsere Medien erst mal richtig berichten, was WIRKLICH der Grund für diese "Geiselname" ist.

Von Lybiens Seite war nie von Geiseln die Rede.
Sie redeten immer von Visums-Vergehen.
Heute hörte ich im Radio,  dass mindestens eine der beiden "Geiseln" mit einem Touristen-Visum dort gearbeitet hat und offensichtlich dabei erwischt wurde.
Dass man dafür Probleme bekommt, kennt man nicht nur in Lybien. Probiert das gleiche mal In FL, CH, D oder Th...!

Gruss, Stefan
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 07. September 2009, 06:52:13
Zudem entnahm ich zB den Medien, dass mit den Lybiern NIE eine Freilassung der festgehaltenen beiden Schweizer bis zum 1. September vereinbart wurde, sondern dass bis dahin in dieser Angelegenheit etwas unternommen werde.  Man sollte medienseits spezifisch genauer hinhören und auch das informieren, was kommuniziert wurde, nicht das, was ihren kreativen Hirnwindungen als Wunschdenken entspringt und das Volk in die Irre zu führen scheint.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 07. September 2009, 20:53:32

@Moesi

Zitat
Freut mich, dass Du Dich mal auf unsere Seite stellst.

Was heißt denn hier „mal“?

Ich stehe doch immer voll auf Seiten der Schweiz.

Zitat
Von Lybiens Seite war nie von Geiseln die Rede.
Sie redeten immer von Visums-Vergehen.

Wovon offiziell die Rede ist und worum es wirklich geht ist oft ein großer Unterschied.

Es ist doch oft so in Bananerepubliken, wie auch in Thailand, es herrscht Chaos und niemand interessiert sich für die Gesetze, bis aus irgendeinem, interessengeleiteten Grund plötzlich begonnen wird bei jemandem nach Schwachstellen zu suchen.


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 08. September 2009, 03:52:10
@Moesi

Ich stehe doch immer voll auf Seiten der Schweiz.
Ich werde Dich bei Gelegenheit wieder mal daran erinnern  ;D

Es ist doch oft so in Bananerepubliken, wie auch in Thailand, es herrscht Chaos und niemand interessiert sich für die Gesetze, bis aus irgendeinem, interessengeleiteten Grund plötzlich begonnen wird bei jemandem nach Schwachstellen zu suchen.
Uns interessiert da aber schon! Schliesslich steht die ganze Schweiz hinter diesen "Geiseln"!

Aber richtige "Geiseln" sind Unschuldige/Unbeteiligte, die ohne jegliches Verschulden gefangen gehalten werden.
Aber ein hochbezahlter Boss einer Niederlassung (ABB?), der ohne gültiges Arbeitsvisum einreist ist ein Visumsbetrüger und/oder ein Schwarzarbeiter(?).
Die werden in vielen Ländern hart bestraft. Ich muss Euch wohl nicht darauf hinweisen, wieviele Farangs alleine in Thailand wegen Visumsvergehen im Knast sitzen!

Warum diese Art von Strafe für einen Gesetzesbrecher in unseren Medien neuerdings "Geiselhaft" heisst, ist mir ziemlich rätselhaft.
Hat das womöglich mit Stimmungsmache für die baldigen Bundesratswahlen zu tun ? ???

Gruss, Stefan
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 08. September 2009, 04:39:43
@Moesi Heute

"Aber ein hochbezahlter Boss einer Niederlassung (ABB), der ohne gültiges Arbeitsvisum einreist ist
ein Visumsbetrüger und/oder ein Schwarzarbeiter (?)"

Was hier die Wahrheit ist, soll am 08. Sept 09 abgeklärt und der Öffentlichkeit in der CH mitgeteilt werden.

Vorweg aber noch ein kleiner Gedanke:

Der Mutterkonzern und jede Niederlassung eines multinationalen Konzerns in Ländern wie Libyen, wird
vorweg peinlich exakt dafür sorgen, dass für die Mitarbeiter, ganz sicher für das Kader, alle Vorschriften
des Gastlandes peinlichst exakt eingehalten werden. Sowas ist oberstes Gebot einer erfolgreichen
gegenseitigen Akzeptanz und erfolgreicher Geschäftstätigkeit.

Ein Problem kann allerdings dann entstehen, wenn das Gastland "seine Vorschriften und Weisungen"
selber weder kennt noch einhält, bzw. sie gegebenenfalls verlügnet, beispielsweise wenn die Integrität  von
einem oder mehreren, vorzugsweise Kadermitglieder, aus welchem Grund auch immer, ausgehebelt werden
sollen.

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Morrison am 08. September 2009, 04:52:18
Logo. Genauso wie es oberstes Gebot einer kriminellen, multinationalen schweizer Grossbank war, peinlichst exakt die Steuergesetze (z.B.) der USA einzuhalten.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 08. September 2009, 05:05:48
@ Morrison Heute

Bevor Du von "kriminellen" im Zusammenhang mit der Schweiz redest, erkläre uns hier im Forum doch mal
exakt und umfassend darüber auf, welche Steuergesetze die USA hat und welche dieser Gesetze Du meinst.

Kläre uns auch darüber auf, welche institutionellen Einrichtung in den USA gerade zur Steuerhinterziehung
offiziell eingerichtet wurden und eingerichtet sind, nach wie vor.

Wenn eine schweizer Grossbank US- "Steuergesetze" "peinlichst exakt" eingehalten hat, was war denn da falsch?

Kannst Du sowas, ich meine seriös und nachvollziehbar erklären?

Abschliessend: Haben wir nicht gerade eben von Libyen gesprochen?

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Morrison am 08. September 2009, 05:31:09
Ach kom Cee, ein bisschen was hat die eidgenössische UBS dann doch verbockt, oder? Da brauch ich keinen Aufsatz dazu schreiben.

Seit dem ist eben mein Vertrauen in schweizer Instituition schwerst erschüttert. (Vielen gehts anscheinend ebenso wie die dramatischen Geldabflüsse zeigen.)
Daher kann ich mir auch durchasus vorstellen -was bis vor kurzem noch weit ausserhalb meines Vorstellungsvermögens gelegen wäre - , dass ein ABB MAnager illegal mit einem Touri Visum in Lybien arbeitete.

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 08. September 2009, 08:08:39
Logo. Genauso wie es oberstes Gebot einer kriminellen, multinationalen schweizer Grossbank war, peinlichst exakt die Steuergesetze (z.B.) der USA einzuhalten.

Jaja, Morrison, im Moment ist Märchen-Peerle aber ganz kräftig damit beschäftigt, die Rolle der Deutschen Bank mit ihren Vasallen auf den Bahamas, Cayman und den Offshore Inseln vor Englischland erklären zu müssen. Bisher kommt da nur Schweigen. Deine Antwort wird heissen, kein Wunder, ist ja auch ein Schweizer an der Spitze. Nur besteht der Grossteil des Verwaltungsrates der Deutschen Bank und deren Kontrollorgane aus Eingeborenen... >:

Du sollstest mittlerweile wissen, dass ich weiss Gott alles andere als ein verkappter CH-Chauvi bin. Es gibt Landsleute, die mich deshalb auch schon mal Nestbeschmutzer schimpfen. Mir egal.  8)

Ich verstehe trotzdem nicht, wie Du Dich so fest auf die UBS einschiesst, wie man im Thread "CH Grossbank (k)nickt ein" immer wieder feststellen konnte.

Nur 2 Sachen dazu: Ausser der Swiss und der UBS ist mir kein einziger Betrieb bekannt, der von Vater Staat Finanzspritzen erhielt. Ausserdem ist die UBS verpflichtet, die Kohle zurück zu zechen.

In D schreien mittlerweile hunderte (!!) Grossfirmen, darunter nicht wenige namhafte Finanzinstitute  nach Papa Staat, die ihre Situation offensichtlich selber verschuldet haben. Scheint eine Tugend zu sein in der EU (?)   >:   Hypo RE ist da nur ein kitzkleines, aber sehr teures Beispiel. Der D Steuerzahler muss es blechen und von einer Rückzahlung  ist vertraglich nichts(!) Konkretes geregelt. Dagegen kämpft die ach so propere deutsche Management-Zunft  um das Fortführen weiterer Bonizahlungen... --C.

Der entlassene treue EX-Quelle Mitarbeiter darf nach 30 Jahren Dienst in einem Jahr Hartz 4 beantragen und seine mikrigen privaten Ersparnisse verbraten, während sich der scheidende Arcandor Chef mit 15 Mio. Euro aus der Konkursmasse verabschiedet. Dass er dabei  im nachhinein 5 Mio an Härtefälle spenden will, ist der absolute Hohn und sagt alles über solche Pfeifen. Sogar der neoliberale FDP Flügel findet dies zum kotzen.

Zitat
Ach kom Cee, ein bisschen was hat die eidgenössische UBS dann doch verbockt, oder? Da brauch ich keinen Aufsatz dazu schreiben.

Auch ich erspare mir wie Du hier einen langen Aufsatz über Managerverhalten aus D, weil dafür nicht gnügend Platz auf einem Server wäre. Diese Spezie funktioniert auf der ganzen Welt gleich, hab das schon mal in dem "Knicki Grossbank"Thread geschrieben. Da spielt die Farbe des Passes absolut keine Rolle.

Wichtig ist jetzt, was die einzelnen  Staatsführungen jetzt daraus lernen. Aber bei Geld sind die meiner Erfahrung nach resistent und schnell wieder besoffen, wenn der Rubel wieder an Schwung gewinnt.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: astronaut007 am 08. September 2009, 08:33:15
Wichtig ist jetzt, was die einzelnen  Staatsführungen jetzt daraus lernen. Aber bei Geld sind die meiner Erfahrung nach resistent und schnell wieder besoffen, wenn der Rubel wieder an Schwung gewinnt.

Sie haben sehr viel gelernt Ozone. Nämlich, dass sie nichts zu sagen haben in "privaten" Unternehmen. Sogar die beiden Schweizer Kammern haben zum Rückzug geblasen, als es um den Lohndeckel bei Banken ging, in einer Zeit, da man eigentlich der Meinung sein müsste, was daraus gelernt zu haben. Allein, die Korruption scheint auch hier nicht abwesend gewesen zu  sein.

astronaut007
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: thai.fun am 08. September 2009, 19:45:38
Die Schweiz ist am wettbewerbsfähigsten:

Eine wohltuende Nachricht für die krisengeschüttelte Schweizer Volksseele. Gemäss eines Berichts des World Economic Forum (WEF) hat unser Land die USA als wettbewerbfähigste Volkswirtschaft der Welt abgelöst.

Die Wirtschaftsleistung der Schweiz sei in den letzten Monaten relativ stabil geblieben, währenddessen die USA sich in einigen Bereichen verschlechtert habe, begründen die WEF-Ökonomen den Platzgewinn der Schweiz. Ihre Volkswirtschaft zeichne sich durch eine weiterhin hohe Innovationskraft und eine hochentwickelte Geschäftskultur aus, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht des WEF.

Die Schweizer Forschungsinstitutionen zählten zu den besten und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung seien hoch. Zudem gehörten die staatlichen Institutionen zu den effizientesten und transparentesten.

Der Schweizer Arbeitsmarkt wird bezüglich Effizienz gemäss WEF sogar nur von jenem von Singapur übertroffen. Im Weiteren seien die Schwierigkeiten im Bankensektor in der Schweiz weniger gravierend ausgefallen als in anderen Ländern, heisst es.

Negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz wirkt sich laut WEF hingegen die tiefe Quote von Universitätsabsolventen aus. Zwar könnte die Lücke an Arbeitskräften durch Zuwanderung gefüllt werden, dennoch besteht für die WEF-Ökonomen Handlungsbedarf.

USA leidet unter Finanzkrise:

Der Hauptgrund für das Vorrücken der Schweiz an die Spitze der Rangliste der konkurrenzfähigsten Länder liegt aber in der Schwäche der USA. Deren Grosskonzerne wurden von der Finanzkrise besonderes belastet, was zu weiterer Unruhe und Verunsicherung geführt hat, wie die WEF-Ökonomen ausführen.

Zwar seien die USA aufgrund der Grösse und Flexibilität des Marktes, der Effizienz des Arbeitsmarktes und der Innovationskraft ausserordentlich wettberwerbstark, heisst es im Bericht. Das institutionelle Umfeld und der verschwenderische Umgang mit Staatsmitteln bedürften allerdings Korrekturen.

Europäische Länder an Spitze:

Hinter der Schweiz und den USA auf dem dritten Platz kam Singapur zu liegen. Zur gegenüber dem Vorjahr um zwei Ränge verbesserten Platzierung des Stadtstaats beigetragen haben die Effizienz dessen Arbeitsmarktes und dessen Warenhandels, aber auch die gute Rangierung des Landes als Finanzplatz und ein starker Fokus auf die Ausbildung der Arbeitskräfte.

Nebst Singapur ist mit Japan (Rang 8) ein weiteres asiatisches Land in den Top 10 der konkurrenzfähigsten Länder. Ansonsten werden die vorderen Ränge von europäischen, namentlichen skandinavischen Ländern dominiert. So rangieren Schweden, Dänemark, Finnland und Deutschland auf den Plätzen 4 bis 7 und die Niederlande auf Platz 10.

Aufgrund der Schwierigkeiten seiner Finanzmärkten erneut an Wettbewerbsfähigkeit eingebüsst hat Grossbritannien, welches nunmehr auf Platz 13 liegt. Unter den europäischen Ländern deutlich nach hinten gerutscht sind auch Island (26. Rang), Spanien (33. Rang), Italien (48. Rang). Frankreich hat sich auf Platz 16 halten können.

China wettbewerbsfähigstes Schwellenland:

Unter den osteuropäischen Ländern, welche seit der Jahrtausendwende zur EU gestossen sind, nimmt Tschechien auf dem 31. Rang die Spitzenposition ein.

Von den grossen aufstrebenden Schwellenländern (emerging markets) hat China auf dem 29. Platz am Besten abgeschlossen. Indien rangiert auf Platz 49, und Brasilien auf Platz 56 hat erstmals Russland überholt, welches von Platz 51 auf 63 zurückgefallen ist.

Die Rangliste des WEF basiert einerseits auf statistischen Daten, anderseits auf einer Meinungsumfrage, welche das WEF zusammen mit zahlreichen Forschungsinstituten bei über 13 000 Wirtschaftsführern aus 133 Ländern durchführt.
(sda)
http://www.20min.ch/finance/news/story/Die-Schweiz-ist-am-wettbewerbsfaehigsten-26413171 (http://www.20min.ch/finance/news/story/Die-Schweiz-ist-am-wettbewerbsfaehigsten-26413171)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ozone am 08. September 2009, 20:23:02
Zudem gehörten die staatlichen Institutionen zu den effizientesten und transparentesten.

Die Rangliste des WEF basiert einerseits auf statistischen Daten, anderseits auf einer Meinungsumfrage, welche das WEF zusammen mit zahlreichen Forschungsinstituten bei über 13 000 Wirtschaftsführern aus 133 Ländern durchführt.

Das ist auch immer noch mein Hauptargument gegen einen EU Beitritt. Diesen Satz sollten sich die EU Beitrittsromantiker aus der CH als Bildschirmschoner installieren.

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 08. September 2009, 21:24:26
Die Schweiz ist am wettbewerbsfähigsten:

Eine wohltuende Nachricht für die krisengeschüttelte Schweizer Volksseele. Gemäss eines Berichts des World Economic Forum (WEF) hat unser Land die USA als wettbewerbfähigste Volkswirtschaft der Welt abgelöst.


Man staune und dies alles ohne die Mitgliedschaft in der EU.
Es wäre aber nicht so, ohne die tausenden ausländischen Mit-Bewohner,
auch derer wir viel zu verdanken haben.
Die Schweiz ist Multi-Kulti, gut aufgestellt und wird gestärkt aus der Krise hervor gehen.


 :) :) :)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 08. September 2009, 22:04:36

Ich habe noch einen wirklichen Ernstfall der schweizer Geschichte entdeckt.

Als die 550 000 Mann starke Grande Armee Napoleons beim Russlandfeldzug von 1812, der am 24. Juni, also kalendarisch nur 2 Tage später als der Russlandfeldzug von 1941 stattfand, in Russland einmarschierte.
Unter den besagten ca. 550 000 Mann befanden sich über 100 000 Deutsche und 9 000 Schweizer.
Von beiden Truppen insgesamt haben nur wenige tausend Mann den Feldzug überlebt, was einer Verlustrate von ca. 95% entspricht.  

Im Vergleich dazu dienten etwas über 2000 schweizer Freiwillige im 2. Weltkrieg in Wehrmacht und Waffen-SS.
Ebenfalls hauptsächlich an der Ostfront.

Zu Gaddafi.
Was Gaddafi verbal von sich gibt wird ja international sowieso als Witz verstanden.
Wirklich ernst ist jedoch die Geiselnahme der schweizer Staatsbürger.
Hier bin ich der Meinung sollte sich Deutschland und die EU voll auf die schweizer Seite stellen.

Gaddafi hat eben zwei Trümpfe in der Hand.
Zum einen Öl, und zum anderen kann er die afrikanischen Flüchtlinge an der libyschen Küste davon abhalten mit ihren Booten in Italien einzufallen.
Wie es kürzlich zwischen Italien und Libyen vereinbart wurde.
Die italienische Regierung setzt ja jetzt schon die Armee in Süditalien ein, weil sie sonst dem Chaos nicht mehr Herr wird.
Jetzt ist zusätzlich noch von Europa das neue solarthermische Kraftwerk für 400 Milliarden Euro in der Sahara geplant, wo genau dieses errichtet werden soll ist mir aber nicht bekannt.
Nur wird das die strategische Bedeutung dieser Region noch immens steigern.

Es ist schon ein historischer Witz, während Saddam, der sich nur regional betätigte und nie den internationalen Terrorismus unterstützte, gehenkt wurde, wird Gaddafi, der jahrzehntelang Terrorismus förderte und wahrscheinlich immer noch fördert und nachweislich nach Atomwaffen strebte, heutzutage in Paris und Rom hofiert.

Die libysche, italienische und türkische Geschichte in dieser Region ist interessant.
Bis 1911 war Libyen eine türkische Kolonie, bis es von Italien erobert wurde und infolge dessen bis 1943, bis zur Niederlage gegen die Alliierten im 2. WK, italienische Kolonie gewesen ist.
Im Krieg zwischen Italien und dem Osmanischen Reich in Libyen, 1911, kämpfte auch Mustafa Kemal Atatürk.
Der spätere Staatsgründer der Türkei, der zwischen 1919 und 1923 im Türkischen Befreiungskrieg unter anderem auch die italienischen Besatzer aus der heutigen Türkei, sprich Anatolien, vertrieb.

Die italienische Kolonialgeschichte in Afrika verlief übrigens außerordentlich brutal.
Während der gewaltsamen Niederschlagung mehrere Aufstände, bei denen die Italiener auch Giftgas und modernstes Kriegsgerät gegen teilweise mit Pfeil und Bogen und Speeren bewaffnete Gegner einsetzen, verloren bis zu 1 Millionen Afrikaner ihr Leben.
Es wurden auch Konzentrationslager von Italienern in Libyen, Äthiopien und Somalia errichtet.
Nachdem Italien aufgrund seiner Niederlage im 2. WK auch seine afrikanischen Kolonien verloren hatte wurden über einhunderttausend italienische Siedler aus Libyen, Äthiopien und Somalia vertrieben.
 
Als Gaddafi dieses Jahr auf Staatsbesuch in Rom war, trug er an seiner Phantasieuniform ein Foto von Umar al Muchtar, einem libyschen Widerstandkämpfer der 1931 von faschistischen, italienischen Truppen hingerichtet wurde.


Gruß
Ferdinand

Allgemein wird geschrieben:
1400 Auslandschweizer in Deutschland und schweizerisch-deutsche Doppelbürger traten der SS oder der Wehrmacht bei. 600 weitere Schweizer begaben sich illegal ins Reich Hitlers, weil sie gegen den Kommunismus kämpfen wollten oder weil sie in Deutschland Arbeit suchten.

Andere Quellen differenzieren:
In der Wehrmacht dienten 900 - 1200 Schweizer. (Eidgenossen)
In der WaffenSS ca. 600 - 800 Schweizer.

Dazu kam ein Kontingent von 250 Ärzten und Krankenschwestern, die dem Ruf vom Roten Kreuz folgten, und in insgesammt 4 Missionen nach Deutschland reisten, um an der Ostfront in Lazaretten zu arbeiten. Gegen ihren Willen wurden sie der Wehrmacht und nicht dem Roten Kreuz unterstellt, was zu Reibereien führte.

Zur WaffenSS noch folgendes:
Einer der einflussreichsten Schweizer in Hitlers Nazi-Deutschland, war der Luzerner Hotelierssohn und SS-Obersturmbannführer Franz Riedweg. Er ist Ende Januar 2005 in München 98-jährig gestorben

Nach seiner Heirat mit Sybille von Blomberg, Tochter eines Generalfeldmarschalls, zog er 1938 nach Berlin, trat der Waffen-SS bei und stieg zu einem der einflussreichsten Schweizer in Nazi-Deutschland auf.
Ab 1942 leitete er die von ihm mitgegründete «Germanische Leitstelle», die den Beitritt von europäischen Freiwilligen in die Waffen-SS propagierte und koordinierte. Ende 1947 verurteilte ihn das Schweizerische Bundesstrafgericht zu 16 Jahren Gefängnis. Eine Strafe, die er allerdings nie verbüsste. Bis zu seinem Ableben konnte Riedweg, der bis ins hohe Alter in München als Arzt praktizierte, von seiner Bewunderung für seinen Mentor Heinrich Himmler nicht lassen.

Dazu noch ein Text aus der Sonntagszeitung vom Januar 1999:

Renten für die Waffen-SS

Informationen der Schweizer "Sonntagszeitung" zufolge erhalten Schweizer, die im Zweiten Weltkrieg bei der Waffen-SS mitmachten, heute noch von den deutschne Behörden eine monatliche Rente von 600 bis 900 Franken.
Gemäß letzter statistischer Erhebung des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung (BRD) von 1989 hätten 16 Schweizer zu diesem Zeitpunkt eine Versorgungsrente erhalten; derzeit sollen es noch zwischen 8 und 10 Schweizer sein. Bei diesen Beziehern handelt es sich um Personen, die im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Waffen SS waren oder die Hinterbliebenen eines gefallenen Waffen-SS-Angehörigen sind. Recherchen der "Sonntagszeitung" haben darüber hinaus ergeben, daß rund 600 in der Schweiz lebende Personen in den Genuß einer deutschen Kriegsopferrente kommen. Bei diesem Bezieherkreis handelt es sich um Personen oder Angehörige von Kriegsopfern, die sich nach dem Krieg in der Schweiz angesiedelt haben. Die "Sonntagszeitung" beziffert die Anzahl der freiwilligen Schweizer Waffen-SS-Mitglieder zwischen 800 und 1300. Zugange waren diese in den SS-Divisionen Charlemagne, Wiking und Nordland. Die Wiking-Waffen-SS beging dabei das erste dokumentierte Kriegsverbrechen im Rußlandfeldzug: 1941 ermordeten sie über 600 galizische Juden. Auch der SS-Division Charlemagne wurden schwere Verbrechen an Kriegsgefangenen und an der französischen Zivilbevölkerung nachgewiesen

Sonntagszeitung Januar 1999

Zu Gaddafi: Da gehen viel im Moment Klinken putzen, an seiner Kohle will sich nichts anbrennen lassen. Karl-Theodor zu Guttenberg
war auch da, die Engländer haben einen Schwerst-Verbrecher für Milliarden Geschäfte freigelassen.
usw und so fort.

Gruss

pattran


Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 13. September 2009, 16:14:38
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Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 13. September 2009, 16:23:11

Der neue US-Botschafter in Bern, Donald Beyer, möchte einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA. Der Streit um die UBS sei vorbei, betonte er gegenüber der "NZZ am Sonntag."

"Ich will aufzeigen, dass es für die Schweiz und die USA Zeit ist, die Schwierigkeiten, die wir hatten, hinter uns zu lassen." Er könne aber nicht garantieren, dass "nicht wieder einmal Schwierigkeiten kommen", fügte Beyer im Interview an. Im Moment sehe er jedoch viel Potenzial für vertiefte Beziehungen und gemeinsame Projekte.

Beyer nannte dabei die Schweizer Umweltpolitik: Es beeindrucke ihn, "dass der CO2-Ausstoss in der Schweiz pro Kopf nur ein Drittel so hoch ist wie in den USA." Die USA seien der Schweiz zudem "sehr dankbar" dafür, dass sie mit ihren Vermittlungen zwischen der Türkei und Armenien "einen Riesenfortschritt" in "diesem hundertjährigen Konflikt" erzielt hätten.

Besonders lobte der US-Botschafter die "einzigartige Rolle", die die Schweiz im Streit um das iranische Atomprogramm spiele. "Gewisse Informationen zwischen den USA und Iran fliessen nur über den Schweizer Kanal", sagte Beyer und bezog sich darauf, dass die Schweiz im Iran als Schutzmacht der USA fungiert.

"Diese Freundschaft zwischen den USA und der Schweiz kann in der Weltpolitik einen echten Unterschied machen", betonte Beyer die Wichtigkeit dieses Mandats. Die USA und der Iran haben keine diplomatischen Beziehungen.

Der Botschafter verteidigte im Gespräch das Vorgehen der US-Behörden gegen die Grossbank UBS. Es sei kein Angriff auf das Schweizer Bankgeheimnis gewesen.

(sda)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 14. September 2009, 16:23:37

Da hab ich doch glatt noch ein interessantes Zitat gefunden das auch in diesen Thread passt:

"Der Wille zur Mitte ist der greisenhafte Wunsch nach Ruhe um jeden Preis, nach Verschweizerung der Nationen, nach geschichtlicher Abdankung, mit der man sich einbildet, den Schlägen der Geschichte entronnen zu sein."

Oswald Spengler 1933, aus: "Jahre der Entscheidung".

Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: thai.fun am 14. September 2009, 17:41:48
Der Wille zur Mitte ist der greisenhafte Wunsch nach Ruhe um jeden Preis, ....
Die Schweiz/er sind Weltweit an der Spitze! Also ist noch nichts da von greisenhafter ruhe etc.....

MG
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 14. September 2009, 17:47:01

@thai.fun

Heute bist du aber kritisch.  ;D

Zitat
Die Schweiz/er sind Weltweit an der Spitze! Also ist noch nichts da von greisenhafter ruhe etc.....

Das ist doch gar nicht der Bezugspunkt dieses Zitats.


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: thai.fun am 14. September 2009, 20:35:09
Heute bist du aber kritisch.  ;D

Ja, da gebe ich Dir, aber nur heute recht, weil ich noch selbst zu kritisch hinzufüge...... :D :-)

Gruss Max
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 15. September 2009, 00:07:39

Da hab ich doch glatt noch ein interessantes Zitat gefunden das auch in diesen Thread passt:

"Der Wille zur Mitte ist der greisenhafte Wunsch nach Ruhe um jeden Preis, nach Verschweizerung der Nationen, nach geschichtlicher Abdankung, mit der man sich einbildet, den Schlägen der Geschichte entronnen zu sein."

Oswald Spengler 1933, aus: "Jahre der Entscheidung".

Gruß
Ferdinand



Jedenfalls ist und war die Schweiz bis anhin kein Anhänsel oder eine Marionette der USA!!
Dies lässt sich wie auch immer im Norden nicht bestätigen.


Grüsschen

pattran
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 15. September 2009, 04:58:07
Das ist doch gar nicht der Bezugspunkt dieses Zitats.
Das Zitat stammt von 1933....die Geschichte, die wir hier immer wieder durch den Wolf drehen, fing aber damals gerade erst an!  ???

Gruss, Stefan
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 15. September 2009, 13:49:55

@Moesi

Zitat
Das Zitat stammt von 1933....die Geschichte, die wir hier immer wieder durch den Wolf drehen, fing aber damals gerade erst an!  ???  

Die Bedeutung dieses Satzes erschließt sich mir nicht.

@pattran

Zitat
Jedenfalls ist und war die Schweiz bis anhin kein Anhänsel oder eine Marionette der USA!!
Dies lässt sich wie auch immer im Norden nicht bestätigen.

Schon wieder?
Hierzu meine Aussage jetzt zum dritten Mal:

- Bevor jetzt jemand meint mich über die BRD, als Schoßhund der USA und Provinz der EU, aufklären zu müssen.
Mir ist die Situation der BRD selbstverständlich vollumfänglich bewusst.
Nur behauptet in der BRD ja auch niemand dass dem nicht so wäre.
Im krassen Gegensatz zu vielen Eidgenossen in ihrem Selbstverständnis.
Es gibt ja sogar Schweizer die der Meinung sind sie könnten der gesamten G20 in den *Hintern* treten, oder dass sich das Schicksal der EU an einer schweizer Mitgliedschaft entscheiden würde, oder dass die Sicherheit der Schweiz nicht von der Nato abhängig wäre. –



Im Jahr 1933, dem Jahr aus dem das Spengler Zitat stammt, war das Deutsche Reich noch kein Anhängsel der USA.
Der 2. WK wurde ja gerade um die Frage geführt wer in Europa das Sagen haben wird, die Achsenmächte und ihre Verbündeten, oder die Sowjetunion, oder die USA.
Weil die Achsenmächte und ihre Verbündeten, bzw. zuvor die Mittelmächte, den Krieg verloren haben beherrschten die USA Westeuropa und die Russen Osteuropa.
Die Grenze der beiden Machtblöcke verlief bekanntlich mitten durch Deutschland.
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 20 Jahren beherrschen die USA also mehr oder weniger ganz Europa.
Die heutigen Machtkämpfe in der Ukraine und Georgien sind im Wesentlichen die Fortsetzung der amerikanischen Expansion in Osteuropa auf Kosten der Russen.

Die jahrhundertealte Strategie des British Empires auf dem europäischen Kontinent, die „Balance of Power“, die sich im 20 Jahrhundert vor allem gegen das Deutsche Reich richtete, wie zuvor gegen Frankreich, und aktuell gegen die Europäische Union richtet, ist gescheitert und führte zur Selbstzerfleischung der europäischen Mächte.
Im 1. und 2. WK sind auch das British Empire und das Französische Weltreich untergegangen.
Ganz Europa hat den 2. WK verloren.
Unter anderem auch Churchill musste diese Tatsache erkennen, am Ende, nachdem er entgültig gescheitert und alles zu spät war.
Wenn er Format gehabt hätte, hätte er sich ebenfalls die Kugel geben müssen.

Die Schweiz pflegt die Illusion einer theoretischen Unabhängigkeit.

Fakt ist dass die Schweiz in den letzten Jahrhunderten sehr gut weggekommen ist.
Was zum einen auf reinem Glück und zum anderen auf schlauer Politik basiert.
Eine Politik die jedoch ausschließlich durch eine ganz besondere Konstellation erst ermöglicht wurde.
Vor allem dadurch dass sich die europäischen Mächte die Existenz einer neutralen Schweiz gegenseitig garantierten.
Also nicht der Schweiz gegenüber, sondern die Mächte untereinander.
Die Schweiz hat eine Nische gefunden um darin zu gedeihen und in dieser Nische befindet sie sich mehr oder weniger noch heute.
Ein Nischendasein das für keinen anderen europäischen Staat praktikabel war und ist in Geschichte und Gegenwart.

Das Spengler-Zitat ist ausdrücklich kein Angriff auf die Schweiz und war auch nie so gedacht von Spengler oder mir, es ist vielmehr eine allgemeine Anregung zur Selbstreflexion für andere Staaten.
Ich halte dieses Zitat jedenfalls für wert darüber nachzudenken.

Spengler wurde übrigens im 3. Reich politisch verfolgt.
Es gibt sogar Gerüchte dass er 1936 von Nationalsozialisten ermordet wurde.


Gruß
Ferdinand
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ferdinand am 15. September 2009, 15:26:49

@pattran

Zitat
Ja sie sitzen weiterhin in Bayern.
In der Justizvollzugsanstalt (JVA) München Stadelheim und in einer weiteren JVA in Bayern haben sie nichts zu lachen.
Und das ist auch gut so.

Ich wäre mit den Jungs vielleicht nicht ganz so streng.

Das sind Schweizer, die werden, genau wie unser astronaut hier im Forum, überzeugt gewesen sein dass sinnlose Brutalität in der BRD, unter den Sauschwaben, zu den üblichen Umgangsformen gehört.  

Unser astronaut äußerte ja schon wortwörtlich in seinen Beiträgen:

"Arbeitslose, Hartz IV - Empfänger und ähnliche sind stolz darauf, in der Bundeswehr einen Platz gefunden zu haben, denn es soll ja Sinn machen, möglichst aktiv anderen zu zeigen, wer hier das Sagen hat.  Werden sie dann gar für einen Einsatz in der NATO berücksichtigt, sind sie mächtig stolz darauf, das, was sie im Vorschulalter spielerisch gelernt haben, mal 1 : 1 erleben zu dürfen und ihre Ideologie, auch wenn fremdgesteuert, in die Welt hinaustragen zu dürfen. Was besseres als ihn in Uniform hats ja noch nie gegeben. Die Frage stellt sich dann lediglich noch im Bereich der Haltwertzeit. Die prozentualen Raten von Überlebenschancen schwinden und verzeichnen daher dem Stimmungsbarometer aufgrund aufsteigender Spannung ungeahnten Auftrieb. Dies wiederum wird von Kindesbeinen an bis in Eingeweide positiv gewertet."

Und:

"Kulturell haben sie (die Deutschen) alle eine Gemeinsamkeit: Sie kennen alles zerstörerische das Leben betreffend, positives? Fehlanzeige!"

 :D

Gruß
Ferdinand


PS.:
Anmerkung zur Sicherheit.
Das ist nur Spaß, kein Grund zur Aufregung!
Ich liebe und bewundere die Schweiz und ihre Bewohner und selbstverständlich weiß ich dass der Münchner Vorfall nicht repräsentativ ist.
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 15. September 2009, 19:25:42

@pattran

Zitat
Ja sie sitzen weiterhin in Bayern.
In der Justizvollzugsanstalt (JVA) München Stadelheim und in einer weiteren JVA in Bayern haben sie nichts zu lachen.
Und das ist auch gut so.

Ich wäre mit den Jungs vielleicht nicht ganz so streng.

Doch das ist schon richtig.
Jugendkriminalität muss härter bestraft werden.
In der Schweiz werden sie mit Samthandschuhen behandelt.
Dies zeigt jedoch, dass das nichts bringt und so sind gerade nach den jüngsten brutalen Vorfällen auch in der Schweiz
Bestrebungen im Gange das Jugendstrafrecht zu verschärfen.

Studie Jugendgewalt:
http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2009/08/24/schweiz/studie_ueber_jugendgewalt_zeigt_beunruhigendes
Bund tritt keimender Jugendgewalt entgegen
http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2009/05/25/schweiz/bund_tritt_keimender_jugendgewalt_entgegen

Das sind Schweizer, die werden, genau wie unser astronaut hier im Forum, überzeugt gewesen sein dass sinnlose Brutalität in der BRD, unter den Sauschwaben, zu den üblichen Umgangsformen gehört.  

Unser astronaut äußerte ja schon wortwörtlich in seinen Beiträgen:

"Arbeitslose, Hartz IV - Empfänger und ähnliche sind stolz darauf, in der Bundeswehr einen Platz gefunden zu haben, denn es soll ja Sinn machen, möglichst aktiv anderen zu zeigen, wer hier das Sagen hat.  Werden sie dann gar für einen Einsatz in der NATO berücksichtigt, sind sie mächtig stolz darauf, das, was sie im Vorschulalter spielerisch gelernt haben, mal 1 : 1 erleben zu dürfen und ihre Ideologie, auch wenn fremdgesteuert, in die Welt hinaustragen zu dürfen. Was besseres als ihn in Uniform hats ja noch nie gegeben. Die Frage stellt sich dann lediglich noch im Bereich der Haltwertzeit. Die prozentualen Raten von Überlebenschancen schwinden und verzeichnen daher dem Stimmungsbarometer aufgrund aufsteigender Spannung ungeahnten Auftrieb. Dies wiederum wird von Kindesbeinen an bis in Eingeweide positiv gewertet."

Und:

"Kulturell haben sie (die Deutschen) alle eine Gemeinsamkeit: Sie kennen alles zerstörerische das Leben betreffend, positives? Fehlanzeige!"

 :D

Gruß
Ferdinand

Mit den Ausführungen von astronaut007 war ich vielmals nicht einverstanden, ich habe mich dann meistens nicht eingemischt.
Ein weiteres Statement zu astronaut007 kann ich nicht geben, da er sich hier nicht mehr wehren kann.
Eigentlich schade! 



PS.:
Anmerkung zur Sicherheit.
Das ist nur Spaß, kein Grund zur Aufregung!
Ich liebe und bewundere die Schweiz und ihre Bewohner und selbstverständlich weiß ich dass der Münchner Vorfall nicht repräsentativ ist.


Gruss

pattran
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Ranger am 15. September 2009, 20:00:34
Und was ist mit dem astronaut007 ?? ???
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 16. September 2009, 04:18:30

Vorsicht und Umsicht

Einerseits:
Der neue US- Botschafter in Bern lobt die Schweiz und will das Kriegsbeil begraben, siehe hier im Thread.  :)

Andererseits:
Vor dem anstehenden  Staatsbesuch des Russischen Präsidenten in Bern, schenkt dieser dem Bärengaraben in Bern
zwei junge russische Braunbären.  :)

Und
Libyen will seine Beziehung zur Schweiz verbessern.  :)

Fazit:
Butterkuchen
Oder:
Welche Schlüsse Ziehen wir daraus, sofern die Nettigkeiten nachhaltig sind? Braucht "man" unsere
Neutralität, unsere Integrität und oder unsere geografische Mitte in Europa- als Brückenkopf oder so?

Grüsse
Cee
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Moesi am 16. September 2009, 05:58:53

@Moesi

Zitat
Das Zitat stammt von 1933....die Geschichte, die wir hier immer wieder durch den Wolf drehen, fing aber damals gerade erst an!  ???  

Die Bedeutung dieses Satzes erschließt sich mir nicht.

Das wundert mich nicht. Liegt vermutlich daran, dass Du die Geschichte ab 1933 mit anderen Augen siehst als ich.
Aber ich versuch Dir auf die Sprünge zu helfen. Darum nochmal auf Dein Post, auf welches ich mich bezog:


Da hab ich doch glatt noch ein interessantes Zitat gefunden das auch in diesen Thread passt:

"Der Wille zur Mitte ist der greisenhafte Wunsch nach Ruhe um jeden Preis, nach Verschweizerung der Nationen, nach geschichtlicher Abdankung, mit der man sich einbildet, den Schlägen der Geschichte entronnen zu sein."

Oswald Spengler 1933, aus: "Jahre der Entscheidung".

"....mit der man sich einbildet, den Schlägen der Geschichte entronnen zu sein." Das sagte Oskar Spengler 1933.
Doch der Teil der Geschichte, auf den wir uns hier immer wieder beziehen fing 1933 gerade erst richtig an!
Somit kann er mit diesem Zitat nicht das gemeint haben, über das wir hier dauernd diskutieren.

Gruss, Stefan


Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 16. September 2009, 13:18:24
Jetzt live aus dem Bundeshaus:

Bundesratswahl, Livestream:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Bewegter-Couchepin-nimmt-Abschiedsrede-entgegen/story/15159109
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 16. September 2009, 15:28:25
FDP-Ständerat Didier Burkhalter ist neuer Bundesrat

FDP-Ständerat Didier Burkhalter ist neuer Bundesrat. Mit 129 Stimmen hat er im vierten Wahlgang den Freiburger CVP-Kandidaten Urs Schwaller überholt. Er hat mit 106 Stimmen nur noch wenig zulegen können. Die FDP kann damit ihren zweiten Sitz in der Landesregierung verteidigen.

Bei den Bundesratswahlen hat FDP-Kandidat Didier Burkhalter im vierten Wahlgang das Rennen für sich entschieden. Er wird damit Nachfolger von Pascal Couchepin. Burkhalter hat vom Ausscheiden des FDP-Nationalrats Christian Lüscher profitiert und 129 Stimmen erhalten. Das absolute Mehr lag bei 120 Stimmen. Die FDP kann damit ihren zweiten Sitz in der Landesregierung verteidigen. Der Freiburger CVP-Ständerat Urs Schwaller hat mit 106 Stimmen nur noch wenig zulegen können.

Die Würfel sind gefallen.
Ich hätte es lieber gesehen, wenn Christian Lüscher gewählt worden wäre.
Kann aber auch leben mit dem Oekonomen Didier Burkhalter.
Das wichtigste aber ist, die Konkordanz hat gesiegt, ich find dies sehr, sehr wichtig für das System der Schweiz.

Herzliche Gratulation Herr Burkhalter

 :) :) :)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 18. September 2009, 15:08:27
Weltkulturerbe der Unesco

Entlang an einer der schönsten Bahnstrecken der Alpen. Für alle Bahnliebhaber ein Genuss.

Hier:
http://www.rhb.ch/UNESCO-Clip.1062.0.html

Gruss

pattran
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 21. September 2009, 21:01:08
Der russische Präsident Dmitri Medwedew auf den Spuren des russischen General Suvorovs.

Aus Anlass des gegenwärtigen Staatsbesuch des russischen Präsidenten in der Schweiz:

Der russische Präsident Dmitri Medwedew ist bei seinem Staatsbesuch in der Schweiz auf dem Landsitz Lohn bei Bern eingetroffen. Dort wurde er vom Gesamtbundesrat mit militärischen Ehren empfangen.
http://tagesschau.sf.tv/content/view/comments/2238382/#comment_2244070

1799, während den napoleonschen Kriegen war die Schweiz die 'Helvetische Republik', von französischen Truppen besetzt. Österreich und Russland kämpften gegen die französische Armee. Ende September, in der Nähe von Zürich wurden aber die Truppen von Korsakov durch diejenige von General Masséna besiegt. General Suvarov wollte zur Hilfe von Korsakov eilen, aber als er zu spät war entschied er sich durch die Alpen zurückzukehren. Er entschied sich, durch Glarus zum Rheintal in Graubünden zu gehen.
Auf dem Weg war aber der Panixerpass, deren Übergang wegen frühen Schneefällen sich als sehr schwierig herausstellte. Viele der Männer von Suvarov würden nie die andere Seite des Passes erreichen.
Knapp 201 Jahre später probierte ich, die Spuren dieser russischen Armee zu folgen, wenn möglich mit weniger verlusten. Ich hatte mindestens keine schwere Waffen mitzuschleppen, und ich konnte auf günstiges Wetter warten (was Ende August der fall war). Ich hatte noch den Vorteil, dass ich für die weniger interessante Strecke den Zug nehmen konnte. Ich traf so anfangs Nachmittag in Ziegelbrücke ein.
Zwischen Ziegelbrücke und Schwanden bin ich auf dem 'offiziellen' Radweg gefahren. Es war eine hübsche und leichte Strecke, abseits von den vielbefahrenen Strassen (aber lieber nicht mit dem Rennrad probieren: zum Teil ist da grober Kies, nicht das beste für schmalen Reifen). In Schwanden musste ich diesen Radweg verlassen. Als ich die Strasse nach Elm suchte hielt ein Briefträger sein Auto an, und fragte wohin ich wollte. Er erzählte mir, dass es einen 'Suvarov-Weg' gibt, auf Forst- und Fusswege nach Elm. Eher als die Hauptstrasse hat er mir diesen Weg empfohlen, und hat mich sogar bis durch die Ortschaft bis zum ersten Wegweiser geführt. Danke, Herr Pöstler, Sie haben mir einen guten Tipp gegeben!
Es war etwa 3 Uhr als ich in Elm ankam; ich bin vor dem Sportladen der berühmten Ski-Meisterin Vreni Schneider gefahren und hielt dann bei einem kleinen Laden um ein Getränk und ein Frucht zu kaufen. Von Elm bis Wichlen bin ich auf der Hauptstrasse gefahren, die dort endet. Da waren Soldate und viele Panzer. Ich musste absteigen, um den Waffenplatz mit einem Wächter gehen, dann mit einem anderen bis ich wieder aus der militärischen Zone war. Ich habe die Gelegenheit genommen, um den Wächtern zu fragen, ob sie den Weg zum Panixerpass kannten. Sie kannten ihn nicht, sagten aber, dass Biker schon heruntergefahren waren. Deshalb konnte ich hoffen, die Strecke sei nicht allzu schwierig.
Meine Hoffnung verflog aber schon nach einem Kilometer. Der Pfad war steil, und ich musste meistens das Fahrrad stossen. Von der Landeskarte wusste ich schon, dass es zwischen den steilen Passagen auch weniger steile gab. Leider gab's genau dort wo es weniger steil war andere Hindernisse: grosse Steine, Furchen, Schlammpfützen und (weiter oben) sogar Schnee. Alles zusammen musste ich das Fahrrad viel mehr stossen und tragen als fahren. Auf den Schneefeldern konnte ich zwar zwei andere Mountainbike Spuren sehen, aber ich war wohl der einzige Verrückte, der da mit einem ziemlich nutzlosen Rad hinaufging!
Schliesslich war ich gegen 6 Uhr am Pass. Ich habe einen Blick aufs Suvarovs Denkmal geworfen und habe an seinen armen Kerlen gedacht. Dann konnte ich ein Stück weit fahren. Aber auch in der Abfahrt musste ich mehrmals absteigen: zu steil, im Schlamm, auf unbefestigten Schutthalden, in engen Furchen, wo die Pedalen an den Seiten stossen, durch Steilhängen, wo jeder Fall der letzte sein könnte... Als ich zur Alp Ranasca ankam wurde der Pfad zu einem Weg. Aber ein schlechter Weg. Die Fahrt hat mich kräftig geschüttelt; mein Rücken und meine Schultern schmerzten bald. Diese schlechte Behandlung dauerte bis Pignu/Panix. Die Abfahrt von dort bis Rueun war auf einer modernen Strasse, nicht wie zur Suvarovs Zeit.
http://www.schleppi.ch/patrick/cycle/hist3-de.htm

Morgen Dienstag wird der russische Präsident das Denkmal des russischen Helden besuchen, der noch heute in Russland hochverehrt wird.
Bilder des Denkmals:
http://www.blick.ch/news/schweiz/bern/medwedew-bekommt-schwarzen-kristall-129003




Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 21. September 2009, 21:23:34
Alexander Wassiljewitsch Suworow

http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Wassiljewitsch_Suworow
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Louis am 19. Oktober 2009, 10:52:07
Schweizer Bank warnt US-Kunden per Einschreiben

Die Schweizer UBS hat ihre Kunden in den USA davor gewarnt, dass ihre Kontodaten womöglich Anfang nächsten Jahres an die Steuerbehörde weitergegeben werden. Weil die Warnungen per Post verschickt wurden und den Absender zeigten, könnten Steuersünder schon jetzt auffliegen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,655851,00.html
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: pattran am 07. November 2009, 12:55:30
Friedrich von Schiller wurde am 10. November 1759.
Vor 250 Jahren.

Nicht jeder liest ihn, doch jeder zitiert ihn, oft ohne es zu wissen: Kein anderer Dichter schenkte unserer Sprache so viele geflügelte Worte wie Friedrich Schiller (1759–1805). Am 10. November vor 250 Jahren wurde der große Dichter in Marbach am Neckar geboren.

Schiller-Zitate„Der Not gehorchend, nicht dem eignen Trieb.“
(„Die Braut von Messina“, 1803)

„Der kluge Mann baut vor.“
„Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.“
„Durch diese hohle Gasse muss er kommen.“
„Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben / Wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“
(Alle aus „Wilhelm Tell“, 1804)

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet,/Ob sich das Herz zum Herzen findet:/Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“
„Wehe, wenn sie losgelassen.“
„Wo rohe Kräfte sinnlos walten, / Da kann sich kein Gebild gestalten.“
„Da werden Weiber zu Hyänen / Und treiben mit Entsetzen Scherz.“
(Alle aus „Das Lied von der Glocke“, 1799)

„Hier wendet sich der Gast mit Grausen.“
(„Der Ring des Polykrates“, 1797)

„Ich sei, gewährt mir die Bitte, / In eurem Bunde der Dritte“
(„Die Bürgschaft“, 1798)

„Daran erkenn ich meine Pappenheimer.“
(„Wallensteins Tod“, 1803)

Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges/Hornussen Unspunnen
Beitrag von: tolää am 01. Juli 2012, 23:27:43
Grüezi Udo,
hab im Archiv doch noch  etwas für Dich gefunden.
Wäre doch auch für Dich eine lässige Freizeitbeschäftigung

 Unspunnensteinstossen               
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=7013fd00-7f02-4b6f-bf84-311dbc9a18ae               
kleine Geschichte vom Unspunnenstein
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=3acd672b-2add-4912-a1d2-bdd64d0d4b2f

Hornussen       
http://youtu.be/L3Hl5BErNXI      
Hornussen- Wissenschaft (zum Teil Dialekt gesprochen)               
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=0e1d8b23-dcfb-4a6c-aff5-0b49fcc3f5f1

lg tolää               
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: udo50 am 02. Juli 2012, 00:23:44
tolää ich bin "vonne Socken"  Sehr interessante Wettkampfarten   zu meiner Schande muss ich gestehen noch nie etwas darüber gehört zu haben. Wie mein alter Handwerksmeister zu sagen pflegte "wirst du auch alt wie ne Kuh du lernst immer dazu " Recht hatte er.nur bei dem HORNUSSERN  habe ich nicht kapiert .  wer bekommt die Punkte der die Nuss mit dem Schild gestoppt hat oder der die Nuss unhaltbar geschlagen hat? Die Dialekte in den Beiträgen waren für mich ganz gut zu verstehen.  Hab ja auch 2 Schweizer Freunde
 :D :] [-]  Gruß Udo
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Seppetoni † am 02. Juli 2012, 10:51:48
nur bei dem HORNUSSERN  habe ich nicht kapiert .  wer bekommt die Punkte der die Nuss mit dem Schild gestoppt hat oder der die Nuss unhaltbar geschlagen hat?

In erster Linie zählen die Nummern. Eine Nummer gibt es für jede Nouss die ungestoppt im Spielfeld landet. Es gewinnt ist die Mannschaft mit weniger Nummern - also diejenigen
welche mehr Noussen gestoppt haben.
Bei Gleichstand sind die Schlagpunkte massgebend. Es gibt 1 Punkt/10m Schlagweite über 100 m.

Das Spiel wird hier genau erklärt
http://de.wikipedia.org/wiki/Hornussen_%28Sport%29
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: udo50 am 02. Juli 2012, 11:06:14
Seppetoni  DANKE  sehr interesant
Gruß Udo
Titel: Re: Der Thailand - Kanal
Beitrag von: aladoro am 02. Juni 2016, 11:51:42
Ur-Ur-Grossvater, der aus Oesterreich in die Schweiz eingewandert ist.

bestätigt die alte Theorie, dass Schweizer nix anderes sind als Österreicher, die bei der Völkerwanderung zu weit gelatscht sind ... }{

das Einzige was uns trennt ist unsere gemeinsame Sprache  8)
Titel: Re: Re: Der Thailand - Kanal
Beitrag von: luklak am 02. Juni 2016, 11:59:52
@aladoro

Genau !    {*

Und Alles was wir haben, Banken, Uhren, Schoggi usw.,
haben wir von den HABSBURGERN !    C--

Wir, die Bergbauern haben die HABSBURGER Damals geholt,
die haben unsere INFRASTRUKTUR aufgebaut, danach haben wir
sie verjagt, vertrieben. !    ;]

Ist aber einige Jahre her.

GESSLER (A) und TELL (CH) und so.     ;]

Also sind die SCHWEIZER nicht "besser" als die THAI's,
die holen auch FARANG, "benutzen" diese und weg damit !       :]

 [-]
Titel: Re: Re: Der Thailand - Kanal
Beitrag von: archa am 03. Juni 2016, 11:13:04
@aladoro

Also sind die SCHWEIZER nicht "besser" als die THAI's, }{

 [-]

Wir befinden uns wiede einmal in einem KINDERGARTEN zwischen zwei Typen die sich noch in Puperstäts-Alter befinden {+

Bitte eine kurze Frage an: @aladoro und @luklak:

Aus welcher Nation stammte  der Schuft  und Kriegsverbrecher  A. HITLER ?
Aus eure Meinungen:  sicher auch nicht aus ÖSTERREICH !!
 Oder etwa doch??, ......
 währe ja eine grosse Schande für  Euch als beide EX-Österreicher, dass ein solcher Halunke  {/ aus einem solchen von Euch so gelobtes Lande abstammte!

archa
Titel: Re: Re: Der Thailand - Kanal
Beitrag von: luklak am 03. Juni 2016, 12:01:47
@aladoro



Wir befinden uns wiede einmal in einem KINDERGARTEN zwischen
zwei Typen die sich noch in Puperstäts-Alter befinden {+

Bitte eine kurze Frage an: @aladoro und @luklak:

Aus welcher Nation stammte  der Schuft 
und Kriegsverbrecher  A. HITLER ?

 
währe ja eine grosse Schande für  Euch als beide EX-Österreicher,
dass ein solcher Halunke  {/ aus einem solchen von Euch
so gelobtes Lande abstammte!


archa

Aber, aber lieber @archa, jetzt wirst du deinem Namen aber gerecht.

Archa - archaisch.       ;)

http://synonyme.woxikon.de/synonyme/archaisch.php

 [-]
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: archa am 03. Juni 2016, 15:03:54
Na ja, da ist nun einmal nichts zu machen.
Solche stumpfsinnige Antworten mit noch so  :-X  Links bringen eben nur "Leute" mit beschränkter Intelligenz zu stande.
Traurig aber Wahr!

Klicke mich bei diesem Thema aus.
archa
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Cee am 19. Juni 2016, 00:03:18
Ich habe die elf Seiten dieses Threads heute nochmals gelesen- mit Begeisterung!

Interessant wie sich die Dinge im Verlaufe der Zeit verändert haben. Man könnte sagen; kein Stein blieb auf dem anderen.

Deutschland kämpft mit den Auswirkungen der Willkommenskultur der Kanzlerin Merkel und deren "Flüchtlingswelle". Die neu aufkommende AfD (Alternative für Deutschland) läuft den etablierten Parteien; SPD und CDU/CSU den Rang ab. Deutsche Autoimperien wie VW werden international der Lüge und des Betrugs bezichtigt.   

Griechenland kämpft gegen den Staatsbankrott.

In Libyen ist der Operngeneral ermordet- mausetot. Warlords und der IS (sog. Islamischer Staat) streiten sich um die Macht.

GB steht wenige Tage vor der Abstimmung zu einem möglichen Austritt aus der EU.

Iran wird international salonfähig.

Nordkorea hat die Atombombe und die erforderliche Trägertechnik.

Putin findet freundliche Worte in Richtung des Westens, nachdem er wegen dem Krim- Desasters und seiner Einmischung in der Ukraine mit einem Wirtschaftsembargo gestraft wurde.

Das FED und die EZB, Letztere unter der Leitung von Draghi,  drucken Geld auf Teufel komm raus.

Der Goldpreis klettert steil an.

Und:

Die Schweiz erlebt einen verregneten Sommer.

 ;)
Cee



 

 
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Kern am 19. Juni 2016, 05:31:49
Und:

Die Schweiz erlebt einen verregneten Sommer.

 :D   :]

Das bedeutet auch: ein bisschen Gelassenheit ist richtig wichtig!
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: goldfinger am 11. Juli 2016, 19:14:50
Die Geschichte der Volksinitiative

Am 05.07. vor 125 Jahren führte die Schweizer Bevölkerung die Volksinitiative ein. Zum Geburtstag: Episoden aus der Geschichte des wichtigsten direktdemokratischen Instruments.

Parlament und Regierung waren skeptisch, mussten gedrängt werden. Und wie sie gedrängt wurden. In der Hauptrolle: der katholisch-konservative Ständerat Theodor Wirz aus dem Kanton Obwalden. Der schimpfte das Parlament «selbstherrlich», weil es die Initiative nur als allgemeine Anregung und nicht als ausgearbeiteten Entwurf in die Bundesverfassung schreiben wollte:

Zitat
«Welches Volksrecht wurde nicht von den bisherigen Kuratoren des Volkes als gefährlich und revolutionär bezeichnet? Wer soll schliesslich König und Herr im Lande sein?»

Interessant ist, dass die Kommentare der verblödeten Politiker auch aus der heutigen rot/grünen Szene stammen könnten. So hiess es zum Beispiel in der NZZ:

Zitat
«Grosse Schichten des Volks haben gar nicht gewusst, worum es sich handelt; sie haben weder das schwer auszusprechende Fremdwort ‹Initiative› verstanden noch die Sache selbst begriffen. […] Als ungefährliches Ding konnten sie es ja annehmen, aber dass man damit die Welt reformiren könne, das glaubt bei uns Niemand. Welch gefährliche Waffe sie damit in die Hand bekommen haben, das wissen nur die Führer der Ultramontanen und Sozialdemokraten.»

Die erste Initiative, die erstaunlicherweise auch angenommen wurde gilt eher als Peinlich:

Zitat
Diese trug den unverfänglichen Titel «Für ein Verbot des Schlachtens ohne vorherige Betäubung», wurde mit 60 Prozent Ja-Stimmen angenommen und gilt laut historischem Lexikon der Schweiz als antisemitisch: Seit der Abstimmung gilt ein Schächtverbot in der Schweiz, Juden müssen koscheres Fleisch aus dem Ausland importieren.

Seit der Einführung des Initiativrechtes wurde über 206 Vorlagen abgestimmt. Nur 22 waren erfolgreich.

114 Initiativen schafften es gar nicht bis zur Wahlurne. Die benötigten Unterschriften konnten nicht beigebracht werden der sie wurden vor der Abstimmung zurückgezogen. Darunter auch Initiativen bei denen sich man um den Geisteszustand der Initianten Gedanken machen sollte.

Zitat
Für eine Armee mit Tieren – Brieftaubeninitiative – Wolf, Luchs, Bär – Zur Hundekotentfernung auf öffentlichem Grund - Tiere sind keine Sachen – Wiedereinführung der Todesstrafe (zweimal) - die Abschaffung der Jagd - die Abschaffung der obligatorischen Krankenversicherung - die Abschaffung (?) des Waldsterbens - die Abschaffung der Sommerzeit - die Abschaffung der direkten Bundessteuer - die Wiedereinführung von Freudenhäusern - die Ausschaffung sämtlicher krimineller Männer - Die persönliche Souveränität der Bürger (Einrichtung einer Fachkommission des Senats einer Schweizerischen Akademie für Technik, Lebensfragen und Wissenschaft als oberste Gerichtsinstanz).

Von den erfolgreichen Initiativen hatten nicht alle die gleichen Konsequenzen.

Zitat
Unterschätzt wird gerne die 1949 äusserst knapp angenommene Initiative «Für eine Rückkehr zur direkten Demokratie», die das Notrecht-Regime des Bundesrats aus dem Zweiten Weltkrieg beendete.


Zitat
Von eher beschränkter Wirkung war dagegen das Ja zum Absinth-Verbot im Jahr 1908 (die zweite angenommene Volksinitiative aller Zeiten)

http://bazonline.ch/schweiz/die-ersten-die-schraegsten-und-die-erfolgreichen-initiativen/story/31854737 (http://bazonline.ch/schweiz/die-ersten-die-schraegsten-und-die-erfolgreichen-initiativen/story/31854737)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: jock am 23. August 2017, 21:44:12
Genf und der Genfersee,frankphon und frankophil,UNO-Stadt
und Gastgeber verschiedenster Konferenzen,in der Westschweiz
gelegen umgibt eine morbide Aura.

Ist es Zufall,dass diese Stadt in der Vergangenheit bis heute Schau-
platz von Morden und Selbstmorden von Prominenten gewesen war
und ist ?

Wir erinnern uns,Kaiserin Elisabeth - durch Zufall ermordet.
Uwe Barschel tot in der Badewanne aufgefunden.Seine Witwe ist heute
noch ueberzeugt,dass es sich beim Tod ihres Mannes um Mord gehand-
elt hat.
Die Umstaende wurden nie restlos aufgeklaert,obwohl die offiziellen Be-
richte anderes sagen.

Und jetzt,vor einiger Zeit der "Selbstmord" von Michael Treichl,den man
aus dem Genfer See geborgen hat.

Michael Treichl war Sohn von Heinrich Treichl und Bruder von Andreas
Treichl.

Heinrich Treichl langjaehriger Chef der groessten oesterreichischen Bank,
starb mit 102 Jahren.Andreas Treichl ist Chef der "Ersten- Bank" und
Michael Treichl war Gruender eines Hedgefonds in England und auf In-
vestments im Rohstoffbereich spezialisiert.

Er galt als ueberaus erfolgreich und erwarb vor einigen Jahren ein be-
ruehmtes Herrenhaus in Dorset,welches inmitten eines 2,5 Mio m2 grossen
Park lag.

Der kolporierte Kaufpreis von 3 Mio Pfund ist laecherlich.Da wurde sicher-
lich eine hohe Hypothek mit uebernommen.
Die Ausgaben fuer die Renovierung in der Hoehe von 10 Mio Pfund sind  da
schon realitaetsnaeher.

Herr Treichl zeigte gerne seinen Reichtum her und einschlaegige Magazine
veroeffentlichen das Interior,die Parklandschaft und die Polopferde.

Doch im April 2017 brannte das Anwesen bis auf die Grundmauern nieder.

Herr Treichl und Familie waren zum Zeitpunkt nicht anwesend,das Anwesen
war menschenleer,die Feuerarlarmanlage ausgeschaltet und die Polopferde
unueblicherweise auf der Koppel und nicht im Stall.

Nach einer kurzen Festnahme durch die Polizei,wurde Herr Treichl wieder auf
freien Fuss gesetzt,dann verschwindet die Sache aus den Medien.

Bis Juni 2017,denn da fand man Herrn Treichl im Genfer See tot auf.

Die Familie sprach sofort von Suizid. Auch die Polizei geht nach der Obduzier-
ung von Selbstmord aus.

Liegen sie richtig ?

Wie ist es mit dem Geruecht,dass der Brandanschlag ein versuchter Ver -
sicherungbetrug war oder dass es sich um eine letzte Mahnung von unbe-
kannten Hintermaennern gehandelt hat ?

Gibt es Verbindungen zu der rumaenischen Goldmine,wo die verhinderten
Betreiber Klage ueber 4 Milliarden gegen Rumaenien einbringen wollen ?

Oder geriet der, von Herrn Treichl gemanagte, Hedgefond in Schieflage ?

Man wird es nicht erfahren,aber auffaellig ist,dass Genf der Anziehungsort
fuer finale Geschehnisse war,ist und sein wird.

Was wissen unsere Schweizer ueber das dunkle Geheimnis dieses Ortes ?

Jock



Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: Pensionist am 23. August 2017, 21:51:56
Ohne Google waerst Du ARM dran!
 {+
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: namtok am 23. August 2017, 22:20:44
Und wir sind ohne deine Kommentare auch besser dran und werden die nächste Woche darauf verzichten.

Falls es danach in diesem Stil weitergeht, werden wir für immer darauf verzichten...  {--
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: thai.fun am 23. August 2017, 23:27:32

Was wissen unsere Schweizer ueber das dunkle Geheimnis dieses Ortes ?


Meine erste Eisenbahnfahrt noch mit Dampflock 1956, echte Holzklasse, ging nach Genf zu meinen über alles geliebten Gotte und Götti. Und dann noch so oft im Leben.

So nun auch am Kommende Wochenende. ...

Und trotzdem weiß ich (zum Glück) nichts vom dunklen Genf. Außer, öfters als sonst-wo in der CH, gesichtete "dunkle" Gestalten. Und diese so sagte man/n mir, seien am Aufschwung der Schweiz mitschuldig, oder so!?
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: goldfinger am 03. November 2018, 15:40:25
Die Schweiz kurz vor dem Bürgerkrieg

Unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, am 18. November 1918, streikten in der Schweiz über 250'000 Arbeiterinnen und Arbeiter. Sie forderten unter anderem eine Altersvorsorge, das Frauenstimmrecht oder die 48-Stunden-Woche.

Den Streikenden gegenüber stand ein Militäraufgebot von 95'000 Soldaten. Sie waren vom Bundesrat aufgeboten worden, um Ruhe und Sicherheit zu gewährleisten. Die Gemüter waren erhitzt, die Stimmung angespannt.

(https://up.picr.de/34241296hc.png)

(https://up.picr.de/34241297pb.png)

(https://up.picr.de/34241298ut.png)

(https://up.picr.de/34241300gt.png)

Obwohl der Landesstreik von 1918 als eine der grössten innenpolitischen Krisen der Schweiz gilt, entwickelte er sich nicht zu einem Bürgerkrieg. Es siegte letztlich auf beiden Seiten die Vernunft. Doch ohne Folgen blieb der Streik nicht. Viele Anliegen der Arbeiterschaft flossen in den Folgejahren in die politische Diskussion ein:


https://www.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/landesstreik-im-landesmuseum-die-schweiz-kurz-vor-dem-buergerkrieg (https://www.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/landesstreik-im-landesmuseum-die-schweiz-kurz-vor-dem-buergerkrieg)
Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: franzi am 15. September 2019, 11:21:41
War mir komplett neu!

„Der Geruch der Verwesenden verbreitete sich in alle Richtungen“
Jahrzehntelang hatten die Schweizer Fußsoldaten die Schlachtfelder des Spätmittelalters beherrscht. Auch bei Marignano stürmten sie 1515 siegesgewiss gegen die Franzosen an. Die aber verfügten über neue, furchterregende Waffen.

Sie galten als die härtesten Soldaten ihrer Zeit. Mit ihren langen Hellebarden, die zu Stoß und Hieb gebraucht werden konnten, hatten die Eidgenossen ganze Ritterheere über den Haufen gerannt. Ihr größter Triumph gelang den Schweizern 1512, als sie mit der Weltstadt Mailand das Tor nach Italien eroberten und mit Ludovico Sforza einen Marionettenherrscher installierten. Kein Geringerer als Niccolò Machiavelli prophezeite ihnen damals die Schaffung eines neuen Imperiums. . . . . .

. . . . . . . .Sicher ist wohl, dass Franz I. die Vernichtung der Überlebenden verhinderte und ihnen sogar Geleitschutz gab, um sie vor der Rache der Italiener zu schützen. In dem Frieden, der ein Jahr später geschlossen wurde, überließ der König den Eidgenossen das Gros ihrer früheren Eroberungen, das Tessin. Damit erwies sich der König als weitsichtiger Politiker. Denn die Schweizer kamen zu dem Schluss, dass ihre Großmachtambitionen gegen die Ressourcen der großen Fürstenstaaten keine Chance hatten, und gaben sie auf. Seitdem gilt Marignano als Initialzündung der Schweizer Neutralität.

Stattdessen entwickelten sie für ihre Kampfkraft ein neues Geschäftsmodell. Sie verkauften sie an den Meistbietenden, vor allen anderen an die Krone Frankreichs. Doch es gab auch andere Kunden, die Päpste zum Beispiel. Die rekrutieren seit mehr als 500 Jahren eidgenössische Söldner für ihre Schweizergarde.

https://www.welt.de/geschichte/article200268512/Marignano-1515-Als-die-Schweiz-aufhoerte-Grossmacht-zu-sein.html (https://www.welt.de/geschichte/article200268512/Marignano-1515-Als-die-Schweiz-aufhoerte-Grossmacht-zu-sein.html)

fr


Titel: Re: Schweizer Geschichte - Historisches und Gegenwärtiges
Beitrag von: goldfinger am 25. März 2020, 10:08:18
Folgende Story erinnert mich irgendwie an Thailand  {--

Zur Zeit geht mit der Corona-Kriese etwas gleichartiges ab  >:

Sieben Diktatoren im Machtrausch 

Schon einmal regierte der Bundesrat per Notrecht. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab er seine Macht nur widerwillig auf, die Parteien waren demokratiefeindlich.

Deshalb lancierten besorgte Bürger 1946 die Volksinitiative «Rückkehr zur direkten Demokratie».

Erst 1952 erfolgte schliesslich die Aufhebung des Notrechts. Doch etwas blieb: Die unter Notrecht eingeführte Wehrsteuer verfolgt uns bis heute. Seit 1983 heisst sie «direkte Bundessteuer». Wir müssen sie jährlich bezahlen, ohne dass das Volk jemals gefragt worden ist.

https://www.bazonline.ch/schweiz/standard/sieben-diktatoren-im-machtrausch/story/12618189 (https://www.bazonline.ch/schweiz/standard/sieben-diktatoren-im-machtrausch/story/12618189)