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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 325373 mal)

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Ozone

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #420 am: 20. Juli 2009, 03:06:05 »

Ghin khao by F1 - und ich mache mir Gedanken wegen möglicher Fettnäpfchen. :)
Danke für die Info!

Sich dabei etwas denken ist immer gut. Vor was hast du denn konkret bedenken ?
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Farangs besitzen teure Uhren, Thais haben mehr Zeit

khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #421 am: 20. Juli 2009, 05:29:20 »

@Ozone

Erstmal danke für Deine ermutigende Begrüßung.

Vorab; ich bin sicherlich kein "hauptamtlicher Bedenkenträger" und darum kann
ich das im Moment auch nicht auf eine Sache hin konkretisieren. Es ist eher so,
daß man - wie ich immer wieder las - in den Augen der Thais unbewußt vieles
"falsch" machen kann. Und offensichtlich habe ich den Begriff Kultur fälchlicherweise
auch auf die Esskultur bezogen.;-)  In der HiSo mag das anders sein.

Jedenfalls ist mir jetzt klar, warum mich meine Freundin des öfteren relativ
unsensibel anmotzte, wenn ich während des Essens etwas mit ihr reden wollte.
O-Ton "No speak - EAT !" - Klar auch, daß Lady immer "gewonnen" hat. :D

Dank Low und vielen anderen klugen Beiträgen hier werde ich mich sich immer
weniger wundern, immer mehr verstehen und tolerieren was ich sowieso nicht ändern
kann. Der Rest läuft dann unter mai bpen rai!

mfg kmr

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hellmut

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #422 am: 20. Juli 2009, 05:59:36 »

Das kommentarlos "gefressen" wird ist IHMO ausschließlich nur bei den LoSo's üblich.
Kultivierte Thais wissen durchaus gutes Essen zu schätzen und sparen nicht mit Lob auf die Kochkünste des Gastgebers. Das man sich für das Essen bedankt ist ebenso selbstverständlich.

Allerdings kommen die wenigsten Farangs mit normalen bzw. gebildeten Einheimischen soweit in Berührung als das ihnen der krasse Gegensatz auffällt wie ordinär sich die "bucklige Verwandschaft" sowie deren Freundeskreis benimmt.  :-X
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Profuuu

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #423 am: 20. Juli 2009, 09:32:41 »



Dein Bericht jedenfalls war sehr appetitanregend und weil es ums Essen geht,
habe ich eine Frage zur Esskultur:  Fangen die Leute eigentlich immer wortlos   
an zu futtern? Ich habe noch nie bemerkt, daß da jemand so etwas wie Guten
Appetit wünscht.

mfg kmr

@kmr

ja, gibt es. Der Wunsch wird in etwa wie "tschoen" ausgesprochen.

Was soviel bedeutet wie: "greif zu"

In Laos wird nach einer uralten Legende Grossvaeterchen und Muetterchen zum Essen eingeladen. "Kommt, esst mit uns". Diese beiden haben einmal in uralten Zeiten unter Einsatz ihres Lebens die alte Tai-Rasse vor dem Untergang gerettet. Sie werden heute noch jaehrlich gefeiert.
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mfG
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Low

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Antworten
« Antwort #424 am: 20. Juli 2009, 16:33:56 »

@drwkempf
"Lieber Rolf,
erst mal wünsch ich Dir und Deiner Dick einen schönen Sonntag."

Danke Wolfram,
so schön werden leider unsere Sonntage nicht sein. Dick musste geschäftlich verreisen. Man versucht ihr wieder einmal,
wie alle Jahre wieder, ihren Grundbesitz um 150 ha zu verkleinern.
Ich wünsche Deiner Lady und Dir eine schöne Woche.


@Khun mai ru
Ganz klar ist das Diskriminierung. Speziell Lanna Essen entwickelt für westliche Nasen manchmal unübliche Düfte und Aromen.
So was kann man doch nicht im Haus haben, trotz effizienter Dunstabzugshaube made in Germany!
Dass ein Appenzeller- oder Limburger Käse in der Hitze annähernd wie eine Thai Deponie riecht, brauche ich eigentlich nicht
zu erwähnen. Trotzdem gibt Langnasen, die mit einem Stück Ziegenkäse im Mund und einem unbehandelten Fusspilz zwischen
den Zehen, schon vor einer Durian kapitulieren.

Hallo Blackmicha
Das Moo Manao, gebratenes Schwein mit Limonen, vergass ich leider, obwohl ich fast süchtig darauf bin.

@Gaeng
Danke fürs Lob:  „Man muss mit dem Herzen sehen.“
Im Hinduismus und Buddhismus nennt man das eher: Das dritte Auge.(1)
So hellsichtig bin ich wahrlich (noch) nicht.

Deine Geschichte ist eine wundervolle Ergänzung der hinterindischen Geschichten.
Die Entsorgungsart wurde bereits früher beobachtet und beschrieben.

@peter 51
Danke für die gefüllte Omelette. Mir läuft der Mund im Wasser zusammen.

Tischsitten
Bei den beschriebenen Tischsitten handelt es sich um Dorferlebnisse, Geburtstage und Sanuk Parties.
Oder denkt ihr, dass wir hier im Haus kommentarlos Tafeln, schmatzen wie die Schweine,
den Wein, wie durstige Büffel Wasser saufen, hinuntergulpen und ich mit einem krachenden Rülpser und folgendem
„Im Läu“ die Hausfrau zum Abwasch aufbiete?

Die Schnapsgeschichte spielte sich in einem der fünf Sterne Hotels an der Orchard Road in Singapore ab.  
Es waren etwa zweitausendfünfhundert Gäste an fünfundzwanzig Tischen eingeladen.

@Ozone
Gratuliere zur Beförderung und danke für die freundlichen Worte an unser neues Mitglied.

@Khun mai ru
Cocktails gehören nicht zu den Worst Case Szenarien. Ich war weder betrunken noch verwundet,
nur verwundert ob dem Gestank der Mischung.  Für Leberschäden habe ich seitdem volles Verständnis.

@hellmut
Bei den beschriebenen Tischsitten handelt es sich um Dorferlebnisse,
Geburtstage und Sanuk Parties. Die Einwohner sind meist Beamte in Verwaltung, beim Zoll, Lehrer oder
erfolgreiche Kleinunternehmer, keine bucklige Verwandtschaft.
Allerdings bemerkte ich bei den etwas höhergestellten Kreisen an verschiedenen Anlässen in Koolpuntville
und Royal View kaum bessere Manieren.
Die Häuser und Gärten waren bedeutend grösser. Anstelle reiner Selbstbedienung gab es liebreizende Assistentinnen.
Der Schnaps war teurer, die Cocktailkleider der Ladies waren neuer und die mehr schlecht als recht parkierten Wagen
gehörten einer höheren Preisklasse an.
Wir deklassierten uns selbst, weil wir per Fahrrad anreisten.

Mir stehen die einfacheren Dorfleute weit näher, als die arroganten Snobs und kleinkarierten Angeber in den
grossen bewachten Anlagen. Für Snob fand ich eine wunderschöne Erklärung:
Snob sei ursprünglich s. nob. geschrieben worden, als Abkürzung für „sine nobilitate“, lat.: ohne Adelstitel.

@profuuu
„Tschoen“ brauchen wir kaum. Mia versucht es mit: „E Guete“ und sehr oft: „Prost!“

@all
Ist eine erweiterte Zusammenstellung der Speisen Deutsch - Thai erwünscht?
Eventuell Deutsch, Englisch, Thai. Verwendbar als Spickzettel im Restaurant.
Beispiel:

Scharfe Garnelensuppe, Chili, Pilze, Ingwer, Zitronengras  - Tom Yam Goong
Gebratenes Huhn mit Cashew Nüssen, grünem Pfeffer - Gai Pad Med Mamuang



(1)
http://en.wikipedia.org/wiki/Third_eye
http://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Auge
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Snob


« Letzte Änderung: 20. Juli 2009, 16:39:20 von Low »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #425 am: 20. Juli 2009, 18:52:17 »



@all...Ist eine weitere Zusammenstellung der Speisen Deutsch - Thai erwünscht ?

@Low Ich meine, das ist eine gute Idee. Essen ist doch nun mal Topthema bei den
         Khon Thai. Du tust sicher "ein gutes Werk", nicht nur mich in dieser Hinsicht
         etwas sachkundiger zu machen.

         Wünsche allerseits eine gute Woche, kmr.
         
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rio0815

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #426 am: 20. Juli 2009, 19:22:06 »

Hallo Low,

habe in den letzten Wochen alle Beiträge hier im Thread (als Gast) gelesen,
und mich mal registriert, um ein DANKE loszuwerden.

Herrliche Ironie und Sarkasmus, grandios geschrieben!  :)

Mach bitte weiter so!

Gruß
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #427 am: 20. Juli 2009, 19:30:24 »

Lieber Rolf,

"Snob sei ursprünglich s. nob. geschrieben worden, als Abkürzung für „sine nobilitate“, lat.: ohne Adelstitel."


Du liegst da fast richtig.

"Snob" ist tatsächlich die Abkürzung für "sine nobilitate". Damit ist aber nicht gemeint, daß der Bezeichnete keinen Adelstitel hatte, sondern daß er keine edle Verhaltensweise erkennen ließ, daß er nicht wie ein Edelmann erzogen war und sich "daneben" benahm.

Wolfram
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Profuuu

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #428 am: 20. Juli 2009, 20:12:18 »

Hallo low,

mir liegt eigentlich laufend was auf dem Herzen, wenn ich deine Essays lese. Denn das sind deine Beitraege mittlerweile im besten Sinne des Wortes.

Was mir auf dem Herzen liegt, ist eigentlich ein staendiges Lob ob deiner Beobachtungsgabe, deinen entsprechenden Assoziation und Reflektionen ueber Gesehenes, Gehoertes und persoenlich Erlebtes.

Weniger die Diskussion ueber den Inhalt. Ich weiss auch nicht warum.  Ich nehme es einfach dankbar hin, wenn mal wieder ein Beitrag von dir erscheint und freue mich beim Lesen, schmunzel, manchmal sogar lachend, aber nie schadenfreudig, sondern eher mit einem "jo, ha ha" auf meiner Stirn geschrieben.   

Oberflaechlich gesehen koennte man meinen, du beschreibst nur. Natuerlich aus der Sicht eines Europaeers in Hinterindien. Gerade das macht ja die Sache interessant fuer uns. Ich komme aber mehr und mehr zu der Ueberzeugung, dass du gruendlich reflektierst, bevor du dich einem Thema widmest. Mal von deinen offensichtlich sicher interessanten Gespraechen mit deiner Holden in diesem Zusammenhang abgesehen.

Uebrigens, auch wir sagen nicht "tschoen" vor dem Essen zueinander, sondern lediglich, wenn uns die Hoeflichkeit als ersten Schritt zur Versoehnung wg. vorangegangenen Unstimmigkeiten uebermannt.  ;D Dann gehen wir respektvoll miteinander um. Das ist das Signal zur Glaettung der Situation. Demnaechst werde ich die Hofsprache lernen...   :D Das waere dann der Ueberdrueber, he he.

Lese gerade den ersten von drei Baenden "Falcon" von John Hoskin. "Falcon ist die englische Uebersetzung fuer den griechischen Namen "Gerakis".  Er ist der Mann, der unter Koenig Narai in Ayutthaya und Lopburi im 17. Jahrhundert aussergewoehnliche Privilegien und als Aulaender eine Machtposition besass, die gleich nach dem Koenig kam. Die historischen Fakten werden in diesem Roman sehr praezise mit einbezogen. Interessant ist die Psychologie der Menschen Siams jener Zeit. Erstaunlich, wie wenig sich eigentlich seitdem geaendert hat. Da halte ich es mit Ferdinand. Erst die historische Sicht erlaubt eine intelligente Betrachtung der Situation heute.

Ich wuensche mir und dir, dass du uns noch lange erhalten bleibst, uns weiter mit deinen Essays erfreust und vor allen Dingen dein Leben geniesst.



   
   
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namtok

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #429 am: 20. Juli 2009, 20:29:22 »

Hallo Low,

Zitat
Speziell Lanna Essen entwickelt für westliche Nasen manchmal unübliche Düfte und Aromen.

Da denke ich an Nam Pu.

Diese Pampe aus gestampften Reisfeldkrebsen ist weit weniger bekannt als der Pla Raa - Stinkefisch und stinkt auch nicht so da abgekocht und daher hygienischer, schmeckt aber fast genauso  >: ...

Khao Soi    :P statt Nudelsuppe jederzeit, exzellentes Lannafood auch ohne solche Geschmacksverstärker bringt meine Schwiegermama auf den Tisch:

Neben Nam Prik Ong und Gaeng Hanglay auch  gerne  Gaeng khanun   :P  aus junger Jackfruit  8)

Zitat
Man versucht ihr wieder einmal,
wie alle Jahre wieder, ihren Grundbesitz um 150 ha zu verkleinern.

Von meiner besseren Hälfte an Deine   das Angebot  ;) , ihren Grundbesitz um einen knappen Hektar ( 6 Rai) zu vergrössern, natürlich nur gegen entsprechende finanzielle Zuwendung  ;D ...

Das Grundstück  genau 1 km von der neugeteerten Cholaprathan Road entfernt zwischen Hangdong und Sanpatong ist für uns etwas weit vom Schuss  :-X, und jetzt im DACH- Land   erst recht...
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #430 am: 20. Juli 2009, 21:45:55 »

@rio0815,

"habe in den letzten Wochen alle Beiträge hier im Thread (als Gast) gelesen,
und mich mal registriert, um ein DANKE loszuwerden."

Lieber Rio 0815,

das ist sicher einer der edelsten Gründe, sich in unserem schönen Forum registrieren zu lassen!
Sei also herzlichst willkommen.

In der Tat hat unser Forumsphilosoph mit seinen wunderbaren Geschichten in kurzer Zeit  fast alle anderen Threads hinter sich gelassen, wenn es um die Anzahl seiner begeisterten Leser geht.
Ich schließe mich da ganz dem Profuuu an, ein neuer Beitrag von Rolf is brightening up my day.
Du bist also ein hochwillkommenes Opfer in der Reihe der "Low-Süchtigen".
Viel Freude  am Mitlesen und Mitschreiben in unserem Forum.

Wolfram
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Blackmicha

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #431 am: 20. Juli 2009, 22:24:03 »

hier gibts ein grosses Angebot an Stinke Fisch :  Thalat Thai Rangsit







alle Geschmacksrichtungen vertreten  :D ;D

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Essen und Beischlaf sind die großen Begierden des Mannes

Konfuzius - oder so

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Sarkasmus und Snob
« Antwort #432 am: 20. Juli 2009, 22:54:28 »

@rio0815

Es freut mich, dass du meine Ironie und den Sarkasmus magst.
Vor etwa vierzig Jahren kannte ich eine hübsche Fee, die leider an meinen Gedanken verzweifelte.
Danke für den Dank.

@ drwkempf
Hallelujah, ich bin ein Snob!
Der Titel ist mir bedeutend lieber, als  Scheinheiliger ohne Scheinheiligenschein.
Ich bin kein Schwarzfahrer ohne Sicherheitsgurten mehr.

@Blackmicha
Danke.
Kannst du bitte die Geschmacksnoten nachliefern?

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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #433 am: 20. Juli 2009, 23:10:58 »

Lieber Rolf,

meine Antwort auf

"hurra, ich bin ein Snob!"

lautet

Quod esset demonstrandum  (Was noch zu beweisen wäre!)

Humor und bisweilen Sarkasmus verbunden mit einem stets wachen Adlerauge für alles um Dich herum erkenne ich wohl. Snobismus??? - da muß ich noch mal alles ganz aufmerksam von vorne l(n)achlesen (seufffffzzzz)!
Wolfram
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Der Schlüssel zum Paradies
« Antwort #434 am: 21. Juli 2009, 14:52:05 »

Der Schlüssel zum Paradies

Hallo low,

mir liegt eigentlich laufend was auf dem Herzen, wenn ich deine Essays lese. Denn das sind deine Beitraege mittlerweile im besten Sinne des Wortes.

Was mir auf dem Herzen liegt, ist eigentlich ein staendiges Lob ob deiner Beobachtungsgabe, deinen entsprechenden Assoziation und Reflektionen ueber Gesehenes, Gehoertes und persoenlich Erlebtes.

Weniger die Diskussion ueber den Inhalt. Ich weiss auch nicht warum.  Ich nehme es einfach dankbar hin, wenn mal wieder ein Beitrag von dir erscheint und freue mich beim Lesen, schmunzel, manchmal sogar lachend, aber nie schadenfreudig, sondern eher mit einem "jo, ha ha" auf meiner Stirn geschrieben.   

Oberflaechlich gesehen koennte man meinen, du beschreibst nur. Natuerlich aus der Sicht eines Europaeers in Hinterindien. Gerade das macht ja die Sache interessant fuer uns. Ich komme aber mehr und mehr zu der Ueberzeugung, dass du gruendlich reflektierst, bevor du dich einem Thema widmest. Mal von deinen offensichtlich sicher interessanten Gespraechen mit deiner Holden in diesem Zusammenhang abgesehen.

Uebrigens, auch wir sagen nicht "tschoen" vor dem Essen zueinander, sondern lediglich, wenn uns die Hoeflichkeit als ersten Schritt zur Versoehnung wg. vorangegangenen Unstimmigkeiten uebermannt.  ;D Dann gehen wir respektvoll miteinander um. Das ist das Signal zur Glaettung der Situation. Demnaechst werde ich die Hofsprache lernen...   :D Das waere dann der Ueberdrueber, he he.

Lese gerade den ersten von drei Baenden "Falcon" von John Hoskin. "Falcon ist die englische Uebersetzung fuer den griechischen Namen "Gerakis".  Er ist der Mann, der unter Koenig Narai in Ayutthaya und Lopburi im 17. Jahrhundert aussergewoehnliche Privilegien und als Aulaender eine Machtposition besass, die gleich nach dem Koenig kam. Die historischen Fakten werden in diesem Roman sehr praezise mit einbezogen. Interessant ist die Psychologie der Menschen Siams jener Zeit. Erstaunlich, wie wenig sich eigentlich seitdem geaendert hat. Da halte ich es mit Ferdinand. Erst die historische Sicht erlaubt eine intelligente Betrachtung der Situation heute.

Ich wuensche mir und dir, dass du uns noch lange erhalten bleibst, uns weiter mit deinen Essays erfreust und vor allen Dingen dein Leben geniesst.

   

Danke Profuuu. Lobe mich nicht zu früh. Daraus könnten Hochmut und Einbildung entstehen.

Essays: Meine Vorbilder G. Benn, H. Böll, A. Camus, F. Dürrenmatt, U. Eco, H.M. Enzensberger, J. Gotthelf, Homer,
R. Katz, N. Kazantzakis, die verschiedenen Manns, Nietzsche und Orwell, F. Schiller, U. Sinclair, K. Tucholsky,
M. Walser und andere, hinterliessen sicher ihre unvergesslichen Spuren auf meiner Festplatte. Einige Inhalte waren
von Viren verseucht, die noch immer meine Denkmaschine beeinflussen. Dank Buddha habe ich keine Bibliothek mehr,
nur noch Fragmente, aber ein beinahe zufriedenstellendes Erinnerungsvermögen. Im Zweifelsfall hilft Google.

Die oft einfachen Geschichtchen sind Produkte stundenlanger Überlegungen, harter Wortklaubereien, manchmal
gesundheitsbedingt schlafloser Nächte, mit Gekicher meinerseits, wenn sich unverhofft eine Sternschnuppe
in den Hirnwindungen zeigt. Aber ich habe ungeheuren Spass daran, weil es offenbar Menschen gibt,
welche sich die Zeit zum Lesen, Überlegen, Reflektieren (2) und Geniessen gönnen.

Ich bin behindert, ähnlich oder mehr als seinerzeit Henri de Toulouse Lautrec. (3) Die Liebe zum Detail machte ihn
zum Schöpfer und Vater der Farblithographie. Wenn ich nur einige wenige literarische Farbtupfer im Bereich
Hinterindien hinterlassen kann, sind meine Aussagen mehr als gelungen.

Essay  (1)  Wiki:
„Die essayistische Methode ist eine experimentelle Art, sich dem Gegenstand der Überlegungen zu nähern und
ihn aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Das Wichtigste ist jedoch nicht der Gegenstand der Überlegungen,
sondern das Entwickeln der Gedanken vor den Augen des Lesers.
Viele Essays zeichnen sich aus durch eine gewisse Leichtigkeit, stilistische Ausgefeiltheit, Verständlichkeit und einen
nicht zu unterschätzenden Witz. Jeder neue Begriff wird eingeführt und vorgestellt. Handlungen werden chronologisch
erzählt und Zitate deutlich gekennzeichnet; meist ist es aber befreit von vielen Zitaten, Fussnoten und Randbemerkungen.
Zuweilen ist es auch schlicht eine stilisierte, ästhetisierte Plauderei.“
(@ hmh, zu viele Fußnoten und Querverweise. Ich will mich bessern, mehr feilen und weniger plaudern.)

Dies entspricht meinen beruflichen Überlegungen der letzten vierzig Jahre, die sich oft in einfache Formeln umsetzen liessen.
Einer meiner grössten, leider verstorbenen Lehrer, W. A. Hopper, Tulsa, Oklahoma, pflegte zu sagen:
„You can’t cheat (fool) mother nature.“
Ich versuchte oft, rein wissenschaftlich, über der Sache zu stehen. Aber meine Füsse waren stets festgemauert in der Erden. (4)
Oh, Hosianna, (5) wenn es nur Erde wäre. Ist aber es nicht. Ich bin gefesselt durch den Schlamm sich zersetzender,
oft stinkender Exkremente von Fast Food und Technologie. Vergass ich die Politik?

Ich bedanke mich für die guten Wünsche über das Erhaltenbleiben. Beim Geniessen musste ich in den letzten Wochen
schwerste Einschränkungen hinnehmen oder das letzte aller Abenteuer wäre programmiert gewesen. Noch habe ich
meine ungelösten Probleme damit.
Ohne Dicks Zuneigung und Unterstützung hätte ich längst aufgegeben. Eigentlich sind es jetzt Dicks Geschichten aus Hinterindien.
Leider ist sie zur Zeit abwesend. Ihre Transpiration, (6) oh nein, ihre Inspiration. fehlt mir!

Tschoen.
Ich denke, der respektvolle Umgang mit allem, ist der Schlüssel zum Paradies.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Essay
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Reflexion_(Philosophie)
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Henri_de_Toulouse-Lautrec
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Lied_von_der_Glocke
(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hosianna
(6)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwitzen

« Letzte Änderung: 21. Juli 2009, 14:55:26 von Low »
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