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Autor Thema: Fluorchinolone: Gefährliche Antibiotika - Warnung an Ärzte!  (Gelesen 723 mal)

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Expat Charly

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Hochrechnung für 2018: Millionen Versicherte bekamen bedenkliche Antibiotika
www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/antibiotika-fluorchinolone-werden-trotz-nebenwirkungen-haeufig-verschrieben-a-1269866.html
 
Fluorchinolone: Gefährliche Antibiotika
www.mdr.de/hauptsache-gesund/hg-antibiotika-100.html

Fluorchinolon-Antibiotika: Warnung an Ärzte
www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/So-gefaehrlich-sind-fluorchinolon-Antibiotika,antibiotika534.html

Fluorchinolone: Der ärztliche Leichtsinn
http://news.doccheck.com/de/230137/fluorchinolone-der-aerztliche-leichtsinn
Man sollte unbedingt den Leser-Kommentar #24 vom 11.2.2019 von der Patientin uschi Novotny lesen: "Bitte an alle Ärzte..."

Auf die TV-Beiträge von "Hauptsache gesund"/MDR und "Visite"/NDR habe ich im Tip-Forum schon zweimal verwiesen!
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crazygreg44

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Re: Fluorchinolone: Gefährliche Antibiotika - Warnung an Ärzte!
« Antwort #1 am: 31. Mai 2019, 14:56:02 »

Hochrechnung für 2018: Millionen Versicherte bekamen bedenkliche Antibiotika
www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/antibiotika-fluorchinolone-werden-trotz-nebenwirkungen-haeufig-verschrieben-a-1269866.html
 
Fluorchinolone: Gefährliche Antibiotika
www.mdr.de/hauptsache-gesund/hg-antibiotika-100.html

Fluorchinolon-Antibiotika: Warnung an Ärzte
www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/So-gefaehrlich-sind-fluorchinolon-Antibiotika,antibiotika534.html

Fluorchinolone: Der ärztliche Leichtsinn
http://news.doccheck.com/de/230137/fluorchinolone-der-aerztliche-leichtsinn
Man sollte unbedingt den Leser-Kommentar #24 vom 11.2.2019 von der Patientin uschi Novotny lesen: "Bitte an alle Ärzte..."

Auf die TV-Beiträge von "Hauptsache gesund"/MDR und "Visite"/NDR habe ich im Tip-Forum schon zweimal verwiesen!

Es wäre mal interessant zu wissen, wie der Umgang der thailändischen Ärzte und Apotheker mit diesen Antibiotika ist.

Wir wissen ja, dass in Thailand für jedes kleine Weh-Wehchen von den Medizinern gleich Antibiotika mit der Giesskanne verteilt werden . . . . . . . ich bezweifle mal, dass derartige Informationen bis zu diesen Ärzten durchdringen . . .
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Expat Charly

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Re: Fluorchinolone: Gefährliche Antibiotika - Warnung an Ärzte!
« Antwort #2 am: 01. Juni 2019, 00:23:13 »

Inzwischen stellte ich fest, dass mir im Titel ein Fehler unterlief: "Anibiotika" statt korrekt "Antibiotika"
Vielleicht kann dies die Forenleitung entsprechend korrigieren!

05.05.2017: AOK-Institut kritisiert Verordnungsraten von Fluorchinolonen
- www.aerzteblatt.de/nachrichten/74550 -

23.05.2019: Hochrechnung: Fluorchinolone verursachen mehr Nebenwirkungen und mehr Todesfälle
- www.aerzteblatt.de/nachrichten/103356 -
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Expat Charly

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Re: Fluorchinolone: Gefährliche Antibiotika - Warnung an Ärzte!
« Antwort #3 am: 01. Juni 2019, 03:27:36 »

                  !!! Zuerst danke ich der Forenleitung für die zwischenzeitlich erfolgte Korrektur des Titels !!!

Bekanntlich erhält man in Thailand die Antibiotika und andere Arzneimittel ohne Rezept und zumeist auch ohne Beipackzettel. Ferner werden auch die Generika (Arzneimittel ohne Patentschutz) in Thailand im Gegensatz zu Deutschland unter einer Markenbezeichnung vertrieben. Diese Marke ist groß gedruckt, und der Wirkstoff in kleineren Buchstaben auf der Packung. Manchmal ist es deswegen schwierig, den Namen des Wirkstoffs korrekt zu lesen.

Erstaunlicherweise gibt es in Thailand mehr Anbieter von Fluorchinolonen als in Deutschland - 129 gegenüber 97. Deshalb ist hier die Gefahr groeßer, eines dieser Medikamente verordnet zu bekommen.

Anbieter von Fluorchinolonen laut Mims, Thailand, bzw. Arzneiverordnungs-Report 2017
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Ciprofloxacin       42 Anbieter in Thailand              19 Anbieter in Deutschland
Norfloxacin         42                                              9
Ofloxacin            25                                             29
Levofloxacin        15                                             22
Moxifloxacin          5                                             18

Die Generika werden fast ausschließlich in Indien und teilweise in China hergestellt - auch wenn auf der Packung der Name einer thailändischen Vertriebsfirma vermerkt ist.

Ein Bekannter erhielt in einem thailändischen Privat-Krankenhaus das Original-Medikament "Cravit" (Levofloxacin) von Daichi Sankyo. In Privat-Krankenhäusern werden meistens Original-Wirkstoffe zu hoeheren Preisen verabreicht. Dagegen sind die generischen Antibiotika sehr preisguenstig.

--- Einzelheiten zu den Wirkstoffen bzw. Marken siehe www.mims.com/thailand ---
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Expat Charly

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Re: Fluorchinolone: Gefährliche Antibiotika - Warnung an Ärzte!
« Antwort #4 am: 02. Juni 2019, 00:46:01 »

Inzwischen erschienen die Warnungen vor den gefährlichen Fluorchinolonen auch in weiteren Zeitungen:

Süddeutsche Zeitung: "Gefährliche Antibiotika werden weiter oft verschrieben".
DIE ZEIT: "Gefährliche Antibiotika werden weiter oft verschrieben".
 
Der folgende schockierende Leser-Kommentar #26 von Kazia in der ZEIT zum Thema Fluorchinolone fiel mir besonders auf:
"Mein Vater wurde vor einigen Wochen einer HNO-Praxis verwiesen, weil er es gewagt hatte, Bedenken bezüglich der Verordnung von Ciprofloxacin anzumelden. Der Arzt bekam einen Wutanfall, poebelte etwas von wegen keinen Respekt vor dem Arzt und meinte schlussendlich, für Menschen, die ihre Pseudoweisheiten aus dem Internet haben, hätte er keine Zeit, und mein Vater moege bitte gehen."

Dass die Verordnung des HNO-Arztes nicht der ersten Wahl eines Antibiotikums entspricht, sollte er unbedigt wissen, nachdem in den vergangenen drei Jahren in verschiedenen Medien mehrfach kritisch über die Fluorchinolone berichtet wurde. Im uebrigen stellt sich die Frage, ob überhaupt ein solch gefährliches Antibiotikum zwingend erforderlich war bzw. ist.

Medizin-Report: Klug entscheiden in der Infektiologie
- www.aerzteblatt.de/archiv/175621 -

"Die Antibiotika-Therapie bei akuten oberen Atemwegsinfektionen hat bei dieser überwiegend viral bedingten Erkrankung keinen Nutzen."

Wann helfen Antibiotika wirklich - Antibiotika: Das Edel-Placebo der Ärzte (Beitrag des TV-Magazins VISITE)
www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Wann-helfen-Antibiotika-wirklich,antibiotika287.html

- Chinolone: FDA nennt Alternativen -
www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=65470

Antibiotika-Therapie bei Sinusitis und Bronchitis - wenn überhaupt Antibiotika erforderlich sind - sollte mit dem Wirkstoff Amoxicillin, gegebenenfalls plus Clavulansäure (Kombinationspräparat von Novartis ist in Thailand erhältlich) erfolgen.

!!! Die aktuellen Empfehlungen zur Therapie einer akuten Harnwegsinfektion gebe ich in Kürze bekannt. Unbedingt kein Ciprofloxacin!!!
« Letzte Änderung: 02. Juni 2019, 00:58:56 von Expat Charly »
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Expat Charly

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Re: Fluorchinolone: Gefährliche Antibiotika - Warnung an Ärzte!
« Antwort #5 am: 03. Juni 2019, 00:25:59 »

- Prostatabiopsie: Was viele Ärzte falsch machen -
http://news.doccheck.com/de/176110/prostatabiopsie-was-viele-aerzte-falsch-machen

!!! Die aktuellen Empfehlungen zur Therapie einer akuten Harnwegsinfektion werden in Kürze folgen. !!!
« Letzte Änderung: 03. Juni 2019, 00:37:37 von Expat Charly »
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Expat Charly

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Re: Fluorchinolone: Gefährliche Antibiotika - Warnung an Ärzte!
« Antwort #6 am: 04. Juni 2019, 01:49:05 »

Neueste Empfehlungen für die Therapie einer Harnwegsinfektion ("Zystitis")

Am 15.12.2017 wurde im Deutschen Ärzteblatt (www.aerzteblatt.de) die neue Klinische Leitlinie für die "ambulant erworbene Harnwegsinfektion" bzw. "unkomplizierte, bakterielle, ambulant erworbene Harnwegsinfektion" vorgestellt - mit folgenden Empfehlungen:

"Für die Therapie der Zystitis sind Fosfomycin-Trometamol, Nitrofurantoin, Nitroxolin, Pivmecillinam oder Trimethoprim gleichwertig zu empfehlen."

"Fluorchinolone und Cephalosporine werden nicht empfohlen."

"Leidet der Patient jedoch bei einer unkomplizierten Harnwegsinfektion nur an leichten bis mittelschweren Beschwerden, empfiehlt die Leitlinie eine symptomatische Therapie mit Ibuprofen alternativ zu Antibiotikum."

"Bei unkomplizierter Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) mit leichten moderaten Verlaufsformen sollen Cefpodoxim, Ceftibuten, Ciprofloxacin oder Levofloxacin als orale Antibiotika eingesezt werden."

- www.aerzteblatt.de/nachrichten/87068 -
- www.aerzteblatt.de/archiv/195299 -

Warum hat dann der Experte Dr. Stefan Hagel in dem MDR-Chat "Hauptsache gesund" am 28.11.2018 die Patientin Lella nicht auf diese Leitlinie und die 5 empfohlenen Wirkstoffe hingewiesen, statt zu sagen: "Fragen Sie Ihren Arzt nach Alternativen..."
Mit dem Hinweis auf die aktuelle Leitlinie kann die Patientin gegenüber ihrem Arzt wirkungsvoller auftreten als mit der Frage nach Alternativen.

Im übrigen nennt Dr. Hagel nur 3 Wirkstoffe der aktuellen Leitlinie, und das von ihm vorgeschlagene Medikament "Cotrim" (Kombination der Wirkstoffe Sulfamethoxal und Trimethoprim) ist in der Leitlinie gar nicht aufgeführt.
              - www.mdr.de/hauptsache-gesund/hg-antibiotika-100.html -

Außerdem ist die Rate der Nebenwirkungen "Entzündung und Ruptur der Achillessehne" bei den verschiedenen Fluorchinolonen unterschiedlich hoch, siehe: "Fluorchinolone: Entzündungen und Rupturen der Achillessehne"
             - www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/AVP/Langfassungen/Fluorchinolone.pdf -
« Letzte Änderung: 04. Juni 2019, 02:12:50 von Expat Charly »
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