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Autor Thema: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?  (Gelesen 50169 mal)

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Waitong

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #15 am: 21. April 2009, 15:37:44 »

Buci meint: Auf ihre Art sind die Menschen glücklich.

Kann man die Art näher beschreiben... was empfinden diese Menschen als Glück...?
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Buci

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #16 am: 21. April 2009, 16:54:17 »

Buci meint: Auf ihre Art sind die Menschen glücklich.

Kann man die Art näher beschreiben... was empfinden diese Menschen als Glück...?


Das Gleich wie die anderen Menschen auf der Erde auch. Nur, vielleicht auf einem anderen Niveau. Z.B: Der Junge vom Isan Dorf wünscht sich ein Motobike. Der selbe Junge in Europa schon eher ein Auto.
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Manfred

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #17 am: 21. April 2009, 17:06:54 »

Die Menschen aus dem Isaan wuenschen sich doch recht viele Farangs, so sprudelt das Geld auch ohne Arbeit, zumindest bei sehr vielen. Ich habe es selbst erlebt, ich habe am Hausbau mitgearbeitet, der Bruder der Frau hat sich lieber voll
 laufen lassen, doch dann war Schluss

Den Menschen ist doch sehr wohl, wie sie leben, einen Eingriff waere sehr falsch, dann denken sie weiter In Europa waechst das Geld auf den Baeumen --C ??? :D :D
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Moesi

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #18 am: 22. April 2009, 02:46:04 »

Buci meint: Auf ihre Art sind die Menschen glücklich.
Kann man die Art näher beschreiben... was empfinden diese Menschen als Glück...?

Das kann ich nur unterstreichen!


Ich hab dort in den letzten paar Jahren einige Urlaube bei Bekannten verbracht, deren Hütten keinen zementierten Boden hatten. Von Fenstern und Türen oder fliessendem Wasser ganz zu schweigen. Oft habe ich in diesen Hütten Tage und Wochenlang gelebt (und sehr genossen!).
Die meisten Menschen dort sind tatsächlich recht glücklich. Abends sitzt die ganze Familie inklusive Grosseltern und Enkeln zusammen singt und klatscht mit der Musik. Selten habe ich schöneres und anhaltenderes Lächeln erlebt. Ein wenig Geld in die Hand für ein "Isaan-Barbeque" mit Fleisch und ein paar Bierchen (aber nicht zuviele) oder im Winter eine warme Bettdecke und ein warmer Pullover und die Welt ist wieder vollkommen in Ordnung im Isaan: Heute ist ein guter Tag. Die Probleme von Morgen interessieren niemanden. Die Welt dort ist dreckig und hart. Aber die Leute lächeln!


Ist der Mösi wieder zu naiv? Liegts an der rosa Brille?
Nein! Ich geniesse solche Art Urlaube als gesunden Kontrast zu meiner Welt. Ich komme aus einer reichen Familie aus Liechtenstein, einem der reichsten Länder der Erde. Bei uns ist alles perfekt: Es herrscht Wohlstand pur. Nirgends auf der Welt gibt es eine so hohe Konzentration an "Supersportwagen, Harleys und Edellimousinen.  Die Natur ist extrem sauber. Aus den meisten Bächen und Flüssen kann man (wieder) trinken. Müll findet man nur in der Mülltonne. Kaum ein Haus ist baufällig. Die Politik ist ist friedlich, die Polizei ist nett und die Infrastruktur könnte nicht perfekter sein.
Nach unseren Masstäben habe ich allen Grund zum glücklich sein!

Aber:
Lächeln tun die Leute in diesem Wohlstandsland fast nur noch wenn sie besoffen sind, oder wenn sie Grund zur Schadenfreude haben. Einige Dörfer in meiner Region treten sich gegenseitig immer wieder den traurigen Rang ab, wenn es weltweit um die höchste Selbstmordquote geht. In meinem Dorf und im Nachbardorf starben ganze Cliquen an Heroin oder den Folgen (HIV...). Kaum Einer, der nicht Anti-Depressiva nimmt oder sich mehr oder weniger dem "Alkowohl" oder einem anderen Glücklichmacher zuwendet.

Warum?
Unser Verständniss von dem, was man "braucht" ist irgendwo vollkommen am Leben vorbei gegangen! "Schaffa, schaffa, Hüüsle Baua" (Arbeiten, Arbeiten, Häuschen bauen) lautet die Devise! Vati geht arbeiten. Damit es für das schöne Häuschen mit Pool, den dicken Audi und die drei Urlaube im Jahr reicht, geht auch Mutti nen Job suchen. Weil man die Alten als "störend" empfand und ins Altersheim ausgelagert hat, wachsen die Kinder alleine vor der Glotze auf, wo sie von so feinfühligen Ersatzvätern wie Clint Eastwood und Silvester Stalone aufgezogen werden und von denen genau die richtige "Moral" für unsere Welt lernen.
Genug Geld gibts gar nicht: Erstens zeigt uns die Werbung jeden Tag, was wir alles noch für unser Glück "brauchen". Und zweitens könnte ja jeden Tag eine Katastrophe passieren. Von der Altersvorsorge und der Hypothek mal ganz zu schweigen. Schaffa, schaffa , schaffa.... Das "Leben" wird dabei ganz vergessen. Auch das Leben der Kinder, die sich vor lauter Leistungsdruck kaum noch aus dem Haus trauen.


Wie den Leuten im  Isaan helfen?
Sicher nicht, indem man ihnen unsere "Masstäbe" von Glück und Ordnung aufzwingen will!!
Wenn man den Leuten im Isaan wirklich helfen will, dann sollte man aufhören, in ihnen Bedürfnisse und Ideale zu wecken, die sie weder brauchen, noch jemals bezahlen können!
Ich meine damit die tägliche TV-Gehirnwäsche mit TV-Soaps von reichen Thais mit gebleicher Haut und operierter Nase, die in Villen nach Amerikanischem Vorbild hausen und die Werbeblöcke, wo inzwischen jeder Thai gemerkt hat, dass sein zweijähriges Mofa nicht mehr das erstrebenswerte "New Model" ist. Ganz zu schweigen von den Brutalo-Filmen, wo schon am frühen Nachmittag Mord und Totschlag herrscht.
Dazu gibts auch immer mehr reiche Farangs oder Thais mit Farangs, die der ganzen Nachbarschaft immer wieder zeigen, was ihnen alles noch zum Glück "fehlt".

Eines der grössten Probleme aber sind die unzähligen Pattaya- (etc..) RückkehrerInnen, die von früher Jugend an jahrelang den "guten" Farangs zu Diensten waren und Geld damit verdient haben, sich alkoholische Getränke bezahlen zu lassen. Nun sind sie zu wenig schön für die nach Frischfleisch lechzenden "Geber" und kehren wie weggeworfenes Vieh mehr oder weniger alkoholsüchtig in ihre Dörfer zurück. Solche Frauen und Männer machten in meiner Umgebung die grössten Probleme. Nach vielen Jahren hinter der Theke und jeder Nacht in einem anderen Bett, sind diese ehemaligen Schönheiten tatsächlich für nichts mehr zu Gebrauchen. Sie machen ganze Familien kaputt. Sie zwingen ihren Nachwuchs dazu, ihnen das nötige Geld für den Whiskey zu liefern. Egal wie. Und wer den Isaan kennt, weiss, dass es dort (fast) nichts wichtigeres gibt, als das was "Mama" will...

Anders als hier immer wieder dargestellt wird, sind die Probleme im Isaan nach meiner Meinung nicht auf die immer wieder erwähnte "Dummheit" und "Faulheit jenes armen Volkes zurückzuführen. Nein. Die Probleme, die die haben, haben zu einem guten Teil WIR ihnen gebracht. Wir haben dazu beigetragen, dass viele von ihnen die wahren Werte des Lebens verloren haben. Und wir sind die letzen, die ihnen  sagen sollten, was sie wirklich brauchen - oder gar mit dem Finger auf sie zeigen sollten...

Gruss, Stefan
« Letzte Änderung: 22. April 2009, 03:00:47 von Moesi »
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Buci

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #19 am: 22. April 2009, 17:22:05 »

Abends sitzt die ganze Familie inklusive Grosseltern und Enkeln zusammen singt und klatscht mit der Musik. Selten habe ich schöneres und anhaltenderes Lächeln erlebt.

Das schweisst zusammen! Gutes Posting.  :)

Noch etwas Wichtiges hast du aber vergessen. Nicht nur die Medien können eine Gesellschaft verändern und durcheinander bringen. Kirchen mit ihrer Missionsarbeit auch. Bis hin zu Stammesfehden oder Kriegen. Dafür sind gerade weniger weit entwickelte Menschen sehr anfällig. Das wissen Missionare natürlich auch und sind deshalb immer die Ersten vor Ort mit ihrer gar nicht so selbstlosen "Hilfe."   >:
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Moesi

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #20 am: 22. April 2009, 21:31:45 »

Noch etwas Wichtiges hast du aber vergessen. Nicht nur die Medien können eine Gesellschaft verändern und durcheinander bringen. Kirchen mit ihrer Missionsarbeit auch.

Kirchen und Missionen habe ich dort bisher nicht mitgekriegt. Kann mir höchstens vorstellen, dass die Amerikansichen Truppen dort im Vietnamkrieg viel "missioniert" haben (Udon war eine grosse Airbase, genau wie Utapao bei Pattaya).
Hinweise für Stammesfeden gibts aber: In einem Dorf sperren die Nachts die Zufartstrasse mit einer Barriere. Auf meine Frage nach dem warum sagen die Leue "weil in der Nacht schlechte Leute kommen".
Einmal habe ich eine Schlacht zwischen diesem und dem auf der anderen Seit der Barrieren liegenden Dorf erlebt. Das war wirklich schrecklich. Dabei gab es Verletzte...vielleicht auch Tote.

Gruss, Stefan
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Buci

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #21 am: 22. April 2009, 22:06:26 »

Kirchen und Missionen habe ich dort bisher nicht mitgekriegt.

Hast du aber sicher schon gesehen aber nix gecheckt. Kein wunder bei deinen Missioniervorstellungen.    :D
Heute wird eben nicht mehr mit dem Zweihänder in den Fäusten missioniert. Vielmehr werden sog. Bildungsstätten oder Schulen installiert. Natürlich wird denn da so ganz nebenbei auch noch der "richtige" Glaube "vermittelt."

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Ferdinand

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #22 am: 22. April 2009, 22:11:45 »

Zitat
Einige Dörfer in meiner Region treten sich gegenseitig immer wieder den traurigen Rang ab, wenn es weltweit um die höchste Selbstmordquote geht. In meinem Dorf und im Nachbardorf starben ganze Cliquen an Heroin oder den Folgen (HIV...). Kaum Einer, der nicht Anti-Depressiva nimmt oder sich mehr oder weniger dem "Alkowohl" oder einem anderen Glücklichmacher zuwendet.

Zitat
Nein. Die Probleme, die die haben, haben zu einem guten Teil WIR ihnen gebracht.

Moesi, der Zivilisationsflüchtling der das Paradies bei den edlen Wilden sucht. Das erinnert mich an Jean-Jacques Rousseau und Paul Gaugin.

„Die glücklichen Bewohner eines unbeachteten Paradieses ... kennen vom Leben nichts anderes als seine Süße. Für sie heißt Leben Singen und Lieben“
  :D

Und ich dachte in Liechtenstein sind alle viel glücklicher und freundlicher als bei den hässlichen BRD-Deutschen!?  :D

Es dürfte wohl wenig überraschen dass ich Moesis Sichtweise in dieser Form nicht teile.  :P 

Gruß
Ferdinand



Ediert: Ein Wort entfernt.


« Letzte Änderung: 23. April 2009, 06:47:26 von hmh. »
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Moesi

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #23 am: 23. April 2009, 01:13:38 »

Es dürfte wohl wenig überraschen dass ich Moesis Sichtweise in dieser Form nicht teile.  :P 
Na dann bin ich aber froh   ;)

Es tut mir aufrichtig leid, dass Du Deine eigenen [Ediert] immer nur in mir zu erkennen glaubst. Ich wünsch Dir darum von ganzem Herzen, dass Du einmal das Leben auch so geniessen kannst wie ich das seit einiger Zeit, nicht zuletzt dank einigen Freunden aus dem Isaan tue.

[Ediert] Entspanntes Lächeln dagegen ist nachweisbar gut für die Gesundheit. Denk mal darüber nach.

Gruss, Stefan



Moesi, vermutete körperliche oder psychische persönliche Defizite oder Gebrechen bei Ferdinand wollen wir hier nun wirklich nicht auch noch debattieren... (Die Ursache für Deinen entsprechenden Beitrag habe ich bei Ferdinand auch entfernt.)

MfG hmh.
« Letzte Änderung: 23. April 2009, 06:51:22 von hmh. »
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Eric

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #24 am: 23. April 2009, 09:14:49 »

nicht zuletzt dank einigen Freunden aus dem Isaan tue.

Mich würde doch sehr interessieren, worauf deine Überzeugung beruht, dass diese Leute dich als Freund im westlichen Sinn betrachten? (Also nicht nur in guten Zeiten, sondern auch wenn Du mal wirkliche Hilfe brauchen solltest. Wie Du dies von westlichen guten Freunden erwarten darfst - glaubst Du, die Isaanesen wären für Dich da - wenn ja wie kommst Du darauf?)

Interessiert mich wirklich... :-)
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Moesi

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #25 am: 23. April 2009, 15:00:05 »


@ hmh
Zum Edit in meinem obigen Post: Danke! Fair editiert!


nicht zuletzt dank einigen Freunden aus dem Isaan tue.

Mich würde doch sehr interessieren, worauf deine Überzeugung beruht, dass diese Leute dich als Freund im westlichen Sinn betrachten? (Also nicht nur in guten Zeiten, sondern auch wenn Du mal wirkliche Hilfe brauchen solltest. Wie Du dies von westlichen guten Freunden erwarten darfst - glaubst Du, die Isaanesen wären für Dich da - wenn ja wie kommst Du darauf?)

Interessiert mich wirklich... :-)

Die Frage ist natürlich berechtigt. Aber sie stellt sich nicht nur im Isaan. Mit schlechten Freunden, musst Du in jedem Land rechnen. Ich meine damit Freunde, die nur so lange Deine Freunde sind, solange sie in irgend einer Weise von Dir profitiern. Und solche gibts auch im "Westen" mehr als genug.

Ich bin hier weder verliebt, noch verlobt, noch verheiratet. Hab hier einfach vor ein paar Jahren in einer sehr verfahrenen Lebensituation durch Zufall ein paar Familien kennengelernt, die mich mit Ihrer Art Probleme zu überwinden, wieder voll auf die Beine gestellt haben. Hätten die das nicht getan, würde es mich heute vermutlich nicht mehr geben. Das alleine schon, kannst Du nicht mit Geld aufwiegen.
Dass die das nicht nur aus reiner Menschenliebe getan haben ist mir schon klar. Aber ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass so mancher "normale" Pattaya Tourist mehr Geld an der Theke ausgibt, als mich diese Menschen kosten.

Was das mit dem eigentlichen Thema zu tun hat?
Ich war früher viel zu sehr auf die Probleme von "Morgen"fixiert. Damit habe ich in unserer westlichen Leistungsgesellschaft perfekt funktioniert. Hab mich aber wortwörtlich kaputt gearbeitet.
Die Leute im Isaan leben im krassen Gegensatz dazu: Sie Leben vor allem "Heute" und versuchen jeden einzelnen Tag zu geniessen. An Morgen denken sie nicht.
Ich versuche hier den gesunden Mittelweg zu finden. Und das tut mir gut. Ich erkenne das daran, dass ich wieder herzhaft Lachen kann, ohne dass ich mich besaufen muss.

Die Art, wie die Leute im Isaan mit ihrem Leben umgehen ist nicht so schlecht, wie es hier immer dargestellt wird. Ich glaube nicht, dass wir ihnen damit helfen, wenn wir ihnen unseren Weg aufzwingen.
Sie wurden innert wenigen Jahren praktisch von der Steinzeit in unsere moderne Konsumgesellschaft katapultiert. Bis vor kurzem konnten sie tatsächlich noch von der "Hand in den Mund" leben. Ihre Arbeitszeiten wurden nicht von der Stempeluhr diktiert, sondern fast ausschliesslich vom Wetter und vom Hunger. Heute brauchen sie plötzlich für alles, was sie "brauchen" Geld. Viel Geld. Aber gut bezahlte Jobs sind im Isaan rar. Und die Art von "Arbeit", die sie in Pattaya (etc.) lernten, hilft auch nur für kurzfristien "Reichtum". Denn das Sparen haben sie nie gelernt.
Aus diesen Problemen einen Weg heraus zu finden ist nicht so einfach. Und es geht sicher auch nicht von heute auf morgen. Wir können ihnen den Weg nicht vorschreiben. Denn unser Weg würde ihnen den grössten Reichtum nehmen, den sie noch haben: Ihre Lebensfreude.

Gruss, Stefan
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Ferdinand

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #26 am: 23. April 2009, 19:43:32 »


@Moesi

Zitat
Ich erkenne das daran, dass ich wieder herzhaft Lachen kann, ohne dass ich mich besaufen muss.

Komisch, ich trinke nie Alkohol und bin dennoch ständig dreckig am Lachen.

Es ist ja auch schön für dich dass du wieder genesen bist und Thailand hat ja unbestreitbar seine Vorzüge. Ich musste nur wieder über deine naiv-romantische Darstellung lachen, Liechtenstein das dunkle Jammertal <-> Thailand die Quelle des Glücks.
Die reine Seele der edlen Eingeborenen, befleckt durch böse europäische Kolonialisten (Wir).
Mir kommen die Tränen beim Lesen eines solchen Kitsches, vor Lachen.

Zitat
Ich glaube nicht, dass wir ihnen damit helfen, wenn wir ihnen unseren Weg aufzwingen.

Welcher Farang hat ihnen denn schon jemals etwas aufgezwungen?

Zitat
Wir können ihnen den Weg nicht vorschreiben. Denn unser Weg würde ihnen den grössten Reichtum nehmen, den sie noch haben: Ihre Lebensfreude.

Wenn ich dein Leiden immer so lese bin ich sehr froh dass die BRD-Regierung streng darauf achtet dass wir BRD-Deutschen nicht so reich werden wie die bemitleidenswerten Lichtensteiner.
Auf diesem Weg bewahren wir BRD-Deutschen uns unser Lachen und unsere Lebensfreude, im Gegensatz zu Liechtenstein, wo halbe Dörfer durch Heroin, HIV und Suizid dahingerafft werden.
Möge Steinbrück uns noch lange vor dem furchtbaren Schicksal Liechtensteins bewahren.

Viele Thais haben dank ihres unverfälschten Wertesystems schon lange begriffen dass Geld nicht glücklich macht, immer wieder ist zu beobachten wie Thais den Farangs selbstlos dabei behilflich sind sich von der Last des Geldes zu befreien.  :D

Gruß
Ferdinand


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Colo

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Re: Wie kann man den Menschen aus &dem Isaan helfen ?
« Antwort #27 am: 23. April 2009, 19:58:45 »

 :) n'Abend
....Isaan - rot - gelb -  Demokratie - Mehrheit....Absicherung des Lebensstandarts

Angesichts des höchst schwerverbrecherischen kriminellen westl.globalen Finanzraubes an ihrer eigenen Bevölkerung ist doch diese interne thailändische "Glaubenskrise" um die Staatsmachtverteilung so was von nebensächlicher Beteutung für die hier lebenden Expats, den temporären Aufenthaltern, dass ich mir echt die Frage stelle;
"Habt ihr eigentlich keine anderen Existenzsorgen ?"...gerade diejenigen die am lautesten vom demokratiegesabbel daherschwadronieren.
Unfassbar!

Einige "rote" wurden doch mit in die Regierungsverantwortung eingebunden, also auch die "unterlegene" Mehrheit hat auf lange Sicht gesehen nicht verloren, sondern kann nur bei diesen typisch thailändischen Verhältnissen gewinnen, ansonsten mit ihnen das Land verkauft worden wäre an die ausländischen globalen Player & Finanzinteressenten, die mit Thaksin ihren Schuh schon spührbar vor der Eintrittsschwelle hatten.

Durch diesen Putsch und den  (aus unserer verblendeten westl.)  nachfolgenden politisch unkorrekten  Sichtweise ist doch immerhin ein nachhaltiger Eigentum & Besitzstand-schaden von Thailand abgeblockt worden.

Mit der Thaksinschen Methode, auf einer Strassenseite aus Steuerzahlers Geldbeutel Millionenkredite (Schuldenabhängigkeit) zu bevorschussen, gleichzeitig auf der anderen Strassenseite SEINE Geschäfte aufzubauen (Media & Tele etc.), um die dumpe Bevölkerung gleichzeitig wiederum abzuzocken, war seinen Wählern aber auch nicht gedient.
 Linke Tasche, rechte Tasche wird dies genannt.

Wer hier einen Vorteil sieht für die "Randgruppen" also der Mehrheit, der soll mir nichts von demokratischer Denkweise erzählen. Im Kapitalismus insbesondere funzt soetwas nicht !

@Waitong   fragt nach Ideen für die Isaanis ?

Es gibt keine, ausser der vom Königshaus eingebrachter Subsitenzwirtschaft. Hieran sollte sich die Politik orientieren.
 Nicht mit Krediten , sondern vorerst mit nachhaltigem Schuldenerlass, damit die mit Agrarprodukten anbauenden wieder frei vom Zwang werden ->nach zu schuldnern, im Extremfall ihre einzige Einnahmequelle  -Land veräussern  müssen...und somit einen Rattenschwanz an Abhängigkeiten auslösen.

Thailand den Thais..(Co.-@Buci-) hat seine wahre Berrechtigung  ;)

Bei falschem Nachgeben dem unbedachten Demokratieverständnis gerade in diesem Land, kann sich die Kapitalistenklasse auch ins Gegenteil kehren, (gerade in dieser gesellschaftlichen Umbruchphase) -nämlich den Geldhahn ganz abzuwürgen mit weiterer Zukunfts orientierter Investitionen, a la Infrastrukturausbau, Invest in werthaltiger Binnen-Güterproduktion und Erhaltung des bestehenden.

Vom Ausland wird keine weitere Kreditunabhängige Hilfe zu erwarten sein, (Buddha behüte dieses Land vor dem IWF;D die haben allesamt genug mit ihren eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen, nämlich die Bevölkerung still zu halten bei aufkommenden Demos -und um ihre Parteien-Machstruktur nicht zu verlieren ob ihres Verrates am Volkseigentum.

@Member's....Schaut zuallererst mal auf euren eigenen Besitzstand,-
anstatt mit neunmalklugem Vorhaltungen an die Addr. der Siamesen,
 -nämlich den nicht zu verlieren, bezw. Wertmässig überhaupt zu halten, auch die sogenannten Spar & Altersrücklagen, in welcher Form auch immer.


Wer sich hierbei näher mit der Thematik beschäftigen möchte ob eines Teils meines geschriebenen;

Anbei der Link zu einem Arbeitspapier der beiden Autoren -Stuart Enghofer und Manuel Knospe-, sie bieten daher dem interessierten Leser gutes und vergleichsweise leicht verständliches Hintergrundmaterial zu aktuellen Geschehnissen.
Erschienen im April 2005 am Lehrstuhl für Institutionenökonomik an der Universität Bayreuth,...

Verschuldung, Geld und Zins – Grundlegende Kategorien einer Wirtschaftstheorie

Ciao  8) Colo
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Ferdinand

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #28 am: 23. April 2009, 20:29:11 »


@Colo

Zitat
"Habt ihr eigentlich keine anderen Existenzsorgen ?"...

Ich muss gestehen, eigentlich habe ich, Gott sei Dank, momentan überhaupt keine Existenzsorgen.
Offensichtlich im Gegensatz zu dir Colo.
Colo, du musst lernen im Hier und Jetzt zu leben, wie die Isaanies, Moesi und ich.
Dann wirst auch du deinen Seelenfrieden finden.

Doch ich beneide dich, denn mit deinem ökonomischen Wissen und deinem Marktverständnis wäre ich schon lange Milliardär.
Obwohl ich mir natürlich unter emotionalen Gesichtspunkten nicht viel aus Geld mache.
Denn wie wir beide wissen, Geld ist nur Schall und Rauch.
Die erhoffte Sicherheit findet man allein im immateriellen Reichtum.
Vor allem auch beim schnöden Mammon galt zu allen Zeiten immer die Weisheit:

„Sic transit gloria mundi“

Hast du jetzt überhaupt schon mal Gold gekauft?  :)

Gruß
Ferdinand
« Letzte Änderung: 23. April 2009, 20:34:49 von Ferdinand »
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Colo

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Re: Wie kann man den Menschen aus dem Isaan helfen ?
« Antwort #29 am: 23. April 2009, 21:00:39 »

 :D @Ferdinand, ...@Ferdinand....wenn ich mir diese und die bisherigen reaktionen deinerseits auf meine Postings im Geiste durchgehe....dann bleibt mir nur eine einzige Feststellung  >:
Du hast aber auch absolut nie einen meiner bisherigen Beiträge, (auch einiger anderer Beitragsschreiber)  nur ansatzweise verstanden  ??? Bei deinem Rumgequarke an Hilfslosigkeit gehen mir deine klassifizierungen in irgenwelche VT oder rechte/sonstige Ecken am Allerwertesten vorbei.
Traurig genug...
Lassen wir zwei es dabei bewenden.
 
Anstandshalber... ;D Mit Edelmetallen habe ich nicht schlecht verdient -und selbstverständlich ist der physische Besitz dieser nach wie vor ein Teil meiner Absicherung, nebst...aber dies sollte ja bekannt sein  ;)
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