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Autor Thema: Geschichten aus der Geschichte  (Gelesen 39215 mal)

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #270 am: 21. März 2018, 12:08:27 »

Urlauber,die im Maerz 1848 Wien besuchten,fanden die Stadt hoechst ungemuet-
lich.

Nach dem Hungerwinter 1847/1848 hat die Unzufriedenheit der Bevoelkerung
einen Hoehepunkt erreicht,der sich in Aufruhr am 13.Maerz 1848 entlud.

Aber auch die Zensur,mit der Metternich das Kaiserhaus von allerlei Revolutionen
schuetzen wollte,die sich in Teilen von Europa abspielten,verhasste und entfremd-
ete die ,vor allen staedtische Bevoelkerung,den Souveraen plus seinen Hofstaat.

Der Kaiser war geistig ohnehin wo anders,seine Regierung zunehmend kopflos an-
gesichts der Tumulte geworden,entschloss man sich,nach ein paar Toten Kompro-
misse einzugehen und Zugestaendnisse an die Bevoelkerung zu machen.

Metternich trat ab und Kaiser Ferdinand I.dankte,zugunsten des jungen Kaiser Franz-
Joseph,ebenfalls ab.

Die zuvor eingeraeumten Zugestaendnisse wurden jedoch nach und nach kassiert,
sodass die Lage am 7.Oktober des selben Jahren sich wieder so anspannte,dass der
Kaiserhof aus Wien fluechtete.

Und da schlug die grosse Stunde des Herrn Carl Grundmann.

Er kam,als Schlosser  waehrend seiner Walz nach Wien und blieb.Neben seinem er -
lernten Beruf,begeisterte er sich fuer die Eisenbahn und erlernte den Beruf eines Loko-
motivfuehrers und war danach der erste oesterreichische Lokomotivfuehrer.

Andere Lokomotivfuehrer die bei der Bahn eingesetzt waren,waren alle Englaender.

Der Beruf eines Lokomotivfuehrers hatte eine ungeheures Image,vielmehr als Flug-
kapitaen und Chefarzt zusammen.

Auch aeusserlich machte sich das bemerkbar.Lokomotivfuehrer verrichteten ihren Dienst
nur im Frack und Zylinder.

Da er der erste oesterreichische Lokomotivfuehrer war,wurde er auserkoren,den Hof-
zug nach Olmuetz zu fahren.Er tat es und wurde reichlich belohnt.

Die Flucht der kaiserlichen Familie war etwas ueberstuerzt zugange gegangen.

Man vergass doch prompt die Staatsfinanzkasse mitzunehmen.Ein Malheur,wenn nicht
die umsichtige Mutter des Kaisers Franz-Joseph,Sophie,ihre private Schmuckschatulle
mitgenommen haette und damit die Auslagen fuer Hofhaltung in Olmuetz finanzieren
konnte.

Carl Grundmann strich ein reichlich bemessenes Geldgeschenk ein,das es ihm er -
moeglichte nach und nach einen Industriebetrieb zu gruenden,der heute noch besteht.

Jock
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Suksabai

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #271 am: 21. März 2018, 12:22:45 »



GeGe?

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Ich kann, wenn ich will. Und wer will, dass ich muss, der kann mich mal !

jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #272 am: 26. März 2018, 13:25:38 »

Es ist auch schon wieder ueber ein Jahr her,als ich auf der Terrasse sass
und tiefer Friede um mich war.

Die Sonne waermte meine Beine,die Hunde schiefen friedlich bei meinem
bequemen Stuhl,ein leichter Wind spielte mit den Blaettern und die Bienen
summten geschaeftigt von Bluete zu Bluete.

Wenn ich meine Augen schloss,hoerte ich,die von Claydermann gespielte
"Pour Adeline".

Ich ahnte nicht,dass ich schon in kurzer Zeit in toetlicher Gefahr sein werde.

Denn meine Frau kam vom Einkauf zurueck und hielt mir ihre neu erstandene
Handtasche vor die Nase.

Was sagst du ? rief sie mir voller Stolz zu,ist sie nicht schoen ?

Mit Muehe konnte ich meine Gesichtszuege unter Kontrolle halten und ich zuckte
kaum merklich zusammen,als ich den Preis hoerte.Denn ich war gewillt,die Sit-
uation lebend zu ueberstehen.

Daher gratulierte ich ihr zum Kauf und lobte ihrer guten Geschmack.

Nicht auszudenken was passiert waere,haette ich meine ehrliche Meinung geaeus-
sert.Sie haette mir die Augen ausgestochen und mich langsam am Grill zu Tode
geroestet.

Vor einigen Tagen fand ich die besagte Tasche in meinem Schrank.Ganz hinten
und nach oben verraeumt.

Vorsichtig nahm ich das gute Stueck,blies den Staub weg und brachte sie ihr zu
meiner Frau.

Ihre Reaktion machte mich sprachlos.Statt mir um den Hals zu fallen und sich hundert-
mal zu bedanken,nahm sie sie mir aus der Hand und warf sie in die Muelltonne.

Dazu sagte sie noch im Vorbeigehen - so ein haessliches Stueck! Nicht einmal habe ich
sie verwendet.

Jock

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #273 am: 02. April 2018, 12:07:25 »

Heute ist es Gang und Gaebe,dass Frauen als Soldatinnen beim oester-
reichischen Bundesheer dienen.

Aber damals,vor 20 Jahren,als die ersten 11 Weibleins zum Bundesheer
kamen,war die Aufregung gross.

Vor allem bei den Staeben musste man das Problem loesen,wie umzugehen
damit.

Erst befuerchtete man,dass die Kraft eines weiblichen Soldaten im Zeige-
finger nicht ausreichen wuerde,den Abzugshahn des Sturmgewehres durch-
zuziehen.

Dann,wie soll der taegliche Umgang mit Frauen beim Heer vonstatten gehen?

Man  schuf eine Umgangsfibel,worin festgeschrieben wurde,dass Frauen  mit-
unter anders reagieren,als Maenner.

Frauen,so ist zu lesen,regieren freundlich,wenn man bei Gespraechen ihnen
in die Augen blickt.Maenner eher empfinden den Blick in die Augen als Aggres-
sion.Ein Verhalten,das sich auch bei Hunden feststellen laesst.

Auch das Ausleben von Freuden und Frust ist unterschiedlich.Soldaten,die eine
der beiden Erfahrung gemacht haben,gehen ein Bier heben,waehrend weibliche
Soldatinnen in lautes Schluchzen verfallen.

Keinesfalls,darf da ein Vorgesetzter in ein "Beschuetzersyndrom" verfallen und
sich immer erinnern,das stets ein Abstand von 3 Schrittlaengen eingehalten
werden muss.
Der einzuhaltene Abstand fuehrt natuerlich zu Problemen bei Verleihungen von
Orden.Das Zuwerfen dieser,ist in den Armeen eher ungewoehlich.

Das Abstandhalten fuehrt jedoch unvermeidlich zu Maengel bei der Nahkampfaus-
bildung,die man dadurch wohl ausgleichen koennte,wenn man den Verhaltens-
kodex auch potentiellen feindlichen Maechten uebermittelt.

Vorgesetzte und Ausbilder wurden von der Gefaehrlichkeit vor dem weiblichen Ge-
schlecht ausdruecklich gewarnt und empfohlen,bei Inspektionen der Unterkuenfte,
stets die Tuere offen zu halten.

Zum Glueck wurde nicht darauf vergessen,darauf hinzuweisen,dass Frauen die Sinn-
haftigkeit eines Befehls hinterfragen koennen und wie man freundlich darauf reagiert.

Dies richtig gehandhabt,kann entscheidend bei einer geplanten Gegenoffensive sein,
denn nichts ist zeitverzoegernd und nervend wie fragende Frauen.

Frauen beim Heer sind durchaus geeignet,sich hohes Ansehen in der Bevoelkerung
zu erwerben.

Das Denkmal der Heroinen in Phuket zeugt davon und auch Johanna von Orleans konnte
genauso gut mit dem Schwert umgehen wie mit ihrem Puderdoeschen.

Jock



« Letzte Änderung: 02. April 2018, 12:48:55 von jock »
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Kern

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #274 am: 02. April 2018, 13:20:16 »

 :D    :D   ...   {*
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #275 am: 08. April 2018, 11:10:57 »

Die Kassenpatientin und die Unfallversicherungsanstalt

Derzeit wird ueberlegt,die Unfallversicherungsanstalt (AUVA) zu zerschlagen,obwohl sie
hervorragende Leistungen in den 7 Spitaelern und 4 Rehazentren erbringt.

Vor vierzig Jahren beschloss die Leitung der AUVA aus den alten,unzureichenden Raeum-
lichkeiten auszuziehen und errichtete ein neues,architektonische hervorstechendes Ver-
waltungsgebaeude.

Es waere nicht Oesterreich,wenn nicht der Proporz eine nicht zu unterschaetzende Rolle
spielen wuerde.So auch bei der Einrichtung der gewoehnlichen Bueros,der Abteilungs-
leiterbueros und der Direktorenetage.

Gesucht wurde eine "rote" und eine "schwarze" Einrichterfirma,die eine Arge gruendeten
und das Fell des Baeren 50:50 teilte.

Die Firma,bei der ich damals beschaeftigt war,war fuer die Einrichtung der Direktions-
etage zustaendig. 5 Direktoren arbeiteten sich fuer geringes Gehalt krumm und buckelig.

Dafuer waren ihre Arbeitsplaetze nicht von schlechten Eltern.

Neben einem ausreichend grossen Sekraetariat,war das Direktorenbuero einzurichten,
wo dafuer alleine 1,3 Mio ATS budgetiert war und ein weiteres Budget war fuer das an-
schliessende Wohnzimmer und das Schlafzimmer vorgesehen.

Ich gebe zu,wir hatten Muehe,die bereitgestellten Gelder zu verbrauchen.

Bei den Beratungen,wie die Bueros gestalterisch,dem ausgefeilten Geschmack der Herren
entsprechend,umgesetzt werden kann,war es notwendig,dass die betreffenden Herren (und
ihre Frauen) zu uns in die Firma kamen und mit sicheren Griff stets zu den teuersten An-
geboten griffen.

Mitinvolviert war meine damalige Frau,die sich ebenfalls auszeichnete,dass sie stilsicher
immer zu den exquisiertesten und teuersten Dingen griff.Die Direktoren kannten sie da-
her und umgekehrt ebenfalls.

Als der Auftrag abgeschlossen war,kam eines Tages einer der Direktoren und gab be-
kannt,dass er sich neu einzurichten gedenkt.

Dabei traf er meine Frau,die am Vortag einen Auffahrunfall hatte und mit steifen Hals her-
umging.

Er liess sich das Unglueck schildern und bestand darauf,dass sie sofort ein Krankenhaus
aufsucht.Trotzdem meine Frau meinte,es sei nicht so schlimm,hatte er schon das Telefon
in der Hand und rief das Moedlinger Unfallspital an und kuendigte den Besuch meiner
Frau an.Er liess dabei die Bemerkung fallen,dass er sich erwartet,dass sie vorzueglich be-
handelt wird.

Also fuhren wir am Nachmittag dort hin.Im Wartebereich sassen und lagen stoehnende
und verstuemmelte Unfallopfer,so der Zwanzig an der Zahl.

Als sich meine Frau anmeldete und dabei ihr Name fiel,geschah grossartiges.

Sofort waren zwei Pfleger da,die sie behutsam in einem Rollstuhl betteten,derweil im Eil-
schritt der Chef der Unfallambulanz und der aerztliche Leiter des Spitals herbeieilen und
sich nach ihrem Wohlbefinden erkundigten.

Alle anderen,vor uns eingelieferten Unfallopfer konnten stoehnen wie sie wollten,meinet-
wegen auch sterben,meine Frau wurde sofort in einen Behandlungsraum geschoben,wo
sich sofort 2 Aerzte um sie bemuehten,dabei wich der Chefarzt keinen Millimeter von ihr
ab.
Nachdem man ihr eine Spritze verpasst,sie geroengt und ihr eine Halskrause verpasst
hat,offerierte man ihr nicht nur,sie in Krankenstand zu schreiben sondern auch eine Kur.

Waehrend meine Frau die Sonderbehandlung genoss,versank ich vor Scham beinahe in
den Boden.

Gedenk der super Behandlung einer normalen Kassenpatientin,bin ich schwer dagegen,
dass diese Einrichtung zerschlagen wird.

Ever never !

Jock










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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #276 am: 10. April 2018, 09:24:02 »

Die Hochzeitsnacht - und das medizinische Phaenomen

Seit jeher,wenn ich mich aus dem Bett werfe ist die Welt ein graues,konturloses
Irgendwas.

Erst dann,wenn ich den ersten Schluck Kaffee getrunken habe,sehe ich die Sonne,
hoere die Voeglein zwitschern und alles rundherum wird bunt.

Nachdem ich meine erste Ehe beendet hatte,musste ich lernen,wie man Kaffee zu-
bereitet.Meine damalige Frau beherrschte diese Kunst ausgezeichnet und versorgte
mich auch bestens.

Nach kurzer Zeit schaffte ich es,mir genau meinem Geschmack entsprechend,den
Kaffee so zuzubereiten,dass ich den Tag froh in Angriff nehmen konnte.
So und soviel Zucker muss drinnen sein,so und soviel Milch und der Kaffee darf nicht
zu stark sein um die gewuenschte leicht rehbraune Farbe zu zeigen.

Nach dem Zusammenkommen mit meiner zweiten Frau,war ich es daher gewoehnt,
mir meinem Kaffee selbst zu brauen.

Doch eines Tages brachte sie mir einen Kaffee,der optimal war.Zucker genau bemessen,
Milch auf dem Tropfen genau und die Farbe so getroffen,dass kein Grund zum Meckern
war.

Offensichtlich hat meine Frau "Werkspionage" betrieben und genau abgecheckt,wie ich
den Kaffee will.Taeglich servierte sie mir,wann immer ich es wuenschte,mir eine Tasse
davon.

Sie tat es sichtlich gerne und hatte auch Freude daran,mich zu Verwoehnen.Das hat zur
Folge,dass ich alle Vorsicht vergass und ihr einen Heiratsantrag machte.

Am 16.Oktober 2006 heirateten wir und ab 17.Oktober 2006 koche ich den Kaffee wieder
selbst.Denn ueber Nacht hat meine Frau vollkommen vergessen,wie man Kaffee kocht.

Medizinisch heisst der Gedaechtnisverlust Amnesie,wie mir zu Rate gezogene Mediziner
erklaerten und alle Versuche meinerseits,sie von dem Uebel zu befreien schlugen bis-
her fehl.

Jock

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franzi

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #277 am: 10. April 2018, 09:46:48 »

 :D  ;}

Bereuen wirst du diese zweite Heirat aber nicht, sonst wuerde dir dein Humor schon vergangen sein.

fr
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Wenn ich nur "hier" schreibe, meine ich Nakhon Si Thammarat und Umgebung

jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #278 am: 13. April 2018, 15:56:29 »

Ferdinand - das Wildschwein wird kalt !

Diese sanft-mahnenden Worte sprach Frau Piech zu ihrem Mann,der sich gerade
in einem Vortrag verbreitete,wie man die Strahlkraft eines Bremslichtes bei einem
Auto um 3 % verbessern kann,und darob das Mittagsessen vergass.

Tatsaechlich spricht aus diesem Satz die ganze Frustration,die sich bei den Partner-
innen von wichtigen Managern angesammelt haben.

So kann ich mir gut vorstellen,dass Frau Mueller einen Freudenschrei ausgestossen
hat,als es klar geworden ist,dass ihr Mann von der VW - Spitze abgeloest wird.

Ich koennte mir auch vorstellen,dass sie naechste Woche eine Luxuskreuzfahrt
in die Karibik bucht,oberstes Deck und Doppelbett und sie es geniessen wird,mehr
als nur einen Zipfel von ihrem Mann zukuenftig haben wird koennen.

Die Freude der Frauen ist aber oft mit dem Verdruss,gekraenkter Eitelkeit und De-
pression der abgeloesten Vorstaenden einhergehend.
Auch gewaltige Abschlagszahlungen und ueppige Pensionen reichen oft nicht aus,
aus dem empfundenen Tal der Traenen herauszufinden.

Ich hatte die Gelegenheit,ueber ein paar Jahrzehnte einen hochrangigen Wirt -
schaftskapitaen zu beobachten.

Urlaube empfand er langweilig und laestig,da er sein Buero nicht mitnehmen konnte.
Wenn seine Frau ihn zwang,sie bei einem kurzen Einkaufsbummel zu begleiten,wurde
er nervoes und dachte die ganze Zeit an den Umsatzchart vom Mai,den er sich noch-
mals ansehen wollte.
Hingegen genoss er Samstage und Sonntage im Buero,da kein Telefon laeutete.

Er merkte auch nicht so richtig,dass das Gesicht seiner Frau langsam die Wuerde
des Alters annahm und wurde ueberrascht mit der Nachricht,dass seine Tochter heiraten
wird.

Herr Mueller und Herr Cryan haben Glueck,dass sie in einem guten Alter aus dem
Karussel von Terminen und Sitzungen geschleudert wurden und es ist zu hoffen,dass
sie erkennen,welche gute Chance ihnen das Leben jetzt bietet.

Jock

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Kern

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #279 am: 14. April 2018, 15:33:57 »

 :D   :D

Köstlich   {*   {*
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #280 am: 17. April 2018, 12:27:04 »

In meinem Leben bin ich schon viel mit dem Auto unterwegs gewesen.

Zigmale  Wien-Ancona-Wien.Auf der Autobahn wurde auf mich geschossen,im Kanal-
tal wollte man mich ausrauben.
Mit Sommerreifen ueber die Hochkoenigstrasse von B-hofen nach Saalfelden wo links
und rechts 1 m Schnee war und ich instaendig gehofft habe,ja nicht bremsen zu mues-
sen.

Ja,meine Autofahrten fuehrten mich in ferne Laender,wo Menschen ?eine Sprache
pflegen,die man nicht verstand - Bregenz im Vorarlberg zum Beispiel.

Aber nie hatte ich so viel Stress,wie beim Autofahren in Thailand.Genauer gesagt,
wenn meine Frau dabei ist.

Wehe,ich stelle die Vorderraeder beim Einparken nicht exakt parallel zum Wagen.
Wehe,ich ueberfahre ein Katzenauge beim Ueberholen.
Wehe,ich streife ein Baumblatt auf einem schmalen Seitenweg.

Da muss ich mir anhoeren,dass ich keine Ahnung vom Autofahren habe,unkulti-
viert zu sein,weil ich es nicht schaffe,die Raeder richtig zu stellen und beim 3.Punkt
ich es wohl anlege,den Wagen restlos zu zerstoeren.
Ich habe auch gelernt zu uebersehen,wenn meine Frau,sobald ich von einem Aus-
flug zurueckkomme,akribisch den Wagen auf einen Kratzer ueberprueft.

Um den Stress in Grenzen zu halten, habe es mir daher angewoehnt,nur auf dem
Highway den Wagen zu lenken und den Stadtverkehr meiner Frau zu ueberlassen.

Jede Hoffnung hatte ich schon aufgegeben,dass die Vorsehung jemals Gerechtigkeit
walten laesst und meiner Frau,als Autofahrerin,ein kleines Missgeschick passiert.

Letzten Monat in Chiang Mai hatten die Goetter Einsehen mit meinem Schicksal.

Bei der Ausfahrt aus der Tiefgarage von unserem Hotel,im Schritttempo,touchierte
sie mit der gegenueberliegenden Mauer eines uralten Wats.

Keine grosse Sache.Keine Delle,nur auf 2 cm abgeschliffener Lack.

Sie bemerkte es gar nicht und so musste ich,mit heimlicher Freude,sie darauf auf-
merksam machen.

Zuerst stritt sie es ab,die Mauer beruehrt zu haben,dann nachdem ich sie mit der
Nase darauf gestossen hatte,kam die wortreiche Begruendung ihrer Schuldlosigkeit.

Nicht sie ist schuld,denn es waren die Moenche,die die Mauer um 1613 seinerzeit an
der falschen Stelle errichtet haben.

Jock
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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #281 am: 21. April 2018, 11:04:28 »

Durch Jahrhunderte hindurch war die Zeit nicht mess- und sichtbar.

Man brauchte keine genaue Zeitangaben,denn das Leben richtete sich nach
dem Sonnenstand.Ging die Sonne auf und der Hahn begann zu kraehen,stand
man auf.Ging die Sonne unter und die Dunkelheit brach ein,ging man bald
darauf zu Bette.

So ist auch verstaendlich,dass Turmuhren keine Zeiger hatten,sondern nur das
Schlagwerk die Stunden in Erinnerung riefen.
Das "Zwoelfelaeuten" ist noch ein Relikt davon und verkuendete die "Mittags-
pause".

Spaeter stattete man die Turmuhren nur mit dem Stundenzeiger aus,da das Mi-
nutenanzeigen ohne Bedeutung fuer das Volk war.

Ausserdem richtete sich die Zeit in Deutschland nach den vorgegebenen,lokalen Zeit-
zonen.Da gab es eine "Berlinerzeit" die in Preussen zeitgebend war,die "Muenchener-
zeit",die "Stuttgarterzeit" u.s.w. die alle um Minuten voneinander abwichen.

Der Zeitunterschied zwischen dem oestlichsten Deutschland und dem westlichsten
Deutschland betrug immerhin 67 Minuten.

Das alles aenderte sich mit der Eisenbahn.Ploetzlich entstanden Probleme mit der
Zeit bzw. mit den Zeitangaben.

Wie erstellt man einen allgemein gueltigen Fahrplan?Wie plant man die Anschluss-
zuege ?Es war eine Wissenschaft,Fahrplaene zu lesen,da nicht nur die Eisenbahn-
zeit angefuehrt war,sondern auch die lokale Zeit.
Als Reisender war auch dadurch verwirrt,da die Uhr am Bahnhof eine andere Zeit
anzeigte,als die Uhr am benachbarten Kirchturm.

Die Eisenbahngesellschaften konnten bald nicht mehr anders,als eine einheitliche
Zeit fuer ihre Betriebe einzufuehren,um Missverstaendnisse und Fehlerrechnungen
auszuschalten - die Eisenbahnzeit war angebrochen.

Bei der Diskussion war auch die Ueberlegung,die Eisenbahnzeit nur fuer jene Orte,
die die Eisenbahnlinie beruehrte,als allgemeine Zeit einzufuehren,was man aller-
dings bald wieder verworfen hat.

Es ist dem kriegerischen Genen der Deutschen zu verdanken,dass sich in den Jahren
vor 1893 die Idee durchsetzte,eine einheitliche Zeitzone fuer ganz Deutschland ein-
zurichten.

Dem Generalfeldmarschall Graf von Molke,war es wichtig,dass bei Mobilisierungen
die Aufmarschplaene und Verlegungen der Truppen,nicht umstaendlich berechnet
werden muessen,sondern der Befehl:"um 16,00 h" tatsaechlich "16,00 h" bedeutet.

Also musste ein Gesetz her,das die "Deutsche Einheitszeit" festlegt.

Die Bedenkentraeger,hauptsaechlich Bauernverbaende,die fuerchteten,dass durch
die Zeitumstellung ihre Kuehe weniger Milch geben,konnten sich nicht durchsetzen,
und das Gesetz trat am 1.4.1893 in kraft.

Die Uhrmacherinnung wurde verpflichtet,am 31.Maerz 1893 dafuer zu sorgen,dass
alle oeffentlichen Uhren umgestellt werden, auch die in den Gaststaetten.Man be-
fuerchte,dass findige Wirte sonst laenger offen halten.

Besonders dankbar fuer die Einheitszeit waren die Redakteure der Zeitungen,die
ab sofort nicht mehr muehselig den Sendebeginn der "Tagesschau" der ARD ausrechnen
mussten.

Jock





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