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Autor Thema: Geschichten aus der Geschichte  (Gelesen 66722 mal)

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Bruno99

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #30 am: 19. Juni 2013, 12:40:23 »

Nicht,dass nur meine Witwe und mein Hund dem Sarg folgen.

Einen pompoesen Sarg, am besten noch mit Gloeckchen oder eingebautem Sprachrohr versehen, solltest du dann noch zu Lebzeiten organisieren   ;D

Nicht nur Edgar Allan Poe litt an Taphephobie ,
man sagt das Thema hat ihn sogar so beschaeftigt, dass er auch ein Buch dazu geschrieben hatte.

Wurde uebrigens auch verfilmt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lebendig_begraben_(1962)

Andererseits habe ich mal gehoert, dass die frueheren Seeleute den goldenen Ohrring nur hatten, um die Bestattung zu bezahlen  ;]
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Tobi CR

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #31 am: 19. Juni 2013, 13:07:03 »

Zitat
...den goldenen Ohrring nur hatten, um die Bestattung zu bezahlen

Bruno, ich hätte ein paar Goldfüllungen in den Backenzähnen
         - werden die ebenfalls akzeptiert ?!   :D
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Burianer

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #32 am: 19. Juni 2013, 15:02:53 »

 :'(  Tobi, doch nicht in Thailand, da muss erst Budda befragt werden, wann Deine Leiche  zumm naechsten Tempel gebracht wird zum verbrennen.
Wenn Du Pech hast, dauert es bis zu 4 Tage, die armen Schweine, die da fuer Dich geschlachtet werden, der reichliche Kao Lao ,der auf Dich begossen , gedrunken wird.
All das muss sein, damit Deine Seele, ( welche ) meine auch ) in Ruhe durch den Schornstein geht.
Wie Du siehst, so einfach ist das nicht.  Und lass doch den Freunden auch ihr nettes Kartenspiel ,  da wird gezockt ( gejockt) bis in die fruehen Morgenstunden.
Denn, die Braunen kommen da nicht  }}
Das ist so  und die liebe Verwandtschaft freut sich, ein Farang, da gibts sicher was besonderes :]   [-]
Ich habe meiner Frau zwar auch gesagt, ich will das Thaigejohle nicht, ich will Stimmung,    einen  Tag  Sonnenschein  und dann ab in den  Ofen. Songs  aus
http://www.youtube.com/watch?v=XMLiqEqMQyQ
   http://www.youtube.com/watch?v=N4d7Wp9kKjA
http://www.youtube.com/watch?v=Vj53iyFok8g

 

Somit, ob Kaiser,  Koenig oder   nur der, der die da oben bezahlt, damit die ein schoenes Leben fuehren koennen,  was jockt mich das  :]

Weg mit dem  faulen Pack, Gesindel.
Die Franzosen habe da richtig gehandelt. Gillette ? ne  das war doch der Vorlaeufer,   C--   Guillotine   ]-[
Marie Antoinette,  der Sonnen Koenig Loui Quatourze, Charlotte ,  Robespierres    und  Goerge Danton .
nicht zu vergessen, die vielen armen Schwei..., die dem Schafott zum Opfer vielen.
Vive la Revolution  }}
Kommt ja heute wieder in einige Staaten auch vor  :-X
« Letzte Änderung: 19. Juni 2013, 15:13:35 von Burianer »
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #33 am: 19. Juni 2013, 15:25:42 »

@Burianer

Du hast noch das Blut eines echten franzoesischen Revolutionaers in
den Adern !

Nur etwas ist dir,in deinem Blutdurst durcheinandergekommen.

Es war nicht Koenig Ludwig XIV sondern Ludwig XVI,den man hinge-
richtet hat.

Der Erste ist friedlich in seinem Bett gestorben,der Andere hat vorher
noch in die Hosen gemacht.

Jock

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Burianer

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #34 am: 19. Juni 2013, 15:34:14 »

 ??? Oh sorry,   {+  da hab ich aber ganz schoen was verwechselt,  der 14zehnte war ja der Sonnenkoenig  und er 16zehnte war der , der dafuer buessen musste  :]
Zitat
 Louis XVI was King of France and Navarre from 1774 until 1791, after which he was subsequently King of the French from 1791 to 1792, before his deposition and execution during the French Revolution
Danke Jock, wieder was dazu gelernt  {*
Ob der 14zente friedlich im Bett gestorben ist, wissen nur die  :-*  Maitressen  :]
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Tobi CR

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #35 am: 19. Juni 2013, 15:46:40 »

Zitat
...die armen Schweine, die da fuer Dich geschlachtet werden, der reichliche Kao Lao...

Nix da - lieber ess ich die Schweine vorher selber
(und schütte den AlkoholikerBilligPlempel in den Gully)  :-)

Mancher von den Einheimischen hat ja extra eine Art "Einäscherungs-Versicherung", da wird jährlich ein Betrag
eingezahlt und -wenn man gestorben ist, kommt scheinbar eine ordentliche Summe zur Auszahlung.
Damit können die Hinterbliebenen dann "den großen Maxen" spielen und es richtig krachen lassen  {+ .

Jetzt rate mal, wer diese jährlichen Beträge (incl. den der Schwiegermutter) bezahlt...  ??? ;D :-[ :(
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Burianer

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #36 am: 19. Juni 2013, 15:53:01 »

 {;  ich rate nicht,  ich weiss es  :]   TOBI   }}
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #37 am: 21. Juni 2013, 08:58:57 »

Nicht nur Berlin,nein ganz Deutschland hat gespannt darauf gewartet,
welchen grossen Satz Praesident Obama, bei seinem Besuch sagen wird.

Und wurden enttaeuscht !

Es war aber nicht das erste Mal,dass man von einer herausragenden
Persoenlichkeit,Wichtiges,Bedeutungsschweres,hoeren wollte.

Sir Isaak Newton,der von 1642 bis 1726 lebte,war so eine herausragende
Person.

Seine wissenschaftliche Arbeiten,erstreckten sich auf die Felder der Theologie
und Naturwissenschaft.Sein Werk "Philosophiae Naturalis Principia Mathematica "
(das jeder von uns im Buecherschrank stehen hat),beschreibt die Gesetze der
Graviation und der klassischen Mechanik.Er entwickelte die Infinitesimalrechnung
und verfeinerte das Binomische Theorem.
Probleme der Optik und deren Loesung ,das Studium alttestamentarischer Theorien,waren
Zwischendurchbeschaeftigungen.

Dieser,hochgeachtete Mann,wurde als Abgeordneter seiner Universitaet fuer ein
Jahr ins englischen Parlament gesandt.

Waehrend der Sitzungen im Fruehjahr schwieg er,auch im Sommer schwieg er.Und er
schwieg auch noch im Herbst.
Als jedoch der Winter ins Land zog,meldete er sich ploetzlich zu Wort.

Sofort wurde es im Parlament maeuschenstill.Alle Augen der anderen Abgeordneten
hingen an seinen Lippen. Was wuerde er sagen ? Welche Worte wuerden die Welt er-
schuettern ?

Das Wort wurde ihm erteilt,er erhob sich und sprach,dem Parlamentsdiener zuge-
wandt,er moege doch das Fenster schliessen,da kalt hereinziehe !

Dann setzte er sich wieder hin und schwieg -wie zuvor.

Jock
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Bruno99

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #38 am: 22. Juni 2013, 21:44:46 »

Um diesen Thread ein wenig sauber zu halten sind diverse Kommentare jetzt hier zu finden:

http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=4961.msg1088495#new

Auch wenn ein direkter Thailandbezug nicht sofort ersichtlich ist, darum ist er ja im Tagebuch, waere es schade wenn dieser Thread abschweifen wuerde,
viel Wissen und Recherche machen ihn lesenwert.
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #39 am: 24. Juni 2013, 11:18:18 »

Es muss ein leidenschaftliches Feuer gewesen sein,dass sie zu-
einander verzehrte.
Eruptivartig brach der Trieb durch und sie fielen sich in die Arme
und kuessten sich innigst,ungeachtet der vielen Ehrengaeste und
der Fotoapparate.

Tags daruf ging das Foto um die Welt und zeige uns Herrn Honecker und
Herrn Breschnew.

Nuechterne politische Analytiker bestreiten bis heute,dass es Liebe war,
sondern verweisen gerne daruf,dass der Kuss seit eh und je,ein poltisches
Signal darstellt.

in der Tat,der Kuss spielte schon immer eine grosse Rolle in der Politik.

Auf den mittelalterlichen Hoefen (und auch spaeter) wurde es als Auszeichnung
verstanden,wenn es dem Gesandten,nach Ansuchen,gestattet wurde,den Rock-
saum des Monarchen zu kuessen.
Wurde die Gnade erteilt,sogar die Hand zu kuessen,erging sofort eine Benach-
richtigung an die eigene Regierung.
Dort verstand man sofort,die nicht ausgesprochene Botschaft,dass man bereit
waere,auch nichtoffizielle Angelegenheiten,via Botschafter,auszutauschen.

Der Kuss war aber auch im eigenen Land,Ausdruck der Verehrung und des Re-
spektes fuer den Koenig.
Mann kuesste ihm die Schuhe,den Rocksaum und wenn der Koenig nicht er-
reichbar war,sogar den Schweif  seines Pferdes.
Kein leichtes Unterfangen,wenn des Koenigs Ross,gerade aepfelt.

Den Kuss fuehrt der glaeubige Katholik gekonnt aus,wenn er sich ueber den
Fischerring beugt und erreichte damit,dass ein Kardinal sein Schreiben mit
Heil Hitler schloss.Judas dachte an die 30 Silberlinge,als er Jesus verriet.
Aber auch bei uns Normalsterbliche,kann der Kuss,der ja eine Unterwerfungs-
geste ist,verheerende Folgen haben.

Bei der Handanhaltung einer Geliebten,wird vor der Brautmutter niederge-
kniet und um ihre Einwilligung gebeten.Das Zeichen der Einwilligung ist die
zum Kuss dargebotene Hand.
Sodann wird vor der Braut gekniet und um ihre Hand gebeten.Das Zeichen,das
dem Begehr stattgegeben wird,ist die zum Kuss dargebotene Hand.
Kuesst man sie,wird oft uebersehen,dass diese Geste das Zeichen fuer die
Zukuenftige ist,die "Hosen" anzuziehen und sie nie mehr wieder herzugeben.
Ein Leben als Pantoffelheld ist die Folge.

Da hilft dann auch keine Prostratio.

Die bekannteste Prostratio hat Koenig Heinrich IV Papst Gregor VII  gegenueber
vollzogen,als er den Canossagang absolvierte und sich barfuessig dem Papst
vor die Fuesse warf.

Eine Demonstration der kirchlichen Macht gegenueber der weltlichen.

Was man weniger weiss ist,dass dieses Ritual wohl abgesprochen war. Im Vor-
feld wurde nicht nur Ort und Zeit ausgehandelt,sondern auch der richtige Zeit-
punkt fuer die Versoehnungsgeste des Papstes festgeschrieben.

Es sollte ja niemand,sein Gesicht total verlieren.

Das ist alles lange her,sollte man glauben und ist nicht mehr zeitgemaess.

Da irrt man etwas,die Prostration wird bis zum heutigen Tage,als politisches
Instrument verwendet.
In einem fernen Lande,wurde sie 1935 gesetzlich abgeschafft.1952 wieder
eingefuehrt,als der Thron wackelte und mithalf,die Stellung des Monarchen
zu festigen.Mit grossen Erfolg,uebrigens !

Jock
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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #40 am: 27. Juni 2013, 12:02:29 »

Morgen jaehrt sich zum 99.mal der Jahrestag der Ermordung von Erz-
herzog Franz - Ferdind und seiner Frau.

Die ueblichen Geschichtsbuecher,vermitteln den Eindruck,dass dieses
Attentat Ursache und Anlass fuer den Ersten Weltkrieg waren.Das soll
heute naeher betrachtet werden.

Als die Nachricht von der Ermordung in Wien ankam,loeste sie keine
Bestuerzung aus.Die Bevoelkerung ging wie gewohnt zum Heurigen,wo
die Musik spielte und war froehlich.

Selbst der Kaiser,der in Bad Ischl urlaubte,bestellte erst fur den naechsten
Tag seinen Salonzug,um kurzzeitig nach Wien zurueckzukehren.

In Wien jedoch bildeten sich zwei Fraktionen- die Tauben und die Falken.

Zu den" Falken "gehoerte der Chef der Armee,Conrad von Hoetzdorf,der schon
am naechsten Tag marschieren wollte und Graf Forgach,der ein persoenliches
Interesse am Krieg hatte.


Bei der "Tauben-Fraktion" war der ungarische Ministerpraesident,Graf Tisza der
wichtigste Mann.Und der wollte keinen Krieg.

Als der Kaiser  am Vormittag in Wien angekommen war,bestellte er erst am Abend
den Aussenminister zu sich,um sich Bericht erstatten zu lassen.Tags darauf wurde
erst der oesterreichische Ministerpraesiden Graf Stuerkh vorgelassen.

Niemand dachte in diesen Tagen,dass ein Weltkrieg ausbrechen koennte.

Die Zeitungen dieser Tage beschaeftigen sich mit einem Mordversuch an einer
Gemuesefrau in Breitensee und mit dem Polizeihunde Derby im Prater.

Natuerlich musste,schon als Staatsraeson heraus,Serbien bestraft werden. Wie und in
welchem Umfang war nicht ganz klar.

Den Ausschlag gab der deutsche Kaiser Wilhelm II.dass die Falken die Ueberhand
erhielten.Er betrachtete die Ermordung als eine persoenliche Kraenkung und liess
Wien mitteilen,dass er alles andere,als mit schaerfsten Mittel zu antworten, nicht
verstehen koenne.
Der Monarchie war natuerlich bewusst,dass ein Angriff auf Serbien,Russland in den
Konflikt hereinziehen wuerde.Die Konsultationen zwischen Berlin und Wien liefen auf
Hochtouren.
Das Ergebnis war ein "Blancoscheck" den Berlin ausstellte.Berlin bestaetigte darin,
dass die "unzerbruechliche Waffenbruederschaft" sorgen wuerde,dass die Front zu
Russland gedeckt werde.
Leider hielt sich das deutsche Kaiserreich nicht daran,sondern setzte sein ganzes
Militaerisches Potential,auf der Westfront ein.

Niemand dachte mehr in Wien an den ermordeten Thronfolger.Der Kaiser nahm
seinen unterbrochen Urlaub wieder auf,schliesslich war Katherina Schratt noch in
Ischl und liess die Dinge seinen Lauf nehmen.

Ab Mitte Juli hatten sich die Falken durchgesetzt.Krieg - war das einzig Denkbare.

Um den Krieg auszuloesen,wurde ein Ultimatum verfasst,das innerhalb von 24
Stunden anzunehmen waere.Darunter waren zwei Punkte,die es einem souveraenem
Staat unmoeglich machen,diese zu akzeptieren.Aber das war ja der Sinn der Uebung.

Als die ablehnende Antwort aus Belgrad eintraf,von den 14 Punkte,wurden immerhin
12 Punkte akzeptiert,wurde wiederum der deutsche Gesandte vorstellig,der im Namen
seiner Regierung ausrichten liess, die  Sache auf sich beruhen zu lassen und keinen
Krieg einzuleiten. Das war Wien auch recht.

Allerdings,bereits am naechsten Tag,kam der Botschafter wieder,diesmal mit der
Nachricht,dass Berlin doch auf die Eroeffnung des Krieges besteht.

In Folge dauerte es noch Tage,bis die Mobilmachung ausgeloest und  die
Kriegserklaerung in Belgrad ueberreicht wurde.

"Serbien muss sterbien," gellte der Schlachtruf und "Zu Weihnachten sind wir wieder
zu Hause" die optimistischen Verabschiedungen.

4 Jahre dauerte der Krieg,17 Mio Gefallene waren zu beklagen,70 Mio Soldaten standen
unter Waffen,40 Staaten waren direkt oder indirekt beteiligt,3 Kaiserreiche gingen unter.

Auch Siam war unter den Beteiligten und stellte 2.000 Elitesoldaten der Entente zur Ver-
fuegung.

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #41 am: 02. Juli 2013, 09:44:54 »

Alle grossen Nationen haben eine Gedenkstaette fuer ihre Helden.

So auch Deutschland !Walhalla genannt und ist bei Regensburg zu
finden.Das Gebaeude ist einer griechischen Saeulenhalle nachempfunden
und schaut weit ueber die Donau  hinweg ins Land.

Besucht man diese Gedenkstaette,rieseln kalte Ehrfurchtsschauer ueber
den Ruecken.

Marmorbuesten und Gedenktafeln der Grossen und Wichtigen,die Deutschland
zu Ruhm gefuehrt haben sind hier vereinigt.
Namen,die jeder Deutsche problemlos einordnen koennte (selbst wenn er dafuer
aus dem Schlaf gerissen werden wuerde) z.B. Julius Echter von Mespelbrunn oder
Maarten Hapertszoon Tromp.

Zur Zeit werden dort 195 Persoenlichkeiten gedacht,wobei Frauen deutlich unter-
repraesentiert sind.
Eine davon ist Maria Theresia,Herrscherin von Oesterreich.Ein Hinweis an ihrer Ge-
denkstaette,macht Besucher darauf aufmerksam,dass es sich bei der Person NICHT
um Mutter Theresa  handelt.

Die Frage,warum sind Maria Theresia und andere oesterreichische Persoenlichkeiten,
dort ueberhaupt erwaehnt,ist so zu beantworten,weil die Statuten als "Aufnahme-
bedingungen" nur eine "teutsche Zunge" verlangen.

Das fuehrte natuerlich dazu,dass die "Betreiber" ,quasi grabraeuberisch,auch in
den Nachbarlaendern fuendig geworden sind.(Als Oesterreicher fuerchte ich bereits
um Toni Sailer)

Was die Deutschen koennen,koennen wir Oesterreicher auch!

Auch wir haben unsere Walhalla! Wir nennen sie Heldenberg!

Neben einer Menge von Kaiserbuesten,finden sich auch die Graeber von Feld-
marschall Radetzky und Feldmarschall Wimpffen.
Radetzky sollte eigentlich in der Kapuzinergruft ruhen,aber da kam Josepf Parg-
frieder dazwischen.

Joseph Pargfrieder war Heereslieferant und reich.Er hatte die Idee bei seinem
Schloss eine Gedenkstaette zu errichten.Doch fehlten ihm die Helden und so wurde
er bei Radetzky vorstellig und kaufte ihm seinem Leichnam ab,indem er (Radetzkys)
Spielschulden zahlte.Dasselbe geschah auch bei Wimpffen.

Nach deren Tod,wurden sie im Heldenberg bestattet und Pargfrieder bewacht,sitzend
beerdigt, seine Helden.

Aber irgendwie kommt keine feierliche Stimmung auf,wenn man den Heldenberg besucht.

Zusehr sitzt der Spottvers zwischen den Ohren,der da lautet :

                                     Hier ruhen drei Helden zur ewigen Ruh
                                     zwei lieferten Schlachten,der dritte die Schuh.



Jock
                                      
« Letzte Änderung: 02. Juli 2013, 10:06:12 von jock »
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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #42 am: 11. Juli 2013, 21:47:37 »

Ich habe mir doch einige Zeit Gedanken gemacht,die heutige Geschichte nieder-
zu schreiben.

Zusehr war ich mir unsicher,ob alle Leser die sittliche Charakterfestigkeit haben,Nachstehendes
zu lesen,ohne dass die Phantasie davongaloppiert.

Seit Jahrhunderte bis heute regt es die Phantasie an,wenn vom "ius primae noctis" die Rede ist.

Das Recht auf die erste Nacht,das der Landesherr ausueben darf,wenn auf seinem Gebiet eine
Bauerntochter heiratet.

Die meisten Historiker bezweifeln jedoch,dass dieses Recht flaechendeckend eingefordert wurde
und haben dabei nicht unrecht,wenn sie meinen,dass es sich hierbei um eine gezielt erfundene
Maer handelt.

Es ist richtig,dass der Landesherr (oder ein von ihm Beauftragter) das Recht hatte,von dem
Brautpaar einen Obulus zu verlangen.Speziell dann,wenn die Braut ueber die Landesgrenze
hinweg heiratet.Damit ging der Grafschaft eine Arbeitskraft verloren und dies musste ausge-
glichen werden.
Oberdrein waere es unverstaendlich gewesen sein,dass der Klerus dem Treiben zugesehen
haette ohne mit der Exkommunitkation zu drohen.

Damit koennte man dieses Thema auch schon beenden,wenn sich nicht in der Schweiz ein
Dokument befinden wuerde,das andere Schluesse zulaesst.

Dieses Dokument raeumt schriftlich einen Meier das Recht auf die erste Nacht ein.Er konnte zwar
darauf verzichten,wenn er kraeftemaessig oder interessensmaessig sich Ausserstande sah,das
Recht,  in personam, auszuueben(an Sonntagen fanden immerhin bis zu 15 Hochzeiten statt)dafuer
aber ein "Schenkelgeld oder Stechgeld" kassieren.

Es waere nicht die korrekte Schweiz,wenn nicht auch gleich der Tarif festgeschrieben worden waere :
5 Schillinge und 4 Pfennige betrug die Summe,die den Besitzer wechselte.

Interessant ist jedoch,dass viele der jungen Bauern gerne dafuer bezahlten,wenn z.B. der Meier
die Defloration vornahm.Zugross war die,in den Koepfen verfestigte Angst,dass das Vaginalblut
giftig sei und man daran sterben koennte,wenn man damit in Beruehrung kommt.

Ich bin mir sicher,dass einige Schlaumeier,dies gruendlich ausnuetzten und zum Vergnuegen
auch noch Geld dafuer bekamen.

Das "Recht auf die erste Nacht" drueckt aber auch die Untertaenigkeit gegenueber der Obrigkeit
symbolhaft aus und wird bis heute ausgeuebt.
Das Beispiel dafuer ist Herr Strauss-Kahn,der sich eben das Recht nahm, in den USA, ein Zimmer-
maedchen zum Sexualverkehr zu noetigen.

Er verlor zwar seinen Job,ist aber trotzdem in Frankreich ein gern gesehener Gast bei Partys,waehrend
das Opfer,zwar Geld bekam,aber mit dem Ruch eine Hure zu sein fortan, leben muss.


Jock

« Letzte Änderung: 11. Juli 2013, 22:11:29 von jock »
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Bruno99

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #43 am: 11. Juli 2013, 22:09:53 »

Fuer das im Englisch sehr haefig gebrauchte 4-buchstabige F-Wort scheinen sich die Geister nicht einig zu sein, ob die Bedeutung tatsaechlich in
fornication under consent of the king
seinen Ursprung hat  ???

Ob er (der Koenig) dabei auch das von Jock erwaehnte Recht eingefordert hat, ist, mangels Befragungsmoeglichkeit, heutzutage nicht so einfach zu recherchieren  ;]
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #44 am: 13. Juli 2013, 08:44:09 »

Der 15.Feber 1768 war ein bitterkalter Spaetwintertag und in der Hofburg
zu Wien wurde gerade Maria Theresia fuer die Nacht hergerichtet.

Die schwarze Witwentracht hatte sie abgelegt und im weissen Nachthemd da-
sitzend, wurde von der Kammerzofe ihre Haare gekaemmt.In ihren Haenden einen
Rosenkranz zum Gebet.

Aber ihre Gedanken waren nicht bei der Andacht.Sorgen begleiteten sie durch
dieser Tage. Mit ihrem Sohn,Joseph lag sie im Streit,er war ihr bei seinen Reformen
zu forsch.Oberdrein weigerte er sich,seine zweite Ehe zu vollziehen,liess sogar die
Zugaenge zu den Gemeachern zu seiner Frau zumauern und damit war ausge-
schlossen,dass doch noch ein Thronfolger geboren wird.

Ihre ganze Hoffnung lag bei ihren Sohn Leopold,der in Florenz herrschte und dessen
Frau einer Niederkunft entgegensah.Wenn es ein Bub werden sollte,war das Reich und
sie,einer Sorge weniger.

Zur selben Zeit naeherte sich ein berittener Bote Wien.Seit drei Tagen war er,auf ver-
eisten Strassen unterwegs,ein kaierlicher Begleitbrief ermoeglichte es,dass er in kurzen
Abstaenden das Pferd wechseln konnte,um so schnell als moeglich,den versiegelten
Brief in Wien abzugeben.

Der Brief wurde an diesem Abend der Herrscherin uebergeben und als sie das Siegel brach
und den Inhalt dieses Schreibens las,hielt es sie nicht laenger.

So wie sie war,im Nachthemd mit aufgeloesten Haar,stuermte sie in ihre koenigliche Loge
des Hoftheaters.Die Auffuehrung verstummte,die Besucher erhoben sich und Maria Theresia,
rief mit lauter Stimme und schwenke dabei das Schreiben :

Denks eich,der Poidl hot an Buam ! Jo,an Buam !

Dieser Tage richtet sich alle Aufmerksamkeit dem Buckingham-Palast zu.Auch dort wird
einer Niederkunft entgegengeharrt.

Queen Elizabeth,quaelen keine Nachfolgersorgen.Soehne, Tochter und der eine Enkel unterzogen
sich, ohne gross zu Murren, den Muehen diverser Zeugungsakte.

Neben der Frage,ob die Herzogin Catherin einen Buben oder einem Maedchen das Leben
schenken wird,gibt es noch eine andere :

Wird die Queen. .im allerhoechsten Nachthemd. .auf dem Balkon. . ?


Jock
« Letzte Änderung: 13. Juli 2013, 08:53:17 von jock »
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