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Autor Thema: Geschichten aus der Geschichte  (Gelesen 63456 mal)

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franzi

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #420 am: 08. Dezember 2019, 09:07:42 »

Wieder einmal genial  ;}

fr
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Wenn ich nur "hier" schreibe, meine ich Nakhon Si Thammarat und Umgebung

jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #421 am: 12. Dezember 2019, 09:45:35 »

Die Erbschaft

Wir,Grossmutter und ich,waren arm wie die Kirchenmaeuse.Wir mussten zwar nicht hungern,
hatten ein Dach ueber dem Kopf und konnte im Winter selbstgestrickte Struempfe tragen.

In der Adventszeit,wo das maechtige Kriegerdenkmal vom Nebel umhuellt war,die Wassertropfen
an den Zweigen der Trauerweiden,die das Denkmal saeumten,glitzerten und bald schon am
Nachmittag in der einbrechenden Dunkelheit veschwand,war helles Licht in den Auslagen der
3 Kaufhaeuser von Schrems.

Dort zog es mich taeglich hin,denn eine Auslage war mit Spielzeug vollgeraeumt.Wir Kinder drue-
kten uns die Nasen platt und taeglich musste die Auslagenscheibe von den Fingertappern gereinigt
werden.

Kapselrevolver,Aufziehautos sogar eine Modelleisenbahn u.s.w.Alles fuer mich als,9-jaehriger, uner-
schwingliche Kostbarkeiten und ich traeumte davon,dass spaeter,wenn ich reich sein werde,mir
das alles kaufen werde.

Nur,wie wird man reich ?

Der einfachste Weg ist,man macht eine Erbschaft-und die machte ich auch ein paar Jahre spaeter.

Es war in diesen Jahren,als ploetzlich ein schwarzer Mercedes beim Haus meiner Grossmutter vor-
fuhr ein ein Paar dem Wagen entstieg.

Sie stellten sich vor und drueckten mir einen Fussball in die Hand.Nach einem Gespraech mit Gross-
mutter wurde mir aufgetragen zu den Leuten Onkel Oskar und Tante Hilde zu sagen.

Nach einer Jause fuhren sie wieder ab und Onkel Oskar versprach,dass wenn ich mich in der Schule
anstrengen wuerde,ich es nicht bereuen werde.

Ich konnte den Onkel Oskar familienmaessig nicht zuordenen,was aber kein Wunder war weil die
Verwandtschaft breit gestreut war.Grossmutter hatte 12 Geschwister,die ueberall im Lande lebten.

Zu besonderen Anlaessen kamen Geschenke von Onkel Oskar.Zum Geburtstag eine Geige,leider
ohne Bogen,dann einen Modellbaukasten fuer einen Automotor und eine Anzahl von Fussbaellen.

Immer bedankte ich mich mit Brief hoeflich und seine Empfaengeradresse war der 13,Bezirk in
Wien.

Nobelbezirk,Cottage,Villenviertel,Dienstpersonal samt Gaertner,alles riecht dort nach Wohlstand
und Geld.

Ich war mittlerweile in Wien gelandet,als er mich,eines Tages in seine Villa einlud.

Ganz nobel - Lage,Einrichtung und erst das Essen.Allerdings mir war nicht ganz wohl dabei,denn
Tante Hilde und ihre Tochter warfen giftige Blicke auf mich und stellten spitze Fragen.

Ich erfuhr dabei,dass Onkel Oskar eine Firma hatte,die als Generalvertretung fuer Maerklin,Faller
und andere hervorragende Spielzeughersteller fungierte und offensichtlich als Nachfolger fuer sein Unternehmen,mich ins Auge gefasst hat.

Nach der Einladung blieben wir in loser Verbindung.Weihnachtskarte da,Ostergruesse dort.

Eines Tages kam per Post ein Paeckchen.Die beiliegende Parte besagte.dass Onkel Oskar gestorben
war und der Inhalt wohl seinem Vermaechtnis zu verdanken ist.

Sofort probierte ich die 4 Paar getragenen Schuhe,die mir leider nicht passten und ich entsorgen
musste..

Aber immerhin,das war das einzige Mal.dass ich etwas erbte.

Jock

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Alex

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #422 am: 12. Dezember 2019, 09:53:21 »

@ Jock ,

mein Beifall für Deinen humorvollen Anarchismus als Autor hier und im Wiener Schmäh sei Dir gewiss ...

leider vermissen wir den bei den Themen Klima Hysterie , oder FPOE am Pranger ???
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Wir sind nicht auf der Welt , um so zu sein, wie andere uns haben wollen !

asien-karl

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #423 am: 12. Dezember 2019, 13:24:46 »

Das Geschmeidige Wort der Politikhuren & ihres Gesindels ist wie die Musik des Ratenfängers in den Ohren der Kinder & zurückgeben.
 :-)
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Dort wo ich stehe ist kein platz mehr für jemand anderes!

Der Geist ist wie ein Glas je mehr Glaube drin ist desto weniger Wissen geht rein.

jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #424 am: 18. Dezember 2019, 11:16:11 »

Die Werkelmaenner

Als der 7-jaehrige Krieg 1763 zu Ende war,herrschte in den Staatskassen der Maria Theresia
und am Hof von Friedrich d.G. intimidierende Leere.

Im Ueberfluss dagegen Kriegsinvalide,die nicht am Arbeitsmarkt unterzubringen waren und
selbst schauen mussten,wie sie ueberleben,da es fuer sie aus Geldmangel  keinerlei Unter-
stuetzung gab oder sie eine Invalidenrente beziehen konnten.

Zu der Zeit hatte Berlin etwa 120.000 Einwohner,davon rund 20.000 Militaers.

Ein Ausweg aus der Misere bot sich an,weil ein neuartiges Musikinstrument in Mode kam,das
aber in der Anschaffung sich kaum jemand leisten konnte.

Der Leierkasten oder Werkelkasten war fuer viele der Strohhalm,der sich als Rettung anbot.

Jedoch um durch die Strassen ziehen zu duerfen,bedurfte es einer Lizenz.Diese wurden auch
grosszuegig erteilt,weil man sich mit dieser Massnahme der Fuersorge des Staates fuer die
im Feld Verwundeten,entsorgen konnte ohne dass es etwas kostet.

Das geschah sowohl in Berlin als auch in Wien.

In Wien jedoch mussten die Aspiranten zuvor eine "Pruefung"ablegen.Die bestand darin,die
Kurbel,mit der man dem Kasten Musik entlocken kann,im richtigen Tempo zu betaetigen.
Es ist nicht bekannt,dass jemand,auch wenn er einarmig war,bei der Pruefung durchfiel.

Man bekam zwar leicht eine Lizenz,doch man hatte keinen Leierkasten,denn,wie schon er-
waehnt,die waren sauteuer.

Zum Glueck gruendeten sich Firmen,die Leierkaesten gegen einen fixen Tagessatz verliehen.

Der Umsatz,den diese Firmen erzielten,war betraechtlich,denn in Berlin waren 3.000 Werkel-
maenner (in Wien 2.000) taeglich unterwegs.
Die ersten Instrumente konnte man noch tragen,Spaeter,als bessere Mechanik eingebaut war,
wurden sie zu schwer und wurden auf einen fahrbaren Untersatz montiert.

Sodann zogen die Werkelmaenner von Haus zu Haus,spielten in Hinterhoefen und sangen da-
zu.Auch an frequentierten Plaetzen oder vor Durchhaeuser waren sie anzutreffen.Natuerlich
waren Streitigkeiten um bevorzugte Plaetze an der Tagesordnung und manchmal hatte die Po-
lizei alle Haende zu tun,um die Hanseln zu trennen.

Wenn ein Werkelmann im Hinterhof seine Kurbel betaetigte und zur Melodie sang,tanzte das
Aeffchen,das manche an der Kette mitfuehrten,dazu.
Bald oeffneten sich die Fenster der Wohnungen und in Papier gewickelte Muenzen wurden ihnen
zugeworfen.
Man wusste zu honorieren,dass der Werkelmann,seine vaterlaendische Pflicht im Feld erfuellt hat
und nun um seinen Lebensunterhalt kaempft.

Ab 1838 nahm die Anzahl der Werkelmaenner rasch ab.In Wien gab es nur mehr an die 800 und
zum Jahrhundertwechsel kaum mehr als 120.
Ab 1930 wurden in Oesterreich ueberhaupt keine Lizenzen mehr erteilt und als die Nazis kamen,
verboten sie alle oeffentlichen Auftritte.

1958 waren nur mehr 3 wackere Werkelmaenner in Wien unterweg und bald darauf verschwanden
sie,wie auch Pferde,aus dem Strassenbild.

Wahrscheinlich koennen sich nur die Graubaertigsten und Skalplosesten unter uns noch an die ori-
ginalen Werkelmaenner erinnern.

Nur dann und wann kann man sie vereinzelt wieder in den Strassen sehen.Wenn sie an der Kurbel
drehen,bewegen sich keine Nagelwalzen sondern eine Discoscheibe.Als reines Steckenpferdreiten
werden sie von der Obrigkeit eingestuft und verzichtet auf doppelte Buchhaltung,Bilanz und Steuer-
pruefung.

Jock




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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #425 am: 25. Dezember 2019, 10:21:55 »

Ein Mann wie Prince Philip ist in Gluecksfall fuer jede Rentenkasse.

Erst mit 96 Lebensjahre ging er in Pension.Das sollte doch fuer jedermann/frau ein
leuchtendes Beispiel sein.

Respekt und Dankbarkeit sollte man ihn dafuer entgegenbringen,doch die rauhe Wirk-
lichkeit sieht anders aus.

Zuerst hoerte er von seinem Weibe,dass er seine 7 Sachen packen soll und ausziehen,
ausserdem setzte sie ihn zuvor schon zu,dass er seinen Fuehrerschein abgeben soll.
Fuer nutzlose Esser,hat die Queen keinen Platz im Buckingham- Palast.

Also packte er seine Sachen und zog aus.Ein Plaetzchen fand er in Sandringham House,
einer Art Weekendhaus der englischen Koenigsfamilie,wo sie jaehrlich die Zeit von Weih-
nachten bis Ende Jaenner verbringen.

Eine grosszuegige Liegenschaft ist das und das "Haeuschen" war um 1870 ganz modern.

Es hatte damals schon eine Gasbeleuchtung und so etwas wie eine Dusche.

Edward VII. liebte dieses Anwesen,das reichlichen Platz liess,seinem Hobby,der Vogeljagd
zu froenen.Um mehr Zeit dafuer zu haben,liess er eine eigene "Zeitzone" einrichten,die
eine halbe Stunde vor der Greewich Time anzeigte.
Von 1901 bis 1936 wurde die "Spezialzeit" eisern beibehalten,obwohl der Koenig schon 1910
verstorben war.

Das Sterben steht Prince Philip noch bevor,aber bis dahin wollte er sein Leben ohne Belaest-
igungen ausklingen lassen.

Waere da nicht der gefuerchtet Kirchgang mit dem Familienanhang und dem Weihnachtses-
sen.

Die Kirche ist saukalt und die Messe ist ohne 2 langen Unterhosen nicht zu ueberstehen und
das Geschwafel des Pfarrers,ein keusches Leben zu fuehren,ist fuer Philip eine Zumutung.

Daher wollte er heuer dem Ganzen aus dem Weg gehen und liess sich in eine Klinik einweisen.

Der Gedanke,seinen Blick auf ein wohlgeformtes geiles Hinterteil einer huebschen jungen
Krankenschwester werfen zu koennen,loeste Vorfreude aus.

Doch daraus wurde nichts.Die Queen bekam Wind davon und ordnete die Entlassung aus der
Klinik an.

Jetzt ist er wieder im Sandringham House,wo sich fast die ganze Familie versammelt.

Charles ist da,Anne ist da,Edward wird kommen,alle mit ihren Spouses.Nur Andrew wird eine
diplomatische Verkuehlung niederstrecken,die es ihn unmoeglich macht,zu Erscheinen.

Jede Menge an Enkelinnen und Urenkel fuellen das Haus,bis auf Prince Harry.

Er und seine Meghan zogen es vor,bei der Mutter von Megham im fernen Canada die Weih-
nachtstage zu verbringen und man kann hoffen,dass man dort auf die Etikette verzichtet.

Also kein Hofknicks,wenn Harry aus dem Klo kommt und es wird auch keine diplomatische
Verstimmung eintreten,wenn Mutter Meghan sagt" Hey Harry,trag doch bitte den Mistkuebel
hinunter,sei so gut ".

Jock





« Letzte Änderung: 25. Dezember 2019, 10:48:15 von jock »
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #426 am: 31. Dezember 2019, 15:38:45 »

Streifzug durch die Heraldik

Die Vorlaeufer von Wappen finden sich schon im 10.Jhd.So wie heute waren sie Unikate.

Spaeter wurden "Wappen" auf Fahnen und Standarten appliziert,damit die Landsknechte
wussten,wer ist Feind,wer ist Freund.
Einheitliche Felduniformen gab es damals noch nicht.Erst spaeter wurden Uniformen im
Kampf getragen,die sich merklich vom Gegner unterschieden.

Weit leuchtende Uniformroecke zu weissen oder blauen Hosen oder umgekehrt,erleichterten
das Erkennen,ob der,der gerade jemanden totschlaegt,spiesst oder sonst wie umbringt zur
eigenen Mannschaft gehoert.

Ein Ueberbleibsel von dieser,nicht unwesentlichen Ueberlegung findet sich heute auf jeden
Fussballplatz.Nichts ist peinlicher als,einen Querpass zum freien Mittelstuermer der gegner-
ischen Mannschaft zu schiessen und der kaltlaechelnd verwertet.

Dann kam die Zeit,wo Wappen dazu dienten,den Rang,Stand,Herkommen und Familienhinter-
grund anschaulich herauszukehren.

Ein eigenes Wappen fuehrt auch Prinz Philipp und das hat einige Besonderheiten.

Der Schildkoerper zeigt die Verbindung zu Griechenland auf und auf die Herkunft des Batten-
berggeschlechts.
Ueber dem Schild der koenigliche Helm mit 5 Straussenfedern.Die Umrandung des Schildes
bildet den Hosenbandorden ab und unter dem Schild der Wappenspruch.

Interessant sind die Schildhalter,die links und rechts symbolisch den Schild halten.

Bei Prinz Philipp ist es auf der linken Seite ein grosszuegig geschweifter Loewe.Da der Loewe
lackierte Fingernaegel hat,wird oft angenommen,es sei eine Loewin.Aber am zweiten Blick
sieht man ein loewisches Gemaecht und alle Ueberlegungen,ob des sich um einen tierischen
Kathoy handelt,eruebrigen sich.

Bei der rechten Seite des Schildes wird es spannend.

Der Herr,der da laessig den Schild haelt,ist halbnackt,hat einen ausgepraegten "Sixpack" und
ist bewaffnet mit einer Steinzeitkeule.

Er soll den Herkules darstellen,doch bei allen Abbildungen aus der griechischen Antike,findet
man keinen einzigen Herkules,der leuchtendes gruenes Haar hat.

Auch Staedte haben im Allgemeinen ein Stadtwappen - so auch die Stadt Coburg.

Das Stadtwappen ist eine Versicherung,dass sich niemals der verehrte @franzi dort  ansiedelt
oder niederlassen wird.

Er,der einst vor 6 Negern Reissaus genommen hat und die schoene Stadt Innsbruck flucht -
artig verliess,wuerde "an Schiachen" kriegen,nehme er das Stadtwappen ernst.

Es zeigt eine Mohrin (Negerin)mit gekraeuseltem Haar und einem goldenen Ohrring.

Ich koennt ihn aufklaeren,welche Bedeutung das hat,aber ich tus nicht.

In einer versteckten Ecke des Forums finden sich Abbildungen von halbnackten Frauen.Viele
Mitglieder verweilen dort stundenlang.

So g'schamig,wie die Forenleitung damit umgeht,sind die Jamaikaner nicht.

Deren Wappen zeigt nicht nur eine barbusige Schoenheit,sondern erinnert auch ( als Werbung
gedacht) an einen Exportschlager des Landes.

Jock

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #427 am: 01. Januar 2020, 17:18:55 »

Der Fahnentumult in Wien

Als in den ersten Februartagen 1798 ein Herr und sein junges Gefolge die Grenze zwischen Frank-
reich und der Lombardei ueberqueren wollte,war fuer die Grenzbeamten guter Rat teuer.

Die Herren hatten naemlich keine Paesse,sondern nur ein Beglaubigungsschreiben aus Paris,das
bestaetigte,dass es sich bei dem vornehmen Herren um den neuen Botschafter Frankreichs in
Wien handelt.

Unterschrieben war das Dokument von Napoleon selbst und auch der Kreditbrief garantierte die
Auszahlung einer sehr hohen Summe.

Alleine,die Staatskanzlei in Wien war ueberrascht,denn die vorher uebliche Abstimmung ueber
die Person eines Botschafters war ausgeblieben.Ausserdem wollte man keine Botschaft in Wien
sondern nur eine niederrangige Gesandtschaft.

Der Herr und sein Gefolge setzten jedoch die Einreise durch und kamen Mitte Februar in Wien an.

Sofort wurde ein Stadtpalais angemietet,Mobilar,Pferde angekauft und Personal requiriert.

Die oesterreichische Staatsmacht und die Polizei sahen dem Treiben mit Skeptis zu und schmug-
gelten 2 Spitzel ein,die verlaesslich von allen Vorgaenge berichteten.

Jean Baptist Bernadotte war durch und durch gluehender Anhaenger der Franzoesischen Revolu-
tion und ein Mann Napoleons.Den Geist der Revolution fuerchtete man in Wien,wie der Teufel das
Weihwasser.
Waere ja noch schoener,wenn sich das Volk verfuehren liesse und dem Kaiser die Krone vom Haupt
reisst.

Die oesterreichische Diplomatie in Wien begegnete Botschafter Bernadotte mit Ablehnung und um
das Klima zu verbessern,wollte er ein Fest veranstalten.

Im Zuge des Festes hiesste er die Trikolore und mehr hat er nicht gebraucht.

Eine empoerte Menschenmenge stuermte die Botschaft,riss die Fahne herunter und verbrannte sie.

Der Unglueckvogel goss zudem noch Oel ins Feuer,indem er mit gezogenen Saebel herumfuchtelte.
Hinterher beschuldigte er die Polizei und das Militaer,beim Aufruhr untaetig geblieben zu sein und
zog naechsten Tag,samt seiner Entourage ab.

Zur Erinnerung an den Aufruhr,wurde die Gasse ,wo das stattfand umgetauft auf Fahnengasse.

100 Jahre spaeter war das vergessen und als "Dank" schenkte Frankreich den Wienern ein Botschafts-
gebaeude Frankreichs,das eine Perle ist und sich vom umgebenden Gebaeudeensemble markant ab-
hebt.

Das Botschaftsgebaeude wurde ab 1904,nach den Plaenen eines beruehmten franzoesischen Arch-
itekten errichtet und zeichnet das "Art Nouveau " in seiner besten und reifsten Ausformung aus.

Nur die bekanntesten Handwerker und Kuenstler arbeiteten bei der Ausstattung mit.

Alle koennten damit gluecklich sein,doch es findet sich immer ein Haar in der Suppe.

Kaum war das Gebaeude fertig,kam ein fuerchterlicher Verdacht auf,der sich bis heute nicht aus der
Welt raeumen laesst.

Der besagt,dass durch eine Verwechselung der Plaene,das Gebaeude nur irrtuemlich in Wien steht
und es eigentlich als Botschaft in Istanbul errichtet werden sollte.

Verfestigt sich der Verdacht,kann es sein,dass ein wildgewordener Baureferent des Bauamtes von
Wien,womoeglich einen Abrissbescheid erlaesst.

Jock

Nachspann :

Der davongejagte Botschafter wurde spaeter Koenig von Schweden und Norwegen.

Vor einigen Tagen flog die indische Botschafterin von Wien nach New Dehli.Ihren Rueckruf bedauert
nicht nur das osterreichische Aussenministerium,sondern auch das gesamte diplomatische Corps,
das nun auf ausgezeichnete,erlesene Bankette verzichten muss und in die Klagen mischen sich
auch bekannte Juweliere und Flagshipstores ein.





« Letzte Änderung: 01. Januar 2020, 17:34:42 von jock »
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #428 am: 03. Januar 2020, 09:21:19 »

Wer kennt nicht Fernsehbilder aus olympischen Stadien,die die 50 Km - Geher vor dem
Zielband zeigen ?

Die Gesichter sind schmerzverzehrt und mit letzter Kraft "watscheln" sie den Trophaeen
entgegen.
Angefeuert werden sie von ihren Unterstuetzern,die alle Daumen druecken,dass der Geher
die Ziellinie passiert..

Das selbe Szenario konnte man schon am 20.Oktober 1401 beobachten und die "Fans"
des "Athleten" waren besonders darauf bedacht,dass ihm die Kraft nicht ausgehen wolle.

Klaus Stoertebeker war sein Name und in Hamburg steht sogar sein Denkmal.

Dieser Herr war Freibeuterkapitaen und ziemlich erfolgreich.Sosehr,dass ihn die Hanse
unschaedlich machen wollte.Nachdem er gefangen genommen wurde,wurde er und seine
73 Kumpanen zum Tode durch Enthaupten verurteilt.

Das Urteil wurde,nicht unerwartet,nicht gerade von den 74 begruesst und bedungen sich
aus,dass alle jene,die der enthauptete Stoertebeker kopflos an der Reihe der anderen Ver-
urteilten vorbeischreiten kann,begnadigt werden sollen.

So geschah es auch.Herr Stoertebeker schaffte es noch an 11 Deliquenten vorbeizugehen
bis ihn der Scharfrichter ein Bein stellte.
Darauf wurden die Anfeuerungsrufe eingestellt und statt dessen riefen sie Foul und Schieb-
ung.

Wie Politiker so sind,vergessen sie gerne ihre Versprechungen,so auch die Ratsherren von
Hamburg.
Von eine Begnadigung wollten sie nichts mehr wissen und der Scharfrichter enthauptete alle.

Hinterher hatte er einen Muskelkater und war in seiner Ansicht bestaerkt,dass Enthauptungen
mit dem Schwert nicht das Ideale sind,jemanden hinzurichten.

Dieser Ansicht war auch der Henker von Paris,ein Herr Carles Sanson,als er sich zwischen
1792 und 1798 gemeinsam mit dem Arzt Joseph- Ignace Guillotin zusammentat,um ein human-
itaeres Projekt anzuleiern.

Eine Maschine wurde gebaut,die einen sofortigen Tod eines Hinzurichteten gewaehrleisten soll.

Moeglichst schmerzlos soll das ablaufen und verhindern,dass die Koepfe der Hingerichteten
hinterher noch auf Reize reagieren.
Nach einigen Versuchen mit Schafen,wurde das Gewicht des Fallbeils verstaerkt und funktion-
ierte sonst anstandslos.Zumindest sind Beschwerden von Guilottinierten nicht bekannt.

Nur bei der Enthauptung des Ludwig XVI.gab es eine Panne.

Da er die Verurteilung als ungerecht empfand,bekam er darauf hin einen dicken Hals.Daran
blieb das Fallbeil stecken und musste nochmals aufgezogen werden.

Alle Humanisten sind sich einig,dass diese Art der Hinrichtung der Vergangenheit angehoeren
soll.

Daher ueberrascht,dass der Opa v.k.A.kuerzlich ein flammendes Manifest niederschrieb,worin
er fordert/voraussagt,dass " Koepfe rollen"muessen bzw.werden.Das im Zusammenhang einer
Rundfunkstation und eines verunglueckten Kinderliedes.

Naja,war wohl wallendes Revolutionsblut,das uebergeschossen ist.

Jock












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