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Autor Thema: Geschichten aus der Geschichte  (Gelesen 50901 mal)

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #360 am: 02. Juni 2019, 11:19:30 »

Komm grosser schwarzer Vogel                     (Ludwig Hirsch)

Die Freundin meiner Frau,die schon seit Ewigkeit in Oesterreich lebt,war zum Fruehstueck
eingeladen.

Der Tisch war reichlich gedeckt,nicht nur Thaifood,sondern auch etwas fuer mich war dabei.
Gebratener Schinken,gebratenes Ei,mit Knoblauchbutter bestrichener Toast,Kaffee u.s.w.

Als ich zum Fruehstueckstisch kam,fuehlte ich mich etwas unwohl.Ich knabberte lustlos am
Toast,den Schinken liess ich ueberhaupt,der Kaffee schmeckte anders und die Zigarette daem-
pfte ich bald aus.

Ich entschuldigte mich und wollte mich noch eine gute Stunde hinlegen,in der Hoffnung nach-
her geht es mir besser.

Als ich aufwachte war es schlimmer geworden.Der Hals brannte und die Nase rann.Und dann
noch das Haemmern im Kopf.
Wieder schlummerte ich ein,Furien jagten in meinen Traeumen und langsam daemmerte es mir,
dass mein Leben wohl zu Ende gehen wird.

Gleich war ich schweissgebaden,kurz darauf schuettelte es mich vor Kaelte.Alles nahm ich weit
von mir wahr und ich war schwach dagegen anzukaempfen.

Als ich nach einem kurzen Schlaf erwachte,war es mir gewiss - die Sache ist ernst.

Durch die Glasfront zum Ankleidezimmer sah ich,dass meine Frau buegelte. Eine schwarze Hose
und ein ebenfalls schwarzes Oberteil.

Komm grosser schwarzer Vogel bettelte ich,lass mich nicht lange warten.Fliegen wir rauf mitten
in den Himmel und ich werde lachen und schreien und kapieren,worum sich alles dreht.

Dann stand aber meine Frau vor mir und reichte mir ein paar Pillen.Willenlos schluckte ich sie
und verfiel wieder ein einen Schlaf.

Dieser Schlaf war tief und die Furien hatten eine Pause eingelegt.Naechsten Morgen fuehlte ich
mich schon besser und am Nachmittag stand ich schon auf der Terrasse und zuendete mir eine
Zigarette an.Sie schmeckte herrlich und neuer Lebensmut kehrte in mir ein.

Stolz war ich auch,denn ich hatte den Tod niedergerungen und den grossen schwarzen Vogel ver-
scheucht.

Dann begegnete ich der Freundin meiner Frau.

He,sagte sie zu mir,ich habe gehoert du hattest eine leichte Halsentzuendung und eine rinnende
Nase.

Das sass ! Wieso koennen Frauen nicht verstehen,dass Maenner immer mehr bei grippalen In-
fekten leiden und ihnen daher etwas mehr Empathie gut tun wuerde.

Jock
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #361 am: 07. Juni 2019, 13:04:24 »

Verdammt,wieder daneben fluchte ein royaler Grenadier,als der letzte Schuss abgefeuert
war und Donald Trump immer noch wie eine Eiche stand.

Waehrend die Salutschuesse abgegeben wurden,kreisten die Gedanken Donald Trumps
um die altmodischen Kanonen und dachte an einen Waffendeal,der den Englaendern,gegen
gutes Geld,mit moderneren Waffen ausstatten koennte.

Die Kenntnis ueber die Anzahl von Saltuschuessen ist eine Wissenschaft,die nur der Ober-
hofzeremonienmeister beherrscht.

Sind es 21 Abfeuerungen oder doch 41,vielleicht sind aber 61 angemessen ?

Das kommt darauf an,ob die Abfeuerungen auf koeniglichen Grund erfolgen ( 20 Schuss
zusaetzlich)und obendrauf noch weitere 20,wenn sie auf dem Grund der City of London
erfolgen.

Aber das waere einfach.Anlaesslich der Geburt des ueberuebernaechsten Thronfolgers
wurden103 Saltutschuesse abgegeben.Als man Queen Mum zu Grabe getragen hat,erklang-
en 101 Salute.

Wird die Geburt eines Thronfolgers erwartet,ist nicht nur der werdende Vater nervoes,sondern
auch der Kommendant des Grenadiersbataillon.Es kommt naemlich auf die Stunde der Nieder-
kunft darauf an,wann geballert wird.

Sonntags nie,das steht fest.Daher ist es bei der englischen Koenigsfamilie ueblich,dass der
Zeuger 9 Monate vorrechnet und achtet auf das Fallen der Sonntage,bevor er sich ans Werk
macht.

Auch in Deutschland werden und wurden Saltute abgeschossen.

Der Kaiser und die Kaiserin gaben sich mit 33 Schuessen zufrieden.Koenige und andere Kaiser
wurden mit 21 Schuessen empfangen.Die Rangordnung ging hinunter bis zum Vizekonsul,dem
nur 5 Schuesse in den Ohren gellten.

Nicht so bescheiden geben sich die Luxemburger.Die Abschiedskanonade fuer den verstorb-
enen Grossherzog Jean lag bei 101 Abfeuerungen.

In den USA werden gefallene oder verstorbene Militaerangehoerige mit Salutsalven verab-
schiedet.Meist werden dafuer Gewehre verwendet und keine Kanonen.

Diese Reverenz gilt jedoch nicht nur den Soldaten sondern auch den verstorbenen oder ge-
fallenen Militaerhunden.

Ich kann berichten,dass anlaesslich meiner Geburt im Spaetherbst 1944 den ganzen Tag
ueber Kanonenschuesse und Gewehrsalven zu hoeren war.

Mein anfaenglicher Stolz darueber verflog,als man mir erzaehlte,dass auf der einen Seite
die Deutsche Wehrmacht feuerte was das Zeugs hielt und auf der anderen Seite die Sowjet-
armee.

Jock




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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #362 am: 13. Juni 2019, 11:00:37 »

Sepperl war der aelteste Sohn von Onkel Wilhelm,einem Bauern aus Schrems.

Er lehnte ab,den Hof dereinst zu uebernehmen und lernte Schlosser.Mit dem ver-
dienten Geld kaufte er,anfangs der 50ger,ein Motorrad der Marke Puch.

Sepperl fiel nie besonders auf,ausser dass er viel Zeit mit dem Putzen seines Motor-
rades verbrachte.

Ploetzlich,eines Sommers war er weg und kam eine Woche spaeter wieder.

Und da war er ein Held,denn auf seinem Motorrad war ein gruener Sticker befestigt,
das ein grosses " G " zeigte und darauf stand "Grossglockner Hochalpenstrasse" und
im Bildteil war nicht nur der Grossglockner abgebildet sondern auch ein stilisiertes
Motorrad.

Damit war allen klar,er bezwang den "Glockner".

In der damaligen Zeit war die Befahrung der Glocknerstrasse eine Herausforderung.

Die Glocknerstrasse ist eigentlich ein Unding,denn sie kann nur in den Sommermonaten
befahren werden und ist nicht geeignet,die Verkehre von Nord nach Sued oder von Sued
nach Nord entscheidend zu entlasten.

Warum baut man daher ein solches 47 km langes Strassenstueck ?

1930 wurde mit dem Bau der Strasse begonnen,nach einigen Jahren der Planung und be-
reits 1935 voll eroeffnet freigegeben.
Der urspruengliche Gedanke,dass man nach der Abtretung von Suedtirol an Italien,
eine kuerzere Verbindung zu Oesttirol schaffen wollte,trat in den Hintergrund und zwei
andere Beweggruende puschten das Vorhaben.

Zu einem wollte man der grassierenden Arbeitslosigkeit etwas entgegen setzen und weiters
dachte man an den aufkommenden Tourismus.

3.200 Arbeiter waren an der Baustelle beschaeftigt und nur wenig schweres Geraet konnte
eingesetzt werden.Schaufeln, Krampen,ein paar Presslufthaemmer sowie Muskelkraft wurden
aufgeboten um ein gewuenschtes Weltkulturerbe zu schaffen.

Autos,die zusammen mit Sepperl sich die Kehren hinaufarbeiteten,achteten darauf,dass die
Motoren nicht heissliefen.Heute bleibt nur im Ausnahmefall einmal ein Fahrzeug haengen.
Die Verwaltung der Hochalpenstrasse zaehlt jaehrlich 700.000 Besucher und nach wie vor
wird das grosse " G' gerne gekauft.Entweder als Sticker oder als Metallemblem.

Aber nicht nur das- auch Pants fuer Damen (mit Glocknermotiv) werden um 25 Euro ange -
boten.Fuer Herren gibt es sie auch,nur die kosten dann 29 Euro.

Eben erst gelang der Durchstich auf der Glocknerstrasse.Von Sued nach Nord und von Nord
nach Sued sind Schneefraesen im Einsatz,um die Strasse vom Schnee zu befreien.

Ein normaler Winter,berichtet der Einsatzleiter. Es war nur bis zu 10 m hoher Schnee zu be-
seitigen. Im Gegensatz zu 1953,wo die Schneedecke 21 m hoch war.Das war gehoerig Arbeit,
die bis zu 350 Mann einen ganzen Monat beschaeftigte.

Jedes bessere Radrennen fuehrt ueber die Glocknerstrasse - die Oesterreichrundfahrt fast
immer,aber auch der Giro d'Italia besuchte schon das Fuschertoerl.

Wenn ausgemergelte Typen mit wunden Hintern als Erste oben ankommen,bezeichnen sie
sich als "Glocknerkoenig".

Auch Sepperl war kurze Zeit ein solcher und wollte noch seinen Ur-Enkerln davon erzaehlen.

Doch mehr und mehr war im kleinen Ort das markante "G' zu sehen und sein Nimbus als
"Koenig" verblasste.

Zwar hatten einige Schlitzohren bei anderen Schlitzohren in Heiligenblut das " G " gekauft
und den Glockner nur von Ferne gesehen,was Sepperl allerdings die Laune so verdarb,dass
er auf Kinderzeugen verzichtete.

Jock



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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #363 am: 17. Juni 2019, 10:04:05 »

Der Haeuselbauer

Der Anfang jedes Einfamilienheimes ist eine selbst angefertigte Skizze.

Auf Milimeterpapier und Lineal wird der Rohplan entworfen und mittels Radiergummis dutzende-
mal geaendert,bis der Entwurf den Vorstellungen entspricht.

Auch im Jahre 1863 gruebelte ein Mann ueber seine Skizzen fuer ein bescheidenes Eigenheim.

Es soll nur 8.100 m2 gross werden die sich auf 269 Raeume aufteilen.Die besten Materialien
sollen eingesetzt werden und technisch soll es auf dem letzten Stand sein.
Das komfortable Leben seiner Familie war ihm heilig und dafuer scheute er weder Kosten noch
Muehe.

Es kam,wie es kommen musste.Der Bauherr und seine Architekten waren bald uebers Kreuz.

Dabei war es gar nicht einfach fuer das Projekt einen Architekten zu finden,denn der Bauherr
entpuppte sich als Geizkragen,der den Architekten nur 3.000 Taler zahlen wollte,obwohl er
wissen musste,dass unter 6.000 Talern kein namhafter Fachmann zur Verfuegung steht.

Auch des Bauherren staendige Einmischungen und Mahnungen schneller zu bauen,vergraemte
eine ganze Reihe von diesen,die zuerst wutentbrannt die Baustelle verliessen und dann kuendigten.

Endlich,1 1/2 Jahre spaeter als geplant war das Haeuschen fertig und die Familie konnte ein-
ziehen.Gluecklich war der Hausherr trotzdem nicht.

Jede Nacht schreckte er auf,wenn wo im Hause die Klospuelung getaetigt wurde.Auch die
Temperaturregelung in den Raeumen war fuer seinen Geschmack unbrauchbar und ausserden
war es ueberall zugig.

Um die Maengel abzustellen waren groebere Umbauarbeiten und Investitionen notwendig.

Ein eigenes Gaswerk wurde errichtet,dann ein eigenes Elektrizitaetswerk.Das hauseigene Wasser-
werk liefert nicht genug Wasser und das Haus musste an die oeffentliche Wasserversorgung an-
geschlossen werden u.s.w.

Zumindest hatte die Familie nicht unter Personalmangel zu leiden.

Da gab es eine Unzahl an Koeche,Hausmaedchen,Diener,Kutscher,Bueglerinnen,Weissnaeherinnen,
Gaertner,Friseure,Stallburschen,Bibliothekare,Tierpraeparatoren,ein eigener Arzt ect.ect.

1914 waren es 648 Personen,die auf der Gehaltsliste standen und wenn eine grosse Abendgesell-
schaft angesagt war,wurde zusaetzliches Personal rekrutiert.

Alfred Krupp,der das Objekt,das als Villa Huegel weithin bekannt ist,erbaut hat,haette sich ein Bei-
spiel an mir nehmen koennen,wie man so ein Projekt nervenschonend ueber die Buehne bekommt.

Von Haus aus war die Rollenverteilung klar.Bauherrin war meine Frau,ihre Brueder die Architekten
und Baumeister.Meine Stellung war die des Finanziers.

Laengst war das Bauwerk fertig,als ich es zum erstenmal sah - und staunte.

Hoechste thailaendische Improvisationskunst vereinigte sich mit hausfraulichen Beduerfnissen.

Trotzdem konnte mir niemand so recht erklaeren,warum die Kueche 8 m lang aber nur 1,60 breit
ausfallen musste.
Lange gruebelte ich auch,warum im Wohnzimmer ein maechtiges Handwaschbecken angebracht
wurde und warum man im Badezimmer eine grosse Badewanne installierte,die nur eine Kaltwas-
serzufuhr hatte.

Hunderttausende Bath spaeter ist das Haus geraumig und gemuetlich geworden.Aus der Bade-
wanne bluehen im Garten die schoensten Blumen und die Kueche hat 50 m2 mehr Flaeche dazu
gewonnen.

Auch von der personellen Seite her,bin ich hochzufrieden.

Die Maid kommt 3 x die Woche,raeumt auf,waescht Geschirr ab,kuemmert sich um den Garten,
buegelt die Waesche,achtet darauf,dass immer kaltes Bier im Kuehlschrank ist und kocht mir
immer Kaffee.
Auch unsere Hunde klagen nicht.Puenklich um 4 h wird ihnen die Futterschuessel unter die Nase
geschoben.

Alles waere paletti,wenn sie denn doch endlich den Hofknicks besser beherrschen wuerde.

Jock







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