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Autor Thema: Aus meinem Papierkorb  (Gelesen 48154 mal)

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hmh.

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Re: Limburg ist überall
« Antwort #195 am: 19. Oktober 2013, 02:44:01 »

im Stuermer oder im Voelkischen Beochachter war so etwas in diesen Stil zu lesen,wenn es gegen die Juden ging.

Nur die beleidigenden Formulierungen stoeren mich.

Lieber Jock, es tut mir aufrichtig leid, wenn ich empfindsame und im Grunde redliche Seelen verletze (wirklich!). Ich mache das nicht absichtlich, schon gar nicht in Deinem Falle, aber andererseits bin und bleibe ich lieber für Klartext bekannt denn es als Weichspüler zu werden. (Deshalb habe ich meine Meinung auch lieber hier geschrieben, sozusagen im eigenen Papierkorb, anstatt das andere Thema zu sprengen...)
Deine Argumentation wird für mich nicht überzeugender, wenn eine Art Judenkeule ins Spiel kommt, um sie mir unterzuschieben. {;

Davon distanziere ich mich. Ich fände es abwegig und rassistisch, Kleriker, eine Gruppe Menschen mit selbstgewähltem Beruf, mit einem Volk, nämlich Juden, zu vergleichen.

Fromme Kleriker und ihr engagierter Anhang waren im Laufe der langen Kriminalgeschichte des Christentums sehr oft die größten Judenhasser, siehe den protestantischen Ersatzheiligen Luther. Neben dem Judenhaß kam bei ihm auch noch die offene Frauenverachtung, das Herabschauen auf Behinderte, Bauern und sozial zu Kurz gekommene hinzu, ebenso wie für ihn selbstverständlich auch noch der Krieg mit allen seinen Toten gottgewollt war. {+
(Damit es hier nicht immer nur gegen die Katholen geht, die einem ja langsam fast leid tun können.  :o )
 
Aber zum Kern (nein, nicht Achim  {; , sondern den Deines Beitrags):

Man mußte schon vor dem dritten Reich sehr lange suchen, bevor man jemals, wenn überhaupt, einen leibhaftigen Juden zu Gesicht bekam, der wie eine Made ohne erkennbare Gegenleistung im (oben symbolhaft so genannten) Speck seiner Mitmenschen lebte. Wer so etwas gar für ein ganzes Volk behauptet, wie es leider nicht nur in unserer "tausendjährigen" Geschichte der Fall war, ist nicht recht bei Trost.

Bei Klerikern mußt du dagegen überhaupt nicht lange suchen, weil das Leben als Made im Speck geradezu das Lebensmodell vieler dieser Leute ist. Vielleicht beschreibe ich mal gelegentlich zwei konkrete Beispiele, die ich leider persönlich kenne.

Im Grunde halte ich es aber vor allem für ein Armutszeugnis für uns alle, daß es eine eitel und selbstgefällig auftretende Gruppe immer noch fertigbringt, sich von Mitmenschen nur aus dem einen kuriosen Grund aushalten zu lassen, daß sie so tun, als würden auch sie die frommen Märchen glauben, die sie uns aufzuschwatzen versuchen.

Sie behaupten, uns von Krankheiten zu heilen, die wir ohne sie gar nicht hätten (der Satz steht, glaube ich, so ähnlich bei Deschner).

Sie bringen es fertig, sich von uns allen für diese für Jedermann eigentlich sofort durchschaubaren Nichtigkeiten sogar noch bezahlen zu lassen.

Welcher andere anschauliche Vergleich trifft auf sie denn sonst zu wenn nicht "Maden im Speck"?

Die christliche Kirche und alle anderen mir bekannten großen Aberglauben mit Ausnahme von derjenigen des Fliegenden Spaghettimonstrums und allenfalls vielleicht noch des fundamentalen Jainismus (über den ich allerdings noch nicht sehr viel weiß) scheinen mir intellektuelle und moralische Leichen zu sein.

Leider sind die Religionsgemeinschaften sehr große Leichen und sie werden deshalb, bis sie endlich verrottet sind, noch lange stinken und Hirne vernebeln, ob mit oder ohne Weihrauch.

Die Gleichsetzung der selbsternannten irdischen Vertreter dieser göttlichen Leichen mit Juden als Vertreter eines Volkes ist mir jedenfalls fremd und auch nicht nachvollziehbar.
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vicko

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Re: Limburg ist überall
« Antwort #196 am: 19. Oktober 2013, 02:58:45 »

@hmh

Deine Berichte vor Ort sind wirklich unfassbar, skandalös und traurig zu gleich es fehlen einem einfach die Worte.

Wen es jemals einen Rabbiner/Wanderprediger Namens Jesus von Nazaret gegeben haben sollte, was bis heute nicht bewiesen wurde, "ER" würde sich im Grabe umdrehen und das "Haus" zerstören, wie schon im Alten Rom.   {*  

Zum Glück, warten die Juden immer noch auf ihren Erlöser !
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2013, 03:11:35 von vicko »
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hmh.

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Re: Limburg ist überall
« Antwort #197 am: 21. Oktober 2013, 04:10:05 »

Das kann man so nicht stehenlassen, würde aber das andere Thema wohl endgültig sprengen:

Gläubige..., verhöhnt und verspottet (Märchenwelt), ... Dinge differenzierter betrachten.
Die Kirche und ihr Glaube ist für Millionen Christen das einzig reale im Leben, egal, wie man selbst dazu steht.
Toleranz...schon mal davon gehört?

Mit einer so verdrehten Sicht kann man meiner Meinung nach eigentlich nur „argumentieren“, wenn man rettungslos frommgewaschen ist. Ich kann beim besten Willen nicht die Spur von Mitleid mit "Millionen Christen" entwickeln, für welche "die Kirche und ihr Glaube das einzig reale im Leben" ist. Beim Teutates, was für ein Leben!

Es sind doch auch nicht rationale Menschen, die nicht trollerant wären oder gar Sonderrechte für sich beanspruchten. Welchen Atheisten interessierten denn die frömmelden Sektierer oder Heuchler, wenn sie ihn denn in Ruhe lassen würden? Nicht die Bohne!

Sollen sie doch an den Käse oder an die Tomate ihrer Wahl oder an Elvis glauben oder an Kylie Minogue :-* oder auch nicht, aber bitte andere nicht damit nerven oder ihnen vorschreiben, daß man, um nur ein Beispiel zu nennen, ihr persönliches Marterholz an der Wand trollerieren muß, wenn man öffentliche, von allen bezahlte Einrichtungen aufsucht.

Die einzigen angemessenen Plätze für Kreuze in öffentlichen Räumen sind meiner Ansicht nach Sado-Maso-Studios, und zwar vorzugsweise in der Form eines Andreaskreuzes. ;}
Aber nicht mal das können sie, diese verbissenen alleinseligmachenden Frömmler: Nach 2000 Jahren endlich mal ein neues Logo, das allen Beteiligten Spaß machen könnte!  :]

OK, Spaß beiseite:

Ich besuche gerne historische Kirchen und Kirchenburgen, ja ich wohne sogar neben einer Kirche und mag das Orgelspiel, das gelegentlich zu mir herüberschallt, wenn dort geübt wird und auch das Glockenläuten stört mich überhaupt nicht, im Gegenteil. Mittelalterliche A-capella Chöre finde ich großartig und Johann Sebastian Bach war meiner Meinung nach der größte Musiker aller Zeiten, wenn es mir auch lieber gewesen wäre, wenn er schon so frei gewesen wäre, daß er seine große Kunst nicht nur an einen erfundenen blutrünstigen und gemeinen christlichen Gott hätte verschwenden müssen.

Apropos Bach und Kirchenmusik: Die letzten etwa 20 Exemplare des schönsten Buches über Bach, gesetzt in Dürer Fraktur 14 Punkt ist übrigens bei meinem Verlag erhältlich, falls einer mal was wirklich erbauliches zu einem frommen Thema will:



Ich verlange, trollerant wie ich bin, nicht, daß andere Leute irgendwelche Steuern für den Ausbau meiner Kirche für das fliegende Spaghettimonstrum oder für die weltweite Pastafari-Mission zahlen sollen, ich verlange nicht, daß sie Abbildungen seiner monströsen Heiligkeit für irgendwelche Schulräume oder Gerichte anzuschaffen haben, ich will keine kostenlosen Sendeplätze im Fernsehen oder im Radio für die Innere Pastafari Mission und ich würde noch nicht mal verlangen, daß andere Leute gefälligst ein Nudelsieb als höfliche Kopfbedeckung aufsetzen, wenn sie die Kirche des fliegenden Spaghettimonstrums besuchen.  --C

Umgekehrt ist das in einmütiger ständiger Penetranz dieser Leute sehr wohl der Fall. Diese religiös verbrämte Dummheit und dreiste Heuchelei, frech und fordernd wie sie seit Jahrhunderten daherkommt, verlangt immer und überall Sonderrechte. Warum? Weil die organisierten Märchenerzähler dieser organisiert Halluzinierenden sich merkwürdige Gewänder umhängen und rote Schuhe anziehen und allen Ernstes meinen, daß sie im Zuge dieser zur Schau gestellten Folklore der Einfalt und berechnenden Heuchelei was besonderes oder gar eine moralische Instanz wären?

Warum sollte ein vernünftiger Mensch ein derartig egozentrisches Weltbild, ein so intolerantes und diskriminierendes und im Grund zugleich im höchsten Grade lächerliches und eines denkenden Menschen unwürdiges Verhalten in irgendeiner Weise achten?

Und worin besteht eine Beleidigung, wenn ich einen Paulus oder einen Bischof Huber oder einen Dorfpfaffen oder sonst einen dieser Leute genau wie die Brüder Grimm oder Gustav Schwab einen Erzähler von Märchen und Sagen nenne. Noch Höflicher und zurückhaltender geht die Wahrheit beim besten Willen nicht. {;

Von der Penetranz der ewig beleidigten Mohammedaner, wenn man sie nicht automatisch für was besseres hält will ich hier gar nicht erst anfangen.

Haben wir hier vielleicht Leute am Lagerfeuer, die irgend etwas aus diesen heiligen Märchenbüchern einmal selbst erlebt haben oder sonstwie bezeugen könnten? Das wäre dann nämlich etwas anderes. In diesem Falle befördern wir selbstverständlich unaufgefordert alle beteiligten klerikalen Märchenerzähler umgehend zu Tatsachenberichterstattern.  }}
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samurai

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Re: Aus meinem Papierkorb
« Antwort #198 am: 21. Oktober 2013, 07:21:48 »

HMH,
Du sprichst mir aus der Seele.


Die Onkelz bringen es mit ein paar Textzeilen im Lied "Kirche" auf den Punkt:

Zitat
Du bezahlst für ihren Segen
Für die Angst vor dem Tod
Dein Geld hält sie am Leben
Gibt ihnen ihr täglich Brot
Du hängst an ihren Lippen
Und Du glaubst, daß Du sie brauchst
Dann klammer Dich an sie
Bis Du verfaulst

Ich scheiße auf die Kirche
Ihren Papst und seinen Segen
Ich brauch' ihn nicht als Krücke
Ich kann alleine leben
Falls Du das nicht kannst
Ja, falls Du ihn brauchst
Werde mit ihm glücklich
Doch zwing mir nicht Deinen Glauben auf
http://www.songtextemania.com/kirche_songtext_boehse_onkelz.html
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Ein Leben ohne Strand ist Moeglich, aber sinnlos. 

jock

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Re: Aus meinem Papierkorb
« Antwort #199 am: 21. Oktober 2013, 10:21:14 »

@hmh

Dass Kreuze (auch in der Ausfuehrung eines Andreaskreuzes) in Sado-Macho Studios
besser platziert waeren,kann ich mangels Kenntnis und Erfahrung nicht beurteilen.

Da verlasse ich mich ganz auf deinem Befund.(o,k. Spass beiseite )

Aber sonst kann man viel von der Methodik der Kirche lernen.Nimm doch die
wunderbaren schweren Brokatgewaender  her.Sie symbolisieren das Besondere,das
sich Abhebende aus der grauen Masse.

Selbst Chowns fahren auf demselben Zug.Oder kannst du dich an einen erfolgreichen
Possenreisser erinnern,der im schlichten Zweireiher auftritt? Selbst Fernsehgroessen
wie Gottschalck oder Hella von Sinnen (nomen est omen) ziehen sich bunt an und bringen
es so zu Wohlstand und Schlossbesitz.

Nimm auch als Beispiel her,wie erfolgreich das Schliessen von Allianzen sein kann,wenn
man es richtig macht.Die Allianz zwischen Chrysler und Mercedes ist schon laengst ge-
gessen,wirken die Allianzen der Kirche noch immer erfolgreich nach und halten ein paar
Jahrhunderte locker.

Auch die Abteilung "Verkauf" ist in der Kirche hoechst erfolgreich.

Eine bunte Verpackung fuer ein Produkt,das Sehnsuechte befriedigen soll,sorgfaeltig
am Markt platziert und schon rollt der Rubel.

Die Werbe- und Verkaufsstrategen von Procter und Gamble haben davon gelernt und
wuerden ziemlich alt aussehen,koennten sie nicht auf die Erfahrung der Kirche zurueck-
greifen, wie mans richtig macht.

Die Kirche denkt und handelt in langen Zeitraeumen und du wirst sehen,dass sie auch
die Limburger Geschichte unbeschadet ueberstehen wird.

In zwei Jahren schon,ist der Bischof aus dem Gedaechtnis der Leute verschwunden,
ausser er heiratet Heidi Klump und die ARD uebertraegt die Zeremonie live.


Jock


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arthurschmidt2000

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Re: Aus meinem Papierkorb
« Antwort #200 am: 22. Oktober 2013, 10:29:54 »

Da war der preußische König Friedrich II doch schon erheblich weiter, als er schrieb:

Die Religionen Müßen alle Tolleriret werden und Mus der Fiscal nuhr das Auge darauf haben
das keine der anderen abruch Tuhe, den hier mus ein jeder nach Seiner Faßon Selich werden
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Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.

Seeteufel

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Re: Aus meinem Papierkorb
« Antwort #201 am: 22. Oktober 2013, 12:06:59 »

@hmh.:
Danke für deine Meinung, du sprichst deutliche Worte, warum auch nicht...
Wie ist das denn mit dem Buddhismus...siehst du die Dinge dort ähnlich konsequent?
Ich meine, da gibt es ja durchaus auch ein paar aktuelle "Geld-Skandale".
Mir liegt es fern, die (für uns) oft eigentümlichen buddhistischen Bräuche zu kritisieren.
Und wenn ich ehrlich bin, manchmal kann ich den "spürbaren Frieden" in einer Tempelanlage
sehr geniessen, auch ohne einen anerzogenen Bezug dazu zu haben.
Ich möchte diese Dinge nicht missen, aber sie kosten auch Geld, viel Geld. Und nun?

Mir steht es nicht zu, die aber Millionen von Menschen, direkt oder indirekt, für dumm (oder verdummt) zu erklären,
weil sie an irgend einen Gott oder Propheten glauben, den ich mir- falls überlesen- auch nicht vorstellen kann.

Und als Randbemerkung, ohne unterstellenden Charakter an andere User:
Ich bin so ziemlich das Gegenteil von gläubig und auch sonst als umgangssprachlich "normal" zu betrachten.
Doch, ich bin tolerant gegenüber allen Menschen oder/und "Strömungen", wenn ich dafür nur respektvoll behandelt werde und
so lange keine chauvinistischen Handlungen praktiziert werden.
Egal ob Juden, Moslems, Buddhisten, Katholiken, Schwule, Lesben, Schwarze, Reiche, Banker, Huren, Gebrauchtwagenhändler...nur, was mir gerade so einfällt.
Der Missbrauch von (Steuer-)Geld steht auf einem anderen Blatt Papier, das geht nicht,
auch nicht im Namen der Kirche- vollkommen einverstanden!
Diese Welt hat ganz sicher zu grosse Probleme, um Geld für Prunk und Protz zu verschwenden.
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shaishai

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Re: Aus meinem Papierkorb
« Antwort #202 am: 22. Oktober 2013, 12:19:42 »

....
Wie ist das denn mit dem Buddhismus...siehst du die Dinge dort ähnlich konsequent?
.....

religion ist opium fürs volk.

selbstverständlich bin ich tolerant gegenüber denjenigen, die dieses opium konsumieren.
soll halt jeder nach seiner facon glücklich werden.

die oberen sind die dealer und meist deutlich realistischer als die kleinen konsumenten.
können dies natürlich nicht nach aussen tragen, würden sich ja ins eigene fleisch schneiden...
schliesslich führen die oberen immer ein finanziell abgesichertes leben...

geld und macht, egal ob politik oder religion, das ist, was zählt...


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Seeteufel

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Re: Aus meinem Papierkorb
« Antwort #203 am: 22. Oktober 2013, 12:23:53 »

@shaishai:
Deine Antwort gefällt mir, so, zum Beispiel, verstehe ich Toleranz! ;}
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hmh.

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Die schönste Abhängigkeit: mannhaft einander zu lieben
« Antwort #204 am: 03. November 2013, 22:28:59 »

Wusste gar nicht dass die Deutschen so ein bl. . Volk sind

Dass es in der Schweiz viel mehr echte Demokratie gibt, ist ja wohl nicht Dein Verdienst.

Zitat
Daß Kleist sich vor dem eigenen Dämon auf einer Insel der Aare retten wollte, indem er das einfache Leben, wie Rousseau es gepriesen hatte, annahm, ist kaum von ungefähr.

Siech, gebrochenen Herzens, war ein sehr ähnlicher Deutscher, Ulrich von Hutten, einst mir seinen letzten Hoffnungen in die Schweiz gekommen, ein Vorspiel Kleists geradezu, auch in der besessenen Liebe zum Vaterland.

Die Schweiz selbst gebar Jeremias Gotthelf, Gottfried Keller und Conrad Ferdinand Meyer, Männer, die ihr Genius schütteln mochte, aber nie vom Heimatboden losriß, starke Erzähler, göttliche Realisten, noch wo sie es mit dem Gedichte hatten.

Wer löst aus der Entwicklung, aus dem Schicksal des deutschen Geistes die einen oder die andern?

Es kann für gewiß gelten, daß von der Schweiz aus gesehen, das "Reich" zuweilen einen unheimlichen Anblick bot, im Guten wie im Argen. Nicht selten verwechseln wir herüben allerdings auch die Schweiz mit einer Idylle. Dort ist Kraft und hier ist Kraft, dort und hier Gefahr, und die schönste Abhängigkeit bleibt es, mannhaft einander zu lieben.

 }}  ]-[

Ludwig Friedrich Barthel: Zwischen Zürich und Locarno. Eine literarische Reise im Jahre 1941. Segnitz: Zenos Verlag 2006, 106. (ISBN 3-931018-17-2, 17,80 Euro)
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Kern

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Die schönste Abhängigkeit: mannhaft einander zu lieben
« Antwort #205 am: 03. November 2013, 23:51:05 »

 Touché und  :D  :]

Allerdings kann man als Bürger in der Schweiz die große und die kleine Politik wirklich mehr mitbestimmen als in D.

Nur einer von vielen Links dazu: http://demokratie.geschichte-schweiz.ch/typen-systeme.html
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Seeteufel

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Die schönste Abhängigkeit: mannhaft einander zu lieben
« Antwort #206 am: 04. November 2013, 12:13:13 »

Lieber Achim

Ich habe oft, vielleicht zu oft, etwas dazu geschrieben, eigentlich ist es nicht mein Ziel, hier die Schweizer zu verärgern.
Meine besten Freunde sind nun mal Schweizer. Im Gegensatz zu den Deutschen, den Weltmeistern im Klagen und
Nestbeschmutzen, verteidigen viel Schweizer ihr Heimatland. Das ist doch auch zu verstehen.

Trotzdem ein paar Anmerkungen:
1. Viele Schweizer nehmen die dauernden Abstimmungen gar nicht mehr wahr bzw. ernst, warum wohl?
2. Der Grund ist der, dass du abstimmen kannst, was du willst, es hapert oft an der Durchsetzung von Volkes Wille.
3. Auffällig oft dann, wenn Volkes Wille Geld kostet. Stichwort: "Wir würden ja gern, aber leider..."
4. Es ist also ein Märchen, dass Ergebnisse von Volksabstimmungen garantiert umgesetzt werden.
5. Leichter tut man sich da mit einem Minarett-Verbot. (55% Wahlbeteiligung)
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/volksabstimmung-schweizer-verbieten-bau-von-minaretten-1885602.html
Ein typisches Beispiel, wie eine Volksabstimmung enden kann: Verlorenes internationales Ansehen, ein schier endlos
streitendes Volk, weil sich auch viele Schweizer dafür schämen und weitere, fast endlose Folgeerscheinungen.
6. Nur als Frage: Ist es immer ideal, wenn ein Volk, quasi aus dem "Bauch heraus", solch schwerwiegende Entscheidungen treffen darf?
7. Die Lobbyisten geben sich im Bundeshaus die Klinke in die Hand, besonders die Bauindustrie hält gern mal einen "Plausch" ab.
Bundesräte sind alles, nur nicht unabhängig....hinter den Kulissen läuft das gleiche Spiel wie in Deutschland.
8. Verschiedene Interessen spalten seit jeher die Gesellschaft. Junge Menschen haben ganz andere Prioritäten, als alte.
Daher ist es leicht möglich, dass (als Beispiel) die Mehrheit gegen Zuwendungen stimmt, wenn es um allein erziehende Mütter, oder allgemein
um Kinder und Familie geht. "Wir wollen keine Staatskinder"- Eidgenossen erinnern sich sicher an diese Parole. Mit anderen Worten, wenn die
abstimmende Mehrheit, aus reinem Egoismus, gegen die Interessen einer bedürftigen Minderheit entscheidet, was passiert dann wohl?
Ist das gerecht? Wären die Politiker, in solchen Fällen, nicht doch die besseren Entscheidungsträger?
9. Für mich gibt es kaum ein Land in Europa, welches sozial kälter aufgestellt ist. Sind Mama und Papa gesund, verdienen sie gutes Geld,
ist die Schweiz ein wunderbares Land für sie. Für Kranke, sozial schwache Menschen, Familien mit mehreren Kindern, oder für Alte
mit kleinen Renten, kann die Schweiz eine Strafe sein. Man sieht oft an den Zähnen der Schweizer, was sie verdienen.
Wenn das die Vorstellung von der perfekten Demokratie ist- nein danke!


Ich war Fahrer für das Bundeshaus, habe einige Bundes- und Ständeräte durch die Gegend gefahren. Natürlich plaudere ich
jetzt nicht aus dem Nähkästchen, gehe nicht ins Detail, es wäre unredlich. Nur so viel:
Wir werden alle ausgetrickst, auch die Schweizer. Direkte Demokratie hin, indirekte Demokratie her- es sind alles Mogelpackungen!

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hmh.

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Re: Die schönste Abhängigkeit: mannhaft einander zu lieben
« Antwort #207 am: 04. November 2013, 20:42:00 »

1. Viele Schweizer nehmen die dauernden Abstimmungen gar nicht mehr wahr bzw. ernst, warum wohl?

Das ist vollkommen schnurz, bei uns gehen auch manchmal nur 50 % zur Wahl. In anderen Ländern noch viel weniger. - Na und? Spricht das etwa für die Abschaffung der dortigen Demokratie?

2. Der Grund ist der, dass du abstimmen kannst, was du willst, es hapert oft an der Durchsetzung

Genau das ist der Grund, weshalb mehr echte Demokratie nötig ist, nicht weniger!

3. Auffällig oft dann, wenn Volkes Wille Geld kostet. Stichwort: "Wir würden ja gern, aber leider..."

Na und, ist das nun etwa ein Grund für weniger Demokratie?

4. Es ist also ein Märchen, dass Ergebnisse von Volksabstimmungen garantiert umgesetzt werden.

Beschlüsse von Politikern, daß ihr Mobiltelefon nicht mehr abgehört werden darf, werden auch nicht immer umgesetzt. Wenn die Leute etwas wirklich wollen und dies mit der faulen Ausrede der Finanzierung ausgehebelt würde, könnte ja ein weiterer Volkentscheid darüber stattfinden, was zugunsten des ggf. wichtigen Vorhabens künftig eingespart wird.

5. Minarett-Verbot. (55% Wahlbeteiligung) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/volksabstimmung-schweizer-verbieten-bau-von-minaretten-1885602.html Verlorenes internationales Ansehen, ..., weil sich auch viele Schweizer dafür schämen

Auf welchem Planeten lebst Du?

1. Die Schweizer werden in allen Nachbarländern von der großen Mehrheit der Menschen für diesen Mut beneidet. Und die meisten von ihnen hätten sehr gerne auch so ein demokratisches Instrument.

2. Die Fremdschämer in den Talkshows tragen sehr zur allgemeinen Unterhaltung bei und haben deshalb auch eine wichtige öffentliche Funktion! Man muß bedenken, daß die Schweiz immerhin keine Claudia Roth hat und deshalb auf politisch-korrekte Oberleerer und andere durchlaufende Witzfiguren sehr angewiesen ist.  :]

Ist es immer ideal, wenn ein Volk, quasi aus dem "Bauch heraus", solch schwerwiegende Entscheidungen treffen darf?

Die Frage hat keinen Sinn. Du hast hier nämlich das Wort "ideal" mit "bequem" verwechselt.  ;)

7. Die Lobbyisten geben sich im Bundeshaus die Klinke in die Hand, besonders die Bauindustrie hält gern mal einen "Plausch" ab.

Na und? Immer noch besser, als wenn sie sich, wie bei uns, in Brüssel die Klinke in die Hand geben, was wir meistens gar nicht mehr erfahren.

8. Verschiedene Interessen spalten seit jeher die Gesellschaft. Junge Menschen haben ganz andere Prioritäten, als alte.  ... Wenn die abstimmende Mehrheit, aus reinem Egoismus, gegen die Interessen einer bedürftigen Minderheit entscheidet, was passiert dann wohl? - Ist das gerecht?

Ist es denn dort gerechter, wo es umgekehrt geht? Wenn etwa aggressive Minderheiten wie Mohammedaner oder fundamentale Christen, ihren Willen der Mehrheit aufzwingen und Sonderbehandlung fordern? Was glaubst Du, daß diese Leute in einer Demokratie tun, sobald sie selbst die Mehrheit haben?

Wären die Politiker, in solchen Fällen, nicht doch die besseren Entscheidungsträger?

Ja, und zwar dann, wenn sie das tun würden, wozu sie ursprünglich mal gedacht waren: Im Lande herumreisen, sich informieren, und dann bessere Gesetze beschließen.(Punkt.) Statt dessen sind sie längst die größten Lobbyisten überhaupt und verkünden vor jeder Wahl vor allem, was sie ihren Wählern im eigenen Wahlkreis zugeschanzt haben.

9. Man sieht oft an den Zähnen der Schweizer, was sie verdienen.

Man sieht an den Zähnen der Schweizer, wer seine Zähne pflegt oder nicht. Schweizer, die es sich in Thailand gutgehen lassen, scheinen mir auffallend oft ein Problem mit der Mundhygiene zu haben, der Nichtbesitz und die Nichtnutzung einer Zahnbürste scheint mir dabei aber selten am mangelnden Geld zu liegen liegen, eher an einem tiefsitzenden Hygiene- vielleicht auch Erziehungsproblem. Das ist so ähnlich wie bei Käsfüßen, da spielt es bei den Gründen auch nur selten eine Rolle, wer viel oder wer wenig verdient.  ;)
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Re: Aus meinem Papierkorb
« Antwort #208 am: 04. November 2013, 21:07:33 »

Bravo hmh!
 {* {* {*

Kann das ruhig und beherzt unterschreiben.

Gruss aus dem verhangenen November mässigem Wetter Zürich

pattran


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Die Frau ist ein Mensch, bevor man sie liebt, manchmal auch nachher; sobald man sie liebt, ist sie ein Wunder.

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Re: Aus meinem Papierkorb
« Antwort #209 am: 04. November 2013, 21:44:12 »

Ganz wunderbar geschrieben @hmh!!

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