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Autor Thema: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?  (Gelesen 30159 mal)

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jock

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #90 am: 29. April 2017, 12:13:27 »

Das Bildniss der jungen,damals noch nicht Kaiserin, Sissi hing 60
Jahre ueber dem Bett ihres Franz Josephs.

1853 wurde es geschaffen und als Weihnachts -bzw.Verlobungsge-
schenk am Weihnachtstag ueberreicht.

Nachdem Franz Joseph gestorben war,ging dieses Bild an die Erben
ueber und tauchte erst jetzt bei einer Versteigerung wieder auf.

Die Provenienz ist klar - die Familie Habsburg ist der Einbringer,

Der Wert wurde zwischen 300 - 400.000 Euros geschaetzt,erloeste aber
einen Betrag von 1,54 Mio. bei der Auktion.

Soweit so gut !

Aber wieso trennt man sich von einem derartigen emotionsgeladenen
und historischen Werk ?

Wenn man am Rand der Pleite steht,Spielschulden begleichen muss oder
fliesst der Betrag in die Karriere eines zukuenftigen Formel 1 Piloten ?

Jock

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Suksabai

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #91 am: 29. April 2017, 12:32:06 »

Aber wieso trennt man sich von einem derartigen emotionsgeladenen
und historischen Werk ?

Ich hatte vor Jahren das Vergnügen (wirklich!), zwei männliche Mitglieder mit Familiennamen Habsburg kennenzulernen.

Durchaus bodenständige, wenn auch mit überdurchschnittlich guten Manieren augestattete, "bürgerliche" Berufe ausübende Personen.

Ich weiss zwar nicht, ob dieses Bild aus deren Besitz stammt, aber sollte es so sein, könnten sie diese Summe auch als "warmen Regen" ansehen.. . .

lg
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Ich kann, wenn ich will. Und wer will, dass ich muss, der kann mich mal !

Helli

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ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #92 am: 29. April 2017, 18:32:28 »

Wenn man am Rand der Pleite steht, Spielschulden begleichen muss oder fliesst der Betrag in die Karriere eines zukuenftigen Formel 1 Piloten? Jock
Hab' ich das noch richtig in Erinnerung, dass diese Gloria von und zu nach dem Tode ihres Johannes einen Teil ihres Tafelsilbers verkaufen musste(?) wegen ganz profaner Steuerschulden? Offiziell sind die Blaublütigen eben auch nur Bürger eines Staates.
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Ein Moselaner regt sich nicht über Dinge auf, die er nicht ändern kann.

Suksabai

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #93 am: 05. Mai 2017, 18:52:45 »


Steuerhinter­zie­hung: 290.000 Geldstrafe für Ehefrau von Hermann Nitsch

Rita Nitsch hat laut Anklage durch Schwarzverkäufe 190.000 Euro Umsatzsteuer und rund 770.000 Euro Einkommenssteuer umgangen.

Umso erstaunlicher, wenn man das Sujet des "Meisters" kennt:


 {:}

lg

Ach ja, die Quelle: kurier.at
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jock

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #94 am: 05. Mai 2017, 20:15:14 »

Hermann Nitsch ist der derzeit angesagteste Aktionskuenstler 
Oesterreichs.

Seine Werke sind ab 70.000 Euro wohlfeil,wobei es auf die Groesse
des Werkes ankommt,also je groesser desto teurer.

Das oben abgebildete Werk ist ein Schuettbild,das einem gefallen
kann oder nicht.

Der Meister schuettet auf eine Leinwand verschiedene Farben und
wartet,was dabei herauskommt.
Geschieht dasselbe bei einem gewoehnlichen Malereibetrieb,spricht man
von einem Malheur.Bei Nitsch, von hoher Kunst.

Das ist aber nur die eine Seite seines Schaffens.

Die andere nennt sich Mysterienspiele und finden,vor ausgewaehlten
Publikum,sommers vor dem eigenen Schloss statt.

Der Meister,im weissen Nachthemd,hantiert dabei mit Tierblut,Gedaerme
und Innereien zu mystischen Klaengen.

Besuchern mit schwachen Maegen seien Kotztueten empfohlen.

Nun zum Kriminalfall.

Ins Schloss wurde eingebrochen und der Safe gestohlen.Frau Nitsch gab bei
der Polizei an,dass 400.000 Euro in bar und 100.000 Euro als Schmuck ab-
handen kamen.

Da Frau Nitsch der heimischen Polizei nicht zutraute,den oder die Diebe zu
fassen,wendete sie sich an einen bekannten Privatdetektiv und gab den
tatsaechlichen Verlust bekannt. 1,2 oder 1,3 Mio Euro Bargeld seien im Safe
gewesen und der Wert des Schmucks liegt bei 200.000 Euro.

Da aber auch der Privatdetektiv nicht erfolgreich war aber eine Rechnung legte,
weigerte sich Frau Nitsch diese zu bezahlen.

Am Ende des Streits zeigte der Privatdetektiv das Ehepaar Nitsch bei der Finanz
an.

Nach den Belegfunden,die bei einer Razzia der Finanz in die Haende fiel,er-
rechnete sich ein steueroptimierter Verkauf von Nitschbildern in der Hohe von
1.7 Mio. und zwar fuer die Zeit von 2006 - 2012.

Es ist nur dem Bekanntheitsgrad der Nitsch zu verdanken,dass das Urteil so milde
ausfiel.

Jock


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jock

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #95 am: 19. Juni 2017, 11:57:36 »

Es war ein ganz gewoehnlicher Auftrag fuer die Juwelierin Susanne
Steiger,den sie im Herbst 2015 erhielt.

Sie wurde gebeten in einem Privathaushalt das silberne Essbesteck
und einige Schmuckgegenstaende zu schaetzen und eventuell anzu-
kaufen.

Als die Besichtigung und Schaetzung beendet war,entdeckte sie in einem
Nebenraum ein kleines Gemaelde (kleiner als A4-formatig ),das ihr ins
Auge sprang.

Ist das ein ein vielleicht ein Balhasar van der Ast ?Ein seit Jahrzehnten ver-
schollenes Gemaelde ?

Der Besitzer wusste es nicht und war voellig ahnungslos.

Frau Steiger forschte nach und tatsaechlich,sie hatte einen Sensationsfund
gemacht.

Bei Christie in London wurde das Werk um 785.000 Pfund versteigert.

Die kleine Provision erfreut sie bis heute.

Verschollene Kunst - ein weites Feld und immer gut fuer ueberraschend
erfreuliche oder unerfreuliche Erhellungen.

420.000 Werke sind im Art Loss Register gespeichert.Nicht nur Raubkunst,
gestohlene Objekte sondern eben auch verschollene Kunstgegenstaende.

Vor jedem Ankauf oder Verkauf und Auktionen wird im Register angefragt,
ob ein Eintrag vorhanden ist und bei einer positiven Rueckmeldung sofort
der Verkauf gestoppt.

Oft findet sich ein verschollenes Werk nach langer,langer Zeit irgendwo am
Dachboden,verstaubt,verdreckt und mit Spinnweben ueberzogen.
Gereinigt,mit tadelloser Provenienz ausgestattet,erfreut es den ueberraschten
Besitzer mit einem warmen Geldregen.

Es muss nicht einmal mehr physisch vorhanden sein um trotzdem einen Geld-
regen auszulosen,wie folgendes Beispiel zeigt :

1951 uebergab eine "Kartoffelbaeurin" 3 Gemaelde als Leihgabe, einer der
Stadt Linz gehoerenden Galerie.(Darunter ein "Schiele).
Der Leihschein wurde verlegt,dann vergessen und wieder von den Erben der
Baeurin 2010 zufaellig gefunden.

Daraufhin forderte man die Rueckgabe der Werke an,doch sie waren unauffind-
bar.Die Stadt Linz bestritt jemals in den Besitz der Werke gekommen zu sein
und verweigerte jede Zahlung.
Im Rechtsstreit unterlag die Stadt und musste 8,5 Mio Euros anweisen.

Unauffindbar ist auch ein weiteres Werk des Malers Egon Schiele,der sein Werk
"Stein in der abendlichen Sonne" 1913 an eine schwedische Galerie verkaufte.

Es gilt als Verschollen und ist unter Brueder schon einen zweistelligen Millionen-
betrag wert.

Nicht ganz ausgeschlossen ist,dass dieses Werk heute auf einem Dachboden auf
der Insel Hitra auf seine Wiederentdeckung wartet.Schweden ist ja nicht so weit
von Norwegen entfernt.

Da kann es schon sein,dass ploetzlich ein beleibter,in den besten Jahren befind-
licher Herr,bei seine Nachbarn auftaucht und bittet,den Dachboden inspizieren
zu duerfen.

Bekommt er das o.k.,klettert er aechzend und stoehnend die mitgebrachte Leiter
empor,$ - Zeichen in den Augen.

Nie informiert er die verdutzten Nachbarn was er sucht.Es blieb sein Geheimnis-
bis jetzt.

Jock
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Lung Tom

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #96 am: 13. Juli 2017, 13:47:25 »


Als ich heute morgen den nachfolgenden Artikel las, dachte ich, Mensch so eine ähnliche Story hat doch Kollege @jock, auch schon mal berichtet, damals gings um ein Gemälde, heute um


Prozess
Freispruch im Prozess um "Picasso-Maske"

Berliner Galerist verkaufte angebliches Picasso-Werk für 49.000 Euro. Jetzt wurde er vor Gericht freigesprochen.

Der Berliner Galerist Peter H. wirkt genau so, wie man sich einen Menschen vorstellt, der sein Dasein den schönen Künsten widmet. Leger, aber modisch gekleidet, die langen, bereits ergrauten Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, nahm er am Mittwoch auf der Anklagebank des Amtsgerichts Tiergarten Platz. Denn die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die besondere Kunstfertigkeit des 60-Jährigen vor allem darin besteht, Exponate ohne besonderen Wert mit Hilfe gefälschter Echtheitsbescheinigungen zu Spitzenpreisen zu veräußern.

Nach jahrelangen mühsamen Ermittlungen hat sie H. wegen Betruges und Urkundenfälschung angeklagt. Das Schöffengericht folgte dem allerdings nicht, für eine Beteiligung des Angeklagten an dem groß angelegten Betrug gebe es keine ausreichenden Beweise, befanden die Richter und sprachen den Galeristen frei.

Hier die komplette Story:
https://www.morgenpost.de/berlin/article211224367/Der-Mann-mit-der-Maske.html
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jock

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #97 am: 14. August 2017, 12:03:26 »

Als der fallende Hammer den Zuschlag amtlich machte,war der Kaeufer
um 1.1 Mio Euros aermer,dafuer um eine sitzende Loewin reicher.

Die 74 cm grosse Skulptur bildet eine weisse Loewin ab,die durch einen
Augenfehler hervorsticht,jedoch aus der Porzellanmanufaktur Meissen
stammt und um 1730 entstanden ist,wobei Herr Kirchner,damals Arkanist
den Entwurf anfertigte und fuer die Produktion verantwortlich war.

Preissteigernd ist wohl auch,dass es sich um eine Auftragsarbeit von August
dem Starken handelt.

Weisses Gold bezeichnete man damals das Porzellan und genau so sorgfaeltig
ging man mit den Mischungsverhaeltnissen,der Dauer im Glutofen und Glanz-
brand sowie der Zusammensetzung der Farben um.

Nur der Arkanist wusste um dieses Geschaeftsgeheimnis und war er auch noch
dazu ein hervorragender Modelleur,musste er sich um seine Einkuenfte nicht
sorgen.

Der Verkauf von handbemalten Skulpturen und Gebrauchsgenstaenden war fuer
die Staatskasse eine hochwillkommende und nicht zu unterschaetzende Ein-
nahmequelle.

Vom ersten Moment an,spielten Betriebsspionage,Bestechungen und Faelschungen
eine Rolle und zwar bis heute.

Das Speiseservice von Oma Grete wird natuerlich nicht gefaelscht und die WC -
Schuesseln erst recht nicht.

Aber der fehlende 4.Affe von Kaendler wohl.

3 Exemplare sind bekannt,der 4.Affe gilt als verschollen und sollte er irgendwann
in den Kunsthandel kommen,ist er Millionen wert.

Aber auch bei Kunsttellern oder seltenen Geschirrteilen ist beim Kauf Vorsicht ge-
boten.

Gewiffte Porzellansammer erkennt man an ihren Nadeln,die sie unter ihrem Revers
tragen und bei einem "Fund" zu Rate ziehen.

Vorsichtig tasten sie mit der Nadel den Gegenstand ihrer Begierde ab,um festzu-
stellen,ob sich bei der Glanzschicht eine Unebenheit feststellen laesst.
Ist das der Fall,handelt es sich um ein repariertes Exemplar und ist vielleicht nur
einen Bruchteil des aufgerufenen Betrages wert.

Selbstverstaendlich laesst sich das genaue Herstellungsalter eines Objekts durch
technisch-chemische Analyse festmachen.
Dazu muss man nur eine kleine Probe abkratzen.

Sofort stellt sich heraus,dass das gute Stueck von 1820 tatsaechlich 1952 erzeugt
wurde,was einem von einen Ankauf Abstand nehmen lassen wuerde.

Das Problem dabei - die Probe kann man erst dann durchfuehren,wenn man zuerst
den Kauf durchgefuehrt hat.

Meissen - Porzellan hat Weltruf ( neben anderen bekannten Marken )und nun droht
durch eine beabsichtigte Verordnung der EU diesen Firmen das Aus.

Seit Jahrhunderten werden Porzellanteile bemalt und erfreuen so das Auge des Be-
trachtes.
Seit Jahrhunderten wird von bemalten Porzellantellern gegessen,ohne dass bekannt
war,wie gesundheitsgefaehrdend das ist.

Gottseidank sind jetzt die Gesundheitswaechter der EU darauf aufmerksam geworden
und wollen das bleiige Gift in den Malfarben verbieten bzw. reduzieren.

Als Grundlage fuer die Verordnung dient eine Expertise die besagt,dass man 3 x am
Tage,ueber 200 Jahre vom bemalten Teller essen muss,um in die Gefahr einer gesund-
heitlichen Beeintraechtigung zu kommen.

Das Sprichwort : " Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste"trifft hier voll zu.

Jock
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franzi

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #98 am: 14. August 2017, 12:22:50 »

 ;}
Meistens amuesieren mich deine Beitraege, oft sind sie geschichtstraechtig dazu, manchmal fuer einige provokant.
Fuer mich allerdings nicht.
Aber, du laesst dich von diesem Gegenwind gluecklicherweise nicht einschuechtern.
Waere auch paradox, denn: Ein echter Wiener geht nicht unter!
Smileys verkneife ich mir aus Respekt dir gegenueber bei diesem Kommentar, da dir diese ein Greuel sind (nehme ich an).

fr
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Wenn ich nur "hier" schreibe, meine ich Nakhon Si Thammarat und Umgebung

malakor

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #99 am: 14. August 2017, 12:38:54 »

Jock

kannst du zu dem Objekt auch mal ein Foto liefern ?

Sind solche teuren Dinge eigentlich versichert bzw. versicherbar ?
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Kern

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jock

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #101 am: 14. August 2017, 12:53:47 »

@malakor

Die in Rede stehende Loewin findest du,wenn du im Internet
"Schielende Porzellan Loewin" eingibst.

Wenn die Seite geoeffnet ist,unter "Auktionshaus Lempertz"
suchen,dort sollte ein Foto auffindbar sein.

Selbstverstaendlich sind Kunstobjekte von hohem Wert versichert und
versicherbar.

Viele Ausstellungen zeigen Leihgaben,die von oeffentlichen oder privaten
Besitzern zur Verfuegung gestellt werden.

Ohne dass sie eine finanzielle Absicherung (via Versicherung) haben,wuerden
Bitten abgeschlagen werden.

Nicht nur die wertmaessige Absicherung ist eine Voraussetzung fuer Leihgaben,
sondern auch die Zusicherung,dass der Leihgegenstand nicht in Gefahr laeuft,
auf Grund eines Restitionsanspruchs beschlagnahmt zu werden.

Jock
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jock

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #102 am: 21. August 2017, 14:27:58 »

Der "See" ist relativ klein und traegt den Namen Toplitzsee.

Gerademal 1,9 Km lang und 400 m breit und doch der geheimnisvollste See
Oesterreichs.

Da er zu Fuss wegen der Felswaende nicht zu umrunden ist,sollte er sein
stilles Dasein,mehr oder weniger unbeachtet,vom Tourismus abgeschirmt,nur
fuer Einheimische von Begriff sein.

Dass dem nicht so ist und seit Jahrzehnten der Ausgangspunkt fuer Schatzsucher,
staatlicher Erkundler,sowie Ewiggestriger ist,ist dem vermuteten Versenken
von Gold,Platin und Pfundnoten in ungeheurem Ausmass zu verdanken.

Gefaelschten Pfundnoten versteht sich,mit denen die Nazis die englische Wirt-
schaft so schwaechen wollten,dass England kapituliert.

Aber es war nicht so einfach englische Pfundnoten zu faelschen.

Um diese Operation Bernhard durchfuehren zu koennen,mussten die besten Kraefte
herangezogen werden.Diese fand man in den Konzentrationslagern.
Ca.140 Personen hatten das "Glueck" und konnten vorerst ihr Leben dadurch retten,
dass sie sich in den Dienst der Sache stellten.

Nicht alleine handwerkliches Geschick war notwendig,sondern man musste heraus-
finden,wie die Beschaffung des Papieres auf denen die Pfundnoten gedruckt waren,
bestand.

Da bei der Papierherstellung Wasser ein wichtiges Element ist und sich das Wasser bei
der Herstellung des Papiers der Pfundnoten dadurch abhebt,dass es schwebstoffarm
ist,dauerte es eine Weile,bis die Deutschen gleichwertiges Wasser fanden.

Teiche die einen gewissen Fischbestand hatten,war das ideale Wasser.

Aber bis man da draufkam.

Relativ schnell fand man heraus,dass die Druckertinte aus einem Gemisch von der Asche
deutscher Weinstoecke,welche mit Leinsamenoel verkocht wurden,bestand.

Ein groesseres Problem stellte die komplexe mathematische Zusammensetzung der
Seriennummern dar.

Um vor Faelschungen sicher zu sein,wurden absichtlich gewisse Zahlen bei der Num-
merierung,kaum merklich abgeaendert.

Zwei Jahre wurde ohne grossen Erfolg experimentiert,bevor man 1943 in die Gross-
produktion einstieg.
Hauptsaechlich wurden 5,10,20 und 50 Pfundnoten gefaelscht.

Ein Teil wurde dazu verwendet,kriegswichtiges Rohmaterial zu bezahlen,mit einem
kleinen Teil wurde Spione,die fuer Deutschland arbeiteten honoriert.

Der allergroesste Teil sollte tonnenweise ueber England abgeworfen werden.

Dazu kam es allerdings nicht,da die Luftwaffe sich querlegte und den kostbaren
Sprit fuer Militaereinsaetze als notwendiger erachtete.

Aber auch die gedrungenen Faelscher leisteten Widerstand.

Einseits verzoegerten sie ihr Leistung,andererseits stachen sie Loecher in das Wappen
auf den Pfundnoten.

Es war damals ueblich,Geldscheine mittels Nadeln zusammenzufassen,aber niemals
haetten Englaender durch das Wappen gestochen.

Die hergestellte Menge (Wert) der gefaelschten Noten entsprach 15 % des Geldum-
laufs in England und stellte eine Gefahr dar.
Daher hat die Bank of England sofort nach Kriegsende die 5 Pfund Banknote durch
eine neue Serie ersetzt,da sie die meist gefaelsche Note war.

Die Schatzsucher am Toplitzsee fanden tatsaechlich einige Kisten mit Falschgeld.

Heute wertlos,aber das Gold und das Platin,welches am Grund des Toplitzsees schlum-
mert,loest immer noch Phantasien aus.

Um der Maer den Boden zu entziehen,fanden einige Expedition mit staatlicher Ge-
nehmigung statt.

Man fand so gut wie nichts,weil man den Grund des Sees nicht erreichen kann.

Baeume,die seit Jahrzehnten den Grund verklausen,verhindern Klarheit ueber die ver-
sunkenen Schaetze zu finden und die Augenzeugen,die jeden Schwur leisten wuerden,
dass sie genau gesehen haben,wie die SS lastwagenweise Kisten entladen haben,sind
seit langem mausetot.

Diese Faelschungsaktion hat ihren Zweck nicht erfuellt,eine andere ein paar Jahrhunderte
zuvor jedoch schon.

Aber wen interessiert das schon.

Jock




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Eddy03

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #103 am: 21. August 2017, 15:35:21 »

Thema: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
Die Frage stelle ich mir auch des Öfteren.
Für mich beschränkt sich Kunst oft auf die Fähigkeit dafür einen Käufer zu finden der den geforderten Betrag locker macht.
Ich hege auch den Verdacht das es als Steueroptimierungs- und Vermeidungswerkzeug herhalten muß.
Wenn ich mir ein gaaanz tolles Kunstwerk für meine Anwaltskanzlei, Mietwohnung oder sonst was als "Werbungskostenausgaben" kaufe und der Verkäufer ganz zufällig eine gaaanz weitläufige Verwandschaft meiner Familie ist der eine steuerliche Beachtung wie eine 90 jährige Ur-Oma oder ein 5 jähriger Urenkel hat, oder  ein Bruder der auf Bora Bora wohnt hat.

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jock

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Re: ist "Kunst" wirklich so viel Wert?
« Antwort #104 am: 21. August 2017, 21:08:37 »

@Eddy03

Kunst und Kunstgegenstaende eignen sich in der heutigen Zeit nicht zur
Steuerhinterziehung oder Weisswaschen von kriminellen Geldern.

Zu eng ist das Ueberwachungsnetz,wobei wir aber von wirklich bedeutenden
Geldsummen sprechen wollen.

Das Bild um 2.000 Euro im Buero eines Anwalts,als Betriebsausgabe ange-
geben,wird "durchgehen",egal von wo es herkommt.

Aber wenn man liest,dass bei einer Kunstauktion bei Christie's ein anonymer
Kaeufer den Gegenstand um 30 Mio erworben hat,heisst das noch lange nicht,
dass er anonym ist.

Sein Name wird nur nicht der Oeffentlichkeit bekannt gegeben.

Intern haben laengst Untersuchungen,Nachforschungen und Erkundigungen
stattgefunden,wer der anonyme Interessent ist,ob er integer ist,Bonitaet be-
sitzt,ob "Vormerkungen" bekannt sind und ob zu erwarten ist,dass nach Zuschlag
nicht ein Skandal ausbricht.

Besteht in irgendeinem Punkt Bedenken,wird das, meist telefonische, Mitbieten
nicht zugelassen.

Aehnliches gilt natuerlich auch fuer persoenlich Anwesende bei der Auktion.Und wenn
jemand davon den zugeschlagenden Gegenstand mit Bargeld in kleinen Scheinen
bezahlen wollte,kann man davon ausgehen,dass es sich um Drogengelder handelt,der
der Polizei und den Finanzbehoerden erklaeren wird muessen,woher,warum und wieso.

Kunst eignet sich daher nur bedingt als Mittel fuer Steuerbetrug oder Geldwaesche.

Polizei und Finanzbehoerden sind nicht gerade dumm und wissen genau,wo sie hin-
schauen muessen.

Off shore - Firmen,Segeljachten,suendteuere Automobile oder unvernuenftig erschein-
ende Investitionen stechen ihnen sosehr in die Nase,dass jedes Jahr oberadriatische
Haefen von Finanzbeamte im Dienst besucht werden,die Fotos und Notizen von schmucken
Booten machen,die unter oesterreichischer Flagge fahren,daheim die Eigner ausfindig
machen und die Werte mit dem deklarierten Einkommen abgleichen.

Wehe es ergibt sich eine Diskrepanz.

Aber ich schweife ab.

Jock
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