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Autor Thema: Wien,Wien,nur du allein  (Gelesen 24279 mal)

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Arthur1368

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #225 am: 25. Juli 2019, 11:46:48 »

Lieber Jock!
Wenn man mit einem Wort Deine Geschichten die Du hier zum Besten gibt's beschreiben müsste, da wär das GENIAL 
Ich lebe jetzt schon über 50 Jahre da und lerne immer noch dazu.
Ich weiß ja nicht ob das hier im Forum verpönt ist aber mia is wuaschd

Danke

MfG
Arthur
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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #226 am: 27. Juli 2019, 08:57:04 »

Sportstadt Wien - Es lebe der Zentralfriedhof


Frueher war Wien eine Sportstadt.

Das Praterstadion fasste 100.000 Zuseher- jetzt nach Rueckbauten 60.000.
Die Flaeche des Eislaufvereines ist im Auge eines Bauspekulanten.
Die Skisprungschanze am Himmelhof ist schon lange abgerissen.
Der "Skizirkus" gastiert seit 1986 nicht mehr auf der Hohe Wand Wiese.Seit 2017 ist
der Skilift eingestellt,wegen des Klimawandels.
Die Bebauungsplaene fuer die Trabrennanlage in der Krieau liegen schon geraumer Zeit
in den Schubladen.

Seit Jahrzehnte keine Boxgroessen,wie Hans Orsolics,keine beruehmten Ballesterer,
wie Ernst Happel u.s.w.

Doch jetzt ein Schimmer der Hoffnung.

Am Zentralfriedhof darf,ja soll sogar gejoggt werden.

2 ausgeschilderte Routen,eine 2 Km und eine 5 Km lange Strecke bieten sich zum Laufen
an.
Der Jogger passiert Graeber,ueberholt Leichenbegraebnisse und kann sogar,abseits der
Routen gekonnt ueber Gruefte und damit ueber Saerge springen.Sich anhaltend an den
Grabsteinen,auskeuchend wieder zu Atmen kommen.

Abschliessend,bei Einkehr in die friedhofseigene Gaststaette,kann der Sportler die ein-
setzende Dehydrierung wieder ausgleichen und dabei einen Happen zu sich nehmen.

Plant man vielleicht auch noch eine Huepfburg fuer Kinder ?

Nur muss das unbedingt auf einem Friedshofsareal sein ?

Mag sein,dass christliche Glaeubige,den Friedhofsordnungen und Ritualen offener als,
z.B. juedischen Glaeubige gegenueberstehen,aber ein piaetetsvolles Verhalten ist nie
verkehrt.

Den juedischen Glaeubigen dreht es den Magen um.Der juedische Totenkult ist be -
sonders streng.Man darf sich am Friedhof nur mit bedeckten Kopf aufhalten,keine Nahr-
ung zu sich nehmen und sich nur gemessen bewegen.

Die Stadtverwaltung sollte,mit Hinblick auf die Reverenz fuer Verstorbene,den Unsinn
wieder abstellen.

Jock




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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #227 am: 30. Juli 2019, 08:20:52 »

Die Polizei und ihr Fuhrpark


Anno Domini 1955,irgendwann bei Nacht in Wien

Anton 1 an Gustav 2 - bitte kommen !

Gustav 2 an Anton 1 - hier Gustav 2 - wos gibts ?

Anton 1 an Gustav 2 - huarch zua ! Mia miassn in die Simmeringer Hauptstrossn,da Fleisch-
                                 hauer brennt.Kummts a ?

Gustav 2 an Anton 1 - In Urdnung,mia kumman !

Das waren die ersten Funksprueche,die von der Polizei in Wien,zwischen den,mit neuen
Funkgeraeten ausgeruesteten VW - Kaefern ausgetauscht wurden.

1955 waren es 6 Fahrzeuge mit Funkausruestung,Mitte 1956 schon 9 und Ende 1956 ganze
16 Stueck.

Als man 1958 die Kaefer mit Blaulicht ausstattete und eine beleuchtbare Vorrichtung an die
Fahrzeuge anbrachte,die kundtat,dass es sich hierbei um ein Polizeifahrzeug handelt,war
man sich sicher,die Kriminalitaet in Wien bald auszurotten.

Die Funkfrequenz war in ganz Wien bekannt,und alle die wollten,konnten den Funkverkehr
mitverfolgen.

Nur eine kleine Adaption beim normalen Radio war notwendig.Zeitungsredaktionen jedoch
hatten Profiempfaenger,damit sie am Laufenden blieben.
Es war zwar verboten den Polizeifunk abzuhoeren,aber was soll's.Vor allem bei Nacht,war
der Empfang fast stoerungsfrei.

Nachdem alle dunkelgruen lackierten VW- Kaefer mit Funk ausgeruestet waren,bekamen sie
als Rufkennung maennliche Vornamen. Von Anton bis Viktor.

Nie wurden weibliche Namen vergeben.Das macht Sinn,denn das Materalistische verbindet
man eher mit Verbrechensbekaempfung als wenn,Chantal 1 mit Susi 2 in Verbindung tritt.

Wenn Chantal 1 mit Susi 2 kommuniziert,kommt man leicht auf den Gedanken,dass weniger
ein Verbrechen abgewendet werden soll,sondern es sich um die Entraetselung eines kom-
plizierten Strickmuster handelt.

Mit der Zeit stellte sich heraus,dass der 34 PS starke Kaefer,besetzt mit 2 uebergewichtigen
Polizisten,bergauf,einem aufgemotzten BMW das Nachsehen hat.

Man ruestete daher auf und um.

Die 22 PS starken Puch DL wurden aussortiert,dafuer kamen im Laufe der Zeit VW- Golf,Opel-
Kadett und Ford Taunus hinzu.Nach und nach verschwand auch der Polizeikaefer aus dem Stras-
senbild.

Im Fuhrpark der Polizei waren neben Mannschaftswagen,die die offenen Lastwagen abloesten,
und Gruene Minnas auch Motorraeder im Einsatz.

Im Volksmund hiessen sie "Weisse Maeuse".Besonders war unter den Polizisten Modelle der Edel-
schmiede " Harley" gefragt.
Die Harley's gaben schon was her.Man begleitete Staatsoeberhaeupter,die zu Besuch da waren
und man konnte auch weltberuehmte Opernsaengerinnen becircen.

Daher waren die 2-Raeder,die zu 3-Raedern umgebaut wurden und als Beiwagenmaschinen im
Strassenbild auffielen,weniger gefragt.

Heute ist die Polizei automaessig gut ausgestattet,alle Polizeistationen haben moderne Einsatz-
fahrzeuge,mitunter sogar Mercedes und Porsche.

Und doch ist ein Tropfen Wermut im Wein !

Die Polizei in Dubai faehrt naemlich Ferrari,Masserati und Lamborghini Aventador.

Jock
« Letzte Änderung: 30. Juli 2019, 08:49:42 von jock »
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Bruno99

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #228 am: 30. Juli 2019, 08:44:08 »

Ein Verschreiber ist so schnell mal passiert wie ein Versprecher, eines der besagten, grossartigen Fahrzeuge nennt sich Aventador
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Persönlich bin ich immer bereit zu lernen, obwohl ich nicht immer belehrt werden möchte. Winston Churchill

jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #229 am: 30. Juli 2019, 09:16:53 »

@Bruno 99

Danke,vielen Dank !

Ja,so ein Verschreiber ist wirklich peinlich.

Du wirst es ja selber so empfunden haben,als du draufkamst,dass du erst kuerzlich,
den Namen eines werten Kollegen falsch geschrieben hast.

Aber hoeflich wie wir sind,sind wir nicht darauf eingegangen.

Jock
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malakor

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #230 am: 30. Juli 2019, 09:23:41 »

@Bruno 99

Danke,vielen Dank !

Ja,so ein Verschreiber ist wirklich peinlich.

Du wirst es ja selber so empfunden haben,als du draufkamst,dass du erst kuerzlich,
den Namen eines werten Kollegen falsch geschrieben hast.

Aber hoeflich wie wir sind,sind wir nicht darauf eingegangen.

Jock

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Pladib

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #231 am: 30. Juli 2019, 10:25:54 »

Schon wieder "big stalking day"?
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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #232 am: 31. Juli 2019, 21:54:18 »

Die Reichsbruecke in Wien

Nachdem das Hochwasser der Donau 1863 bis zu den Altarstufen des Stephansdoms ange-
stiegen war,musste man das Projekt "Donauregulierung" angehen.

Um jedoch an das andere Ufer zu gelangen,musste eine Bruecke ueber den Strom er-
richtet werden.
Die Planungen wurden 1868 gestartet und ein paar Jahre spaeter war das Bauwerk
fertig.Es war eine Stahlwerkskonstruktion,die mit viel Trara 1876 unter Teilnahme hoher
Wuerdentraeger eroeffnet wurde und auf den Namen "Kronprinz - Rudolf " getauft worden
ist.

Der war aber gar nicht beim Festakt zugegen und auch bei der Bevoelkerung hielt sich die
Euphorie in Grenzen.
Das Passieren der Bruecke war kostenpflichtig.Jedes Fuhrwerk hatte einen Obolus zu ent-
richten,aber auch Fussgeher wurden zur Kasse gebeten.

Ab 1889 nachdem der Kronprinz aus dem Leben schied,tauften die Wiener die Bruecke in
"Selbstmoerder-Bruecke" um.

Nach dem 1.Weltkrieg und Abschaffungs des Adels,musste auch ein neuer Name fuer die
Bruecke gefunden werden.Man einigte sich auf "Reichsbruecke" und dieser Name hatte bis
1946 Bestand.

Mit Mueh und Not ueberstand,die mittlerweile marode Bruecke,den Eisstoss nach dem Jahr-
hundertwinter 1928/29.

Wieder wurden Plaene entwickelt eine neue Bruecke zu bauen.Man entschloss sich fuer
eine"Haengebruecke" auch Kettenbruecke genannt.
Die Techniker,die die Planungen begleiteten,gerieten sich in die Haare,bezueglich der Funda-
mente,worauf ein Professor der Technischen Hochschule und seine Frau sich ihr Leben nahmen.

Wieder wurde die Eroeffnung mit viel Trara begleitet.Hohe Wuerdentraeger schwangen An-
sprachen,die Musik spielte,ein eigenes Musikstueck wurde komponiert,Sonderbriefmarken wurden
aufgelegt u.s.w.

Der Name "Reichsbruecke" blieb,obwohl viele es gerne gesehen haetten,dass die Bruecke auf
"Engelbert Dollfuss" umgenannt wird.
Auch die Nazis blieben beim Namen. "Reichsbruecke" ist doch eine Assoziation mit dem "Tausend-
jaehrigen Reich" nicht unerwuenscht.

Der Name Reichsbruecke hatte Bestand bis zum 10.April 1946.Ab 11.April 1946 wurde er auf
"Bruecke der Roten Armee" geaendert.Als "Dank" fuer die Befreiung Wiens von der NS -Herr-
schaft.

Der Dank dauerte bis 1955 an,dann,nachdem die Sowjets als Besatzungsmacht abgezogen waren,
taufte man wieder auf "Reichsbruecke" um.

Als am 1.August 1976 die Bruecke einstuerzte,mussten die Stadtvaeter an einen Neubau der
Bruecke denken.
Zuvor hatten sie allerdings Muhe,den zuruecktretenwollenden Buergermeister von seinem Vor-
haben abzubringen und opferten lieber den zustaendigen Baustadtrat.Der war gar nicht leicht
zufinden.Erst Tage spaeter fand man ihn am Fusse des Matterhorns,schlafend in einer Almen-
huette.

An der selben Stelle soll die neue Bruecke errichtet werden,das war bald klar.Es soll diesmal
eine Spannbetonbruecke werden,wo oben der Autoverkehr fliesst und in der unteren Etage die
U-Bahn verkehrt.

Kurzzeitig ging das Geruecht um,dass die neue Bruecke den Namen "Johann Nestroy"fuehren
soll,doch das blieb ein Geruecht.

Bruecken,Strassen und Plaetze wurden im Laufe der Zeit oftmals unbenannt.

Wer weiss heute noch wo sich der "Kaiserin Zita- Ring befand,wo der "Kaiser Karl- Ring. Und
will man zu einer Adresse am "18.November- Ring" ,verzweifelt der Taxifahrer.

Aus dem Rathausplatz wurde zwischen 1938 und 1945 der " Adolf Hitler - Platz"  und den"Dr.
Karl Lueger- Ring" gibt es auch nicht mehr.

Zur Zeit gibt es eine politische Diskussion ueber die geschredderten Festplatten aus dem
Bundeskanzleramt.Die OEVP liess einige Stuecke davon 3 x schreddern und seither raetselt
man,was so Geheimnisvolles enthalten war.

Man vermutet,dass auf den Festplatten Ueberlegungen,Korrespodenzen und Planungen ge-
speichert waren,die ganze Ringstrasse auf "Sebastian Kurz - Ring" umzunennen.

Jock







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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #233 am: 02. August 2019, 09:39:46 »

Die Wanzenfabrik

Als Wien noch der Nabel der Monarchie war,zog es aus allen Landesteilen Zuzuegler an.

Ungarische Juden,die die Gabe hatten nach dir die Drehtuere zu betreten und vor dir her- auszukommen,Krowoden,Zigeuner,Slawen aus Istrien,Lombarden,Behm und auch einige
Tiroler.
Anlaesslich der Weltausstellung 1873 kamen 6.000 Sinti und Roma nach Wien und jeder
davon war ein ausgebildeter Taschendieb.

Jene die dauerhaft bleiben wollten,brachten ihre Gebraeuche und ihre Lebensgewohn-
heiten mit. Wien's Einwohner insgesamt,war ein Schmelztiegel der Kulturen.

Wien hatte damals fast 2 Mio Einwohner und waren eine Minderheit gegenueber ihren
Mitbewohnern,die der Nichtzoologe, Laeuse,Floehe,Motten und Wanzen nennt.

Ein Johann Zacherl ging nach seiner Ausbildung als Zinngiesser auf die Walz und kam
bis Tiflis.Dort gefiel es ihm,denn er konnte die Naechte durchschlafen,ohne von diesen
Quaelgeistern besonders belaestigt zu werden.

Er forschte ein bisschen nach und kam drauf,dass eine Chrysanthemenart,getrocknet und
zu Pulver vermahlen,ein ausgezeichnetes Insektizid ist.

Darauf begruendete er seine Geschaeftsidee und kehrte nach Wien zurueck,denn er wus-
ste,dass kaum ein Wiener ohne Stechen,Beissen und hinterher Kratzen durch die Nacht
kam.
 
Sein angebotenes Mittel,vertrieb er unter "Zacherlin"das in Flaeschchen abgefuellt,reis-
senden Absatz fand.Zudem war ein Teil seines Marketing,dass er kundtat,dass dieses
Mittel aus Persien stammt.
Auch der Bundestrainer Joachim Loew haette dieses Mittel gut gebrauchen koennen um
sich die telegene Wehr gegen einen unerwuenschten Mitbewohner zu ersparen.

Um das "Persische" abzurunden errichtete er eine Fabrik,die aeusserlich ihresgleichen in
Wien sucht.
Steht man vor der Fabrik,vermeint man in Marrakesch zu sein.Alle Stilelemente der maur-
ischen Baukultur finden sich wieder.Die Ornamente sind orientalisch,die Kuppel ist einer
Moschee in Isfahan nachempfunden und zwei Minarette ragen gegen den Himmel.

Extra angefertigte Fliesen in tuerkisener Farbe an der Fassade,wecken eine Ahnung von der
Schoenheit des Orients.
Trotz des Aussehens war das Gebaeude niemals als Gotteshaus gedacht und war immer "nur"
eine Gewerbeimmoblie.

Was die Wiener allerdings nicht daran hinderte,die Zacherl- Fabrik als "Wanzenfabrik" zu ver-
spotten.

Die Fertigstellung der Wanzenfabrik erlebte der Johann Zacherl nicht mehr,doch sein Sohn
fuehrte die Fabrik erfolgreich weiter und eroeffnete Filialen in Paris,London und sogar in New-
York.

Nach dem 1.Weltkrieg begannen die Geschaefte schlechter zu laufen.Eine neumodische Er-
scheinung,sich oefters zu Waschen als zu Ostern und Weihnachten und chemische Produkte
dezimierten die Tierchen dramatisch.

Eine zeitlang versuchte man mit der Uebersommerung der Pelze der hoeheren Damen sich
ueber Wasser zu halten,indem man diese mottensicher einlagerte und als das nicht mehr
reichte,erzeugte man Ski- Bindungen und Thermosflaschen.

1958 erlosch die Firma Zacherl und die Gebaeude standen jahrzehntelang leer.

Um die Jahrtausendwende versuchte ein Nachfahre des Firmengruenders,die Gebaeude und
das Areal zu beleben und veranstaltete Liederabende,Konzerte und Lesungen.

Bis halt ein Brieflein des Magistats kam,wo mitgeteilt wurde,dass man eine Konzession braucht.
Um diese zu bekommen,waeren allerdings einige Millionen zu investieren.

Daraufhin versank die Zacherl - Fabrik wieder in einen Dornroeschenschlaf.

Jock





 
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Suksabai

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #234 am: 02. August 2019, 10:43:27 »


Das Gebäude:




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Ich kann, wenn ich will. Und wer will, dass ich muss, der kann mich mal !

Arthur1368

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #235 am: 02. August 2019, 13:49:13 »

Eine kleine Anmerkung zum Reichsbrückeneinsturz (Ergänzung)

Der Bus dem damals beim Einsturz der Brücke im wahrsten Sinne des Wortes der Motor "abgesoffen" ist,
wurde geborgen und Instandgesetzt.

https://kurier.at/chronik/oesterreich/wiener-reichsbruecke-einsturz-jaehrt-sich-zum-40-mal/213.037.660

Er fuhr dann noch einige Zeit im regulären Liniendienst und ist jetzt im Wiener Tramwaymuseum ausgestellt.
Mir san Rechtscgreibfehler Wuascht ein wahrer Künstler braucht seine Freiheit.
Meine Lieblingstante wohnte damals in der Gro0feldsiedlung bin als Kind regelmäßig mit dem 25 er über die Brücke gefahren, hatte als Kind schon ein "Baucherl" vielleicht war das der Grund Überbelastung? {--
MfG
Arthur

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rampo

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #236 am: 02. August 2019, 14:36:46 »


Mir san Rechtscgreibfehler Wuascht ein wahrer Künstler braucht seine Freiheit.

MfG
Arthur

Der war richtig gut .   {* {* {*

Willkommen  im TIP .

Nim dir was du  brauchst ,  das Koerbchen brauch ich noch .




Fg.
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Das Leben ist wie ein Kinderhemd kurz und Beschissen.

Bei manchen merkt  man gleich das  sie nicht in einen  liebesakt  entstanden sind .

Arthur1368

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #237 am: 02. August 2019, 16:40:55 »

Dankschön fürs Cash i weiß der Bauer  :D
Endlich jemand der Meinen Intellekt und nicht meinen Körper liebt.
Hoffe des "Busserl" schaffts bis in den Isaan. Bist Mein Held Ehrlich....

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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #238 am: 06. August 2019, 09:57:18 »

Von Kropferten,Kraetzerten,O'zwickten,Kretinen,Krispindeln und Depperten

Vor einiger Zeit lernte ich einen Arzt kennen.Er stamme aus Graz ab,sagte er bei der Vor-
stellung.
"Aha,ein Steirer"bemerkte ich und bekam die Antwort: "Nein,ein Grazer,denn das ist ein
Unterschied".

Jetzt erst verstehe ich,was er meint.

Graz ist die gemuetliche Hauptstadt der Steiermark,wo sich viele Staatsangestellte und
Offiziere der k.u.k. Monarchie ansiedelten,um ihre Pension zu geniessen.

Nur,bevor man Graz erreicht,musste man durch ein Horrorland fahren.

Ein englischer Diplomat,der auf der Durchreise war,meldete aufgeregt nach London,er habe
noch nie zuvor in seinem Leben derart entstellte Menschen gesehen.Kleinwuechsig seien
sie und haben einen Wasserkopf.Frauen muessen ihre Kroepfe ueber die Schulter heben,
damit sie ihre Kinder saeugen koennen.

Da die Kroepfe landesweit verbreitet waren,hatte die Stellungskommision fuer Rekruten zu
berichten,dass nur 9 % der Wehrpflichtigen 18 jaehrigen fuer den " Liniendienst" tauglich
seien.
Alle anderen haben Kraetze,sind O'zwickte,sind Kretinen oder sind schlicht zu Deppert.

Der hohe Prozentsatz an Untauglichen,zwang die Heeresleitung dazu,dass der Militaerdienst
in die Ueberlaenge gezogen werden musste,der bis 12 Jahren andauerte.

Damit waren die ehefaehigen Maenner dem Heiratsmarkt enzogen und die mannbaren junge
Frauen vor die Wahl gestellt,entweder als vertrocknete Jungfrau ihr Leben zu fristen,oder
einen Kraetzerten,O'zwickten oder Depperten zu heiraten.
Meist nahmen sie einen Depperten,denn die Krispindeln waren fuer die schwere Arbeit an den
Bauernhoefen zu schwach und einen Kropf hatten sie meist selber.

Der Kropf ( Struma) war ein der Steiermark weit verbreitet,als sich der Arzt Julius Wagner - Jau-
regg fuer diese Erkrankung interessierte.

Er verschrieb jodhaltige Tabletten einer englischen Firma und hatte Erfolg.Nach und nach be-
handelten auch niedergelassene Aerzte Patienten,die sie aus den Listen der Ortschaften fanden,
weil die Buergermeister verpflichtet waren,Kropferte und Debile darin zu fuehren.

Heute ist der Kropf kein grosses Thema mehr.Jodiziertes Salz und abwechslungsreichere Kost
fuehren genug Spurenelemente des Jods zu.Ausserdem gelingen Kropfoperationen fast immer
und die Narben einer solchen Operation werden mit einem Trachtenkropfband kaschiert.

Daher haette ich keine Bedenken,eine Miss Syria zu heiraten.Die Gefahr,eines Tages mit einer
Kropferten aufzuwachen,ist gleich Null.

Jock



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jock

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Re: Wien,Wien,nur du allein
« Antwort #239 am: 11. August 2019, 11:49:46 »

Das Schicksal des Milliardaers Epstein

Und,sprach Gustav von Epstein,ich brauche natuerlich auch Stallungen fuer 15 Pferde und
Theophil Hansen nickte dazu.

Theophil Hansen war der angesagteste Architekt seiner Zeit.Er erbaute das Parlament,die
Boerse und viele andere Prachtbauten.
Als er gleichzeitig 42 Baustellen zu betreuen hatte,warteten zwei Irrenwaerter diskret im
Hintergrund,damit sie eingreifen koennen,wenn eintritt,was befuerchtet wurde.

Mit Gustav von Epstein und Theophil Hansen sassen sich Bauherr und Architekt gegenueber
und berieten die Plaene fuer ein standesgemaesses Zuhause.

Gustav von Epstein hatte das Grundstueck am Ring,gleich neben dem Parlament zu einem
ungeheuren Preis gekauft,das selbst dem Erzherzog Ludwig-Viktor ( Bruder des Kaisers) zu
teuer war und zurueckzuckte.

Gustav von Epstein war Jude und Bankier und half der finanziell maroden Monarchie mit
Krediten aus,damit sie froehlich einen Krieg fuehren konnte und verzichtete dann und wann
auf die Rueckzahlung.

Sein Vater,Lazar Epstein legte den Grundstock fuer das Vermoegen.In Boehmen erfand er
ein neues Verfahren der Texildruckerei und der angeschlossene Grosshandel garantierte
ein grosses Einkommen.

Seinen Sohn,Gustav sandte er nach Wien um den Grosshandel zu leiten.Einige Jahre fuehrte
Gustav in Wien die Geschaefte,eroeffnete eine Wechselstube und verkaufte,nach dem Tod
von Lazar die Betriebe und wendete sich dem Geldgeschaeften zu.

Bald war er der zweitreichste Bankier,nach den Rothschilds und Direktor der Nationalbank.

Das Palais wurde prachtvoll.

Im Erdgeschoss war die Bank,die man auch durch einen unscheinbaren Seiteneingang be-
treten konnte.
Durch diese Tuere traten verarmte Buerger ein,die ohne jede weitere Sicherheiten anbieten
zu koennen,Geldbetraege bar auf die Hand ausbezahlt bekamen,damit sie vor dem Elend be-
wahrt werden.
An die 500.000 Gulden gelangen so jaehrlich zur Auszahlung,weit mehr als der Kaiser zur
Verfuegung stellte.

In der ersten Etage waren die Repraesentationsraeumlichkeiten.Der Ballsaal,die Salons waren
Treffpunkte der High Society,wo Dichterlesungen und Konzerte stattfanden.

Die zweite Etage ware die "Belle Etage".Die Privatraeumlichkeiten der Familie.
Vom Ring ausgesehen rechts das Herrenzimmer,das Privatbuero und die reichhaltige Bibliothek.
Der linke "Fluegel" das Boudoir der Hausherrin und die Raeumlichkeiten der Kinder.
Diese Etage war besonders kostbar ausgestattet.Spiegel,Fresken an der Decke und das Mobilar
war von ausgesuchter Schoenheit und Eleganz.

Im naechsten Geschoss waren die Raeumlichkeiten des Personals.

1873 titelten die Zeitungen: "Als er Wien verliess,war er Millionaer,als er kam war er ein Bettler".
Damit meinte man Gustav von Epstein und nicht etwa einen Kollegen,der nach Thailand zog.

Die Tragoedie begann mit der Weltwirtschaftskrise 1873,wo viele durch Spekulation ihr Hab,Gut
und Vermoegen verloren.
Die Epstein - Bank waere halbwegs gut durch die Zeit gekommen,wenn nur der Kassier der Bank
die Fingern aus der Blase gehalten haette.

Adolf Taussig (34 J) war der Name jenes Mannes,der eines Tages in der obersten Etage noch
hoeflich ein Dienstmaedchen gruesste,dann das Fenster oeffnete und sich auf die Lothringer -
strasse hinabstuerzte.
Zuvor hatte er sein Buero akkurat aufgeraeumt und in einem Abschiedsbrief um Entschuldigung
gebeten.

Taussig hatte ohne Wissen von Gustav Epstein mit Bankgeldern spekuliert,war kurz reich und
stand dann nach Platzen der Blase vor einem Desaster.

Gustav befand sich zu dieser Zeit in Italien,einerseits Kunstwerke zu kaufen,andererseits sein
Halsleiden zu kurieren.
Zurueckgekehrt versprach er,alle offene Verbindlichkeiten auszugleichen und musste dafuer
seine Barmittel aufwenden,die Bank verkaufen und sein Palais mit Hypotheken zupflastern.

Bis 1875 konnte er noch im Palais wohnen bleiben,doch nach dem Tod seines Sohnes zog die
Familie in eine kleinere Wohnung in der Naehe des Rathausplatzes um.
Nachdem er 1879 an Kehlkopfkrebs verstorben war,uebersiedelte seine Witwe mit den Toechtern
nach Budapest.
Die Toechter heirateten in weniger bekannten Familien ein,die aus dem Militaer- und Juristen -
kreisen stammten.

Daher verliert sich langsam die Spur der einst vermoegenden und einflussreichen Familie.

Das Palais kaufte eine englische Gasfirma,die in Wien ihr Unwesen trieb,war waehrend der
Besatzungszeit nach WK II.Sitz der sowjetischen Kommandatur.
Dass das Palais nicht gepluendert und vandaliert wurde,hat man einen kunstsinnigen Offizier
zu verdanken,der dies verhinderte.

Heute ist das Palais eine Dependance des Parlaments.

Mit Jeffrey Epstein,jenen amerikanischen Milliadaer,dem Unzucht mit Minderjaehrigen vorge-
worfen wird und jetzt tot in seiner Zelle aufgefunden wurde,hat die oesterreichische Familie
Epstein keine verwandtschaftliche Verbindung,

Jock



 








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