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Autor Thema: Wie die "U.P. Farm Fila Brasileiro" entstand  (Gelesen 6242 mal)

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Rocky

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Re: Wie die "U.P. Farm Fila Brasileiro" entstand
« Antwort #15 am: 28. Juli 2008, 12:39:29 »


5. Teil

Um die Rasse Fila Brasileiro in Thailand bekannt zu machen brachten wir ganzseitige Werbeanzeigen in thailaendischen Hundemagazinen und fuhren mit unseren Zuchtfilas zu den vom Kennel Club of Thailand ausgerichteten Hundeausstellungen  (Braguad sunak). Diese Hundeausstellungen waren jedesmal ein interessantes und aufregendes Erlebnis und die Erfahrungen die ich dabei gewonnen habe moechte ich nie missen. Rassehundespezialisten, vom FCI anerkannte Spezialrichter aus allen Teilen der Welt, wurden eingeladen um die vielen in Thailand gezuechteten und gehaltenen Rassen zu richten und natuerlich auch die Rasse Fila Brasileiro.

Wir duesten mehrmals im Jahr mit unseren Filas durch ganz Thailand.
 Chiang Mai, Phitsanulok, Nakhon Sawan, Lop Buri, Suphan Buri, Khon Kaen,
Ubon Ratchathani, Nakhon Ratchasima, Saraburi, Chantha Buri, Chumphon waren unsere Stationen und natuerlich regelmaessig und hauptsaechlich Bangkok.
In den vielen Shopping Malls abwechslungsweise ausgerichteten Ausstellungen unter Dach und jedes Jahr zur gleichen Zeit im November die wohl groesste, interessanteste, aufregendste und wichtigste Rassehundeausstellung fuer alle Rassehundezuechter, auf dem Gelaende des Hotels “Rama Gardens”.
Diese wohl seinerzeit wichtigste Ausstellung wurde auch regelmaessig von Mitgliedern unserer Koenigsfamilie besucht. Dabei wurden alle Jahre die ueber eine bekannte Hundezeitschrift gewaehlten “TOP TEN - Zuechter” ausgezeichnet. Auch die “U.P. Farm Fila Brasileiro” war hier mehrere Jahre unter diesen “Top Ten” und wir erhielten aus der Hand der Enkelin unseres Koenigs, Prinzessin Patsara Kitijapa  diese Auszeichnungen.
Bei einer dieser Festlichkeiten ueberreichte ich der Prinzessin einen von einem thailaendischen Kuenstler kreierten Kunstfila. Man kann sich dies alles gar nicht so vorstellen, wie aufregend es fuer meine Frau und vor allem fuer mich war.



Diese ganzseitigen und farbigen Werbeanzeigen in  den monatlich erscheinenden thailaendischen Hundemagazinen wurden regelmaessig  von uns gebracht. In der Regel setzten wir unsere Bildwerbung in zwei verschiedenen Magazinen.

Die Anzeigenpreise pro Farbseite waren damals so um die 7.000 Baht, wobei die Redakteure meistens noch einen aktuellen Bericht ueber die U.P. Farm oder Rassebeschreibung mit Information ueber die Rasse Fila Brasileiro, von meiner Frau in Thai verfasst, mitdruckten.

Bei der Ansicht dieser Werbeseiten, welche von mir gesammelt und abgeheftet wurden, kann man ueber die Jahre auch den Werdegang der U.P. Farm mitverfolgen.
Das Abfotografieren bringt natuerlich Qualitaetsverlust, aber vielleicht ist es doch interessant, einen Blick zurueck zu werfen. Sogar fuer mich war es ein Wiedereintauchen in vergangene Zeiten, mit gemischten und wehmuetigen Gefuehlen.

Beim Angucken dieser Seiten kann gleichzeitig auch ein wenig Thai geuebt werden:






























      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      






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Rocky

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Re: Wie die "U.P. Farm Fila Brasileiro" entstand
« Antwort #16 am: 29. Juli 2008, 15:56:55 »



6. Teil

Zur Abrundung noch eine kleine statistische Spielerei.
Fuer manche Leser sind das auch interessante Zahlen, da ich immer wieder diesbezuegliche Fragen gestellt bekomme:

Die U.P. Farm Fila Brasileiro besass im laufe der Zeit

11 Zuchthuendinnen und
7   Deckrueden kamen zum Einsatz.

Wir hatten 27 Wuerfe mit insgesamt 213 Welpen.

Dass die Filas auch einen guten Appetit hatten zeigen folgende Zahlen:

Vom Januar 2001 bis Januar 2003, also in zwei Jahren

vernichteten unsere Filas 5.600kg hochwertiges Qualitaetstrockenfutter der Marke “Royal Canin”,

plus ca. 1.000kg Trockenfutter anderer Marken.

Das sind insgesamt 6.600kg Trockenfutter in zwei Jahren, 3.300kg pro Jahr.
Das heisst also im Schnitt 9kg Trockenfutter fuer alle unsere Filas taeglich.

Jetzt fragt mich nur nicht, wieviele kg Kacke hier taeglich entsorgt werden musste.
Auf jeden Fall wurde die Kacke umweltfreundlich eingesetzt, indem wir auf dem Gelaende der U.P. Farm Loecher buddelten und die Kacke dort duengenderweise versenkten und wieder mit Erde zuschuetteten.

Die Zwingeranlagen wurden taeglich mit einem Wasserschlauch  ausgespritzt,
mit Spuelmittel versetztem Wasser sauber geschrubbt und zum Schluss noch mit
“Detol” desinfiziert. Sozusagen meine Filas konnten problemlos vom Boden fressen, wenn sie nicht selbstverstaendlicherweise ihr Futter in Schuesseln aus edlem Stahl vorgesetzt bekommen haetten.

Noch Fragen?


Die “U.P. Farm Fila Brasileiro” wird als Rassepionier dieser fantastischen Hunderasse in der thailaendischen Kynologie ihren Platz einnehmen. Ob der Stellenwert der Rasse Fila Brasileiro in Thailand weiter eine aufsteigende Tendenz einnehmen wird, liegt nun alleine bei den Zuechtern hier in Thailand, welche gegen die dem Immage schaedlichen Vermehrern durch ihr Wissen, ihr Koennen und ihre Verantwortung der Rasse Fila Brasileiro gegenueber positiv eingreifen koennen.

Der “Peter” von der U.P. Farm wird im -Fila Brasileiro Club of Thailand- gerne weiterhin beratend und unterstuetzend als “Gammagan” taetig sein und seine thailaendischen Filafreunde werden immer ein offenes Ohr finden, wenn es um die Rasse Fila Brasileiro geht.

Auf meine alten Tage habe ich mir nun noch einen einfarbige Filarueden und eine einfarbige Filahuendin von einem Zuechter der die Blutlinien der U.P. Farm weiterfuehrt, auf die Stamm-U.P. Farm geholt. Eine Blutlinie, welche mich mit Begeisterung erfuellt und mich an herrliche, vergangene Zuechtertage erinnert.
Seit Januar 2008 so im zarten Alter von sechs Wochen duerfen sich die zwei Filas  bei mir austollen, und sich zu besten Feunden und Beschuetzern meiner Familie entwickeln.
Vor allem wird es dann die naechsten Jahre meine Aufgabe und meine Freude sein, diese Beiden artgerecht und filatypisch aufzuziehen, zu erziehen und mich dabei mit meinen Freunden auch vital und jung zu halten.



Zum Abschluss dieses Threads bringe ich noch eine interessante Geschichte ueber den Ursprung das Fila Brasileiro von einem brasilianischen Filafreund:



URSPRUNG DES FILA BRASILEIRO



Von Dr. Carlos Alberto Barroso Pereia


Wie bei verschiedenen anderen Hunderassen gibt es darueber die verschiedensten Ansichten. Ein Punkt jedoch ist ueberall akzeptiert: die Rasse gehoert vom Typ her zur Familie der Molosser – gross und maechtig muskuloes. Von der urspruenglichen Bulldogge bringt der Fila gemeinsame Charakteristika mit, so z.B. die dunkel-gestreifte “Araces”-Farbe, heftiges Temperament und Beharrlichkeit. Die hinteren Beine sind hoeher als die vorderen.

Die urspruenglichen Bluthunde hatten auch ein aggressives Temperament und fuer diese Rasse charakteristische Details: lockere Haut, ausgepraegte Gesichtsfalten, tief haengende Wangen. Genauso findet man die Brust, sehr guten Geruchssinn, herausragende Augenhoehlen, bedaechtiges Bellen und einen traurigen Blick hier wie dort. Der Fila und der Mastiff haben viele ihrer Charakteristika gemeinsam und der Fila-Welpe sieht dem Mastiff-Welpen sehr aehnlich. Doch mit dem Heranwachsen werden die Unterschiede groesser.
Vom Mastiff hat der Fila den maechtigen Koerperbau genauso, wie die Tiefe seiner unteren Kinnbacken, den kurzen, dicken Nacken, eine machtvolle Struktur der Knochen, einen leicht haengenden Sattel, den man als die Wurzel der Rute bezeichnen koennte und den grossen Mut: das ist der “Prototyp” eines Molossers.
Inwieweit und wie die Rassen mitgewirkt haben, einen Fila zu formen, bleibt jedoch offen.
Manche glauben, dass der Fila das Ergebnis einer Kreuzung zwischen dem Fila Terceirence und dem Mastiff ist. Der Terceirence, der wohl aus der Kreuzung zwischen Bluthunden, Bulldoggen (von Baeren- und Bullen-Beisser) und anderen Hunden der Terceira-Insel entstand, entwickelte sich zum besten Kaempfer.
Den Terceirence gibt es noch auf den Azoren und man kennt ihn als “Rabo Torto” (geringelter Schwanz).
Sie waren diejenigen, die um 1685 nach Brasilien gebracht und dort moelgicherweise mit Mastiffs gekreuzt wurden, die zwischen 1785 und 1815 von portugiesischen Einwanderern, die sich von den Invasionsdrohungen gegen Portugal durch Napoleon Bonaparte bedroht fuehlten, ins Land gebracht wurden.
Andere glauben an die Partizipation von englischen Hunden, die durch hollaendische Invasoren nach Pernambuco gebracht wurden, beginnend 1631. Diese Hunde seien das Resultat einer Kreuzung zwischen Mastiffs (canis sagaces) und Bulldoggen (canis pugnaces). Diese Hunde zogen das Sao–San Francisco-Tal hinunter und blieben in Minas Gerais, wo Farmer, Viehleute und Metzger ihren Bestand erhielten, indem sie sie schuetzten und fuetterten.
Um die Eigenschaften diese Rasse fuer die Grosswildjagd zu verbessern, kreuzten sie die Rasse mit Bluthunden, Foxhounds, Greyhouds und Pointern: dies sei der Ursprung des Fila Brasileiro.
Als es noch keine Feuerwaffen gab, waren die grossen Hunde notwendig fuer die Grosswildjagd in ganz Europa. Tafeln und Bilder aus dem Mittelalter, die heute noch existieren, zeigen Hunde mit sehr aehnlichem Aussehen wie unser Fila Brasileiro:
z.B. der “Saupacker”, von den Germanen hauptsaechlich zur Wildschweinjagd verwendet. Diese Hunde hatten sehr viel Kraft, kombiniert mit Beweglichkeit und Kampfgeist, aber auch Vorsicht. Sie hatten Vorfahren, die ihren Mut schon in Schlachten neben den Roemern, Karthagern, Assyrer und anderen antiken Voelkern erprobt hatten.

Mit der Erfindung der Feuerwaffen wurde die Haltung von grossen Hunderudeln ueberfluessig und diese mutigen Jaeger starben in Europa aus.
Die letzten Jahre dieser Hunde in Europa waren die kurz vor der Entdeckung Brasiliens. Ich glaube, die Eroberer haben sie in die Neue Welt gebracht, wie die Spanier auch. Es gibt Berichte, die von der Praesenz dieser Hunde in  der Neuen Welt berichten, als begonnen wurde, diese zu erforschen.
“Als die Spanier die Panama-Landenge ueberquerten, um den Pazifik zu erkunden, befehligt von Numes Balboa, folgten ihnen die grossen Molosser-Hunde, Nachkommen der Kriegshunde, die vereinzelt ueberall auf der Welt leben.
“Becerillo” (kleines Kalb) war der Name eines Molossers, der dem Eroberer Diego de Salazar in dieser Neuen Welt gehoerte. Zehn Soldaten mit Becerillo waren mehr gefuerchtet als einhundert ohne den Hund – sagten die Gegner. Das Ende Becerillos war das gleiche wie das seines Sohnes “Leoncillo” (kleiner Loewe) – sie starben durch Pfeile in einer Schlacht gegen die Indianer. Leoncillo, der Balboa gehoerte, erhielt einen hoeheren Sold als ein Fusssoldat.”

In einem Land, das erobert werden sollte, waren diese Hund unerlaesslich. Ich glaube, sie wurden von den portugiesischen Eroberern mitgebracht. Und hier haben sie sich ihre hauptsaechlichen Charaktereigenschaften trotz des Einflusses des neuen Lands bewahrt. Sie passten sich an das Klima, die Umgebung und die Nahrung an. Ihre Qualitaeten wurden von den Kolonialherren immer bewundert und deren Nachkommen behandelten die Hunde immer gut, gaben ihnen ein Zuhause und fuetterten sie. Sie behielten sie, um das Vieh und die Farm vor Katzen zu schuetzen, als Wachhund, oder, um mit dem Hund nach entflohenen Sklaven zu suchen.
In den landwirtschaftlichen Regionen entwickelten die Filas durch die Notwendigkeit der Sklavenhaltung ihre Faehigkeiten, Faehrten zu verfolgen und gefluechtete Sklaven aufzuspueren; hier koennen wir feststellen, dass diese koerperlichen und geistigen Faehigkeiten des Bluthundes beim Fila des Suedens von Minas Gerais ausgepraegter sind, als in anderen Regionen, wo Viehzucht betrieben wurde; dort ertrugen die Filas die notwendige Anpassung an diese ihre spezielle Funktion. So kann man sagen, dass deren koerperliche und geistige Faehigkeiten eher denen der ehemaligen Bulldogge gleichen.
Ich glaube, dass diese Merkmale und Beobachtungen verstaendlich werden beim Auftreten einer Rasse mit so eindeutigen Eigenschaften in einem Land wie Brasilien mit seiner kontinentalen Groesse und so unterschiedlichen Gebieten.
Wenn man Bluthunde, Mastifs und Bulldoggen in unserem Land gekreuzt haette, waeren meiner Ansicht nach nicht an so verschiedenen Orten und zur gleichen Zeit Hunde mit so gleichartigen Eigenschaften aufgetaucht, wie wir sie nun bei einer Rasse feststellen koennen. Ich glaube, unser Fila kam bereits mit dem Blut dieser drei Rassen in seinen Adern zu uns, blieb hier und veraenderte sich zu einer brasilianischen Rasse, auf die wir alle stolz sein koennen.

Juiz de For a
20. Dezember 1980
Brasilien
Dr. Carlos Alberto Barroso Pereia “Jaraquaia Kennel”





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