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Autor Thema: Das Problem der "Messwert-Kranken"  (Gelesen 14409 mal)

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drwkempf

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Re: Das Problem der "Messwert-Kranken"
« Antwort #105 am: 04. September 2016, 17:17:09 »

Das Nebenwirkungsprofil passt zu ASPIRIN (ASS, Azetylsalizylsäure)3 ;]

Wolfram
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Prometheus

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Re: Das Problem der "Messwert-Kranken"
« Antwort #106 am: 04. September 2016, 17:31:46 »

Richtig! Sehr gut und das für einen Chirurgen (nicht ernst gemeint)!!
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Prometheus

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Re: Das Problem der "Messwert-Kranken"
« Antwort #107 am: 04. September 2016, 17:33:24 »

Richtig! Sehr gut und dies für einen Chirurgen (nicht ernst gemeint!!!!).
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drwkempf

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Re: Das Problem der "Messwert-Kranken"
« Antwort #108 am: 04. September 2016, 18:35:59 »

Vergiss nicht,

Ich habe auch einmal an der Unität viel Silvester gestiert C-- [-] C--

Wolfram

PS: Ich bin ja auch nur Chirurg geworden, weil ich nur zum Handwerker getaugt habe ???

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Expat Charly

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Re: Das Problem der "Messwert-Kranken"
« Antwort #109 am: 05. September 2016, 00:31:26 »

Zu den unerwünschten Nebenwirkungen der Statine wiederhole ich nochmals den Text meines Beitrags #59 vom 8.8.2016:

Am 21.7.2016 stellte ich ein Video von Dr. Werner Bartens, Mediziner und Journalist der Süddeutschen, zum Thema "Cholesterinwerte" ins Netz mit seiner folgenden Aussage:

"Etwa 5 Mio. Menschen in Deutschland bekommen Cholesterinsenker. Wirklich von Nutzen sind sie aber nur für etwa ein Drittel. Wenn ein hoher Wert diagnostiziert wird, muss er nicht zwangsläufig gesenkt werden."

Die Zahl von rund 5 Mio. Menschen, die in Deutschland einen Cholesterinsenker schlucken, kann ich für das Jahr 2014 anhand des "Arzneiverordnungs-Reports" bestätigen.

Sollte die Aussage von Dr. Bartens zutreffen, dass rund zwei Drittel der Patienten die Cholesterinsenker unnoetig verordnet bekommen, und bekanntlich rund ein Drittel dieser Patienten (und der übrigen Patienten) Muskelschmerzen beklagen, so ist dies eine erschreckend hohe Patientenzahl.

Und nun zum Aspirin, welches bekanntlich nicht nur hilfreich ist, sondern auch zu gefährlichen Magenblutungen führen kann. Deshalb habe ich auch das Video "Mythos Aspirin" auf der Webseite "Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?" am 21.3.2015 mit entsprechendem Begleittext ins Netz gestellt:

--- http://forum.thailandtip.info/index.php?topic=17211.0 ---

Das Video ist dort weiterhin abrufbar, die 3sat-Information jedoch nicht mehr. Deshalb anbei eine entsprechende ARD-Information zur genannten TV-Doku:

http://programm.ard.de/TV/3sat/mythos-aspirin/eid_2800714073777712


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Prometheus

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Re: Das Problem der "Messwert-Kranken"
« Antwort #110 am: 05. September 2016, 07:12:20 »

@expat Charly
Lieber Expat Charly,
ich gebe es auf. Ich bin ja im Prinzip mit Dir der gleichen Meinung, nämlich, dass Arzneimittel gefährlich sind. Dies gilt auch für die Acetylsalicylsäure. Sie mag den einen oder andern Infarkt verhindern aber auch so manche gastrointestinale, fatale Blutung auslösen.

Nochmal: Als Verordner und Patient (wenn Selbstverordner) sollte immer dier Indikation einer Medikation kritisch überprüft werden.

Du untermauerst Deine Aussagen fundiert. Das finde ich gut. Es wäre schön, wenn einige Patienten und Ärzte sich solcher Daten bei ihrer Entscheidung bedienen würden.
Klare untermauerte Aussagen helfen leider oft wenig, weil die Köpfe manchmal verbohrt sind. Siehe-ich weiss ich schweife mächtig ab- das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern vom gestrigen Sonntag.
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drwkempf

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Re: Das Problem der "Messwert-Kranken"
« Antwort #111 am: 05. September 2016, 09:50:40 »

Lieber charly,

Ich m uss das nun doch mal loswerden:
Der von Dir gern zitierte Dr. BARTENS hat immerhin zwei Jahreklinische Erfahrung in einer internistischen Klinik aufzuweisen, danach hat er sich vorwiegend mit Journalistik und seinen Nebenwissenschaften beschäftigt.
Seine Studienzeit in den USA, wo er auch ein amerikanisches Staatsexamen abgelegt hat, hat er massgeblich mit Forschungstaetigkeiten auf dem Gebiet der Fettstoffwechselkrankheiten ausgefüllt.
Hier liegt offensichtlich sein Steckenpferd. Nun, warum auch nicht...

Eine Taetigkeit als Arzt hat sich ausser in seiner Assistenzarztzeit, waehrend der er ja nur unter Aufsicht arbeiten durfte, hernach nie mehr ergèben.
Vieles bleibt daher bei ihm Theorie (die ja durchaus nicht falsch sein muss), der alltägliche Umgang mit Patienten  in selbstverantworteter Tätigkeit geht ihm einfach ab. Das merkt man bei seinen Beiträgen denn auch immer wieder recht deutlich.

Die bisweilen grosse Lücke, die zwischen (richtiger) Theorie und gelebter Praxis klafft, wird da gern übersehen.

Niemand verschreibt aus Jux und Dollerei Medikamente, insbesondere keine teuren. Das selbst notwendige Verordnen teurer Medikamente bringt den verordneneden Arzt ganz leicht in eine für ihn bedrohliche Zwickmühle: Überschreitet er das ihm von der kassenärztljchen Vereinigung zugemessene Arzneimittelbudget, wird er persönlich für die Mehrkosten zur Kasse gebeten. Dabei gehts dann garantiert nicht um Kleingeld!

Ein niedergelassener Arzt wird also prinzipiell immer versuchen, Verschreibung von Arzneimitteln zu vermeiden.
Warum geht das nicht immer wie gewünscht?
Ist eine Diagnose erst einmal erstellt, setzt sie auch den behandelnden Arzt unter Druck.
Zum einen muss er nun zwangsläufig dem Patienten eine Behandlung anbieten, dieser Behandlung muss der Patient aber auch zustimmen. Dabei darf der Arzt eine mögliche für den Patienten bequemere Alternativbehandlung nicht verschweigen geschweige denn vorenthalten. Er darf aber auch eine gegebene Diagnose nicht ignorieren, nur weil er ganz persönlich Zweifel an der Bedeutung mancher Messwerte haben mag. Tut er das nämlich und erleidet der Patient einen Schaden, der aus dem Ignorieren erhobener Werte hergeleitt werden kann, droht dem Arzt der Kunstfehlerprozess mit allen daraus resultierenden möglichen Folgen.

Der Arzt wird also, allein auch um Kosten für Arzneimittel und daraus mögliche Regressansprüche zu vermeiden, dem fettstoffwechselgestörten Patienten eine strikte Diät anbieten.
Diese Anmutung wird erfahrungsgemäss in etwa 10% der Fälle gern und willig akzeptiert und befolgt, meistens mit dem gewünschten Erfolg.
Die übrigen 90% werden nach einem  möglichen Alternativprogramm fragen, nach einer passenden Pille, die ihnen die lästige und lustlose Diät erspart.
Es gibt nun einmal dafür Pillen, der Arzt muss sie auf Wunsch des Patienten verordnen. Tut er das nicht, setzt er sich dem Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung aus.

Der Hinweis auf mögliche (aber nkcht zwangsläufige) Nebenwirkungen schreckt die allermeisten Patienten keineswegs ab.
Hier kommt die alte Landserlogik zum Tragen, dass ja nicht jede Kugel trifft.
Treten aber tatsächlich Nebenwirkungen auf, dann ist das Gejammere oft riesengross. Dass man vorher die alternative gelegentlich strikte Diät abgelehnt hatte, ist natürlich längst vergessen.
Der erneute Vorschlag einer alternativen strikten Diät verbunden mit mehr regelmässiger körperlicher Bewegung wird mit der Frage nach einem alternativen Medikament beantwortet.

Von solchen Problemen ist mein journalistischer Kollege stets verschont geblieben...er kann von uneinsichtigen Patienten unbelästigt leicht rein wissenschaftlich argumentieren.
Dem praktisch tätigen Arzt hilft er dabei gar nicht.

Auch nach seinen aufwühlenden Sendungen und Publikationen kommt so gut wie kein Patient in die Praxis und fragt noch einmal nach, wie es denn mit der  Diät als Alternative zur Pille war.

Noch eins:
Viele Patienten verlassen die Praxis nur dann zufrieden, wenn ihnen irgendetwas aufbeschrieben worden ist.
Verweigert man eine Verschreibung, wird einem gerne unterstellt, dass man einem Patienten nichts gönnen würde.
"Warum wollen sie ausgerechnet bei mir sparen? Den Flüchtlingen wird alles vorne und hinter reingeschoben! Ich hab doch immer die Krankekass bezahlt..."

Also schreib ich dem messwertkranken diätunwilligen Wohlstandsbürger seine Pillen auf, Hinweise zu möglichen Nebenwirkungen werden beim nun eiligen Abschied gern überhört.

Merke zum Abschluss:
Einige der Patienten sind bei erhöhten Messwerten tasächlich gar nicht krank, andere wiederum sind es.
Leider steht keinem Patienten auf der Stirn geschrieben zu welcher der beiden Gruppen er gehoert...
Da ich in der Praxis schlecht Lotto spielen kann, muss ich den "worst case" annehmen und entsprechend behandeln.
Wir  Aerzte haben dieses System nicht gemacht, wir muessen uns aber an die juristisch festgelegten Spielregeln halten, wollen wir uns nicht selbst gefaehrden.
Diese Spielregeln gelten fuer den Journalisten Dr B natuerlich nicht...

Wolfram
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Expat Charly

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Re: Das Problem der "Messwert-Kranken"
« Antwort #112 am: 31. Dezember 2019, 00:05:31 »

Auf der Webseite "Gesundheit" wird derzeit die TV-Doku "Im Land der Lügen" diskutiert

            http://forum.thailandtip.info/index.php?topic=2702.390

weshalb ich erneut auf diese Webseite aus dem Jahr 2016 aufmerksam mache, wo jene interessante TV-Doku bereits ausführlich abgehandelt wurde.
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