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Autor Thema: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung  (Gelesen 9929 mal)

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Lung Tom

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #90 am: 01. Februar 2020, 19:03:06 »



Völkermordgedenktage, die wir (auch*) 2020 nicht erleben werden

by Julius Rabenstein

Aborigine-Rememberence-Day in Australien

Algeriengedenken, Frankreich

Tibet-Erinnerung, VR China

Kongo-Greuel-Tag in Belgien

Biafra-Day, Nigeria

Armenientag in der Türkei

Indonesientag, Niederlande

Tutsi-Feiern, Ruanda

Holodomorgedenken in Rußland

Koreatrauertag, Japan

Burentag, GB

Tag des Indianers in den USA und Kanada

Tag des Gedenkens an die Sklaverei, Saudi-Arabien

Inka-Tag, Spanien

Namatag der Herero

Usw., usw.

* Hinzufügung von mir
Quelle:
https://heerlagerderheiligen.wordpress.com/2020/01/30/voelkermordgedenktage-die-wir-2020-nicht-erleben-werden/
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Lung Tom

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #91 am: 05. Februar 2020, 21:10:11 »


Noch ein Beitrag von Herrn Rabenstein, der ganz lesenswert ist, kurz und knackig:   

Ab jetzt bestimmen Doppelvorsitzende die Geschichte

Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, Annalena Baerbock und Robert Habeck, Alice Weidel und Alexander Gauland usw.


Auch die Geschichtsbücher werden früher oder später korrigiert:

„Am 01. September 1939 überfielen Adolf Hitler und Eva Braun Polen…..“

„Karl der Grosse und Ehefrau Hililtrud oder Desiderius oder Hildegard oder Fastrada oder Luitgard waren zwischen 768 und 814 als Doppelspitze König*innen des fränkischen Reiches.“

Schwierig wird es bei den Päpsten!

Im Moment aber nicht: 2020 hat die katholische Kirche die Doppelspitze Franz I. und Benedikt XVI..

Die EKD hat den Heinrich Bedford und den Strohm. Diese Doppelnamen sind sehr praktisch. Da hat man die Doppelspitze in einer Person: “ Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp besuchte in Begleitung von Verteidigungsministerin Karrenberger eine Bundeswehrkaserne.“ Paßt doch!

Quelle:
https://heerlagerderheiligen.wordpress.com/2020/02/04/ab-jetzt-bestimmen-doppelvorsitzende-die-geschichte/
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Lung Tom

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #92 am: 12. Februar 2020, 18:23:54 »


Der gestrige Hinweis vom Kollegen @karl zur Hitler-Säge war ganz interessant (s.a. Schiesserei in Korat).
Wer mal hoeren will, wie die klang, wird im folgenden Beitrag fündig. Und nicht nur dazu. Allerdings fehlt ein Geräusch - das Stoehnen/die Anklage der unschuldigen Zivilisten, die getoetet, verletzt, verstümmelt usw. wurden. Vollkommen unabhängig von der jeweiligen Volkszugehoerigkeit:



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Lung Tom

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #93 am: 13. Februar 2020, 18:26:15 »

Nicht das mich die Zahl verwundert. Denke, das Dokument ist echt. Die Schande ist doch, das deutsche Opfer immer runtergerechnet werden. Sowohl die im Krieg, aber gerade auch die, die nach der formalen Einstellung des Krieges gegen Deutschland unter den verschiedensten Szenarien ihr Leben verloren. Noch schlimmer ist Allerdings die Verhoehnung der Opfer durch die deutschen Blockparteien, die sich gemein machen mit Deutschenfeinden (bzw. zum Teil dazu gehoeren) und Parolen, wie etwa "Bomber Harris tue es nochmal", "Wir lieben den Volkstod" usw. usf.:


Sensationelles Dokument: Dresdner Stadtverwaltung ging 1992 von 250.000 Toten bei angloamerikanischem Terrorangriff 1945 aus

Von Jürgen Elsässer am 10. Februar 2020

Die Eliten dieses Staates, der noch immer als nicht-souveränes Subjekt unter der Kuratel der Siegermächte steht, haben 2010 als Dogma verkündet: Im Dresdner Flammeninferno vom 13./14. Februar 1945 starben 25.000 Menschen, keinesfalls mehr. Damit hat es das BRD-Establishment geschafft, die in der DDR offizielle Zahl von 35.000 Toten sogar noch zu unterbieten. Die Überlebenden der sächsischen Metropole haben diese Zahlen nie geglaubt – sie gingen aus eigenem Erleben davon aus, dass der Blutzoll viel höher gewesen sein musste.



Hier komplett:
https://www.compact-online.de/sensationelles-dokument-dresdner-stadtverwaltung-ging-1992-von-250-000-toten-bei-angloamerikanischem-terrorangroiff-1945-aus/

« Letzte Änderung: 13. Februar 2020, 18:31:57 von Lung Tom »
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Lung Tom

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #94 am: 14. Februar 2020, 21:31:26 »


Hier kann man noch weiterlesen:

https://zuerst.de/2020/02/13/die-apokalypse-von-dresden-vor-74-jahren-wurde-die-elbmetropole-von-den-alliierten-ausgeloescht/

Wenn man nun bedenkt, das F. Merz, die AfD - Mitglieder/Wähler, als Gesindel, das den Holocaust leugnet, verleumdet - naja, ein "echter CDU"-Mann... :}

Diese Partei wird, wenn nicht schon im Gange, auch dem Mitglieder/Wählerschwund zum Opfer fallen - diese Parteilinge haben halt den Groschen noch nicht fallen hoeren....
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Lung Tom

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #95 am: 18. Februar 2020, 19:54:42 »


Danke an JR, dies aus der "Mottenkiste" gezogen zu haben:


So diskutierte man 1967 in Deutschland


Es saßen am Tisch: Der damalige NPD-Vorsitzende Adolf von Thadden, „Zeit“-Herausgeber Gerd Bucerius, der Frankfurter Generalstaatsanwalt, Jude und Nazijäger Fritz Bauer (Auschwitz Prozeß) und der Soziologe Ralf Dahrendorf.

Statt Geschrei und Beschimpfung gab es Argumente, man ging manierlich miteinander um, wollte geistreich und witzig sein.

Auch das Publikum erscheint wacher und heller als die Duracell-Klatschhasen in den Quasselrunden der heutigen Zeit.




Hier gibts die Quelle, die Fortsetzung des Films und weitere Infos:
https://heerlagerderheiligen.wordpress.com/2020/02/18/so-diskutierte-man-1967-in-deutschland/
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franzi

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #96 am: 24. Februar 2020, 11:28:25 »

Obwohl frueher Hobbyhistoriker betreffend WK2 und davor, in spaeteren Tagen Schwerpunkt auf die Pazifikregion, kann ich mich an dieses Massaker nicht erinnern.

Luftangriff auf Pforzheim

An die Häuserreste sind viele Namen in Kreide geschrieben. Hinter den meisten steht ein Kreuz. Manchmal steht auch eine Adresse dahinter. Einmal heißt es in Pforzheimer Deutsch: „Wo sint Ihr?“ Dahinter in Blockschrift: „Alle tot“.

In den Tagen und Wochen nach dem alliierten Luftangriff auf das zuvor beschauliche Pforzheim sah die Szenerie vor Ort dramatisch aus, selbst für deutsche Verhältnisse des Frühjahrs 1945. Seit Wochen hatten die Luftstreitkräfte der Alliierten jede Hemmung fallenlassen und griffen Ort um Ort vernichtend an. Militärische Zwecke wurden kaum noch vorgetäuscht, in jeder deutschen Stadt ließ sich irgendein Vorwand finden. Immer wieder standen dabei die Stadtzentren besonders im Visier. . . . .


https://jungefreiheit.de/wissen/geschichte/2020/feuerhoelle-in-der-goldstadt/

fr
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Wenn ich nur "hier" schreibe, meine ich Nakhon Si Thammarat und Umgebung

schiene

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #97 am: 01. März 2020, 16:49:09 »


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Der größte Lump im ganzen Land,
das ist und bleibt der Denunziant.

Lung Tom

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #98 am: 16. März 2020, 20:54:07 »


Danke @schiene,
das habe ich auch so noch nicht gelesen ... ;}

Heute geht es eher mal ein paar Jahrhunderte zurück, und auch nur als Ausschnitt:

Historiker Jan von Flocken: „Drei Irrtümer über Martin Luther“

Auszug:
Der dritte Irrtum: Luther als Fremdenfeind

Daß nach der osmanischen Invasion Osteuropas und der ersten Belagerung Wiens 1529 durch Sultan Suleiman I. Luther zur Feder griff, ist verständlich. Vom Kriege wider die Türken (1529) und Heerpredigt wider die Türken (1530) stellen einen Alarmruf gegen diese Gefahr dar. Luther bezeichnet die überall Angst und Terror verbreitenden Türken als „Gottes Rute und des Teufels Diener“, als „ein wüster, furchtbarer Zuchtmeister“ und warnt angesichts des fremdländischen Sklavenhandels: „Man verkauft in der Türkei die gefangenen Christen wie das Vieh und wie die Säue; achtet nicht, wer hier Vater, Mutter, Kind oder Weib sei, da wird das Weib dorthin, der Mann hierher verkauft.“

Aber Luther sieht die Türkengefahr auch als Strafe Gottes für die Sünden der Christen. Und diesen stellt er die orientalischen Eindringlinge sogar als nachahmenswertes Vorbild dar: „So wirst du sehen bei den Türken, nach dem äußerlichen Wandel, ein tapferes, strenges und ehrbares Wesen. Sie trinken nicht Wein, saufen und fressen nicht, so wie wir tun, kleiden sich nicht so leichtfertiglich, bauen nicht so prächtig, prangen auch nicht so, schwören und fluchen nicht so, halten großen, trefflichen Gehorsam, Zucht und Ehre gegen ihren Kaiser und Herrn.“ Ja in mancher Hinsicht wünscht sich Luther geradezu türkische Zustände: „Sie haben ihr Regiment äußerlich gefaßt und im Schwang, so wie wir’s gerne haben wollten in deutschen Landen.“ Der Mann wußte also zu differenzieren.

Was Luthers angeblichen Antisemitismus betrifft, so hegte der wortgewaltige Glaubenskämpfer ursprünglich die Hoffnung, viele Juden würden sich von ihrem Ritus abwenden und zur Reformation übertreten. In seiner Schrift Daß Jesus Christus ein geborener Jude sei (1523) kommt durchaus Sympathie für die späteren Gegner zum Ausdruck. Er plädiert darin, die Juden freundlich zu behandeln und sie aus ihrem Ghetto in die Gesellschaft aufzunehmen. Vorwürfe und Gerüchte, die Israeliten würden Ritualmorde an Kindern begehen oder Brunnen vergiften, hält er für gefährlichen Unsinn. Luthers Absicht zielte eindeutig darauf, die Juden zum Christentum zu bekehren. Denn letztlich war das Judentum für ihn die falsche, durch das Wirken von Jesus Christus überflüssig gewordene Religion. Deshalb kritisierte er die Juden ebenso wie die Anhänger der katholischen Papstkirche, und das mit heftig deftigen, zu seiner Zeit durchaus üblichen Vokabeln. Er plädierte für die Einheit von Protestanten, Katholiken und Juden – eine Kirchenspaltung hat Luther niemals gewollt. Ihm ging es darum, durch Argumente aus der Bibel zu überzeugen.

So verfaßte Luther 1538 seinen Brief wider die Sabbather. Anlaß war ein Schreiben, in dem davon berichtet wurde, daß die Juden, anstatt zu Christus bekehrt zu werden, ihrerseits missionarisch tätig seien und Christen zum Judentum verführten; sie behaupteten, der Messias sei noch nicht gekommen und der Juden Gesetz bleibe ewig und müsse auch von den Heiden angenommen werden. Was Martin Luther zunehmend verbitterte, war die Tatsache, daß seine Bemühungen um die Bekehrung der Juden völlig fruchtlos blieben. Vielmehr wurde seine Reformation von zahlreichen Rabbinern abgelehnt und lächerlich gemacht. Voller Zorn veröffentlichte er deshalb Anfang 1543 die Streitschrift Von den Juden und ihren Lügen. Damit wollte er die Andersgläubigen schlicht loswerden, und er empfahl, man möge sie „zum Lande austreiben“. Seine wütenden Tiraden muten heute erschreckend an, aber weiland wurde verbal (und nicht nur auf diesem Gebiet) mit härtesten Bandagen um den wahren Glauben gestritten.

Während seiner letzten Predigt, die Luther gehalten hat, am 14. Februar 1546 in seiner Geburtsstadt Eisleben, äußerte er eine „Vermahnung wider die Juden“. Darin rief er wiederum dazu auf, freundlich an ihnen zu handeln und ihnen den christlichen Glauben anzubieten. „Dort aber, wo sie Christus annehmen, da sollen wir sie als unsere Brüder halten – sonst aber nicht dulden noch leiden.“ Religiöse Intoleranz gehörte im 16. Jahrhundert zu einer ganz gewöhnlichen und von allen Seiten benutzten Praxis. Martin Luther war in dieser Hinsicht nicht besser und nicht schlimmer als seine Zeitgenossen.

Jan von Flocken

Quelle incl. dem kostenfrei zugänglichen 1. Irrtum:
https://zuerst.de/2017/06/09/drei-irrtuemer-ueber-martin-luther/

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Lung Tom

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #99 am: 23. März 2020, 19:32:00 »


Nun, wo das Leben etwas entschleunigt wird, gibt es mehr Zeit, sich mit allem Moeglichen zu beschäftigen.
Man kann auch ein bischen im Internet stoebern, und findet vielleicht Dinge, die man genauer wissen moechte.


Gastbeitrag von Dr. Stefan Scheil: Über vorgebliche „Schlüsseldokumente“ zum Kriegsausbruch 1939

Es gibt ein verbreitetes Klischee über die deutsche Zeitgeschichte vor 1945. Sinngemäß lautet es: Wir wissen alles. Eine Diskussion über Einzelheiten und Grundsatzfragen kann es für das Jahr 1939 und die Verantwortung für den Kriegsausbruch nicht geben. Schließlich gibt es ja Schlüsseldokumente, in denen alles nachzulesen steht. Soweit die Lage, bestätigt durch prominente Zeugen.

Großbritanniens Kriegspremier Win­ston Churchill hat sich zum Beispiel mit Eifer daran beteiligt, diesen Eindruck zu erwecken, etwa in seinen Memoiren, wo es heißt: „In der Neuzeit haben Staaten, die im Krieg un­terlagen, meistens ihre Struktur, ihre Identität und ihr Archivgeheimnis bewahrt. Diesmal, da der Krieg bis zum letzten Ende geführt wurde, sind wir in den vollen Besitz der inneren Geschichte der Feinde gelangt. Infolgedessen können wir unsere eigenen Informationen und Leistungen ziemlich genau nachprüfen.“

Churchills angebliche Prüfung seiner Informationen richtet sich dann an gleicher Stelle auf die Hoßbach-Niederschrift. Wer sich jemals intensiver mit der Vorgeschich­te des Zweiten Weltkriegs befaßt hat, der kennt sie: Ein Protokoll soll sie sein. Aufzeichnung dessen, was am 5. No­vember 1937 bei einem vom deutschen Diktator einberufenen Treffen gesagt wurde. 1945 wurde sie im Nürn­berger Prozeß auf den Tisch der Anklage gegen die Über­lebenden der deutschen Staatsführung gelegt, als Beweis für deutsche Kriegspläne seit 1937. Was den Inhalt des so­genannten Protokolls anging, fand Churchill starke Worte: „Am 5. November 1937 entwickelte er [d.h. Hitler, d. Verf.] seine Zukunftsabsichten vor den Befehlshabern seiner Streitkräfte. Deutschland brauchte mehr ‚Lebensraum‘. Dieser ließ sich am besten in Osteuropa finden – in Polen, Weißrußland und der Ukraine. Dieses Ziel erforderte ei­nen großen Krieg und nebenbei die Ausrottung der in je­nen Gebieten lebenden Bevölkerung.“

Nun, bedauerlicherweise stellt jede dieser Behauptun­gen eine Unwahrheit dar. In der Hoßbach-Niederschrift über die Konferenz des 5. November 1937 findet sich kein Wort über die Eroberung von deutschem Lebensraum in Polen, Weißrußland oder der Ukraine, daher auch nichts über einen dafür erforderlichen großen Krieg und schon gar nichts über die Ausrottung der dortigen Bevölkerung. Es heißt darin statt dessen, der deutsche Lebensraum sei für ein bis drei Generationen durch Erwerb von Österreich und Böhmen-Mähren zu sichern.

Hier gehts weiter:
https://zuerst.de/2017/12/22/gastbeitrag-von-dr-stefan-scheil-ueber-vorgebliche-schluesseldokumente-zum-kriegsausbruch-1939/
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Kern

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #100 am: 23. März 2020, 20:41:13 »

Bitte Lung Tom

Arbeite doch mal endlich richtig intensiv die historischen Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten seitens Karl des Großen usw. gegen Sachsen, Bajuwaren etc. auf. Und in den paar Jahren danach gabs auch noch einige moralisch zweifelhafte Ungereimtheiten.

Anders gesagt:
Teilweise finde ich Dich toll, teilweise bist Du noch bekloppter als ich.  :-X
(Wenn endlich ein bisschen Gras über schlimme Sachen gewachsen ist, kommt ein Rindvieh und frisst das Gras weg.)

In diesem Sinne:  {:}[-]   [-]
Grüße, Achim
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Lung Tom

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Re: Neuigkeiten und Altbekanntes aus der Geschichtsschreibung
« Antwort #101 am: 29. März 2020, 19:44:00 »


Im Babylon Berlin: Rausch und Revolution bei Ernst Jünger

In den Zwanziger Jahren wimmelten die Straßen der deutschen Hauptstadt von Außenseitern, Grenzgängern, Berauschten und politischen Hasardeuren. Einer von ihnen war Ernst Jünger, dessen Geburtstag sich am 29. März zum 125. Mal jährt. Bekannt wurde der Literat vor allem durch seine Weltkriegserinnerungen In Stahlgewittern.

Im Jahr 1926 zog Ernst Jünger von Leipzig ins Auge des politischen Orkans: in die Hauptstadt Berlin. Erste Station war der Nollendorfplatz, ein Brennpunkt wilder Exzesse. Laut Erich Kästner hätte selbst ein Dante Gift genommen, um nicht sehen zu müssen, was sich ihm dort bot. Ein Jahr lang hielt es Weltkriegsleutnant an diesem Hotspot aus. Dann zog er in den Ostteil der Metropole, in den Arbeiter- und Ganovenbezirk Friedrichshain. Es hieß, nach Einbruch der Dämmerung sollte man dort verschwinden: zu gefährlich. Genau der richtige Ort für einen Abenteurer, der das Elementare suchte, dem der Ruf eines Terroristen vorauseilte: Angeblich öffnete er seinen Briefkasten mit einem Revolverschuss. Seine Wohnung in einem Gründerzeitbau, Stralauer Allee 36, 1. Stock, wurde Anlaufplatz der National-Bohemiens jener Zeit.

Der Tierpark der Matriarchin

Jünger vertrat zu Weimarer Zeiten nationalrevolutionäre Ideen und verachtete das Bürgertum. In der Erstauflage seines Buches «Wäldchen 125» bekannte er freimütig: «Ich hasse die Demokratie wie die Pest.»
Eine passende Terroristenbraut fand Jünger in der Schauspielerin Gretha von Jeinsen. Die 20-jährige Provokateurin bediente mit Vergnügen das Gefährlichkeits-Image ihres Mannes: Bemerkte sie beispielsweise, dass die Polizei ihr Telefon abhörte, schwadronierte sie demonstrativ über (fiktive) Bombendepots. Für sie war Berlin eine «Alles-Ernährerin», die selbst den Abgedrehtesten nicht untergehen ließ, sondern gerade aus schrägen Typen «ihren vitalen Rhythmus» zog. Ihre Lieblingslektüre: Leo Tolstoi und Johann J. Bachofens



Kein Wunder, dass Jüngers Friedrichshainer Wohnung bald wie ein Ort gynäkokratischer Urkultur erschien: Ernst von Salomon beschrieb sie als dunkel, «mit Büchern vollgestopft, mit Masken und seltsamen Figuren geschmückt». In den Regalen standen «Einweckgläser voll merkwürdigen Geschlings irgendwelcher fahlgrüner Substanzen». Alles durchzogen von Kochgerüchen und Kindergeschrei. Kurzum, weniger ein Stätte männlicher Rationalität, sondern Bachofen‘scher Matriarchats-Symbolik: Pflanzen, Wasser und Nebel. Da Gretha stets für Wahl und Gestaltung der Wohnungen zuständig war, ist ein Zufall fast ausgeschlossen.

Quelle inkl. Foto - und es geht ja auch noch weiter:
https://www.compact-online.de/im-babylon-berlin-rausch-und-revolution-bei-ernst-juenger/

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