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Autor Thema: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan  (Gelesen 21724 mal)

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wufgaeng

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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #15 am: 15. Oktober 2009, 19:50:20 »

In der Mongolei braut man ein hervorragendes Bier, das man überall, selbst in der tiefsten Provinz, zum erstaunlich günstigen Preis bekommt. Eine Flasche 0,626 l kostet im Restaurant fast überall etwa 2.000 Tögrög, das ist weniger als ein Euro. Die Biermarken heißen Khan-Bräu, Chinggis Beer, Sengur Beer oder Mongol Beer.
Eine tolle Adresse in Ulaanbaatar ist das "Brauhaus", auch wenn ich heimische (deutsche) Kost im Urlaubsland, wie z.B. hier in Bangkok unter dem Motto "Futtern wie bei Muttern", generell ablehne. Das Brauhaus aber hat mittlerweile Tradition und man trifft dort fast ausschließlich Mongolen. Die Kost und das Bier ist um einiges authentischer und besser als deutsche Küche in Thailand. Hätte mich nicht unser mongolische Begleiter dorthingeführt, auf eigene Kappe wäre ich in der Mongolei kaum in eine deutsche Kneipe gegangen. Ich war positiv überrascht.


Das Brauhaus in Ulaanbaatar


Im Brauhaus

Ein paar Schritte weiter unterhält ein ansässiger Italiener seit vielen Jahren das "Marco Polo", ein hervorragendes italienisches Restaurant. Im ersten Stock geht es dort richtig scharf zu, allerdings nicht scharf in der Küche, sondern mit mongolischen reizvollen Schönheiten. Ein Besuch lohnt sich allemal.
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2009, 19:56:03 von wufgaeng »
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #16 am: 15. Oktober 2009, 22:07:57 »

Das ist ja ein Ding!  ;)  Sowas in der Mongolei. Da hätte ich mich auch nicht lange bitten lassen.
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wufgaeng

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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #17 am: 16. Oktober 2009, 18:45:40 »

Der nächste Weg in der Hauptstadt führt uns in das National Historische Museum, eine kulturelle Abwechslung zur kulinarischen. Das Museum gibt Einblicke in das Normadentum und die Geschichte der Mongolen, einschließlich in der von Dschingis Khan, der heute landesweit als Staatsidol gilt.
Die Exponate sind tatsächlich sehr interessant, handeln von der Vorgeschichte durch das 20. Jahrhundert und schließen auch eine erhebliche Auswahl der ethnographischen Materialien ein, wie z.B. das Alltagsleben, die Kleidung und Kostüme, die musikalischen Instrumente, die Waffen und schließlich auch und die Behausung der Mongolen in Gers (Yurten).


Das National Historische Museum in Ulaanbaatar


Der erste Raum mit Exponaten aus der Frühzeit der Mongolei und den ersten Menschen


Mongolische Halskette mit Lapislazuli und anderen Halbedelsteinen, wie er 3 - 4.000 Jahre vor Christus getragen wurde.
Fundstück aus dem Norivlon Gebirge in der mongolischen Dornod Provinz.


Ein Gemälde von Dschingis Khan, dem großen Mongolen-Führer und Eroberer
und auch einer der schlimmsten und grauenvollsten Menschenvernichter aller Zeiten


Ein Model der alten mongolischen Hauptstadt Karakorum auch Qara Qorum.
(Die Namensgleichheit mit dem pakistanischen Landstrich Karakorum in Pakistan
mit seinen 8.000m Gipfeln ist wohl Zufall und hat miteinander nichts zu tun.)
Das Model ist deutsche Arbeit. Seit 2000 graben Archäologen u.a. vom Deutschen Archäologischen Institut Bonn
zusammen mit mongolischen Wissenschaftlern im Bereich des vermuteten Khanpalastes und des
Handwerkerviertels im ehemaligen Stadtzentrum.


Kleidung mongolischer Schamanen
Schamanismus ist auch heute in der Mongolei sehr verbreitet und ein eigenes Kapitel wert


Jabzundamba Bodo Khan der 8. und seine Frau Dondogdulam
Er war 1870 - 1924 religiöser und politischer Führer der Mongolei,
seine Frau bekam den Titel "Mother Of The State".

Im nächsten Beitrag verlassen wir Ulaanbaatar.
Eine lange Reise über 2.500 km, zum Dschingis Khan Monument, zu seiner Geburtstätte, durch die sibirische Steppe, an die Grenze von China und seiner Provinz der Inneren Mongolei steht uns bevor.
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #18 am: 17. Oktober 2009, 17:24:29 »

Ein Photo von uns vor dem Start unserer Tour



Ganz links unser Fahrer und Tourassistent Matter. Er fuhr uns sicher und schonend die 2.500 km durch die Streppe der Ost-Mongolei. Wir hatten keine einzige Panne, nicht einmal eine Reifenpanne. Matter aber stammt aus der West-Mongolei und für ihn war die kommende Tour auch ein "erstes Mal".

Albin mein schweizer Freund und Lehrer in Bangkok meiner beiden deutsch/thailändischen, jetzt erwachsenen Kinder. Mit Albin bereiste ich bereits Bhutan, Tibet, Nepal, VR China, Laos, viele Male in Thailand nördliche Provinzen und die Schweiz. Albin und Moritz waren zwei Jahre vorher bereits mit der selben Tour-Agentur "e-Mongol.com" und Tour-Guide Ariunaa in der Wüste Gobi (Gobi mongolisch heißt "Halbwüste") und bei den Ruinen der historischen ehemaligen Hauptstadt der Mongolei Karakorum. Leider war ich vor zwei Jahren nicht dabei.

Moritz unser schweizer Freund und oftmaliger Reisebegleiter in Thailand, Laos, China, Nepal und Tibet.

Meine Person Wolfgang

und unsere liebevolle, treue, immer gut aufgelegte, junge Tour-Leiterin Ariunaa, die als junge Mongolin (26) mit uns drei alten Knackern (wir drei sind alle über 60) wunderbar zurechtkam. Ariunaa war vor zwei Jahren Tour-Guide von Albin und Moritz bei ihrer Tour in die Wüste Gobi.

Hinter uns steht unser Transportmittel, ein russischer geländegängiger UAZ-Minibus. Beim ersten Anschein hatte ich nicht so viel Vertrauen, aber ich sollte mich täuschen. Dieser UAZ mit unserem sicheren Fahrer Matter fuhr uns die ganzen 2.500 km schonend, wunderbar gefedert und vor allen Dingen pannenfrei durch die endlose Steppe mit seinen tausenden Kilometern Feldwegen und unbefestigten, holprigen, unberechenbaren Überlandstraßen.

Eine lange, dreiwöchige Tour stand uns bevor, das Bad im Hotel war das letzte ergiebige Bad, das wir lange Zeit benutzen konnten und ab jetzt mußten wir uns auch an die mongolische Küche gewöhnen, die - ich will es höflich ausdrücken - sehr gewöhnungsbedürftig ist. Ariunaa aber hatte uns doch während der Tour mit all den bescheidenen Mitteln und Verhältnissen sehr zufriedengestellt.
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2009, 17:27:58 von wufgaeng »
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #19 am: 20. Oktober 2009, 20:42:29 »

Die erste Station etwa 55 km außerhalb der Hauptstadt war ein, noch nicht ganz fertiggestellter, Riesenkoloss mit einem reitenden Dschingis Khan. Im Schwanz vom Pferd führt ein enger Aufzug den Besucher zu einer Aussichtsplattform an der Mähne des Pferdes. Von dort hat jeder einen Rundumblick in die endlose Steppenlandschaft der Umgebung.


Die Reiterstatue von Dschingis Khan 55 km außerhalb von Ulaanbaatar


Aussicht von der Statuen-Plattform weit in die Steppenlandschaft des Umfeldes


Direkter Blick ins Antlitz des Mongolenführers


Die Goldene Peitsche von Dschingis Khan wurde in dieser Gegend gefunden,
sie diente dem Khan als eine Art Zepter

Die Geschichte von und um Dschingis Khan will ich hier gar nicht groß beschreiben, zu oft sind seine Eroberungszüge und seine abscheulichen Greueltaten in unseren Geschichtsbüchern wiedergegeben worden. Trotz all den Widerlichkeiten, die man Dschingis Khan heute zuschreibt und er somit als einer der schlimmsten Massenmörder und Menschenvernichter (nicht nur Menschen, er hat auch alle Tiere der "Feinde" töten lassen) in die Geschichte eingeht, ist er heute das Staatsidol der Mongolei.
Dschingis Khan wurde zwischen 1155 und 1162 geboren (genau weiß man es nicht) und wurde erster Großkhan der Mongolen. Seine Taten, dass er alle Mongolenstämme vereinigte und das Mongolenreich im Westen bis zum Kaspischen Meer und im Osten bis zum Japanischen Meer erweiterte, wertet man ihm heute als seine Verdienste, um ihn zu dieser mongolischen Idolfigur hinzustellen. Zu lange ist es her, um an seine Greueltaten erinnert zu werden. Es ist immer nochmal ein Unterschied zwischen Millionen Menschen töten und Millionen Menschen bestialisch töten; Dschingis Khan hatte Tötungsmethoden, an die würden heute nur die allerschlimmsten Sadisten denken.
« Letzte Änderung: 20. Oktober 2009, 20:55:39 von wufgaeng »
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #20 am: 21. Oktober 2009, 02:47:05 »

Der helle Wahnsinn, aber trotzdem irgendwie geil.
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #21 am: 21. Oktober 2009, 03:10:59 »

Einfach toll! Das was Du schreibst nicht weniger als Deine wunderbaren Photos.
Du machst Lust auf dieses so andere Land.

dafür schon mal ein herzliches Dankeschön
Wolfram
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #22 am: 22. Oktober 2009, 21:08:08 »

Lieber Uwe, lieber Wolfram, gerne würde ich Euch einmal persönlich über meine Mongolei-Reise noch ausführlicher zu erzählen, ich lade Euch dazu herzlich ein.

Nach der unumgänglichen Besichtigung der Riesenstatue des reitenden Dschingis Khan nutzten wir die letzte Gelegenheit für einen Benzinstopp und für eine schmackhafte Mahlzeit in einem Restaurant. Schon hinter dem Gasthaus zerlegte man eine gerade geschlachtete Ziege. Es sollte ein Vorgeschmack auf das sein, was anschließend auf uns die folgenden drei Wochen zukam.
Außerhalb Ulaanbaatar gibt es so gut wie nichts Gebratenes, nichts Gegrilltes oder Geröstetes, alles ist immer gekocht in einem großen Mongolenpot. Kein Hühnerfleisch, kein Schweinefleisch, keine Eier, kein Fisch, aber immer Hammel, Pferdefleisch, Kamel, manchmal Rind, Milchprodukte, wie z.B. steinharter getrockneter Yogurt, die Milch von manchmal vom Rind oder Kamel, meist aber von einer Stute. Alles kommt aus dem "berühmten" mongolischen Feuerpot dessen Inhalt auf einem offenen Feuer gart. Beim Herausfischen seiner Mahlzeit hat man mehr oder weniger Glück; man erwischt vielleicht ein Stück Fleisch, oft aber auch nur ein Stück Knochen, Haut mit oder ohne Haare, oder einen Brocken Fett. Immer mal auch ein Stück Darm oder Sehne. Das Feuer unter dem Pot muss ständig mit Brennmaterial nachgefüttert werden - nicht mit Holz, sondern mit, in der Sonne getrockneten, Viehmist. Wir hofften stets, dass die Köchin mit einem anderen Löffel umrührt und nicht mit dem selben, mit dem sie gerade das Feuer mit Trockendung nachschürrt.
Trotz allem überraschte uns die Vorliebe der Nomaden für bayerischen Knödel halb und halb, Pudding von RUF und ähnlichen deutschen "Gut und günstig"-Lebensmitteln (darüber werde ich später noch ausführlich berichten).


Letzter Tankstopp bevor wir in die Steppe in Richtung Norden abbiegen


Ein Ger Camp an der Rastsation


Zerlegen und Ausweiden einer gerade geschlachteten Ziege für den mongolischen Suppentopf


Die ersten hundert Kilometer durch die Steppe sehen fast heimisch aus.
Die Wiesen übersät mit unzählbaren Edelweiß, in den Alpen streng geschützt, dort fast schon Unkraut.
« Letzte Änderung: 22. Oktober 2009, 21:23:07 von wufgaeng »
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #23 am: 23. Oktober 2009, 17:54:41 »

Schon am ersten Tag unserer Tour sollten wir erleben, was es bedeutet, viele hunderte Kilometer Feldweg in die mongolische Wildniss zu fahren. Die Landschaft war sehr hügelig, die Gegend so einsam, dass wir während der ganzen Strecke von etwa 230 km an jenem Tag nur einmal eine Begegnung hatten. Die erste Übernachtung feucht und saukalt, in der Ferne heulten Wölfe - oder waren es nur Hunde. Die Wölfe dort sind sehr sehr scheu und man bekommt sie fast nie zu sehen, nur zu hören. Diese Hügellandschaft erinnerte uns ein bisschen ans Alpenvorland, sie wird sich nach einigen Tagen später in endlose Steppenlandschaft verändern.


Erstes Camp an einem idyllischen namenlosen Weiher,
zu kalt zum Baden, aber ein Hartgesottener hatte es doch gewagt.


Langer Weg durch eine Hügellandschaft mit wenig Bewaldung aber endlosen üppigen Blumenwiesen.
Diese Landschaft nennt sich das Chentii-Gebirge (Kentei).


Stopp am Ufer des Khökh Nuur (Blauer See).
Dieser langgedehnte Stausee ist auch von der Bahnstrecke Beijing-Ulaanbaatar aus zu sehen.
Er liegt bei 560 m an der tiefsten Stelle der Mongolei und ist ein Paradies für zig verschiedener Vogelarten.


Denkmal am Khökh Nuur (Blauer See)


Einer der vielen Zuflüsse zum Kherlen Gol (Fluss).
Der Kherlen Gol entspringt etwa 180 Kilometer nordöstlich von Ulaanbaatar am Südhang des mongolischen Chentii-Gebirges.
Wir werden ihn bei unserer Tour noch mehrmals antreffen und überqueren.
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #24 am: 23. Oktober 2009, 20:59:48 »

Da möchte man glatt zum Einsiedler werden....

...vorausgesetzt man hat seinen Harem dabei, he he.  ;D
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #25 am: 24. Oktober 2009, 16:12:26 »

Die Landschaft in dieser Gegend ist schön, man könnte gewiss etwas länger verweilen, aber als Einsiedler - auch mit Harem - würde ich dort nicht ein Lebenlang verweilen wollen, der Harem hätte mich zu schnell im Griff, he he :D

Gleich gehts weiter mit Bildern einer vergessenen Klosteranlage, dem Baldan Baraivan Monastery
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #26 am: 24. Oktober 2009, 18:30:13 »

Baldan Baraivan, eine Klosteranlage mit ehemals 1.500 Lamas. Der Tempel und das dazugehörige Kloster liegen abseits unserer Route in der Khentii Provinz nur einige Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Es war eins der drei größten Tempelanlagen in der Mongolei. Gleich nach der Invasion der russischen Truppen wurde der Tempel und die ganze Anlage im Jahre 1937 und dann nochmal in den 70er Jahren fast vollständig zerstört, da die Russen in der Mongolei alles nur denkbare "Buddhistische" sofort niederwalzten um die buddhistische Ideologie und Lebenslehre zu eleminieren (nicht nur Mao oder die Taliban begingen so einen Schwachsinn und Verbrechen an Kunst- und Kulturschätzen).

Heute lebt dort wieder ein Lama mit seiner Familie, doch zu speziellen Anlässen kommen zeitweise viele Lamas aus Ulaanbaatar und der anliegenden Provinz Ömnödelger.
Seit 1996 wird das ganze Anwesen von der Cultural Restoration Tourist Project Organisation durch freiwillige ausländische und einheimische Arbeitskräfte wieder aufgebaut und somit das unersetzliche Kulturerbe zu retten.



Das "Sum-Pratoo" zum Baldan Baraivan  Tempel und der Kloster Anlage


Der Hausmeister der Anlage, er führte mit vielen Informationen uns durch das ganze Komplex


Auf dem Klostergelände


Ein kleiner hölzerner Tempel ersetzt den großen, der mit fleißigen Aufwand gerade restauriert und renoviert wird


Im kleinen Holztempel finden sich viele Bilder aus der alten Zeit und natürlich ein Portrait Seiner Heiligkeit dem 14. Dalai Lama

In meinem nächsten Beitrag geht es weiter zum Haupttempel, der sich gerade voll im Wiederaufbau befindet.

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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #27 am: 25. Oktober 2009, 16:40:46 »

Die US-Organisation Cultural Restoration Tourism Project (CRTP) bemüht sich sehr mit dem Wiederaufbau des von den Russen zerstörten Kulturerbe. Da stellte sich mir gleich die Frage, warum sich keine russische Organisation darum kümmert, wieder herzustellen, was ihre Landsleute vorher grundlos zerstörten. Jetzt müssen da mal wieder die US-Leute ran. Wie mir schien ist derzeit noch viel zu tun, aber das CRTP arbeitet sehr effizient.


Ein Photo aus der alten Zeit, das den Haupttempel kurz nach der Zerstörung zeigt.
Photo kopiert von einem Bild im kleinen Holztempel


Der Baldan Baraivan Haupttempel kurz vor seiner Fertigstellung


Schreinerei- und Schnitzereiarbeiten im Haupttempel


Der Tempelkomplex an der Westseite

Vieles erinnerte mich an Tibet und meine Besuche der Tempelanlagen in Lhasa, Ganden, Gyantse, Shigatse und die Klosteranlagen am Manasarova See, die zuerst die Engländer mit ihren Gurkha-Soldaten und dann chinesischen Truppen in Tibet zerstörten - die Russen waren auch nicht besser und sie sollten es heute wieder gutmachen.

« Letzte Änderung: 25. Oktober 2009, 17:10:41 von wufgaeng »
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #28 am: 25. Oktober 2009, 17:15:29 »

Der nächste Beitrag morgen handelt über die "Hirschsteine", den Deerstones ganz im Norden der Mogolei bei dem Ort Mörön. Die Darstellungen fliegender Hirsche auf den Steinen wurden vor etwa 3.000 Jahren in der Bronzezeit von Nomaden errichtet.
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2009, 17:26:57 von wufgaeng »
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Re: Die Mongolei und auf den Spuren von Dschingis Khan
« Antwort #29 am: 26. Oktober 2009, 18:19:37 »

Nächstes Ziel am selben Tag waren ein Besuch bei den Deerstones (Hirschsteinen), die ihren Namen wegen den Darstellungen fliegender Hirsche auf den Steinen bekamen. Die Hirschsteine sind etwa 3.000 Jahre alt und wurden von Nomaden in der Bronzezeit errichtet. Bis heute kennt man deren Bedeutung nicht. In letzter Zeit hat man die Steine oft als Grabsteine und zu anderen Zwecken wiederverwendet und damit zweckentfremdet.

Die Landschaft wurde immer flacher und es erinnerte uns immer mehr, wo wir eigentlich sind, nämlich in Sibirien. Dreiviertel von Sibirien liegen in Russland, das Mittel- und Südsibirische Bergland zieht sich weit in die nordöstliche Mongolei hinein.

Ein Stein aus der jüngeren Zeit zeigt die klassische mongolische Schrift, die heute kaum mehr im Gebrauch ist und erst im 20. Jahrhundert durch das Kyrillisches Alphabet ersetzt wurde.

Weiter gings zu einer bedeutenden Wegkreuzung dem Batsheeret Ovoo, wo wir einmal in einem seltenen Fall Wege- und Hinweisschilder vorfanden. Ein Ovoo ist verziertes mongolisches Steinmännchen oder machmal auch ein Holzhaufen, dessen Ursprung aus dem Schamanentum stammt. Er dient als Markstein, Landzeichen oder auch Orientierungspunkt und als Platz der Meditation, buddhistische Zeremonien und Anbetung von Himmel und Erde.
eine mongolische Geste verlangt dreimal Hupen beim Vorbeifahren (immer links vom Ovoo) und/oder einmal, dreimal oder sechsmal im Uhrzeigersinn herumgehen und schließlich einen weiteren Stein auf die Spitze des Ovoos legen.

Während eines Unwetter, bei einem eiskalten Sturm und heftigen Regen, mussten wir unsere Zelte aufbauen. Nach einer Stunde etwa wurden wir für unsere Strapaze mit einem wunderschönen Regenbogen belohnt. Auch in der Mongolei sagt man sich, dass am Ende des Regenbogen Goldstücke liegen, aber leider fanden wir nur ein paar Haufen vom Weidevieh.


Die Landschaft wird immer flacher und erinnert, dass wir in Sibirien sind


3.000 Jahre alte Hirschsteine aus der Bronze-Zeit der Mongolei


Ein Stein mit der klassischen mongolischen Schrift, man liest sie von oben nach unten


Der Batsheeret Ovoo an der Wegkreuzung zu der Ortschaft Binder


Nach einem heftigen Unwetter belohnt uns ein voller Regenbogen
« Letzte Änderung: 26. Oktober 2009, 18:30:13 von wufgaeng »
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