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Autor Thema: Hungrige Geister stiften Unruhe  (Gelesen 1036 mal)

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madaboutsingha

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Hungrige Geister stiften Unruhe
« am: 16. August 2010, 08:49:33 »

Im August beginnt nach dem chinesischen Mondkalender der siebte Monat des Jahres. Es ist der unheilvollste Monat des Jahres, denn es ist der Monat der „Hungrigen Geister“. In diesem Jahr öffneten sich die Tore der Unterwelt genau am 10. August um exakt 12 Uhr mittags, und die Geister der Verstorbenen stiegen aus den Zwischenwelten hervor und kamen für kurze Zeit auf die Erde zurück.

Das Festival der „Hungrigen Geister“ ist eines der fünf Hauptfeste in der chinesischen Tradition. Es wird seit mehr als 100 Jahren von allen Chinesen in ganz Südostasien einen ganzen Monat lang gefeiert.

In Hongkong und China ist es unter dem Namen „Zhong Yuan Festival“ bekannt, in Singapur heißt es „Yue Lan Jie“ und in Malaysia und Thailand kennt man es als das „Por Tor Festival“. In diesem Jahr wird es vom 10. August bis zum 7. September begangen. Der Höhepunkt der Festlichkeiten ist die Vollmondnacht des 24. August.


Im Monat der „Hungrigen Geister“ heißt es vorsichtig zu sein, denn die aus dem Hades hervor gekrochenen Geister sind hungrig und schlecht gelaunt. Marodierend durchziehen sie die Straßen und haben nichts anders im Sinn als die Hinterbliebenen mit Schabernack und Ungemach zu überziehen.

Drum gilt es in jenem prekären Monat Vorkehrungen zu treffen. Im familiären Kreis hält man Andachten ab, in denen man die Verstorbenen ehrt. Während ritueller Essensfeierlichkeiten tischt man die Lieblingsgerichte des Verstorbenen auf, der auf einem leeren Stuhl am Tisch dabei sitzt und der so behandelt wird, als sei er noch unter den Lebenden. Vor der Türe entzündet man Papiergeldstapel und an Straßenecken und an Wegesrändern lässt man Taschen mit Kleidungsstücken stehen, damit die umherstreunenden Geister nicht in die Häuser einfallen und Unruhe stiften. Im Monat August laden Geschäftsleute ihre Nachbarn und Freunde zu einem gemeinsamen Essen ein oder sie stiften die Aufführung einer chinesischen Oper.

Da man nie weiß, mit welcher Art von Geistern man es zu tun kriegt, sollte man sich vorsorglich schützende Amulette besorgen. Besondere Macht geht von dem Chung Kwei Amulett aus, das einen Rundumschutz gewährleistet, aber hauptsächlich jungen Frauen, die nachts alleine ausgehen, speziellen Beistand liefert. Das Amulett ist auf der Vorderseite mit kunstvollen taoistischen Emblemen verziert, die Glück verheißen sollen, und auf der Rückseite trägt es die Abbildung von Fledermäusen, deren scharfen Augen man vertraut, dass sie potentiell gefährliche Geister frühzeitig erkennen.

Hier die 9 Tabus für den Monat der „Hungrigen Geister“:

1.   Man darf nicht schwimmen gehen.
2.   Man darf nachts nicht spät nach Hause kommen.
3.   Man darf keinen Hausbau beginnen und kein Haus kaufen.
4.   Man darf nicht umziehen.
5.   Man darf kein neues Geschäft gründen.
6.   Man sollte nicht reisen in diesem Monat.
7.   Man sollte keine Dschungeltouren unternehmen und nicht zelten.
8.   Man sollte nicht heiraten.
9.   Man sollte größere Operationen vermeiden.


In Singapur und Malaysia wird das Fest laut und mit großem Spektakel gefeiert. Bei den beliebten abendlichen Getai(Gesangs)-Aufführungen bleibt die erste Sitzreihe vor der Bühne immer frei. Sie ist für die Geister reserviert. Doch das Festival ist keine reine spirituelle Veranstaltung, sondern hat inzwischen auch binnenwirtschaftliche Auswirkungen. Viele abergläubische Chinesen scheinen die auferlegten Tabus für bare Münze zu nehmen, denn der Geistermonat ist traditionell eine umsatzschwache Zeit für den Immobilienmarkt.

Um Unglück abzuwenden werden in den Straßen von Penang allabendlich Papiergeldstöße, so genanntes „Höllengeld“, und übermannsgroße Räucherstäbe zu Ehren der Verstorbenen abgebrannt. Auf Behelfsaltären bekommen die umher vagabundierenden Geister Essensgaben dargeboten, und auf Straßenbühnen finden Aufführungen von traditionellen chinesischen Opern und Puppenshows statt, denn die Geister sind nicht nur hungrig, sondern auch auf Unterhaltung aus. Vom 19. bis 21. August gibt es verschiedene Straßenaufführungen mit Puppenspielen, Chinaopern, Film- und Gesangsvorführungen. Infos und Zeiten: http://www.visitpenang.gov.my/portal3/latest-events/details/27-penang-hungry-ghost-festival-2010.html


Der 30. Tag des siebten Monats ist der letzte Tag des Festes. In einem riesigen Freudenfeuer gehen große Stapel von Papiergeld und Geschenken in Flammen auf. Anschließend werden lotusförmige Wasserlaternen in die Flüsse gegeben, um die Seelen der Toten auf ihrem Weg in die Unterwelt zurück zu geleiten.

In Thailand wird das Por Tor Festival vor allem in Phuket gefeiert. Aber auch in Bangkoks Chinatown, in Hat Yai oder Trang wird man auf Feierlichkeiten stoßen. Viele chinesische Tempel sind geschmückt und halten eigene Feste ab. Den Geistern werden Blumen, Geschenke, lokale Leckereien und Kuchen in der Form von Schildkröten dargeboten, denn die Schildkröte gilt als Symbol für ein langes Leben. Es ist ein fröhliches Fest. In Phuket werden die Höhepunkte der Festlichkeiten zwischen dem 28. August und dem 3. September 2010 am Bang Neow Schrein erwartet.

Mehr über Geister:
http://www.thaipage.ch/autor/stevens/buddhismus/geister.php


©Paul Martini, 15. August 2010

 

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