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Autor Thema: Thaksin an seine Presse-Freunde  (Gelesen 829 mal)

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Roy

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Thaksin an seine Presse-Freunde
« am: 24. Oktober 2008, 18:49:10 »

Thaksins Brief an die internationale Presse
TIP Nachrichten vom 24. Oktober

Der vertriebene und zu einer Freiheitsstrafe verurteilte ehemalige Premierminister Thaksin nahm in einem Brief am 22. Oktober zu den jüngsten Ereignissen Stellung.

Anmerkung: Die englische Version des Briefes bei „The Nation“ klingt manchmal etwas merkwürdig, daher handelt es sich hier um eine eher freie Übersetzung, weil einige Punkte in Thaksins Brief interpretiert werden mußten, damit sie einen Sinn ergeben.

„Meine Freunde der internationalen Medien,

ich schriebe Ihnen heute, um eine Tatsachen richtig zu stellen. Die Medien berichteten, daß ich wegen Korruption zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil meine Ehefrau, Khunying Pojaman Shinawat, ein Grundstück gekauft hat.

Was Sie gelesen haben, stimmt. Ich wurde zu zwei Jahren verurteilt, aber nicht wegen Korruption. Der einzige Grund für die Gefängnisstrafe ist, daß meine Frau das Grundstück bei einer offenen Kaufofferte kaufte, während ich Premierminister war.

Ich habe gestern das Urteil gehört und bin immer noch verwirrt. Es gibt keinen Beweis für Betrug, Korruption oder Machtmißbrauch hinsichtlich des Kaufs. Meine Frau hat sich um die Sache gekümmert, sie hat ein Angebot zum Kauf unterbreitet, und offerierte dem FIDF (Financial Institution Development Fund) einen höheren Preis als andere Interessenten, unterschrieb den Vertrag und bezahlte für das Grundstück. Ihr Ehemann war nicht involviert, abgesehen davon, daß er eine eheliche Einverständniserklärung unterzeichnen mußte.

Was die mutmaßliche Einflußnahme betrifft, so hatte ich keine direkte Zeichnungsbefugnis beim FIDF. Interessanterweise fand das Gericht den Kauf durch meine Frau weder gesetzeswidrig noch illegal. Sie wurde nicht verurteilt, weil sie keine Politikerin war. Nichtsdestotrotz war ich ein Politiker. Ich vertraue darauf, daß Sie unabhängig die vorbezeichneten Fakten prüfen, so wie es professionelle Journalisten oft machen. Dummerweise weigern sich die meisten Ihrer thailändischen professionellen Kollegen das zu tun.

Ich kann das Urteil nur in dem Sinne verstehen, daß ich nur deshalb verurteilt wurde, weil ich ein Politiker war. In diesem Sinne war ich ziemlich schuldig, denn ich war ein erfolgreicher Politiker: Ich wurde zweimal von der Mehrheit der thailändischen Bürger zum Premierminister gewählt.

Wenn ich mich schuldig gemacht habe, dann für das, daß ich dem thailändischen Volk, insbesondere den Unterprivilegierten auf dem Land gezeigt habe, daß sie nicht nur das Recht haben, von ihrer Regierung eine wirksame Politik und Programme zu verlangen, die ihr Leben verbessert, sondern daß sie auch dieses Recht einfordern dürfen.

Ich habe das Urteil mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Erleichterung für meine Frau, weil ich ihr eine Menge Probleme bereitete mit meinen politischen Ambitionen, meinem Land und der Bevölkerung Größe und Wohlergehen angedeihen zu lassen. Ich bin gleichzeitig amüsiert und erbittert über die Unlogik des Urteils und mache mir um die Politiker in Thailand Sorgen, daß sie ins Gefängnis gehen müssen, nur weil ein unglücklicher Ehepartner das Gesetz manipuliert.

Für diejenigen unter Ihnen, die nicht so vertraut mit Thailand sind: Die Landesämter und staatlichen Unternehmen in Thailand machen immer wieder Geschäfte mit Telekommunikationsunternehmen, Banken, Stromerzeugern oder sogar Tankstellen. Soll ich lachen oder weinen, wenn ich sehe, in welche Richtung Thailand geht? Ein demokratisch gewählter Führer wurde aus dem Amt entfernt, weil er in einer Kochshow im Fernsehen auftrat. Aber diejenigen, die Gesetze brechen und Landfriedensbruch begehen, weil sie das Regierungsgelände besetzen, werden vom Gericht geschützt.

Was immer mit mir geschieht, es stecken politische Beweggründe von verschiedenen Gruppierungen der privilegierten Elite dahinter, die an alles glauben außer Demokratie. Ich bin für sie eine Bedrohung, denn ich repräsentiere das Prinzip der liberalen Demokratie, die Hoffnung und Stolz der Armen in meinem Land fördert.

Thailand ist und bleibt ein wunderbares und schönes Land. Nur wenige Menschen können den Tatsachen ins Gesicht sehen und unterdrücken den Willen der Mehrheit. Ich glaube, daß die Thais den Kampf am Ende gewinnen werden. Und das Ende ihres Alptraums ist nicht weit.

Ich danke Ihnen dafür, daß ich Ihnen die Fakten mitteilen durfte." tn
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Roy

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Re: Thaksin an seine Presse-Freunde
« Antwort #1 am: 24. Oktober 2008, 19:02:56 »

Als ich die Anrede las, musste ich immer an die Querelen des Führers mit den Journalisten denken und an seinen Spruch "Just ignore them", wenn es um internationale Kritik ging. Heute sind es seine "Freunde". Diese Anrede empfinde ich als Frechheit und Blasphemie.

Dass ER verurteilt wurde, ist nach Rechtslage vollkommen klar und korrekt. Dass er korrupt war und seine Clique und Familie durch seine Amtsführung reich machte, kann m. E. nur jemand bestreiten, der blind und thaksinhörig ist.

Aber Recht setzt Gleichheit vor selbigem voraus, ansonsten wird es Unrecht. Und davon kann man absolut nicht sprechen. Wenn man sich einige Typen der Garde der Konservativen anschaut, die irgendwann mal Regierungsämter ausfüllten bzw. ausräumten, dann sind diese m. E. genauso fällig, wenn wirklich RECHT gesprochen werden würde. Thaksins Krokodilstränen rühren mich emotional wenig.

Doch die Fakten, die er aufführt, sind nun mal logisch und überzeugend. Er ist TROTZ seiner bekannten Korruption gewählt worden, das heisst, dass das Volk einen korrupten Führer demokratisch gewählt und seine korrupte Handlungsweise mehrheitlich akzeptiert hat durch die Wahl. Soll man darum das Volk entmündigen oder es nach dem Prinzip SOMNAMNA die Suppe, die es sich eingebrockt hat, selber auslöffeln lassen? Oder soll man akzeptieren, dass der korrupte Teufel mit dem Terror-Mob-Beelzebub ausgetrieben wird und sich die Vormünder am Mündel vollfressen nach bekannter Manier? Die Erfahrung besagt: Je vollmundiger die Versprechungen, desto unverschämter erfolgen die Griffe in die Staatskassen und die Gängelung aller Gebiete des öffentlichen Lebens. Die Roten werden sich das wohl nicht gefallen lassen. Sie haben fünf Jahre lang Blut geleckt. Und wenn sie zusammengeschossen werden, dann wird das nach meiner Beurteilung keine ENDlösung der Thaksinfrage sein.
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Hupe

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Re: Thaksin an seine Presse-Freunde
« Antwort #2 am: 24. Oktober 2008, 20:42:57 »

Die Roten werden sich das wohl nicht gefallen lassen. Sie haben fünf Jahre lang Blut geleckt. Und wenn sie zusammengeschossen werden, dann wird das nach meiner Beurteilung keine ENDlösung der Thaksinfrage sein.

Genau Roy, und jetz musst Du Dich eintscheiden!  ???
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Roy

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Re: Thaksin an seine Presse-Freunde
« Antwort #3 am: 25. Oktober 2008, 09:50:42 »

Hupe, ich habe Deine Stänkereien nun schon seit einiger Zeit verfolgt. Schau in Deine private Mail. Es reicht.
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