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Autor Thema: Junger Thailänder in der Schweiz als Mörder vor Gericht:  (Gelesen 5978 mal)

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Ozone

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Re: Junger Thailänder in der Schweiz als Mörder vor Gericht:
« Antwort #60 am: 07. November 2008, 00:56:27 »

Hier das Urteil des Thailänders

http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/streetparade-killer-kriegt-vier-jahre-104607
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/kanton/Messerstecher-bis-zum-22-Lebensjahr-hinter-Gitter/story/13058918

Ich befürchte, dass ich meine Wette gewinne. (Beitrag #37)

Geschlossene therapeutische Wohnheime mit morgendlichem Kuschelseminar und Arbeitserziehungsanstalten mit Anti-Agressions-Aerobic und Kampfyoga, zählen also zu dieser geschlossenen Unterbringung Er hat ausdrücklich keine Zuchthausstrafe bekommen. Wird diese Massnahme als Erfolg gesehen, kann teilweise oder ganz auf die ausgesprochene Freiheitsstrafe von 4 Jahren verzichtet werden.

 Die Bevölkerung ist empört, siehe Kommentare des Tagesanzeigers.
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michaleo

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Re: Junger Thailänder in der Schweiz als Mörder vor Gericht:
« Antwort #61 am: 07. November 2008, 04:00:02 »

Klar ist dieses Strafurteil für die Hinterbliebenen einen Hohn. Der Tod des jungen Mannes ist damit nicht gesühnt. Eine längere Massnahme würde den Toten allerdings auch nicht wieder lebendig machen, und wäre allem nach auch nicht erfolgsversprechender.

Ich finde nach wie vor, das mehr Wert auf Prävention gelegt werden muss. Es soll mir keiner erzählen, dass es keinen Lehrer, kein Mitschüler, kein Abwart oder Nachbar gab, der zugesehen hat, wie ein Mörder im Quartier aufwächst, und gemerkt hat, dass da etwas in der Familie schief läuft.

Eigentlich ist jeder Tote, der verursacht wurde durch jemanden, der nach der Gewalttat therapiert werden kann, einer zuviel. Hätte doch verhindert werden können,wenn genügend soziale Verantwortung und Kontrolle vorhanden wäre...
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Herzlichen Gruss aus Bern und Ban Muang!

Tom

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Re: Junger Thailänder in der Schweiz als Mörder vor Gericht:
« Antwort #62 am: 07. November 2008, 04:20:23 »

Es mag sein, dass dieses Urteil auf viele Menschen zu milde wirkt. Aber man muss dabei berücksichten, dass der Täter bei Tatausübung 16 Jahre alt war und dadurch unter das Jugendstrafgesetz (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr) fällt. Dabei gibt es folgendes festzuhalten: Bei Jugendlichen geht es im Gegensatz zum Erwachsenenstrafrecht nicht um eine Strafe, die eine verübte Tat ausgleichen soll sondern ausslichliesslich darum, den Täter vor weiteren Taten abzuhalten. Die maximale Freiheitsstrafe im Jugendstrafgesetz beträgt ab dem 16. Lebensjahr maximal 4 Jahre.

Somit hat das Gericht an und für sich die Maximalstrafe angewendet. Mehr konnte es nicht aussprechen und dies war von Anfang an klar. Deshalb sollte man nun auch nicht mit Steinen werfen sondern unseren Rechtstaat so akzeptieren, wie er heute halt einfach ist. Vielleicht erachten viele die Strafe als zu mild, aber wir haben dieses Gesetz nun mal so wie es ist. Und im grossen und ganzen würde ich meinen, dass wir bisher recht gut damit gefahren sind.

Gruss Tom



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Ozone

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Re: Junger Thailänder in der Schweiz als Mörder vor Gericht:
« Antwort #63 am: 07. November 2008, 08:53:50 »

.. Es soll mir keiner erzählen, dass es keinen Lehrer, kein Mitschüler, kein Abwart oder Nachbar gab, der zugesehen hat, wie ein Mörder im Quartier aufwächst, und gemerkt hat, dass da etwas in der Familie schief läuft.
... Hätte doch verhindert werden können,wenn genügend soziale Verantwortung und Kontrolle vorhanden wäre...

Ja, eben. Aber er war offensichtlich ja bereits einschlägig aktenkundig.
 An die Schweizer : Mögt ihr Euch noch an die Frau aus Sprietenbach erinnern (etwa 16 Jahre her) die ihren Säugling zu Hause verhungern liess ? Ich kannte die Frau und deren Umstände persönlich gut. Der Sozial- und Vormundschftsbehörde war sie auch bekannt. Trotzdem schritt sie erst nach der Tat bei den 2 "übriggeblienen" Kindern ein. Aehnlich aktuelle Fälle gibt es zu Hauf in der westlichen Hemisphäre.

... Die maximale Freiheitsstrafe im Jugendstrafgesetz beträgt ab dem 16. Lebensjahr maximal 4 Jahre.

Somit hat das Gericht an und für sich die Maximalstrafe angewendet.  Deshalb sollte man nun auch nicht mit Steinen werfen sondern unseren Rechtstaat so akzeptieren, wie er heute halt einfach ist. Vielleicht erachten viele die Strafe als zu mild, aber wir haben dieses Gesetz nun mal so wie es ist. Und im grossen und ganzen würde ich meinen, dass wir bisher recht gut damit gefahren sind.


Hallo Tom
Ja das ist so. Es macht auch niemand  dem Richter oder dem Staatsanwalt einen Vorwurf. Als Verfechter des Rechtsstaates akzeptiere ich das Urteil im Sinne des Gesetzes und werfe in keinem einzigen Post mit Steinen gegen die Gerichte. Ich stelle nur fest.

Altersmässige Abgrenzungen sind wohl unumgänglich. Ueberspitzt formuliert kommt ein Mord, verübt durch den Täter einen Tag vor seinem 18. Geburtstag, mit max. 4 Jahren weg und hat nicht zwingend eine Zuchthausstrafe zu erwarten. Einen Tag nach Geburtstag muss er, bei voller Zurechnungsfähigkeit, mit Zuchthaus in 4-6 facher Höhe rechnen. Und ist in den 2 Tagen kaum ein anderer.

Das sind eben auch die Facetten eines Rechtsstaates.

Aussergerichtlich hat sich der Verurteilte zur Zahlung von 150'000 Franken Genugtuung an die Familie verpflichtet. Bleibt er in der Schweiz und zahlt jeden Monat zwischen 500.-- und 1000.--, braucht er dazu 12-25 Jahre. Immer vorausgesetzt, er geht die ganze 2-3 Jahrzehnte ununterbrochen  arbeiten und verliert die Lust nicht am zahlen. Sehr unwahrscheinlich....
Wird er nach Thailand abgeschoben, ist das Thema eh erledigt. Die Quintessenz: Die Opfer bleiben zusätzlich auf der Strecke.

Man stelle sich mal die Familie vor, die jetzt diesem Geld auf zivilrechtlichem Weg nachrennen muss. u.U. ständig betreiben (in D Gerichtsvollzug) und Verlustschein aktivieren. Wie kann da die Familie einmal persönlich abschliessen und zur Ruhe finden ?

Wenn der Staat schon bereit ist, hunderttausende Franken von Franken in seine Massnahmen und  Resozialisierung zu investieren, sollte er auch die sofortige Zahlung an die Familie vorausschiessen und der Täter schuldet es der Behörde. Mit der Auflage eines Bewährungsbruches mit Sanktion  bei Nichterfüllung.

Das ist meine Facette des Rechtsempfindens.

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