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Autor Thema: Hochwertige Edelsteine  (Gelesen 2797 mal)

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Sumi

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #15 am: 04. September 2021, 10:33:19 »

@ Kern

Ja, leider haben schon zig gutgläubige Käufer auf diesem Gebiet " Lehrgeld " bezahlt, da bist Du nicht der Einzigste.

Diese " Masche " mit der fragwürdigen Glaubwürdigkeit, wenn Edelsteine, auch Diamanten eingeschweißt in einer Plastikfolie fälschungssicherer sind, ist Wunschdenken.

Habe mehrmals vor Gericht als Gutachter solche Edelsteine, die verschweißt in Plastikfolie waren als Fälschungen überführt.

Kein Gericht wird die od. den Verkäufer verurteilen.

Die Begründung: Beim Verkauf so wird behauptet, waren die Steine echt. Durch das Öffnen dieser Folie, die auch manchmal mit einem Sigel versehen ist, wird ohne das Vorhandensein eines Notars, der Käufers resp. Kunde sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, er könne ja den od. die Steine ausgetauscht haben.
Somit ist der Verkäufer aus dem Schneider.

Edelsteine od. Diamanten können aber unter einer eingeschweißten Plastikkarte, weder qualitativ, ( Reinheit und Farbe ). noch auf Gewichtsangaben eindeutig beurtelt werden, also muß die " Verpackung " logischerweise geöffnet, sprich zerstört werden.

Mit dieser Verkaufstaktik haben schon etliche Betrüger sich eine goldene Nase verdient. 

Und was Zertifikate angeht, Papier ist geduldig, es sei denn man hat hochrangige, bekannte internationale Gutachten von GIA od. IGI vorzuweisen, diese kosten aber Einiges und nicht wenig.

Ende der 90 er Jahre habe ich in Tschechien ( Prag und Ludovice ) bei der Landeszentralbank abertausende Rubine und Saphire in deren Tresorräumen überprüft.
In 4 Filialen sowie in der Landeszentralbank von Prag wurden laut mehreren Gutachten von einem Deutschen sowie Österreichischen Dr., Zertifikate  in 3 stelliger Millionenhöhe ausgestellt, mit Echtheitsgarantie, alle in Plastikdosen verpackt und versigelt.

Ja, sie waren nach dem Überprüfen durch Anwesendheit eines Notars, alle echt, aber Schrott hoch 5, alles nur mugelige unterste Qualität, die mit einer utopischen Wertangabe sämtlicher Edelsteine in den Gutachten versehen und ausgestellt wurden.

Das Endergebnis belief sich gerade mal auf nicht mal auf 5 % des angegebenen Wertes.

Also nochmals, nur in bekannten, alteingesessenen Juweliergeschäften kaufen mit Gutachten namhafter bekannter Institute, dann ist man zumindest auf einer etwas sichereren Seite, und kann Regressansprüche stellen, wenn die Angaben nicht stimmen od. korrekt sind.
Oder man nimmt einen Fachmann ( nicht selbsternannten ) zu Hilfe mit, der sich wirklich fachlich auskennt.

Trotz Allem, sind Edelsteine und Diamanten eine wundervolle interessante Materie, und Geld damit kann man dennoch verdienen, auch auf seriöse Art und Weise. und das schon seit 5.000 Jahren.   



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franzi

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #16 am: 04. September 2021, 10:38:25 »

Habe mich bei meinen diversen Reisen immer zurueckgehalten, Schmuck mit Edelsteinen zu kaufen. 1985 habe ich in Sri Lanka aber fuer meine damalige Lebensgefaehrtin einen Silberring mit 5 Safiren gekauft.
War nicht teuer, sonst haette ich ihn ja nicht gekauft. Wieviel weiss ich aber nicht mehr.
Ein halbes Jahr spaeter ist einer der fuenf herausgebrochen und spurlos verschwunden.
Bei einem Schmuckhaendler in Innsbruck den verlorenen ersetzen lassen, wobei mir in Erinnerung war, dass er sagte, dass der ersetzte nicht die selbe Qualitaet wie die vier verbliebenen hat (war der Meinung, eine schlechtere).
Nachdem ich einem deiner Beitraege gelesen habe, dass helle Safire mehr wert sind wie dunkle (die vier verbliebenen waren dunkler wie der ersetzte) wird der Haendler vermutlich gemeint haben, dass der ersetzte die bessere Qualitaet hat.
Jedenfalls, die Reperatur hat mehr gekostet wie der Ring mit den Steinen in Sri Lanka.

1977 haben wir uns in der Gegend von Kanchanaburi Edelsteinminen angesehen
Damals noch ziemlich primitiv



und wahrscheinlich nicht ungefaehrlich



Inzwischen werden die Steine vermutlich eher mit vielen Maschinen gefoerdert  ???. @Lung Tom koennte da mal auf einen Sprung vorbeischauen, um das zu klaeren (wenn ihm langweilig ist)  8)



fr

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Wenn ich nur "hier" schreibe, meine ich Nakhon Si Thammarat und Umgebung

jock

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #17 am: 04. September 2021, 10:54:05 »

@Sumi

Ich bitte dich,nimm doch das Leben nicht so ernst.

Ich muesste sonst anmerken,dass du vielleicht bereits nach dem 2. Einbruch in
deinem Geschaeft,dir vielleicht einen Gedanken gemacht haettest sollen,in eine
wirksame Einbruchssicherung zu investieren,anstatt weitere 9 Male vorm leeren
Tresor zu stehen.

Zum Schaumschlaeger

Du oeffnest mir die Augen.Ich habe wirklich nicht vermutet,dass die Gutachter bei
der beliebten Sendung "Rares fuer Rares",solche sind,wenn sie mit der Lupe be-
waffnet die angebotenen Steine betrachten.

Wissen die wirklich nicht,dass ein Fachmann wie du,sie sofort als Schaumschlaeger
bezeichnen wuerdest ?
Und zum Ludwig Hofmaier sagst du gar nichts ? Der gute Mann ist imstande,mit
blossem Auge,innerhalb von Sekunden den Wert eines Edelsteins zu bewerten.

Keine Geraete braucht er dazu,nicht einmal eine Lupe (wie der @Jock) nur eine
hohle Hand.

Ja,ich weiss - diese Sendung ist gesciptet.

Aber ich finde es gut,wenn du deine jahrzehntelange Erfahrung mit Edelsteinen,den
Kollegen anbietest.Ich nehme an,gegen eine kleine Aufwandsentschaedigung kann
man dich buchen.

Nur,glaubst du tatsaechlich,dass im unseren Rentnerkreis ein ergiebiges Arbeitsfeld
liegt ?
Vielleicht waere es besser gewesen,deinen ersten Beitrag in der Zeitschrift Vanity-
Fair oder aehlicher zu platzieren.

Mich als absoluten Nichtfachmann zu bezeichnen,ist korrekt und kam daher nie in
Versuchung,in Schmuck und Edelsteinen zu investieren.

Ich musste daher auch nie aus Verlegenheit erklaeren,"der gluecklichste Mensch auf
Erden zu sein,weil bei mir nichts(mehr) gestohlen und geraubt werden kann".

Dieser Ausspruch ist von Aga Khan III.,nachdem ihm Juwelen im Wert von 200 Mio.
geraubt wurden.

Jock



« Letzte Änderung: 04. September 2021, 11:14:45 von jock »
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Sumi

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #18 am: 04. September 2021, 12:30:32 »

@Jock

das Leben ist manchmal hart genug, aber Deine Beiträge zum Thema sind meiner Überzeugung nach tatsächlich nicht so ernst gemeint.

Ich bin aber der Meinung, das Thema ist verwirrend genug und wollte einige Aussagen richtig stellen.

Du kannst versichert sein, daß schon nach dem ersten Einbruch ich dementsprechende weiterführende Sicherheitsmaßnahmen durchführen hab lassen.
Angefangen von einem TWG ( das ist eine Sicherheitsvorrichtung, die sofort dem nächsten Polizeirevier einen Einbruch meldet ), bis hin zu Infrarotmelder, Bewegungsmelder, aut. Sichtschutz, zeitgeschaltet ab 23 Uhr der die Schaufensterauslage verdeckt, und 4,2 mm dickes Panzerglas mit Macrolon, sowie Glasbruchsensormelder, und einen 1.200 kg schweren Zeitschloß gesicherten C2 Tresor.
Du siehst ich habe da schon darauf reagiert.
Aber gegen Zerstörung der Schaufenster ist man nicht gefeit, und die Polizei benötigt nun mal etwa 15 Minuten bis sie vor Ort und Stelle ist.
Bekanntlich dauert das ganze Einbruchsszenario aber höchstens 5 bis 8 Minuten.
Wie heißt es doch auch so schön, keine Bank kann sich so gut absichern, als daß sie nicht ausgeraubt werden kann.

Auf Deine Anspielung der Sendung, " Bares für Rares " hab ich nur gewartet.
Das ist Leutverdummung pur.
Es wurde zigmal von gemmologischer Seite moniert, daß hier der Eindruck bei den Zuschauern entsteht und vermittelt wird, man könne eben mal so im Schnelldurchgang Edelsteine mit Echtheitsüberprüfung und anschließender Wertangabe nur mit zu Hilfenahme einer Lupe bestimmen.
Dann Frage ich mich, warum benötigt man dann überhaupt Edelsteininstitute, Labore, optische Geräte wie Refraktometer etc.,
sowie einen ganzen Berufszweig mit langjähriger Schulung von Experten.
Wer sind dann die Möchtegernexperten ?

Nachdem gemmologische Institute mehrmals auf diesen Mißstand der Irreführung hingewiesen haben und mit gerichtlichen  Schritten drohten, reagierte man darauf.
Es wurde angeblich die Information herausgegeben, daß zuvor alle Überprüfungen von Schmuck, Diamanten, Edelstein und Uhren etc., vorher schon eingehend untersucht wurden.

Na sieh mal einer an !!!, man muß es aber erst mal wissen.

Und stell Dir vor, es gibt sogar tatsächlich  Experten und Personen, die wie ich, einfach nur Interessenten beim Kauf solcher Objekte mit ihren Wissen sie vor finanziellen Schäden und Ärgernissen bewahren und informieren wollen, ohne einen finanziellen Hintergedanken..

Ob hier in diesen Thread versierte Personen, die in dieser Branche möglicherweise als " Markt " oder wie Du es so schön formulierst " Arbeitsfeld " sich befinden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Es ist auch nicht meine Absicht hier im Ruhestand mich noch um Geschäfte zu bemühen, das habe ich mit Sicherheit nicht mehr nötig.

Aber vielleicht ist doch der Ein od. Andere, da man ja hier in einem Land mit einer bedeutenden Edelsteinbranche lebt dabei, der Interesse an diesem Bereich zeigt.

Deshalb meine Berichte über Edelsteine, und möglicherweise Austausch von Informationen.

Entnehme Deinen letzten Zeilen eine eindeutige und wahre Erkenntnis.

 Wer nichts hat, dem kann auch nichts genommen werde, da bin ich mir Dir einig.

Gruß ... Sumi ...


 

 
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Sumi

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #19 am: 04. September 2021, 20:38:46 »

@franzi

Sri Lanka ( ehemaliges Ceylon ) ist wirklich eine Perle im Indischen Ozean, eine wunderschöne Insel.
Ich hatte das Vergnügen 1985/86 in Tangalle, das ist so ziemlich die südlichste größere Kleinstadt für 1 Jahr direkt am Strand bei einem Freund zu wohnen.
Wie er aber an das herrliche Grundstück von ca. 13.000 qm kam, ist mir rätselhaft.
Es war eine fantastische Zeit für mich dort zu leben.
Nun gut er kam aus adligen Hause, vielleicht hatte da die Familie Beziehungen, obwohl er als das schwarze Schaf in der Familie galt.
Gesäumt von einem, wahrhaft toll angelegten Botanischer Garten, mit einem im alten englischen Kolonialstil erbauten Haus darauf, einfach traumhaft.
Ich habe da, wie schon erwähnt 1 Jahr mit meiner damaligen Lebensgefährtin bei ihm gewohnt, und mit ihm im Edelsteinbereich gearbeitet.
Er hatte das nötige Kleingeld, ich die Erfahrung und Beziehungen auf diesem Gebiet.

Ich kaufte Edelsteine hier ein, die aus Deutschland von Händlern, Geschäftsleuten und Privatpersonen bestellt wurden.
Mit meinem mitgebrachten Reiselabor konnte ich die Edelsteine vor Ort überprüfen.

Ich bereiste damals die bekannten Orte wie, Hambantota, Bentota, Beruwela, Matara, Colombo, den Yale Nationalpark, Pollunaruwa und natürlich die Stadt der Edelsteine Ratnapura, sowie die alte Hauptstadt Kandy und die umliegenden Teeplantagen in Nuwera Eglia, eine traumhafte Landschaft und Natur die sich da mir eröffnete.
Dort lernte ich den Besitzer vieler Minen Herrn Amarasingha, sowie Herrn Dr. Milisinda kennen, der heutzutage am Gemmologischen Institut in Idar - Oberstein unterrichtet.

Leider sind nach 1 knappen Jahr durch die Querelen zwischen den Tamilen und Singhalesen die politischen Unruhen eskaliert.
So wurde unter anderen der Busbahnhof gesprengt, das Postgebäude in Colombo ebenfalls, und eine Zivilmaschine die auf Parkposition stand in die Luft gesprengt, Gott sei Dank ohne Touristen an Board.

Das führte dazu, daß die Visagenehmigungen dermaßen verschärft wurden, nachdem auch im Norden der Insel, Trinkomalee kpl. abgeriegelt wurde, und es auch für ausländische Personen gefährlich wurde.

Deshalb entschloß ich mich, wieder nach D zurückzukehren, schade eigentlich.

Ja, Du hast recht, die etwas helleren Saphire, aber auch andere Edelsteine sind beliebter als wenn sie zu dunkel sind.
Obwohl mancher Laie der irrigen Annahme unterliegt, je dunkler ein Edelstein desto qualitativ besser und wertvoller ist er.

Leider falsch, denn ist dieser Edelstein einmal gefaßt, wirkt er zu dunkel und man sieht wie beim Saphir nicht sein schönes blau, denn er wirkt auf den Betrachter eines solchen Schmuckstückes wie irgendetwas schwarzes, nur nicht wie ein Saphir.

Also der Juwelier, der Dir diesen Stein ersetzt hat, hat Dich gut beraten, trotzdem ein kleines Manko, sind mehrere Saphire zu dunkel und ersetzt dann einen qualitativ besseren, also helleren Stein ein, so sieht man den Unterschied sofort, wie Du ebenfalls sofort bemerkt hast, auch das ist eigentlich ebenfalls nicht erwünscht.

So Du lebst also in Kanchanaburi, ebenfalls eine sehr schöne Gegend, kenn ich relativ gut.
Brücke am Kwai, Erawan Wasserfälle, Hausboot Übernachtungen auf dem Fluß, die Zugfahrt der berühmten Todesstrecke, und vieles mehr.
Ich habe in Kanchanaburi mehrmals nach guten bis sehr guten Saphiren  bei den Händlern Ausschau gehalten, bin aber leider nicht fündig geworden.
Preislich hätte man gut verhandeln können, aber dennoch waren die gezeigten Qualitäten nicht interessant für mich und meine Kunden, vielleicht hatte ich auch nur nicht die richtigen Leute angesprochen.
Es ist aber allgemein bekannt, daß die dort gefundenen Saphire zwar günstig aber leider zu dunkel meist sind.

Deshalb habe ich dann in den darauffolgenden Jahre immer meine Preziosen in Chantaburi eingekauft, da mir, auch wenn man suchen und hart verhandeln mußte, da mir diese Qualitäten wesentlich besser zusagten und ich meist fündig wurde.

Das war mal ein kurzer Rückblick der gut 35 Jahre zurück liegt, und mir damals beeindruckende Erlebnisse bescherte.

Gruß ... Sumi ... 

 

 
 

 
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Lung Tom

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #20 am: 05. September 2021, 16:43:24 »

1977 haben wir uns in der Gegend von Kanchanaburi Edelsteinminen angesehen
@Lung Tom koennte da mal auf einen Sprung vorbeischauen, um das zu klaeren (wenn ihm langweilig ist)  8)

Hallo @franzi,
da bin ich jahrelang dran vorbeigefahren, allerdings zuletzt seltener.
Wobei das nicht zwingend die Minen gewesen sein müssen, die Du damals besucht hast.
Ich habe in einigen Beiträge ja schon B(h)o Ploi erwähnt - u.a. die riesige Buddha-Statue, die aus einem - meine ich gehoert zu haben - einzigen Stück Spinell - gefertigt worden sein soll.
Das es in Bho Ploi nur minderwertige Steine gab/gibt kann ich so nicht bestätigen. Hätte einige Belegstellen dazu anzubieten, aber wahrscheinlich nicht allgemein von Interesse.
Jedenfalls scheint es mir so, das in dem Ort die Foerderung eingestellt wurde, aber das werde ich demnächst mal eruieren...

Schoenen Sonntag.. [-] LT

Hier für Interessierte:
https://www.gemcollector.com/en-us/learning-library/gemstone/kanchanaburi%20sapphire%20gemstone/
https://www.apsara.co.uk/index.php/articles/24-kanchanaburi-thai-sapphires.html
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Sumi

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #21 am: 05. September 2021, 18:45:20 »

@ Lung Tom

Ob der Minenbetrieb und Abbau von Saphiren rund um Bo Ploi still gelegt wurde od. nur gegenwärtig ruht, entzieht sich meiner Kenntnis.
Möglich wäre es schon, da z.Zt, wenig bzw. gar keine Händler, auch in bekannteren und bedeutenderen Fundstellen, auf Grund der Pandemie,  keine Edelsteine einkaufen.

Vielen Dank übrigens für den Querverweis mit Link über angebotene Saphire dort.

Bei den Bildern der angebotenen Saphire erkennt man aber genau das was ich zum Ausdruck gebracht habe.
Die Steine sind einfach zu dunkel.
Natürlich wird man in Kanchanaburi auch gute Steine angeboten bekommen, diese sind aber meist von den Händlern aus besseren, sprich anderen Fundorten  zugekauft worden, und werden dann hier verkauft.

Es ist gang und gäbe, daß in Chantaburi Rubine die hier gefördert wurden, aber auch Rubine aus Mogok ( Myanmar ) angeboten und verkauft werden, die eigentlich  in der Gegend um Chantaburi gar nicht vorkommen.

Ein anderes Bsp., selbst erlebt, in Kenia werden auch Rubine gefunden und verkauft. Aber die Qualität ist meist überwiegend mittelmäßig.
Dennoch verkaufen die Händler dort auch Rubine von erstklassiger Qualität, die allerdings aus Madagaskar, Sri Lanka, Thailand od. sogar Myanmar stammen.
Das kann man mittels gemmologischen Geräten, auf Grund der Einschlüsse feststellen.

Bin auf Deine Recherche gespannt, ob die Förderung in den Minen bei Kanchanaburi zumindest gegenwärtig gestoppt wurde.

Gruß... Sumi ...



 

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Sumi

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #22 am: 06. September 2021, 23:56:04 »

Hier mal ein paar interessante Zahlen.

Mit einer der größten gefundenen Saphire war der " Stern von Indien ".
Es war ein hervorragender Sternsaphir, der in Ratnapura Sri Lanka gefunden wurde, und wog nach dem Schleifen 1.404 ct, das sind etwa 280 g.

Ein Sensationsfund vor kurzen, begeisterte erneut die Einwohner von Sri Lanka, wieder in der Nähe von Ratnapura.
Ein einfacher Bauer wollte in seinem Hinterhof einen Brunnen bohren, dabei stieß er auf einen riesigen Saphir von sage und schreibe 2.5 Mio ct, das sind etwa 500 kg.
Der Besitzer taufte den Saphir, ebenfalls ein Sternsaphir, auf " Adam von Indien ", er wurde auf etwa 100 Mio US Dollar geschätzt.

Fangt aber jetzt nicht gleich das Buddeln im Garten an. ;D

Noch ein paar Beispiele.

Ein 10 Karäter facettiert geschliffener blauer Saphir, unbehandelt, beste Qualität, gefunden in Sri Lanka kostet gut 46.000,-- €, EH Preis.
Ein weiterer blauer Saphir, auch Sri Lanka, sehr gute Qualität , unbehandelt 16.500,- €.
Ein 2,5 Karäter Pink - Saphir sehr gute Qualität, ebenfalls Sri Lanka, liegt bei 8.800.-- €.
Und ein 6,5 Karäter Goldgelber Saphir, auch Sri Lanka, sehr gute Qualität, unbehandelt kostet 16.000,-- €

Bitte wundert Euch nicht, daß ich jedesmal den Zusatz " unbehandelt " ( also kpl. natürlich ), dazu geschrieben habe, denn das ist sehr wichtiges  Preiskriterium.

Zur Information, ein blauer Saphir, der zwar sehr rein ist, aber erhitzt ( heated, also behandelt wurde ).kostet im Vergleich zu einem 1 Karater blauen Saphir Natur von ca. 5.000.-- € sehr gute Qualität, ist er aber behandelt, bekommt man ihn schon für 300,-- €.

Ich glaube da gibt mir jeder recht, wenn ich sage, das ist schon ein gewaltiger Preisunterschied.

Und das ist nur Eine der " Behandlungsarten ", da kommen noch gefärbt, paraffiniert, geölt, und gelasert etc. dazu.

Wobei ich jetzt noch gar nicht von Imitationen, künstlichen Produkten, od. synth hergestellten Saphiren gesprochen habe.

Ganz schwer wird es für den Gemmologen, wenn die Saphire wie ein " belegtes Br0tchen " nachgebildet worden sind.
Oberteil besteht aus künstl. Glas, das Mittelteil hat eine sehr dünne, feine Schicht nat. Saphir, und das Unterleil ist synth. Spinell, z.Bsp.

Einschlüsse, so sagt man garantieren eine gewisse " Echtheit des Steines. Im Regelfall ja, aber bei den heutigen Saphiren ( und vielen anderen Edelsteinen auch ), werden extra künstl. Einschlüsse in den Kristall eingegeben, um den Eindruck zu erwecken, " der Stein muß echt sein ". ... leider auf dem Leim gegangen Freunde, ja es ist schlimm geworden.

Der Gemmologe muß abertausende  Einschlüsse erst einmal gesehen haben, das lernt er nicht von Heute auf Morgen, sondern über Jahre hinweg, um zu erkennen, was ein künstlicher und was ein natürlicher Einschluß ist.

Und da gibt es Schwachsinnige die das Alles ohne Wissen und ohne gemmologische Geräte erkennen wollen.

Vielleicht versteht ihr jetzt, warum ein natürlicher hochwertiger Edelstein diese Preise erzielt, bei sehr guter Qualität und Schliff vorausgesetzt.
Es ist und bleibt auf jeden Fall ein enormer Wert auf kleinsten Raum.

Um 1 Million € in Gold zu transportieren, ( sind etwa 20 kg ), da muß man schon ganz schön schleppen, und es fällt auf.
Mit Diamanten od. hochwertigen Edelsteinen, die stecke ich locker in meine Hosentasche, eingewickelt in mein Taschentuch ist bequem und unauffällig.

Kurz jetzt noch ein paar Worte zum Rubin.

Einer der größten und wertvollsten Rubine ist der " Sunrise " Rubin aus Myanmar, er wiegt 25,60 ct und wurde in Genf von Southeby versteigert für 30 Mio €, das ist doch etwas.
Ein weiterer Rubin aus Burma, nicht so selten sogar, mit 3,06 ct, kostet bei namhaften Händlern ca. 106.000,-- €
Oder ein anderer Rubin mit 3,05 ct aus Tansania 87.000,-- €
Wie schon erwähnt sehr gute Qualität und naturbelassen.

Im Normalfall werden Rubine von guter bis sehr guter Qualität so um die 7.000.-- bis 8.000,-- € sich preislich bewegen.
Ne Handvoll davon, sind etwa 50 Stck, da hat man auch schon fast ne halbe Mio zusammen-

Dennoch, es ist auf diesem Gebiet extremste Vorsicht geboten, denn die meisten Urlaubseinkäufe, die ein angebliches Schnäppchen waren, entpuppen sich zu Hause beim Juwelier sehr schnell bestenfalls nur als Glasschneider.

In diesem Sinne.

Grüß... Sumi...

   






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jock

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #23 am: 29. September 2021, 13:30:42 »

Nach den heutigen Bericht ueber Diamanten,ergeben sich einige Fragen an den
Fachmann Kollegen @Sumi.

Aus dem Bericht,der "Welt" geht hervor,dass der physikalische Prozess von "echten'
und "unechten" Diamanten gleich ist.

Da wie dort entsteht ein Diamant durch Hitze und Druck.

Der Unterschied ist nur die Zeitdauer und das "unechte" Diamanten billiger sind.

Doch wie kann ein Fachmann einen Unterschied erkennen ?

Alleine durch ein Zertifikat eines beruehmten Gemmologischen Instituts,kann es
nicht sein.( Auf der Khao San Road sind sicherlich Zerifikate zu kaufen).

Daher die Frage,wie laeuft das ab?

Abschliessend 3 weitere Fragen

Wieso kam der Name "Brillantengrund " in Wien zu seinem Namen ?

Was weiss ein Fachmann mehr,als im Wikipedia steht,ueber den Verbleib des be-
ruehmten gelben Diamanten der Habsburger ?

Wie gross ist die Chance,auf La Palma nach dem Vulcanausbruch,Diamanten zu
findfen ?

Jock







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Sumi

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #24 am: 29. September 2021, 17:21:47 »

@jock

Viele Fragen auf einmal, ich versuche sie zu beantworten, soweit meine Kenntnisse und Wissen ausreichen dazu sind.

Ich fange zuerst mal mit der Beantwortung Deiner 3 zuletzt gestellten Fragen an.

Frage 2, Verbleib des " gelben Diamanten ", und was weiß der Fachmann mehr als Wiki darüber.
 
Das gesamte Wissen, das Wiki besitzt, basiert auf der Grundlage von Wissen vieler tausend Experten, Nachschlageschriften, Bibliotheken, Fachleuten etc. die das kpl. " Wissensmaterial " irgendwann mal zusammengetragen, recherchiert und niedergeschrieben haben.
Wiki braucht sich deshalb nicht so sehr auf die Schulter klopfen, hat nur alle Expertenmeinungen unter dieser ihrer  " Suchmaschine " vereint, was ja nicht schlecht ist, damit der Laie nachschlagen kann, wie in einem Lexikon. 

Wiki selbst hat keinen Beitrag zum Wissen irgendeines Themas selbst erfunden od. entdeckt, es wird nur ermöglicht die Daten der Wissenschaftler, Institute, Spezialisten etc., die diese Erkenntnisse sammelten od. niederschrieben haben zusammengefaßt, damit die Allgemeinheit nachschlagen kann.

Wie kann also Wiki mehr wissen, als die Experten, von denen sie sich ja ihre Informationen einholen. Im Umkehrschluß weiß natürlich auch der Fachmann nicht mehr als Wiki, wie kann er auch.

Zum gelben Diamanten der Habsburger.

Er wird auch Florentiner genannt, ist gelb und hat ein Gewicht von ca. 137 ct ( etwa 27,5 g ), er ist der 4. größte Diamant der Welt.

Seine Herkunft ist unbekannt.
Die einen sagen, nach Kriegsende ( 18. Jhd ), tauchte er in Nancy auf, ( evt mögliche Kriegsbeute ), andere wiederum behaupten ein Soldat habe diesen dort in der Nähe gefunden.
Ebenso wird die Meinung vertreten, so erzählt eine Geschichte, daß Portugiesen diesen Diamanten aus Indien mitgebracht haben.
Also, man weiß nichts genaueres.

Sein Verbleib, ist seit den 20 er Jahren des vergangenen Jhd. genauso ungewiß wie seine Herkunft.
Es gibt verschiedene Vermutungen, die aber nicht gesichert sind.
Es wird vermutet, daß ein 1920 in Amerika unbekannter gelber Diamant auftauchte, und genau so schnell wieder verschwand, der möglicherweise der verschwundene Florentiner gewesen sein könnte.
Eine weitere Geschichte kursiert die Runde, 1980 wurde ein unbekannter Diamant in Amerika versteigert, der es ebenso hätte sein können.

Schließlich weiß man wenig bis gar nichts, nur Annahmen und Vermutungen über seine Herkunft und seinen Verbleib.

Erfahrungsgemäß laut Kenner der Scene, verschwinden solche wertvollen Edelsteine/Diamanten in unbekannten, privaten Gefilden, genauso wie es auch oft bei berühmten Gemälden der Fall ist, ( Spekulationsobjekte ), und tauchen dann irgendwann mal später wieder auf.

Frage 1, woher kommt/stammt ursprünglich der Name " Brillantengrund " in Wien.

Nein, nicht durch eventuelle Funde von Diamanten die dort in dieser Gegend vielleicht gefunden wurden, schade nicht.
Es waren vielmehr Kaufleute, die sich dort auf anraten des damaligen Habsburgergeschlechtes niederlassen sollten, aus dem Großraum Österreich und Deutschland, und Handel mit Waren, wie Textilien, Stoffe usw. dann führten.

Das war ca. um 1750 bis Ende 1790. Die umliegenden Ortschaften mit ihren Anwohnern und Ansässigen provitierten davon nachhaltig und kamen so zu  einem gewissen Wohlstand.
So entstand der Name " Brillantengrund, da man gutes Geld dort verdienen konnte.


Frage 3, Insel La Palma, besteht dort vielleicht die Chance, Diamanten zu finden ?

Diamanten lassen sich viel öfters finden als man allgemein annimmt.
Ob diese dann groß genug sind und qualitativ rein sind um geschliffen und verarbeitet zu werden, ist eine andere Frage.
.
Kurz um es vorweg zu sagen, ja sicherlich kann man da Diamanten finden, zumindest Belegstücke wenn auch mikroskopisch sehr klein.

Ich habe mal ca. 12 Wochen auf Teneriffa und 8 Wochen auf Lanzarote gelebt. Dort findet man unter Anderem auch einen grünen Schmuckstein, bekannt unter den Namen Peridot bzw. Chystabolith.
Ein sehr schöner grüner beliebter Schmuckstein.
Da die ganze Region dort vulkanischen Ursprung ist findet man diesen Peridot dort.
Mit dem Mikroskop kann man kleinste Diamanten, die das Grundgestein beinhaltet und aus großen Tiefen kommt, manchmal erkennen und sehen.

Da der Diamant in Tiefen von 150 bis 300 km vorkommt, aufgrund der großen Hitze ( bis 2.000 Grad Celsius ) und Drücken von 100 bis 150 Atmosphären Druck entsteht, sind Vorkommen gegeben.
Hier werden die Kohlenstoffatome durch diese Bedingungen zu einem festen Kristallgitter gepreßt in das sog. kubische System, die dann zu Diamanten werden.
Durch Erdbewegungen der Erdkruste und/od. Verschiebungen, sowie vulkanische Aktivitäten werden diese dann zur rel. Erdoberfläche befördert, somit gefunden und abgebaut.

Ich hoffe, ich habe Dir auf Deine Fragen einiges beantworten, zumindest befriedigend erklären können-
Zu den weiteren Fragen werde ich mich heute Abend dazu äußern, da ich momentan anderweitig verschiedenes erledigen muß.

Gruß...Sumi...








 


 


 

 
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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #25 am: 29. September 2021, 22:31:47 »

@jock

Muss einen Fehler der sich eingeschlichen hat berichtigen.
Der Schmuckstein " Peridot ", der auf Teneriffa/Lanzarote gefunden wird, wird wie von mir aufgeführt, wird nicht als " Chystabolith " sondern als  " Chrysolith " bezeichnet, man kennt diesen auch unter den Namen " Olivin ".
Bitte dies zu entschuldigen.
 
Komme nun zu Deinen anderen Fragen.

Es ist absolut richtig, die physikalischen Eigenschaften eines " nat. Diamanten " und eines synth. Diamanten sind absolut identisch.
Der nat. Diamant entstand im Laufe von Jahrmillonen, der synth. in wenigen Tagen oder Stunden im Labor.

Seit 1955 ist man in der Lage synth. Diamanten in der Größenordnung von 1 mm künstl. herzustellen.
Das gelang einem Augsburger Unternehmen, die mittels einer Hochdruck.- und Hochtemparaturpresse, ( bei ca. 60 tsd bar und über 1.500 Grad Celsius ) diese herstellen konnten.

Erst vor ca. gut 30 Jahren entwickelten russ. Wissenschaftler ein Verfahren, basierend auf dem Prinzip und den Erkenntnissen des Deutschen Unternehmens, das verbessert wurde, es ermöglichte jetzt auch Diamanten ab 1 ct  ( 6,5 mm im Durchmesser ) und größer herzustellen.
Die Russische Führung versprach zwar, diese nicht auf dem Schmuckmarkt einzuschleusen und anzubieten, um einen Preisverfall entgegenzuwirken sowie Anlagekunden nicht zu verunsichern. Naja

Im letzten Jahrzehnt gelang es dann in einem weiteren verbesserten Verfahren, basierend auf den Vorkenntnissen, aber nahezu ähnlichen Verfahren, Wissenschaftler in Amerika, Diamanten in fast jeder Größe herzustellen.
Auch hier wurde der Grundsatz eingehalten mit der Zusage, diese nicht auf dem Schmuckmarkt anzubieten.

Leider hielt dieses Versprechen nicht lange, es wurden gerade auf diesen Markt eingeführt, mußten aber mit dem Passus als " synth. Diamanten " bezeichnet zu werden, und damit festgelegt.


Die nächste Frage von Dir, " wie kann der Fachmann einen Unterschied von synth, und nat. Diamanten feststellen und erkennen.

Der normale Juwelier od. Goldschmied gar nicht mehr, nur in ganz ganz wenigen Ausnahmen.
Gemmologen, ( Edelsteinsachverständige ), und Diamantgutachter, nur bedingt, Voraussetzung sie haben die jährlichen Auffrischungskurse an einem Gemmologischen Institut absolviert, besitzen ständige Übung und Umgang mit Diamanten, und verfügen über ein Gemmologisches Labor.

Leider ist auch dieses im Laufe der letzten Jahre immer komplizierter und schwieriger geworden.
Fast Keiner dieser Herren traut sich mehr eine verbindliche Aussage zu tätigen, da er mit seiner Unterschrift dafür haftet, das ist den Meisten zu riskant.
Diejenigen, die es sich noch zutrauen auf Grund ihrer Erfahrung, Wissen und Können, sowie den Anforderungen entsprechen mit  eigenen Labor etc., die kann man an den Händen abzählen.

Ja, wie erkennt der Fachmann einen Unterschied.

Unter dem Edelsteinmikroskop, erkennt er natürliche Einschlüsse. Synthetische Einschlüsse können aber auch extra bei der Herstellung bewußt eingefügt worden sein, also Vorsicht, um den " Beweis " vorzutäuschen, es handele  sich hierbei um einen natürlich entstandenen Diamanten.

Der Gemmologe muß also wissen und entscheiden können dies ist ein natürlicher, respektiver synthetischer Einschluß.
Hier ist seine Erfahrung über Jahrzehnte gefragt. Abertausenden Einschlüsse muß er schon mal gesehen haben, wissen und zuordnen können, das geht nicht in einem Schnellkurs von einigen Wochen, dazu benötigt man Jahre wenn nicht sogar Jahrzehnte.

Er sucht diese Einschlüsse also, und findet dann Merkmale eines synth. Einschlusses bei dem Diamanten,
Das sind im Regelfall winzigste Graphitkügelchen, die bei der synth. Herstellung benötigt werden und übrigbleiben, oder bei einem Auf,- und/od. Abblendlichtes seines Edelsteinmikroskopes erkennt er feinste nebelartige Schleier, ( Rückstände von Stickstoffatomen ), oder weitere Symptome.
Diese zu finden, sehen, erkennen etc. kann Stunden in Anspruch nehmen, und müssen dann von ihm auch noch richtig gedeutet werden.
Also es ist wirklich nicht einfach.
Und wenn der Fachmann bei einer Vergrößerung vom 80 bis 100 fachen seines Mikroskopes keine Einschlüsse findet, dann ist Alarm hoch 10 angesagt, wenn Du weißt was damit gemeint ist.
Es gibt nur 2 Möglichkeiten, entweder der Dia ist extrem selten und dadurch immens teuer, od. Du kannst murmeln damit spielen, und den Kindern schenken.

Deshalb machen sich auch viele Gemmologen diese Mühe gar nicht mehr, und schicken den od. die zu bewertenden Diamanten an das Gemmologische Institut in Idar . Oberstein, od besser zu GIA,( Gemmologikal Institut of Amerika ), es ist das weltweit bekannteste zuverlässigte Institut dieser Art.
Die haben natürlich Rasterelektronenmikroskop, Röntgendiffraktometer, Spektralanalysegerät und einiges mehr, können das noch zu 100 % eindeutig feststellen.
Der Normale Fachmann kann sich diese Geräte vermutlich nicht leisten.
Aber das kostet natürlich seinen Preis, ist nicht billig, da die Laborgeräte einige Millionen kosten.

Die üblichen kleineren gemmologischen Geräte reichen hier meist nicht mehr aus bei hochwertigen Synthesen.

Und das von Dir erwähnte Schwarzlicht, vergess es ganz schnell.
Denn nicht jeder Diamant fluorisziert so wie vermeintlich angenommen, und einige wiederum fluoriszieren ( es sind zwar Ausnahmen ), sind aber natürliche Diamanten, damit sehr begehrt und teuer.

Genau wie die Wärmeleitfähigkeitsmessung, durch die man echte Diamanten von synth. Diamanten erkennen soll. ( nicht mal zu 95 % sicher, denn Moissanite, ( künstl. synth. Nachbildungen zeigen gleiche Werte ), genau wie das normale Spektroskop ist genauso unsicher.
Oder läßt Du es bei möglichen 5 % Fehldaten darauf ankommen, wenn es um hunderttausende von Euros geht, viel Glück.

Ich könnte noch einige Erklärungen dazu abgeben wie der Fachmann nat. od. synth. Diamanten erkennen kann, das führt aber tief in die zu benötigenden Kenntnisse der Gemmologie ein und sprengt den Rahmen hier.

Also, es ist nicht einfach, aber der geübte Fachmann könnte schon erkennen was echt od. unecht ist, unter den hier aufgeführten, geforderten Bestimmungen.
Die einfache Lupe, reicht dazu aber nicht mehr aus, geschweige denn das menschliche Auge.
Für eine Qualitätsbestimmung schon, wenn feststeht, daß der Dia echt ist.

Zu Deiner letzten Frage, wie läuft das ab.

Wenn man die Absicht hat einen Diamantring od. Diamantschmuck zu kaufen, geht man in ein seriöses Geschäft, das bekannt ist und schon langjährig besteht,.
Also nicht unbedingt zu Ismail, od. Hassan die erst vor 3 Monaten ein Geschäft um die Ecke in der Stadt eröffneten.
Im Regelfall erhält man dann nach einen Kauf eine Rechnung und meist ab 500,-- € ein Zertifikat dazu.
Ist es ein hochwertiges Schmuckstück, damit meine ich 10 Teuro und mehr, wird der Juwelier od. Goldschmied eh meist ein namhaftes Zertifikat von IGI od. GIA von sich aus dabei führen.
Wenn nicht, kann dies vom Kunden verlangt werden, gegen einen geringen Aufpreis. Der Verkäufer hat nat. mehr Arbeit damit, aber im Hinblick und Aussicht auf ein gutes Geschäft wird er es bestimmt verstehen und akzeptieren.

Man sollte schon darauf bestehen, um nicht ein Gefälligkeitsgutachten od. sonstigen Wisch zu erhalten.
Sämtliche Daten sollten eindeutig beschrieben und gekennzeichnet, sowie aufgeführt sein.

Das ist nicht nur bei wertvollen Goldschmuck so. sondern gilt erst recht bei Diamanten, ab o,25 ct mit guter Qualität, oder erst recht bei Anlagediamanten.

So hat man einen Nachweis darüber, wie, wann und wo, vor Allem mit welchem Gutachten man das gute Stück zu welchen Preis und Qualität man erhalten und gekauft hat.
Meist ist man damit immer auf der richtigen Seite. Auch gegenüber einen möglichen Versicherungsfall wie Diebstahl, Verlust, od. Brand etc.


Hoffe, Dir ist beim Lesen nicht langweilig geworden, habe mein Bestes versucht Dir alles etwas näher zu bringen, und hoffe Du kannst etwas damit anfangen.

Gruß ... Sumi ...






Zu der nächsten Frage, ein Gutachten eines weltweitbekannten Institutes.

Natürlich kann man alles fälschen, nichts ist sicher.

Aber mit einem Gutachten z.Bsp. von GIA od. IGI, das sind eigentlich die weltweit angesehensten und bekanntesten, erhältst Du mit dem Zertifikat, Expertise od. Wertgutachten eine Nummer. Diese Nummer ist auf der Rundiste des Diamanten mittels Laser eingraviert.

Des Weiteren erhältst Du auch bei Nachfragen eine Kopie des Analyseblattes des gekauften, sprich des zu bewertenden Diamanten.
Auf diesen Blatt ist genau detailliert aufgeführt, wie bei der Überprüfung/ Bewertung, mit welchen Geräten und wie geprüft wurde.

Also so ein Zertifikat, Gutachten od. Expertise von einem bekannten Institut hat schon Gewicht, denn sie haften auch dafür als Aussteller.

Du würdest bestimmt auch nicht einen preislich hochwertigen Diamanten im Bazar od. zwielichtigen Geschäft kaufen.


 





 


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jock

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #26 am: 30. September 2021, 08:55:56 »

Guten Morgen,lieber Kollege @Sumi !

Um an deinen letzten Satz anzuschliessen - doch,doch,ich kaufte einen Diamant-
ring fuer meine Frau an einer fragwuerdigen Stelle.

Das war in Bangkok in einem Einkaufszentrum,wo es viele "Juweliere" gab.

Und damit verstehst du auch meinen Satz in der ersten Antwort,wo ich empfahl,
ein derart erstandenes Kleinod,niemals zu verkaufen.

(Kein Kaufmann wird,ohne Not,einen buchhalterischen Verlust realisieren wollen).

Wie du auch schon angedeutet hast,ersteht man Diamanten und Diamantge -
schmeide,aus zwei Gruenden.

Aus emotionalen Gruenden ( Verlobung,Heirat,Geburt oder Dahinscheiden des Erb-
onkels)

oder als Wertanlage.

Angeschafft,als Wertanlage,braucht man viel Zeit und ruhige aeussere Verhaeltnisse.
Denn es nuetzt ein noch so gediegenes Zertifikat nichts,wenn in (Nachkriegszeiten)
der Bauer das halbe Schwein nur dann hergibt,wenn er dafuer den Diamantring be-
kommt,der vielleicht ein 10 - oder 100 faches wert ist.

(Frag mal den @Rampo,ob er seine Speisekammer oeffnen wuerde,wenn du nur den
realen Wert fuer seine Raeuchersachen anbietest.)

Aber um auf dein Metier zurueckzukommen.

Als vollkommener Laie frage ich mich,wie der Fachmann seinen Diamanten zum
Zertifikator in USA bringt ?

Per Post,als Muster ohne Wert ? oder gibt es da andere Moeglichkeiten,damit die
Sendung nicht irgendwo am Hin-und Rueckweg verschwindet.

Betreffend des Cut,waere die Frage,inwieweit ein geschliffener Diamant von heute
sich wertmaessig abhebt von einem Diamanten,der im 17.Jhd. geschliffen wurde.

Koennte mir vorstellen,dass der Schleifprozess heute um Eckhaeuser praeziser ist als
der Schliff von vor Jahrhunderten.
Ich weiss schon,als antikes Dekollete oder Diadem,wird anders bewertet,aber der Stein,herausgebrochen aus dem Ensemble,wird wohl an Wert verlieren,alleine durch
den unsauberen Cut.

Ist die Ueberlegung richtig ?

Sind nicht Antwerpen und Tel Aviv die Hochburgen der Diamantschleifer und sind die
nicht fest in juedischer Hand ?

Hat man da als deutscher Fachmann ueberhaupt Zugang,um z.B. die Diamantschleif-
erei zu erlernen ?

Antworten eilen absolut nicht,nur wenn du Zeit findest,wuerde ich mich freuen.

Jock









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Kern

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #27 am: 30. September 2021, 09:12:35 »

Hallo Sumi

Stellvertretend für den ab und zu "zupfenden" Jock schreibe ich:
Danke für diese gut verständlichen, fachmännischen Erläuterungen!  {*   ;}   {*
« Letzte Änderung: 30. September 2021, 14:15:00 von Kern »
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Schmizzkazze

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #28 am: 30. September 2021, 12:16:22 »

Da will ich @Kern mal kräftig unterstützen!
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Sumi

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Re: Hochwertige Edelsteine
« Antwort #29 am: 30. September 2021, 15:02:15 »

@Kern u. Schmizzkazze

Danke für die Komplimente, freue mich, wenn das doch komplizierte, umfangreiche Thema gut angekommen und verstanden wurde.

Und User Jock, meint es bestimmt nicht immer so, nicht erwähnenswert, es wird nie so heiß gegessen wie gekocht.

@jock

Mit Deinen erwähnten Gründen Schmuck od. Diamanten zu erwerben, liegst Du absolut richtig.
Gerade erst recht bei Diamanten und hochwertigen Schmuck, als evt. Wertanlage, ist Information und Zeit sehr wichtig.

Wobei wie bei allen spekulativen Objekten hängt eine 100 % ige Wertsteiguerung, wenn überhaupt, von verschiedenen Faktoren ab.

Deshalb sollte man das Ganze immer über einen längeren Zeitraum einplanen.
Mein Tip, mehr als Kapitalabsicherung sehen.

Wie bringt also der Käufer od. Kunde nun seinen erworbenen Diamanten od. Schmuckstück zu diesem GIA.

Zuerst, es genügt auch das Gutachten von der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft mit Sitz in Idar. Oberstein.
Sie erstellen ein Gutachten unter der Bezeichnung IGI ( Internationales Gemmologisches Institut ). Es ist als die Nr. 2 weltweit bekannt und anerkannt.
Entweder sendet deine Preziosen der Verkäufer an dieses Institut, od. Du machst es.
Wobei es besser ist, der Verkäufer regelt das, da er meist eine spez. Spedition, oder Kurierdienstanbieter schon kennt und Erfahrung damit hat.
Diese Sendung ist speziell extra abgesichert und versichert.
Mit der normalen Post würde ich es nicht empfehlen, auch nicht als Einschreiben od. Wert.

Wenn man unbedingt, was manchmal ja vorkommt ganz sicher sein will, sendet man es zu GIA, respektive der Verkäufer.
Es gibt hier in Deutschland Zweigstellen von GIA, man muß also nicht nach USA senden.


Die nächste Frage betrifft den Schliff ( Cut )

Dieses Qualitätskriterium hat in den letzten 10 - 15 Jahren extrem an Bedeutung zugenommen.
Warum, weil nur durch einen exakten Schliff ( hierzu zählen Symmetrie, Proportionen und Finished, sowie die Endpolitur ) man einen unansehnlichen Rohdiamanten erst zu diesen begehrten Glanz und Feuer, allgemein bekannt unter Brillanz, verhilft.

Früher vor etlichen Jahren, teilweise auch heute noch in Indien, schleifen angelernte " Schleifer ", das können auch Kinder sein, mit primitivsten Schleifscheiben Edelsteine und Diamanten, per Augenmaß
Ein Grund mit dafür war, der " Schleifer " wurde nach Fertigstellung seines Diamanten nach Gewicht bezahlt.
Die Folge war, alle Steine wurden dann so geschliffen, daß der Boden, das Unterteil also etwas höher bzw. tiefer geschliffen wurde.
Der Stein besaß dadurch etwas mehr Gewicht, was sich in seiner Bezahlung positiv auswirkte.

Durch spätere, heutige  Berechnungen erkannte man aber, daß  durch einen exakten Schliff, gerade das Verhältnis Unterteil zum Oberteil, sowie exaktes Aufeinanderstoßen der Kanten und Facetten, bei einem Diamanten erst dies das begehrte " Feuer erzeugt.

Dabei steht der Brillantschliff mit insgesamt 57 Facetten an 1. Stelle.
Mathematische Berechnungen führten in der Neuzeit zu dieser Erkenntnis.

Alte Schliffe, wie der Rosenschliff, Achtkantschliff od. andere alte Schliffarten, besitzen nicht so viele Facetten, sind asymmetrisch, haben ein unproportionales Verhältnis, eine schlechte Politur ( man sieht sog. Rattermarken unter der Lupe ), alles Kriterien die die Brillanz beeinträchtigen und dadurch im Preis nicht annähernd so wertvoll wie ein Diamant, der heutzutage geschliffen wurde.

Das heißt also, ein qualitativ perfekter Diamant, beste Reinheit, beste Farbe, kann nicht so brillieren, wenn der Schliff diesen Schleifkriterien nicht entspricht.
Ein nicht so qualitativer Diamant mit mittelmäßiger Reinheit und Farbe, kann bei einem exakten Schliff ein wesentlich besseres " Feuer " dadurch zeigen als ein schlecht geschliffener lupenreiner Diamant.

Also es ist absolut korrekt Deine Annahme, daß alte Diamanten, durch ihre primitiveren Schliffe einen wesentlichen geringeren Wert besitzen als Diamanten die in Antwerpen, Israel  od. Belgien heutzutage geschliffen werden.

Ein preisliches Beispiel, ein 1 Karäter Diamant Altschliff, beste Qualität kostet in etwa 4.000.-- bis 7.000,-- €.
Ein Diamant heutzutage mit bester Qualität, auch der Schliff, liegt bei ca. 28.000,-- bis 35.000,-- €.

Das ist schon ein enormer Unterschied.

Aber wie Du richtig vermutest, ein antikes Collier, Diadem od. Ring kpl. im Ganzen belassen besitzt andere Wertekriterien.
Hier spielt, der Vorbesitzer, die Herkunft, der Seltenheitswert, Raritätswert, und Sammlerwert sowie historische Wert, eine primäre Bedeutung.

Hier trifft Deine Überlegung 100 % ig zu.

Ebenso ist Deine Aussage zu den wichtigsten Schleifereien der Welt mit Israel, Belgien und Niederlande absolut richtig.
Zwar versucht Indien in den letzten Jahren sein schlechtes " Image " auf diesem Gebiet zu verbessern, genauso wie einige afrikanische und südamerikanische Länder, auch Kanada, aufzumöbeln, aber wir werden es in Zukunft sehen.


Deine letzte Frage, haben Deutsche überhaupt Zugang, den Beruf des Diamantschleifers zu erlernen.

Aber sicher doch, in Idar - Oberstein befindet sich mit eines der bedeutensten Zentren der Welt für Farbedelsteine, in Bezug auf Herstellung, Verarbeitung und Schleifereien, ebenso Handel.

Man kann also den Beruf eines Edelstein,- od. Diamantschleifers erlernen.

Um beim Handel mit Diamanten ( EK - VK ) im großen Stil mitspielen zu können, da wird es kompliziert.

Ein Gremium, bestehend aus den wichtigsten Diamanthändlern, meist mit Sitz in Antwerpen, bieten Geschäftsinhabern in dieser Branche sog. Lots , in versch. Preislagen und Mengen an.
Ist man in diesem Kreis, kann man sehr günstig Diamanten einkaufen.

Der Haken dabei ist, man muß, wie auch mir schon angeboten wurde, ungesehen ein Lot ( Diamanten in versch. Größen und Qualitäten sowie Menge ) ungesehen bei diesen Herren kaufen.
Der Mindestbetrag war damals 200.000,-- €, das kleinste Lot pro Monat.
Ist man 1 Monat in Verzug mit Bestellung od. Einkauf, wird man aus diesem erlesenen Kreis auf immer und ewig ausgeschlossen.

Das war mir dann doch als normal Geschäftsbetreiber etwas zu viel.

Zum Schluß eine etwas witzige, vielleicht aber gar nicht so falsche Aussage eines finanziell betuchteren Herren.

" Geld allein macht nicht glücklich,-------- es gehören noch Gold, Diamanten und Edelsteine dazu."

Gruß...Sumi...
 
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