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Autor Thema: Kurz und krass  (Gelesen 307442 mal)

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Kern

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2385 am: 01. Dezember 2022, 19:20:26 »

Allerdings ist der von Dir eingestellte Artikel ein Russenproganda Fake  {:}

Nein, Andreas!

Neues aus der Anstalt
...
>> https://www.welt.de/politik/ausland/article242388077/Robert-Habeck-freut-sich-ueber-Gas-Deal-mit-Katar-15-Jahre-ist-super.html <<


Zitat
FLÜSSIGGASLIEFERUNG
Habeck freut sich über Katar-Deal – „15 Jahre ist super“


Einige harte Realitäten:
Zitat
Das Gas solle an das US-Unternehmen Conoco Phillips verkauft werden, das es weiter nach Brunsbüttel liefere, sagte der Minister in der katarischen Hauptstadt Doha. Die Lieferung soll 2026 beginnen und mindestens 15 Jahre laufen. Jährlich sollen bis zu zwei Millionen Tonnen geliefert werden.

...
>> https://www.merkur.de/deutschland/schleswig-holstein/lng-aus-katar-soll-deutschland-ab-2026-helfen-zr-91945190.html <<

Zitat
Die Lieferungen aus Katar sollen bis zu zwei Millionen Tonnen im Jahr umfassen und über mindestens 15 Jahre gehen. Das Gas solle in Deutschland bei verschiedenen Käufern vermarktet werden, sagte der Chef von Conoco Phillips, Ryan Lance. Details sind unklar.

Dem Branchenverband Zukunft Gas zufolge entspricht die vereinbarte jährliche Menge rund 30 Terawattstunden und damit etwa drei Prozent des bisherigen Verbrauchs in Deutschland.

Aber China sicherte sich die Menge von 108 Millionen Tonnen Flüssiggas jährlich!
Siehe z.B. >> https://www.handelsblatt.com/politik/international/fluessiggas-trotz-katars-mega-deal-mit-china-bundesregierung-sieht-versorgungssicherheit-in-deutschland-gewaehrleistet/28824742.html <<
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AndreasH

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2386 am: 01. Dezember 2022, 20:38:07 »

Allerdings ist der von Dir eingestellte Artikel ein Russenproganda Fake  {:}

Nein, Andreas!

Neues aus der Anstalt
...
>> https://www.welt.de/politik/ausland/article242388077/Robert-Habeck-freut-sich-ueber-Gas-Deal-mit-Katar-15-Jahre-ist-super.html <<


Zitat
FLÜSSIGGASLIEFERUNG
Habeck freut sich über Katar-Deal – „15 Jahre ist super“


Einige harte Realitäten:
Zitat
Das Gas solle an das US-Unternehmen Conoco Phillips verkauft werden, das es weiter nach Brunsbüttel liefere, sagte der Minister in der katarischen Hauptstadt Doha. Die Lieferung soll 2026 beginnen und mindestens 15 Jahre laufen. Jährlich sollen bis zu zwei Millionen Tonnen geliefert werden.

...
>> https://www.merkur.de/deutschland/schleswig-holstein/lng-aus-katar-soll-deutschland-ab-2026-helfen-zr-91945190.html <<

Zitat
Die Lieferungen aus Katar sollen bis zu zwei Millionen Tonnen im Jahr umfassen und über mindestens 15 Jahre gehen. Das Gas solle in Deutschland bei verschiedenen Käufern vermarktet werden, sagte der Chef von Conoco Phillips, Ryan Lance. Details sind unklar.

Dem Branchenverband Zukunft Gas zufolge entspricht die vereinbarte jährliche Menge rund 30 Terawattstunden und damit etwa drei Prozent des bisherigen Verbrauchs in Deutschland.

Aber China sicherte sich die Menge von 108 Millionen Tonnen Flüssiggas jährlich!
Siehe z.B. >> https://www.handelsblatt.com/politik/international/fluessiggas-trotz-katars-mega-deal-mit-china-bundesregierung-sieht-versorgungssicherheit-in-deutschland-gewaehrleistet/28824742.html <<

Doch Achim.
die Überschrift aus aus dem RT Artikel
Deutschland geht leer aus: Katar unterzeichnet langfristigen LNG-Vertrag mit China

Also Fake. Über wieviel überhaupt verhandelt wurde, keine Ahnung. Aus dem N-TV Artikel geht ja hervor, das man mit weiteren Firmen in Deutschland verhandelt.

ist auch ein Apfel-Birnen Vergleich. Die Lieferungen an China beträgt 4 Millionen Tonnen, der Vertrag läuft fast doppelt solange wie der vertrag mit Deutschland, nämlich 27 Jahre.

Der chinesische Konzern Sinopec schließt einen LNG-Vertrag über 27 Jahre. Deutschland beharrt dagegen auf kurzen Laufzeiten - kann aber noch kein Lieferabkommen vorweisen.

Artikel HB vom 21.11.2022
https://www.handelsblatt.com/politik/international/fluessiggas-trotz-katars-mega-deal-mit-china-bundesregierung-sieht-versorgungssicherheit-in-deutschland-gewaehrleistet/28824742.html
« Letzte Änderung: 01. Dezember 2022, 20:45:33 von AndreasH »
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jorges

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2387 am: 01. Dezember 2022, 20:50:59 »

"Der Grünenpolitiker hatte Katar im Sommer besucht, Anlass der Reise waren Gespräche über Gaslieferungen aus dem Land. Das Thema Menschenrechte habe Habeck laut Al-Kaabi dabei nicht angesprochen.

»Als er hier in Katar war, war das Einzige, worüber er gesprochen hat, ob wir mehr Gas liefern können«, so Al-Kaabi.

Am Dienstag unterzeichnete Katars Energieminister schließlich einen Gasdeal , durch den Deutschland in Zukunft beliefert werden soll. Ab 2026 liefert Katar jährlich zwei Millionen Tonnen LNG-Flüssiggas in die Bundesrepublik."


https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwim5OSFyNj7AhVpxzgGHUmHB1AQvOMEKAB6BAgJEAE&url=https%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fpolitik%2Fdeutschland%2Fkatar-energieminister-teilt-gegen-robert-habeck-und-nancy-faeser-aus-a-3ad5154f-0969-48be-8f38-8b48cdb7d4ae&usg=AOvVaw37jeHq-_cEzwTJhoFzX-c0
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Kern

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2388 am: 02. Dezember 2022, 06:09:26 »

Doch Achim.
die Überschrift aus aus dem RT Artikel
Deutschland geht leer aus: Katar unterzeichnet langfristigen LNG-Vertrag mit China

Also Fake.


Dieser Artikel erschien doch ungefähr 1 Woche vor Habecks Mini-Abkommen.
Ferner ganz wesentlich: Das ist kein direktes Abkommen mit Deutschland!

Zitat
Das Gas solle an das US-Unternehmen Conoco Phillips verkauft werden, das es weiter nach Brunsbüttel liefere, sagte der Minister in der katarischen Hauptstadt Doha.

Dieses Abkommen ist damit in der Realität nicht mehr als eine unverbindliche Augenwischerei!

---
Die Lieferungen an China beträgt 4 Millionen Tonnen ...

Nein, es geht um 108 Millionen Tonnen Flüssiggas jährlich!

Und die chinesische Führung wird ganz sicher nicht so dämlich sein, einen US Zwischenhändler zu akzeptieren.

---
Zur Info >> https://www.thb.info/rubriken/schiffbau/detail/news/katar-spitze-bei-lng-tanker-kapazitaeten.html << vom 17. Mai 2021

Zitat
Schiffbau
Katar Spitze bei LNG-Tanker-Kapazitäten
« Letzte Änderung: 02. Dezember 2022, 06:18:11 von Kern »
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AndreasH

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2389 am: 02. Dezember 2022, 06:55:07 »


Nein, es geht um 108 Millionen Tonnen Flüssiggas jährlich!


Achim da liegst Du falsch ! Es geht um 4 Millionen Tonnen jährlich - 4 x 27  - 108.
lies einfach den Artikel nochmal.
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Kern

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2390 am: 02. Dezember 2022, 08:16:48 »

Stimmt. Andreas, in diesem Punkt hast Du Recht.
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AndreasH

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2391 am: 02. Dezember 2022, 08:51:14 »

Stimmt. Andreas, in diesem Punkt hast Du Recht.

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Suksabai

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2392 am: 02. Dezember 2022, 09:13:00 »



Die einzigen Fake-News, die ich hier erkenne, sind, dass Deutschland LNG aus Katar sicher bezieht, und das 15 Jahre lang.

Katar verkauft das LNG an das US-Unternehmen Conoco Phillips - und das wiederum an nicht genau definierte Händler.

Wenn nun Uncle Sam einfällt, ein Embargo über Deutschland bzgl. LNG zu verhängen oder Conoco Phillips zurückpfeift,
wird es lange Gesichter geben.
Schliesslich sind die Amis ja bestrebt, ihr eigenes Fracking-Gas zu verscherbeln.

(jetzt mal ganz davon abgesehen, dass die Worte "Jährlich sollen bis zu zwei Millionen Tonnen geliefert werden"
eine weite Auslegung zulassen, wie man aus Verträgen mit z.B. Inet-Providern gelernt haben sollte)

Auch nicht ignorieren sollte man, dass bei voller Ausschöpfung der Menge gerade mal 3% des jährlichen Verbrauchs
Deutschlands gedeckt wären - und das wäre der optimale Fall...
Also der berühmte Tropfen auf dem heissen Stein...

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2393 am: 02. Dezember 2022, 16:16:06 »

@Suksabai
 
 Das US-Unternehmen Conoco Phillips ist an dem Gasfeld was erschlossen wird beteiligt und verflüssigt das Gas für den weiter Transport.
 Außerdem ist das US-Unternehmen Conoco Phillips schon sehr gut in DACH vertreten.

Zitat
Wenn nun Uncle Sam einfällt und Conoco Phillips zurückpfeift,

Betrifft es nicht nur D sondern auch CH und A.
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Suksabai

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2394 am: 02. Dezember 2022, 16:37:41 »

Zitat
Wenn nun Uncle Sam einfällt und Conoco Phillips zurückpfeift,
Betrifft es nicht nur D sondern auch CH und A.

unbestritten, aber Deutschlands Habeck bejubelt ja den "Deal"...
Oder habe ich was aus CH und A verpasst?

Btw: das US-Unternehmen Conoco Phillips ist am Gasfeld beteiligt und Katar liefert eine ansehnliche Menge nach China?
Wie scheinheilig ist das?


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dolaeh

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2395 am: 02. Dezember 2022, 16:54:45 »

Zitat
Wenn nun Uncle Sam einfällt und Conoco Phillips zurückpfeift,
Betrifft es nicht nur D sondern auch CH und A.
unbestritten, aber Deutschlands Habeck bejubelt ja den "Deal"...
Oder habe ich was aus CH und A verpasst?
Btw: das US-Unternehmen Conoco Phillips ist am Gasfeld beteiligt und Katar liefert eine ansehnliche Menge nach China?
Wie scheinheilig ist das?

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Re: Kurz und krass
« Antwort #2396 am: 02. Dezember 2022, 18:00:35 »

Na das Volumen waren glaube 4 % von dem was Deutschland so bisher im Jahr verbrauchte. Klar wenn ordentlich de-industrialisiert wird, sinds vielleicht schon bald 8 Prozent. Der Punkt den ich gestern vergass, war der Laufzeitbeginn: ist ähnlich, als wenn man einem Ertrinkenden zusichert, in drei Stunden Rettung herbeizuschaffen {[
Und wie schon einige Kollegen freundlicherweise in die Bresche springend zulieferten: es handelt sich um einen Vertrag zwischen einem US-Unternehmen und Katar.....das jetzt als großen Wurf des Herrn Habeck zu würdigen - also mit all dem drumherum - fällt mir schwer.

Hier eine ganz gute Analyse:

"Gas-Deal mit Katar? Die Debatte geht am Thema vorbei

30. November 2022 um 12:00 Ein Artikel von: Jens Berger . NachDenkSeiten

Das Timing könnte kaum besser sein. Während die politisch-mediale Empörungsmaschine gegen das Emirat Katar gerade auf Hochtouren läuft, verkündeten die Tagesthemen gestern einen „Gas-Deal zwischen Katar und Deutschland“ und empörten sich moralinsauer darüber, dass man ja nun „fossile Energien aus einem anderen autoritären Staat“ bezöge und die Laufzeit der Verträge nicht mit der angestrebten Klimaneutralität in Einklang zu bringen sei. Das ist schon seltsam. Schließlich hat nicht Deutschland, sondern der US-Energie-Multi ConocoPhillips gestern einen Vertrag mit Katar abgeschlossen. Deutschland ist nicht Subjekt, sondern Objekt bei dem Deal. Mehr und mehr wird klar, dass Deutschlands Energieversorgung künftig von US-Konzernen dominiert wird. Deutsche Politiker mit oder ohne „One-Love-Binde“ sind nur Staffage in einem Spiel, bei dem nicht einmal klar ist, ob sie es überhaupt verstehen.

Nein, Ryan Lance hat bei der vor versammelter Presse zelebrierten Unterzeichnung eines „Sale and Purchase Agreements“ seines Konzernes ConocoPhillips mit dem katarischen Staatsunternehmen QatarEnergy keine Regenbogen- oder One-Love-Binde getragen und wahrscheinlich ist ihm das aktivistische Kasperletheater der deutschen Meinungsmacher noch nicht einmal bekannt. Für Lance geht es nicht um die Rechte der katarischen LGBTQ-Community oder nepalesische Wanderarbeiter. Er ist CEO des drittgrößten amerikanischen Energiekonzerns und hat erst vor wenigen Wochen einen 28 Milliarden US-Dollar schweren Kooperationsvertrag mit den Kataris abgeschlossen. Man wird in einem gemeinsamen Joint-Venture in den nächsten fünf Jahren neue Erdgasvorkommen erschließen und sechs neue LNG-Export-Terminals in Betrieb nehmen. Dafür braucht ConocoPhillips Abnehmer – wenn möglich gebunden an langfristige Verträge. Einer diese Abnehmer soll nun Deutschland sein.

Es ist also weniger das derzeit so harsch von deutschen Meinungsmachern kritisierte Emirat Katar, sondern vielmehr der US-Multi ConocoPhillips, der die mittel- bis langfristige Energieversorgung Deutschlands sichern soll. Die öffentlichkeitswirksame Vertragsunterzeichnung war so gesehen eher Show. Dass ConocoPhillips sich um Kunden für das Joint-Venture kümmert, ist klar. Sonst hätte man kaum 28 Milliarden US-Dollar investiert. Robert Habeck hätte sich also im Frühjahr den Bückling in Katar sparen können und wäre besser nach Houston, Texas, geflogen, um dort einen Bückling vor den US-Multis zu machen. Denn sie sind es, die Deutschlands Gasversorgung in Zukunft managen und damit fürstlich Geld verdienen werden.

So ist es auch kein Wunder, dass der Börsenwert von ConocoPhillips sich in den letzten zwei Jahren mehr als vervierfacht hat. Sehr zur Freude der Großaktionäre BlackRock und Vanguard und auch sehr zur Freude von Ryan Lance, der im letzten Jahr stolze 24 Millionen US-Dollar Salär bezog und in diesem Jahr bereits mit mehr als 80 Millionen US-Dollar Gewinn an den Aktienoptionen profitierte, die ihm ConocoPhillips gewährt.

Und Deutschland? Das Interessante ist, dass es im gestern unterzeichneten Vertrag streng genommen gar nicht so sehr um Deutschland ging. Katar und ConocoPhillips einigten sich lediglich darauf, dass ConocoPhillips ab 2026 eine bestimmte Menge LNG des Joint-Ventures an das noch nicht fertiggestellte LNG-Terminal in Brunsbüttel liefert. Das ist nicht sonderlich überraschend, da sich ConocoPhillips bereits zusammen mit RWE und dem aus der BP hervorgegangenen britischen Petrochemiegiganten Ineos 80% der Lieferkapazität für das Terminal in Brunsbüttel vertraglich abgesichert hatte. Es war nur noch offen, ob ConocoPhillips das LNG aus den USA oder aus Katar liefert. ConocoPhillips ist der Koch, Deutschland bestenfalls der Kellner. ConocoPhillips kann Deutschland beliefern, muss dies aber nicht. Letztlich wird wohl auch der Preis darüber entscheiden, ob und wie viel Erdgas die Texaner nach Deutschland liefern.

Darüber wird hierzulande aber nicht diskutiert. Wie in einer Parallelwelt debattiert man lieber über den moralischen Kontext eines deutsch-katarischen Erdgasdeals, den es überhaupt nicht gibt. Offenbar gelingt es dem politisch-medialen Komplex nicht mehr, über One-Love-Binden hinauszudenken. Höchstens in zitierten Nebensätzen deutet sich der größere Rahmen an. So zitiert der SPIEGEL in einem angeblichen Hintergrundartikel zum Thema einen Gasexperten mit den Worten: „Wir werden absehbar bei LNG sehr stark von den USA abhängig sein. Es ist besser, unterschiedliche Lieferanten mit überschaubaren Anteilen zu haben.“ Das ist korrekt. Die sich förmlich aufdrängende Frage, ob man sich ausgerechnet mit ConocoPhillips aus der „sehr starken Abhängigkeit“ von den USA befreien will, stellt der SPIEGEL freilich nicht. Klar, es geht um Werte und nicht um Fakten.

Die eigentlich interessanten Fragen bleiben bei der Berichterstattung offen. Gibt es verbindliche Abnahmeverträge deutscher Importeure mit ConocoPhillips? Wenn ja, welche Preisklauseln gibt es in diesen Verträgen? Ist ConocoPhillips überhaupt verpflichtet, bestimmte Mengen an LNG nach Brunsbüttel zu liefern und drohen im Nichterfüllungsfall Konventionalstrafen? Das alles wurde – wenn überhaupt – in anderen Verträgen geregelt. Doch natürlich berichtet man lieber über den eigentlich nicht sonderlich interessanten internen Vertrag der Joint-Venture-Partner ConocoPhillips und Katar. Klar, Katar sells und man kann sich ja so wunderbar moralisch überlegen fühlen, wenn es um Katar geht. Dass man sich gleichzeitig in die totale Abhängigkeit amerikanischer Energiekonzerne begibt und dafür auf absehbare Zeit Milliarden und Abermilliarden in die USA überweist, passt nicht so gut ins Bild und könnte unbequeme Fragen aufwerfen. Dann echauffieren wir uns doch lieber über One-Love-Binden. Solange das Volk die falschen Fragen stellt, muss man auch nicht die richtigen Antworten geben.

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