Thailand-Foren der TIP Zeitung > Thailändisch lernen, Thailand verstehen

Thai für Anfänger. Eine Einführung.

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hmh.:
Ich war in den letzten Monaten ziemlich beschäftigt und komme erst jetzt dazu, mal die Altlasten aufzuarbeiten.

Dein Vergleich ist äußerst anschaulich, interessant und hilfreich. Das habe ich so noch nie gelesen. Kannst Du da vielleicht noch was näheres dazu sagen?

sam:
Das war sehr Informativ,das vieles in der Umschrift mit K bezeichnet wird und wirklich ein G ist war mir sehr schnell klar geworden,ein Bekannter wollte mich belehren als ich Goh Samoi geschrieben habe und nicht Koh Samoi,
seine Frau hat es dann bestätigt, er lebt in Deutschland und spricht kein Thai, als Sachse kommt mir zugute das wir B und P nicht unterscheiden, so sagen wir beim buchstabieren immer hartes oder weiches B/P.

hmh.:
Ja, das haben Sachsen mit uns "Frangen" gemein...

Ich hatte vor einiger Zeit eine längere Diskussion über die Verwendung von g- und k- usw. in Lautschrift-Übertragungen aus Thai mit einer Sprachwissenschaftlerin, die nicht nur Thai, sondern auch Sanskrit beherrscht und beides u. a. auch in Thailand studiert hat.

Sie war in unserer Diskussion zuerst gegen die TIP-Version der Erklärung: "Ein G im Englischen ist etwas ganz anderes als im Deutschen", meinte sie. Auch haben Wissenschaftler, die seit Jahren auch in der IP-Lautschrift an Kh, Th und Ph gewohnt sind,  naturgemäß Probleme damit, wenn jetzt plötzlich einer das "Aspirierungs-" bzw. "Aushauch-h" wegläßt. Es ist aber nun mal so, daß im Deutschen alle K, T und P sowieso "aspiriert" sind, also im Gegensatz zu D, G und B ausgehaucht werden. Als Typograph und Schreiberling weiß ich aber, daß jedes zusätzliche Zeichen, das keine Information transportiert, nicht nur überflüssig ist, sondern die Sache für den Lernenden nur erschwert. Beim TIP haben wir uns dann einfach konsequent an diese Tatsache gehalten.

Das betrifft aber, wohlgemerkt, nur die Lautschrift; bei Klarschrift ist es selbstverständlich sinnvoll, sich an die eingeführten Regeln zu halten, was wir auch tun.

Als die besagte Sprachwissenschaftlerin die TIP-Bildwörterbuch-Einführung gelesen hatte, räumte sie ein, daß die Erklärung "in sich schlüssig" sei. Sie gab mir dazu noch einige Tips, die ich für die nächste Auflage in das erweiterte Bildwörterbuch einbauen will. Wir werden dann auch die gesamte Lautschrift im Bildwörterbuch umstellen (derzeit liest man dort unter anderem noch -t, -p und -k am Wortende) und einige neue Seiten einfügen.


Nochmal zur Erinnerung:

In meinen Sprach-Beiträgen liest man alle erklärten Begriffe immer in dieser Reihenfolge:
ไทย --- Lautschrift --- offizielle Übertragung laut Royal Institute --- ggf. eingebürgerte "Kauderwelsch-Übertragung"

also zum Beispiel:
เกาะสมุย    ---     gÒ¿ sà¿ mui?    ---    Ko Samui
สุขุมพันธุ์ บริพัตร --- sù¿ kum? pan  bO: rí¿ pád --- Sukhumphan Boriphat --- "Sukhumbhand Paribatra"

(Wer Sukhumphan ist, steht hier: http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1352.msg32796#msg32796 )

Lupus:
als Nachtrag zu meinem Statement vom 23.07. #4

Das Beispiel habe ich mir im verzweifelten Kampf um korrekte Thai-Aussprache aus den Fingern gesaugt....
( 5 Fakultät Möglichkeiten stimmt natürlich nicht, sondern irgendetwas wie "5 über 2" sinnvolle Kombinationen bei 2 unterschiedlich artikulierten Worten!).
Im Gepräch mit Thais bin ich dann eben darauf gekommen, daß wir auch im Deutschen Melodien verwenden,
um Satzaussagen zu ändern.

Ein weiteres Beispiel: (meine "tonemarks": \=low  -=middle /=high \/=rising /\=falling)
"Kommst Du?"

* "gleich/ !" (high tone)    meint: "ich eile mich"
* "gleich/\ !"(falling tone) meint: "es dauert noch etwas, nerve mich nicht"
Änderungen von Betonung und Melodie wirken sich also auch auf Wortebene aus (wie z.B. in Thai ใกล้ glai/\ = nah und ไกล glai- = fern), bis hin zur Änderung der Aussage:
"Wahrlich ein schöner Tag"   ->  Affirmation, daß es wirklich schön war/ist
"Wahrlich ein schöner/\ Tag"  -> (sarkastische) Negation der Bedeutung.

Ein anderes Beispiel für Bedeutungsänderungen (zumindest in der alten Rechtschreibung), wie sie in Thai auch oft vorkommen, wenn Wörter im "Verbund"
benutzt werden:
" aus machen" = abschalten
" ausmachen"  = vereinbaren

Mir helfen solche Überlegungen im Hinterkopf, um nicht die Flinte ins Korn zu werfen (lass das mal einen Thai übersetzen   ;) ), wenn mir das Thai gräßlich schwierig erscheint....wir machen's auch nicht viel anders - und haben es doch gelernt!

hmh.:
Mal ein Sachstandsbericht zu der hier benutzten Lautschrift.

Die TIP Umschrift wurde seit 2005 entwickelt. Sie wird von Sprachwissenschaftlern gelobt und ist innovativ für deutschsprachige Nutzer. Das heißt aber nicht, daß wir sie nicht gerne noch mit Hilfe unserer Leser weiter verbessern möchten.

Die wichtigsten Kriterien waren, daß 1. jedermann die verwendeten Buchstaben auf seiner Tastatur finden und schreiben kann und daß 2. die Umschrift deutschsprachigen Lesern auch ohne Spezialkenntnisse (zum Beispiel der katastrophalen IPA Umschrift) zumindest theoretisch eine möglichst automatisch richtige Aussprache ermöglicht. Im übrigen halten wir uns an die Regeln des Royal Institute, also des Königlichen (Sprach)Instituts, welches das für die Aussprache des Thai verbindliche Wörterbuch herausgibt, das unserem früher "amtlichen" Duden entspricht.

Weil die TIP Umschrift möglichst jedermann problemlos schreiben können soll, fällt zum Beispiel das umgekehrte Zirkumflex für den "steigenden" Ton aus, weil das Zeichen in Windoof ohne Spezialschriften einfach nicht zu setzen ist. (Im TIP Führer Bangkok verwende ich es, weil ich das Buch komplett auf Mac setze, da geht es.) Wir nehmen dazu hier und im Bildwörterbuch ein fett gesetztes Fragezeichen; denn den "steigenden" Ton bezeichnet man ja nicht zufällig sowieso viel anschaulicher auch als "fragenden" bzw. "wiederkehrenden" Ton.

Für den "Stop" nach kurzem Vokal setzen wir ein umgekehrtes ("spanisches") Fragezeichen, weil das gut ins Auge fällt und weil einige der wenigen wirklich brauchbaren Thai-Lehrbücher, die ich bisher in die Hände bekam, das ebenso halten.

Man kann aber genausogut einen Punkt setzen, wenn einem das in Windoof zu kompliziert ist. So macht es zum Beispiel Wong Watthanaphichet in seinem empfehlenswerten Thai-English Dictionary.
Dann also einfach sà. nùg statt sà¿ nùg für สนุก Sanuk ("Spaß").
Ich bin mir auch nach fast fünf Jahren noch nicht sicher, was hier die am einfachsten erkennbare/am schnellsten lesbare Lösung ist. In der hier von der Forensoftwäre als Standard verwendeten Katastrophenschrift Verdana sieht das (viel zu hoch gestellte) "¿" scheußlich aus. In Garamond kursiv im TIP Führer Bangkok, wo es ein Zeichen mit Unterlänge ist, das zudem sehr schmal läuft, kommt es dagegen hervorragend.

Außerdem könnte man im Forum natürlich auch noch sa.1 nug1 schreiben, um die Töne zu bezeichnen (hier zweimal "tief"), aber verständlicher wird die Lautschrift so sicher nicht, vor allem nicht bei längeren Silbenfolgen.

Alles weitere, zum Beispiel zur Bezeichnung der Töne, wird oben schon erklärt:


--- Zitat von: hmh. am 19. August 2008, 13:52:10 ---Töne und Tonzeichen
1. normal: ohne Tonzeichen: Deutsch wie „vier“;

2. tief: ` (Gravis): in etwa wie im Deutschen am Ende eines Satzes mit Punkt: „Er kommt.“

3. (ab)fallend: ˆ (mit Zirkumflex): Das ist für die meisten Europäer der schwierigste Ton. Deutsch in etwa wie ein begeistert-erstauntes hohes „Er lacht!“, das jedoch am Schluß deutlich an Kraft verliert, eben vom hohen Niveau aus „abfällt“!

4. hoch: ´ (Akut): Deutsch wie „Geh!“, „Komm!“

5. steigend („fragend“): üblicherweise mit umgekehrtem Zirkumflex; im Bildwörterbuch und hier im Forum aus praktischen Gründen mit fettem Fragezeichen? nach der Silbe: Deutsch wie kurz „Ja?“ oder lang „So?“ („Fragender Ton“, noch anschaulicher und am zutreffendsten ist eigentlich die Bezeichnung „Wiederkehrender Ton“.)
--- Ende Zitat ---

Für genaue Wortbeispiele oben ungefähr auf das erste Drittel der Seite gehen.

Noch etwas zu den Sonderzeichen, mit denen die Töne bezeichnet werden, Nicht jeder findet sie auf Anhieb auf seiner Tastatur.
Nur wer einen Mac hat, findet alles recht problemlos. Notfalls das geniale Mac-Programm PopChar von Günther Blaschek, Linz besorgen, bis System 9 läuft es als Version 2.7.1. sogar noch als Freeware).

Für die geplagten PC Nutzer hier die etwas schwierigeren Sonderzeichen, die man für einen Beitrag in den Sprachthemen brauchen kann, zum herauskopieren:

Ôâêîôû朿 —–>  ——>

(æ und œ sind nicht wirklich nötig, aber als Typograph und Schüler von Walter Plata ( http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Plata ) pflege ich natürlich die schönen alten Ligaturen unserer Schriften, wie es auch viele Wissenschaftler machen, die Thailändische Wörter verwenden, man lese etwa James K. Wyatt.
© อาทิตย์ ๒๕๕๒

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