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Erlebnisse im "Wilden Osten" Thailands

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Suksabai:

Da meine Frau aus einem kleinen Dorf in Ubon Ratchathani stammt und aus erster Ehe Haus und Farm hart an der Grenze zu Sisaket (eigentlich IST es schon Sisaket, nur jeder hier sagt Ubon) besitzt, pendeln wir mehrmals im Jahr zwischen Pattaya und dem Osten.
Das Landleben ist eine nette Abwechslung zu dem Trubel in der Grosstadt Pattaya, und so wird mir nie langweilig.

Ich habe mir vorgenommen, meine Erlebnisse hier aufzuschreiben, vielleicht interessiert es den einen oder anderen Leser.

lg

Suksabai:

Heuer zum Ausklang des Jahres waren wir wieder bei Schwiegermutter und dem Rest der (Thai-) Familie,
um das Neue Jahr zu begrüssen.

Sie leben in einem kleinen Dorf nördlich von Ubon Ratchtathani, bei der Bezirkshauptstadt Si Muang Mai.
Es ist  für mich immer wieder ein Erlebnis dorthin zu kommen.
Die Menschen dort sind zwar arm – und zwar wirklich arm – aber sie haben das Lachen nicht verlernt
und ich werde jedesmal herzlichst empfangen (und nein, nicht weil ich „reich“ bin).

Diesmal hatte meine Frau die Idee, ein erweitertes Familienessen zu veranstalten.
Gesagt – getan!

Ich habe mich einen Tag vorher damit beschäftigt, ca. 50 Stück Fleischlaibchen (Frikadellen, Buletten)
nach Wiener Art zuzubereiten, und zwar nur 90% fertig gebraten.
Zusätzlich wurden eine Gastropackung Wiener Würste, 3 Packungen Toastbrot und
je ein Glas Erdbeer- und Orangenmarmelade eingekauft.

Am Tag der Feier besorgte meine Mia noch 2 kg Schweinefleisch für Laab Mu
(Gehacktes mit deftig scharfer Würze) und 5 grosse Fische – und natürlich jede Menge
Grünzeug und sonstige Zutaten und Gewürze.
Ich spendierte noch einen Karton Chang Bier (gross), einige Flaschen Antialkoholika und
zwei Flaschen Lao Khao, der hier Sisibiki genannt wird und auf keiner Feier fehlen darf.
Schwiegermama steuerte Unmengen an Klebereis bei.

Jetzt konnte das Mahl beginnen.
Gegen Abend warf ich meinen grossen Fassgrill an, um die Fleischlaibchen ( „Hembögö“) fertig zu garen
und auch die inzwischen geritzten und aufgespiessten Würstchen zu grillen.
Nach und nach traf die Verwandtschaft und Freunde des Hauses ein, jeder brachte eine grosse Portion guter Laune mit.

Zuerst wurde das traditionelle Futter ausgeteilt, das zwar grossen Anklang fand
(meine Frau hat einen guten Ruf als Köchin), aber meine bessere Hälfte machte mich auf auf
eine gewisse Gespanntheit aufmerksam – jeder war neugierig auf das „Farang-Food“.

Endlich war es soweit – ich gebe zu, auch ich war gespannt auf die Reaktionen!

Während die Erwachsenen sich in Oohhs und Ahs ergingen und den ungewohnten Gaumenschmaus lobten,
waren die Kinder mehr von den Würstchen begeistert – aber insgesamt fand mein Futter tollen Anklang.
Das Essen steuerte dann noch einen zweiten Höhepunkt an, als meine Frau Marmeladenbrote schmierte
 – die Isaanis sind durch die Bank Schleckermäulchen.

Während des Essens wurde ausgelassen gescherzt und ohne Hektik und Gier alles Essbare gewissenhaft „vernichtet“.
Die gute Stimmung war für mich fast körperlich spürbar, und ich fühlte mich pudelwohl,
obwohl die Leute hier einen grandiosen Dialekt sprechen und ich mit meinen rudimentären Thaikenntnissen
nicht wirklich viel verstand – aber manchmal braucht es halt keine Worte.. . .

Nach dem Essen blieb man noch ein bisschen zusammen und einer nach dem anderen kam auf meine Frau
und mich zu, um uns den berühmten Baumwollfaden ums Handgelenk zu binden,
verbunden mit den allerbesten Wünschen.

Nach drei oder vier Stunden traten die Leute dann den geordneten Rückzug an, sodass dann nur mehr
der innere Familienkreis übrigblieb, der den Jahreswechsel heiter-besinnlich erlebte.

Dieser Silvester war für mich insofern ein besonderes Erlebnis, da er erstens ohne Alkoholexzesse abging
und zweitens habe ich eine tolle Erfahrung machen können:

TEILEN heisst hier wirklich teilen, kein einziger Teilnehmer hat sich über das (reichlich vorhandene)
Essen gestürzt, jeder nahm Rücksicht auf den anderen, obwohl keiner von ihnen weiss,
wann er das nächste Mal so gut und reichhaltig essen könne.

Ach ja, und einer meiner Schwager wollte sich partout die Bierrechnung mit mir teilen, bei einem
(unsicheren) Monatsverdienst von ca. 8000,-- Baht.
Ich habe das Geld seiner Frau zugesteckt.. . .

lg

schiene:

--- Zitat von: Suksabai am 03. Januar 2017, 20:57:54 ---Ich habe mir vorgenommen, meine Erlebnisse hier aufzuschreiben, vielleicht interessiert es den einen oder anderen Leser.
--- Ende Zitat ---
Hau in die Tasten,ich freue mich und sicher gibt es auch viele andere Leser welcher Lebensnahe
Erlebnise und Tatsachen gerne lesen.  ;}

Boy:

--- Zitat von: Suksabai am 03. Januar 2017, 21:10:20 ---
Heuer zum Ausklang des Jahres waren wir wieder bei Schwiegermutter und dem Rest der (Thai-) Familie,
um das Neue Jahr zu begrüssen.


--- Ende Zitat ---

Genau so habe ich einige Male Parties im Dorf erlebt, egal ob zum Neujahr, zu Songkran oder zu einer Heiligabendueberraschung fuer die Kids im Dorf. :-*

Lese hier auch zukuenftig gerne weiter. [-]

LG Reiner

namtok:
Ein schöner Erlebnisbericht...  }}



--- Zitat ---obwohl die Leute hier einen grandiosen Dialekt sprechen ... Fleischlaibchen ( „Hembögö“)
--- Ende Zitat ---

Hamburger  {--


--- Zitat ---Lao Khao, der hier Sisibiki genannt wird
--- Ende Zitat ---

wahrscheinlich vom Thaiwort für 40 und  englisch degree für den Alkoholgehalt, also 40 degree für der 40 % igen...

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