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Geschichten aus der Geschichte

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jock:
Die Schwiegermutter

Die Geheime Ratsstube in der Hofburg war der"War-room" der damaligen guten Zeit,
waehrend der Monarchie.

Am 26.April 1854 versammelte der Kaiser Franz-Joseph die wichtigsten Wuerden-
traeger des Vielvoelkerstaates um sich,um zu beraten,wie man bei dem kommenden Krimkrieg sich verhalten soll.

Soll man an der Seite des lieben Vetters,dem Zaren,in die zu erwartenden Kaempfen
eingreifen,oder soll man sich neutral verhalten.
Denn Frankreich und die Briten haben Russland vor ca. 1 Monat zuvor den Krieg er-
klaert.
Es war eine schwere Entscheidung,die anstand.Die Monarchie kann dabei gewinnen
oder aber auch verlieren und als europaeische Grossmacht an Einfluss einbuessen.

Der Kaiser in Uniform und seine Regierung in Fraecken,zermarterten sich die Gehirne,
als ploetzlich die Tuere zur Geheimen Ratsstube aufflog und Erzherzogin Sophie im
Rahmen stand.

Sofort sprangen alle Herren (auch der Kaiser) auf und standen stramm.

Franzl,ich muss mit dir reden,bellt sie kurz und drehte sich um.

Mit "Ich komm schon,Mama" folgte ihr gehorsam Franz- Joseph.

Erzherzogin Sophie war hoechst erregt,als sie dem Kaiser eroeffnete,dass Sisi eben
ein Bad nehmen wollte,dabei ist es erst Donnerstag !Ich habe es ihr jedenfalls ver-
boten.

Sag deiner Frau,dass am Wiener Hof nur an Montagen gebadet wird,so schreibt es
das Hofzeremoniale vor.

Ja,Mama ,antwortete der Kaiser,einer der maechtigsten Maenner Europas und ging
wieder in die Geheime Ratstube zurueck und traf die falsche Entscheidung,in der Sache,
wofuer man sich getroffen hatte.

Erzherzogin Sophie war keine Schwiegermutter,mit der man auskommen konnte und
Sisi leidete jahrelang darunter.

Nie durfte sie mit aufgeloesten Haar durch das Schloss gehen,die Kinder nahm man
ihr weg und wurden von Bediensteten erzogen.Staendig wurde sie von Spioninnen
der Erzherzogin ueberwacht,die jedes Fehlverhalten ihr meldeten.

Nur einmal setzte sie sich gegen ihre Schwiegermutter durch.

Nachdem sie bemerkt hatte,dass ihr 4 jaehriger Sohn um 5 h frueh mit kaltem Wasser,
zwecks Abhaertung uebergossen wurde,nahm sie den Kaiser zur Brust und drohte,auf
der Stelle den Hof zu verlassen.

Der Kaiser stellte das wirklich ab und es war erst das 2.Mal,dass er gegen den Willen
der Mutter handelte.

Jock





Suksabai:

Nun, ich vermute, du hast dich um 100 Jahre vertan...

jock:
@Suksabai

Tatsaechlich - ich hab es ausgebessert, Statt 1954 was falsch ist,auf 1854

Danke fuers Aufmerksammachen.

Jock

jock:
Taetowierte Persoenlichkeiten

Sein Body sah aus wie nach einem heftigen Ehestreit.

Sein Bein war ab,seine Arme gebrochen,ein Auge ausgestochen und im anderen
Auge steckte ein Pfeil.

Nur mit Hilfe seiner Witwe konnte man feststellen,wer der Mann war.Sie erkannte
ihn auf Grund seiner Taetowierungen und anschliessend beweinte man dem Koenig
Harold II. von England,der in der Schlacht von Hasting 1066 gefallen war.

Taetowierungen sind also schon seit immer bekannt und werden eifrig gestochen.

Frueher liess man sich eher heimlich taetowieren,denn Tattoo's hatten einen schlechten
Ruf.
Matrosen,Knastbrueder und fahrendes Volk liessen sich eher stechen,als Persoenlich-
keiten des oeffentlichen Lebens.

Was nicht immer stimmt,aber auch nicht zur hellen Freude der Familienmitglieder
beigetragen hat.

Kaiserin Sisi,verschwand auf Corfu in einer Hafenkneipe und liess sich im Hinterzimmer
einen Anker auf ihre Schulter stechen.
Sehr zur Empoerung ihres Mannes und ihrer Tochter,die die "Verstuemmelung" bewein-
ten.
Dabei wussten sie noch gar nichts vom grossen Adler,der auf dem unteren Ruecken
seine Fluegeln spreizte.

Seinerzeit ging das Foto um die Welt,die den amerikanischen Praesidenten Theodor
Roosevelt zeigt,wie er sich mit schmerzverzehrtem Gesicht,das Familienwappen auf
seine Brust stechen liess.

Edison,Churchill und viele andere hochrangige Damen und Herren trugen Tattoos und
waren stolz darauf.

Nur einer verfluchte den Tag,an dem er sich taetowieren liess.

Jean-Baptiste Bernadotte liess sich die Schlagworte der Franzoesischen Revolution
(Liberte,Egalite,Fraternite) mit dem Zusatz " Tod dem Koenig"am Unterarm stechen,
die ihn verdammte,ab 1818 nur mehr langaermelige Kleidung zu tragen.

1818 wurde er naemlich Koenig von Schweden und Norwegen.

Eine Zeitung der Schweiz,berichtete,dass heute jeder 5.Schweizer ein Tattoo traegt
und Untersuchungen,warum Maenner und Frauen sich ein Tattoo stechen lassen,ver-
suchen Psychologen zu beantworten.

Fuer ein Viertel der Befragten ist ein Tattoo ein persoenliches Statement und knapp
10 % der Maenner,wollen sich damit zu einer elitaeren Gruppe zaehlen oder verbinden
das Tattoo mit den Elementen.

Matrosen verbinden sich so zum Wasser/der See,Moderatoren zu Drachentoeter,die
Knasttraene zeigt den 10 jaehrigen Aufenthalt in einem Gefaengnis an etc.

Meinen Respekt haben aber nicht die Traeger von Tattoos,sondern die Kuenstler die
sie schaffen.

Das sind ja,wenn sie gut gemacht sind,kleine Kunstwerke,die vielleicht 80 Jahre halten
und dann wieder verschwinden.

Jock







jock:
Tu felix Austria nube

Burgund war im 15.Jhd.der reichste Staat ganz Europas.Das Herrschaftsgebiet er-
streckte sich vom suedlichen Frankreich bis hinauf in die Niederlande mit den gros-
sen,wichtigen Handelsstaedte Gent,Antwerpen und andere.
Die Verwaltung galt als modern und effizent.

Karl der Kuehne war der Regierende,der allerdings immer um sein Herrschaftsge-
biet zu kaempfen hatte,speziell mit dem franzoesischen Koenig.

Nachdem er der Moeglichkeit schwinden sah,einen maennlichen Thronfolger zu
zeugen,musste er sich Gedanken machen,wie er seine einzige Tochter und Allein -
erbin "gewinnbringend" verehelichen kann.
Nicht das Finanzielle stand im Vordergrund,sondern eher die politischen Optionen.

In Wien sass Kaiser Friedrich III.und dachte ebenfalls an die Verehelichung seines
Sohnes Maximilian.

Karl der Kuehne und Kaiser Friedrich samt Sohn verabredeten sich,in Koeln Berat-
ungen ueber die Eheverbindung aufzunehmen.

Als Kaiser Friedrich III.samt Gefolge in Koeln ankam,stellte er betruebt fest,dass er
Pleite ist und musste sich von einer entfernten Verwandten 100.000 Taler ausborgen.,
damit er sich was zum Essen kaufen konnte.

Karl der Kuehne hatte keine solche Probleme und reist mit 400 Wagen an,wo er sein-
en Reichtum zur Schau stellte.

Die Eheverhandlungen scheiterten an den taeglich hoeheren Forderungen,des Karls.

Friedrich der III.und Sohn Maximilian reisten unverichteter Dinge ab.

Jahre spaeter klappte es dann doch,denn Karl der Kuehne war aus politischen Gruen-
den gezwungen,sich unter den kaiserlichen Schutz zu begeben.

Da Maria von Burgund,als Tochter und Nachfolgerin von Karl d.Kuehnen erbte und
das Erbe wiederum an Maximilian weitervererbte,da sie mit 25 Jahren nach einen
Unfall starb,war das "Tu felix Austria nube" die Konstante der "Familienpolitik" der
Habsburger geworden.

Ist "Tu felix Austria nube" nicht schon vorbei ? Ich weiss nicht,ich weiss nicht !

Als 2015 die Kirchenglocken von Maria Woerth anschlugen und das Brautpaar die
Kirche verliess,war es und die Hochzeitsgesellschaft bester Laune.
Graf "Kari",dem man nachsagt,dass er finanzielle Dinge nicht so wichtig nimmt und
nur von wenigen tausenden Euros monatlicher Apanage sein Dasein fristet,hat,als
64 jaehriger Mann seiner Braut (74) das Jawort gegeben.

Aber auch der nichtanwesende Finanzberater des Braeutigams,war bester Laune
und hatte schon eine Vorstellung,wie er mit der Mitgift von etwa 3,2 Milliarden Euro,
umgehen wird.

6 Jahre spaeter wartet er noch immer,dass man ihn um seinen Rat fraegt.

Wenn niemand das auch wuenscht,aber sollte es doch so passieren,dass die im hoeh-
eren Alter stehende Ehefrau vor Graf "Kari" stirbt,wird bald auf eBay folgendes An-
gebot eingestellt werden.

Motorjacht 98 m,Bj.2002,Rumpf blau,Aufbauten weiss,3 Oberdecks,ausreichend
motorisiert,Heimathafen Valetta,liegt derzeit vor Antibes.
Gediegenes Interieur (leider keine Fotos,weil privat)

VB 100 Millionen Euro.

Bitte nur erstgemeinte Zuschriften erwuenscht.

Jock





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