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Hochwertige Edelsteine

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Lung Tom:

--- Zitat von: franzi am 04. September 2021, 10:38:25 ---1977 haben wir uns in der Gegend von Kanchanaburi Edelsteinminen angesehen
@Lung Tom koennte da mal auf einen Sprung vorbeischauen, um das zu klaeren (wenn ihm langweilig ist)  8)

--- Ende Zitat ---

Hallo @franzi,
da bin ich jahrelang dran vorbeigefahren, allerdings zuletzt seltener.
Wobei das nicht zwingend die Minen gewesen sein müssen, die Du damals besucht hast.
Ich habe in einigen Beiträge ja schon B(h)o Ploi erwähnt - u.a. die riesige Buddha-Statue, die aus einem - meine ich gehoert zu haben - einzigen Stück Spinell - gefertigt worden sein soll.
Das es in Bho Ploi nur minderwertige Steine gab/gibt kann ich so nicht bestätigen. Hätte einige Belegstellen dazu anzubieten, aber wahrscheinlich nicht allgemein von Interesse.
Jedenfalls scheint es mir so, das in dem Ort die Foerderung eingestellt wurde, aber das werde ich demnächst mal eruieren...

Schoenen Sonntag.. [-] LT

Hier für Interessierte:
https://www.gemcollector.com/en-us/learning-library/gemstone/kanchanaburi%20sapphire%20gemstone/
https://www.apsara.co.uk/index.php/articles/24-kanchanaburi-thai-sapphires.html

Sumi:
@ Lung Tom

Ob der Minenbetrieb und Abbau von Saphiren rund um Bo Ploi still gelegt wurde od. nur gegenwärtig ruht, entzieht sich meiner Kenntnis.
Möglich wäre es schon, da z.Zt, wenig bzw. gar keine Händler, auch in bekannteren und bedeutenderen Fundstellen, auf Grund der Pandemie,  keine Edelsteine einkaufen.

Vielen Dank übrigens für den Querverweis mit Link über angebotene Saphire dort.

Bei den Bildern der angebotenen Saphire erkennt man aber genau das was ich zum Ausdruck gebracht habe.
Die Steine sind einfach zu dunkel.
Natürlich wird man in Kanchanaburi auch gute Steine angeboten bekommen, diese sind aber meist von den Händlern aus besseren, sprich anderen Fundorten  zugekauft worden, und werden dann hier verkauft.

Es ist gang und gäbe, daß in Chantaburi Rubine die hier gefördert wurden, aber auch Rubine aus Mogok ( Myanmar ) angeboten und verkauft werden, die eigentlich  in der Gegend um Chantaburi gar nicht vorkommen.

Ein anderes Bsp., selbst erlebt, in Kenia werden auch Rubine gefunden und verkauft. Aber die Qualität ist meist überwiegend mittelmäßig.
Dennoch verkaufen die Händler dort auch Rubine von erstklassiger Qualität, die allerdings aus Madagaskar, Sri Lanka, Thailand od. sogar Myanmar stammen.
Das kann man mittels gemmologischen Geräten, auf Grund der Einschlüsse feststellen.

Bin auf Deine Recherche gespannt, ob die Förderung in den Minen bei Kanchanaburi zumindest gegenwärtig gestoppt wurde.

Gruß... Sumi ...



 

Sumi:
Hier mal ein paar interessante Zahlen.

Mit einer der größten gefundenen Saphire war der " Stern von Indien ".
Es war ein hervorragender Sternsaphir, der in Ratnapura Sri Lanka gefunden wurde, und wog nach dem Schleifen 1.404 ct, das sind etwa 280 g.

Ein Sensationsfund vor kurzen, begeisterte erneut die Einwohner von Sri Lanka, wieder in der Nähe von Ratnapura.
Ein einfacher Bauer wollte in seinem Hinterhof einen Brunnen bohren, dabei stieß er auf einen riesigen Saphir von sage und schreibe 2.5 Mio ct, das sind etwa 500 kg.
Der Besitzer taufte den Saphir, ebenfalls ein Sternsaphir, auf " Adam von Indien ", er wurde auf etwa 100 Mio US Dollar geschätzt.

Fangt aber jetzt nicht gleich das Buddeln im Garten an. ;D

Noch ein paar Beispiele.

Ein 10 Karäter facettiert geschliffener blauer Saphir, unbehandelt, beste Qualität, gefunden in Sri Lanka kostet gut 46.000,-- €, EH Preis.
Ein weiterer blauer Saphir, auch Sri Lanka, sehr gute Qualität , unbehandelt 16.500,- €.
Ein 2,5 Karäter Pink - Saphir sehr gute Qualität, ebenfalls Sri Lanka, liegt bei 8.800.-- €.
Und ein 6,5 Karäter Goldgelber Saphir, auch Sri Lanka, sehr gute Qualität, unbehandelt kostet 16.000,-- €

Bitte wundert Euch nicht, daß ich jedesmal den Zusatz " unbehandelt " ( also kpl. natürlich ), dazu geschrieben habe, denn das ist sehr wichtiges  Preiskriterium.

Zur Information, ein blauer Saphir, der zwar sehr rein ist, aber erhitzt ( heated, also behandelt wurde ).kostet im Vergleich zu einem 1 Karater blauen Saphir Natur von ca. 5.000.-- € sehr gute Qualität, ist er aber behandelt, bekommt man ihn schon für 300,-- €.

Ich glaube da gibt mir jeder recht, wenn ich sage, das ist schon ein gewaltiger Preisunterschied.

Und das ist nur Eine der " Behandlungsarten ", da kommen noch gefärbt, paraffiniert, geölt, und gelasert etc. dazu.

Wobei ich jetzt noch gar nicht von Imitationen, künstlichen Produkten, od. synth hergestellten Saphiren gesprochen habe.

Ganz schwer wird es für den Gemmologen, wenn die Saphire wie ein " belegtes Br0tchen " nachgebildet worden sind.
Oberteil besteht aus künstl. Glas, das Mittelteil hat eine sehr dünne, feine Schicht nat. Saphir, und das Unterleil ist synth. Spinell, z.Bsp.

Einschlüsse, so sagt man garantieren eine gewisse " Echtheit des Steines. Im Regelfall ja, aber bei den heutigen Saphiren ( und vielen anderen Edelsteinen auch ), werden extra künstl. Einschlüsse in den Kristall eingegeben, um den Eindruck zu erwecken, " der Stein muß echt sein ". ... leider auf dem Leim gegangen Freunde, ja es ist schlimm geworden.

Der Gemmologe muß abertausende  Einschlüsse erst einmal gesehen haben, das lernt er nicht von Heute auf Morgen, sondern über Jahre hinweg, um zu erkennen, was ein künstlicher und was ein natürlicher Einschluß ist.

Und da gibt es Schwachsinnige die das Alles ohne Wissen und ohne gemmologische Geräte erkennen wollen.

Vielleicht versteht ihr jetzt, warum ein natürlicher hochwertiger Edelstein diese Preise erzielt, bei sehr guter Qualität und Schliff vorausgesetzt.
Es ist und bleibt auf jeden Fall ein enormer Wert auf kleinsten Raum.

Um 1 Million € in Gold zu transportieren, ( sind etwa 20 kg ), da muß man schon ganz schön schleppen, und es fällt auf.
Mit Diamanten od. hochwertigen Edelsteinen, die stecke ich locker in meine Hosentasche, eingewickelt in mein Taschentuch ist bequem und unauffällig.

Kurz jetzt noch ein paar Worte zum Rubin.

Einer der größten und wertvollsten Rubine ist der " Sunrise " Rubin aus Myanmar, er wiegt 25,60 ct und wurde in Genf von Southeby versteigert für 30 Mio €, das ist doch etwas.
Ein weiterer Rubin aus Burma, nicht so selten sogar, mit 3,06 ct, kostet bei namhaften Händlern ca. 106.000,-- €
Oder ein anderer Rubin mit 3,05 ct aus Tansania 87.000,-- €
Wie schon erwähnt sehr gute Qualität und naturbelassen.

Im Normalfall werden Rubine von guter bis sehr guter Qualität so um die 7.000.-- bis 8.000,-- € sich preislich bewegen.
Ne Handvoll davon, sind etwa 50 Stck, da hat man auch schon fast ne halbe Mio zusammen-

Dennoch, es ist auf diesem Gebiet extremste Vorsicht geboten, denn die meisten Urlaubseinkäufe, die ein angebliches Schnäppchen waren, entpuppen sich zu Hause beim Juwelier sehr schnell bestenfalls nur als Glasschneider.

In diesem Sinne.

Grüß... Sumi...

   






Ein

jock:
Nach den heutigen Bericht ueber Diamanten,ergeben sich einige Fragen an den
Fachmann Kollegen @Sumi.

Aus dem Bericht,der "Welt" geht hervor,dass der physikalische Prozess von "echten'
und "unechten" Diamanten gleich ist.

Da wie dort entsteht ein Diamant durch Hitze und Druck.

Der Unterschied ist nur die Zeitdauer und das "unechte" Diamanten billiger sind.

Doch wie kann ein Fachmann einen Unterschied erkennen ?

Alleine durch ein Zertifikat eines beruehmten Gemmologischen Instituts,kann es
nicht sein.( Auf der Khao San Road sind sicherlich Zerifikate zu kaufen).

Daher die Frage,wie laeuft das ab?

Abschliessend 3 weitere Fragen

Wieso kam der Name "Brillantengrund " in Wien zu seinem Namen ?

Was weiss ein Fachmann mehr,als im Wikipedia steht,ueber den Verbleib des be-
ruehmten gelben Diamanten der Habsburger ?

Wie gross ist die Chance,auf La Palma nach dem Vulcanausbruch,Diamanten zu
findfen ?

Jock







Sumi:
@jock

Viele Fragen auf einmal, ich versuche sie zu beantworten, soweit meine Kenntnisse und Wissen ausreichen dazu sind.

Ich fange zuerst mal mit der Beantwortung Deiner 3 zuletzt gestellten Fragen an.

Frage 2, Verbleib des " gelben Diamanten ", und was weiß der Fachmann mehr als Wiki darüber.
 
Das gesamte Wissen, das Wiki besitzt, basiert auf der Grundlage von Wissen vieler tausend Experten, Nachschlageschriften, Bibliotheken, Fachleuten etc. die das kpl. " Wissensmaterial " irgendwann mal zusammengetragen, recherchiert und niedergeschrieben haben.
Wiki braucht sich deshalb nicht so sehr auf die Schulter klopfen, hat nur alle Expertenmeinungen unter dieser ihrer  " Suchmaschine " vereint, was ja nicht schlecht ist, damit der Laie nachschlagen kann, wie in einem Lexikon. 

Wiki selbst hat keinen Beitrag zum Wissen irgendeines Themas selbst erfunden od. entdeckt, es wird nur ermöglicht die Daten der Wissenschaftler, Institute, Spezialisten etc., die diese Erkenntnisse sammelten od. niederschrieben haben zusammengefaßt, damit die Allgemeinheit nachschlagen kann.

Wie kann also Wiki mehr wissen, als die Experten, von denen sie sich ja ihre Informationen einholen. Im Umkehrschluß weiß natürlich auch der Fachmann nicht mehr als Wiki, wie kann er auch.

Zum gelben Diamanten der Habsburger.

Er wird auch Florentiner genannt, ist gelb und hat ein Gewicht von ca. 137 ct ( etwa 27,5 g ), er ist der 4. größte Diamant der Welt.

Seine Herkunft ist unbekannt.
Die einen sagen, nach Kriegsende ( 18. Jhd ), tauchte er in Nancy auf, ( evt mögliche Kriegsbeute ), andere wiederum behaupten ein Soldat habe diesen dort in der Nähe gefunden.
Ebenso wird die Meinung vertreten, so erzählt eine Geschichte, daß Portugiesen diesen Diamanten aus Indien mitgebracht haben.
Also, man weiß nichts genaueres.

Sein Verbleib, ist seit den 20 er Jahren des vergangenen Jhd. genauso ungewiß wie seine Herkunft.
Es gibt verschiedene Vermutungen, die aber nicht gesichert sind.
Es wird vermutet, daß ein 1920 in Amerika unbekannter gelber Diamant auftauchte, und genau so schnell wieder verschwand, der möglicherweise der verschwundene Florentiner gewesen sein könnte.
Eine weitere Geschichte kursiert die Runde, 1980 wurde ein unbekannter Diamant in Amerika versteigert, der es ebenso hätte sein können.

Schließlich weiß man wenig bis gar nichts, nur Annahmen und Vermutungen über seine Herkunft und seinen Verbleib.

Erfahrungsgemäß laut Kenner der Scene, verschwinden solche wertvollen Edelsteine/Diamanten in unbekannten, privaten Gefilden, genauso wie es auch oft bei berühmten Gemälden der Fall ist, ( Spekulationsobjekte ), und tauchen dann irgendwann mal später wieder auf.

Frage 1, woher kommt/stammt ursprünglich der Name " Brillantengrund " in Wien.

Nein, nicht durch eventuelle Funde von Diamanten die dort in dieser Gegend vielleicht gefunden wurden, schade nicht.
Es waren vielmehr Kaufleute, die sich dort auf anraten des damaligen Habsburgergeschlechtes niederlassen sollten, aus dem Großraum Österreich und Deutschland, und Handel mit Waren, wie Textilien, Stoffe usw. dann führten.

Das war ca. um 1750 bis Ende 1790. Die umliegenden Ortschaften mit ihren Anwohnern und Ansässigen provitierten davon nachhaltig und kamen so zu  einem gewissen Wohlstand.
So entstand der Name " Brillantengrund, da man gutes Geld dort verdienen konnte.


Frage 3, Insel La Palma, besteht dort vielleicht die Chance, Diamanten zu finden ?

Diamanten lassen sich viel öfters finden als man allgemein annimmt.
Ob diese dann groß genug sind und qualitativ rein sind um geschliffen und verarbeitet zu werden, ist eine andere Frage.
.
Kurz um es vorweg zu sagen, ja sicherlich kann man da Diamanten finden, zumindest Belegstücke wenn auch mikroskopisch sehr klein.

Ich habe mal ca. 12 Wochen auf Teneriffa und 8 Wochen auf Lanzarote gelebt. Dort findet man unter Anderem auch einen grünen Schmuckstein, bekannt unter den Namen Peridot bzw. Chystabolith.
Ein sehr schöner grüner beliebter Schmuckstein.
Da die ganze Region dort vulkanischen Ursprung ist findet man diesen Peridot dort.
Mit dem Mikroskop kann man kleinste Diamanten, die das Grundgestein beinhaltet und aus großen Tiefen kommt, manchmal erkennen und sehen.

Da der Diamant in Tiefen von 150 bis 300 km vorkommt, aufgrund der großen Hitze ( bis 2.000 Grad Celsius ) und Drücken von 100 bis 150 Atmosphären Druck entsteht, sind Vorkommen gegeben.
Hier werden die Kohlenstoffatome durch diese Bedingungen zu einem festen Kristallgitter gepreßt in das sog. kubische System, die dann zu Diamanten werden.
Durch Erdbewegungen der Erdkruste und/od. Verschiebungen, sowie vulkanische Aktivitäten werden diese dann zur rel. Erdoberfläche befördert, somit gefunden und abgebaut.

Ich hoffe, ich habe Dir auf Deine Fragen einiges beantworten, zumindest befriedigend erklären können-
Zu den weiteren Fragen werde ich mich heute Abend dazu äußern, da ich momentan anderweitig verschiedenes erledigen muß.

Gruß...Sumi...








 


 


 

 

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