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Der Petro-Dollar - stirbt er jetzt?

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Helli:
Auch interessant in diesem Zusammenhang!

Suksabai:

@AS2000


--- Zitat ---Die meisten ölimportierenden Länder verfügen über ausreichend eigene Dollarbestände um ihre Importe zu bezahlen. Warum sollten sie also die FED bemühen dafür eigens Dollars zu drucken?
--- Ende Zitat ---
In diesem Punkt herrscht ein Missverständnis - nicht die ölimportierenden Länder veranlassen die FED, neue Grüne zu drucken.. . .


--- Zitat ---Und würde der internationale Handel z.B. in RMB abgewickelt, müssten die Chinesen dann nicht auch endlos Yuan drucken bis am Ende keiner mehr weiß, wie viel RMB im Umlauf sind?
--- Ende Zitat ---

Und vielleicht würde man doch aus Schaden klug und würde z.B. den Yuan scharf überwachen, beim Dollar ist es jedenfalls nicht mehr möglich.. . .

lg

pierre:
Nur durch die Berechnung der Rohstoffe in $ bleibt dieser Weltleitwaehrung.
Und Weltleitwaehrung zu sein ist die einzige Chance, den $ vor der Pleite zu bewahren.
Wenn alle Waehrungen zusammenbrechen bleibt somit noch auf einige Zeit nur der Dollar, bis sich etwas neues etabliert hat. Dafuer wuerden die Amis alles machen.
Jeder der dieses Monopol angekratzt hat, Gaddhafi (weg), Saddam (weg), Malaysia (ploetzliche Anhaeufung von Flugzeugabstuerzen) muss das bereuen.

arthurschmidt2000:
@Suksabei


--- Zitat ---nicht die ölimportierenden Länder veranlassen die FED, neue Grüne zu drucken.. . .

--- Ende Zitat ---

Ja wer denn und warum?

Vielleicht machen die das ja nur wie die Schweizer Nationalbank, die hat von 2007 bis 2015 rd. 30 Mrd. weitere CHF gedruckt. Oder die EZB, die hat von 2007 bis 2015 rd. 457 Mrd. Euro gedruckt. Leider habe ich keine Vergleichszahlen für die Weltreservewährung Yuan gefunden. Aber, legt man nur die Handelsbilanzüberschüsse des Landes zugrunde, wird sich auch dort eine satte Zahl ergeben. Interessant wäre vielleicht in diesem Zusammenhang ja auch die Entwicklung des Bestandes an Rub(b)ellosen. 

Warum ist das Drucken neuen Geldes  nun bei den Amerikanern verwerflich und bei anderen nicht?  Aber vielleicht ist Dir ja auch bloß entgangen, in welchem Masse weltweit Geld produziert wird.

Oder doch ganz anders?

Wohlmöglich die ausufernde Staatsverschuldung der Amerikaner? Wie ist es da mit China, einem Land in dem selbst der liebe Gott nicht weiß, wie viel Schulden die einzelnen Körperschaften inzwischen angehäuft haben.  Oder Japan, den EU Ländern ….  Aber vielleicht ist Dir ja auch bloß entgangen, in welchem Masse weltweit Schulden produziert werden.


Oder vielleicht noch anders?

Lass es mich doch bitte wissen. Aber bitte auch nur etwas, mit dem Du nicht nur bei Jörg sondern auch bei mir punkten kannst.


--- Zitat ---würde z.B. den Yuan scharf überwachen
--- Ende Zitat ---

Der Witz ist gut. Wie stellst Du Dir das in der Praxis vor? Und erkläre doch bitte, was da genau von wem überwacht werden sollte.

Denn bisher war es immer so, Geld, das man zur Finanzierung des Handels benötigte, wurde (am Gold vorbei) geschaffen. Die ältesten bekannten schriftlichen Zeugnisse dazu stammen aus Babylonien aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert und berichten von dem damals sehr bekannten und  so 120 Jahre lang erfolgreichen Bankhaus Egibi. Allerdings, um zu begreifen, wie und warum das funktionierte und immer noch ohne externe Kontrollen funktioniert, muss man die Mechanismen der Geldschöpfung und der dazu komplementären Geldvernichtung verstanden haben.

Wie ist das doch so einfach bei den Thai, die lernen kein Englisch weil das leicht Kopfschmerz verursacht. Die sind so.

@pierre,

Auch Dir gilt mein Angebot eines PDF’s: P.A. Samuelson: Volkswirtschaftslehre

Über das Schicksal des Dollars wird in Tokio und Peking entschieden. Beide Länder verfügen über wahre Gebirge von Dollars und wähnen sich reich. Leider wissen die aber nicht, was sie mit dem Geld  außer liegenlassen anfangen könnten. Aber ganz bestimmt wird es beide Länder sehr arg stören, wenn die Amerikaner Pleite gingen denn dann müssen sie abschreiben.

Bei dieser Gelegenheit lass mich doch bitte wissen, was Deiner Meinung nach Weltleitwährung sein sollte?

arthurschmidt2000:
Habe ich einen Kunden der seine Rechnungen nicht bezahlt werde ich ihm in aller Regel keine neue Ware mehr liefern.

Eigentlich ganz einfach, oder?

Übertragen auf die Weltwirtschaft, bin ich nicht damit einverstanden, dass die USA (nur) mit Dollars bezahlen sollte ich konsequent sein und meine Lieferungen einstellen. Auf Dauer gegen Dollars liefern und jammern, die seien frisch aus der Druckerpresse, ist schizophren.

Genau deshalb müssen die USA auch keinen zwingen, Dollars anzunehmen, die meisten, besonders die Exportweltmeister, machen das ganz freiwillig und sehr gern. Ich erinnere dazu an die Aufregung, die in den Hauptstädten der Exportweltmeister als Herr Trump satte Einfuhrzölle ankündigte. Und das, obwohl man auch dort weiß, dass man für seine Exporte nur druckfrische Dollars erhält.

Aber das ist natürlich alles viel zu einfach, als dass Anhänger von Verschwörungstheorien darauf kommen.

Nur, warum lassen sich die Exportweltmeister darauf ein?

Auch ganz einfach. Erwirtschaftet Deutschland einen Exportüberschuss von x Mrd. USD druckt die Bundesbank frische Euros im Gegenwert dieser Dollar. Und genau dieses frische Geld ist ein ausgezeichnetes Schmiermittel für die eigene Konjunktur. Natürlich machen das die Chinesen und Japaner genauso. Bevor sich jetzt jemand wundert, die oft geforderten Konjunkturprogramme der Regierungen funktionieren letztlich genauso.

Die Leistungsbilanzüberschusse der einen müssen die Leistungsbilanzdefizte der anderen sein. Weltmeister bei den Defiziten sind die Amerikaner.

Wollen die ihre Defizite abbauen haben sie nur die Möglichkeiten, Importe durch Eigenproduktion zu ersetzen und/oder ihre Exporte zu forcieren und/oder ihren Konsum zu reduzieren. Offen lasse ich mal die Frage, ob sie die ersteren Alternativen im Rahmen ihrer Produktionsmöglichkeiten realisieren können.

Klar sollte sein, reduzieren die Amerikaner ihre Importe hat das gravierende Auswirkungen auf die Exportweltmeister. Die müssen dann ihre Exportüberschüsse durch Binnennachfrage ersetzen. Ich bin mir sehr sicher, dass keiner so recht weiß, wie das in der Praxis genau gehen kann. Oder aber, deren Wirtschaftsleistung schrumpft und das nicht nur in Höhe der fehlenden Exporte denn auch beim Schrumpfen greifen die bekannten Multiplikatoreffekte.

Aber das steht nicht allein da. Bräche in China die Konjunktur ein hätte das natürlich auch erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft – und umgekehrt.

Exkurs: Ich vermute mal, dass dem einen oder anderen nicht bekannt ist, dass die Sozialsysteme Deutschlands nur bei einem Wirtschaftswachstum funktionieren.

Wollten die Amerikaner auf Exporte setzten geht das u.a. nur, wenn gerade die Überschussländer ihre Märkte weit öffnen. Ich erinnere an das Geschrei um TTIP hier. Und das ist in Japan und China natürlich auch nicht viel anders.
Das ist natürlich alles hier sehr ganz stark vereinfacht dargestellt und in Wirklichkeit komplizierter.

Wie gesagt, mein Angebot von P.A. Samuelson: Volkswirtschaftslehre besteht weiter.


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