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Autor Thema: Geschichten aus der Geschichte  (Gelesen 90337 mal)

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #135 am: 17. August 2014, 10:20:44 »

Wer heute auf der Autostrada de Sole unterwegs ist,braucht Geduld- viel
Geduld sogar.

Die ersten Italiener fahren nach den Urlaubstagen rund um Ferragosto wieder
nach Hause.

Ferragosto ist der wichtigste Fest - und Ferientag in Italien und auch der wahr-
scheinlich aelteste,denn man kennt.

Seit 2043 Jahren ist der 15.August ein Feiertag.An jenem Tag also,als Kaiser Augustus
Marcus Antonius und Kleopatra besiegt hatte und ein grosses Fest organisierte.

Immer zu dieser Zeit machen Tausende Urlaub in den kleinen und grossen Hotels
und Pensionen irgendwo am Strand oder auch in den Bergen.

Da geht dann die italienische Lebensart voll ab.

Die Pension,wo man sich einquartiert hat, kennt man ja schon seit Kindesbeinen an,denn
auch schon die Eltern stiegen dort ab.Auch die anderen Gaeste sind einem seit Jahr-
zenten vertraut.Man begruesst sich in einer Lautstaerke und Gestik,die einem starken
Zerwuerfnis angemessen waere,ist aber doch nur Ausdruck der Freude ueber das Wiedersehen.

Der taegliche Tagesablauf ist streng geregelt.Nach dem Fruehstueck geht es zum
Strand,wo man einen Stammplatz hat.Die Maenner holen Zeitungen und vertiefen sich
in der Gazzetta dello Sport,waehrend die Frauen mit den Nachbarinnen schwatzen.

An der Wasserkante errichten Kinder die ersten Sandburgen,die Strandverkauefer aus
dem fernen Nigeria versuchen "echte "Lacoste- Leibchen an den Mann zu bringen und
entwickeln beachtliche Hasenfuesse,wenn am Horizont ein Carabinieri auftaucht.

Noch um 11 h versichert man sich gegenseitig,dass man heute das Mittagsessen aus-
fallen lassen werde,da man noch immer satt vom Fruehstueck ist.Aber eine knappe
Stunde spaeter stroemt alles mit knurrenden Magen dem Mittagstisch zu und wartet
ungeduldigt,bis der Vorhang vor dem Speisesaal zur Seite geschoben wird.

Minestrone,Pasta in allen Variationen und eine herrlich leichte Speise auf dem Piati secondo
werden zum Chianti oder Barollo verspeist um sich anschliessend wieder zurm Strand
zu begeben.

Dort ist ein kurzes Nickerchen angesagt,bevor man sich zur Bocciabahn begibt.Auch wenn
man das Spiel nicht gewinnt,die Haut wird tiefbraun dabei und man kann so herrlich die
Ballistik der letzten Kugel diskutieren.

Gegen 4 h wird der traditionelle Latte Macchiato oder ein Gelatto eingenommen,bevor
man, wieder im Hotel, sich fuer den Abend" Schoenmacht".

(Einen Cappucino trinkt um diese Zeit nur ein Tourist aus dem fernen Germanien,der zwar
mit seinem MB 250 SL angereist ist,aber von italienischer Kultur wenig Ahnung hat.)

Dann wieder das Warten,bis der Speisesaal freigegeben wird und anschliessend an das Abend-
essen begibt man sich auf Shoppingtour.Zwaer kennt man nach zwei Wochen jedes einzelne
zum Kauf angebotene Kleidungsstueck,aber der unergruendliche Trieb,der in jeder halbwegs
erwachsener Frau sein Unwesen treibt,zwingt rechtschaffende Maenner dazu,sie zu begleiten.

Kurz vor 11 nachts meldet sich wieder der Magen,aber man kennt ja mittlerweile dieses
kleine Ristorante,wo man um diese Zeit noch Cozze alla marinata bekommt.

Unbeschwerte Tage unter blauem,wolkenlosen Himmel und man wuenscht sich,dass es
ein Leben lang so bliebe.

Was gerne uebersehen wird ist,dass der Sommer bereits seinen Tod in sich traegt.Noch
baeumt er sich dagegen auf,aber die ersten von den Baeumen gefallenen,schnell und diskret
weggekehrten Blaetter,kuendigen das Ende der Saison an.

Vielleicht 4 Wochen noch,wenn das Wetter mitspielt,aber dann sind auch die letzten Pen-
sionisten wieder daheim.
Die Hotels und Pensionen werden,kaum dass der letzte Gast Arrividerci gesagt hat,mit
Holzbretter verschalt,der Sand am Strand mit Bulldozzer zu Bergen aufgetuermt,damit der
Winderosion Einhalt geboten werden kann und ein Geisterort entsteht.

Da und dort sieht man,wenn man Ende Oktober kommt,spaerliches Licht in den Privat-
haeuser und Katzen,die mit aufgestelltem Schweif herumstreunen.

Sonst Stille,der Ort wartet bis er wieder zum Leben erwacht.Aber bis Ende Mai dauert
es noch.Aber dann,wenn der Strand wieder voll Menschen ist,hoert man wieder das
"Cocco bello",das man nicht so leicht aus den Ohren bekommt.

Viele Oesterreicher lieben diese Art Urlaub zu machen,kommen jedes Jahr wieder,und
graben sich gegenseitig im Sand ein.So mancher Mann,erzaehlt man sich,beschliesst
kurz nach Weihnachten auch kommenden Juli wieder nach Italien zu fahren.

Allein schon deswegen,um seine Frau wieder auszugraben,da er beim letzten Mal darauf
vergessen hat.

Jock


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samuispezi

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #136 am: 20. August 2014, 22:00:46 »

Der war gut, und beschreibt wirklich ein weitverbreitetes Lebensgefühl C--

Spannend war die ganze Urlaubsreise ja auch noch vor eingen Jährchen ( o.k. einigen mehreren), als sich die ganze Urlaubskolonne noch
ohne Tauernautobahn das Salzachtal bis an die Grenze kämpfen musste, und das im Italienurlaub natürlich auch standesgemäß im Fiat 500,
oder im gehobenen Preissegment einen modernen VW Käfer mit Winker ;]

p.S. Jetzt ist mir auch erst klar, warum Hansi K. seit gefühlten 50 Jahren regelmässig im Sommer nach Jesolo fährt.
Der suchte bei seinem letztem Besuch ja auch schon krampfhaft C-- nach seiner Holden.

Viele Grüße
Samuispezi

und danke für die unterhaltsamen Geschichten.
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #137 am: 25. August 2014, 13:52:56 »

Wenn ein Herr einen anderen fraegt,ob er heute schon ein Waeschermaedel
vernascht hat und der andere Herr antwortet:Nein,aber einen Schlosserbuben,
so wuerde der anwesende Herr Kardinal weder mit der Wimper zucken noch
die Stirne runzeln.

Vorausgesetzt er ist aus Wien !

Bei dem Gespraech handelt es sich naemlich nicht um einen erotischen Tat-
hergang, sondern um Wiener Mehlspeisen.

Das Waeschermaedel mit zwei Beinen,war aber im alten Wien eine Institution.

Erkennbar durch ihre Tracht und typisch, das nach hinten zusammengebunde
Kopftuch.Wenn sie Waesche auslieferten trugen sie diese in einer Holzbutte am
Ruecken.

Aber das besondere Merkmal war,dass es Frauen waren,die relativ frei ihren
Beruf nachgingen und den ganzen Tag ueber tratschten und sangen.Ihre Rede
war spitzzuengig,sie konnten sich durchsetzen,man akzeptierte,dass sie alleine
in Gaststaetten einkehrten und dass sie einem erotischen Abendteuer bei der
Auslieferung der gewaschen Waesche,nicht abgeneigt waren.

Das ist deswegen erwaehnenswert,weil es Frauen,die Arbeit in einer Fabrik fanden,
verboten war sich zu unterhalten,da oftmals Sprechverbot herrschte.

Entlang der damals noch offen fliessenden Baeche,wie z.B. der Alserbach,standen
ihre Holzhuetten,wo sie das Schaffel,Buerste und die Rumpel untergebracht hatten.
Fruehmorgens um 6 h begann das Tagwerk und endete spaetabends,wenn das
letzte Waeschestueck ausgeliefert war.

Heute gibt es sie so nicht mehr.

Das "Waeschermaedel" der heutigen Zeit,heisst" Olga Jovanovic" und kommt aus
Bosnien,Serbien und sonstwo her.Sie arbeitet nicht mehr am Ufer eines Baches
sondern in einer chemischen Putzerei,wo sie wortkarg,die Hemden mit dem Monogramm "J v.J"
eines gewissen @J uebernimmt.

Was es noch gibt,ist der Waeschermaedelball,wo Damen der guten Gesellschaft sich in
Waeschermaedelkostueme zeigen und mit" Eintaenzern","Hutschenschleuderer" und" Peitscherl-
buam" eine Nacht lang tanzen.

Ach,ja. Die Rezepte fuer das " Waeschermaedel "und den "Schlosserbuben",stellt,wenn man
ihn sehr bittet,@.derbayer. in seinem Blog ein.

Jock

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #138 am: 15. September 2014, 11:15:40 »

Wasser predigen und Wein trinken - am Beispiel eines beliebten
Arztes !

In unserem kleinen Staedtchen namens Traiskirchen mit 14.000 Ein-
wohnern werkten 3 Aerzte.

Dr. Muehlreiter war Gemeindearzt,aber alt und er wartete ungeduldig,
dass sein Sohn die Praxis uebernimmt,was auch spaeter so geschah.

Dr.Eberhardt war auch alt und musste hilflos zusehen,wie seine Frau, eine
gelernte Buerokauffrau,die Praxis fuehrte.Wehe,einem Patienten geluestete
ausserhalb der Ordinationszeiten zu sterben,er musste dies ohne Beistand von
Dr.Eberhardt selbst fertigbringen.Da war seine Frau gnadenlos.

Dr. Schneider war erst,auf Bitten des Buergermeister,vor einigen Jahren zu-
gezogen und eroeffnete seine Ordination im Stockwerk oberhalb des Postamtes.

Nicht nur das abgenuetzte Ambiente der Raeumlichkeiten,sondern auch die Be-
handlungsweise und der Umgang mit den Patienten,rief Erinnerung an Lambarene
hervor.

Dr. Schneider war ein huehnenhafter Mann mit buschigen Augenbrauen und einer
Brille auf der Nasenspitze.Da er noch einer von der alten Schule war und sich nicht
scheute,auch nachts seine aerztliche Kunst einzusetze,war er bald der beliebteste
Mediziner weit und breit

Man verzieh ihm,dass er alle Frauen mit "Madl" ansprach und Maenner mit "I sog da
jetzt wos " einschuechterte,bei Hausbesuche stets den kuerzesten Weg nahm,ohne
auf die sorgfaeltig gepflegten Vorgaerten mit ihren Primel und Rosenstraeuche zu achten
und man verzieh ihm auch,dass er den Leuten das Rauchen abgewoehnen wollte.

Das war eine Marotte,die er pflegte.Auf seine Frage,"wievue rauchst ?" folgte sogleich
eine Abhandlung,wie schaedlich Rauchen ist,Lungenkrebs hervorrufe und die Libido beim
Manne verkuemmern laesst.

Es war anno domini 1973,am Dienstag der Karwoche,als die Goetter,dem Gott in Weiss
und meinem Sohn nicht gut gesinnt waren.

Mein Sohn,als Indianer verkleidet,war mangels Pferd mit dem Fahrrad unterwegs,als
die Gabel brach und er mit der rechten Gesichtshaelfte bremste.Das Blut stroemte,seine
Mutter (meine Squaw )schrie vor Entsetzen und verbrachte "Klein-Adlerauge" zu Dr.Schneider.

Der stellte fest,dass nichts gebrochen war und setzte eine Tetanusspritze.

Das war allerdings fuer Klein-Adlerauge zuviel.Erst verlor er die Farbe aus dem Gesicht,
dann rollte er die Augen nach oben und sank hin.

Der Doktor,mittlerweile wieder hinter seinem Schreibtisch und damit beschaeftigt ein
Rezept auszufertigen,sah den dahinsinkenden Knaben und stuerzte hinter dem Schreibtisch
hervor, um Klein Adlerauge aufzufangen.

Dabei riss er einen kleinen Rollcontainer um und der Inhalt verstreute sich am Boden.

Das war die Stunde,wo er all seine Reputation als Hueter der Volksgesundheit fuer immer ver-
lor.

Denn neben all den Papieren,lag auch ein zerbrochener Aschenbecher und zwanzig Zigaretten-
stummel herum.


Jock
 
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #139 am: 20. September 2014, 10:16:12 »

Ein bisschen tut es mir schon leid,dass das Referendum in Schottland
so ausgegangen ist,wie es ausgegangen ist.

Ein neuer Staat bedeutet eine neue Nationalflagge und eine neue National-
hymne.Beides gibt es bereits in Schottland.Das Andreaskreuz und die als "Song"
komponierte und getextete " Oh Flower of Scotland ".

Der Text beschreibt die tapferen Schotten,die die Army Koenig Edwards II. 1314
zurueckgeschlagen hatten.Die Melodie,mit unverkennbaren irisch-schottischem
Einschlag,der langgezogenen Toene vermittelt das Charakteristikum dieses Volkes,
wo Maenner immer noch in Roecken herumlaufen und die Welt sich fraegt,was sie
denn darunter tragen wuerden.

Der Kilt,getragen zum Spencer (der niemals zugeknoepft wird) und der Sporran
gilt als Festtagskleidung.

Offizielle Staatshymne bleibt, zumindest bis zum naechsten Referendum,das spaetestens
in 307 Jahren abgefuehrt wird,"God save the Queen".

Dieses "God save the Queen" ist auch die Nationalhyme von Australien.Aber,die geheime
Hymne ist " Walzing Mathilda " !
Jeder in Australien kennt sie und dem aergsten Trunkenbold und Tunichtsgut treibt es
die Traenen in die Augen,wenn sie wo erklingt.Renitente australische Staenkerer auf Phuket
oder Pattaya werden augenblicklich lammfromm,stimmt die Polizei dieses Lied an.

Diese deeskalierende Wirkung wird auch bei der geheimen oesterreichischen Hymne
festgestellt." I am from Austria" ist textlich weit bekannter als das "Land der Berge,Land am
Strome ".Das hat dazu gefuehrt,dass sich der Komponist, Texter und Saenger,Herr Fendrich sogar
oeffentlich dafuer entschuldigt hat.

Nationale Hymnen sind aber auch durchaus geeignet,zwischen Nationen boeses Blut her-
vorzurufen oder Befuerchtungen auszuloesen.

So wird z.B. die dritte Strophe der amerikanischen Hymne,so gut wie nie gesungen.
Beschreibt sie doch die fauligen Fussabdruecke,die engliche Blutsbrueder auf amerikan-
ischem Boden hinterlassen haben.

Auch die einstmals erste Strophe der deutschen Hymne wurde aengstlich nach hinten
verschoben,um ein bisschen den Expansionsdrang der Deutschen zu verschleiern.

Immer wenn die deutsche Nationalhymne ertoent,[email protected] Jock mit voller Kehle mit.
Selbstverstaendlich mit dem Ur-Text.Nur statt dem "Franz", halt Werner oder Heinz.

Bleiben bei der kleinen Betrachtung nur noch die Schweizer.

Die derzeitige schweizerische Hymne,auch Schweizer Psalm genannt,hat schon manchen
die Staatsbuergerschaft zuruecklegen lassen.
Zu schwierig der Text,zu altmodisch und keinesfalls melodioes.

Seit Jahren wird daher in der Schweiz nach einer modernen Staatshymne gesucht.

Hoffentlich einigt man sich bald.Da die Schweiz viele Mitbuerger aus Italien hat,wuerde
sich ja " O Sole mio " anbieten oder ueberlegen die Italiener vielleicht auch,die Hymne
zu wechseln ?

Jock





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malakor

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #140 am: 20. September 2014, 11:32:59 »

jock

sammle bitte alle deine herrlichen Geschichten und gib dann einen kleinen Band heraus wie seinerzeit Loew "Geschichten aus Hinterindien"


Darf ich schon vorbestellen ?
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Burianer

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #141 am: 20. September 2014, 12:52:53 »

 ;] jock, Du sprichst mir aus der Seele   {*
Ein neues Land, eine Hymne  und eine Flagge  }}



so soan mir, die Bayern  }}

Auf dem Oktoberfest ist natuerloich das die Krone.

Auch bei uns im Strietwald auf der Gickelskerb.  }}
« Letzte Änderung: 20. September 2014, 12:59:34 von Burianer »
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Suksabai

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #142 am: 20. September 2014, 19:18:13 »

@jock
Zitat
Immer wenn die deutsche Nationalhymne ertoent,[email protected] Jock mit voller Kehle mit.

Vielleicht aber auch, weil das einmal unsere alte Kaiserhymne war  :-)

lg
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Ich kann, wenn ich will. Und wer will, dass ich muss, der kann mich mal !

jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #143 am: 20. September 2014, 19:30:16 »

@Suksabai

Nicht "vielleicht",genau deswegen !

@malakor,@Burianer

Danke fuer das" feedback "


Jock
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uwelong

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #144 am: 20. September 2014, 19:34:18 »

Kaiserhymne

Franz Josef oder Wilhelm ?

 ???
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Ich lass mir doch nicht erlauben - was mir keiner verbieten kann!

Blaubeeren sind grün, wenn sie rot sind!

Suksabai

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #145 am: 20. September 2014, 20:30:41 »

@uwelong

natürlich unser Franz  J. }}

lg
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Ich kann, wenn ich will. Und wer will, dass ich muss, der kann mich mal !

jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #146 am: 28. September 2014, 12:02:56 »

Langsam werde ich auf die thailaendische Post boese.

Nicht nur,dass sie sich seit Monaten weigert,die neue Bankomat zu-
zustellen,was ich zur Not noch hinnehmen kann,hat sie zudem jetzt
auch noch die Einladung zur Hochzeit von George Clooney verschlampt.

Das aergert mich wirklich,denn ich waere zu gerne dabei gewesen,denn
uns verbindet zumindest,dass wir den Hochzeitsparkour mit Laessigkeit
absolvieren koennen und auch nicht andermorgens die Kratzspuren am
Ruecken bejammern.

Wir haetten uns wirklich wohlgefuehlt dabei und meine Frau haette auch nicht
Teile des Hochzeitsmahls in handliche Behaeltnisse der Marke Tupperware
verpackt.

Aber es sollte halt nicht so sein und mir bleibt nur die Erinnerung an unsere
Hochzeit,die irgendwann so gegen Ende August 2006 stattgefunden hat.
Das genaue Datum ist mir leider entfallen und ich scheue mich,meine Frau
danach zu fragen,denn die Gefahr,dass sich dann ploetzlich der Himmel ver-
finstert ist gross.

Die eingeladenen Gaeste waren handverlesen und das Ergebnis eines Diktates
durch eine schmale Geldboerse.
Trotzdem sah ich mich fremden Gesichtern gegenueber,die aeusserst freundlich
zur Braut waren und mich mehr oder weniger ignorierten.

Die Trauung selbst fand,im Gegensatz von jener Georg Clooney`s, im Amtsgebaeude
Hietzing statt,wo im 1/2 Stundentakt Trauungen vorgenommen werden.

Alle,bis auf einen,waren dem Anlass entsprechende angezogen.Selbst der notwendige
Dolmetsch verzichtete auf seine ueblichen kurzen Hosen und kam im "Camel-Look"
daher,was gerade noch hinnehmbar war.
Nur der Mann einer Freundin meiner Frau fiel aus dem Rahmen.Sein Pullover,der
ein auffaelliges Muster in den Farben rot-gruen blau-gelb trug,verwirrte sogar kurz
die Standesbeamtin,die mich leise fragte,ob der dazugehoert.

Und die Frage war berechtigt,denn im Vorraum versammelten sich bereits die Gaeste
fuer die naechste Trauung. Eine Gesellschaft aus Ost-Anatolien.Die Herren trugen zu
schwarzen Anzuege,braun karierte Hemden und deren Schuhe waren kurz vor Auslieferung
von der Fabrik,das letzte Mal blankpoliert.

Mein Trauzeuge,der einige Jahre vorher ebenfalls eine Thaifrau genommen hatte,versuchte
sich zwei Tage vor dem Termin zu druecken.Sein einziger Anzug war sein Hochzeitsanzug
und der liess sich trotz groesster Bemuehungen nicht mehr zuknoepfen.Nach langen,guten
Zureden einigten wir uns darauf,dass er die Jacke offen laesst,was dazu fuehrte,dass sein
Hemd eine dominierende Flaeche seiner Brust einnahm.

Der Rest ist schnell erzaehlt.

Bei meinem JA laechelte der Herr Bundespraesident vom Foto und beim JA meiner Frau zuckte
der Bundesadler seine Zustimmung.
Dann ging es schnell.Gratulationen folgten und schon stroemte alles dem nahen Restaurant zu
um sich etwas von den Kosten der Hochzeitsgeschenke zurueckzuholen.

Nach so vielen Jahren frage ich mich doch in stillen Stunden,ob ich die richtige Frau ge-
heiratet habe,denn die Eintoenigkeit nagt an mir.

Nie hat sie,in all den Jahren,Teller nach mir geworfen,getobt oder gebruellt.

Jock





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Kern

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #147 am: 28. September 2014, 14:25:29 »

Wie so oft: herrlich und köstlich geschrieben, Jock   ;}   }}   {*

Nie hat sie,in all den Jahren,Teller nach mir geworfen,getobt oder gebruellt.

Eine solche Vernachlässigung der ehelichen Pflichten sollte unter Strafe gestellt werden.  :-)
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Tommi

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #148 am: 28. September 2014, 14:53:09 »

Nie hat sie,in all den Jahren,Teller nach mir geworfen,getobt oder gebruellt.

Eine schöne Geschichte! {*

Und doch, dein letzter Satz lässt mich erschaudern, wird mir die
seichten Träume rauben ... was hast du alles leisten müssen,
hast dich vermutlich selbstlos aufgerieben, dein letztes Hemd
gegeben und heilig-fromm dein braves Eheglück gefristet?
Oder folgtest du dem alten Plan von treuer Untergebung? -
"Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht!"(?)
Gib uns dein Geheimnis preis, du edler Glücksritter von Wien.
Aus lauter Dank, den Teller wie den Krug, werf ich vor Freude
hinter mich - hoffentlich treff ich die Mia nicht! }{
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #149 am: 20. Oktober 2014, 17:10:14 »

Was ich an den letzten 5 Tagen an boesen Blicken einheimsen musste,
geht auf keine Kuhhaut.

Donnerstag

In der Fruehe verletzte sich mein Hund an der Pfote.Als er blutend ankam,
warf er mir einen boesen Blick zu.Er schob mir die Schuld in die Schuhe,weil
ein fremder Hund durch den Gartenzaun blickte und er ihn verjagen musste.

Eine Stunde spaeter waren wir bereits beim Tierarzt.Der besah sich die Wunde
und meinte sie muss genaeht werden.Unser Hund wurde betaeubt,an einen
Tropf gehaengt und dann arbeitete der Arzt.Bevor der Hund einschlief erntete ich
einen weiteren boesen und vorwurfsvollen Blick.

Wieder Zuhause dauerte es Stunden bis der Hund erwachte und dann torkelte er,
mir boese Blicke zuzuwerfend,in der selben Manier wie sein Herrchen,wenn der
5 Gin-Tonic intus hat.

Freitag

Frauchchen und Wahlenkel fahren nach Chonburi.Normalerweise ein Tag der Ent-
spannung.
Diesmal jedoch nicht.Ein Hund verletzt,zum Gotterbarmen humpelnd und boese
funkelnd.Ein zweiter Hund 12 Wochen alt,von Geburt an Terrorist,der es auf meine
Sitzgruppe abgesehen und meine alte Badesandale schon 75 x totgebissen hat,
machten jeden Versuch zunichte,das Gefuehl von der Leine gelassen zu sein,zu
geniessen.
Durch das Trostspenden an den einen Hund und scharfes Beobachten,was der zweite
Hund gerade zu zerlegen gedachte,war ich zu muede um zu kochen.Eine trockene
Semmel mit ein bisschen Butter und das war`s.

Samstag

Da ich mich weigerte,um 5,15h Hund 1 hinauszulassen,bescherte mir nochmals
boese Blicke.Aber an Schlaf war ohnehin nicht mehr zu denken.Also stand ich auf,
liess den Hund hinaus und kochte Kaffee.Ploetzlich Gebelle.Am Gate mein Hund,
die
Pfote genau an der Stelle,wo er sich die Verletzung zugezogen hat,jenseits des Gates
ein fremder Hund,der meiner Huendin schoene Augen machte.

Da mein Hund an einer selten Krankheit leidet,er hoert z.B. nicht,wenn ich ihn rufe
oder dass er dableiben soll,andererseit das Oeffnen der Kuehlschranktuer ihn aus
dem allerbesten Schlaf reisst,blieb mir nicht anderes uebrig,als den Kaffee kalt werden zu
lassen und den Hund hoechstpersoenlich zurueckzuholen.
Es versteht sich dass ich in getragen habe,denn einen 3-beinigen Hund kann man nicht
30 m laufen lassen.
Statt mir vor Dankbarkeit die Fuesse zu lecken,funkelte er mich nur boese an.

Ab 7 Uhr frueh,kam das Monster in der Gestalt des 2.Hundes hinzu.Da ich in meinem
Alter schon ein bisschen langsam bin,blieb mir nichts anderes uebrig,als den Inhalt
des Kuechenmistkuebels wieder fein saeuberlich einzusammeln und den Kuebel oben auf der
Kuechenplatte zu platzieren.
Dabei merkte ich,dass auch junge Hunde boese Blicke werfen koennen.

 Aufregung folgte auf Aufregung und dazwischen musste ich kochen.Gulasch war auf
dem Plan.
Einige Abschnitte vom Fleisch servierte ich den Hunden.Sie legten die Nase drauf und
wendeten sich angeeckelt ab.Damit verunsicherten sie mich stark.Ich legte auch die
Nase darauf,das Fleisch schien in Ordnung.Vorsichtshalber kochte ich das Gulasch 3 Stunden,
kostete dann  vorsichtig und ueberlebte.
Damit stand es 1:0 fuer mich und war gleichzeitig das einzige Erfolgserlebnis diese Tage.

Sonntag

Ploetzlich kam mein verletzter Hund drauf,dass der Verband laestig ist und er bemuehte
sich,ihn abzunehmen.

Ich weiss nicht mehr,wie oft ich gesagt habe: Lass bitte die Pfote in Ruhe ,das macht der
Onkel Doktor.
Jedesmal wenn ich das sagte,erhob sie sich von ihrem Lager,warf mir einen boesen Blick
zu und trollte sich ins Wohnzimmer,wo sie weiter am Verband arbeitet.Auch der junge
Hund war zur Stelle und halb dabei kraeftig mit.

Montag

Eben kam Frauchen zurueck.Aus Erleichterung fiel ich ihr sogar um den Hals.Minuten spaeter
warf sie mir boese Blicke zu und murmelte etwas auf Thai,wo es wahrscheinlich besser ist,es
nicht verstanden zu haben.

Gut ja,ich bin nicht dazugekommen aufzukehren und dass 25 benutzte Teller herumstanden
ist nicht meine Schuld,sondern die der Maid,die heute nicht gekommen war.

Aber sonst war die Wohnung tip-top.

Wieso sieht das meine Frau anders ? Sie behauptet prompt,die Wohnung sei verwuestet  !

Jetzt verstehe ich die Welt ueberhaupt nicht mehr !

Jock
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