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Geschichten aus der Geschichte

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jock:
Die Biedermeierzeit

Der revolutione Geist in Frankreich entlud sich in der Franzoesischen Revolution
um 1789.

Erst rollte der Kopf des Monarchen und seiner oesterreichischen Frau,dann frass die Revolution auch ihre Kinder,die das Banner vorangetragen hatten.

Das Vacuum,das entstand,nutzte der kleine Korse,ganz Europa umzukrempeln und
setzte sich sogar die Kaiserkrone auf.

Nach Waterloo war Schluss damit,und Napoleon wurde erst besiegt und dann in die
Verbannung geschickt.

Am Wiener Kongress wurde die alte Ordnung wieder hergestellt,wobei darauf ge -
achtet wurde,dass das Gleichgewicht der Maechte zwischen Oesterreich,Preussen,
Russland und Frankreich auf dem Kontinent stimmte.

Aber der aufruehrerische Geist war aus der Flasche und die Herrschenden fuerchten,
wie der Teufel das Weihwasser,dass ihnen das Volk das Zepter und die Kronen ent-
riss.

Bei den Karlsbadener Beschluessen wurden die Zuegeln angezogen.Bespitzelungen,
Zensuren,Repressalien bewirkten,dass das Volk sich in die innere Immigration zurueck
zog und es vermied,Stellungen gegen das verkrustete oeffentliche Leben zu beziehen.

Mit "das Volk",war jedoch nur das solide Buergertum gemeint,das in relativ guten Ver-
haeltnissen lebte.Das Proletariat fristete in den Vorstaedten ihr karges Leben und
waren sowieso von politischer Gestaltung ausgeschlossen.

Dieses "Buergertum" waren Gewerbetreibende,kleine Fabrikanten und mittlere Beamte,
die in grosszuegigen 6-8 Zimmer grossen Wohnungen wohnten und es sich leisten
konnten ausreichend Dienstpersonal zu beschaeftigen.

Das Lebensmotto des Biedermeierzeitalters war,Trautes Heim,Idylle,Froemmigkeit,
Treue und Bescheidenheit.

Die Bescheidenheit drueckte sich z.B. im Mobilar aus.Der ueberbordene Barockstil
und sein Nachfolger das Rokoko,wurden unmodern und der Biedermeierstil setzte
sich durch.
Statt wertvolle Intarsien,schmucklose Flaechen,statt wulstigen geschwungene Aus-
formungen bei den Kommoden und Sekretaeren,sachliche Schlichheit.

In der der Zeit,wo man nur selten das Haus verliess,war man gezwungen,sich Daheim
zu beschaeftigen.Und da bot sich die Musik an.

In fast jeden Salon stand ein Klavierfluegel,der gut und gerne 6m2 Flaeche bean-
spruchte,denn er musste in der Mitte des Raumes stehen und die Toechter hatten da-
rauf zu musizieren.

Die Nachfrage nach Klavieren war riesig,so waren zwischen 1790 und 1830 in Wien
200 Klavierfabriken auf dem Markt,von denen nur heute eine einzige uebrig geblieben
ist und die ist in japanischem Besitz. ( Boesendorfer)

Da das Klavierspiel den Toechtern des Hauses groessere Chancen einraeumte,am
Heiratsmarkt eine gute Partie zu machen,mussten sie alle das Klavierspiel lernen.

300 Klavierlehrer waren im Geschaeft und auch die Engelmacherinnen spuerten einen
Boom,der auf einen zu intensiven Klavierunterricht hindeutet.

Die Biedermeierzeit hatte aber auch fuer das maennliche Geschlecht unangenehme
Folgen.

Der Vatermoerder kam in Mode,aber auch das Korsett fuer die Herren,denn die Taille wurde betont

1848 ging die Biedermeierzeit langsam zu Ende.Der Revolutionsgeist,denn man aeng-
stlich abhalten wollte,schlug in diesen Jahr zu und wurde in den naechsten Jahren in
den Salons gepfegt.

Jock




jock:
Gewichtsprobleme

Es wird mir schon langsam laestig,wenn eine Freundin meiner Frau zu Besuch kommt
und mir auf dem Bauch klopft und dabei etwas von Bumbui sagt.

Ich antworte dann immer,die Gewichtszunahme ist wegen einer versprochenen Film-
rolle in einem Hollywoodstreifen als 2.Hauptdarsteller neben Georg Clooney geschuldet.

Wenn ich nicht innerhalb einer gewissen Frist 5 Kg.zulege,wirds nix mit der Gage von
20 Mio $.

Schlank und rank war ich,vor ueber 40 Jahren,als ich einen Mann besuchte,der durch
Gewichtszunahme Millionen verdiente - dem Aga Khan III.Allerdings damals schon tot.

Sein Mausoleum liegt auf einem Huegel am Westufer des Nils bei Assuan.

Assuan war der Ausgangspunkt einer Nilkreuzfahrt die bis Luxor fuehren sollte.

Am Tag zuvor landete der Flieger nach 4 stuendigem Flug um 21 h am Flughafen von
Kairo.Da unsere kleine Reisegruppe veraengstigt einen Herdentrieb entwickelte,dauerte
es weitere 1 1/2 Stunden,bis wir alle Einreisevisen hatten,bevor uns der Reiseleiter
in Empfang nehmen konnte und uns zu unserem Bus geleitete,der zum Hotel fuhr.

Die Nacht war schon laengst ueber Kairo hereingebrochen,doch die Stadt war immer
noch mehr als lebendig.Daher dauerte es fast 2 Stunden,quer durch Kairo bis an den
Rand von Gizeh,wo unser Hotel war.
Aber da staunten wir Baukloetze,als wir entdeckten,dass unser Hotel mit 6 Sternen
gekroent war.

6 Sterne ?Da liess uns vermuten,dass unser weltberuehmtes Sacher wohl eine billige
Absteige sein wuerde.

Alle,wirklich alle in unserer Reisegruppe waren hungrig und stroemten nach Empfang
der Zimmerschluesseln dem Speisesaal zu.Doch der war geschlossen und auch der Coffeeshop war verwaist.
Der Reiseleiter,gab uns den guten Rat,die Koffer nicht auszuraeumen,weil wir bereits
um 5 h frueh geweckt werden wuerden,um uns zum Flughafen zu transportieren.

Von unserem Hotelfenster aus konnten wir schemenhaft die Umrisse der Pyramiden
erkennen,das war das einzige Highlight des Tages.

Die schlaftrunkene Herde versammelte sich,kurz nach 5 h im Speisesaal zum Frueh-
stueck.

Der naechste Reinfall,denn statt das erwartete reichhaltigstes Fruehstuecksbuffet,be-
kamen wir nur ein Lunchpaket und einen Becher Kaffee,der nicht trinkbar war.

Da daemmerte uns,dass vielleicht von den 6 Sternen,3 ueber den Haupteingang und
3 ueber den Nebeneingang angebracht werden haette sollen.

Am Flughafen erwartete uns eine Maschine der Egypt Air,die offensichtlich ihre beste
Zeit schon hinter sich hatte.
Voll im Leben standen die Soehne Aegyptens,deren Mindesgewicht ueber 150 Kg.auf
die Waage brachten und wir ueberlegten,ob nicht eine Herecules C 130 besser geeig-
net waere,uns nach Assuan zu bringen.

Der Flug war trotzdem angenehm und interessant.

Die Flugroute war entlang des Nils,der sich mit einem gruenen Band schmueckte,rings-
um das Gelbe der Wueste,unterbrochen von gruenen Punkten,die die Oasen mark-
ierten.

Ein anderer Reiseleiter erwartete uns in Assuan.Wieder ein junger Mann,der ausge-
sprochen sehr gut Deutsch konnte.

Bald kamen wir per Bus zur Einschiffung an den Nil.Unser Schiff war eines von Dutz-
enden anderen und hob sich angenehm vom "Traumschiff" und den geschleckten Ka-
pitaenen dort ab.Statt einer weissen Uniform trug er einen bodenlangen Kaftan und
Sandalen und mir duenkte,dass ich fuer das Captains- Dinner,den Smoking im Schrank lassen kann.

Gut ja,ich hatte zwar keinen Smoking mit,aber,gedenkt des Filmes "Tod am Nil" hatte
ich einen dunkelblauen Blazzer mit passender Hose eingepackt um nicht zu sehr von
David Niven abzufallen.

Als ich ihn das erste-und letztemal zum Abendessen trug,war ich der bestgekleidete
Gentleman an Bord.Viele der anderen Herren (einschliesslich der Englaender),trugen
kurze Hosen,Badeschlappen und aermellose Unterleibchen.

Im Reiseprogramm war ein grosses "Loch".Zwischen Mittag und 16,30 h war kein Pro-grammpunkt eingeplant und es wurde abgeraten,das Schiff in der Zwischenzeit zu ver-lassen und statt dessen die Schiffsbar zu frequentieren,

Einige aus unserer Reisegruppe taten es trotzdem und waren hinterher froh,mit dem
Leben davon gekommen zu sein.Denn schon nach ein paar Schritten vom Schiff weg,
waren sie umringt von kaftantragenden Haendlern,die ihnen Sphinxs aus Gips,Arte-
fakte aus dem Grab von Tutanchamuns und versteinerte Skarabaeuskaefer andrehen
wollten,bevor sie sie auf Kutschen verladen werden sollen,die von apathischen Pferd-
chen gezogen sind.Die Preise,die sie aufriefen,trieb dern Pharaonen,auch nach 5.000
Jahren die Schamroete ins Gesicht.

Ich blieb auf dem Schiff und nach 2- 3 Biere schlief ich beim Pool am Deckstuehl ein.

Da ruettelt mich der Reiseleiter und empfahl mir mich zu sputen,sonst verpasse ich
den Besuch des Mausoleums des Aga Khan III.

Das war mir wichtig,denn ich wollte herausfinden,wie man durch Gewichtszunahme
zu einem Milliardenvermoegen kommt.

Jock






jock:
Ich erreichte gerade noch die Felkunke und setzte ueber.

Dort am westlichen Ufer des Nils,beim Aufstieg zum Mausoleums,eine geruettelte
Anzahl von Verkaufsstaenden,die neben Souveniers auch Artefakte aus den Phara-
onengraeber anboten.
Waeren die alle echt gewesen,waere das Nationalmuseum in Kairo gaehnend leer.

Den Aufstieg haette ich mir ersparen koennen,denn das Mausoleum war geschlossen.
Ausserdem waere der Eintritt extrem teuer gewesen.
Es blieb mir nicht erspart,nachzulesen wie der gute Aga Khan zum Vermoegen ge-
kommen war.

Nicht ohne Grund war der Aga Khan ein sehr beleibter Mann und seine Frau achtete
streng darauf,dass er kein einziges Kilogramm abnahm.

Denn,es war gebraeuchlich,dass der Fuehrer seiner islamistischen Abspaltung zu
seinem Geburtstag mit Gold aufgewogen wurde.Und bei dem Goldpreis,spielt jedes
Gramm eine Rolle.

Naechsten Tag begann die Kultur.Die Besichtigung des Assuamstaudammes ist nation-
ale Pflicht und auch den unvollendeten Obelisken soll man gesehen haben.
Der ist ziemlich lang und schwer,aber einen heiligen Schauer bekommt man nicht,
wenn man davor steht.Man erzaehlte uns,dass 300 Steinmetze gleichzeitig daran ge-
arbeitet haben,aber wegen einen Sprunges im Gestein die Arbeiten eingestellt worden
sind.
Manche Aegyptologen meinen,dass sei nicht der Grund gewesen,weil andere Obe-
lisken groessere Spruenge aufweisen.
Gewerkschafter sind sich sicher,dass ein Streik die Vollendung verhindert haben.

Stimmt diese Theorie,so waere es der laengste Streik,den die Welt seither gesehen hat.

Nach dem Mittagsessen legte das Schiff ab und steuerte Luxor zu.Dass sich der Kapi-
taen mit dem nackten rechten Fuss die linke nackte Wade kratzte und so kundtat,
dass er zurecht die Kapitaenswuerde verliehen bekam,floesste uns so viel Vertrauen
ein,dass wir es uns am Deck beim Pool bequem machten.

Wir passierten aegyptische Doerfer mit spielenden Kindern am Fluss.Eine ungeheure
Beschaulichkeit stellte sich ein.Wir winken ihnen zu und sie winkten zurueck.

Doch ploetzlich wurde mir bewusst,dass wir viel zu nahe am Ufer vorbeifahren und wir
in Reichweite eines Scharfschuetzen sind.
Zwar waren zu dieser Zeit nur vereinzelte Vorfaelle irgendwelcher Islamisten,bekannt,
die gnadenlos auf Touristen ballern,doch es reichte um den Platz zu wechseln.

Von den Stationen in Edfu oder Kom Ombo,bleibt nur in Erinnerung,dass baulichen An-
lagen wohl beeindruckend sind,staerker jedoch verankert sich,die Abwehr der Haend-
ler,die unbedingt das Geschaeft ihres Lebens machen wollten.

Bis dahin hat mich die altegyptische Kultur nicht gepackt.Nicht dass ich gefragt haette,
"koennen die alten Steine nicht weg",aber der Funke sprang nicht ueber.

Das aendert sich,als wir Luxor erreichten.

In Luxor ist alles imposant,gigantisch und interessant.

Sei es die Tempelanlage von Karnak bis zum Tal der Koenige,des Totentempel der
Hatschepsut oder die Koenigsgraeber.
Nicht zu vergessen die Memnonkolosse,die ich mit viel Enttaeuschung wieder verliess.

Davon das naechste Mal.

Jock











jock:
Als wir das Geheimnis der wohlgenaehrten Hunde im Tal der Koenige loesten.

Vielleicht noch eine Anmerkung zuerst.

Man prophezeite uns,dass unsere Jungehe nicht lange halten wuerde.Und sie hatten
recht.Gerade nur 40 Jahre hielt sie und wir waren all die Zeit uns kaum bei einer Sache
gleich einig.
Wir hatten daher viel Diskussionsbedarf - aber kultiviert und kein Streit.

Als wir zum Tal der Koenige kamen,ein Platz,wo Wueste pur ist,erwartete uns ein
Rudel wohlgenaehrter Hunde.
Das war ueberraschend,denn 1.) sind Hunde im Islam haram und 2.) es gab weder
Baum noch Strauch,nur Sand,Geroell,ewig blauer Himmel und keine Luftfeuchtigkeit.
Weit und breit kein Gehoeft,nur ein paar Gaststaetten,die bei Nacht geschlossen sind.

Aber zuerst Kultur.

Wir stiegen hinab zu einen Koenigsgrab,bewunderten im Grabgewoelbe die leucht-
enden Farben,die so frisch erschienen,als haette erst gestern der Malermeister seine
Arbeit vollendet.
Der Gedanke,dass ein mittelschweres Erdbeben die Grabkammer unsere haette sein
koennen,kamen wir nicht.

Das Herumstreifen am Gelaende machte uns hungrig und wir beschlossen etwas zu
Essen.Zeit hatten wir genug,denn der Bus sollte erst in einer Stunde abfahren.

Wir bestellten ein "Brathuhn" und eiskaltes Cola.Draussen auf der Terrasse wollten wir
es geniessen.

Nach dem ersten Bissen,den wir gleichzeitig zu uns nahmen,sahen wir uns tief in die
Augen und waren uns,wahrscheinlich das erste Mal in unserem gemeinsamen Leben,
sofort einig.

"DAS"ESSEN WIR NICHT !!

Die Hunde haben sich sehr gefreut,dass wir es den anderen Touristen gleichtaten,und
das dromedarisierte Huhn an sie verfuettert haben.

Das war aber nicht die einzige Enttaeuschung des Tages.

Auf der Fahrt zum Karnak- Tempel stoppte der Bus bei den Memnonkolossen.

Dort wollte ich die 2 Herren animieren,uns eine Gesangsprobe zu liefern.

Die griechische Ausgabe der Maer ueber Memnon geht so:

Beim Kampf um Troja totete Achilles den Koenig Memnon,der ein Sohn der Goettin
Eos ist.
Sie nahm den Leichnam und setzte ihn auf einen Stuhl.Jeden Tag beweinte sie den
Toten und ihre Traenen fallen als Tau auf die Erde.
Ganz frueh am Morgen laesst Memnon einen Klagelaut hoeren.
Mit einem warmen Sonnenstrahl troestet Eos Memnon,der daraufhin verstummt.

Diese Story haette es verdient,mit Romy Schneider und Karl-Heinz Boehm unter der
Regie von Franz Antel,verfilmt zu werden.

Tatsache ist jedoch,dass jeden Morgen,sphaerische Toene hoerbar sind,die von den
Statuen her kommen.

Die Memnon - Kolosse sind 18 m hoch und sitzen seit ein paar tausend Jahren unbe-
weglich,wie im Wartezimmer eines Chiropraktikers,auf ihren Stuehlen und starren zum
Nil.
Gesangsfreude war ihnen nicht anzumerken,auch dann nicht,wenn ich zur Animation
den Erzherzog Johann- Jodler angestimmt haette.

Sie blieben stumm und wir fuehren dorthin,wo wir Baukloetze ueber die Baukloetze
aus Granit staunten - der Tempelanlage von Karnak.

Jock













jock:
Als ich wegen der 72 Jungfrauen den Ellbogen in die Rippen bekam.

In Luxor trennte sich die kleine Reisegruppe.Einige flogen nach Hurgada,der Rest
zurueck nach Kairo um mehr vom Orient zu erfahren.

In Kairo angekommen,wurden wir wieder im selben Hotel untergebracht,wo wir vor
einer Woche,nur einige Stunden in der Nacht schlafen konnten.

Jetzt bei Tag stellten wir fest,dass wir in einem "Fluechtlingslager"einquartiert wurden.

Die Aermsten der Armen aus Kuwait,hatten das Hotel in Beschlag genommen.Wohl-
beleibte wuchtige Herren mit bis zu 4 Frauen und einem Schippel Kinder wuselten
durch die Lobby und bestiegen,auf Hochglanz polierte Mercedese,wenn sie in die Stadt
wollten.

Hingegen waren sich die "Wirtschaftsfluechtlinge",die vor Sadam Hussein Reissaus genommen hatten,einig,dass nur das "Mena House"in Frage kommt,um abzuwarten,
bis der boese Sadam vertrieben wird.

Das Mena House - Hotel hatte zwar nur 5 Sterne,zeichnete sich jedoch auch deswegen
aus,weil ueber die Jahre,hochkaraetige Politiker,weltbekannte Schauspieler und die int-
elligentesten Literaten dort gewohnt haben.
Die "Hall of Fame" ist voll davon.Ich fuerchte nur,in einigen Jahren wird sich eine,nicht
zu schliessende Luecke auftun,wenn ich nicht mehr leben sollte und weil ich dort nicht
abgestiegen bin.

Wir und zwei andere Paare,hatten noch nicht genug von Kultur und besuchten alle
Sehenswuerdigkeiten wie die Pyramiden,den/die/das Sphinx,einige Tempel,Suks,be-
obachteten,wie eine aegyptische Familie ihren Wochenendausflug absolvierte,indem
sie vorne am Moped 2 Kinder untergebracht waren,dann der Familienvater sass und
hinten auf Soziussitz,seine Frau.Zwischen Mann und Frau,quer die Hausziege,die auch mitdurfte.

Endpunkt war der Besuch der Alabastamoschee,einfach ein MUSS.

Ein redefreudiger Fremdenfuehrer erwartete uns am Vorplatz der Moschee,achtete,dass
wir uns sorgfaeltig die Fuesse und Haende wuschen und geleitete uns in das Innere.

Sofort umgab uns die Stille und die Kuehle im Gebetsraum,der mit Teppichen ausge-
legt ist und wir darin sofort knoecheltief einsanken.

Erst erklaerte uns der Fremdenfuehrer die "technischen Daten" des Gotteshauses und
vergass nicht darauf hinzuweisen,welchen Affront sich der franzoesische Koenig Louis-
Philippe I. geleistet hat,indem er als Dank fuer den geschenkten Obelisken,der heute
am Place de la Concorde steht,einen Uhrturm spendete,dessen Uhrwerk bis heute nicht
in Gang zu setzen ist.

Nachdem wir an der Seite Platz genommen hatten,hoerten wir einen Vortrag ueber die
Vorzuege des Islams,der Allwissenheit von Allah und wie leicht es doch ist,zum Islam
zu konvertieren.
Obwohl der Ton im "Erinnerungsschreiben"der Kirchenbeitragsbehoerde in Wien schon scharf formuliert worden ist,dachten wir nicht daran,die Gemeinschaft der Christen zu
verlassen und hoerten daher nur mit maessigem Interesse,den Darlegungen zu.

Jedoch,als er zu der Stelle kam,wo die Thematik der 72 Jungfrauen im Jenseits be-
handelt wurde,spitzten sich unwillkuerlich meine Ohren.

Das bemerkte natuerlich sofort meine Frau und rammte mir ihren Ellbogen in die Rip-
pen.

Ich gebe zu,ich haette einige Fragen gehabt - allerdings waeren sie betriebswirtschaft-
licher Natur gewesen.

Wieviele Jungfrauen sind dort beschaeftigt ? Von wo,rekrutiert Allah sie ? Was geschieht
mit den Jungfrauen,wenn sie keine mehr sind ? Werden sie verdammt in der Teppich-
knuepferei zu arbeiten ? u.s.w.

Der "Missionar" ueberreichte uns einen Zettel,wo darauf der Satz " La ilaha illa Allah,
Mohammad rasul Allah"gedruckt war.

Eine riesige Falle,denn der Satz ist die Beitrittsformel zum Islam.

Er wolle einen zufaelligerweise  anwesenden Imam holen,dann koennen wir den Satz sprechen und waeren schon mit einem Fuss im Paradies,lockte er.

Unsere Frauen ahnten was dann kaeme.

Zufaelligerweise,wuesste er auch in der Naehe eine Klinik,wo die Beschneidung durch-
gefuehrt werden koennte.

Das reichte ihnen.Mit den Worten : DER bleibt so,wie er ist,da wird nichts herumge-
schnippselt,packten sie uns bei den Armen und zerrten uns aus der Moschee.

Vor der Moschee trennten sich unsere Wege und erkundeten auf eigene Faust Kairo.

Erst am Flughafen,vor dem Heimflug nach Wien,trafen wir uns wieder.

Aufgeregt erzaehlten wir uns,welch grossartige Schnaeppchen wir erstanden haben.

Heute,nach fast 40 Jahre,verfluchen wir noch immer den Tag,an dem wir dabei ueber
den Tisch gezogen wurden.

Jock







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