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Geschichten aus der Geschichte

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Burianer:
hmh, ja sicher hast Du Recht, nur Neu Schwanstein kennen die Amis, kennen die Japaner und Koreaner  und kennt die ganze Welt. Eben ein schoenes Disney .
Wer die Residenz, das Kaepele  und die Marienburg sieht, ist natuelich viel besser dran.
Habe allerdings kaum diese Sorte von Touristen dort gesehen.  Wird sicher noch kommen, wenn Wuerzburg  sich der Welt erschliesst.  {*

--- Zitat --- Genauso wie es vollkommen irre war, dem Nichtsnutz, Schuldenmacher, Bankrotteur, Schmarotzer, Einschleimer und Antisemiten Richard Wagner  
--- Ende Zitat ---
Waren das nicht alle Koenige  :-X  oder der irren Wagner ? , die sich der Welt offenbarten :]  H   :-X  Hi :-X    besuchte das doch jedes Jahr   {+
Wieso gibt esHeute noch die Wagner Festspiele ?
   Die sind so  :-X

--- Zitat ---    Ludwigs Neuschwanstein, Hohenschwangau, Schloß Linderhof und  Herrenchiemsee
--- Ende Zitat ---
degegen sind diese Orte doch Weltoffen und Gedankenfrei  {*

hmh.:
 ;} Im Vergleich zur düsteren Wagner-Welt auf jeden Fall!

jock:
Einige Angaben zu Neuschwanstein.

Der Bau wurde von Ludwig II privat errichtet und kostete rd.6.5 Mio
Goldmark.Dies entsprichte etwa 60 Mio Euro.

Viel Geld fuer eine Junggesellenbude,koennte man meinen.

Jaehrlich besuchen etwa 1.3 Mio Besucher das Schloss und zahlen rd.
6 Mio Euro an Eintrittsgeld.(Angaben aus WIKI)
Grosso modo gesehen hat sich der Bau in rd. 15 jahren amortisiert.
Das Schloss gehoert heute dem Freistaat Bayern.

@hmh,s Kritik hat etwas an sich.

Aber man soll nicht uebersehen,dass ein Architekt das plant,was der Bauherr
will.Ludwig wollte eben eine Rittersburg,und sie passt in die Landschaft.

Die Finanzierung erfolgte privat bzw.aus den Eintrittsgeldern.Worueber
sich diskutieren laesst,ist,wieso verfuegt ein Monarch ueber soviel Kapital.
Seine Einkuenfte bezog er aus der" Zivilliste" und aus den Ertraegen seiner
privaten Betriebe.(Meist sind das Forstbetriebe,Brauereien u.aeh.)

Die Zivilliste verguetete seine Taetigkeit als Koenig.Nicht ungewoehnlich,
sondern wird in den Monarchien des heutigen Europas immer noch so ge-
handhabt.

In noch frueheren Zeiten wurde nicht unterschieden,zwischen privaten
Vermoegen und staatlichen.Man erinnere sich nur an Kaiser Augustus,
der alle Staatseinnahmen in seine Schatulle nahm,dafuer aber auch die
Ausgaben fuer das Heer zahlte.

Seit Mitte des 18.Jhd.wurde begonnen,Privat-und Staatsvermoegen fein
saeuberlich zu trennen.
In Oesterreich wurde der Adel 1919 abgeschafft,doch die Besitzungen nicht
enteignet,eben,weil man differenzierte.

Jede Zeit hat ihre Architektur.Sogesehen war die Errichtung von Neuschwan-
stein ein paar hundert Jahre zu spaet.
Wenn das eine "Suende" ist,so sind die Bauwerke entlang des Ringes zu
Wien sogar "Totsuende"
Das Parlament griechisch,das Rathaus neugotisch,die Uni Rennaisance,die
Kaserne maurisch u.s.w.

Aber man gewoehnt sich an alles !

Jock

hmh.:
Auch die Würzburger Residenz und damit auch das größte Deckenfresko der Welt von Tiepolo ist mit Mitteln entstanden, die die frommen Landesherren zum Beispiel den Bauern im Ochsenfurter Gau und anderen abgenommen haben.

Bei 25 % aller kirchlichen Schenkungsurkunden kann man zum Beispiel heute noch ganz einfach nachweisen, daß sie gefälscht wurden. Die Mehrheit der Bevölkerung waren Analphabeten und konnten sich gegen die Manipulationen der Schreibkundigen (fast ausschließlich Kirchenvertreter) gar nicht wehren. (Ich habe mich damit vor ca. 20 Jahren intensiv beschäftigt, als ich mit einem Freund eine Chronik meines Geburtsortes zusammenstellte: Unter anderem ist die Schenkungsurkunde, in der mein Geburtsort das erste Mal erwähnt wurde, eine Fälschung der frommen Mönche eines Würzburger Stifts gewesen  >: )

"Wer Geschichte nicht als Kriminalgeschichte versteht, hat sie gar nicht verstanden" (sinngemäß nach Karlheinz Deschner).

Oder mit anderen Worten: Unter den Vorfahren der heute immer noch herrschenden Könige und Kaiser, Fürsten, Päpste usw. waren an entscheidender Stelle immer auch Raubritter, Totschläger, Blutsauger, Fälscher, Mörder und sonstige Verbrecher.

Dennoch ist es erlaubt, Unterschiede zu machen, was den Wert der mit dem zusammengerafften Geld dieser Leute entstandenen Kunst und Kulturgüter betrifft.

Neuschwanstein lohnt sich heute für den Staat. Na gut, das ist mir als Steuerzahler dann schon recht. Aber keiner soll mir den historisierenden Abklatsch Neuschwanstein als baugeschichtlich und künstlerisch gleichwertig mit der Festung Marienberg oder mit der Würzburger Residenz in diesselbe Reihe stellen.  {;

PS: Interessantes Geschichtsthema, Jock! Kennst Du auch ein paar interessante Thai Geschichten aus der Geschichte?

pattran:

--- Zitat von: hmh. am 24. Mai 2013, 21:13:24 ---Oder mit anderen Worten: Unter den Vorfahren der heute immer noch herrschenden Könige und Kaiser, Fürsten, Päpste usw. waren an entscheidender Stelle immer auch Raubritter, Totschläger, Blutsauger, Fälscher, Mörder und sonstige Verbrecher.

--- Ende Zitat ---

Und ist das in Thailand heute besser?

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