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Autor Thema: Geschichten aus der Geschichte  (Gelesen 96089 mal)

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #75 am: 19. Januar 2014, 15:36:34 »

Teil 3 zum I.Weltkrieg  (Der letzte Monat vor Ausbruch)

Die Ermordung des Thronfolgers beruehrte kaum jemanden in der Monarchie.

Keine Spur von Schreckstarre und ohnmaechtiger Wut darueber.

Der Kaiser Franz Joseph hatte zwar kurz seinen Urlaub in Bad Ischl unterbrochen,
fuhr aber bereits am 9.Juli wieder zurueck.Und wenn der Kaiser auf Urlaub ist,wird
schon nichts geschehen,dachten sich viele.Das Extrablatt berichtete auf der ganzen
ersten Seite ueber die Ergebnisse des Polizeihundederbys im Prater.Kein Wort ueber
eine Vergeltung  und Krieg war zu lesen.

Kaiser Wilhelm jedoch betrachtete die Ermordung seines Freundes als persoenliche
Beleidigung und forderte von Wien eine dementsprechende Antwort an die Serben.
Das kam dem Sektionschef Graf Forgach und dem Generalstabchef Conrad von
Hoetzendorff zupass und sie schlugen die Kriegstrommel.

Forgach hatte sich am diplomatischen Parkett blamiert und sann auf Heimzahlung.
Hoetzendorff schmiedete schon seit Jahren Kriegsplaene fuer einen praeventiven Krieg,
den man ihm nicht durchfuehren liess.

Jetzt war die Chance da und sie begannen fuer einen Krieg zu agitieren.Kein Gross-
krieg war geplant,sondern nur ein Einmarsch in Belgrad und die Absetzung des serbischen
Koenigshauses,das durch ein deutsches Prinzengeschlecht ersetzt werden sollte.

Die Gefahr,dass Russland eingreifen wuerde,ja musste,wurde als gering beurteilt,da
Russland durch den japanisch-russischen Krieg noch lange nicht die volle militaerische
Staerke aufwies.

Kam es allerdings zu einem Krieg,sollte Deutschland die nord-oestliche Flanke abdecken,
damit die Armee der Monarchie freie Hand beim Feldzug gegen Serbien hat und nicht einen
Zweifrontenkrieg fuehren muss.

Kaum waren die Plaene  zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn abgestimmt und
eine Begehrnote verfasst,dachte Deutschland um und forderte Zurueckhaltung.Der deutsche
Botschafter Tschirsky wunderte sich ,denn zwei Tage vorher war er gleichfalls im Aussen-
ministerium vorstellig und ueberreichte ein Telegramm,dass man es in Deutschland  nicht
verstehen koenne,wenn nicht sogleich  die Mobilisierung angeordnet werden wuerde.

Der arme Botschafter wurde in Folge noch zweimal vorstellig,einmal mit der Forderung
nach Krieg,dann wieder mit der Mahnung zur Zurueckhaltung.

Aber der Krieg war bereits beschlossene Sache,die Begehrnote,praktisch ein Ultimatum
ueberreicht und erwartungsgemaess zurueckgewiesen.

Der Krieg konnte beginnen.

Kaiser Franz Josef wandte sich unter Aufbietung aller seiner Titel ans Volk - er haette
alles geprueft und erwogen.

Den Soldaten rief man zu,dass sie zu Weihnachten wieder zu Hause waeren,als die
Truppentransporte anliefen.Niemand dachte daran,dass es vier Jahre dauern wuerde,
bis die Waffen wieder schwiegen.Und schon gar nicht dachte jemand daran,dass am Ende
des Krieges 3 Kaiserreiche nicht mehr bestehen wuerden.

Unter den 40 Staaten,die den Mittelmaechte den Krieg erklaerten,war auch San Marino.
Allerdings hatte San Marino keine Armee.So fanden sich 10 Burschen zusammen,nannten
sich stolz Armee von San Marino und zogen in den Krieg.2 Gefallene blieben auf dem
Feld zurueck.

Der Eintritt San Marinos in den Krieg hatte nach dem Krieg noch ein voelkerrechtliches
Hoppala zu Tage treten lassen,denn es wurde von Deutschland vergessen Frieden zu
schliessen.

Erst 1939 kam man drauf,als die Achse zwischen Berlin und Rom geschmiedet wurde,
dass man sich mit San Marino noch immer im Kriegszustand befindet.Der Austausch
zweier Briefboegen beendete dann endgueltig den Ersten Weltkrieg.

Jock


ps.In der naechsten Folge in groben Zuegen der Kriegsverlauf.


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Burianer

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #76 am: 20. Januar 2014, 06:32:40 »

 :]    
Zitat
 Den Soldaten rief man zu,dass sie zu Weihnachten wieder zu Hause waeren  
 jock

Wie sich solche Worte wiederholen,  spaeter sagte man das  den Soldaten auch    ???     Blitzkrieg  statt Blitzeis  :-X
Und es wurde kalt  und kaelter  im Osten  ,  minus 40 Grad .
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #77 am: 25. Januar 2014, 18:58:18 »

Teil 4 zum I.Weltkrieg  (Kriegsverlauf)


Die Armeekommanden hatten sich abgesprochen.Waehrend die k.u.Armee
in Serbien agiert,sollte die deutsche Wehrmacht die noerd-oestliche Flanke
gegen Russland abdecken.

Dort dachte man um.Frankreich zuerst,dann allles gegen Russland.Damit
war die "Ostfront " nicht genug stark und die Russen standen bald vor den
Karpatenpaessen und drohten nach Ungarn einzudringen.

An der "Westfront" lief es allerdings auch nicht nach Plan.Durch die Verletzung
der Neutralitaet von Luxemburg und Belgien,traten die Englaender aktiv in den
Krieg ein.

Der Vorstoss der Deutschen endete an der Somme und Marne.Die Fronten
gruben sich ein und in den naechsten Jahren war kein entscheidender Gelaende-
gewinn mehr moeglich.Italien verliess den 3 -Bund und schlug sich auf die Seite
der Entente und eroeffnete so die Suedfront am Isonzo.

Erst 1917 gelang es einer konzentrierten Aktion der deutschen und k.u.k Armee,
die Russen weit hinter ihre Ausgangsposition zu draengen,worauf Russland aus
dem Krieg austrat.Der Zar war bereits gefangen und die Bolschewiken,die die
Herrschaft in Russland uebernommen hatten,liessen sich fuer Friedensverhandlungn
lange Zeit und banden somit die Armeen,die somit die Westfront nicht verstaerken
konnten.

Der Stellungskrieg und die damit verbundene Abnuetzung machte sich alsbald in
der Versorgungslage im Hinterland bemerkbar.Der " Steckruebenwinter" und erste
Proteste gegen den Krieg zeichneten die Folgejahre.

An der Front wurde mit ungeheurer Brutalitaet gekaempft.Deutsche Truppen wurden
z.B.gezwungen mit ungeladenen Gewehren,aber mit aufgesetztem Bajonett,die feind-
lichen Linien anzugreifen und liefen dabei in das Maschinengewehrfeuer.An manchen
Kriegstagen wurden 30.000 Tote und Verwundete gezaehlt.Ein franzoesischer General
wurde abgesetzt,da ihn die eigenen Presse den "Blutsaeufer " nannte.

Anteil an dem hohen Blutzoll hatten neuartige Waffengattungen.Granaten,automatische
Waffen,die ersten Panzer,U-Boote und Giftgaseinsaetze sowie Aufklaerung und Bombar-
dierungen durch Flugzeuge war eine neue Dimension gegenueber Kriege vor 50 Jahren.

In den Koepfen mancher Gereralstaebler spukte bereits 1915 die Idee,den Krieg zu be-
enden und einen Verhandlungsfrieden herbeizufuehren.Aber die " Falken" setzten auf
einen "Kriegsfrieden"der dann noch Millionen an Opfer forderte.Umsonst wie sich heraus-
stellte.

Erst 1918 sah man bei den Deutschen ein,dass der Krieg nicht zu gewinnen war und
bot Waffenstillstand an.Aus dieser Zeit gilt der gefluegelten Satz : " Im Felde un-
besiegt" und die "Dochstosslegende entstand.

Weihnacht 1914 - die Schuetzengraeben lagen oft nur 30 m voneinander und waren
somit auf Rufweite.Immer wieder wurde durch Zurufe eine Waffenpause vereinbart,
um die Opfer zu bergen.
So auch am 24.12.1914,als englische Soldaten um eine Waffenpause baten,da sie
eine Weihnachtsfeier abhalten wollten.Englische Weihnachtslieder wurden gesungen
und die deutschen Soldaten machten es ihnen nach und sangen "Stille Nacht Heilige Nacht"

Auf beiden Seiten wurden Kerzen entzuendet und Soldaten beider Lager begegenten
sich im "Niemandsland".Haende wurden geschuettelt und Paeckchen ausgetauscht.
Die Paeckchen kamen vom Armeehauptquartier und waren,da die Versorgungslage
noch gut war,mit allerlei ,langvermissten Spezereien gefuellt.Anbei war auch eine Foto-
graphie des Kaiser Wilhelms,der pickelhaeubig den Soldaten "Frohe Weihnachten und
ein glueckliches neues Jahr wuenschte.

Das englische Oberkommando hatte dieselbe Aktion vorgesehen und Mitglieder der
koeniglichen Familien drueckten ebenfalls gute Wuensche aus.

Durch den Paeckchenaustausch bedingt,wuensche daher Kaiser Wilhelm dem englischen
Soldaten alles Gute,wie auch umgkehrt,sich mancher deutsche Soldat  ueber die
Wuensche des englischen Koenigs freuen durfte.

Am 2. Tag wurde beschlossen ein Fussballmatch anzusetzen,dass die Deutschen 4:3
gewannen.Ein volles Bierfass war der Siegespreis,den man sich aber redlich teilte.

Diese 2 Tage wurden bekannt unter "Weihnachtsfriede",waren aber eine unautorisierte
Aktion,die sich in den Folgejahren nicht mehr wiederholte.Die Armeestaebe waren strikt
gegen solche Fraternisierungsversuche.

Als der Krieg gegen Ende 1918 zu Ende ging,die "Friedensverhandlungen" abgeschlossen
waren und der franzoesische General Foch die Ergebnisse sah,rief er :"das ist kein Friedens-
vertrag,sondern nur ein 20 jaehriger Waffenstillstand".

Wie man heute weiss,hat er recht behalten.


Jock
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Friida

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #78 am: 13. Februar 2014, 15:57:05 »

Da muss doch noch irgendwo ein 5.Teil sein. 

Irgendwo sind doch sicher noch etliche Geschichten aus der Geschichte in dir, lieber jock, die noch erzählt sein wollen, oder gar ein neues Kapitel.

I m sure ich bin nicht alleine im Vermissen deiner Anekdoten. 
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #79 am: 13. Februar 2014, 17:57:06 »

Am 19.November 1919 wurde in den ehemaligen Stallungen des Palais
Pallavicini eineTanzschule gegruendet.

Der Gruender war der ehemalige k.u.k. Rittmeister Willbald (Willy) Elmayer -
Vestenbrugg,Sohn des k.u.k.Feldmarschalleutnants Ludwig Elmayer Edler v.
Vestenbrugg.

Bis zu seinem Tod 1996 leitete Willy Elmayer-Vestenbrugg seine Tanzschule
und erwarb sich dabei das Papsttum des guten Benehmens,der Etikette und
des gekonnten Linkswalzers.

Alles was in jungen Jahren war und aus den besten Familien stammte,war es
Pflicht,die ersten Tanzschritte dort zu lernen.
Selbstverstaendlich hatten die jungen Herren in dunklen Anzuegen,auf Hochglanz
polierten Schuhen,nebst Krawatte und weissen Handschuhen,anwesend zu sein,
waehrend bei den jungen Damen schwarzer Rock und weisse Bluse vorzuherrschen
hatte.

Ein gelangweiligter Klavierspieler spielte seit Jahrzehnte immer dieselben Stuecke,
waehrend der scharfe Blick des Herrn Elmayers die Tanzversuche beobachtete und
gnadenlos die Unbeholfenheit des jungen Jocks,geisselte.

Jock ging ohnehin nur auf Druck seiner groessenwahnsinnigen Verwandtschaft dort hin
und dickliche,mit Akne geschlagene Maedchen,waren so gar nicht sein Ding.
Und erst der Handkuss am Ende der Tanzstunde !

Kurzum,Jock schmiss hin aber die Tanzschule ueberstand auch diese Schmaehung.

Nicht nur das,die Tanzschule bildete ueber viele Jahre das Jungdamen und Jungherren-
komitee fuer den Wr.Opernball aus,war fuer die Choreographie der Eroeffnungspolonais
verantwortlich u.s.w.

Auch Buecher ueber gutes Benehmen wurden verfasst und in hoher Auflage ver-
legt.Fuer die damalige Jugend waren die Buecher des Herrn Elmayers und Herrn Van de
Velde unverzichtbar fuer den Start ins Leben.

Die ganze Reputation,die sich die Tanzschule erarbeitet hatte,steht jetzt ploetzlich
auf Messers Schneide.

Schuld daran ist der Hund des heutigen Besitzers der Tanzschule,Herrn Thomas Schaefer-
Elmayer.

Dieses Mischlingshund hat naemlich einen anderen Hund totgebissen und die Nation
fraegt sich ernstlich,kann man Sohn Moritz oder Tochter Valerie-Marie noch zu diesem
Benimminstitut schicken,wenn die Inhabungs nicht mal Instande ist,einem Hund gutes
Benehmen beizubringen ?


Jock




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Kern

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #80 am: 14. Februar 2014, 05:16:37 »

Einfach grandios  {*   :]

Und nebenbei sieht man wieder, dass auch im kleinen Rahmen große Dramen entstehen können.
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Friida

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #81 am: 14. Februar 2014, 06:41:09 »

wohl ist möglich, dass gewisse Eltern sich noch mit Fragen nötigen, ob Sohn oder Tochter in die Tanzschule schicken gut sein wird, beissende Hunde hin oder her, Sohn oder Tochter gehen nicht, wenn ihnen das nicht in den eigenen Kram passt.

und du?  hast dann doch noch tanzen gelernt?

ich kann verstehen, dass du die Tanzschule nicht mochtest. Bestimmt hatten deine Eltern nicht nach deiner Meinung gefragt.  Mich hatten sie fechten geschickt. Das war wohl eine Geldverschwendung .........  ich hätte so gerne tanzen gelernt.
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Burianer

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #82 am: 14. Februar 2014, 06:58:09 »

 {*  ich habe gerade jock  in seinen jungen Jahren endeckt  }}  ein praechtiger Mann . So soan die Wiener

der Mann im Frack    ???      welcher denn nu ?  einer wirds schon sein.
Mich hat man nur in die Schule geschickt,  nicht um das Tanzen zu lernen  :]

Fesch soans, die Jungs  >:(  die Madels  :-)
« Letzte Änderung: 14. Februar 2014, 07:04:34 von Burianer »
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #83 am: 14. Februar 2014, 08:44:07 »

@Friida

Der wichtigste Tanz,den ein junger Mann lernen kann und muss,wenn
er aus dem Milieu der Wiener Vorstadt kommt,ist der L`Amourhatscher.

Millionen beherrschen ihn.Besonders gut macht er sich,wenn irgendwo
"Der Platz neben mir ist leer" erklingt.Weniger gut passt er,wenn " Geh
Oide,schau mi net so deppat aun "gespielt wird.

Nach seinem destraoesen Auftritt in der Tanzschule Elmayer hat Jock bis
1980 keine Tanzschule mehr besucht.1980 wurde er und sein Freund von
den Ehepartnern ueberredet,einen Tanzkurs fuer Erwachsenen zu besuchen.

3 Abende verbrachten wir dort,dann fluechteten Wolfgang und Jock nach
Gambia.

Es war 1 Uhr nachts,als ich aufschreckte und feststellte,dass ich im obigen
Bericht eine Jahrszahl falsch im Kopf hatte.
Nicht bis 1996 leitete Herr Willy Elmayer-Vestenbrugg seine Tanzschule,sondern
nur bis 1966 !

Die "Gutes Benehmen wieder gefragt"-Kurse sind nicht nur dem Gesellschaftkreis,
der sich noch auf freiem Fuss befindet zugaengig,sondern werden von der Tanzschule
auch in Gefaengnissen angeboten.

Mit durchschlagendem Erfolg. So mancher Tresorknacker,dessen Kreuz vom Stemmen
und Schweissen muerbe geworden ist,ist dankbar fuer die wertvollen Ratschlaege  und
wendet sie, nach Entlassung mit Erfolg bei seinem neuen Broterwerb,der Heiratsschwindelei, an.

Jock








« Letzte Änderung: 14. Februar 2014, 08:52:31 von jock »
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Burianer

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #84 am: 14. Februar 2014, 08:54:49 »

 :]  die suedamerikanische Version des Wiener Walzers  :-X

Ich stelle mir gerade jock vor, wie er mit seiner Partnerin das Tanzbein schwingt  }}

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #85 am: 14. Februar 2014, 10:57:14 »

@Burianer

Ich habe das Gefuehl,du schmeichelst mir deswegen,weil du willst,dass
ich noch mehr Geheimnisse ueber mein Leben ausplaudere.

Zum Beispiel,wie ich durch meine erste grosse Liebe mein Vermoegen
verlor oder wie es Wolfgang und mir in Gambia ergangen ist.

Ich fuerchte,da besteht bei den Member kein Interesse daran und ausserdem
schreibe ich nur,wenn man mir,wie bei einem kranken Ross,gut zuredet.

@Friida

Danke fuer den "Valentin" !

Uebrigens,ich bin elternlos aufgewachsen.

Ich war mir immer Vater und Mutter selbst.

Vaeterlich streng und unbarmherzig wenn es ums Fussballspiel ging,muetterlich
nachsichtig und verzeihend,wenn es sich um schulische Leistungen handelte.

Ich gebe es zu.Oft habe ich mir spaeter gedacht,umgekehrt waere es besser
gewesen.

Jock

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shaishai

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #86 am: 14. Februar 2014, 21:52:48 »

....
Zum Beispiel,wie ich durch meine erste grosse Liebe mein Vermoegen
verlor oder wie es Wolfgang und mir in Gambia ergangen ist.

Ich fuerchte,da besteht bei den Member kein Interesse daran und ausserdem
schreibe ich nur,wenn man mir,wie bei einem kranken Ross,gut zuredet.
....


das ist jetzt nicht dein ernst, oder?  ;]

und ob da interesse besteht. bei vielen membern, mir, der bild-zeitung, rtl, usw.  ;]
also los, spann uns nicht auf die folter   ;)
bin leider nicht auf einer farm aufgewachsen, keine ahnung, wie man einem kranken ross gut zuredet  ;D
ich würde wahrscheinlich dem heu etwas gras beimischen  C--


mfg
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #87 am: 17. Februar 2014, 09:12:54 »

Wenn sich dereinst der Arzt mit sorgenvollster Miene dranmacht,die
liebe Verwandtschaft darauf vorzubereiten,dass Jock nur mehr kurze Zeit zu
leben hat und diese sich darauf nur mehr im Fluesterton unterhaelt,ob alle
Losungsworte der Sparbuecher bekannt sind,wird Jock Freund Wolfgang
zu sich einladen.

Keine 5 Minuten spaeter,ist Jock heiter und blickt hoffnungsfroh in die Zukunft.

Wolfgang hat die Gabe,alles Unangenehme weit von sich zu halten und steckt
durch seine Froehlichkeit auch alle anderen an.

Auf unserer Flucht vor der Tanzschule,waeren beinahe erfroren.Es war anfangs
Dezember 1980 und am Flughafen Wien wurden gerade 10 Grad Minus gemessen.
Wir waren allerdings schon sommerlich gekleidet und es dauerte eben seine Zeit,
bis wir in das Innere der alten Boeing 707-138 der Montana-Air,erklommen hatten.

Die Montana -Air wurde 1976 von einem ehemaligen AUA-Kapitaen gegruendet,
besass in ihrer besten Zeit 3 Flieger und war,mangels einer Linienkonzession ge-
zwunger Charter zu fliegen. Bangkok war eine Destination,ich glaube NY auch eine
und natuerlich Banjul,die Hauptstadt von Gambia.

Wer Gambia in Afrika sucht,ist gut.Wer in Westafrika sucht,besser und wer es dort
auf Anhieb findet,ist spitze,denn das Land ist flaechenmaessig das kleinste von Afrika.
Gerade mal knapp 11.000 Km2 gross,erstreckt es sich entlang des Gambiarivers.
Grade so breit,wie die Kanonen der englischen Kolonialherren reichten.Also knapp
15-20 Km links und rechts vom Fluss.Am Oberlauf des Flusses,dort wo er nicht mehr
schiffbar war,endet auch das Staatsgebiet.

Der englische Name der Hauptstadt,war Bathurst und sollte den deutschen Kennern der
Geschichte der Lufthansa ein Begriff sein.Bathurst war ein wichtiger Zwischenlandeplatz
der Linie bei ihren Fluegen nach Suedamerika.1932 wurde Land angekauft und von
deutschen Ingenieure ein Flugfeld angelegt. Zuerst landeten Zeppeline dort,spaeter,
1937,verlor der Flughafen an Bedeutung,da der Post-und Passagierbetrieb mit Flug-
boote abgewickelt wurden, die im Kuestenbereich landeten,aufgetankt wurden und von
Katapultschiffe wieder auf die Reise geschickt wurden.

Als unsere Maschine nach einer langen Nacht in Banjul landete war es noch finster und
zu Fuss machten wir uns auf den Weg vom Flieger zum Flughafengebaeude.Drinnen be-
kamen unsere Paesse einen maechtigen Stempel und wir waren zum ersten Mal in Schwarz-
afrika angekommen.

Und es war Schwarzafrika,wie es im Buche steht.Auf der Fahrt zu unserem Hotel Lehmhuette
neben Lehmhuette umgeben von Wellenblechzaeunen,Afrikanerinnen,die barbusig Boden kehrten
und wie es uns schien, Millionen von Kindern in allen Groessen.

Unser Hotel war an einem unendlichen Strand gelegen,ausgelegt fuer etwa 400 Gaeste und
fast leer. Es war Vorsaison.Vielleicht 30 Oesterreicher und 30 Englaender wurden von einem
300 koepfigen Personal betreut.In den 3 anderen Hotels am Strand war die Situation nicht
anders.
Zu Mittag bogen sich die Tische.Koestlichkeiten der europaeischen und afrikanischen Kueche
wurden reichlichst angeboten. Alles fuer 10 Gambiashilling.

Die Piloten und die Stewardessen luden uns ein,mit ihnen das Abendessen in einem anderen
Hotel einzunehmen. (der Flieger flog erst am naechsten Tag wieder nach Wien zurueck.)

Diese Einladung,sollte sich fuer die Airline als fatal erweisen,denn Wolfgang sah,dass die
Piloten die Rechnung nicht zahlen mussten,sondern sie nur abzeichneten und die Airline spaeter
die aufgelaufenen Betraege ueberwies.

Schon naechsten Tag,als das Flugpersonal wieder weg war,begann ein 13 taegiges Ritual.

Nach dem Abendessen in einem der Hotels wurden die Rechnungen gebracht.Alle,bis auf
Wolfgang zahlten sie bar.Der bestand darauf,dass er von der Montana-Air sei und er die
Rechnung nur abzeichnen wuerde.Zuerst verschwand das geschaeftsmaessige Laecheln
des Schwazhaeutigen und machte einem unsicheren Grinsen Platz,da auch der 7.Versuch,
die Rechnung bezahlt zu bekommen nichts fruchtete.

Sodann versuchte es das Restaurantpersonal zu Zweit.Wolfgang blieb hart und siegte.
Er unterzeichnete die Rechnung mit einer undefinierbaren Paraphe,legte jedoch ein Trink-
geld bei.

Mir und den anderen Oesterreicher wurde bei dem Gedanken,dass dies auffliegt und
Wolfgang fuer Jahrzehnte in ein afrikanisches Gefaengnis gesteckte wird,unwohl. Wir
bettelten,dass er die Rechnungen doch bezahlen wolle und boten ihm Geldmittel an.

Umsonst ! Mit froehlicher Heiterkeit und ohne einen Gedanken auf die Konsequenz
zu verschwenden,zog er das Ding 2 Wochen lang durch.

Der Urlaub war wunderschoen.Der Atlantik tuerkis,der Himmel blau,der prachtvolle
tropische Garten lud zum Verweilen ein und taeglich hiess das Programm: "Her mit den
kleinen Englaenderinnen".

Nur fuer die Montana - Air nahm es ein boeses Ende. Wolfgang schlug offenbar eine
derartig breite Schneise in die Finanzplanung,dass ein Jahr spaeter Konkurs angemeldet
werden musste.


Jock








« Letzte Änderung: 17. Februar 2014, 09:20:04 von jock »
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Burianer

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #88 am: 17. Februar 2014, 09:55:05 »

 :]  Montana Air , was sucht sie auch am Meer ?  Nichtsmehr  :]
Kann es sein, dass Wolfgang  und der nette jock  spaeter mit der Lauda Air nach Bangkok geflogen sind    >:    und dort Ihren Urlaub verbrachten  auf   Kosten der Nicki Airlines ???
Die gibts ja Heutezutage auch nichtmehr.
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #89 am: 17. Februar 2014, 10:39:36 »

@Burianer

Tatsaechlich flogen wir anfangs der Neunziger nach Thailand.Ob es die Lauda-
Air war,weiss ich nicht mehr.

Was wir alles in Thailand erlebten,kann noch nicht veroeffentlicht werden,da die
dreissigjaehrige Verjaehrungsfrist noch nicht um ist.

Aber vielleicht schreibe ich einmal ueber den Staedteflug,Mitte der Siebziger nach
London,den Wolfgang mit seiner Frau Elfi und einem anderen Paar unternahm.

In London -East erzaehlt man sich heute noch davon !Aber auch in Indien ist diese
Materie bei einigen Menschen noch Gespraechsthema.

Erinnere mich gelegentlich daran.

Jock

« Letzte Änderung: 17. Februar 2014, 10:48:23 von jock »
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