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Autor Thema: Geschichten aus der Geschichte  (Gelesen 94543 mal)

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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #165 am: 04. Dezember 2014, 18:32:56 »

Zum Tode des Mr.Samart Utasaha (72) hat sich @malakor zu einer Bemerkung
hinreissen lassen,die nicht unwidersprochen bleiben darf.

Dieser unglueckselige Mann hauchte seine Seele in einer Raeumlichkeit aus,die an
eine aufgelassene Fleischerei aus den 50 er Jahren erinnert.Fliesen wohin das Auge
schaut,selbst die Bettstatt ist von Fliesen umrahmt.Und erst dieser entsetzliche
Vorhang !

Angesichts dieser Ambiente kann man wirklich nicht davon sprechen,dass sein letzter
Atemzug der schoenste gewesen sei,wie Kollege @malakor vermeint.

Da haette ich Alternativen gewusst,wie z. B. in Paris das Le Chabanais.

Dieses Etablisment hatte einen hervorragenden Ruf,dem auch der spaetere englische
Koenig Edward VII  folgte und gerne das "japanische Zimmer" buchte.
Dieses Zimmer errrang sogar einen Preis bei der Pariser Weltausstellung und zeichnete sich dadurch
aus,dass darin eine kupferne Badewanne stand,die die Form halb Schwan- halb Frau hatte.

Der spaetere Koenig konnte dort seiner Leidenschaft nachgehen,die gepraegt von seiner Herkunft,
Stellung und seinem vornehmen Charakter,war und wo auch seine soziale Einstellung zum Aus-
druck kam.

Er war sich nicht zu schade,die Wanne mit Champagner fuellen ,seine weiblichen Begleiterinnen
darin baden zu lassen und hinterher den Inhalt der Wanne mit seinen Freunden auszutrinken.

Auch liess er sich ein,dem erotischen Treiben geeignetes Moebelstueck herstellen,dessen multi-
funktionale Eigenschaft es zuliess,dass .... (leider kann an dieser Stelle keine weiteren Erklaer-
ungen erfolgen).
Dieses Moebelstueck ist heute noch im "Le Musee de l'Erotisme ausgestellt.

Aber auch das Aux Belles Poules, ebenfalls in Paris,waere ein wunderbarer Ort gewesen,von wo aus
Mr. Utasha die Himmelfahrt haette antreten koennen.

Denn die dort taetigen Damen beherrschten ein einmaliges Kunststueck,das die Besucher aus
allen Herren Laender zuvor noch niemals gesehen haben.Auch @ Jock nicht,der auf Bildungsreise
in Thailand war und moeglichst viel von Land,Leute und Gebraeuchen erkunden wollte.

Da ich mir sicher bin,dass dieses "Kunststueck" niemanden von den geneigten Lesern interessiert,
verzichte ich auf naehere Beschreibung. Man koennte es aber leicht bei "WIKI" nachschlagen.

Zu guter Letzt,haette sich das ehrwuerdige Hotel Orient in Wien auch geeignet,mit dem letzten
Atemzug seine Seele aufzugeben.

Mitten in der City gelegen ist es von den Ministerien auf kurzem Fussweg erreichbar.Eine Ambiente
des Jugendstil erwartet die Gaeste.Ministerialraete,Sektionschefs,Hofraete und Kommerzialraete
verbringen dort gerne ihre Mittagspause,sodass die Zimmer zwischen 11  und 14 h regelmaessig
ausgebucht sind.
Ein schwer an Alzheimer erkrankter Portier ist der Garant dafuer,dass das Hotel sehr beliebt ist,
obwohl sich Belegungen der Zimmer auf 3 Stunden beschraneken,die sich mit bis zu 95 Euro zu
Buche schlagen.

Die sind es jedenfalls wert,denn in Wien gibt es sonst keinen Ort,wo man es dem Kaiser Franz-Joseph
im gleichen Bett gleichtun kann.


Jock





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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #166 am: 18. Dezember 2014, 09:36:52 »

Kein Broesel Schnee gab es am 24.Dezember 1974 im Osten Oesterreichs.

Der Weihnachtsabend war schon fast vorueber.Die Geschenke verteilt,das
Essen verschlungen und die Familie sass vor dem Fernseher und langweilte
sich ein bisschen.

Da kam der Gedanke auf,wir fahren in die Stopfenreuther Au zu den Aube-
setzern.Blitzschell waren wir winterfest angezogen und fuhren die 70 Km
auf menschen-und autoleeren Strassen hinunter.

Bis zu diesem Zeitpunkt war Jock ein echter Spiessbuerger.Die 68er Bewegung
beruehrte ihn nicht.Waehrend zornige junge Maenner ihr Haar schulterlang trugen,
trug Jock sein Haar kurzgeschnitten mit Scheitel.Er verachtete die Maenner,die
geuebt waren im Windelwechseln und Strickkurse belegten.

Wie ihn ueberhaupt alles,was ausserhalb der Norm und Staatsgewalt war, Miss-
trauen erweckte.

Erste Zweifel kamen auf,als die Polizei mit Knueppel gegen die Auschuetzer vor-
ging,die das Roden des Waldes  und das geplante Kraftwerk verhindern wollten.

Als wir in der Au ankamen,sahen wir,dass Hunderte andere ebenfalls unterwegs
waren,ungeachtet der gefuehlten 15 minus unter einem sternenklaren Himmel.

Um Mitternacht war eine Messfeier angesetzt,ein maechtiges Lagerfeuer erhellte die
Szene und als der Hochwuerden den Messbecher zum Himmel hob,waren sich
alle sicher,statt Messwein war darin Kirschschnaps .

Auf der Heimfahrt waren wir still und hingen unseren Gedanken nach.Aber alle waren
sich sicher,sinnvoller haben wird den Heiligen Abend zuvor noch nie verbracht.

Und noch etwas hat sich in jener Nacht ergeben.

@Jock hat den Spiessbuerger abgelegt und steht seither in der Reihe der weltbe-
ruehmten Revolutionaere wie Sparacus,Lenin und Che Guevara .-

 (Na, zu mindest im Geiste).

Jedenfalls,das Kraftwerk wurde verhindert,die Au ist heute ein Naturschutzpark und
wuerde @Jock die Au besuchen,hoerte er die Froesche applaudieren,die Fische
schwoemmen Formation und der Auhirsch roehrte seiner Hirschkuh zu : Schau,was
fuer ein herrlicher Held dort geht !


Jock





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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #167 am: 04. Januar 2015, 08:46:53 »

Als ich 2008 im Flugzeug nach Sukothai sass,ueberlegte ich,wie das
Wiedersehen mit meiner Frau,von er ich einen ganzen Monat getrennt
war,ausfallen wuerde.

Wird sie mich mit Blumen begruessen ?,spielt eine Musikkapelle auf ?,hat
es sich der Buergermeister nicht nehmenlassen,mich im Namen der Ge-
meinde  willkommen zu heissen ? und dergleichen mehr.

Nun, der Empfang war etwas ernuechternd.

Als ich meiner Frau gegenueberstand,drueckte sie mir zunaechst ein Handy
in die Hand,dann erst bekam ich einen fluechtigen Kuss und eine ausfuehr-
liche Erklaerung,wie das Handy zu bedienen sei.

Eine Woche spaeter zaehlte ich nach.In dieser Zeit fiel mir das Handy 7 x
aus Brusttasche und keine "Sau" hatte mich angerufen und ich auch niemanden.

Daraufhin legte ich das Handy in eine Schublade und nehme es nur dass zur Hand,
wenn ich mich auf eine laengere Reise begebe.

Ich muss immer wieder in erstaunte und verblueffte Gesichter sehen,wenn ich auf
die Frage nach meiner Handynummer antworte : Ich hab kein Handy !

Da ich ein bisschen Gedanken lesen kann,weiss ich was das Gegenueber dabei ueber
mich denkt.Oft musste ich hinterher die Bekanntschaft aufkuendigen.

Die Handymanie empfinde ich langsam als Belaestigung.Beim letzten Songkran-Fest,
war unser Haus zum Brechen voll.Menschen,die ich noch nie vorher gesehen hatte,
durchstreiften das Haus auf der Suche nach einer freien Steckdose fuer ihre Handy-
Akkus.

Auch meine Frau hat sich das neueste Modell, was es auf dem Markt gibt zugelegt.

Tage und Naechte verbringt sie mit dem Ding,vergisst dabei Hund und Ehemann,nicht
jedoch auf ihre Mahlzeiten. (Betonung auf IHRE )

Wie in jeder Familien,kommen auch bei uns Begebenheiten vor,die grossen Einfluss
auf das weiter Schicksal haben koennen.z.B. Tod der Erbtante,der Kauf von 18 Kg. Gold,die
bevorstehende Scheidung u.s.w.Um diese zu besprechen ist es notwendig,eine guenstige
Gelegenheit zu finden.

Es hat sich herausgestellt,dass bei uns der beste Zeitpunkt dann gekommen ist,wenn
meine Frau buegelt.Da sind ihre Haende handyfrei und sie ist nicht so von facebook & Co
abgelenkt.

Der allgemeine Handywahn hat aber auch seine heiteren Seiten.

Fahre ich in Bangkok U-Bahn, sitzen mir gegenueber 7 wildfremde Personen mit ge-
senken Koepfen und zuckenden Fingern,die nicht wagen mich anzublicken.

Betrete ich einen Handyladen und frage nach einem Handy, mit dem man nur telefonieren
kann,nach lasse ich einen ratlosen Verkaeufer zurueck,wenn ich alle Geraete zurueckweise,
die mehr koennen.
Habe ich gute Laune,troeste ich ihn mit der Vorhersage,dass es in wenigen Jahren sicherlich
solche Geraete am Markt sein werden.

Und heute habe ich in der Zeitung gelesen,dass es noch Orte auf er Welt gibt,wo kein
Handyempfang moeglich ist.Weit ist es halt weg und auch sehr kalt soll es sein.

Nordpol,Suedpol und das Cafe Sperl in Wien.

Jock



« Letzte Änderung: 04. Januar 2015, 09:02:47 von jock »
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #168 am: 02. Februar 2015, 10:46:14 »

Wenn man in den naechsten Tagen Richard von Weizsaecker zu Grabe
tragen wird,wird die halbe Bundesregierung anwesend sein.

In den Trauerreden werden seine Verdienste als Bundespraesident ge-
wuerdigt werden,sein hohes Ansehen in der Bevoelkerung hervorgehoben
und seine moralische Autoritaet gelobt.

Zu recht und er wird lange Zeit noch in der Erinnerung der Deutschen bleiben.
Respekt und Anerkennung auch meinerseits !

Als 1956 der ehemalige oesterreichische Bundespraesident Wilhelm Miklas seine
letzte Ruhestaette einnahm,war er so gut wie vergessen und heute erinnern sich nur
mehr ein paar Historiker an ihn.
Vielleicht gibt es da und dort noch jemanden,der, wenn der Name Miklas faellt, auto-
matisch auch an "Bessy" denkt.Viele werden es jedenfalls nicht mehr sein.

Bessy war die Lieblingskuh von Herrn BP Miklas.Ein sanftes freundliches Tier,welches
mit Vorliebe die rosagefaerbten Nuestern in frisches Gras oder duftendes Heu steckte
und waehrend ihres Lebens mehrere 10.000 Liter Milch produzierte.

"Bessy" war der ganze Stolz des Herrn Wilhelm Miklas !

Sie war aber auch der Grund dafuer,dass man den Bundespraesidenten verlachte und ver-
spottete,wenn er gluecksstrahlend wieder eine Auszeichnung fuer seine Kuh von einer
Landwirtschaftsausstellung in Empfang nahm und diese Urkunde in der praesidialen
Kanzlei aufhing.

Ueber Jahre hindurch war er politisch ins Eck gestellt,was zum guten Teil auch an seiner
Passivitaet lag.Und doch sollte seine grosse Stunde noch kommen,die ihn aus der
langen Reihe der Bundespraesidenten herausheben wird.

Zwar hatten inzwischen die Nazis die Macht in Oesterreich uebernommen,aber der rechtlich
legitimierte Anschluss Oesterreich an Deutschland war noch nicht vollzogen.

Das lag an Herrn Miklas,der sich einfach weigerte,das entsprechende Gesetz zu unter-
zeichnen,damit es in kraft trete.

In Berlin tobte Goering und Hitler erlitt einen Schreikrampf,aber an Herrn Miklas kamen sie
nicht vorueber.

Er stellte sich auf den Standpunkt,aus moralischen Gruenden dieses Gesetz nicht unter-
schreiben zu koennen und zu wollen und stoppte so, zumindest fuer einige Stunden, das
Tausendjaehrige Reich in seiner stuermischen Entwicklung.

Am 9.April 1938 trat er zurueck,ohne von seinem Standpunkt abgewichen zu sein und
uebergab die Amtsgeschaefte an den Bundeskanzler,der noch in der selben Stunde das
Gesetz unterzeichnete.

Fuer seine Standfestigkeit verdient Herr Miklas ebenfalls Respekt und Anerkennung,den
ich hiermit ausdruecke.

Jock








« Letzte Änderung: 02. Februar 2015, 11:09:28 von jock »
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Tommi

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #169 am: 02. Februar 2015, 12:56:39 »

@Jock, interessant! ;}
Aber was wurde aus Bessy? Von Hitler erschossen, oder gar gegessen?


 ;)
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fidelio

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #170 am: 02. Februar 2015, 13:45:28 »

@tommi
Ob erschossen (als Widerstandskuh) ist nicht bekannt.
Gegessen hat sie der Groefaz nicht, weil der war ja angeblich
Vegetarier.
fidelio
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #171 am: 02. Februar 2015, 15:25:53 »

@Tommi

Immer wieder wird uns Oesterreichern vorgehalten,und manchmal sogar
durch Filmmaterial bewiesen,dass wir alle geeichte Nazisympatisanten waren.

Es ist richtig,als die Nazis kamen war die Euphorie gross,doch lange hielt sie nicht.

Warum war das so?

Wenn wir im Geschichtsbuch zurueckblaettern,war die Bevoelkerung bis 1918 in einem
Grossreich wohnhaft.

Nach Ende des WK I und dem angeblichen Ausspruch Clemenceau " Autriche cèst quìl reste"
(Und der Rest ist Oesterreich) stellten die Oesterreicher fest,dass sie den Grossteil ihres
Territoriums verloren hatten.

Sie verloren die Kornkammern in der Ukraine,die Oelfelder in Polen,die Industrien in Maehren
und Slowakei,die Haefen in Istrien,die Versorgung mit Kohle und die Schweinezucht.

Die damaligen Grossfirmen und Banken hatten ihre Strukturen eben auf die Grossflaeche aus-
gerichtet und waren fuer ihre Taetigkeit fuer 60 Mio Einwohner eingerichtet.

Die Folge war,dass die Beschaeftigten nicht mehr alle gebraucht und freigestellt  wurden.

Das Heer von Arbeitslosen wurde noch durch die abgemusterten Offiziere und sonstige Heeres-
angehoerige verstaerkt.

Neben dem Umstand,dass es schwierig war,diese Massen in Arbeit zu bringen,brach auch ein
Versorgungsnotstand aus.Auch ein psychologisches Problem wurde virulent.
Ein Offizier in der k.u.k.Armee hatte zwar wenig Sold,aber Ansehen.Dieses war nun dahin.

Somit war Grund genug gegeben,dass die damals Lebenden keinerlei Zukunftsperspektiven
in diesem kleinen Land sahen.

Diese depressive Grundstimmung war mit ein Grund,dass man verstaerkt nach Deutschland
blickte,die Fuehrung ab 1932 dort bewunderte,die Deutschen um ihre Aufbruchsstimmung beneidete
und nur eines wollte,naemlich auch diesen Standard erreichen und vielleicht sogar einmal einen
VW kaufen koennen,wenn man denn erst wieder Geld verdienen kann.

Tatsaechlich,kaum waren die Nazi`s da,schon wurden das Arbeitslosenheer kleiner und das
Selbstbewusstsein stieg.Man war wieder wer !

Dass dieser Traum nur etwas mehr als ein Jahr anhielt,wusste die breite Masse nicht.

Das oben Beschriebene ist nur ein Erklaerungsversuch und keine Rechtfertigung,warum der
Heldenplatz schwarz vor Leuten war,die sich die Kehle heiser schrien und schon gar nicht
eine Entschuldigung fuer die Verbrechen,die Oesterreicher im Nazi- Regime begannen haben.

Jock
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Tommi

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #172 am: 02. Februar 2015, 17:18:33 »

... als die Nazis kamen war die Euphorie gross ... Warum war das so?

Natürlich war es so, da bin ich mehr als nah bei dir. Der kleine Schönheitsfehler
ist, dass die älteren Deutschen sehr ähnliche Argumente verwenden. Oft wird das
dann sehr ungern gehört. Aber dafür können die Österreicher nun wahrlich nichts.
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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #173 am: 13. Februar 2015, 14:59:44 »

Als 1848 in Kalifornien der Goldrausch ausbrach, war er nur von kurzer
Dauer.

Viele die kamen,zogen enttaeuscht wieder ab und nur einigen gelang es reich
und wohlhabend zu werden.

Anders beim oesterreichischen Goldrausch,der Mitte der 50,ger Jahre von Toni
Sailer,Anderl Molterer und Kumpane ausgeloest wurde.

Ihre Olympia -und Weltmeistertitel bereiteten den Boden vor,dass Skifahren zum
Volkssport wurde.Jedermann der zwei Beine und zwei Haende hatte,wollte mit dem
Stream mitschwimmen und plante Winterurlaube.

Einhergehend war ein Investitionsboom,der auch abgeschiedene Seitentaeler er-
reichte und ueberall zum Bauen von Skiliften,Hotels und Pensionen anregte.
Alsbald wurde auch in jeden Ort der sich zum Skifahren eignete Skischulen er-
oeffnet.

Die hatten damals allerdings ein Problem,da es einfach zuwenig staatlich gepruefte
Skilehrer gab.So griff man auf arbeitslose Holzfaeller und Mauerer zurueck und ernannte sie
zu Skilehrern.Skifahren konnten sie alle,Fremdsprachen konnte sie nicht und auch das
Grosse Einmaleins war vielen eine Herausforderung.

Die Skihasen jedoch kamen aus aller Welt.Junge Damen aus Deutschland,Holland,
Schweden und Amerika,waren ganz begierig darauf,Wedeln zu lernen.

Doch zunaechst standen grausame Stunden am Idiotenhang davor.Keine 10 Meter
kamen sie weit,dann sassen sie schon wieder am Hosenboden und der Ruf des Ski-
lehrer droehnte in ihren Ohren nach.

Haaaxen obiagn ! Haaaxen obiagn,hob i gsogt,bruellte er jedesmal mit kehliger Stimme .

Als die Damen begriffen,was damit gemeint war,uebten manche davon sogar naechtens
am Ruecken liegend diese Stellung.Oftmals musste sich sogar ein Skilehrer dazwischen
werfen,ohne sich der Skischuhe zu entledigen.

Aber unter den Damen waren auch einige Nuggets.Zwar sahen sie nicht so aus,als wuerden
sie jemals in der Lage sein,einen Kuhstall auszumisten,hatten jedoch den Vorteil,Toechter
amerikanischer Millionaere zu sein.

So kam es,dass sie,von der Urkraft der Natuerburschen ueberwaeltigt,diese ueber den
Ozean verschleppten und sie heirateten.

Kaum auf dem amerikanischen Kontinent gelandet,nannten sie sich nicht Franz oder Pepi,
sondern Frank und Joe.
Sie errichteten Hotels mit anschliessendem Shop,eroeffneten Skischulen und taten das,
was sie im Tirolerischen,Salzburgerischen oder Kaerntnerischen auch ausgeuebt hatten.

Sie lehrten den Sikilauf und alsbald erklange entlang der Rocky Mountains und anderer
Gebirgszuege der bekannte Ruf :

"Haaaxen obiagn,Haaaxen obiagn,hob i gsogt "

Dieser Ruf ist mittlerweile den Amerikanern so vertraut wie Abraham Lincoln und es
wuerde mich nicht ueberraschen,wenn demnaechst bei "WikiLeak"Dokumente einseh-
bar werden,wo sich die amerikanische Admiralitaet ernsthaft mit dem Gedanken getragen
hat,den naechsten atombetriebenen Flugzeutrager auf " Haaaxen obiagn " zu taufen.

In Oesterreich haelt der Goldrausch weiterhin an  und hat sich zu einer gut geschmierten
Maschinerie entwickelt.

Wo frueher 250 Jahre lang der Kuhstall stand,steht jetzt ein praechtiges Gebaeude mit
heimeligen Fremdenzimmer.
Der Gasthof nennt sich jetzt Restaurant und auf der Speisekarte findet man Gerichte,
die sich "Cassolette de lentilles " nennen,was frueher als Linseneintopf bekannt war.

Solange der fremde Gast es ohne mit der Wimper zu zucken hinnimmt,dass die Menge
der verabreichten Speisen um 50 % reduziert worden sind,dafuer der Preis sich ver-
doppelt hat,haelt der Goldrausch an.

Aber so mancher "Kommerzialrat"sollte einen stilles Dankeschoen an Toni,Anderl und Hias
nachschicken,bevor er den neuen Mercedes ordert.

Jock


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shaishai

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #174 am: 13. Februar 2015, 21:19:36 »

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #175 am: 04. April 2015, 08:35:37 »

Zuerst dachte ich,es waere einfach eine Schlamperei von mir ge-
wesen.

Aber dann wurde ich stutzig,als ich zufaellig einen Bericht ueber
Herrn Prof.Dr.Anton Zeilinger gelesen habe,der sich an der Tech-
nischen Universitaet zu Wien mit der
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shaishai

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #176 am: 04. April 2015, 09:15:20 »

ich glaube da fehlt die pointe  ;]


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jock

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #177 am: 04. April 2015, 09:51:05 »

@shaishai

Stimmt,Ich bin da rausgeflogen und kann jetzt wegen Zeitablaufs
nicht mehr editieren.

Ich schreibe die Geschichte spaeter nochmals - ich gehe jetzt eine
rauchen.

Jock
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shaishai

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #178 am: 04. April 2015, 09:52:15 »

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Re: Geschichten aus der Geschichte
« Antwort #179 am: 04. April 2015, 10:38:06 »

Zuerst dachte ich,es waere einfach eine Schlamperei von mir
gewesen.

Aber dann wurde ich stutzig,als ich zufaellig einen Bericht ueber
Herrn Prof.Dr. Anton Zeilinger gelesen habe,der sich an der Tech-
nischen Universitaet zu Wien mit der Quantenteleportation be-
schaeftigt.

Einfach erklaert handelt es sich bei diesem Wissensgebiet um
die physikalische Dematerialisation von Gegenstaenden um sie
an anderen Orten mittels Teleportation zu  transferieren um sie dort
wiederum zu materialisieren.

Seine Experimente zeitigen allerdings bisher nur einen bescheidenen
Erfolg.

Ganz anders bei @Jock !Mir gelingen in regelmaessigen Abstaenden
solche Experimente.

Erst neulich,als ich wieder zur 90 Tage-Meldung zur Immigration
musste.

Ich war mir sicher,dass ich meinen Pass in die Mappe,wo alle anderen
Dokumente verwahrt werden,verwahrt habe.Allerdings war der Pass,
als ich ihn entnehmen wollte, nicht mehr da.

Ein immer nervoeser werdendes Suchen begann.Selbst meinen Hund
belegte ich kurzfristig mit einem furchbaren Verdacht.

Aber dann wurde ich fuendig.Der Pass lag auf meinem Nachtkaestchen
auf einer alten Ausgabe des "Spiegel " aus 2008,zwischen einem Buch
ueber die Flora Thailands wo obenauf noch ein ausgeschriebenes Buech-
lein mit Sudoku Raetsel lag.

Da es mir nicht erinnerlich ist,den Pass dorthin platziert zu haben,bleibt
nur der logische Schluss,dass es mir durch Willenskraft moeglich ist,
quantenmechanische Inferenzeffekte mit nachfolgender Teleportation
auszuloesen.

Durch die erstmalige Veroeffentlichung und Beschreibung dieses Experiments,
im TIP-Forum,sollte es moeglich sein,dass sich dieses Medium in die erste
Reihe hochwissenschaftlicher Publikationen katapultiert.

Ich selbst bleibe bescheiden.Ein paar Doktorhuete von angesehenen Uni-
versitaeten und der Orden " Pour le Merite" reichen mir.

Jock

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