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Autor Thema: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.  (Gelesen 6019 mal)

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jock

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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #30 am: 14. Januar 2021, 10:25:04 »

Ein Steckenpferd reiten,kann teuer werden.

Also gut,64 Millionen und keinen Cent mehr,sagte der eine Herr.Der andere Herr sagt da-
zu: Einverstanden,alles andere machen unsere Anwaelte.

Das Objekt,das den Besitzer damit wechselt,hat 4 Beine,einen Schweif,stehende Ohren
auf einen grossen Kopf und hoert auf den Namen "Fusaichi Pegasus".

Verkaeufer war ein japanische Milliardaer,Kauefer ein irischer Milliardaer,die ein gemein-
sames Hobby haben - naemlich Pferde.

Ein anderer Herr aus den Emiraten faehrt ebenfalls auf Pferde ab.Inflationsbereinigt
hat er persoenlich 100 Millionen fuer den Kauf von Pferden ausgegeben und nocheinmal
30 Millionen,wo sein Gestuet als Kaeufer aufgetreten ist.

Das Gestuet des Emir von Dubai ist in England.Das Gestuet mit dem Namen Godolphin,
ist eine weitreichende Anlage mit Weideflaeche,Stallungen,Reha - Center fuer die 4-Bein-
er etc.etc.

So etwas kostet Geld.Die Kosten werden niemals durch die gewonnen Preisgelder aus-
geglichen und mit der Zucht alleine geht es auch nicht.

Paul Schockemoehle hat den Wunderhengst Totilas fuer 10 Mio. gekauft und wollte ihn,
als 10-jaehriger zur Zucht verwenden.
Doch Totilas hat es vorgezogen,das Zeitliche zu segnen und hat sich in den Pferdehimmel
verabschiedet.Er wurde nur 20 Jahre alt.

Der Deckpreis lag wahrscheinlich bei 30.000 Euro pro Durchgang.Ausserdem wurde eine
Samenbank aufgebaut,die jedoch schon dem Ende zugeht.

Summa summarum ein Defizitgeschaeft.

Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktoum,Herrscher von Dubai,wird wahrscheinlich
sein Gestuet (samt edlen Pferden) abschreiben muessen,wenn er die Forderungen seiner
Frau nicht erfuellt,und sie die Versteigerung einleitet.

Erfreut wird er gerade nicht sein,aber der Verlust des Gestuets wird ihn nicht das finanz-
ielle Genick brechen.

Unsereiner kann da nicht mithalten und wenn man sich schon mit Tierzucht als Hobby
anfreundet,soll man mit Brieftauben anfangen.

Jock


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jock

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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #31 am: 20. Januar 2021, 09:16:46 »

Der Gesang des Kaviars

Ein Kaviar kann singen ?

Ja,behaupten die Gourmets und es klingt schoener als eine Opernarie von der Sopran-
istin Anna Netrekova gesungen.

Unterm Singen eines Kaviars versteht man das Geraeusch,das entsteht,wenn man eine
kleine Portion des Belugakaviars aus der Dose hebt.
Es ensteht dabei ein leises,schmatzendes oder knisterndes Geraeusch.

Der Beluga- Kaviar ist eine teure Delikatesse aber nicht selten im Handel angeboten.

Die seltenste und auch teuerste Sorte ist der Almas - Kaviar,der von 60 - 80 jaehrigen
Stoeren geerntet wird und das Kilo 30.000 Euro kostet.
Bei dieser Sorte sind die Eier weiss bis elfenbeinfarben,im Unterschied zu anderer Sorten,
die schwarz/grau bis roetlich sind.Die Korngroesse sind 3,5 mm.

Weltweit kommen nur ca.25 Kg.auf den Markt,die in goldenen Dosen verpackt werden
und frueher nur fuer den Schah von Persien vorbehalten waren.

Es ist nicht jedermanns Sache,rohe Fischeier zu essen.Aber wenn doch,dann weiss man,
wie mit dem Besteck umzugehen ist.

Niemals darf Kaviar mit metallernen oder silbernen Loeffel gegessen werden.Das ver-
dirbt den Geschmack.
Zugelassen sind Bestecke,die aus Perlemutt oder Elfenbein bestehen,aber auch aus
Porzellan oder Kunststoff.

Der geuebte Kaviar -Geniesser wird den Rogen mit der Zunge am Gaumen zerdruecken,
wobei er den Kaviar noch mit einem Spritzer Zitronensaft verfeinert.

Der Begriff "Drueckeberger" gewinnt so eine ganz andere Bedeutung.

Blinis werde dazu gereicht und die passenden Getraenke sind eiskalter Wodka,erlesener Champagner oder trockener Weisswein.
Leute,die Coca-Cola dazu trinken,outen sich als primitive Neureiche,die meist eine Phobie
vor dem Sozialismus haben.

Die besten Bezugsquellen fuer Kaviar sind das "Caviar House & Prunier" am Piccadilly-
Circus und "Petrossian" in Paris.

Auch bei REWE und Lidl ist "Kaviar" im Angebot."Deutscher Kaviar" steht auf den Be-
haeltnissen.

Allerdings ist da der Rogen nicht vom Stoer,sondern vom Seehasen und sonstigen Was-
serbewohnern,die noch dazu eingefaerbt wurden.

Jock



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asien-karl

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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #32 am: 20. Januar 2021, 12:43:12 »

Blinis werde dazu gereicht und die passenden Getraenke sind eiskalter Wodka,erlesener Champagner oder trockener Weisswein.
Leute,die Coca-Cola dazu trinken,outen sich als primitive Neureiche,die meist eine Phobie
vor dem Sozialismus haben.
Bin ich froh das ich mich nichts aus Cola mache.  :]
Sonst wär ich ja ein Angsthase vor dem Sozialismus.  :]

Aber dem Zeug kann ich nichts abgewinnen, mag sein das es am Getränk lag das für normal mit auf dem Tisch kommt.
Reisschnapps. Normal gönnt man mir eine Sonderstellung, ich darf Bier Trinken.  :-)

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Helli

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Man versehe mich mit Luxus. Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #33 am: 20. Januar 2021, 17:23:46 »

Ja, behaupten die Gourmets und es klingt schoener als eine Opernarie von der Sopranistin Anna Netrekova gesungen.
Jock

Heißt die so? Wohl eher: https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Jurjewna_Netrebko
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Ein Moselaner regt sich nicht über Dinge auf, die er nicht ändern kann.

jock

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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #34 am: 20. Januar 2021, 17:58:12 »

@Helli

Richtig - Anna Netrekova,sogar eine Oesterreicherin.

Jock
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jock

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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #35 am: 25. Januar 2021, 11:04:32 »

Wie die Eliten Regenschirme kaufen

Ich hatte schon unterschiedlichste Regenschirme in meinem Leben.

Vom "Knirps" bis zu den gebraeuchlichen schwarzen Herrenregenschirme bis zu den
bunten,die die Damen bevorzugen.

Ich liess mich sogar demuetigen,indem ich ein Exemplar mit dem Firmenlogo eines
Sonnenschutzcremeherstellers durch die Strassen trug.

Aber wegen des Regengusses,liess ich meinen Stolz beiseite.

Fast alle meine Regenschirme sind mir abhanden gekommen.Einer wurde mir im Kaf-
feehaus gestohlen,einen vergass ich in der Eisenbahn,die,die ich verborgt habe,kamen
niemehr wieder zurueck und einige holte der Wind.

Also werde ich,wenn ich wieder in Wien bin,auf die gleiche Art wie die Eliten ihren
Regenschirm kaufen,um es ihnen gleichzutun.

Ich stelle es mir so vor,ich bin in der Stadt unterwegs und Regen zieht heran.Ich be-
trete den edlen Laden,zeige auf ein Modell und frage nach den Preis.

400.000 Euro ist die Antwort,ich sage o.k.,zahle mit der Bankomatkarte,oeffne die
Autotuere,entnehme den Regenschirm und gehe meiner Wege.

Die "Huelle" des Schirms,lasse ich zurueck.

Die "Huelle"oder das Etui hat an der Motohaube die "Emily"und irgendwo ist die Pla-
kette mit dem "RR"platziert.Ist knapp 2.500 Kg.schwer und das Interieur ist purer
Luxus.

Es bringt nicht viel,das alles aufzuzaehlen - es ist einfach alles da.Der naechste "Ghost"
soll sogar noch edler sein.

Ja,die von Rolls Royce lassen sich nicht lumpen und in jeden Wagen ist ein Regen-
schirm in der Griffweite der Tuere leicht zu finden.Worauf sich die akademische Frage stellt,habe sie den Regenschirm eingebaut oder haben sie das Fahrzeug um den Regenschirm herum gefertigt.

Ich glaube,die zweite Version ist zutreffend und der Dreh - und Angelpunkt ist der
Schirm mit dem silbernen Knauf,um den sich der Motor und die Karosserie dreht,wie
die Erde um die Sonne.

Das erklaert auch,warum keine genauen Informationen,ueber die Fahrzeugsdaten be-
kannt gegeben werden und Interessenten,die laestige Fragen nach Geschwindigkeit,
Luftwiderstandswerte,Pferdestaerke oder Verbrauch stellen,werden mit einem Wort
zur Vernunft gebracht.

Das Zauberwort heisst: " Ausreichend ".

Der Regenschirm ist wahrscheinlich das Geheimnis,dass Rolls Royce ein unvergleich-
liches Image aufgebaut hat und deren Erzeugnisse an jedem koeniglichen Hof in Ver-
wendung stehen.
Gerade die aelteren Modelle,die als Oldtimer gelten stehen hoch im Kurs.

So soll auch der gelbe Rolls,in der,der Insasse in seiner weissen Galauniform,der po-
lierten Orden samt Saebel gut zur Geltung kommt,bei einer finanziellen Transaktion
eine Rolle gespielt haben.(Aber Genaues weiss man nicht)

@Jock haette dafuer allergroesstes Verstaendnis,denn ein Gentleman ohne Regen-
schirm,ist kein Gentleman.

Jock













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jock

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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #36 am: 16. Juli 2021, 09:36:03 »

Die Meldung ging flugs um den Globus

Prinz Charles trat in eine Kuhflade,war die Botschaft,die die Menscheit erschuettern
soll.

Dabei ist diese Meldung grausam verkuerzt.Richtig sollte es heissen,dass Prinz Charles,
perfekt gekleidet,in diese stieg.

Dem war auch so.Der elegante Herr hatte einen khakifarbenen Anzug an und trug
neben einer passenden,farbfrohen Krawatte ein dezentes Einstecktuch.

Da passte einfach jedes Detail.Der Anzug hatte genau diesen Khakifarbton,der in der
Sonne nicht ordinaer glaenzt und nicht stumpf wirkt,wenn es dunkel wird.
Nur uralte Schneider in Indien,haben die Gabe und das sichere Auge,das richtige Tex-
til auszuwaehlen und erlernten dies von einem Urahn,der seinerzeit fuer die englische
Besatzungsmacht arbeitete.

Die Krawatte,die Prinz Charles trug,erweckte Hoffnungen bei mir.

Ist das Zeitalter,wo Fernsehmoderatoren sich dunkelbraune oder schwarze,mit aues-
sert dezenten Muster versehene Binder um den Hals banden,vorbei ?

Ein bisschen Farbe tut doch jeden Herren gut und wenn es nur die Krawatte ist.

Bei der Suche nach einer solchen waere ich beinahe verhaftet worden.

Ich gebe zu- ich bin ein Krawattenfetischist.Und als solcher betrat ich vor Jahren das
Kaufhaus C&A in Wien.

3 Stueck nahm ich vom Haenger und ging zum Spiegel.Hielt die ein vor die Brust,
dann die andere und schliesslich die Dritte.
Zwei davon gefielen mit gar nicht und das Stueck,die passend sein konnte,legte ich
ueber die Schulter.
Haengte die zwei Krawatten wieder auf,nahm zwei andere zur Hand,ging wieder zum
Spiegeln und probierte sie aus.

Nach einer ganzen Versuchsreihe,kaufte ich eine um 6,20 Euro und wollte das Kauf-
haus verlassen.

Da sprach mich ein burschikoser Herr an und bat mich in sein Buero.Er verdaechtigt
mich des Ladendiebstahls,eroeffnete er das Gespraech.

Ich drehte meine Taschen um,erbot dem Herren,mich splitternackt auszuziehen und
hielt den Kassenbon vor seine Nase.

Daraufhin verzichtete er die Gruene Minna zu rufen und murmelte eine Entschuldig-
ung.Er erklaerte auch,wie so es zu diesem unverzeihlichen Fehler kommen konnte.

Das Fernsehauge,das mich im Fokus hatte,verlor bei meinen oftmaligen Versuchen,
die schoenste Krawatte zu finden,die Uebersicht.

Da wuenschte ich mir,ich sei Prinz Charles.

Niemals wuerde er in Verdacht kommen,bei C&A etwas stehlen zu wollen.Weder eine
Krawatte noch ein Stecktuch.

Wobei ein Stecktuch zu stehlen,eine lukrative Angelegenheit sein kann.

Die ehrenwerte Firma Louis Vuitton bietet Stecktuecher zum Quadratmeterpreis von
2.880 Euros an.Versace ist eine Nummer teurer.

In dieser Preislage bekommt man schon einen Quadratmeter Bauland am Silbernen
See in Potsdam.
Gleich nebenan von Guenther Jauch und Dr.Gauland.

Jock








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jock

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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #37 am: 10. August 2021, 09:41:09 »

Reise in die Vergangenheit

Gibt es einen vernueftigen Grund mit der Eisenbahn von Pretoria nach Kapstadt
zu reisen,dabei 3 Tage/2 Naechte auf 16 m2 "eingepfercht" zu sein und dafuer ( als
Paar) knapp 4.000 Euros auszulegen ?

Die Flieger sind in 2 Stunden am Ziel und das Ticket kostet ca.100 Euros.

Ja diesen Grund gibt es - und der heisst Nostalgie.

Am Abfahrtbahnhof erwartet man sich waschechte Buren,die im restaurierte Ge-
baeude die Fahrgaeste erwarten und herrisch irgendwelche Sklaven anordnen,den
Herrschaften behilflich zu sein,waehrend die antike Dampflokomotive BJ 1886 dam-
pfend und pfauchend,ein beliebtes Fotomotiv darstellt.

Die Buren gibt es nicht und auch nicht die Schwarzen.

Nach dem Begruessungsdrink gleitet man in den Wartesaal.Und der laesst keinen
Vergleich mit dem Wartesaal des Bahnhofs Puerbach- Schrems zu.

Bequeme Sitzgelegenheiten,ein kleiner Gift-Shop,wo man kleine Souveniers kaufen
kann,wo aber auffaellt,dass die Vitrinen versperrt sind und die Schluessel abgezogen.

Die Reisegesellschaft (meist internationales Publikum),gehoeren zu 90 % der goldenen
Generation an.Silbern glaenzt das spaerliche Haupthaar bei den Herren,die zum dunkel-
blauen Blazzer bordeauxrote Hosen anhaben und blankgeputze Schuhe "shinen".

Die Haarpracht der Damen ist oft weiss-blaeulich und dauerwellendomestiziert.

Die aelteren Herrschaften haben groessere Muehe,die Waggons zu besteigen.Das mues-
sen sie alleine oder mit Mithilfe anderer Reisender selbst schaffen.

Aber mal im Waggon,umgibt einem ein prachtvolles Interieur.

Poliertes Mahagoni,Chesterfieldsofas,brokatbezogene Fauteuils,goldschimmernde Vor-
haenge u.s.w. vermittelt den Reisenden, der oberen Gesellschaftsschicht anzugehoeren.
Sieht man sich das Amenity - Kit an,wird man vielleicht davon abkommen,bei nachts
die Massschuhe vor die Coupe - Tuere zu stellen,denn im Kit ist auch Schuhcreme
verpackt,neben Naehzeug und Sicherheitsnadel.Und das duerfte einen Grund haben.

Es kann natuerlich nur Personalmangel sein oder ist es ein Nachlaeufer der Abartheid-
zeit ?

Nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hat,bleibt er nach einer Stunde schon
wieder stehen.Die Dampflok wird gegen eine leistungsfaehige E- Lok ausgetauscht.

Auf der Fahrt bis dahin,bewundert man die Dark-side von Pretoria/Johannesburg.

Wellenblechhuette an Wellenblechhuette,unverputze Betonmauern,stinkende Gewaes-
ser,wo Unrat schwimmt und dazwischen farbenfrohe,hellleuchtene Kleider der dort
lebenden Einwohnerinnen.

Die Reisenden haben sich inzwischen "eingewoehnt",studierten das Welcome - Schreiben
der Eisenbahngesellschaft,wo darauf hingewiesen wird,weder den Zug noch das Um-
land durch eine weggeworfene Zigarette abzufackeln und ja nicht zum Dinner ohne
"Collar,Tie und langen Hosen zu erscheinen.Die Damen haben es bei der Kleiderwahl
etwas freier.

Das Dinner ist der Hoehepunkt des Tages.Feinste Speisen stehen zur Auswahl und
silbernes Besteck ist ausgelegt.
Es empfiehlt sich nicht,den eigenen Besteckkasten aufzufrischen,denn das Service-
personal hat da scharfe Augen und es koennte sich eine unerfreuliche Konversation
ergeben,wenn ....

Der Zug hat mittlerweile eine semi-dessert gepraegte Landschaft erreicht.

Bretteleben,schuettere braune Vegetation,weder Elefant,Loewe oder Giraffe weit und
breit.

Auch bis zum Fruehstueck,das nicht zu bemeckern ist,ist die Landschaft gleich ge-
blieben.

Das gibt Gelegenheit,unter den deutschen Reisenden einen Gespraechsfaden aufzu-
nehmen,der meist so beginnt:" Also,in Deutschland gaebe es das nicht.Da waere ein
kurz geschnittener Rasen mit bepflanzten Blumenbeeten zu sehen".
( Zur Erinnerung,das Gebiet ist mehrere 10.000 Km2 gross)

Damit kann man das Trostvolle am Gespraech heraushoehren,was sich aendern wuerde,wenn die Deutschen die Weltherrschaft uebernommen haben.

Der Besuch der stillgelegten Diamantmine in Kimberley mit dem Deep Hole ist ein
weiterer sehenswerter Stopp auf der Reise.

Nach der Weiterfahrt und nach dem Lunch,stellt sich wieder das gewohnte Bordleben
ein.
Ein Mittagsschlaefchen da,ein Drink dort im Lobbywaggon und dann wartet alles auf
das Dinner.

Endlich am Tag 3 der Reise wird es interessanter.

Nach dem Besuch eines sehr gepflegten Staedtchen aus der Burenzeit aendert sich
die Landschaft.
Die Auslaeufer des Kapgebirges sind erreicht und davor/dazwischen das gruene Tal,
wo der suedfafrikanische Wein waechst.

Leider bleibt da der Zug nicht stehen,sondern eilt den Bahnhof in Kapstadt zu.Um 16 h
muss das Ziel erreicht sein,denn die Eisenbahngesellschaft will sich den "five o'clock-
tea und auch das abendliche Dinner ersparen.

Ist das Luxus ? - Nein,der ist anderswo zu finden.

Jock

 








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jock

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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #38 am: 17. August 2021, 10:04:16 »

Luxusurlaub 1.Teil

Am spaeten Nachmittag des 8.Mai 2021 rollte das Gespann mit dem Wohnwagen
vor dem Eintrittstor des Campingplatzes " Marina di Venenzia" aus.Das Ziel ist er-
reicht,der Luxusurlaub,fuer den man eine Leben lang gearbeitet hatte,kann begin-
nen.

Gerade noch rechtzeitig,denn mit der eingetretenen Zeitverzoegerung,konnte doch
wirklich niemand rechnen.
Extra,fast noch Mitten in der Nacht brach man,der genialen Idee folgend,den Staus
auf den Strassen zu entkommen,auf.
Dass diese "geniale" Idee zehntausend andere Urlauber auch hatten,ueberrascht,
jedes Jahr aufs Neue.

Aber es ging gerade noch mal gut.So konnte man den besten Platz fuer den langen
Urlaubsaufenthalt waehlen.
Genuegender Abstand zu den Toiletten und Duschmoeglichkeiten,der Kinderspiel-
plaetzen sind das Um-und Auf.Trotzdem keine weiten Wege zum Supermarkt und
an den Strand.
Ja,und ein ganz wichtiger Punkt, - der schattenspendene Baum.

Die bekannte Familie aus dem Wuppertal kam eine Stunde zu spaet und musste
mit den zweitbesten Platz vorliebnehmen und hat sich damit den Urlaub verdorben.

Schon naechsten Tag,nachdem das Vorzelt aufgebaut war,der Claim sorgfaeltig ab-
gesteckt wurde,der Campingtisch und die Campingsessel auf ihren Platz standen,be-
ginnt der Luxusurlaub.

Frisches Gebaeck und die Zeitung holen,Kaffee kochen - einfach gemuetlich den Tag
mit dem Fruehstueck beginnen.
Dann ein bischen Sonne,Mittagsessen kochen,Mittagsschlaefchen halten,Schwimmen
im Meer,abends den Grill anschmeissen oder bei der Kartenrunde schummeln.Den
Kontakt mit den Daheimgebliebenen pflegen ( "Bitte die Blumen giessen")und mit
den Nachbarn tratschen.Das alles in luftiger Badekleidung,ohne gesellschaftlicher Eti-
kette.

Hundetodmuede faellt man abends ins Bett.Jeden Tag der gleiche Ablauf bis Oktober.

120 Jahre frueher,auf der anderen Seite der Adria,in Abbazia war auch ein Luxusur-
laub fuer eine "bessere" Familie eingeplant.

Nur die Tagesablaeufe waren ganz anders und stressiger - demnaechst.

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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #39 am: 19. August 2021, 12:31:29 »

Luxusurlaub um 1900

Aua,schrie der korpulente Gast im Hotel Quarnero,als der herbeigerufene Arzt genau
vor 120.Jahren am 19.August,seinen Finger auf die rechte Bauchseite drueckte.

An der Lautstaerke des Schmerzensschreis,bemass der Arzt die Dosis der Medizin und
empfahl im Bett zu bleiben.

Was natuerlich eine kleine Katastrophe bedeutete und die generalstabsmaessige Ur-
laubsplanung fuer die Familie ( Mann,Frau,2 mannbare Toechter) in Gefahr geriet.

Schon vor Tagen war man mit dem Zug angereist.13 Stunden von Wien bis Abbazia,
den angesagtesten Seekurort der Monarchie.

Am Bahnhof,in der Naehe von Abbazia angekommen,hatte man noch die 12 Km bis
zum Hotel mit der Droschke zu bewaeltigen und kam ziemlich geschlaucht zum Ein-
checken an.
Mit der dort verkehrenden Strassenbahn fuhren ja nur gewoehnliche Urlaubsgaeste.

Da die Koffer noch nicht ausgepackt waren,sich schmutzig fuehlte,verzichtete man
auf das Abendessen im Speisesaal und liess sich Mahlzeiten aufs Zimmer bringen.Bald
ging man zu Bette,denn der naechste Morgen verlangte nach hoechster Konzentration,
gute Erinnerungsgabe und tadellosem Auftreten.

Das tadelloses Auftreten begann damit,dass der Herr die Bartbinde,die er ueber Nacht
getragen hatte,abnahm,sich frisch rasierte und in einen passenden Anzug schluepfte.
Sein weiblicher Anhang stand frisch herausgeputzt zum Fruehstueck schon bereit.

Die Wahl des Tisches war wichtig.Sehen und Gesehen werden,ist ein Baustein fuer einen
gelungenen Urlaub.
Mitunter musste ein groesserer Geldschein zu einen besseren Tisch verhelfen.

Bald schon erregte der Herr mit dem Monokel und sein jungen Begleiter die Aufmerk-
samkeit unserer Familie.

Die im Fluesterton vorgetragene Frage,wurde damit beantwortet,dass es sich bei dem
Herren,der seinen Tisch beim Fenster hatte,um Dr.Feodorius von Glavicek,Geheimer
Hofrat im Finanzministerium und seinem Sohn stud.med. handelt.

Diese Auskunft und weitere derartige,kosteten nicht viel.Ein paar Gulden gleiteten in
die Hand des Kellners.
Aber sie waren aeusserst wertvoll,denn man war nicht nur zur Erholung hier,sondern
man war auch auf der Suche nach eine guten "Partie" fuer die Toechter.

Nach dem Fruehstueck begab man sich auf einen Spaziergang entlang der 12 Km lang-
en Promenade.Die Damen mit Hut und Sonnenschirm,in knoechellangen Kleidern.
Wenn die geahnt haetten,dass hundert Jahre spaeter,Damen in spaghettitraegernen
Shirts und kurzen Shorts wandeln werden,haetten sie das Korsett mehr als verdammt.

Immer wieder blieb man kurz stehen und machte "small talk" mit anderen Flaneuren.

Die kroatische Sonne vermieste dem Walk und so kehrte man ins Hotel zurueck.

Bald ist schon Mittagszeit und fuer das Mittagsessen musste man sich umkleiden.

Nach dem Mittagsessen ist ein Mittagsschlaefchen vorgesehen,das bis in die spaeteren
Nachmittage andauern kann.

Um 16 Uhr wird wieder die Bartbinde abgenommen und man begibt sich in die Lobby,
denn die Zeitungen aus Wien sind angekommen.
Waehrend das Familienoberhaupt die Boersenkurse studiert und in Erfahrung bringt,
was Paris und Berlin zur monarchistischen Aussenpolitik meinen,genehmigen sich die
Damen Kuchen und Kaffee.

20 Uhr Abendessen in grosser Aufmachung.Die schweren Parfums der Damen ueber-
toenen den Bratengeruch der servierten Gans.Trotzdem wird zugelangt,um Stunden
spaeter ueber die Gallenkolik zu klagen,weil die Gans zu fett war.

Abends am 18.August grosser Ball zu Ehren des 70.Geburtstages des Kaisers.

Nach der Ansprache,spielt das Orchester erst Straus,dann Lanner knapp vor Mitter-
nach einen Galopp,der Champagner floss in Stroemen.

Der Oberhaupt der Familie registrierte mit Zufriedenheit,dass sich der Sohn des Ge-
heimen Rates,sich auf der Tanzkarte der Toechter eingetragen hatte und es aussieht,
dass es gefunkt hat.

Dem war so.In einigen Monaten wird man Hochzeit feiern und alle gluecklich sein.

Besonders der frisch gebackene Braeutigam,der mit Sorge der Hochzeitsnacht ent-
gegensah und und ueberrascht wurde.

Aber er hatte ja keine Ahnung,dass der ehemalige Klavierlehrer seiner Frau,mehr konnte,als das Klavierspiel jemanden beizubringen.

Jock








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Re: Man versehe mich mit Luxus.Auf Einfaches kann ich verzichten.
« Antwort #40 am: 29. August 2021, 08:04:46 »

Der englische Club

"Oh my God" entfuhr dem Butler der Schrei,als er entdeckte,dass ein altver-
dientes Clubmitglied in seinem Fauteuil entschlafen ist.

Doch sofort handelte er sich einen Rueffel ein.

Der moege doch nicht so ein Geschrei veranstalten.Lord Sowieso ist doch schon
vor ueber 2 Stunden verstorben und kein anderes Clubmitglied hat darueber die
Contenance verloren,wurde dem fassungslosen Butler beschieden.

Auch als man die Leiche aus dem Clubraum verbrachte,liess sich kaum jemand
von der Lektuere der Times stoeren.

Vielmehr war es ein Anlass,einen uralten Port entkorken zu lassen und zu ueber -
legen,wen man als neues Clubmitglied vorschlagen koennte.

Ist es spaet geworden,musste man sich nicht auf den Heimweg machen,sondern
man konnte im Club uebernachten.
Der Vorteil,in den schicken Apartments zu uebernachten lag darin,dass,waehrend
man schlief,der Anzug aufgebuegelt,die Schuhe frisch geputzt und die Pfundnoten
gegen druckfrische ausgetauscht wurden.

Diese englischen Clubs waren Oasen fuer die Gentry,wo man politisch Gleichgesinn-
te traf,Geschaefte verabredete,gut zu Speisen pflegte und keine Angst haben mus-
ste,dass sich die Finger schwarz faerben,wenn die Zeitungen eintrafen.

Die Zeitungen wurden naemlich von einem Clubangestellten gebuegelt um die Druk-
kerschwaerze zu trocknen.

Die mitunter horrenden Clubbeitraege leistete man sich gerne.Der Luxus,nicht mit
einem weiblichen Wesen unter einen Dach zu verweilen,kostet eben.

Heute sind die Clubs ein Abklatsch von einst.

Die Bibliothek wich einem Fitnessroom,aus dem Salon wurde ein Indoorpool und
selbst Frauen koennen heutzutage Mitglied eines Clubs werden.Es soll auch schon
beobachtet worden sein,dass sich ein Sir eine Cola bestellte und diese auch trank.

Das alles sind eindeutige Zeichen,dass die Welt nicht mehr lange steht.Denn die
DNA der alten Clubs war,es soll sich nichts aendern - nur keine Wellen.

Eine kurze Panik entstand vor 1843,als das Geruecht aufkam,dass die Raben vom
Tower ausgeflogen sind.Da sah man schon die Aktienkurse purzeln und Suffraget-
ten marschieren.

Zum Glueck kamen die Raben wieder zurueck und die Frauenrechtlerinnen mussten
noch weitere 60 Jahre warten.

Das Pendant zu den englischen Herrenclubs waren auf dem Kontinent die Salons
und die Salonieren.

Dort war das Salonleben progressiv und der Zukunft zugewandt.

Doch bevor man in diese "Welt" eintaucht,muss man etwas von den Hintergruenden
erfahren - das Zeitalter des Biedermeiers hat begonnen.

Jock
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