คุณ kun Khun kann vieles bedeuten, zunächst steht es mal für
Tugend,
Wert,
Nutzen,
Vorteil und
Qualität, ist also positiv besetzt. Man nutzt es aber auch
1. als persönliches Fürwort (2. Person), das Respekt ausdrückt.
2.um jemanden höflich anzusprechen: Mein Herr, meine Dame, "Sir", "Madame".
3. Ebenso wird es benutzt, um respektvoll über Dritte zu sprechen.
Wenn man z. B.
zu seiner oder
über seine Mutter spricht, tut man das so:
คุณแม่ kun mâe: Khun MaeVerwandte und alte Freunde sind nie
Khun, sondern immer entweder
น้อง nÓ:ng Nong (jünger) oder
พี่ pî: Phi (älter). Wenn jemand sozial bedeutend höher steht oder so eingeschätzt wird, wird er allerdings auch dann "Phi" sein, wenn er jünger ist.
Respektspersonen redet man nur dann mit "Khun" an, wenn man ihren Titel nicht kennt. Ein Lehrer ist zum Beispiel immer
ครู kru: Khru bzw.
อาจารย์ ?a: dscha:n Achan, wenn es sich um einen Hochschullehrer oder um einen hohen Mönch handelt.
Kinder sind
หนุ nu:? Nu, was wörtlich "Maus" bedeutet. Dienstboten sagen zu den Söhnchen und Töchterlein ihrer Herren dagegen
คุณหนุ kun nu:? Khun Nu.
Wenn ich mich Thais vorstelle und es ist informell, sage ich
ผมชื่ออาทิตย์ pom? tschûe: ?a: tíd Phom chue Athit.
Athit ist mein mir von der holden Gattin nach Befragung eines hochrangigen Mönchs und hochkomplizierter Begleitumstände, die ich heute noch nicht durchschaue, verliehener
ชื่อเล่น tschûe: lên Chue len "Spielname".

Formell und unter Kollegen bin ich
ไมเคล mai ken Maikhenมิชาเอล mí¿ tscha: ?e:n Micha-en wäre zwar richtiger für "Michael" (meine deutschen Freunde sagen "Hans"), aber "Maikel Jäcksen" ist immer noch bekannter als ich und man soll die Dinge ja nicht komplizierter machen, als sie eh schon sind...
Wer keinen "Chü len", also keinen Spielnamen hat, gehört – im übertragenen Sinne – nicht "dazu", steht in Thailand außerhalb des gesellschaftlichen "Spiels". Abgesehen davon würden sich die Vorstellung
ผมชื่อฮั้นส์เยิร์ก pom? tschûe: han jö:g Phom chue Han Joeg ("Hans Jörg") sicher nur wenige Thais merken können, soweit sie überhaupt mitbekommen, was der Ausländer da gerade radebrecht...
Wer sich gegen den verliehenen "Spielnamen" wehrt, für den bleibt früher oder später nur "Pappa" "Opa" oder sehr oft "Lung" (Onkel) übrig.
Wenn es erst mal soweit gekommen ist, kann man leider nichts mehr dagegen tun...

Das macht jedoch nichts, denn es ist ja nie böse gemeint, sondern die Notwehr unserer Thai-Bekannten gegen unsere komplizierten Namen, die nicht selten gehörig Kopfweh verursachen.
Und höher als "Falang" ist "Lung" allemal...

PS: "
khun mai ru ist selbstverständlich entschuldigt...