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Thailand-Foren der TIP Zeitung => Partnerschaft, Sex und Liebeskasper => Thema gestartet von: Grüner am 23. Februar 2012, 13:03:16

Titel: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 23. Februar 2012, 13:03:16
Den folgenden, mir persönlich bekannten Fall, habe ich u. a. für die aktuelle Ausgabe von ROYs "Wa(h)re Liebe" zusammengestellt.

Diese Geschichte wurde selbstverständlich ganz einseitig nachrecherchiert, nämlich nur auf der Seite von Siriphon. Namen und Orte sind verändert. Ähnlichkeiten mit anderen real existierenden Ehen in Deutschland sind rein zwangsläufig und unvermeidbar.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 23. Februar 2012, 13:06:47
Siriphon ist in einer ländlichen Provinz in Thailand geboren, aber sie ist keine ethnische Thai. Das ist wichtig, wenn man ihre Geschichte verstehen will, denn die meisten auf dem heutigen Staatsgebiet Thailands lebenden Menschen waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Leibeigene der Herrscher versklavt, wobei Minderheiten besonders schlimm dran waren. Die Thai-Oberschicht fühlte sich gegenüber allen anderen Völkern überlegen, und oft ist das noch heute so.

Viele Oberschicht-Thais blicken auf Menschen mit dunkler Hautfarbe herab, wie sie viele Minderheiten haben, auch diejenige von Siriphon aus dem Osten Thailands. Das ist allerdings kein spezifisches Phänomen Thailands: Fast überall in Asien ist Fremdenfeindlichkeit ein Phänomen.

Dazu fehlt vielen Landbewohnern außerhalb Bangkoks und einigen wohlhabenden Provinzen in Thailand der Zugang zu Bildung und regelmäßiger Arbeit. Wenn es dort überhaupt Arbeit gibt, dann meist Tagelohnarbeiten, die höchstens drei bis vier Monate im Jahr Einkommen bringen. Wenn Landbesitz vorhanden ist, sieht es auch nicht besser aus; oft sind die Familien verschuldet und Arbeit ist nur während der Pflanzeit und der Ernte vorhanden.

Deshalb suchen viele Landbewohner, darunter auch die Angehörigen der beschriebenen Minderheiten wie Siriphons Familie, ihr Glück in den Städten. Vor allem natürlich in der Zehn-Millionen-Metropole Bangkok, in der bis zu vier Millionen nicht amtlich gemeldete Menschen aus den Provinzen leben sollen. Andere gehen in die Touristengebiete wie Phatthaya und Phuket. Ihr Einkommen ist aber auch dort meist am unteren Ende der Skala und übersteigt nicht immer 150–200 Euro im Monat.

Siriphon konnte nur etwas weniger als vier Jahre die staatliche Grundschule besuchen und hat dort zum Beispiel nicht gelernt, die lateinische Schrift zu lesen. Schulpflicht bestand damals vier Jahre, auch heute sind es nur sechs. Siriphon spricht neben der Sprache ihrer Minderheit zwar auch gut Thai, sie kann aber Thai nicht fehlerfrei lesen und schreiben.

Ländliche Schulen in Thailand gelten als schlecht bis katastrophal; die reiche monarchistische Bangkoker Elite hat kein Interesse daran, diesen Zustand zu ändern. Der einzige Premierminister, der jemals etwas spürbares für die arme Landbevölkerung tat, Thaksin, wurde 2006 mit Unterstützung der Entourage des Königshauses vom Militär weggeputscht. Derzeit gibt es in der nach dem Putsch an die Macht gekommenen sogenannten ‹ demokratischen ›  Partei, die anders als es der Name suggeriert, die Angehörigen der alten Adelsschicht, des Militärs sowie der neureichen Geschäftselite repräsentiert, sogar ernsthafte Bestrebungen, mit Blick auf die Landbevölkerung das Wahlrecht einzuschränken.

Als Grund gibt man allen Ernstes an, daß diese Mehrheit der Bevölkerung zu dumm und ungebildet seien, um selbst zu wissen, was gut für sie ist.

Da es in Thailand keine nennenswerte Sozialversicherung gibt, liegt die Last für die Versorgung der Eltern (und oft auch der jüngeren Geschwister) bei den arbeitsfähigen Kindern, in der Praxis vor allem bei den Töchtern. Schon deshalb träumen viele junge Frauen von einem ausländischen Ehemann, der die Erfüllung dieser Pflichten erleichtert. Das gilt vor allem für den Fall, wenn schon Kinder vorhanden sind und der Vater, was in Macho-Thailand die Regel ist, nicht für den Unterhalt sorgt.

Siriphon ist das passiert. Sie wurde als junge Frau schwanger. Der Vater kümmerte sich wenig um den Unterhalt des gemeinsamen Sohnes Suphap und brachte sein und das von Siriphon verdiente Geld mit Alkohol und Glücksspiel durch.

Zwangsläufig wurde sie eine alleinerziehende Mutter. Siriphon fand in der Provinzhauptstadt in einem Restaurant Anstellung. Das Kind blieb bei der Familie, für deren Unterhalt  Siriphon fortan sorgte.

Durch eine Bekannte, die einen Deutschen geheiratet hatte, traf sie im 1995 im Seebad Pattaya mit einem deutschen Rentner zusammen, der sie heiratete und es auch akzeptierte, ihren Sohn Suphap, als er neun Jahre alt war, im Zuge einer Familienzusammenführung nachzuholen. Suphap verstand sich außerordentlich gut mit dem neuen Mann seiner Mutter.
Der jetzt 19jährige, der jüngst die Hauptschule mit einem qualifizierenden Abschluß beendet hat, spricht heute gut Deutsch und ist integriert.

Für Siriphon war es sicher nicht die große Liebe, die Situation kam aber eigentlich dem Vorbild einer guten Vernunftehe recht nahe. Außerdem fand sie, nachdem sie etwas Deutsch gelernt hatte, aufgrund Ihrer Erfahrungen in Restaurants  schnell Arbeit. Seit 1997 arbeitet sie in einem Schnellrestaurant und konnte vom verdienten Geld nicht nur die Familie in Thailand unterstützen. Es gelang ihr auch, im Laufe der Jahre durch Bau- und Prämiensparverträge einige tausend Euro anzusparen. Ihr Mann hatte nichts dagegen und sorgte überwiegend für die täglichen Ausgaben.

Dennoch scheiterte die Ehe. 2000 lernte Siriphon ihren jetzigen Ehemann Werner Beinlich, Gesellschafter und Geschäftsführer einer eigenen Firma und Immobilienbesitzer, als Restaurantkunde kennen. Er gab sich äußerst großzügig, weltgewandt und verständnisvoll, versprach ihr Heirat, Kinder und eine schöne Wohnung und bemühte sich derart intensiv um sie, daß sie tatsächlich ihren Mann für ihn verließ (zum Bedauern ihres Sohnes) und in eine großzügige Stadtwohnung zog, die Beinlich eigens für sie gemietet hatte. Später zog Werner Beinlich vorübergehend selbst dort mit ein.

Man suchte regelmäßig gemeinsam einen Freundeskreis Thai-Deutscher Ehepaare auf, die sich von Frühling bis Herbst fast jedes Wochenende in wechselnden privaten Gärten trafen. Um Werner Beinlich, den einzigen noch nicht verheirateten Mann in dieser Runde, wurde Siriphon von ihren Landsfrauen glühend beneidet: Ein gewandter, höflicher, wohlhabender Unternehmer mit feinen Umgangsformen, der seiner Verlobten ständig Komplimente machte: Perfect Match, das große Los für Siriphon, die sich erstmals im Leben wirklich geachtet und begehrt fühlte.
(Fortsetzung folgt)
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 23. Februar 2012, 13:27:35
Was niemand in diesem Bekanntenkreis wußte, war die Tatsache, daß Werner Beinlich an dem, wie es jedenfalls den langjährigen Beobachtern erscheint, wohl krankhaften Zwang leidet, immer wieder verheiratete Frauen erobern zu müssen, sich an den gehörnten und gedemütigten Ehemännern zu weiden und nach erfolgter Eroberung und Verlust des Interesses, sofort zur nächsten schönen, möglichst exotischen Blume zu fliegen.

Werner Beinlich war bereits einmal mit einer Ausländerin aus dem Ostblock verheiratet, über die selbst seine langjährigen Bekannten nichts sagen können, außer, daß sie selten zu sehen war und ihn nach relativ kurzer Partnerschaft wieder verließ. Seitdem war er mit wechselnden asiatischen Freundinnen aus den Philippinen und Thailand liiert, die sämtlich eine Eigenschaft gemein hatten: mit einem anderen Mann verheiratet zu sein. Davon wußte Siriphon nichts, sie war beeindruckt von diesem scheinbar so beliebten Traummann mit seinem vermeintlich großen Freundeskreis.

Nach einiger Zeit zog man dann in eine 25 Kilometer von der Stadt entfernte Gemeinde um, wo Werner Beinlich ein großes Mietshaus besaß und im Dachgeschoß eine Wohnung eingerichtet hatte. 2003 heiratete Siriphon Werner Beinlich, und zwar auf dessen Wunsch im europäischen Ausland, obwohl einer Heirat in Deutschland eigentlich nichts im Wege gestanden hätte.

Kurz darauf fand eine große Hochzeitsfeier statt, für die Werner Beinlich einen ganzen Schloßkeller angemietet hatte, und an dem zahlreiche Freunde und Bekannte teilnahmen. Allerdings soll rückblickend auffällig gewesen sein, daß der Freundeskreis zum großen Teil mit dem ‹ Garten-Freundeskreis› identisch war und daß andere Freunde von Werner Beinlich außer dem einem oder anderen Geschäftspartner kaum zu bemerken waren.



So, die Einleitung ist geschafft, jetzt erst mal Pause und abwarten, ob dat jemanden interessiert.

Die weitere Schilderung der Ereignisse dann ggf. durch Siriphon selbst, nach Gesprächen mit zwei Thais und zwei Bleichgesichtern im Herbst 2009 aufgeschrieben.

Falls sich wer wundert, weil er die Geschichte schon kennt: Sie ist aus dem bearbeiteten File rauskopiert und bearbeitet, das ich u. a. fuer die Wa(h)re Liebe zur Verfuegung gestellt habe.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: crazyandy am 23. Februar 2012, 13:38:00
 }} }} }} jep jep @ Grüner, interesse besteht hau in die Tasten, ich hoffe nur es nimmt doch noch ein gutes Ende, schade für den gutherzigen älteren Mann  {[.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 23. Februar 2012, 13:43:01
Der alte Mann hat wirklich ein Happy End, das jedenfalls derzeit noch andauert, aber nicht mit Siriphon. Also morgen gehts weiter, jetzt habe ich erst mal Hunger.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Roy † am 23. Februar 2012, 14:15:39
Hallo Grüner!

Die Namen sagen mich nichts mehr. ob das mit den Folgen der Schlaganfall zu tun?  Ich kann nur sagen daß die Geschichtet alle auf wahren Ereignissen, die uns zugetragen, mit den Beteiligen oft direkten Kontakt hatten!
Es freut mich, mal wieder nach langer Zeit Kontakt mit Dir! Ich bin froh wen ich verständlichern Sätzen zurecht kriegen...

Gruß
Roy
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: crazyandy am 23. Februar 2012, 14:29:22
es ist echt ein Jammer, viele Frauen fallen auf solche Kerle wie Werner Beinlich herein, und jene wie der ältere Mann die sich echt bemühen haben das nachsehen  {/ {/.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: jock am 23. Februar 2012, 16:23:47
@Gruener

Wa(h)re Liebe hat sich scheinbar blendend verkauft.

Dem Nachfolgerband sollte man noch den Untertitel "Wahre Geschichten
aus Hintergermanien" hinzufuegen.

Die Einleitung laesst bereits das Ende voraussehen.Der Dramaturgie willens
sollte man nicht auf einen Lottogewinn von Frau Siriphon vergessen,der eben-
falls von einem Herren aus Deutschland durchgebracht wird.

So sitzt sie nun,verlassen,ohne Geld in einer ungeheizten Unterkunft irgendwo
in Deutschland.

Selbst die steinhaertesten Herzen werden jetzt weich wie Butter in der Sonne.

Tauscht du jedoch den Namen Siriphon gegen Trude oder Michaela,juckt es keinen.



Jock
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: dii am 23. Februar 2012, 18:20:19
Zitat
Viele Oberschicht-Thais blicken auf Menschen mit dunkler Hautfarbe herab, wie sie viele Minderheiten haben, auch diejenige von Siriphon aus dem Osten Thailands. Das ist allerdings kein spezifisches Phänomen Thailands: Fast überall in Asien ist Fremdenfeindlichkeit ein Phänomen.

...so halte ich den Satz für richtig  ;)

 " Fast überall in Asien ist Fremdenfeindlichkeit kein Phänomen.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: uwelong am 23. Februar 2012, 19:11:17

Dennoch scheiterte die Ehe. 2000 lernte Siriphon ihren jetzigen Ehemann Werner Beinlich, Gesellschafter und Geschäftsführer einer eigenen Firma und Immobilienbesitzer, als Restaurantkunde kennen. Er gab sich äußerst großzügig, weltgewandt und verständnisvoll, versprach ihr Heirat, Kinder und eine schöne Wohnung und bemühte sich derart intensiv um sie, daß sie tatsächlich ihren Mann für ihn verließ (zum Bedauern ihres Sohnes) und in eine großzügige Stadtwohnung zog, die Beinlich eigens für sie gemietet hatte. Später zog Werner Beinlich vorübergehend selbst dort mit ein.




Ich kenne diese Geschichte nicht + somit auch nicht ihr Ende.

Ich kenne auch nicht eventuelle andere Gründe, warum sie ihren Mann verlassen hat.

Fact ist jedoch, da hat ein Mann (in diesem Falle „Rentner“) eine Thai geheiratet, sie mit samt ihrem Sohn nach Deutschland geholt, ihrem Sohn eine ordentliche Schulbildung ermöglicht, und dann?

Kam ein Neuer, der ihr das Blaue vom Himmel verspricht und ihr Ehemann wird verlassen.
Da standen die €-Zeichen absolut in den Augen.

Warum kann man nicht mit dem Erreichten einfach zufrieden sein?

Da kommt für mich einfach nur „Gier“ ins Spiel.

Keine Ahnung, wie die Geschichte ausgeht, ich wünsche ihr jedenfalls nicht alles Gute!

Um auch mal mit Kürzeln zu arbeiten:

IMHO

Mal sehen, wie es weitergeht, vielleicht revidiere ich ja noch meine Meinung!
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 24. Februar 2012, 13:26:19
DII: Die alte Fassung iss schon richtig.

Wa(h)re Liebe hat sich scheinbar blendend verkauft.

Dem Nachfolgerband sollte man noch den Untertitel "Wahre Geschichten
aus Hintergermanien" hinzufuegen.

Les ich da den Neidhammel raus? Alle guten Buecher verkaufen sich gut, auch wenn deshalb noch lange nicht mit allen Geld zu verdienen ist.

Also hab Dich nicht so. 1. Geht die Geschichte wahrscheinlich anders aus als Du denkst, 2. ist es doch gut, wenn in ROYs Wa(h)rer Liebe jetzt auch mal die andere Seite zu Wort kommt, oddrr?

Warum kann man nicht mit dem Erreichten einfach zufrieden sein?

Da kommt für mich einfach nur „Gier“ ins Spiel.

Keine Ahnung, wie die Geschichte ausgeht, ich wünsche ihr jedenfalls nicht alles Gute!

Ja, das mit dem nicht genug kriegen ist ein Punkt, aber gilt der nur fuer Frauen aus der 3. Welt, die Bleichgesichter heiraten, oder auch fuer mehr oder weniger gut erhaltene aeltere Herren wie Dich und mich, die eher auf die NOCH besser erhaltenen kleinen schlanken Thais stehen und sie gerne gegen das was sie schon hatten, umtauschen?

entspannen ... weiterlesen...


In meinem Fall: Ich war Witwer, soll aber keine Rechtfertigung sein, war einfach Zufall, dass die die mir ueber den Weg lief, Thai war.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: jock am 24. Februar 2012, 13:46:12
@Gruener

Genial und gelungen !

Zuerst den geneigten Leser auf eine falsche Faehrte locken und dann,mit
einer ueberraschenden Wendung,zu einem anderen Ende kommen,als man
erwartet.

Zum Neidhammel : Ja,ich gebe es zu,dass ich neidisch bin.Nicht auf den
kommerziellen Erfolg,sondern auf deine geschliffene,eloquente Ausdrucksweise.

Das meine ich ernst und wuensche noch einen schoenen Tag !

Jock
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: uwelong am 24. Februar 2012, 13:53:14
Grüner, du hast recht, ich bin entspannt und werde weiter lesen!

Gruß
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 24. Februar 2012, 13:53:38
Na denn, also weiter gehts.

Im folgenden die von mir mit Hilfe u. a. meiner Frau und zwei weiteren Bekannten aufgeschriebene Schilderung der Ereignisse durch Siriphon selbst, nach Gesprächen auf Deutsch und Thai im Herbst 2009 aufgeschrieben und 2010 noch einmal ueberarbeitet.

Nachfolgend also nun Siriphons eigener Bericht
Titel: Re: Siriphons Ehe. Von ihr selbst erzählt (1)
Beitrag von: Grüner am 24. Februar 2012, 13:57:10
Kurz nach unserer Hochzeit wurde ich mit unserem gemeinsamen Sohn Fritz schwanger. Ich ging in den Mutterschutz bis zum dritten Geburtstag von Fritz.

Im ersten Jahr gab mir mein Mann monatlich 150 Euro Haushaltsgeld, mit dem ich neben meinem Mutterschutzgeld und dem Kindergeld (zusammen etwa 600 Euro) den Haushalt für vier Personen führte. In den ersten Monaten wollte mein Mann dabei noch nicht, daß ich jeden Cent einzeln abrechne und hat sich gelegentlich sogar an Haushalts-Einkäufen beteiligt. Ich wunderte mich allerdings sehr, daß von seiner so demonstrativ gezeigten Großzügigkeit von heute auf morgen nichts übriggeblieben war. Für mich hatte er kein freundliches Wort mehr.

Das Verhältnis zu meinem Mann wurde aus mir unerklärlichen Gründen immer schlechter, obwohl ich alles in meinen Kräften stehende tat, um ihm eine gute Frau zu sein. Es fing damit an, daß er unsere Bekannten aus dem bisherigen gemeinsamen Freundeskreis plötzlich nicht mehr sehen wollte. Er sprach mit Verachtung von meinen Freundinnen, die er verächtlich ‹N.utten› und ‹Prostituierte› nannte.

Ich hörte erst später durch Bekannte, daß es Probleme gegeben hatte, weil mein Mann sich immer so verhielt, als ob er auch nach unserer Hochzeit noch Frauen in diesem Freundeskreis ‹erobern› wollte. Einige Frauen hatte diese Annäherungsversuche jedoch ihren Männern berichtet, worauf diese Familien mit meinem Mann nichts mehr zu tun haben wollten.

Er machte von dieser Zeit an schon immer dann ein verächtliches Gesicht und sprach abfällig von unserem früheren Freundeskreis, wenn ich mich nur mit einer Freundin verabredete. Er verbot mir strikt, Bekannte ins Haus einzuladen, und zwar auch für den Fall seiner Abwesenheit.

Zur Begründung sagte er, meine Freundinnen seien ‹nicht normal› und im übrigen wolle er ‹seine Ruhe haben.› Das ‹Ruhe haben› wurde seine stete Redensart, wenn es darum ging, mir oder Suphap etwas zu verbieten.

Seine Annäherungsversuche bei anderen, verheirateten Frauen aus dem Bekanntenkreis waren trotzdem erfolgreich gewesen: Schon kurz vor unserer Hochzeit flog er, wie er mir sagte, mit seiner Mutter nach Amerika. In Wirklichkeit holte er aber, wie ich später erfuhr, vor dem Abflug noch eine andere, mit einem anderen Deutschen verheiratete Thailänderin ab, die er auf die Reise mitnahm.

Dagegen mußte ich später auf gemeinsamen Reisen immer mein Flugticket selbst bezahlen und auch alle Reisekosten bis ins kleinste Detail selbst bestreiten. Das ging bis zur Flughafensteuer bei der Ausreise in Bangkok, die er demonstrativ nur für sich bezahlte und von mir vor den Beamten verlangte, die 500 Baht (10 Euro) gefälligst selbst zu bezahlen, andernfalls ich ja in Bangkok bleiben könnte. Es schnürte mir das Herz ab und ich wäre am liebsten im Boden versunken.

Fast jedes Wochenende mußte er angeblich arbeiten. Später hörte ich, daß er auch in dieser Zeit mit anderen Thailänderinnen oder Philippininnen zusammen war, die alle ausnahmslos anderweitig verheiratet waren.

Außerdem gefiel ihm nicht, daß ich von meinem selbst verdienten und erspartem Geld zweimal im Jahr an meinen Vater etwas Geld geschickt habe. Das waren immer um die 250 bis 300, insgesamt etwa 500 bis 600 Euro im Jahr. Er beschimpfte mich, daß ich mich nicht um meine Familie kümmern würde, sondern das Geld ‹anderen Leuten› schicke. ‹Familie› war dabei für ihn nur er selbst und Fritz.

Mein Vater ist alt und gebrechlich und leidet an verschiedenen Krankheiten. Er kann nicht mehr arbeiten, und auch meine Geschwister schicken ihm regelmäßig etwas Geld, daß er leben kann. Ich kann ihm keine Reichtümer schicken, aber aus Respekt gegenüber meinen Eltern muß ich ihm auch helfen. Es wäre undenkbar, wenn ich meinen Pflichten als Tochter nicht nachkommen würde. In Thailand gibt es keine Versicherungen wie in Deutschland.

Das sah mein Mann aber nicht ein, nannte mich eine schlechte Frau und gab mir von da an, bis zum heutigen Tag, kein Haushaltsgeld mehr. Zur Begründung sagte er, daß ich ja so viel Geld hätte, daß ich es sogar nach Thailand schicken könnte. Außerdem nahm er mir mein Mobiltelephon ab, das er mir selbst geschenkt hatte.

Später erfuhr ich, daß er es seiner neuen, ebenfalls thailändischen Freundin gegeben hatte. und ließ mich auch nicht mehr im Haus vom Festnetz aus telefonieren. Er sagte, das Telefon in der Wohnung sei ‹sein› Telefon, das gehe mich nichts an. So zwang er mich, ein eigenes Mobiltelephon zu kaufen und statt zu günstigen Festnetzpreisen in der Wohnung zu teueren Mobilfunkgebühren mit meinem Arbeitgeber und meinen Bekannten Kontakt zu halten.

Auch andere Gegenstände, die er Suphap und mir zuvor geschenkt hatte, zum Beispiel einen Computer, nahm er uns plötzlich wieder weg. Den Computer hat er wieder verkauft; wir hatten ihn allerdings noch kaum benutzt.
Fortsetzung folgt
Titel: Re: Siriphons Ehe. Von ihr selbst erzählt (2)
Beitrag von: Grüner am 24. Februar 2012, 14:03:28
Weil er mir keinen Cent mehr gab, reichte mein Geld jetzt oft nicht mehr für den Haushalt. Windeln, Kinderkleidung, Spielsachen und Essen sind in Deutschland teuer. Für alles weitere mußte ich dann immer Geld von meinen Sparbüchern abheben.

Nach dem Ende der Mutterschutzzeit, genau ab dem 3. Geburtstag meines Sohnes, arbeitete ich wieder. Mein Mann eröffnete mir, daß er sich ab jetzt alleine um das Kind kümmern würde und dafür zu Hause bliebe. Seit dieser Zeit habe ich fast keinen Kontakt mehr mit Fritz, weil mein Mann das gezielt unterbindet.

Mein Mann ist Gesellschafter und Mitgeschäftsführer einer GmbH, aber er hat eine Zweigstelle im Haus, so daß er auch dort arbeiten konnte. Das Haus ist ein altes Schulgebäude in der Ortsmitte. Mehrere Wohnungen sind an die Gemeinde vermietet.

Sein Daheimbleiben und Kümmern um das Kind bestand werktags darin, daß er es morgens in den 5 Minuten entfernten Kindergarten brachte, es abends abholte, fütterte und grundsätzlich vor meiner Rückkehr zu Bett brachte. Dazwischen nahm er, wie er sagte, Termine wahr. Später wurde mir berichtet, daß er oft gar nicht beruflichen unterwegs war, sondern Frauen aus Thailand und aus den Philippinen besuchte.

Einmal habe ich ihn mit einer beim Einkaufen gesehen, was ihm so unangenehm war, daß er sich im Supermarkt vor mir versteckte, als ich ihn bereits zuerst gesehen hatte. Ich ließ mir das aber nicht anmerken.

Im Schnellrestaurant arbeitete ich meistens ab 10 Uhr früh und kam abends um 19.30 Uhr von der Arbeit zurück. Zu diesem Zeitpunkt war Fritz dann schon im Bett und ich durfte ihn ‹nicht stören›, wie mein Mann sagte. Er achtete genau darauf, daß unser Kind immer vor meiner Rückkehr im Bett lag. Ich komme so spät von der Arbeit zurück, weil ich von meiner Arbeitsstelle erst mit der Straßenbahn eine Stunde zum Bahnhof und dann mit dem Zug nach Hause fahren muß.

Einmal ging ich noch kurz zu einer Freundin und ihrem Mann, deren Haus von unserem nach Luftlinie 100 Meter entfernt ist und kam deshalb etwas später als gewohnt nach Hause. Mein Mann hatte mir ja verboten, Bekannte zu mir in unsere gemeinsame Wohnung mitzunehmen. Er nahm mir darauf den Wohnungsschlüssel ab und sagte zur Begründung: ‹Du kommst hier einfach an, wann du willst, das geht nicht, das stört den Fritz beim Schlafen. Das ist eine Wohnung, kein Hotel!›

Dabei war ich auf Verlangen meines Mannes immer ganz leise und habe sehr darauf geachtet, den Hausschlüssel leise umzudrehen und die Türe leise auf- und zuzumachen, wenn ich nach Hause kam.

Ich mußte von da an immer klingeln, wenn ich kam, aber manchmal hat mein Mann das nicht gehört und mir die Türe nicht aufgemacht. Ich habe in diesen Monaten oft am Flußufer und am Bahnhof gesessen und habe geweint. Wenn er lange Zeit nicht aufgemacht hat, habe ich manchmal bei einem Mieter im Haus, Herrn O***, geklingelt, der mich dann hineinließ. Oben mußte ich dann aber an unserer Wohnungstüre nochmals klingeln oder klopfen, damit mein Mann mich hörte.

Das war dann natürlich viel lauter, als wenn ich, wie sonst, leise mit dem Schlüssel in die Wohnung gekommen wäre, aber das hat meinen Mann dann nicht in seiner ‹Ruhe› gestört.

Ich hoffte, daß unser gemeinsames Kind, wie auch die Kinder meiner Bekannten, zweisprachig aufwächst, nicht nur wegen seiner späteren Berufschancen in zwei Ländern, sondern, weil unser Sohn dann vielleicht später auch mich unterstützen könnte, da ich in Deutschland die Schrift, zum Beispiel von Behördenschreiben, nur schwer lesen und verstehen kann. Fritz hatte in den ersten Jahren, als ich im Mutterschutz war, auch schon angefangen, Thai zu verstehen und auf Thai zu antworten. Aber seit dem 3. Geburtstag sorgt mein Mann dafür, daß ich unser Kind wenn überhaupt, dann nur jeden Tag frühmorgens kurz beim Frühstück sehe und selten noch zum Beispiel am Sonntagabend beim Abendessen. Inzwischen versteht Fritz deshalb nur noch Deutsch.

Am Wochenende konnte ich mein Kind meistens auch nicht sehen, weil mein Mann mit ihm wegfuhr, ohne mir zu sagen, wohin. Ich habe erst später erfahren, daß er auch in dieser Zeit andere Thailänderinnen oder philippinische Frauen aufsuchte. Trotzdem nahm er Fritz dorthin mit, um unser Kind von mir fernzuhalten. Dabei hätte ich mich gerne am Wochende selbst um das Kind gekümmert.
Wenn ich etwas über Fritz wissen wollte, erklärte er, daß er jetzt für ihn zuständig sei. Er sagt mir nicht, was er mit unserem Sohn macht oder vorhat.
Fortsetzung folgt
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: crazyandy am 24. Februar 2012, 14:53:03
tja der schreiben wir mal ärger auf das Sch :-X ist groß, das Mitleid für Siriphon nun es hält sich in Grenzen, hatte Sie doch einen Zeisig ( >:) in der Hand und wollte die Taube auf dem Dach (kann man auch umdrehen, sicherlich für Farang sucht jüngere Thai  {; {+ {+).
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: malakor am 24. Februar 2012, 15:31:47
Zitat:
In meinem Fall: Ich war Witwer, soll aber keine Rechtfertigung sein, war einfach Zufall, dass die die mir ueber den Weg lief, Thai war.


Schreib doch mal darueber, das ist doch sicher auch sehr interessant fuer uns.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: jock am 24. Februar 2012, 16:04:23
@Gruener

Halt,halt nicht so schnell !

Die latente Veranlagung zur Promiskuitaet,die in jeden Mann schlummert,fordert
den Namen des Ortes ,wo Frau Siriphon lebt.

Eine derartige Haeufung von paarungswilligen Thaifrauen und Philippinerinnen ist selten,sodass
ich mir sicher bin,dass, nach Bekanntgabe des Ortsnamen,dort die Grundstueckspreise
anziehen werden.Von den Mietpreisen gar nicht zu reden.

Jock
Titel: Re: Siriphons Ehe. Von ihr selbst erzählt (3)
Beitrag von: Grüner am 25. Februar 2012, 18:24:02
Eine seiner Freundinnen (es handelte sich um die verheiratete Thailänderin, die er kurz vor unserer Hochzeit nach Amerika mitgenommen hatte) wurde plötzlich schwer krank. Er besuchte sie fast täglich im Krankenhaus. Zuerst lag sie in einer Uni-Klinik in der Stadt, dann in einem Krankenhaus, das weit entfernt war.

Dorthin fuhr er dann jedes Wochenende von Freitag abend bis Sonntag abend, wozu er auch immer Fritz mitnahm. Ich stelle mir das seltsam vor: Es sind noch ein Mann und Kinder der Frau da, aber da tauchte mein Mann mit unserem Kind als jahrelanger Geliebter auf und will sich das Betreuungsrecht für die todkranke Frau zuschreiben lassen, was er tatsächlich versucht hat.

Auf Umwegen hörte ich von einer Lebensversicherung, die der Mann dieser Frau, nachdem herausgekommen war, daß sie ihn mit meinen Mann seit Jahren betrogen hatte, nicht weiterbezahlt hat. Mein Mann versuchte angeblich, zu erreichen, daß die Versicherung doch weiterbezahlt wurde, und er das Betreuungsrecht über die tödlich erkrankte Frau bekommt. Das ist ihm aber wohl nicht gelungen, die Frau ist inzwischen gestorben.

Daß das Krankenhaus weit entfernt war, weiß ich, weil sie ihn 1 1/2 oder 2 Stunden, nachdem er sie am Sonntag abend verlassen hatte, immer anrief, ob er gut angekommen sei. Der Anruf ging fast immer ein, wenn wir am Sonntagabend gemeinsam beim Abendessen saßen, was meistens das einzige Mal in der Woche war. Ich mußte mir dann vor unserem gemeinsamen Kind und dem erwachsenen Sohn das betont süße Gespräch meines Mannes mit ‹Schatzi› anhören, während er inzwischen auch für mich die ganze Woche nur kalte Blicke und böse Worte hatte und mich als ‹Prostituierte› und ‹N.utte› beschimpfte.

Im Herbst 2007 zeigte mich mein Mann beim Jugendamt an. Er behauptete, daß ich zwar das Kindergeld erhalten würde, aber trotzdem der Kühlschrank leer wäre, und nichts zu Essen für Fritz da sei, weil ich Geld nach Thailand schicke. Mein Mann behauptete in meinem Beisein, ich würde nichts machen für das Kind und würde mich um nichts kümmern. Dabei konnte ich unser Kind doch nicht einmal sehen, weil er es verhindert hat.

Ich habe das Gespräch mit der Beamtin nur zum Teil verstanden, aber ich erinnere mich daran, daß mein Mann ihr gegenüber auch noch behauptete, daß ich ihn gezwungen hätte, mich zu heiraten, obwohl er mich eigentlich gar nicht liebte. Das war erniedrigend für mich. Die Beamtin fragte allerdings spöttisch zurück, wie sie sich das wohl vorstellen müsse, etwa ob ich ihn mit Pistole bedroht hätte, damit er mich heiratet...?

Ich habe der Beamtin dann auf ihre Fagen gesagt, welche Mittel mir zur Verfügung stehen. Ihr Ratschlag an meinen Mann fiel wohl nicht so aus wie von ihm erwartet, obwohl ich nicht sagen kann, was genau das Ergebnis war.

Mein Mann hatte mich inzwischen mehrmals dazu gedrängt, ein Papier zu unterschreiben, daß das Kindergeld für unseren gemeinsamen Sohn künftig auf sein Konto statt auf meines überwiesen würde. Ich hatte aber Angst, daß er mir dann das Kind endgültig wegnehmen kann und habe nicht unterschrieben. Seit dem Tag wurde das Verhältnis noch schlimmer. Mein Mann bezeichnete mich immer wieder als ‹dumm›, als ‹N.utte› und als ‹Prostituierte›.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: crazyandy am 25. Februar 2012, 18:31:56
für so ein Arschloch von Mann kann man sich nur schämen, hoffentlich bekommt Er sein fett weg, und wenn es nur ist das Er von der Rente einiges abgeben muss  }} }} }}.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 25. Februar 2012, 18:50:56
Nein, leider nicht, die Gechichte geht ueberhaupt ganz anders aus, als ihr es wahrscheinlich denkt und wie man es sich wuenscht, leider.

Aber gerade deshalb ist sie irgendwie lehrreich.

Die latente Veranlagung zur Promiskuitaet,die in jeden Mann schlummert,fordert den Namen des Ortes ,wo Frau Siriphon lebt.

Eine derartige Haeufung von paarungswilligen Thaifrauen und Philippinerinnen ist selten,...

Also vom Hoerensagen wuerde ich da erst mal den Isan weiterempfehlen...  :-X

Siriphon hat absolut die Nase voll von Maennern, das kannste glauben...
Titel: Re: Siriphons Ehe. Von ihr selbst erzählt (4)
Beitrag von: Grüner am 25. Februar 2012, 18:54:09
Am ersten Tag meiner Arbeitsaufnahme nach dem Mutterschutz hatten wir früh gemeinsam Fritz in den Kindergarten gebracht. An diesem Tag mit dem Auto. Ich erwartete, diesmal mit ihm zusammen in die Stadt zu fahren, da meine Arbeitsstelle am Weg zu seinem Unternehmen liegt und nur einen winzigen Umweg erfordert. Im Auto fragte er mich aber nochmals, ob ich ihm das Papier jetzt unterschreiben würde, daß das Kindergeld auf sein Konto überwiesen würde. Ich verneinte. Darauf warf mich mein Mann aus dem Auto und sagte mir, ich solle sehen, wie ich in die Stadt käme: ‹Wenn du nicht unterschreibst, fährst du eben auch alleine in die Stadt›, sagte er.

Seitdem bringt er ‹seinen› Sohn in den Kindergarten, fährt mit dem Auto in die Stadt (und dabei direkt an meiner Arbeitsstätte vorbei), während ich den Zug um 8.50 Uhr nehmen muß, um mit Bahn und Straßenbahn über eine Stunde später an meinem Arbeitsplatz zu sein, an dem mein Mann am gleichen Morgen mit seinem Auto vorbeigefahren ist.

Nach etwa einem Jahr habe ich dann dem Drängen meines Mannes doch nachgegeben und sein Papier unterschrieben, weil ich hoffte, daß sich dann unser Verhältnis bessert. Seitdem wird das Kindergeld für das zweite Kind auf sein Konto überwiesen, und er kümmert sich um die Einkäufe für Fritz. Dabei achtet er akribisch genau darauf, nur für sich und das Kind einzukaufen, nie etwas für mich. Wenn ich mir etwas aus dem Kühlschrank nehmen will, das ‹ihm› oder Fritz gehört, muß ich es bezahlen.

Ich darf im Haus für mich und Suphap nichts Thailändisches kochen, das hat er mir verboten, weil es ‹stinkt› und weil ihm davon schlecht wird, wie er sagt. Vor unserer Hochzeit wurde ihm davon allerdings nie übel und auch bei seinen Freundinnen nicht.

Ich fahre weiterhin jeden Tag selbst mit dem Zug in die Stadt und darf weiterhin ‹sein› Telefon in ‹seinem› Haus nicht benutzen.

Eine Woche vor Weihnachten 2007 hat mich mein Mann bei der Polizei angezeigt. Ich verstehe nicht genau, mit welcher Begründung, aber mir warf er ‹Kindsentführung› vor.

Das kam so: Mein Mann kümmerte sich um alles, was den Kindergarten betraf. Ich habe keinen Einblick, was dort vor sich geht. Ich kann Mitteilungen nur schwer verstehen und mein Mann bespricht nichts mit mir, weil er mich für ‹dumm› hält. Auch mit den Formalitäten der Anmeldung hatte ich nichts zu tun. In der Vorweihnachtszeit 2007 sagte mir mein Mann dann jedoch einmal (es war das erste und einzige Mal!), daß es eine Veranstaltung im Kindergarten gebe, an der ich unbedingt teilnehmen müsse.

Ich mußte aber an diesem Tag arbeiten und kann meine Arbeitszeit nicht kurzfristig ändern, weil es Schichtarbeit ist, die einen Monat vorher festgelegt wird. Trotzdem wurde er sehr böse mit mir, als ich ihm rechtzeitig sagte, daß ich an diesem Tag arbeiten muß.
Er wollte mich jedoch zwingen, doch zu der Veranstaltung, vielleicht ein Elterntag, zu gehen.

Ich weiß nicht warum. Vielleicht wollte er mir, indem er mich zwingt hinzugehen, ohne daß ich weiß, was vor sich geht, ja auch nur beweisen, daß ich wirklich  ‹dumm› bin. Er selbst geht erklärtermaßen nicht gerne unter Menschen, außer aus beruflichen Gründen oder auf der ‹Jagd› nach verheirateten Frauen, an denen er aber sofort das Interesse verliert, sobald er sie ‹erobert› hat.

Am fraglichen Tag hatte Fritz frühmorgens Durchfall. Trotzdem und obwohl er wußte, daß ich keine Zeit gehabt hätte, im Kindergarten zu bleiben, gab mir mein Mann den Auftrag, ich müsse heute das Kind zum Kindergarten bringen, er habe heute keine Zeit. Das stimmte aber gar nicht, wie sich zeigen sollte. Wahrscheinlich wollte er so nur vermeiden, selbst im Kindergarten auf die Veranstaltung oder auf seine Mitwirkung daran angesprochen zu werden.

Fritz konnte aber mit Durchfall sowieso nicht in den Kindergarten. Ich wußte mir nicht anders zu helfen, als den Mieter O... zu bitten, mich später mit dem Kind zu meinem Arbeitgeber zu fahren. Das sagte der auch zu.

Ich wollte meinen Chef persönlich darum bitten, wegen meines kranken Kindes freigestellt zu werden, weil ich Angst hatte, meine Arbeitsstelle zu verlieren, wenn ich ohne glaubwürdige Begründung einfach nicht erscheine. Ich war ja nicht krank.

Weil ich noch etwas besorgen mußte, nahm ich mein Kind aber zuvor noch mit zur Drogerie Schlecker, die in der Nähe der Wohnung ist (ca. 180 Meter). Danach wollte ich noch zu einem anderen Geschäft in der Nähe (250 Meter vom Haus). Ich war außerdem, abgesehen davon, daß Fritz Durchfall hatte, froh, daß ich das erste Mal seit Monaten wieder alleine mit meinem Kind zusammen sein konnte.

Plötzlich tauchte jedoch mein Mann, der angeblich heute keine Zeit hatte, auf der Straße auf und wollte mir Fritz wegnehmen. Wahrscheinlich war mein Mann also doch, anders als er es mir gesagt hatte, in den Geschäftsräumen (zu denen ich keinen Zutritt habe), zu Hause geblieben und hatte hinter der Türe gelauscht, als ich den Mieter im Flur fragte, ob er mich mit Fritz in die Stadt fahren könnte.

Ich war völlig überrascht, aber ich habe auch nicht nachgegeben und bin einfach weiter zum anderen Geschäft gelaufen. Es ist doch mein Kind und ich tue nichts Böses, wenn ich es zum Einkaufen mitnehme!

Daraufhin ist er die ganze Zeit mit bösem Gesicht neben uns hergelaufen, als ob ich eine böse Verbrecherin wäre. Vor der Türe des anderen Geschäftes hat er dann erregt die Polizei angerufen. Als er mich fragte, wo ich auf die Polizei warten wolle, vor dem Geschäft oder zu Hause, bin ich mit ihm nach Hause gegangen, weil ich mich vor den Menschen schämte. Ich schämte mich aber nicht darüber, was ich getan hatte, sondern dafür, was ich für einen Mann habe und was ich für einen Fehler gemacht hatte, meinen ersten deutschen Mann wegen seiner Versprechungen zu verlassen!

Dann kamen zwei Polizisten in die Wohnung, die mich fragten, warum ich das Kind entführt hätte. Ich fragte: ‹Wie kann ich mein Kind entführen?› Was dann noch gesprochen wurde, kann ich nicht genau sagen, aber die Polizei ging nach einer Unterhaltung mit meinem Mann wieder weg. Ich habe aber den Satz gehört ‹Überlegen Sie sich doch mal in Ruhe, was sie wollen, und einigen Sie sich mit ihrer Frau."
Titel: Re: Siriphons Ehe. Von ihr selbst erzählt (5)
Beitrag von: Grüner am 25. Februar 2012, 18:58:29
Die Behandlung meines Sohnes Suphap durch meinen Mann

Suphap wohnte zuerst mit uns in unserer gemeinsamen Wohnung im Dachgeschoß. Mein Mann behandelte ihn streng und sagte, dieser würde nichts von ihm lernen wollen. Meinem Mann fehlte allerdings das Einfühlungsvermögen in die Situation meines Sohnes, der erst seit vier Jahreen Deutschland war.

Nach meiner Entbindung verlangte mein Mann, daß Suphap, der damals 14 Jahre alt war, aus unserer Wohnung in ein kleines Zimmer im Erdgeschoß des dort kalten Bruchsteinhauses zieht. Suphap wurde durch diesen von ihm so empfundenen Rausschmiß aus unserer Wohnung und erzwungenem Einzug in ein einsames Kellerzimmer schwer geschockt. Das Verhältnis zu meinem Mann wurde natürlich noch schlechter.

Unsere Wohnung durfte Suphap danach nicht mehr betreten, nur heimlich, wenn ich alleine zu Hause war. Das große Natursteinhaus meines Mannes wurde vor Jahrhunderten in den Hang eines Berges hineingebaut. Im Erdgeschoß befinden sich außer dem Raum, in dem mein Sohn seit fünf Jahren leben muß, Geschäftsräume, ein kalter, dunkler Flur samt Kellereingang sowie eine abgetrennte Garage. Geheizt werden muß Suphaps Zimmer mit Kohle und Holz, was kein Problem wäre, wenn ich untertags zu Hause wäre. Ursprünglich gab es eine Ölheizung, die mein Mann aber sofort nach dem erzwungenen Einzug meines Sohnes gegen einen alten Kohleofen tauschte.

Wenn geheizt werden mußte, hatte ich ab dann Kohlen und Holz von meinem Geld zu kaufen. Als ich ab 2007 wieder ganztags arbeitete, kam Suphap von der Schule oft in ein eiskaltes Zimmer; es dauert Stunden, bis sich in dem kalten Gemäuer Wärme einstellt. Das führte dazu, daß Suphap viel Zeit in den Wohnungen von Mitschülern und Freunden verbrachte und dabei wohl auch die eine oder andere Hausaufgabe versäumte. Unmittelbar nach dem 18. Geburtstag warf mein Mann Suphap aus dem Haus, ließ ihn nicht mehr in sein Zimmer.

Er berief sich dabei auf eine Auskunft des Jugendamtes, die ihm den Rausschmiß empfohlen hätte, was ich ihm aber nicht glaubte. Die im Amt zuständige Frau, die ich mit Hilfe zweier Freunde herausgefunden hatte, sagte mir, daß sie eine entsprechende Empfehlung nicht gegeben habe. Sie könne nicht ausschließen, daß ein anderer Mitarbeiter mit Herrn Beinlich gesprochen habe, aber es sei für Sie schwer vorstellbar, daß ein Mitarbeiter des Jugendamtes Herrn Beinlich empfohlen habe, den gerade 19jährigen Schüler ohne andere Unterkunft einfach auf die Straße zu setzen. Suphap übernachtete damals bei einem Freund und holte sich nach drei Tagen Hilfe bei der Polizei.

Seitdem darf er zwar offiziell wieder ins Haus, er übernachtet aber weiterhin bei einem Freund.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 25. Februar 2012, 19:03:02
Als Beispiel: Eine von Suphaps Erinnerungen an seinen Stiefvater, aufgeschrieben 2009

Beinlich kaufte einmal große Mengen Kaminholz ein. Beim Hereintragen und Stapeln half ich ihm und bekam dafür ein paar Euro Taschengeld. Ich durfte aber von dem Holz nichts ‹stehlen›, wenn ich heizen wollte. – ‹Ich habe das Holz für ja nur mich gekauft. Du mußt Dir Dein eigenes kaufen!› erklärte er mir.

Meine Mutter hat im Winter Brikett für mich gekauft, aber sie hat ja nicht viel Geld, so versuchten wir zu sparen. Ich habe mir dann manchmal eine Wärmflasche gemacht, weil es immer eiskalt war. Dann hat er geschimpft und den einzigen Boiler im Erdgeschoß ausgeschaltet. Nur wenn er nicht da war, konnte ich von meiner Mutter warmes Wasser aus dem zweiten Stock holen, das sie mir mit dem Wasserkocher warm machte. Manchmal habe ich auch bei Nachbarn heißes Wasser geholt, wenn ich fror.

Am Anfang habe ich einmal mein Zimmer abgeschlossen, weil im Flur alle anderen Mieter vorbeikamen und auch die Kunden der Druckerei im Flur waren. Das wollte er aber nicht und hat sofort das Schloß von der Türe entfernt. Von da an betrat er zu jeder Zeit mein Zimmer, ohne anzuklopfen; oft stand die Türe meines Zimmers offen, wenn ich von der Schule nach Hause kam.

Oft stellte er mir plötzlich den Strom ab, zum Beispiel wenn ich auf Toilette oder im Bad war und verbot mir das Duschen in der Wohnung. Unten gibt es dazu aber keine Möglichkeit. Auch meine Kleider durfte ich nicht waschen und auch meiner Mutter nicht geben.

Ich sollte sie ihm geben. Dabei war er nur selten da, auch nicht am Wochenende, weil er nur seine Freundinnen im Kopf hatte und ich mußte oft lange auf meine Wäsche warten. So habe ich versucht, sie entweder so lange wie möglich zu tragen oder habe sie heimlich selbst gewaschen.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Johann43 am 25. Februar 2012, 20:24:49
Ich gehe davon aus dass das Geschriebene den Tatsachen entspricht, auch wenn es für mich immer noch unfassbar ist, obwohl ich selbst solche Begebenheiten kenne.

Jedoch muss ich mich der Aussage von crazyandy anschließen, mein Mitleid mit der Frau hält sich in Grenzen, die durch Ihre Entscheidung auch Ihre Kinder in eine solche untragbare Situation gebracht hat.

Gruß

Johann
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 26. Februar 2012, 11:56:09
Ja, ich wollte auch nicht glauben, wie gemein und knickerig solche schwanzgesteuerten Muttersoehnchen wie dieser peinliche Beinlich sein koennen.

Aber die sind so.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Von ihr selbst erzählt (6)
Beitrag von: Grüner am 26. Februar 2012, 11:57:22
Unser Verhältnis wurde aber nicht besser, außer, daß er mir danach wieder einen Hausschlüssel gab. Seine Demütigungen und Beschimpfungen, kalte Blicke und böse Worte schnüren mir aber weiter täglich das Herz ab.

Oft gibt es zwischen uns tagelang gar kein Gespräch, und wenn ich eine Frage habe, hat er eine häßliche Antwort. Wo es geht, macht er mir das Leben so schwer und so teuer wie möglich. Mehrmals forderte er mich auf, mir eine eigene Wohnung zu suchen, aber wann soll ich das machen?

Inzwischen sind meine Ersparnisse verbraucht. Ich war in den letzten Jahren vier mal in Thailand, die ersten beiden Male mit meinem Mann. Zuletzt zweimal mit Suphap. Unsere Reisekosten habe ich immer alleine getragen, auch wenn mein Mann dabei war. Gründe für die Reise waren unter anderem, daß mein Bruder Mönch wurde und der bevorstehende Militärdienst meines Sohnes. Auch habe ich bei den Besuchen meinem Vater etwas Geld dagelassen.

Als mich mein Bruder, der seit sieben Jahren in einer deutschen Großstadt in einer festen Partnerschaft lebt, einmal kurz besuchte, warf ihn mein Mann aus der Wohnung. Als dagegen einmal einer seiner Bekannten kam, wurde dieser eingeladen, am Essen teilzunehmen, das ich gekauft und bereitet hatte. Werner ließ sich nichts anmerken, spielte den guten Mann und Vater, obwohl der Besucher später bestätigte, daß ‹eisige Spannung in der Luft lag›, und die ‹Luft zum Schneiden› gewesen sei.

Seit über einem Jahr drängt mich mein Mann dazu, auszuziehen und mir eine eigene Wohnung zu suchen. Das habe ich auch versucht, aber bisher ohne Erfolg. Ich kann mich nicht gut darum kümmern, weil ich an fünf bis sechs Tagen pro Woche arbeite und normalerweise von 8.30 Uhr bis 20.30 außer Haus bin.

Ich war aber damit einverstanden, als er von mir verlangte, in eine Trennung einzuwilligen. Er ging mit mir zu einer Rechtsanwältin. Die schickte nach dem Gespräch eine Rechnung von 3200 Euro, wovon mir mein Mann sagte, daß ich die Hälfte zahlen müsse.

Ich habe aber meine Ersparnisse aufgebraucht, weil mir mein Mann viele Jahre kein Geld gab, und ich verstehe auch nicht, warum eine so teure Rechtsanwältin wegen einer Trennung nötig ist, mit der ich doch sowieso einverstanden bin. Aufgrund seines Drängens war ich aber zunächst damit einverstanden, nach der Trennung eine freiwerdende eigene Wohnung in seinem Haus anzumieten, die er mir plötzlich anbot.

Ich bin dann jedoch auf Empfehlung einer Bekannten zu einer Beratung der Caritas und von dieser zu einem Rechtsanwalt . Das Ergebnis war ein Schreiben meines Rechtsanwaltes an das Familiengericht.

Als das Schreiben am vergangenen Freitag, bei ihm einging, schien mein Mann wie verwandelt zu sein und sprach zum erstenmal seit langem wieder normal mit mir. Er fragte mich, ob ich mir genau überlegt hätte, was ich tue. Für das Kind sei es doch viel besser, wenn wir uns trotz der Trennung vertragen würden, und ich im Haus wohnen bleibe.

Ich sehe das aber nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre nur als einen neuen Trick meines Mannes, doch weiter alleine über unseren gemeinsamen Sohn zu bestimmen. Ich glaube, mein Mann will mich mit allen Mitteln von Fritz entfremden. Ich sehe keine Möglichkeit, mich ohne Hilfe gegen seine dominierende Art zu behaupten und möchte lieber heute als morgen eine räumliche Trennung von ihm.

Das Leben mit ihm ist mir immer schwerer erträglich. Mein Mann unterbindet seit 2 1/2 Jahren meinen Kontakt zu meinem Kind. Er tut das auf eine auf mich eiskalt und gemein wirkende Art. Unsere Ehe hat keinen Sinn mehr. Aus fast jedem Wort, das er mit mir in den letzten Monaten wechselte, fühlte ich Verachtung. Mein eigenes Kind wird gegen mich instrumentalisiert. Am Samstag schickte er Fritz zu mir, der mich fragte, warum ich denn so schlecht zum Papa wäre und einen so ‹bösen Brief› geschrieben hätte.

Vor einiger Zeit überbrachte mir Fritz schon einmal die offenbar einstudierte Nachricht, daß der Papa gesagt habe, daß er keinen so häßlichen Menschen kenne wie seine Mutter. Ich war geschockt und mußte meine Tränen unterdrücken. Aber ich versuchte Fritz klarzumachen, daß die Mutter ein gutes Herz für ihn hat, auch wenn sie für den Vater ‹häßlich› ist.

Ich möchte den Kontakt zu meinem Kind nicht verlieren. Jetzt geht es ihm gut, unser Sohn wird von meinem Mann geradezu verwöhnt, aber ich halte das, nach allem, wie ich meinen Mann kennengelernt habe, für Kalkül, um Fritz an sich zu binden und gegen mich einzunehmen.

Alles hätte ich ausgehalten, um nicht auch noch diese Ehe scheitern zu lassen und damit noch einmal das Gesicht zu verlieren, aber sein Vorgehen, mit dem er mir mein Kind entziehen will und mich zugleich als ‹Prostituierte› bezeichnet, kann ich nicht länger tragen.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Von ihr selbst erzählt (7)
Beitrag von: Grüner am 26. Februar 2012, 12:19:17
Ein Brief im Original, nur die Namen verändert:


An das Jugendamt in XXX:

Zeichen: Beinlich – Beratung mit meinem Mann wegen unserem Sohn Fritz.

Sehr geehrte Frau B***,

ich schreibe diesen deutschen Brief mit Hilfe von zwei Bekannten, die mir heute eigentlich bei meinem Umzug helfen wollten. Leider hält sich mein Mann nicht an die nach der Beratung getroffene Vereinbarung. Er verweigert mir weiter den Zugang zu meinem Kind und setzt mich weiter in für mich erniedrigender Weise vor ihm herab.

Weiterhin darf ich die gemeinsame Wohnung nicht betreten, solange er mein Kind nicht ins Bett gebracht hat. Ich komme derzeit um 17.45 mit dem Zug von der Arbeit  an, aber ich darf erst nach 19 Uhr die Wohnung betreten, wenn Fritz im Bett ist. Normalerweise warte ich über eine Stunde, bis ich ins Haus darf. Zur Begründung sagt mein Mann, daß es ‹Probleme› machen würde, wenn ich früher käme.

Wir haben aber nun ausgemacht, daß ich aus der Wohnung ausziehe. Ich habe mir deshalb für morgen, Mittwoch, extra von der Arbeit freigenommen.

Um 18.37 Uhr rief ich meinen Mann vor dem Haus an, ob ich nicht bereits jetzt die Schlüssel für die Zimmer haben kann, in denen sich meine Sachen befinden. Seit Ende August hat mein Mann alle Zimmer für mich verschlossen und läßt mich zum Beispiel nicht zu meinen Koffern, die ich für den Umzug benötige. Deshalb konnte ich den Umzug nicht vorbereiten. Ebenso kann ich nicht in den verschlossenen Keller, in dem noch ein Lebensmittelvorrat ist.

Mein Mann verweigerte dies jedoch: ‹Wir sind schon im Bett›, sagte er, es würde stören, wenn ich jetzt schon in die Wohnung käme. Auf meine Bitte, den Schlüssel doch einfach ins Wohnzimmer oder in einen anderen Raum zu legen, damit ich ihn dort holen und später wieder zurücklegen könnte, reagierte er böse und sagte: ‹Ja dann mußt heute alles holen und bist dann morgen draußen.› Dann legte er den Hörer auf.

Ich hatte für heute eine Freundin mit einem Auto bestellt, die mir beim Umzug helfen wollte. Es ist aber ein kleines Auto und wir könnten heute Nacht nicht alles holen, zumal ich gar nicht mehr genau weiß, was in den für mich verschlossenen Zimmern noch von mir ist. Auch muß ich aufgrund des Verhaltens meines Mannes zum Beispiel damit rechnen, daß er, wie in der Vergangenheit schon getan, den Strom abstellt, so daß ich nur mit meiner Taschenlampe suchen kann.

Ich habe mich deshalb entschlossen, heute noch nicht mit dem Auszug zu beginnen, weil ich damit rechnen muß, daß mir dann morgen der Zugang ins Haus verweigert wird. Morgen will ich mich deshalb erst noch einmal mit meinem Rechtsanwalt beraten.

Mein Mann hält sich nicht an die Vereinbarung, vor unserem Kind einen normalen Umgang mit mir zu pflegen. Wenn ich jetzt wie vereinbart zum Frühstück mit meinem Sohn komme, was zuvor zwei Jahre lang nicht möglich war, steht er sofort sehr demonstrativ auf und verläßt das Zimmer, ohne ein Wort zu sagen.

Am zweiten Tag (Donnerstag) hatte er Fritz schon vor dem Frühstücks das Spielen an der Konsole erlaubt, die er extra aufgebaut hatte. Als er das Zimmer verlassen hatte und ich Fritz sagte ‹das geht jetzt aber nicht, wir wollen doch frühstücken›, sagte mein eigener fünfjähriger Sohn sofort folgendes auswendig auf:

 ‹Halt Dein Mund, du hast kein Recht hier was zu sagen. Du bist nicht der Boß in diesem Haus. Mein Papa ist der Boß im Haus, denn Du bezahlst ja nichts für dieses Haus.›

Das liegt auf der gleichen Linie wie ähnliche Vorgänge in den vergangenen Wochen, als mein Mann unserem gemeinsamen Kind beibrachte, mir zu sagen:

‹Der Papa hat gesagt, du bist der häßlichste Mensch, den er je im Leben gesehen hat.›

Sein Angebot, daß ich angeblich weiter in seinem Haus leben ‹darf› bzw. soll, sah außerdem so aus, daß mir am vergangenen Samstag verweigert wurde, die Waschmaschine im Haus zu benutzen, obwohl ich meine Arbeitskleidung ab Montag wieder benötigte.
Ebenso muß ich mich seit Jahren in dem Bruchsteinhaus grundsätzlich im eiskalten Badezimmer duschen – und zwar immer vor ihm, während er ein Heizgerät benutzt, das er eigens mitbringt und aufstellt und danach wieder versteckt.

Am Samstag hatte ich erstmals seit über zwei Jahren mein Kind ‹überlassen› bekommen. Ich fuhr mit meinem Sohn im Auto einer Bekannten zu einem Treffen, bei dem auch andere gleichaltrige Thai-deutsche Kinder anwesend waren und es gesellige Spielmöglichkeiten gab. Für die Fahrt wollte ich einen der zwei Kindersitze, die sich in unserer Wohnung befinden, mitnehmen. Nach einigen Hin und Her ‹erlaubte› mir mein Mann, daß ‹diesmal ausnahmsweise› einer der Kindersitze von mir benutzt wird. Das nächste Mal müsse ich aber selbst einen kaufen.

Ich würde sehr gerne im Interesse von Fritz einen normalen und rationalen Umgang mit meinem Mann pflegen, aber ich weiß nicht, wie dies unter diesen Umständen möglich sein soll.

Mit freundlichen Grüßen,

Siriphon Beinlich
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Grüner am 26. Februar 2012, 12:25:31
Jetzt mache ich drei Wochen Urlaub, wenn ich zurückkomme, gibbets noch einen Epilog.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: rio0815 am 26. Februar 2012, 13:05:34
Sollte die Geschichte wahr sein, ist sie ein Extremfall: Dieser Beinlich ist ein mieses Stück Dreck.

Mit solchem Dreck geht man aber anders um, als beim Verfassen von Schreiben ans Jugendamt etc zu helfen.
Extreme Verhaltensweisen erfordern auch direktere Reaktionen seitens der Freunde der Frau.
Spürbare Reaktionen  :-X
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: crazyandy am 26. Februar 2012, 14:10:04
 >:( >:( >:( ehh Klaus das kannst Du jetzt aber nicht machen, wir wollen wissen wie es weitergeht, auch wenn wie Du schon hingewiesen hast es kein so gutes Ende für Siriphon gibt.

Edit : ich kannte auch mal einen ähnlich gelagerten Fall, zwar nicht so krass aber ähnlich. Da war der Mann ein Trunkenbold und arbeitslos sowie arbeitsscheu, holte über eine gegründete Scheinfirma ein Thai nach Deutschland und hatte zwei Kinder mit Ihr. Letztendlich ist er an seiner Sucht gestorben, und der Frau geht es jetzt viel besser mit einem guten deutschen Mann.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: sam am 26. Februar 2012, 19:24:06
Es gibt nichts was es nicht gibt, ich glaube aber dies Geschichte nicht.
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Mogadischa am 28. Februar 2012, 19:31:17
Diese "Geschichte" inspiriert mich doch auch langsam mal eine Art Tagebuch zu verfassen ...

Den Inhalt der von Grüner beschriebenen "Geschichte" ist allerdings sehr Traurig für beide Parteien, für ihn das er nicht dazulernt ( wie auch immer )
und für sie die sie von anfang einen fehler begangen hat und diesen nur schwer aus ihrem Leben verbannen kann ...

Seine Art und weise wie er mit seiner Frau und dem Sohn umgeht Kann man sich Schwer Vorstellen ... allerdings frage ich mich warum SIE nicht einfach die NotBremse gezogen hat schon nach der Geburt des Gemeinsamen sohnes da ja leicht abzusehen war das Später weitere Schwierigkeiten auftreten können ... und hat dieses über Jahre Ertragen und über sich ergehen lassen ...

egal ... mal schauen wie der "Epilog" sich macht ...

mfg Moga
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Roy † am 02. Oktober 2012, 11:57:05
Hallo Klaus,

Ich finde diese Geschichte als eine der besten aus Wahre Liebe.

Während meinen erzwungen Bett-Zeit zog ich mir wieder mal alle voll rein

Was Menschen ihren Mitmenschen antun können... aus Geiz, Kleinmütigkeit, Dummheit, alle negativen Eigenschaften zusammen...

Hier mal das umgekehrte Verhältnis.

Die in jeder Beziehung Schwächsten sind immer die Opfer!
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Karlsson am 02. Oktober 2012, 15:55:52
Ich kann einfach nicht glauben, dass es solche Dreckschweine gibt. Auch kann ich nicht glauben, dass sie sich diese Behandlung so lange bieten lässt. Und nun mal zur Geschichte, geht die irgendwann mal weiter?
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: Manthai am 25. Juni 2013, 01:18:01
Es ist schwer vorstellbar für mich, wie leidensfähig Menschen sein können. Aber das es sowas gibt, weiß ich aus eigener Erfahrung. Meine Mutter ist jetzt 86 Jahre und sie hat ähnlich wie Siriphon Gelitten. Ich natürlich auch. Jetzt ist mein Vater in einem Pflegeheim mit Demenz, wobei ich mir nicht mal sicher bin, ob er das auch nur vorspielt.
Ich will euch natürlich nicht langweilen mit einer neuen wahren deutschen Geschichte.
Ich würde mir Wünschen, diese Geschichte zu Ende zu lesen. Warten wir es ab.
Gruß Manthai
Titel: Re: Siriphons Ehe. Die wahre Geschichte einer Thai in Deutschland.
Beitrag von: kittycat am 27. Januar 2014, 14:20:54
@ SAM................ich kenne eine ähnliche Story, es war in Mindelheim,Bayern, schon länger her!  Er Landwirt holte sich eine "Thai" nicht für Liebe, er brauchte sie zum Arbeiten am Hof !  Das war ein echter Leidensweg für sie.........wollte weg, ging nicht, da Paß weggesperrt von diesem Typen! Nach einigen Leidensjahren, keine Kohle,nur Arbeiten von 5Uhr frühe bis........, ist dieser typ an einem Unfall verstorben.........durch Hilfe von thail.Verein konnte sie ihre Erbschaft antreten und fand ( sie war hübsch ) schnell einen neuen jüngeren Mann !!
Ja es gibt wirklich solche Geschichten bei uns in DACH {*