ThailandTIP Forum

Thailand lokal => Thailands Nachbarländer => Thema gestartet von: wufgaeng am 13. Mai 2013, 15:59:57

Titel: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 13. Mai 2013, 15:59:57
Liebe Freunde,

fast jedes Jahr genieße ich immer wieder aufs Neue einen eindrucksvollen und phantastischen Aufenthalt auf Bali. Diesmal reiste ich weiter nach Flores, Rinja und Komodo.
Vielen von Euch dürfte die Insel Komodo wegen der Riesenwarane bekannt sein. Eine Tour zu den Inseln der Drachentiere ist spannend, eindrucksvoll, aber nicht ungefährlich, denn diese Biester laufen überall frei herum und sind oft ziemlich aggressiv. Mehr darüber im Laufe meiner Berichte in diesem neuen Thread.

Auf Bali wohnte ich in einem schönen Bungalow-Hotel namens Swastika, das balinesische Zeichen für Glückseligkeit. Das Zeichen, das in unserer Geschichte übel missbraucht und deshalb immer mit dieser verabscheuungswürdigen Vergangenheit in Verbindung gebracht wird.

Für mehrere Tage aber wohnte ich bei meinen Freunden in Kommunen und fühlte somit den täglichen Ablauf im balinesischen Leben intensiv mit.
Mein Freund I Made Anom, seine Familie Bandem und unsere mehrjährige balinesische Freundin Mayang mit Sohn und Mutter eskortierten mich jeden Tag zu neuen Zielen auf der Insel, von denen ich berichten werde. Mayang ist auch eine enge Freundin meiner Frau, wir sind eng verbunden wie Mutter, Vater und Tochter. Falsche, immer wieder gerne unterstellte, Vermutungen sind somit gegenstandslos.

Mayang ist eine balinesische Tänzerin. Wer Lust und Zeit hat, kann sich mal ihren Video-Clip auf YouTub ansehen (7 Minuten), sie tanzt in der Mitte, ihre Zwillingsschwester rechts.
(Die ersten 30 Sekunden kann man vorspulen.)
http://www.youtube.com/watch?v=68h6X8aEzbQ


Das Wiedersehen war, wie immer, mit einem Fest verbunden. Vater und Sohn Bandem begrüßten mich am ersten Tag.

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Vater Kardita und Sohn Anom der Familie Bandem.

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Mayang und ihr Sohn (4)

Der erste Ausflug führte zuerst zu den Reisfeldern von Tegallalang im Landkreis Bangli, die jedem Besucher auf Bali den ersten Eindruck auf die grandios angelegten Reisterrassen geben.

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Die ganze Insel ist überzogen mit mühe- und kunstvoll angelegten Reisplantagen und geben somit Bali einen besonderen Reiz beim Blick in die wunderschöne Landschaft.

Die Landstraße führt weiter in den Norden von Bali und brachte uns zum ersten Tempelbesuch nach unserem Wiedersehen im Pura Ulundanu Batur.

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Pura Ulundanu Batur. Der Schrein mit den 11 Dächern, der beim Vulkanausbruch 1926 erhalten blieb, ist im Hintergrund zu erkennen.

Ursprünglich befanden sich der Tempel und das Dorf Batur in der Caldera am Fuße des Gulung Batur Vulkans. Ein heftiger Ausbruch im Jahr 1926 zerstörte sowohl das Dorf und den Tempel, mit einer Ausnahme des wichtigsten Schreins mit 11 Dächern, der dem Meru Dewi Danu gewidmet ist. Die Dorfbewohner hatten am höchsten und ältesten Rand der Caldera, das Dorf und den Tempel wieder aufgebaut.


edit: Textaenderung auf Wunsch des Autors
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Bruno99 am 13. Mai 2013, 16:20:14
Fernweh kommt auf   :-)

schaue gespannt auf die Fortsetzung dieses Berichtes Wufgaeng  ;}
Titel: Die Verführung von der Hexe Rangda
Beitrag von: wufgaeng am 13. Mai 2013, 18:24:05
Danke Bruno, das Fernweh kann ich leider nicht stillen, sondern nur neues schaffen.
So eine Reise ist auch Balsam für die Seele und eine Wohltat für mich, aus dem Alltag von Bangkok auszubrechen.
Wie schön, dass man viele Paradiese (nicht nur Bali!) nur ein paar Flugstunden von Bangkok entfernt hat.

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Die Verführung von der Hexe Rangda.

Die Hexe Rangda wird auch Calonarang oder Calon Arang genannt.
Einige Wissenschaftler sehen in ihr Durga, die Frau Shivas, andere die Königin Mahendradatta, Mutter von König Erlangga, wieder andere einfach die allseits präsente böse Witwe.
Titel: im Tempel Pura Ulundanu Batur
Beitrag von: wufgaeng am 14. Mai 2013, 14:29:03
Generell ist der Zutritt in den innersten Bereich des Ulundanu Batur Tempels für Touristen und Nichthindus versagt, nur ein schmaler Durchgang trennt diesen von dem äußeren Bezirk.
I Made Anom und ich kamen, um zu meditieren und brachten unsere Opfergaben. Ich war als Teilnehmer in den heiligen Innenhof eingeladen. Die dafür erforderliche Kleidung, der Sarong, die Bauchbinde, Saput genannt und die Kopfbedeckung, den Udeng ist für diesen Bereich unbedingt notwendig, ein Zutritt ist sonst nicht möglich.

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I Made Anom bei der Opfergabe im inneren Bereich des Pura Ulundanu Batur

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Als Teilnehmer meditiere ich vor einer Hindu-Gottheit. Die Schale rechts ist mit heiligen Wasser gefüllt, das von Anom auf meinen Kopf, in die Hände und über die Opfergaben gesprüht wird.

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Das Tor zum heiligen Schrein, der beim Vulkanausbruch im Jahre 1926 erhalten blieb.

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Statue im Tempel einer Affen ähnlichen Kreatur in Bali, den Hanuman.
Der Hanuman wird oft in sehr verschiedener Weise dargestellt.
Der Affengeneral Hanuman ist eine Gestalt die im Hinduismus sehr populär ist.
Die auf Bali frei lebenden Affen werden als seine Nachkommen angesehen und sind deshalb heilig.

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Zeitgenössische Ganesha-Statue.
Gemäß hinduistischer Legende hat Ganesha einen menschlichen Körper und einen Elefantenkopf. Er sitzt mit einem Bein unter dem anderen. Vor der Statue befinden sich Opfergaben und meist auch schmackhafte Nahrung, die als Opfergabe dargebracht wurde. Sein "Reittier" ist eine Maus.
Titel: Am Gunung Batur Vulkan und dem Batur See
Beitrag von: wufgaeng am 14. Mai 2013, 19:40:31
Bereits in meinem letzten Thema berichtete ich über den Batur Vulkan, den Vulkansee und die Dörfer am See, ganz besonders über das einzigartige Dorf der Bali-Aga Trunyan und dem offenen Friedhof. Jedes Mal ist für mich diese Gegend ein immer wiederkehrender Grund für einen Ausflug in diese fantastische Vulkanlandschaft.
Während unserer Rückfahrt vom Ulundanu Batur Tempel nach Sanur bot mir der Vulkan und die ganze Caldera drumherum ein ganz besonders schönes Naturmotiv.

Um sich die Ausmaße der Caldera einmal vorstellen zu können, habe ich eine Karte von oben aus dem Google kopiert. Die Caldera ist riesengroß, 6,4 mal 9,4 km. Der Vulkan ist mittendrin und der See an einer Seite. Der wieder aufgebaute Ulundanu Batur Tempel und Ortschaften Kintamani, Kedisan, Buahan und Trunyan liegen am Rande der Caldera.

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Bei diesem Google Bild von oben kann man die Caldera gut erkennen

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Der Gunung Batur in voller Pracht. Eine Besteigung kann man von mehreren Ausgangspunkten starten, man braucht gutes Schuhwerk, warme Kleidung, kühles Bier (solange es noch eins gibt) und etwa 2 - 3 Stunden.
Die Abhänge des aktiven Vulkans sind bedeckt von dunklen und zerklüffteten Lavafeldern, die sich weit in die riesige Caldera hinunterziehen. Das Wandern auf diesen Lavafeldern ist mühsam, die scharfkantigen Lavabrocken zerschneiden schnell die besten Sohlen.

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Der Danau Batur See. Gegenüber erkennt man die Ortschaft Trunyan, weiter links in Verlängerung neben dem Baumstamm den Friedhof.
Der heilige See gilt als Heim der Göttin Ida Batara Dewi Ulun Danu, ist etwa drei km breit und fast dreimal so lang. Er zeigt sich beinahe aus jeder Perspektive als eine besondere Sehenswürdigkeit.

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Die Ortschaft Kedisan im Vordergrund und der Vulkan im Hintergrund.

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Der Danau Batur See und der Calderagrat.
Am Südostufer des Sees erhebt sich der Gunung Abang (2153 m), der höchste Punkt am Rand der Caldera.

Titel: Kopi Luwak
Beitrag von: wufgaeng am 15. Mai 2013, 12:11:05
In diesem Beitrag berichte ich über den wohl teuersten Kaffee der Welt, für den man in Deutschland leicht mal 220 € pro Kilo hinblättern müsste, den Kopi Luwak.
Ich hoffe meine TIP-Freunde haben schon zu Mittag gegessen, denn die Erklärung der Kaffee-Herstellung klingt ein bisschen unappetitlich und ist manchem Leser unbekannt.
Empfindliche Kaffee-Liebhaber sollten besser nicht weiter lesen.

Der Luwak ist auf Bali eine Art Wiesel und wird oft fälschlicher Weise als Katze bezeichnet (Katzen fressen keine Kaffee-Kirschen). Dieses Tier wird auch Fleckenmusang genannt, es ist vermutlich der größte Liebhaber der Kaffeekirschen und damit der eigentliche Produzent des außergewöhnlich milden Kaffees. Der wieselähnliche Baumbewohner ist hauptsächlich nachtaktiv. In der Dunkelheit schleicht der Luwak über die balinesischen Kaffeeplantagen und sucht sich zum Fressen nur die allerbesten und reifsten Kaffeekirschen aus.
Von den Kaffeekirschen kann der Luwak nur das Fruchtfleisch verdauen. Das Fruchtfleisch wird verdaut, die Kaffeebohne wird im Magen des Musangs nass fermentiert (Fermentation = der biologische Prozess, bei dem Mikroorganismen Nährstoffe aus der Umgebung umsetzten). Dadurch werden die Bitterstoffe des Kaffees gespalten und dies verleiht dem Kopi Luwak seinen einzigartigen sanften Geschmack.

Der Kauf der ungerösteten Bohnen für den Verzerr des Kaffees ist natürlich absolute Vertrauenssache, denn nur ein erfahrener Experte kann die Luwak-Kaffeebohnen von anderen gewöhnlichen unterscheiden.
Beim Genuss des korrekt zubereiteten Luwak-Kaffees aber erkennt auch der Laie sofort einen deutlichen Unterschied.
Kurzum: Einmal probieren ist wirklich ein Erlebnis, aber zum täglichen Verzerr für die meisten von uns ein "klein bisschen" zu teuer, da gibt's beim Lidl oder Aldi auch gute Sorten.
Ich bezahlte 50.000 Rupien für die Tasse echten Kopi Luwak, das entspricht etwa 4 €. In Tokio zahlt man leicht 75 € oder mehr.

Übrigens ist die hochgealterte - ähhh hoch geachtete englische Oberhäuptin "very amused" about the (out)shited Luwak Coffee. {/ ;]

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Hinweisschild für einen Verkauf von Kopi Luwak.

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Der Luwak in einem Käfig. Der Schnappschuss war nicht leicht, denn das Tier verkroch sich immer wieder in seine dunkle Ecke.
Der hohe Preis verleitet Einheimische dazu, die für die Produktion des Luwak-Kaffees unerlässlichen Schleichtiere zu fangen und mit Kaffeekirschen zu füttern.
Ein Gräuel für die Tierschützer, denn die Haltung dieser Tiere in engen Käfigen, nur zur Herstellung des teuren Kaffees, ist sehr zu kritisieren.
Aber solange man, wie bisher gehandhabt, die Ausscheidungen von frei lebenden Tieren einsammelt, ist dagegen eigentlich nichts einzuwenden, denn hier werden die Tiere selbst bei so einer Kaffeebohnen-Sammlung nicht geschädigt.

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In der Plastiktüte bereits gewaschene Bohnen, davor ungewaschene. Auf der Tüte liegt ein Batzen ausgesch....iedener Kaffeebohnen.
Die Bohnen werden in kleinen Mengen sehr aufwendig mehrfach gewaschen, getrocknet und in Sammelstellen abgeliefert.

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Ausgesch.....iedene Kaffeebohnen :D
Ausgeschieden werden nicht die einzelnen Bohnen, sondern Klumpen mit bis zu 50 Stück.
Diese Kaffeeklumpen werden getrocknet und von den Bauern in Holzmörsern zerteilt bis alle Bohnen einzeln sind.

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Die gesäuberten Bohnen werden sorgfälltig geröstet und dann gleich im Mörser zerstoßen (nicht gemahlen!).
Dann wird heißes, nicht kochendes, Quellwasser auf das Kaffeepulver gegossen und wie ein türkischer Mocca zubereitet.

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Mit einer Zimmtstange rührt man den braunen Zucker im Kaffee um.
Beim Probieren hatte ich den Vergleich zu anderen Kaffeesorten und bemerkte ganz deutlich einen angenehmen Unterschied:
Sehr mild, aber sehr aromatisch, würzig, erdig, modrig, sirupgleich, mit leichtem schokoladigen und caramelligen Geschmack.

Mahlzeit und Guten Appetit zum Mittagstisch, zum Abschluss vielleicht eine Tasse Kopi Luwak?
 :-) ;D ;]


edit: Aenderung auf Wunsch von wufgaeng
Titel: Pura Basukian Puseh Jagat Besakih, die Mutter aller Tempel
Beitrag von: wufgaeng am 16. Mai 2013, 16:15:55
Ich habe schon viele Bilder balinesischer Tempel gesetzt, doch möchte ich die Fotos vom wichtigsten und heiligsten hinduistischen Tempel nicht vorenthalten, die riesengroße Anlage des Pura Besakih, Balis größten Tempelkomplex.
Im Moment unserer Ankunft zog gerade eine Gewitterwolke vorbei. Die Sonne durchbrach gelegentlich die Wolkendecke und setzte die ganze Anlage in ein farbenfrohes Licht.
Der Komplex ist einer von Touristen am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten. Dementsprechend ist das Überengagement an Souvenir- und Getränke-Verkäufern und oft unseriösen Touristenführern. Wir hatten keinen Bedarf an all diesen Angeboten, stoppten aber bei einem Verkäufer, der wohl in seinen ganz jungen Jahren damit anfing. Da "musste" ich meine Kamera zücken, ich fand den Anblick zu süüüß:

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Ein paar Schritte weiter und wir betrachteten den größten Teil der ganzen Tempelanlage.

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Die Anlage, gegründet im 8. Jahrhundert, liegt am Fuße des Gunung Agung, dem höchsten Berg und Vulkan Balis und ist das zentrale hinduistische Heiligtum in ganz Indonesien.
Der ganze Tempelbezirk besteht aus über 200 Bauwerken. In der Grundstruktur ist die Anlage nach der Trimurti - der Hindu-Göttertrinität Brahma-Shiva-Vishnu - gegliedert. Diesen drei Göttern sind auch die Hauptheiligtümer gewidmet.

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Die Ursprünge des Bezirks reichen bis in die prähinduistische Epoche zurück. Die Legende berichtet von einem Priester, der hier bereits im 8. Jahrhundert nach Christus eine hinduistische Kultstätte gegründet haben soll. Dieses Jahrhundert gilt heute als Gründungsjahr. In weiteren Jahrhunderten wurde das Areal dann immer weiter vergrößert und bebaut, so dass man heute einen grandiosen und imposanten Tempelkomplex vorfindet, durch den man herrlich spazieren kann.

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Westlich des Pura Penataran Agung Besakih wurde das dritte, der Gottheit Vishnu gewidmete Hauptheiligtum, der Pura Batu Madeg errichtet. Die bauliche Realisierung dieser drei Tempel symbolisiert somit auch die hinduistische Dreieinigkeit, „Trimurti“ genannt. Besonders eindrucksvoll fand ich die große Treppe, die von beiden Seiten von einer Drachenfigur bewacht wird.

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Der Innenbereich ist für alle Nicht-Hindus eigentlich gesperrt, wie überall auf Bali. In Begleitung meines Freundes Anom und in meiner traditionellen balinesischen Kleidung hatte ich Zutritt und habe mit den anderen Pilgern auch meine Opfergabe vollbracht.

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Zwei einheimische Pilgerfrauen bei ihren Opfergaben und der Anbetung an die hinduistischen Götter.
Dahinter sitzt ein zweithöchster Priester, der Pemangku, und segnet die Gläubigen.
(Der Pemangku ist ein Priester der zweiten Stellung. Er ist der Priester der Volksreligion und kann einer jeglichen Kaste angehören, ist üblicherweise jedoch ein Sudra, also aus der untersten Kaste.

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Hindu Pilger vor ihrer Meditation vor den Hindu Gottheiten Brahma, Shiva und Vishnu
Titel: Pura Basukian Puseh Jagat Besakih, die Mutter aller Tempel
Beitrag von: wufgaeng am 17. Mai 2013, 14:21:09
In den zwei Wochen auf Bali und den anderen Inseln war jeder Tag mit einem vollem Programm für mich ausgefüllt. Noch nie zuvor wurde ich am täglichen Ablauf des balinesischen Lebens so sehr integriert, wie während meiner letzten Reise. Egus, der Zwillingsbruder meines Freundes Anom, kam eigens aus seinem Studienort Surabaya nach Bali, um mich wieder zu sehen. Ich meinem anderen Thread berichtete ich über die Teilnahme an einem Odalanfest mit Egus und seiner Mutter.
Wir verbrachten mehrere Stunden im Pura Basukian Tempel und noch mal widme ich einen Beitrag dieser grandiosen Kulturstätte, bevor ich auf andere Themen übergehe.

Für jeden Reisenden ist Besichtigung diser Anlage ein Muss, zumal hier fast jeden Tag irgendwelche Feste und Zeremonien stattfinden. Außerdem sind die Opfergaben (Canangs) hier mit Abstand die reichhaltigsten die man auf Bali finden kann.
Der Muttertempel dient vielen Besuchern auch als Ausgangspunkt für den Aufstieg zum Gipfel des Gunung Agung. Dieser ist mit einer Höhe von mehr als 3.000 Metern die höchste Erhebung der Insel Bali. Im Glauben des Volkes von Bali handelt es sich bei dem Vulkan um den mythologischen Berg Meru, welcher als Zentrum des Universums gilt.

Während des letzten Eka Dasa Rudra Festes brach am 18. Februar 1963 der Gunung Agung aus. Weite Landstriche wurden verwüstet, über 1100 Menschen starben.  Östlich der Tempelanlage kam ein heißer Schuttstrom (Lahar) herunter.
Den Ausbruch aber überstand der Tempel wie durch ein Wunder unbeschadet. Obwohl weite Landstriche völlig verwüstet wurden. Der gewaltige Lavastrom steuerte zunächst direkt auf den Pura Besakih zu, teilte sich aber kurz davor uns floss nur wenige Meter rechts und links vorbei. Das wurde auf Bali als ein Wunder angesehen, was den Tempel noch eine Stufe heiliger machte.

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Der Aufstieg zum heiligen religiösen Zentrum Bali.

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Kori Agung oder auch Padu Raksa genannt, ist ein meist verschlossenes überdachtes Tor. In den meisten Fällen ist der Zugang nur Priestern und gläubigen Hindus gestattet. Die Haupttür ist schmal und bietet meist nur einer Person Platz zum Eintreten. Sie wird nur geöffnet, wenn die Götter im Tempel sind. Zu anderen Zeiten benutzt man einen der beiden Seiteneingänge links und rechts neben dem goldenen Tor.
Das Mauerwerk eines solchen Tores ist kunstvoll verziert und trägt Dämonenköpfe zur Abschreckung des Bösen, der Bhūta Kala.

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Der Eingang durch das Candi Bentar gespaltene Tor in heilige Zentrum.
Candi Bentar ist indonesisch und bedeutet "Tor zum Licht".

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Rückweg und letzter Blick vor dem Verlassen der imposanten Tempelanlage.

(http://farm8.staticflickr.com/7384/8728102104_1eb45e72c1_z.jpg)
"Saudara datang dari mana?"
"Saya datang dari Thailand."
"Siapa nama saudara?"
"Nama saya Wufgaeng."
 ???
Gar nicht so schwer zu verstehen mit all den Handbewegungen!
 ;D
("woher kommst Du?"
"Ich komme aus Thailand."
"Wie ist dein Name?"
"Mein Name ist Wufgaeng.")


Witzig ist die balinesische Bezeichnung Knallpott für einen Auspuff (stammt wohl aus dem Holländischen).
Für viele der lärmenden Fahrzeuge und Longtailboote das wahrlich zutreffendste Wort.

Titel: Rückfahrt nach Denpasar
Beitrag von: wufgaeng am 17. Mai 2013, 17:24:31
Trotz der immer wieder märchenhaften Ausblicke darf man auf Bali den Verkehr nicht unerwähnt lassen, denn der ist nun mal anders, als ich ihn 35 Jahre in Thailand gewohnt bin. Da herrschen ganz spezielle "Verkehrsregeln".
Der Stärkere hat immer Vorfahrt. So stehen ganz oben in der Verkehrshierarchie die LKW's und Busse und ganz unten die Fußgänger.

Da mittlerweile sehr viele Balinesen ein Moped besitzen, wird auf den viel befahrenen Straßen um jeden Zentimeter "gekämpft", wenn ein Pulk von hunderten Mopedfahrern auf kleinster Fläche versucht, sich fortzubewegen. Auch der Gehweg gilt als Fahrbahn und wird den Fußgängern vorweggenommen. Überhaupt scheinen die Moped-Balinesen vollkommen "schmerzfrei" zu fahren.

Typisch für den Verkehr auf Bali ist auch, dass auf den Straßen sehr wenig Platz zur Verfügung steht. Der Abstand zu allen Seiten zwischen unserem Auto und den anderen Verkehrteilnehmern, wie Fußgängern, Straßenhändlern, Tieren usw. ist extrem gering. Vor zehn Jahren war Auto fahren auf Bali noch ein Vergnügen. Heute jedoch hat sich die Verkehrsdichte vervielfacht - und jährlich wird der Verkehr mehr und mehr chaotischer.

Wer sich traut, der thailändische Führerschein ist auf Bali gültig. Eine abgelaufene Jahreskarte des Bochumer Hallenbads wurde als Fahrerlaubnis ebenfalls akzeptiert. ;]

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Reisfelder auf dem Rückweg nach Denpasar.

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Ein Panoramablick in die Ferne der balinesischen Landschaft, aber unten auf der Landstraße erkennt man bereits die bevorstehende Autoschlange.

(http://farm9.staticflickr.com/8279/8747442808_2c7545f864_z.jpg)
Wahlpropaganda überall. Am 15. Mai wurde auf Bali gewählt, der Ablauf verlief nicht ohne die üblichen Tumulte.
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Tobi CR am 17. Mai 2013, 17:35:56
Die Tempelanlagen mit den vielen Verzierungen, die Landschaften,
deine Erklärungen -> das Alles macht Spaß und Freude beim Lesen  :) .

Bei einer Bestellung des Spezial-Kaffees mache ich allerdings einen
Rückzieher und nehme eine Cola  :-).
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 17. Mai 2013, 18:01:56
Hallo Tobi,
you aren't amused so einen leckeren Kaffee zu trinken? ???
Ich kenn da noch andere Sachen, die ich lieber nicht beschreibe.
An Gola drink och ik für an Läääben gern ;]
Vielleicht einmal zusammen [-]

Morgen fang ich mit dem Maskentanz an und bald kommt auch der furchtbare weißhaarige Überbiss.
Lieben Gruß Wolfgang
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Haus am 17. Mai 2013, 20:27:57
Hallo Wolfgang

Toller Bericht und Fotos

mach weiter so

grüsse Jürgen
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 17. Mai 2013, 20:45:50
danke Jürgen, und es geht noch lange weiter.
Manchmal weiß ich gar nicht mehr, wie und mit was ich weitermache, denn ich habe so viele Bilder geschossen und die muss ich erst einmal sortieren und selektieren.
Bei meinen Berichten hilft mir natürlich die Recherche aus dem Internet. Es macht mir Spaß, nachträglich jedes Bild zu beschreiben, denn aus der Recherche lerne ich noch viel dazu.
Morgen setze ich einen Bericht über ein Mecaru Fest. Das war ein Fest nur unter den Dorfbewohnern, wo ich in der Kommune nicht mehr Gast, sondern Teilnehmer bin.
Mecaru ist eine farbenprächtige Zeremonie und zeigt die Balance zwischen Mensch und Natur. Zu diesem Fest zu gehen, ist ein Akt des Gebens von Opfern, die speziell für Bhuta (böse Geister in der Natur) und andere gute und böse Wesensgestalten bestimmt sind.
Titel: Re: Pura Basukian Puseh Jagat Besakih, die Mutter aller Tempel
Beitrag von: Bruno99 am 17. Mai 2013, 21:07:31
Witzig ist die balinesische Bezeichnung Knallpott für einen Auspuff (stammt wohl aus dem Holländischen).

diesen Ausdruck habe des oefteren auch auf (Ost)Java gesehen und scheint tatsaechlich aufs Hollaendische zuruechzufuehren zu sein (so wurde es mir jedenfalls gesagt).
Und weil er so witzig erscheint habe ich ihn nicht vergessen  ;]

Freue mich auf mehr  ;}
Titel: Beim Mecaru Fest in Sukawati
Beitrag von: wufgaeng am 18. Mai 2013, 11:45:04
Der darauf folgende Tag fing am frühen Morgen an. Schon um 7 Uhr holte mich mein Freund Anom ab, um von Anfang an die Vorbereitungen und den Ablauf eines Mecaru Festes mitzuerleben. Wir fuhren in ein kleines Dorf in Sukawati, einem Außenbezirk von Denpasar, wo die Dorfbewohner aus der ganzen Gegend in einem kleinen und engen Tempel das Fest feierten. Vater Kardita Bandem, mein Freund und Gastgeber, hatte sich auf dem Fest nach und nach in mehrere Dämonen-Kostüme eingekleidet, um als Tänzer und Erzähler aktiv teilzunehmen.

Das Mecaru Fest ist eine Zeremonie, die die Balance zwischen Mensch und Natur betrifft. Es ist balinesischer Hindu Glauben, dass böse Geister in Orten, wie beispielsweise in sehr hohen Bäumen, unter großen Brücken oder an einer Weggabelung zum Dorf versteckt sind. Diese Geister bleiben ruhig und gelassen, so lange sie anerkannt und geehrt werden. Aber dort, wo böse Geister sind, ist das Gefühl der Dorfbewohner fremd und unbehaglich. Die Leute sind in diesen Bereichen sehr vorsichtig und umsichtig. Wenn jedoch die richtigen Gebete gesprochen und die Zeremonien eingehalten werden, werden die Geister nicht gestört, und die wiederum stören dann nicht die Menschen. Es scheint, ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Gut und Ausgewogen und den schlechten, unbehaglichen Umständen dazustellen. Mit beiden müsse man wissen, damit umzugehen zu können.

Ich hatte schon immer große Freude, die Menschen frei während ihren Verhaltensweisen und Bewegungen zu knipsen, das ist bei Balinesen kein Problem. Es vermittelt einen warmherzigen Einblick der Einheimischen in ihre lebendige Lebensart. Bei dem Fest war ich nicht der Einzige, der fotografierte, die Leute tun es gern auch unter sich.

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Ein Foto zum Versenden. WhatsApp ist überall präsent.

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Der Dorfvorsteher beim Einkleiden in sein Dämonenkostüm.

(http://farm8.staticflickr.com/7435/8728122062_6a85200193_z.jpg)
Sein Name ist Pasta. "Denk an Spaghetti", sagte er zu mir, "dann erinnerst du dich leicht an meinen Namen." ;D

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Junge Teilnehmer begrüßen mich mit den üblichen Handzeichen.

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Der Junge posiert sich auf seine Art

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Geduldiges Warten auf den Tanz der Dämonen.
Titel: Das Mecaru Fest und das Gamelan Orchester
Beitrag von: wufgaeng am 18. Mai 2013, 13:56:17
Schon von Weitem hörte ich die Klänge des Gamelan Orchesters aus dem Tempel, in dem das Mecaru Fest veranstaltet wurde. Es waren fast sphärische Klänge, die mich in eine tiefe, geistige Stimmung versetzten. Der wundervolle Nelkengeruch von indonesischen Kretek-Zigaretten, die einige Teilnehmer pafften, passte zu der Stimmung, wie der Deckel auf den Topf. Kreteks rauchen ist Tradition in Indonesien, und da lassen sich auch die Teilnehmer während der Tempelfeste nicht abbringen. Jedenfalls wird es gerne geduldet und gerochen.
 C--.
Die Gamelan-Musik ist Teil des rituellen Lebens und gehört auf Bali zu allen Tempelfesten und zur Begleitung von Tänzen und Spielen.

In einem kompletten Gamelan können bis zu 40 Spieler vereint sein. Es gibt keine eigentlichen Solisten. Jedes Instrument ist für den Gesamtklang wichtig und nur im Zusammenspiel aller Instrumente ergibt sich der gewünschte Klang. Insofern stellt ein Gamelan ein soziales Ideal dar, in dem jeder auf den anderen hört und seinen Teil zum Gesamtergebnis beiträgt, ohne selbst im Vordergrund zu stehen.


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Vorne der Musiker, der den Bonang, den Gong schlägt, daneben die Suling, eine Bambuslängsflöte und dahinter der Gender Spieler, der mit Hammer auf die metallenen Scheiben haut.

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Schellen und der Kendang, die beidseitig geschlagene Trommel, bestimmen den Rhythmus.

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Der Kendang Spieler in seiner vollen Aktion, dahinter der Kenong, das große balinesische Gongspiel.

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Schon der Jüngste übte sich am Gender, dem indonesischen Metallophon. Der Vater führte noch seine Hand.

Die Gamelan Musik gehört zum Mecaru Fest und zur Begleitung der Dämonentänze - mehr darüber im nächsten Beitrag.
Titel: Die Masken der Dämonen auf dem Mecaru Fest
Beitrag von: wufgaeng am 19. Mai 2013, 12:23:33
Das Wort Topeng ist das balinesische Wort für Maske. Es gibt mehrere Arten des Topeng, eine davon ist der Topeng Pajegan.

Der Topeng Pajegan wird bei religiösen Zeremonien dargeboten und stellt ein Tanzdrama dar, dessen Inhalte auf balinesische Chroniken zurückzuführen sind. Es werden mit ständig wechselnden Masken die guten und schlechten Taten der Herrscherfamilien sowie deren gesamtes Leben dargestellt.
Dabei verwandelt sich der Tänzer vor den Augen der Zuschauer mittels dieser Masken und stellt Schritt für Schritt das Leben der Protagonisten dar. Bis zu 30 verschiedene Masken stehen ihm dabei zur Verfügung, von der schönen Frau bis zum Clown.

Sehr wichtig ist beim Topeng Pajegan die Verwendung der letzten Maske Sida Karya, die heilig und für das gute Gelingen der Zeremonie verantwortlich ist.

Einige Masken werden nicht vor dem Publikum gewechselt sondern versteckt hinter der Bühne.

Der Topeng Tua stellt einen alten Menschen dar, mit seinen Schwächen, Stärken und Gebrechen. Der Tänzer interagiert dabei mit dem Publikum und passt seine Geschichte immer wieder den Gegebenheiten an.

Das begleitende Gamelan Orchester passt bei jedem Tanz seine Geschwindigkeit den Darstellern an.

Bei der Vielzahl der Dämonenfiguren kann ich mir die einzelnen nicht mehr auseinander halten, darum bin ich immer wieder auf die Hilfe meiner Balifreunde angewiesen. Das Fest dauerte noch den ganzen Tag, aber wir verließen nach etwa vier Stunden die Party, nachdem der letzte Dämon, der Sida Karya (mein Freund Kardita hinter seiner Maske) das Ende der Tänze einleitete.

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Der Hohepriester, der Pedanda, sitzt hoch, über alles blickend und segnet die Häupter der Teilnehmer und ihre Opfergaben.
Der Pedanda ist immer ein Brahmane. Er muss schon in seiner Jugend eine Weihe erhalten. Schon im Kindesalter wird er durch eine harte Ausbildung für seine spätere beispielhafte Führung und sein Amt vorbereitet.
Ohne der Anwesenheit des Pedanda wäre die Durchführung des Festes undenkbar.

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Dorfvorsteher Pasta mit der Topeng Tua Maske.
Er stellt einen alten Mann mit all seinen Erfahrungen, Stärken und Schwächen dar.
Er interagiert dabei mit dem Publikum und passt seine Geschichte immer wieder den Gegebenheiten an.

Glück und Trauer sind Gefühle des Selbst-Ausdruckes, das von seinem eigenen Gesichtsausdruck reflektiert werden kann.
Die Masken zeigen verschiedene Gesichtsausdrücke von guten und bösen Dämonen, die jeweils eine besondere Bedeutung wiedergeben. Jede einzelne zu beschreiben, würde den Rahmen des Berichtes sprengen, so viele verschiedene Gesichtsausdrücke gibt es, die dann in Masken wiedergegeben sind.

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Dorfvorsteher Pasta im Topeng Keras Kostüm.

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Auch hinter dieser Maske des Topeng Pedanda verbirgt sich Freund Kardita Bandem.

und eine junge Teilnehmerin aus dem Dorf in Sukawati.

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Die Maskentänze wurden alle nur von zwei Tänzern durchgeführt, von Pasta und von I Made Kardita. Beide wechselten vor und hinter der Bühne mehrfach ihr Kostüm, um als andere Dämonen zu erscheinen. Den letzten Dämon tanzte I Made Kardita als den Sida Karya,
(den weißhaarigen Mann mit dem Überbiss), sie kommt als nächstes im Programm.
 :) ;D ;]
Titel: Die Masken der Dämonen auf dem Mecaru Fest
Beitrag von: wufgaeng am 19. Mai 2013, 13:47:14
Es wird stark angenommen, dass die Verwendung von Masken mit dem Kult der Ahnen verwandt ist. Die Tänzer gelten sozusagen als die Dolmetscher der Götter.
Topeng Aufführungen zeigen meist eine Reihe von nicht-sprechenden maskierten Zeichen, die nicht auf irgend eine Geschichte oder ein Geschehnis bezogen werden kann.
Traditionelle Masken sind z.B. der Topeng Manis (ein raffinierter Held), Topeng Kras (ein kämpferischer autoritärer Charakter) und Topeng Tua (ein alter Mann, der das Publikum mit Scherzen zum Lachen bringt). Alle hier darzustellen würde noch viele Seiten beanspruchen, aber ich möchte zu anderen Themen wechseln, zum Leben in einer balinesischen Dorfgemeinschaft, der Kommune.

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Topeng Penasar, eine Maske, bei der der Schauspieler direkt und deutlich zu den Zuschauern spricht um ihnen Lebensweisheiten zu vermitteln.

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Freund I Made Kardita hinter der Maske des Topeng Penasar.

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und als letzter Dämon schließt mit der Topeng Sida Karya den Tanz der Dämonen.
Der Träger des Kostüms verwendet seine eigene Stimme mit einem Ruf, das Ritual zu beenden.
Dieser Maskentanz ist beim Topeng Pajegan sehr wichtig. Er gilt als heilig und trägt die Verantwortung für das gute Gelingen der Zeremonie.
(Auch hinter dieser weißhaarigen Maske mit dem Überbiss verbirgt sich mein Freund I Made Kardita. Er hat während des Festes sein Maskenkostüm dreimal gewechselt.)

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Am Ein- und Ausgang des Tempelgeländes hinterlassen auch wir die zuvor vom Pedanda gesegnete Opfergabe (genannt Banten).
Wer Bali bereist, der wird sehr schnell überall die unzähligen kleinen Schalen sehen. Es sind meist aus Palmblättern geflochtene kleine Körbchen und enthalten Blumen, Öle, Salz, Geld und oft die Zutaten des Betelbissen - und nicht zu vergessen ein salziges Keksplätzchen.
Titel: Wohnen im Dorf der Balinesen
Beitrag von: wufgaeng am 19. Mai 2013, 18:03:57
Meine folgenden Fotos sollen ein paar Eindrücke vom Dorfleben auf der Insel Bali geben. Obwohl ich für die Zeit auf Bali mein Hotel gebucht hatte, musste ich ein paar Tage und Nächte bei meinen Freunden wohnen. Es wäre für sie enttäuschend gewesen, hätte ich dies abgelehnt.

Meine Bekannte Mayang kommt aus sehr einfachen Verhältnissen. Ein Monatsgehalt einer guten balinesischen Tänzerin beträgt etwa 1.000.000 Rupien, das entspricht gerade einmal 80 Euro. Hinzu kommen Gelegenheitsjobs in einer Wäscherei und manchmal als Bedienung im Fastfood-Restaurant.
Ich poste normalerweise selten Familien- oder Gruppenfotos, die nur für die Leute, die die entsprechenden Personen kennen und einen Bezug zu ihnen haben, interessant sind.
Doch hier mach ich ein paar Ausnahmen und setze Fotos auch von balinesischen alten Menschen, deren Warmherzigkeit im Gesicht geschrieben scheint.

Das Wort Umah bedeutet im balinesischen „Zuhause“. Einige der Balinesen reinigen ihre Körper auf traditionelle Weise, nackt im naturbelassenen, klaren Fluss. Auf Bali nennt man diese Art der Reinigung mandus ke tukad. Der Puritanismus ist auf Bali nicht so streng gehandhabt, wie in Thailand und den Nachbarländern, man schämt sich seines Körpers viel weniger.
Der Tag fing immer schon früh um 6.30 Uhr an. Die Kinder bereiteten sich für die Schule vor und halfen sich gegenseitig beim Ankleiden und Zöpfe flechten. Man brachte mir Kaffee und im Toast gepresste Bananen. Wir gingen zum Haustempel und sprachen das Gebet für die Hoffnung auf den Schutz der guten Geister.

Die Familien leben in Kommunen, d.h. bei Mayang und ihrer Familie leben sechs Familien in ihren offen stehenden Häusern in einem Komplex, der von einer Mauer umgeben ist.
Alles, innerhalb des Komplexes ist für jeden der sechs Familien zugänglich, man bekommt sofort den Eindruck, diese sechs Familien bilden eine Großfamilie. Das Vertrauen innerhalb dieser Gemeinschaft ist unerschütterlich, jeder ist für jeden da, aber für uns Europäer fehlt vielleicht ein wenig die gewohnte eigene Privatsphäre.

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Auf dem Dorf in Sembung, nördlich von Denpasar

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Wohnen in einfachen Verhältnissen, die Behausung scheint noch nicht ganz fertig gebaut zu sein. Überall fehlte noch der Putz.

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Die Nachbarn beim Zubereiten eines Essens.
Das Essen wird grundsätzlich nicht nur für die Menschen zubereitet, sondern in erster Linie für die Geister und Götter.
Erst nachdem man diese mit Speisen besänftig hat, greift der Mensch selbst zum Essen, wobei auch das gegessen wird, was man vorher den Göttern opferte.

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Ein alte Frau aus der Nachbarschaft, deren Vergangenheit man aus dem Gesicht lesen könnte.

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Mayangs Sohn, er ist 4 Jahre alt und geht in dem Dorf zur Vorschule.
Jeden Tag lernt er ein paar Brocken Englisch, seine Fortschritte sind beeindruckend.

Noch einmal, morgen, berichte ich über die Familie von Mayang und dann geht's nach Flores.
Mancher denkt vielleicht schon "endlich", denn das Thema heißt ja "Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo".
Wenn jemand einen Wunsch oder Fragen hat, soll er bitte sich äußern. Für mich ist es immer ein wenig schwierig, seine eigenen Erinnerungen auch für Außenstehende darzustellen, ohne möglicherweise von dem Einen oder Anderen zuviel zu zeigen.
 ???
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Kern am 19. Mai 2013, 20:39:19
Hallo Wolfgang


Tolle Mischung! Gelungene Fotos, viele Informationen, und auch das Menschliche kommt nicht zu kurz.  ;}
Titel: Wohnen im Dorf der Balinesen
Beitrag von: wufgaeng am 19. Mai 2013, 21:35:39
Die meisten Balinesen leben im Familienverband, also in einer Großfamilie. In einem Gehöft wohnen zumeist die Eltern mit ihren Kindern und den Großeltern zusammen. Dazu kommen nicht selten auch verwitwete oder hilfsbedürftige Verwandte. Das gibt den Menschen Sicherheit, macht den Lebensabend der Älteren leichter und die Kinder haben so immer einen Ansprechpartner.

Mayang kümmert sich sehr selbstlos für eine nahestehende geistig behinderte Freundin, die aus einer höheren Kaste stammt, als Mayang. Das hat im gegenseitigen Verhalten kaum eine Bedeutung mehr, doch gibt es da einige Regeln. Z.B. gibt die aus der höheren Kaste das Essen der aus der unteren Kaste, nie umgekehrt. Oder die aus der unteren Kaste muss mit der aus der höheren Kaste in der Hofsprache der balinesischen Sprache reden, umgekehrt spricht die aus der höheren zur unteren Kaste in der Normalsprache.
Das Kastenwesen auf Bali scheint für uns in Europa wie eine Diskriminierung zu klingen, ist aber keinesfalls so abartig, wie sie noch heute in Indien gehandhabt wird.
Manchmal habe ich das Gefühl, dieses Kastensystem mehr zu verstehen und lernen zu mögen. Hiesige ständige Diskriminierungen von Hellhäutigen gegenüber Dunkelhäutigen oder die abschätzigen Bemerkungen zu Minderheitsvölkern, den damit verbundenen Chauvinismus, all das ist viel mehr zu verabscheuen, als das Kastenwesen auf Bali.

Der Abend bei Mayang und ihrer Familie war ein Abend mit allen auf dem Anwesen. Niemand von den Angehörigen war darauf vorbereitet, dass ich als Gast daran teilnahm, aber jeder wollte gleich mit mir reden. Oft wurden witzige Fragen gestellt und man wollte wissen, woher mein Name käme.

"Mein Name ist Wolfgang. Wolf ist das Tier im Wald, das auch in Indonesien vorkommt. Wolfgang ist sehr gebräuchlich.
Der berühmte Komponist Wolfgang Amadeus Mozart hieß auch Wolfgang. Oder Johann Wolfgang Goethe ect. ect. Kennt Ihr Mozart? Er ist weltberühmt!"
"Nein Mozart? Nein kennen wir auf Bali nicht. Wer war das?" ??? ???
Und im selben Moment klingelt bei Mayang das Handy. Der Klingelton war eine Melodie von Mozart. ;D
Diese Situation war reiner Zufall oder göttliche Eingebung! Sie war garantiert nicht arrangiert oder konsturiert! ;}

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Fertig für die Schule, die Krawatte muss noch angezogen werden.
Langhaarige Schulmädchen binden ihre Haare zu Zöpfen, kurzgeschnitten werden sie nicht.

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Der Zugang zum Wohnkomplex. Hinter der Mauer wohnen sechs Familien, ein Tor führt in das Anwesen.

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Mayang und ihre Großmutter.
Ich hätte mich beinahe in sie verliebt, :-* ich meine, in die süße Großmutter ;]

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Bereich einer Nachbarsfamilie auf dem selben Anwesen

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Offener Bereich der anderen Nachbarsfamilie, alles ist zugänglich für jeden innerhalb

Den darauffolgenden Morgen, ganz in der Früh flogen wir nach Flores und weiter mit dem Boot nach Rinja und zu den Komodo Drachen Waranen.
Titel: Beziehung einer Balinesin zum westlichen Ausländer
Beitrag von: wufgaeng am 20. Mai 2013, 13:06:53
Liebe Leser,

bevor ich morgen mit meinem Bericht über die Inseln Flores, Rinja und Komodo fortsetze, möchte ich gerne diesmal über meine Erfahrungen zu Balinesinnen schreiben. Ich poste Fotos und Berichte einer guten Freundin Mayang, zu der ich und auch meine Frau Salama eine enge, freundschaftliche und familiere Beziehung unterhalte.
Schon bei meinem ersten Besuch auf Bali im Oktober und November 1978 lernte ich eine Künstlerin kennen, die dann Karriere machte, nach London ging und ein Studium auf der Akademie abschloss. Zur Shinta, so heißt sie, pflege ich noch heute nach 35 Jahren guten Kontakt, sie lebt heute in Bandung und hat eine eigene Familie.
Eine Bekanntschaft auf Bali führt, wie eine Kette, zu ständigen weiteren neuen Bekanntschaften. Das ist für mich ein wichtiger Grund für meine vielen Besuche auf der Insel und meine große Vorliebe, immer wieder nach Bali zu reisen.
Ein gutherziger, lieber Schweizer entwickelte ein enges Verhältnis zur Zwillingsschwester von Mayang, sie heißt Komang. Sie ist glücklich mit dem schweizer Lebenspartner, aber sie ist total unglücklich in der Schweiz. Wie auch schon Shinta in England, hatte sich die Schwester Komang  ein Leben in Europa ganz anders vorgestellt. Sie kommt mit dem Klima, den überkorrekten schweizer Gepflogenheiten und mit der dort leider oft verbreiteten Unpersöhnlichkeit oder gar Unfreundlichkeit (im Vergleich zur balinesischen Gesellschaft) überhaupt nicht zurecht. Komang fühlt sich sehr vereinsamt und hat großes Heimweh. Das vermeintliche "Paradies des reichen Landes" wechselte in ein unbehagliches, kaltes Umfeld.
Mayang sieht jetzt die Erfahrung, die ihre Zwillingsschwester macht und baut sich ihr Leben mit ihrem Sohn auf Bali auf; meiner Freundschaft zu ihr tut dies keinen Abbruch.
Für Schwester Komang aber gibt es kaum ein Zurück, sollte sie ihren schweizer Freund nicht verlassen, denn er könnte nicht auf Bali leben.
Zu verschieden sind die Lebensgewohnheiten und Kulturen.

 {; Balinesen leben ganz eng verbunden in ihrer Familie, ihrer Kommune, mit ihrer Religion und in ihrer Kultur, nur selten werden sie außerhalb ihres Landes glücklich, da hilft auch der liebste und beste Lebenspartner nicht. {;

(Ega und Degus, die Brüder meines Freundes Anom studieren Medizin in Surabaya auf der Insel Java und verspüren schon dort ein großes Heimweh zu ihrer Insel Bali. Doch sie können es sich leisten, alle paar Wochen zu Besuch nach Bali zu fliegen.)

Gruß Wolfgang

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Zwillingsschwestern Komang und Mayang
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: rampo am 20. Mai 2013, 13:15:23
Hallo Wufgaeng.

Meine Hochachtung ist ein genuss Deinen Bericht zu lesen , mit liebe bis in Teteil geschrieben .

Wie ein Spitzensportler bei der Arbeit  es muss alles genau  Stimmen .

Hut Ab .

Fg.
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 20. Mai 2013, 13:26:27
danke @rampo,
wenn ich von einer Reise zurückkehre und an meinen Bildern und dessen Erklärungen arbeite, dann erlebe ich die ganze Reise in meiner Erinnerung noch mal durch. Das macht mir großen Spaß und außerdem lernt man durch das Recherchieren im Internet noch eine Menge dazu.
Heute selektiere und editiere ich noch meine Fotos von Flores, Rinja und Komodo und morgen gehts hier weiter.
Gruß Wolfgang
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 21. Mai 2013, 13:18:25
wenn mir dieser Hinweis erlaubt ist:

Ich fand eine sehr schön gestaltete WEBsite im Internet, die viele Informationen über Bali und die Nachbarinsel Lombok enthält.
Alles in deutscher Sprache:

http://www.sunda-spirit.com

... es geht weiter nach Flores
Titel: Auf den Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 21. Mai 2013, 14:13:06
Von Bali nach Flores fliegt man nur eineinviertel Stunden. Reisende sollten nur diesen Flug und eventuell den Rückflug arrangieren und alles Weitere auf Flores in der Hafenstadt Labuan Bajo regeln. So spart man viel von seinem Reisegeld. In Labuan Bajo gibt es eine Anzahl von Agenturen, die sich auf die Tour zu den Komodo Warnen spezialisiert haben und weitaus günstiger anbieten, als wenn man alles von Bali aus organisiert. Bei einer Agentur in Labua Bajo sprechen sie sogar deutsch. Ebenfalls organisieren die Agenturen Tauchtouren für Schnorchler und Sporttaucher. Ich habe mir sagen lassen, bei Flores gäbe es eine ganz besonders faszinierende Unterwasserwelt.

Wir flogen mit der Fluggesellschaft Aviastar in einer vierdüsigen englischen BAe 146-200 nach Labuan Bajo und wurden dort planmäßig von Ocha erwartet. Ocha, ein achtzehnjähriges burschikoses Mädchen wurde unsere Reisebegleiterin für die Tour zu den Inseln Rinja und Komodo - und sie machte ihren Job ganz prima. Sie organisierte für uns das Boot mit der Crew und die notwendigen Ranger, die uns auf den Insel ständig begleiten sollten.
Nocha selbst konnte die Inseln aus Sicherheitsgründen zu dieser Zeit nicht betreten. Sie sagte uns, es wäre sehr gefährlich, wenn Mädchen ihre Regel haben. Die Warane würden es über einen Kilometer weit riechen und dann aggressiv reagieren.
Nocha ist römisch-katholisch, wie die meisten der 1,5 Millionen Einwohner auf Flores. Zur westlich gelagerten, mehrheitlich muslimischen Insel Sumbawa besteht eine Religionsgrenze innerhalb Indonesiens.

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Ankunft mit einer BAe 146-200 der Fluggesellschaft Aviastar.

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Der Begrüßungsdrachen am Eingang des Flughafengebäudes ist noch aus Stein,
auf den Inseln am Landungssteg sind sie quietschlebendig.

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Nocha und Mayan wurden auf Anhieb gute Freunde.

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Ein Boot wurde organisiert, das uns zu den Inseln bringen sollte.
Die Crew bestand aus drei Leuten, den Skipper, der Köchin und dem Bootsjungen.

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Es geht los und die Fahrt beginnt. Vier Stunden sollte die Überfahrt nach Rinja dauern.
Das Meer war ruhig, das Wetter hätte nicht besser sein können, wir spürten eine leichte kühle Brise.

Hinweis für die, die es besser wissen wollen:
Die Insel Rinja schreibt sich auch Pulao Rinca. Früher wurde der Inselname Rintja geschrieben.

edit: Name auf Hinweis des Verfassers richtig gestellt
Titel: Die Fahrt nach Pulao Rinja
Beitrag von: wufgaeng am 21. Mai 2013, 17:28:15
Wir fuhren etwa 3 Stunden zum Landungssteg der Insel Rinja. Die Insel ist etwa 25 km lang. Im Süden sind die höchsten Erhebungen der Insel und im Norden. Rinja gehört zum Nationalpark Komodo.
Auch auf Rinja kommen die berühmten Komodo-Warane in großer Zahl vor und leben in natürlicherer Umgebung als auf Komodo, d.h. die Insel ist deshalb viel weniger touristisch erschlossen.
Der Tourismus hält sich sowieso in Grenzen, obwohl die Bevölkerung auf Rinja und Komodo auf den Tourismus angewiesen ist. Ein Ziel für den Massentourismus wird sowohl Rinja wie auch Komodo kaum werden. Es wäre sehr bedenklich, denn das würde auch dort das noch natürliche und idyllische Flair sehr schnell verändern.

 --C
Wenn ich auf der Seekarte nachsehe dann sind für die Insel folgende Namen eingetragen:
Pulau Rinja, Pulau Rinca, Pulau Rindja, Pulau Rintja, Rincha, Rindja Island, Rinja, Rintja Island.
Ich such mir davon die Schreibweise Rinja aus.

(http://farm8.staticflickr.com/7335/8757409645_ba604bd8bc_z.jpg)
Labuan Bajo nach dem Verlassen des Hafens

(http://farm8.staticflickr.com/7335/8757408523_ea0f069a5f_z.jpg)
Schiffe an der Mooring bei Labuan Bajo.
(Eine Mooring ist ein am Meeresgrund platzierter Betonklotz. Ein befestigtes Tau führt nach oben zu einer schwimmenden Boje, an der das Boot oder Schiff befestigt wird. Ein Anker würde den Grund und damit die Korallen beschädigen oder zerstören.)

(http://farm9.staticflickr.com/8545/8758532714_4d6ee6b555_z.jpg)
Entlang in Süden eine Hügelkette von Pulau Rinja.

(http://farm6.staticflickr.com/5457/8758530544_1ea0681070_z.jpg)
Hügel in Süden der Insel, die höchste Erhebung ist der Dora Ora mit 667 Metern.

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Strand der Insel Rinja, Ein Aufenthalt am Strand wäre bedenklich, denn auch dorthin kommen die Warane.

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Fischerort auf Pulau Rinja, insgesamt leben dort etwa 700 Menschen
Titel: Auf Pulau Rinja
Beitrag von: wufgaeng am 21. Mai 2013, 20:02:04
Die Insel hat eine Fläche von gut 196 km² und gehört zur Provinz Nusa Tenggara.
Die westliche Insel ist Komodo, und im Norden sind eine Vielzahl kleinster Inseln vorgelagert. Im Süden erstreckt sich die Sumbastraße und die Sawusee mit der Insel Sumba, im Norden die Floressee.
Rinja ist Teil des Nationalparks Komodo und berühmt für seine Komodowarane, wird aber auch von vielen anderen Tierarten wie Wildschweinen, Büffeln und zahlreichen Vogelarten bevölkert.

Eine Geschichte aus Rinja wurde sehr bekannt und man berichtete sie auch in deutschen Medien:
Im Juni 2008 wurden fünf Taucher (drei Briten, ein Französisch und ein Schwedisch) an der südlichen Küste von Rinja gerettet, nachdem sie schon seit 2 Tagen vermisst wurden. Die Gruppe wurde von einer Strömung 32 km vom Tauchboot aus nach Rinja getrieben, sie hatten mit ihrem Leben schon abgeschlossen. Zum großen Glück überlebten sie an einem Strand von Rinja mit Austern und andere Schalentiere. Die Drachenwarane hatten sie offensichtlich in Ruhe gelassen und nicht angeknabbert.

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Am Landungssteg von Pulau Rinja, nur ein einziges anderes Boot war präsent.
Wir hatten Glück, so ziemlich die Einzigen Besucher auf der Insel zu sein.

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Der Landungssteg, die kleine Häusersiedlung heißt Loh Buaya.

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Das Gate zum Nationalpark. (Ein wenig zu touristisch gestaltet, doch trafen wir kaum andere Besucher.)

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Das freie Gelände nach Loh Buaya.

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Unser Ranger für die nächsten vier Stunden.
Die Begleitung eines Rangers ist unerlässlich. Ausgerüstet mit einem Gabelstock kann er mögliche Angriffe der Drachenwarane abwehren. Nur er weiß über das verhalten der Tiere bescheid. Die Schwanzbewegung eines Reptils gibt bereits einen Hinweis für einen bevorstehenden Angriff.

Mayang hatte viel zu viel Angst, um mit mir die zweieinhalb Stunden Wanderung mitzumachen. Sie wartete im Cafe auf der Veranda.
Für mich jedoch begann eine traumhaft schöne Wandertour mit großartigen Eindrücken. Mit meinen Fotos kann ich dies nur ansatzweise vermitteln.
Titel: Die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 21. Mai 2013, 21:16:29
Um die Route besser erklären zu können, habe ich aus dem Google die Karte der Inseln kopiert und die Strecke der Seefahrt eingezeichnet. Die gelben Punkte sind die Stationen, von denen aus die Treckingtouren starteten.

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Titel: Trecking auf Pulau Rinja
Beitrag von: wufgaeng am 23. Mai 2013, 12:17:32
Ich startete meine Wanderung auf der Insel Rinja in Loh Buaya von einem Bungalow auf Stelzen aus, indem die Behörden des Naturparks für den Eintritt in den Nationalpark und für die Trecking-Erlaubnis kassierten.
Die Gebühr war moderat und ich bezahlte gerne für das bevorstehende Erlebnis. Die Einnahmen wandern angeblich in ein Budget für die Pflege und Erhaltung des Naturparks und vieler Tiere, nicht nur der Warane.
Das Ticket für den Nationalpark galt für drei Tage auch für die Insel Komodo, die wir am nächsten Tag besuchten.

Rinja besteht meist aus trockenen Wäldern, wo man auch viele andere Tiere begegnet, Wasserbüffel, Vögel, Schweine, Hirsche und vereinzelt auch Giftschlangen.
Für die beste Gelegenheit, die Drachen und ihre Beute sehen, wählte ich eine zweieinhalbstündige Wanderung, vorbei an einem Wasserloch und über steile, exponierte Hänge, die atemberaubende Ausblicke boten. Der Ranger begleitete mich ständig mit einem Abstand von höchstens fünf Metern.

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Mit einer Maximallänge von drei Metern bei einem Gewicht von über 70 kg ist er die größte gegenwärtig lebende Echse.

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Ein Drachen unter einer bewohnten Hütte.
Viele Jahre glaubte man, die verschiedenen Bakterien in seinem Maul würde nach einem Biss seine Beute durch eine voranschreitende Infektion töten.
Tatsächlich aber wurde wissenschaftlich bewiesen, dass Komodowarane Giftdrüsen haben, über die verschiedene giftige Proteine in die Wunde ihrer Beute gelangen. Das Gift hemmt die Blutgerinnung und senkt außerdem den Blutdruck, so dass es zu starkem Blutverlust kommt.

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Ausblick auf eine besonders eigene typische Landschaft auf Rinja. Unten der Regenwald und in der Höhe Saravanne mit Palmen verschiedener Arten.

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Eine Zuckerpalme im Vordergrund. Die vielen Zuckerpalmen auf der Insel bieten der geringen Bevölkerung ein Grundnahrungsmittel. Außer dem Saftfluss, dem Palmzucker, werden die Samen gerne gegessen.

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Ein kleiner Komododrachen an einer Wasserstelle. Auch die kleineren Warane können ziemlich aggressiv reagieren, wenn man ihnen zu Nahe kommt, wie z.B. an dieser Wasserstelle. Die Echsen klettern bis 10 Meter hoch in die Bäume, um Geckos und Vögel zu jagen und sich von Angriffen eigener Artgenossen, den großen Warnen, zu schützen. Komodowarane sind Kannibalen.

Titel: Trecking auf Pulau Rinja
Beitrag von: wufgaeng am 23. Mai 2013, 14:38:25
Nach den letzten Bestandsschätzungen gibt es noch rund 500 Exemplare der Drachenwarane auf Flores, 1700 Exemplare auf Komodo, 1300 Exemplare auf Rinja und je 100 auf den kleinen Inseln Gili Motang und Gili Dasami. Unsere Begleiterin Nocha sagte jedoch, dass es auf Flores gar keine wild lebende Drachenwarane mehr gibt, sie sind dort bereits ausgestorben. Verantwortlich für den Rückgang der Tiere sind Wilderei, Brände (teils durch Menschen verursacht) und Rodung, letztere beide vor allem, um neues Ackerland zu gewinnen.
Mein Begleiter, der Ranger, sagte mir vorher, es wäre nicht gewiss, dass wir auf unserer Wanderroute freilebende, jagende Warane sehen werden, aber wir hatten Glück. Und diese Biester waren gar nicht so weit von uns weg. In einem Wasserloch badete sich ein wilder Büffel, der Waran lauerte in unmittelbarer Nähe, um den Büffel zu beißen. Diese Warane jagen alleine und nicht in Gruppen. Egal ob Schweine, Hirsche, wilde Büffel, Schlangen oder Fisch – das Motto des Komodwarans ist: Hauptsache es kommt was ordentliches auf den Tisch. Wenn der Einzelgänger hungrig ist, versteckt er sich auf einem Trampelpfad und wartet ab, bis etwas Essbares vorbeiläuft. Dann greift er mit seinen langen Krallen und kurzen, aber scharfen Zähnen an. Flieht die Beute, so läuft er ganz gelassen hinterher. Denn hat sie einmal zugebissen, gibt es kein Entkommen mehr. Sein Biss enthält tödliches Gift und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Tier liegen bleibt und stirbt. Bis zu 80% seines Körpergewichts kann der Komodowaran bei einer einzigen Mahlzeit aufnehmen. Er hat, außer die eigenen größeren Artgenossen, keine natürlichen Feinde und besetzt damit eine Art „Nische“ auf den Inseln. Er ist der größte Fleischfresser in seinem Lebensraum.

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Panoramablick in die Landschaft von Rinja.

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Rinja ist fast unbewohnt, es leben gerade mal 700 bis 1000 Menschen auf der Insel. Dementsprechend trifft man auf der Treckingtour kaum Menschen, außer andere Touristen. Die Wege jedoch sind moderat und gut gepflegt. An den Hügeln schlug man Stufen und über die Bäche und Flüsse führen kleine Brücken oder Stege. Man hat im Naturpark viel getan, um die Pfade bequem begehbar zu machen.

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Ein wilder Wasserbüffel in freier Wildbahn.

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Der Drachenwaran in unmittelbarer Nähe.

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Ein Büffel in seinem Wasserloch. Bei einem Angriff hätte das Tier kaum eine Chance, rechtzeitig aus dem Wasser zu flüchten.

Der Komodowaran ernährt sich nur von Fleisch. Er streckt ihre lange Zunge in die Luft, um mit ihr Beute zu erschnuppern. Selbst wenn sich diese rund 9,5 km weit entfernt aufhält, kann der Komodowaran sie „schmecken“.
Titel: Trecking auf Pulau Rinja
Beitrag von: wufgaeng am 23. Mai 2013, 19:06:23
Auf der Insel Rinja gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten. Ich kehrte nach der Wanderung zurück zum Ausgangspunkt, wo Mayang auf mich wartete. Nach über zwei Stunden Wandertour freute ich mich auf eine Cola und einen Kaffee. Das war der erste Tag mit den Begegnungen der Drachenwarane, ein weiterer sollte auf der Insel Komodo folgen.
Die Echsen, die sich unter den Bungalows der Nationalpark-Behörden niederließen und dort im Schatten ihr Schläfchen halten, sind im Allgemeinen für einen aggressiven Angriff auf Touristen zu träge. doch es gibt immer wieder Hitzköpfe und Spinner, die die Tiere auf unnötige Weise reizen oder bedrängen. Von Angriffen auf Touristen wird nicht berichtet, vielleicht auch deswegen, weil man den Tourismus nicht vergräulen will. Schließlich ist dieser eine sehr wichtige Einnahmequelle für die lokale Bevölkerung.

Doch kommt es leider immer wieder zu tödlichen Unfällen bei den Inselbewohnern. Gerade neulich meldete eine Agentur, dass ein Einheimischer im Nationalpark auf Rinja beim Obstpflücken von einer Echse angegriffen wurde und kurz darauf seinen Verletzungen erlag.

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Ein junger Hirsch auf der Weide, der junge Drachenwaran an der Wasserstelle.
Manchmal dachte ich, wie bescheuert die Beutetiere doch sein mögen, wenn in unmittelbarer Nähe ein Waran auf sie lauert und der Hirsch dennoch weiter grast. Nur wenige Minuten später wurde der Hirsch gebissen. Das ging so schnell, dass ich es selber kaum mitbekam.

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Ein junger Drachenwaran unter dem Bungalow. Die Bewohner füttern keinesfalls absichtlich die freilebenden Echsen, doch kommen sie in der Nähe der Häuser an Küchenreste und Abfälle heran.

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Ich kam bis auf zwei Meter an diese Echse heran, bis diese sich aufrichtete und mich bemerkte. Offensichtlich begriff sie, ich wollte sie nicht beißen, sondern nur ein Foto schießen.

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Manchmal liegen auch eine ganze Herde der Drachentiere unter den Bungalows. Sie lieben die schattigen Plätze und haben sich anscheinend an die Menschen gewöhnt, die hier hin und her und auf und ab gehen.

Der beeindruckende und sehr aufregende Tag ging zu Ende und wir mussten zurück zum Boot, auf dem ein einfaches, aber leckeres Abendessen wartete.
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: drwkempf am 23. Mai 2013, 23:11:14
Hat der Waran in #33 etwa gelächelt? ???

Schöne Photos

Wolfram
Titel: Re: Trecking auf Pulau Rinja
Beitrag von: Kern am 24. Mai 2013, 07:37:07
Zur Erläuterung: Wolfram bezieht sich auf diese Passage ...
Manchmal dachte ich, wie bescheuert die Beutetiere doch sein mögen, wenn in unmittelbarer Nähe ein Waran auf sie lauert und der Hirsch dennoch weiter grast. Nur wenige Minuten später wurde der Hirsch gebissen. Das ging so schnell, dass ich es selber kaum mitbekam.
... was aber durch die Löschung des vorhergehenden Beitrags (im Sinne von Wolfgang) nun etwas schwer nachvollziehbar war.

Mein Gedanke dazu: Lächeln wäre auf jeden Fall cleverer als den "damischen Hirschen" laut auszulachen.  :-)
Titel: Eine Nacht vor Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 24. Mai 2013, 13:03:44
Die Bezeichnung "Hirsch" hat doch bei uns, besonders in Oberbayern, eine zweifache Bedeutung. Zum einen wird das Tier so genannt und zu anderen - ein nicht so freundlicher Ausruf im Straßenverkehr. Dieser Hirsch tat mir leid, denn auf ihn trafen beide Bezeichnungen zu.
Zuerst hatte ich den Waran auch nicht entdeckt, bis er aus dem Schatten zur Wasserstelle kam. Zum Glück waren wir keine Hirsche (in der ersten Bedeutung gemeint).
 {--

Den folgenden Abend und die Nacht verbrachten wir auf dem Boot in einer Bucht bei Pulau Komodo. Die Stimmung war romantisch, doch vom Nachbarboot dröhnte Technomusik mit viel dumpfen "bum bum bum bum" das man sogar im Zwerchfell spürte. Sofort kamen mir Erinnerungen an andere bekannte Partyplätze, wie beispielsweise in Ko Phangan oder Ko Phi Phi auf. Junge Leute amüsieren sich gerne, die älteren auch. Aber warum muss das mit einer Folter für die Ohren verbunden sein?
 --C

Unsere Köchin an Bord brachte Besseres zustande und der Abend verlief mit einem kulinarischen Genuss.

Geschlafen wurde auf dem Deck, an Privatsphäre gar nicht zu denken. Die Köchin schlief gleich nebenan, der Junge auf dem Oberdeck und der Kapitän in seinem Kabüffchen. Bei meinem nächtlichen Austritt, dreimal die Nacht, musste ich mich vortasten und über die Köchin steigen. Ziemlich unhöflich, aber es ging nicht anders.

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Der Bootsjunge am Steuer, das Boot war bereits an der Mooring verankert.

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Die Köchin beim Zubereiten unseres Abendessens. Manche vollbringen unter den einfachsten Voraussetzungen wahre kulinarische Wunderwerke, diese liebe Frau hatte es drauf!

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Dämmerung in einer Bucht bei Komodo.

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Andere Ausflugsboote in naher Nachbarschaft
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Tobi CR am 24. Mai 2013, 13:47:41
So, nun auf dem Boot und in sicherer Entfernung
zu den Echsen, traue ich mich auch wieder in deinen
Thread  :) .
Ich mach mir ja wirklich nicht schnell in die Hosen, aber
beim Anblick dieser Urviecher stellen sich dann doch die
Nackenhaare auf.

PS. - und jetzt sag nicht, die schwimmen nachts ans Boot
        und schauen über die Reling...  >:



Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: somtamplara am 24. Mai 2013, 14:04:34
Einfach mal wieder zwischendurch: super beeindruckende Bilder  {*
Titel: Der Morgen bei Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 24. Mai 2013, 14:25:31
Noch sind wir auf dem Boot, nach dem Frühstück ging es zur nächsten Begegnung mit den Monsterdrachen, nach Pulau Komodo.
Ich kann Tobi mit gutem Gewissen beruhigen, denn die Biester schwimmen schlecht, kommen nicht an Bord und aus meinen Bildern heraus beißen sie nicht mehr.

Der Schiffsverkehr nach Komodo war lebhaft, schon in der Früh knatterten Zubringerboote dicht an uns vorbei. Ein weiterer Wandertag stand mir bevor.

Komodo ist eine ehemalige Strafgefangenen-Insel. Die Bevölkerung von etwa 2000 Inselbewohnern sind Nachkommen ehemaliger Häftlinge, die auf der Insel ausgesetzt wurden und sich mit den Bugis aus Sulawesi vermischt haben.
Bekannt aber wurde diese Insel durch die übergroßen Drachenwarane, über die ich in den vorausgegangenen Beiträgen von Rinja schon berichtete. Die auf Komodo schienen noch mal größer zu sein, ein neues Abenteuer stand uns bevor.

Erst mal genossen wir die ersten Sonnenstrahlen und die vom Morgenlicht beleuchtete Komodo-Küste.

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Die ersten Sonnenstrahlen treffen auf die Pinnackle vor der Komodo Küste.

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Die Küste von Komodo im Morgenlicht.

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Fahrt entlang der Küste. Ständig wunderbare Ausblicke auf die Hügelkette.

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Versorgungsboote bringen notwendige Lebensgüter zu den Inselbewohnern.
Titel: Auf der Drachennsel Pulau Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 24. Mai 2013, 16:54:12
Am Landungssteg in der Bucht Loh Liang auf Komodo war deutlich mehr Betrieb, als einen Tag vorher auf Rinja. Wir mussten einen freien Platz vor dem Steg regelrecht "erkämpfen". Viele Ausflügler kommen von Labuan Bajo für einen Tag mit dem Schnellboot, um schnell Mal die Monsterwarane zu sehen. Besser als gar nicht, doch sollte man sich für eine zwei- bis dreistündige Treckingtour Zeit nehmen.

In Loh Liang, der Behördensiedlung von Komodo, gibt es auch ein offenes Cafe und Restaurant auf Stelzen. Mayang wollte erneut auf mich warten, denn sie hätte wieder Angst, mit mir auf Tour zu gehen. Ich führte Mayang die Stufen hoch zur Veranda, wo sie schnell Bekanntschaft mit anderen einheimischen Mädchen fand. Auf dem Rückweg von der Veranda sah ich mit großen Schrecken so ein Monsterviech unter den Stufen, das offensichtlich wohlernährt im Schatten seine Siesta hielt. Ich sagte Mayang lieber nichts, sonst wäre sie auch von der Veranda geflüchtet.

Ein Ranger, namens Jacki, wurde mir wieder zugeteilt und los gings; für zwei Stunden in die Landschaft, die wieder eine anderen zu sein schien, als ich sie auf Rinja erlebte.

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Ankunft am Landungssteg von Loh Liang, der Berhördensiedlung von Pulau Komodo.
Der Bootsjunge sorgte für eine freie Lücke zwischen den anderen Booten, man half sich gegenseitig.

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Der Strand von Loh Liang ist zum Baden nicht geeignet. Die Warane laufen auch dort herum.

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Komodo, ein UNESCO Naturerbe.

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Das Monster unter den Stufen. Die Restaurantbesucher merkten es gar nicht.

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Nette andere Entdeckung unter einem Bungalow, vor denen wir aber keine so große Angst zu haben brauchten.
Titel: Auf der Dracheninsel Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 24. Mai 2013, 17:10:00
Ich setze hier eine Karte, die die Möglichkeiten zeigt, die man als Besucher auf der Insel Komodo hat. Ich wählte den Long Trek und war mit Jacki, meinem Ranger, zwei bis zweieinhalb Stunden unterwegs. Für Leute mit mehr Zeit und Kondition bietet sich der Adventur Trek an.
Die Wege sind sehr gut gepflegt, die Eintritssgebühr für den Naturpark, die ich schon auf Rinja bezahlte, gilt auch für drei Tage auf Komodo.

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Titel: Auf der Drachennsel Pulau Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 25. Mai 2013, 18:17:38
Jacki der Ranger und ich wählten den Long Trek, der uns auch über die Hügelkette von Komodo und zum Sulphurea Hügel führte. Jeder von uns mit einem Gabelstock ausgestattet führte mich der Ranger den Treckingpfad entlang durch den Dschungel und auf die Hügelspitze von Komodo.

Der Treckingpfad war erstaunlich gut angelegt und gepflegt. Schon bei einem kleinen Anstieg fand man Stufen und über kleine Bäche und Wasserläufe baute man Stege und Brücken.  An jeder Weggabelung oder -kreuzung informierten Wegweiser die Richtung und die etwaige Restzeit der noch bevorstehenden Strecke. Ein Trecker oder Bergwanderer würde diese Wege abschätzig als Senioren- oder Rentnerpfade bezeichnen, wären da nicht die gemeingefährlichen Monsterdrachen, die aus jedem Busch oder von jedem Baum plötzlich aufkreuzen konnten.
Immer wieder begegneten wir so einen ausgewachsenen Neuzeitdino und ein paarmal konnte ich bis auf wenige Meter an ihn herankommen, um sein Portrait zu knipsen. An der Stellung und Bewegung des Schwanzes, kann der Ranger ziemlich genau die Reaktion des Reptils und sein Vorhaben erkennen, ob er in einem aggressiven Zustand und auf Angriff aus war, oder ob er gelassen und wohlernährt zur Wasserstelle watschelte.

Die jüngeren Warane leben meist auf Bäumen, davor schützen sie sich vor ihren eigenen älteren Artgenossen, die wegen ihrer Übergröße nicht mehr auf die Bäume kletterrn können. Sie sind darauf programmiert, denn ältere Warane sind dem Kannibalismus durchaus zugeneigt, und selbst Elterntiere kennen bisweilen keine Verwandten, solange der Nachwuchs ihnen noch in mundgerechter Größe über den Weg läuft. In luftiger Höhe ernähren sie sich von Insekten, Eidechsen, Schlangen und Vögeln und kommen erst mit einer Größe von etwa einem Meter wieder herunter auf den Boden.

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Auf dem Treckingpfad auf Komodo.

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Ein Waranenportrait aus nächster Nähe.

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Ein Monsterdrachen auf dem Weg zur Wasserstelle.

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Ausblick in die Landschaft von Komodo.

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Der Weg zum Sulphurea Hügel, dem höchsten Aussichtspunkt unserer Treckingtour.

Titel: Auf der Dracheninsel Pulau Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 26. Mai 2013, 13:16:36
Die vielen Eindrücke, die ich auf Komodo machte, konnte ich gar nicht alle so schnell verarbeiten. Im Nachhinein ist das leichter, denn noch viele Informationen über die ehemalige Strafkolonie Komodo holte ich mir aus dem Internet. Der Ausflug aber hat sich gelohnt und die Erlebnisse bleiben lang in Erinnerung. Woanders auf der Welt wird man kaum Begegnungen mit den direkten Nachkommen der Dinosaurier erleben. Zeitweise fühlte ich mich versetzt in den Jurassic Park.

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Ausblick vom Sulphurea Hügel auf die Loh Liang Bucht.
Das zerklüftete Hügelland der Inseln verrät den vulkanischen Ursprung.
Außer einem waldigen Gebiet im Süden besitzT die Insel eigenartige Steppenlandschaften, in denen vereinzelt oder in Gruppen schlanke Lontar-Palmen aufragen.
Komodo ist bewohnt von den Nachfahren von Sträflingen, die ein Sultan in früheren Jahrhunderten dorthin verbannt hatte.

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Der Waran ist ein lebendes Fossil und ein direkter Nachfahre der Dinosaurier.
Die Echse liegt scheinbar leblos im Schatten des Baumes, doch Vorsicht war geboten. Sie werden unglaublich schnell aktiv.
Eine gefährliche Waffe ist auch der lange Schwanz, der zunächst eingerollt wird, um dann kräftige Schläge zu verteilen.

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Ein Erinnerungsfoto: Der Drachenwaran und meine Wenigkeit. Ein Vergleich zu dieser Riesenechse mit etwa 100 kg.
Ranger Jacki knipste mich, während ich mich ganz vorsichtig von hinten an das Tier heranwagte.
Die Neuzeitdinos sind keine niedlichen Echsen, es sind Raubtiere.

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Bootssteg in Loh Liang, der Zugang in den Nationalpark.
Nach der Rückkehr war der Anlegesteg von fast allen anderen Ausflugsbooten bereits verlassen, für uns blieb noch Zeit für einen Strandbesuch auf der Nachbarinsel.

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Wunderschöner weicher Sandstrand ohne Warane. Hier konnten wir einen kurzen Badeaufenthalt einlegen, ohne dass uns ein Monster erschnuppert hätte.
Titel: Zurück nach Labuan Bajo auf Flores
Beitrag von: wufgaeng am 26. Mai 2013, 16:18:09
Die Rückfahrt auf der leicht bewegten Savu Sea von Komodo nach Labuan Bajo dauerte etwa 5 Stunden. Wir hatten Glück und hatten eine kaum bewegte See. Andere Reisende berichteten von einer ständig bewegten Überfahrt und dem entsprechenden Seekrankheiten der Passagiere. Ich erlebe oft, dass ausgerechnet Leute, die am Meer leben und eigentlich das Wasser und den Ozean gewohnt sein müssten, besonders schnell "mabuk laut", auf deutsch seekrank werden.
 {/

Unsere Köchin vollbrachte wieder mal Köstliches und der Gedanke an "seekrank" war damit schnell verdrängt.
 ;)
In Labuan Bajo blieb noch zeit für einen weiteren Ausflug zu einer märchenhaften Höhle, die mich an meinen letzten Tauchgang in Ko Haa in der Nähe der Phi Phi Insel erinnerte. Wir nennen den Ort in den Südthailändischen Gewässern "die Kathedrale", denn auch dort scheint die Sonne in die Höhle durch verschiedene Spalten und Löcher und verursacht ein Naturspektakel, wie man es kaum woanders vorfindet:

Die Batu Cermin Höhle ist in eine außergewöhnliche eindrucksvolle Felsformation und befindet sich in der Nähe Labuan Bajo. Durch Löcher in der Höhle finden Lichtstrahlen ihren Weg und scheinen an die Innenwände, wo sie dann eine spektakuläre Naturshow durchzuführen. Dieser faszinierende Effekt wird von einigen glatten, spiegelnden Felsoberflächen, die Licht reflektieren, verursacht. Daher kommt der Name der Höhle Batu Cermin, was etwa der 'Spiegel Rock' in indonesisch bedeutet. Wenn man diesen visuellen Genuss in seiner ganzen Schönheit erleben will, muss man zur richtigen zeit dort sein. Je nach der Jahreszeit, treffen die Sonnenstrahlen das Loch zwischen 9 und 10 Uhr.

Ein Gehweg mit vielen Stufen führte uns entlang zu den letzten Metern in die Höhle und durch eine Reihe von Vorkammern schließlich in den eigentlichen "Spiegel Rock" Höhlenraum. Dort im Inneren der Höhle tummeln Kolonien von Fledermäusen. Während wir Fledermäuse in Hülle und Fülle sahen, hatten wir auch viel Glück, die lokalen Spinnen zu beobachten, die dann sehr schnell aus den Augen huschten.


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Eine Fischersiedlung auf der Insel Pulau Papagaram Kecil vor Flores.

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Zurück in Labuan Bajo.

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Auf dem Weg zur Batu Cermin Höhle.

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Nocha in der Batu Cermin Höhle.

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Mayang und Nocha wurden gute Freunde. Ein letztes Foto bei einem gemeinsamen Abendessen.

Damit bin cih am Ende meiner Berichte über die Insel Flores, Rinja und Komodo und den Nachkommen der Dinosaurier, den Komodo Drachenwaranen.
Das selbe Flugzeug der Fluggesellschaft Aviarstar brachte uns wieder zurück nach Denpasar auf Bali.
Eine Woche verblieb ich noch auf Bali und wenn ihr wollt, dann berichte ich ein bisschen über die verbleibenden Tage auf Bali weiter.

 :) Woll ma noch? ???
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Haus am 26. Mai 2013, 17:09:38
Immer her damit

schöne Bilder

und tolle Berichte

grüsse

Jürgen
Titel: wieder auf Bali
Beitrag von: wufgaeng am 26. Mai 2013, 19:43:38
Hallo Jürgen,
nach unserer aufregenden Tour und den Erlebnissen auf Rinja und Komodo hatte ich noch fast eine Woche auf Bali verbracht. Ich kram gerade in meiner digitalen Bilderkiste, was für ein paar weitere Berichte interessant wäre.
Gleichzeitig aber setze ich auch meine Bilder in anderen Foren, die sich aber mehr auf die Fotografie mit der notwendigen Bildbeschreibung beziehen.
Ich plane schon wieder meine nächste Reise nach Indonesien, nach Nabucco, eine Insel im Maratua Atoll südöstlich von Kalimantan. Mehr darüber demnächst.

... morgen gehts weiter mit Beiträgen aus Bali, ein paar Berichte habe ich noch parat.  
Titel: Sanur Beach
Beitrag von: wufgaeng am 27. Mai 2013, 17:04:30
Ich habe mehrere Gründe immer wieder in Sanur zu wohnen. Zum einen kenne ich dort eine Menge Leute, zum anderen hatte ich bisher dort meine Tauchstation, wo ich nach den Tauchausflügen meine Ausrüstung warten, Flaschen füllen und die Neopren-Sachen trocknen konnte.
Sanur aber bietet vieles mehr:
Der Strand erstreckt sich über die gesamt Länge des Ortes, selbst für Bali ist der Sand wunderbar fein und sehr gepflegt.
Die Einkaufsmöglichkeiten sind unerschöpflich, in vielen Läden sprechen sie deutsch und manchmal akzeptieren sie auch den Euro.
Taxifahrer bieten normale Preise, eine unverschämte Transportmafia wie auf Phuket gibt es dort nicht.
Generell hat man in Sanur auf die Tradition geachtet und ist sehr darauf bedacht, das wunderbare alte Image zu erhalten. Der Tourismus fügt sich hier auf wundersame Weise fast nahtlos in das Leben der Menschen ein, bis auf das berühmt berüchtigte Grand Bali Beach Hotel, Balis einzige Bausünde. Errichtet wurde es 1964 als Reparationszahlung der Japaner, es hat zehn Stockwerke und ist einfach nur noch hässlich.
Nach dem Bau dieses Betonklotzes beschloss die balinesische Regierung sofort ein Gesetz, das die maximale Bauhöhe auf der Insel begrenzte. Gebäude dürfen nicht höher als eine Palme gebaut werden, so hatte der Bau des "Grand Bali Beach Hotel" doch seinen Sinn. So schlimme und grobe Fehler, wie sie z.B. in Pattaya oder Phuket gemacht wurden und aus Gründen von Gewinnsucht, Geschäftemacherei, Geldgier usw. weiter gemacht werden, wollte man auf Bali auf keinen Fall mehr wiederholen. Man denkt eben weiter auf Bali und hinterlässt die sonst unweigerlich entwickelten Probleme nicht der nachfolgenden Generation.
Auch dies ist ein zusätzlicher Grund, warum ich meine Ferien auf Bali den touristischen Hochburgen in Thailand um ein Vielfaches bevorzuge.
Fazit: Wer bequeme entspannte Ferien, auch mit Kindern und der ganzen Familie und ohne Stress, erleben möchte, der ist in Sanur genau richtig.

Meine Fotos vom Strand in Sanur.

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Sehr gepflegte Atmosphäre. Man sollte jedoch Ebbe und Flut genau achten und bei Ebbe nicht zu weit hinausgehen.

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Ein Rastpavillon am Strand von Sanur.

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Der Fußgängerweg entlang des Strandes ist mehr als ein Kilometer lang und ist Jedem zugänglich.
Manche Strandabschnitte haben die anliegenden Hotels für sich belegt. eigentlich ist die verwerflich, denn der Strandzugang sollte allen gewährt sein. Manchmal offerieren sie ihre Liegestühle gegen eine Leihgebühr auch anderen Besuchern. Das hat den Vorteil, von den vielen Strandverkäufern verschont zu sein. Ein Durchgang auf der Strandpromenade ist immer möglich.
(Eine andere Möglichkeit, sich von aufdringlichen Verkäufern zu schützen, man lässt sich für eine lange Zeit massieren, dann lassen einen die vorbeiziehenden Verkäufer in Ruhe.)

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Auslegerboote am Strand von Sanur.
Titel: Sanur Beach
Beitrag von: wufgaeng am 28. Mai 2013, 15:12:32
Noch einmal widme ich meinen Beitrag dem Ort Sanur, in der Nähe der Hauptstadt Denpasar, den ich zum Aufenthalt auf Bali empfehle und wo ich fast jedes Mal meinen Urlaub auf Bali verbrachte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Hotels, der Restaurants und all den übrigen Angeboten für die Touristen ist in Sanur allgemein sehr zufriedenstellend.
Für Besucher und Reisende, die Zeit haben und die Insel Bali außerhalb der üblichen Sehenswürdigkeiten für Pauschaltouristen erkunden wollen, bieten sich eine Menge anderer Wohnmöglichkeiten, die sich dann allerdings weit vom Flughafen befinden und umständlich zu erreichen sind. Aber gerade deshalb bevorzugen viele Individualtouristen diese Plätze, weil sie selten überlaufen sind und weil man dort noch intensiver mit der Inselbevölkerung in Kontakt kommt.
Eine empfehlenswerte Alternative ist in erster Linie Ubud die Künstlerstadt mit dem idyllischen Flair, sie liegt nur ungefähr 50 Minuten Fahrzeit von Denpasar entferrnt.
Weitere Alternativen, aber weiter entfernt, wären Padang Bai, Amed, Tulamben beim Schiffswrack, Bedugul in der Nähe vom Bratan See, Tamblingan and den gleichnamigen See oder Kedisan am Batur Vulkan.
Die ganz Ausgefuchsten zieht es in den Nordwesten nach Labuan Lalang, von wo sie abenteuerliche Treckingtouren im Taman Nasional Bali Barat starten können. (Für den West Bali National Park ist ein Permit erforderlich, das man in Denpasar oder im Headquarter in Cekik, bekommt.)

Sanur hat aber auch seine Schattenseiten, denn immer wieder versuchen Betrüger gutgläubige Touristen über das Ohr zu hauen. Da ist Sanur nicht der einzige Urlaubsort. Der Eindruck aber, das man sich in diesem, sonst so freundlichen, Urlaubsort von Gaunereien und Betrügereien weitgehend sicher fühlen kann, der täuscht.

Ein Beispiel, vor dem immer gewarnt wird, sind die Money Changer. Wer entlang der Hauptstraße Jl. Danau Tamblingan in einem Souvenir-Laden mit dem Hinweis einer authorisierten, amtlich zugelassenen Wechselstube sein Geld tauschen will, kann in einigen Fällen im Geschaft mit einem üblen Gauklertrick um einige Scheine betrogen werden.
Der Ladenbesitzer zählt vor den Augen des Kunden dreimal die Scheine auf den Tisch, alles schien korrekt zu sein. Aber nur wenige Minuten später beim Nachzählen im Restaurant oder im Hotel fehlten dann vier Scheine, statt 1.000.000 Rps waren es nur noch 800.000. Ein Irrtum war ausgeschlossen, der vorsätzliche Betrug offensichtlich.
Gutmütigkeit und Gutgläubigkeit wird von solchen Leuten meist mit Dummheit übersetzt.
Diese beiden Merkmale zeugen von einem guten Charakter und dieser ist tausende Male besser als kein Charakter.
Die Dummheit liegt bei den vermeintlich cleveren Betrügern selbst. Sie richten sich selbst und den Mitbürgern langfristig einen großen Imageschaden an.
So geschehen in einem Souvenirladen in der Jl. Danau Tamblingan No. 152 siehe Abb. unten.
Die Touristenpolizei befindet sich an der Hauptstraße Jalan Danau Tamblingan in der Nähe vom Bali Hyatt Hotel. Sie reagierte effektiv, obwohl ich keine klaren Beweise vorlegen konnte und zeigte damit ihren Beistand den Geschädigten und nicht ihren Landsleuten der üblen Sorte.

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Im Zentrum von Sanur ist eine alte, eingesessene balinesische Gemeinde und ihr Gemeindezentrum. Balinesische Frauen bringen Opfergaben aus Blumen und Palmblättern. Die dort spielenden Gamelanorchester gehören zu den berühmtesten und besten auf ganz Bali.

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Die Hauptstraße von Sanur Jl. Danau Tamblingan.

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Betrügerische Wechselstube in der Jl. Danau Tamblingan 152.

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Ein scheinbar günstiger Wechselkurs lockt Touristen in eine Wechselstube, in der Touristen beim Geldwechsel betrogen werden.
Der Hinweis "Authorized Money Changer" täuscht Seriösität vor.

Demnächst gehen wir zu einem anderen Strand in der Nähe des berühmten Tempels Uluwatu ganz im Süden der balinesischen Insel. Er nennt sich Dreamland Beach oder New Kuta Beach, hat aber mit dem Ort Kuta nichts gemeinsam. Er ist ein beliebter Ausflugsort der Einheimischen und ich wurde von meinen balinesischen Freunden dorthin geführt.
Titel: Dreamland Strand Uluwatu
Beitrag von: wufgaeng am 29. Mai 2013, 17:39:32
Meine Balifreunde Anom und sein Zwillingsbruder Degus brachten mich zu einem Strandort, der mit großer Wahrscheinlichkeit seinen Reiz in wenigen Monaten verloren haben wird.
Uluwatu Dreamland Beach ist wahrhaft ein Traumstrand, doch wird er das leider nicht mehr lange bleiben. Die Familie des verstorbenen General und Diktator Suharto, vermutlich verantwortlich für die Ermordung von bis zu einer Millionen Menschen, darunter Chinesen, angebliche Kommunisten und regierungskritische Studenten, besitzt unermessliche Ländereien auf Bali, die es derzeit gilt, rapide zu vermarkten. Eine noch viel abscheulichere Form, als man Ähnliches auch hier erlebt und erlebte.

Derzeitige Devise: Schnell noch hin und die fantastischen türkisen Farben und die tolle Brandung genießen!

Das Meer am Dreamland Strand besticht durch seine türkisblaue Farbe. Die enorme Brandung macht den Strand im Südwesten Balis auf der Halbinsel Bukit Padung zu einem der angesagtesten Surfstrände der Insel der Götter und Dämonen. Bis vor einigen Jahren war es relativ mühsam, den abgelegenen Strand zu erreichen. Ein guter Grund, warum dieser Strand eine sehr lange Zeit ein Paradies blieb. Mittlerweile - leider - baute man befestigte Straßen, die an den Dreamland Strand führen.

Derzeit laufen die grossen Bauarbeiten in der Region und wenn diese abgeschlossen sind, werden die dort vorhanden Gebäude wohl abgerissen und diese Buchten stehen nur noch den Gästen der zur Zeit im Bau befindlichen Hotelkomplexen zur Verfügung.
Ein indonesisch balinesisches Beispiel, wie man ein traumhaftes Paradies in kurzer Zeit in einen hässlichen Ort verwandeln kann und von vorn bis hinten vermarktet.

Meine Fotos zeigen noch eine Idylle, wie man sie derzeit vorfindet, in einen halben Jahr kann schon alles vorbei sein.

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Eingangsportal zum Dreamland Strand mit einer großen Garuda-Statue.

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Zugang zum Dreamland Strand.

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Anom und Degus genießen einen Snack, saure Früchte (unreife Mango, Rüben, Ananas, Äpfel u.a.) getunkt in einer Sambal Olek Chilli Soße.
(Sehr lecker, aber man muss die Schärfe von Sambal Olek gewohnt sein.)

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Der Strand von Dreamland, fast nur einheimische Strandbesucher, die zu diesem Ort kommen.
Das wird sich sehr bald ändern, wenn die ganze Gegend mit Hotels, Apartmenthäusern und Geschäftsgebäuden vermarktet ist.

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Der Dreamland Strand ist ein beliebtes Ziel für Surfer, manche Wellen sind bis zu drei Meter hoch.

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Anom am Strand beim Sonnenuntergang.


edit: Textkorrektur nach Angabe von Wufgaeng
Titel: Die heilige Quelle Pura Tirtha Empul
Beitrag von: wufgaeng am 30. Mai 2013, 21:09:52
Nicht weit von Ubud entfernt sollte jeder Balireisender einmal die heiligen Quellen und den Tempel Pura Tirtha Empul besuchen. Die ganze Anlage mit dem Pfuhl und den Wasserläufen stammt vermutlich aus dem Jahre 962, wie es aus einer Inschrift her belegt wurde. Alles wird jedoch ständig restauriert und erneuert. Das klare Quellwasser fließt durch zahlreiche sprudelnde Fontainen in ein Badebecken und hat heilende und reinigende Wirkungen. Gläubige Hindus aus allen Teilen Balis und von woanders kommen dorthin, um sich spirituell zu reinigen oder um Krankheiten zu heilen.
Der Glaube versetzt Berge, wie es so schön heißt. Dort geht der Glaube deshalb soweit, weil bei vielen der Leute, die dort ein heiliges Bad nahmen, schlimme Leiden geheilt wurden. Die Fakten beweisen es.
Ich verbrachte eine Weile in diesem Tempel und bewunderte die Inbrunst der teilnehmenden Hindus und die Stimmung. Der Besuch ganzer von Gruppen Touristen, einschlißlich mir, scheint die ganze heilige Zeremonie und ihren Ablauf nicht im Geringsten zu beeinträchtigen.

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Indra Statue

Die Gründung der Tempelanlage geht auf eine Legende zurück. Ein mächtiger aber skrupelloser König namens Mayadenawa, missbrauchte und unterdrückte die Menschen. Um ihn loszuwerden rief ein Priester den Gott Indra, der gegen Mayadenawa ins Feld zog und ihn fast besiegte.
Des Nachts schlich sich Mayadenawa dann allerdings ins gegnerische Lager ein und vergiftete deren Trinkwasser. Die folglich erkrankten Soldaten konnten nicht kämpfen und Indra schuf die heilige Quelle um sie gesunden zu lassen.
Schließlich konnte Mayadenawa getötet werden, ein Pfeil Indras traf ihn, als er sich gerade in einen Stein verwandelt hatte um sich zu tarnen.

Der Kampf zwischen Mayadenawa und Indra ist eine typisch balinesische Metapher für den immerwährenden Kampf von Gut gegen Böse bei der keine der beiden Seiten zu 100% gewinnen kann. Eine auch für mich traurige, aber wahre Erkenntnis.

Vor dem eigentlichen Tempel befindet sich ein großzügig angelegter Park. Die Tempelanlage selbst besteht aus mehreren Höfen, die durch Mauern voneinander getrennt sind.

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Opfergabe am heiligen Banyanbaum vor dem Betreten der Tempelanlage.

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Gläubige Hindu Pilger vor ihrem heiligen Bad. Einige verfallen in einen Trance Zustand.

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Tirtha = heiliges Wasser; Empul = große Quelle

Diese Tempelanlage verdankt ihr Bestehen einer Quelle, um die sich mehrere Legenden bzw. Mythen ranken. All diese Erzählungen handeln vom Götterkönig Indra, der hier als Wohltäter agierte. So wird dem hier entspringendem Quellwasser eine heilende Wirkung nachgesagt.
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Bruno99 am 30. Mai 2013, 23:36:06
Bei jedem deiner Beitraege erinnere ich mich gerne an meine Reisen auf Bali.
Vieles hat sich seither veraendert, anderes ist immer noch gleich und frischt meine Erinnerungen auf  ;}

Wufgaeng mach weiter so, einen treuen Leser hast du auf sicher  {*
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: drwkempf am 31. Mai 2013, 15:22:59
Ich bin auch bekennender Sanur Fan.
In den letzten Jahren war das Bali Hyatt Hotel mein Lieblingshotel, obwohl es schon in die Jahre gekommen und dringend renovierungsbedürftig war.
Aber der wunderschöne Garten und Strand entschädigen dafür.
Gegenüber dem Bali Hyatt Hotel findet man eines der besten und stilvollsten Restaurants, das Telaga Naga.
Nicht nur das Essen, auch die Cocktails sind zu empfehlen.

Wolfram
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Tobi CR am 31. Mai 2013, 15:38:42
Selbst, wenn ich es nicht schaffen sollte,
Bali "auf deinen Spuren" zu bereisen

- anhand deiner gefühlvollen Schilderungen
  und der schönen Bilder kommen viele tolle Eindrücke
  auch so rüber zu mir  :)
Titel: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 31. Mai 2013, 16:19:27
Liebe Freunde, lieber Bruno, Wolfram und Tobi,

beim Sortieren und Beschreiben meiner Bilder aus Bali lerne ich viele neue Informationen dazu; das Internet ist hier Gold wert.
Schon habe ich eine ganz neue Planung, wenn ich im kommenden Winter wieder nach Bali reisen werde.
Diesen Thread könnte ich noch lange fortsetzen, aber im kommenden Juni bleibt mir weniger Zeit dafür. Meine jährlichen Verpflichtungen rufen mich nach München und ich werde erst Ende September wieder nach Bangkok zurückkehren.

Ein paar weitere Beiträge und Berichte von meiner letzten Balireise werden noch folgen, auch wenn ich für mehrere Tage oder Wochen unterbrechen sollte.

In München lagern die alten Fotos von Bali, die ich jetzt alle noch mal betrachten und sortieren werde. Ich bin selber sehr gespannt, denn mit den alten Dias aus dem Jahre 1978 kann ich Vergleiche zu den neuen ziehen.

Lieben Gruß noch aus Bangkok Wolfgang
Titel: Das märchenhafte Tal von Pura Gunung Kawi
Beitrag von: wufgaeng am 31. Mai 2013, 18:43:57
Dieser Gegend und dem Tempel möchte ich zwei Beiträge widmen. Die Landschaft und die Stimmung ist unbeschreiblich schön.

Wer auf Bali unterwegs ist und sich an einem Tag mehrere Tempelbesichtigungen vornimmt, der muss sich an das Treppensteigen gewöhnen. Ich glaube an dem Tag, als ich das Tal von Pura Gunung Kawi besichtigte, habe ich leicht meine 600 Höhenmeter bewältigt.
Schon in der Früh führte mich Freund Anom zu einem Wasserfall, dessen rauschender Donner schon viele hundert Meter weit zu hören war, dem Tegenungan Wasserfall. Eine lange steile Treppe mit großen Stufen führte 150 Höhenmeter runter zum Fluss in eine dicht bewachsene Landschaft mit Farnen, Bananen, Palmen, Blumen, Ranken und riesigen Bäumen. Vorbei an einer heiligen Wasserquelle führte ein schmaler Pfad ganz nah zum donnernden Wasserfall.
Ein beliebter Ort für Jedermann, die sich hier in der Gumpe ein erfrischendes Bad nahmen, Touristen im Bikini und Badeslip, die Balinesen meist in voller Kleidung.

Der Ab- und der darauf folgende Aufstieg hatte sich voll gelohnt und die ersten Höhenmeter waren geschafft.

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Tegenungan Wasserfall

Weiter gings zum nächsten Tal, dem Pura Gunung Kawi, auch hier wieder 250 Höhenmeter erst runter und später wieder rauf. Schwitzen ist gesund.

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Der Abstieg wird belohnt mit einer wundervollen Aussicht auf die anliegenden Reisfelder und die dahinter liegende Landschaft.

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Es ging weiter und weiter abwärts. Ich hatte das Gefühl, es hörte gar nicht mehr auf. Bis man zu einem Candi Bentar kam, zu einem gespaltenen Tor.
Das Tor sieht aus, als hätte man es in der Mitte auseinander geschnitten und die beiden Hälften etwas auseinander gerückt.
So entsteht ein schmaler Spalt durch den der Tempelbezirk betreten werden kann.
Candi Bentar ist indonesisch und bedeutet "Tor zum Licht".

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Das Candi Bentar zum Tempelkomplex.

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Im Tal von Pura Gunung Kawi Tempel.

Unten angelangt waren wir am heiligen Pakrisan Fluss, einer der vielen heiligen Flüsse. Eher ein kleiner Gebirgsbach, der von den naheliegenden Bergen herab in den Tempelbezirk fließt. Das Wasser ist glasklar, erfrischend und für ein Bad sehr wohltuend. Jeder Besucher kann sich darin baden, man sollte aber strikt die hinduistischen Regeln befolgen.

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Der heilige Pakrisan Fluss.
Ein öffentliches Bad liegt direkt am Tempel, hier gibt es mehrere Badebecken getrennt für Männchen und Weibchen, in denen meist einige Badende anzutreffen sind. Wasserspeier aus bemoosten Mauern speisen die Becken mit klarem, kalten Quellwasser.

Im nächsten Beitrag geht es in den einzigartigen Tempelkomplex, doch dann ist erst mal Pause, bis ich aus München wieder online bin.
Titel: Das märchenhafte Tal von Pura Gunung Kawi
Beitrag von: wufgaeng am 01. Juni 2013, 16:27:37
Unten angelangt betraten wir einen Tempelkomplex mit einer Grabanlage, das auf beiden Seiten des Pakrisan Flusses angelegt wurde. Die größere Gruppe von der Templeanlage und den Felsengräber stehen auf der anderen Flußseite. Ein einfacher Steg führt über den Fluss (besser gesagt kleiner Gebirgsbach) zum Hauptteil des in diesem schönen Gebirgstal angelegten historischen Denkmals.

Die ganze Grabanlage aus dem 11. Jahrhundert wurde erst im Jahre 1920 wiederentdeckt. Sie stellt eine der eindrucksvollsten Kultstätten der Insel dar. In der von Reisfeldern gesäumten Schlucht befinden sich insegamt neun Grabmale, die in den Tuffstein geschlagen worden sind. Vier der Monumente sind bekannt als die "Gräber der Königinnen".

Der Quellentempel hat durch die mit Moos bewachsenen Mauern schon etwas mystisches an sich. Die üppig gedeihenden Moose auf den alten Gemäuern können nicht verbergen, wie kunstvoll vor allem die Skulpturen im inneren Hof gefertigt wurden. Neben der Pura Gunung Kawi befindet sich noch ein weiterer Quelltempel, der Pura Sakti Puseh, der jedoch stets verschlossen ist und nur Bahmanen geöffnet wird.

Wir versuchten unbedingt die Stoßzeiten von Touristenströmen zu meiden und besuchten diesen eindrucksvollen, ja majestätischen Ort gegen den späten Nachmittag. Da ist das Licht am schönsten und die Stimmung wechselt in ein mystisches Flair. So konnten wir den Glanz und den Geist der Vergangenheit viel intensiver spüren. Die Eindrücke gingen mir tief in mein Bewusstsein.


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Die Grabanlagen auf der hiesigen Seite.

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Die Tempelanlage vor den Königsgräbern.

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Aus den Felswänden wurden insgesamt neun Grabmale heraus gemeißelt.Wir passierten das Felsentorund kamen zu den Gräbern der Königinnen. Danach folgten noch weitere königliche Gedenkstätten und Felsentempel. Einige von ihnen weisen heilkräftige Quellen und Höhlen auf, die vermutlich Pilgern und Eremiten als Unterschlupf dienten.

(http://farm4.staticflickr.com/3789/8850168003_1d8e7a7807_z.jpg)
Während unseres Rückweges begegneten wir Tempelgänger auf dem Weg zum Pura Gunung Kawi.

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Bei unserer Rückfahrt nach Denpasar erlebten wir eine Straßenblockade. Die Dorfbewohner von Pejeng Kelod, einem Dorf nordöstlich von Denpasar bereiteten die Feuerbestattung eines Verstorbenen vor.
Das Abbildungstier, wie hier der Stier hängt von der Kaste des Verstorbenen ab:
Ein Stier für einen Brahmanen,
eine weiße Kuh für seine Frau,
ein Löwe für die Oberschicht Ksatria
und ein mythologischer Halb-Elefant oder Halb-Fisch für einen Toten aus der Unterschicht Sudra.
Nachdem ein Priester gebetet und die Leiche mit heiligem Wasser übergossen hat, setzt er den Sarg mit samt dem Abbildungstier, dem Lembu, in Brand.
Die Verbrennungszeremonie ist ein Freudenfest, das über mehrere Tagen andauern kann. Es ist schön, die Zeremonie als eingeladener Gast zu erleben. Auch Touristen sind willkommen. Eine unvergessliche Erfahrung, die ich einmal vor vielen Jahren auf Bali gemacht hatte und die mich viel zum Nachdenken anregte.

Die nächsten Tage bin ich offline :'( :'( :'(

aus München dann setze ich noch ein paar weitere Bali-Bilder :-) :-) ;D
Titel: Ein Ausflug nach Petulu Gunung
Beitrag von: wufgaeng am 06. Juni 2013, 00:59:24
Inzwischen in München angekommen will ich noch ein wenig weiter über Bali berichten.
Meine Verwandten und Freunde in München hatten mich sehnsüchtig erwartet, denn ich hatte schönes Wetter im Gepäck, obwohl es in Bangkok zur selben Zeit auch regnete.
Ich hörte nur ein kollektives Schimpfen auf Petrus, der es in den vergangenen Tagen mit ganz Deutschland und Teilen von Europa überhaupt nicht gut meinte.
Am 3. Juni, den Abend meiner Ankunft war es noch so nasskalt, wie vor Weihnachten, und dann am 4. Juni scheinte die Sonne, die ich im Koffer dabei hatte.
 :D ;D ;]

Eigentlich ist der Ausflugsort Petulu, wohin mich Anom brachte, ein kleines, unbedeutendes Dorf. So wie es Ubud einmal war, bevor all die Künstler kamen.
Seit 1966 aber hat Petulu Gunung eine sehenswerte Natur-Attraktion.
Viele Reisende strömen am späten Nachmittag in das Dorf, um tausende Kokokan-Reiher, die tagsüber ihre Nahrung in den umliegenden Reisfeldern finden, auf Ihrem Heimflug zu beobachten. Sie nisten und brüten entlang einer Allee in Petulu.
Die Dörfler von Petulu glauben, dass in diesen Reihern die Seelen der 1965 bei den großen antikommunistischen Unruhen Getöteten weiterleben. Allein auf Bali wurden damals bei den Tumulten innerhalb von zwei Wochen 80.000 Menschen getötet.
Dementsprechend werden diese Vögel auch geschützt und durch eine Zeremonie alle 6 Monate, zusammen mit allen anderen Haustieren des Ortes bedacht.
Dieses Naturschauspiel von tausenden von weißen Reihern auf einem kleinen Alleeabschnitt hat natürlich auch seinen Preis:
Der Geruch der Hinterlassenschaften dieser Vögel liegt extrem beizend in der Nase und ein Spaziergang ohne Schirm hinterlässt weiße Spuren wo auch immer. Alles Gute kommt dort garantiert zu jeder Zeit von oben.

(http://farm8.staticflickr.com/7361/8850171269_8eea2c9562_z.jpg)
Eine typische balinesische Straßenkreuzung in Pejeng Kelod auf dem Weg nach Petulu Gunung.

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Junge Verkehrsteilnehmerin in Pejeng Kelod.

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Reisfelder in Petulu Gunung.

(http://farm8.staticflickr.com/7339/8922070139_7a95360c7a_z.jpg)
Kokokan Reiher in den Baumwipfeln.

(http://farm9.staticflickr.com/8139/8922070685_219508e4d7_z.jpg)
Ein Kokokan Reiher.
Titel: Die Elefantenhöhle Goa Gajah
Beitrag von: wufgaeng am 06. Juni 2013, 19:08:59
Über all die balinesischen Tempel zu berichten wäre fast so, als würde ich versuchen, über jede der 17.000 Inseln von Indonesien zu schreiben. Irgendwann ist genug. Bevor ich diesen Thread beenden werde, möchte ich aber einen sehr beliebten und berühmten Tempel beschreiben, den Goa Gojah Tempel, auf deutsch die Höhle des Elefanten.

Nicht weit von Ubud liegt diese Anlage, es ist eines der ältesten Monumente Balis. Die "Höhle des Elefanten" darf in keinem Besichtigungsprogramm fehlen.
Erst im Jahre 1923 wiederentdeckt diente sie vermutlich im 11. Jahrhundert buddhistischen oder hinduistischen Mönchen als Einsiedelei.
Man betritt die Höhle durch das Maul eines Dämonen. Sein weit aufgerissenes Maul scheint jeden Eintretenden zu verschlucken. Die Archäologen hielten den Höhleneingang zuerst für die Fratze eines Elefanten, deshalb der Name der Höhle. Im Inneren ist es meist stockdunkel, denn die notdürftige Beleuchtung gibt nur einen Schimmer her und funktioniert oft nicht. Drinnen selbst sind im Schein der mitgebrachten Taschenlampe einige Skulpturen zu sehen: Eine Ganesha Statue auf der einen und die Trinität aus Brahmā, Visnu und Siwa auf der andren Seite.

Dann im Jahre 1954 fand man gegenüber der Höhle einen Badeplatz mit steinernen Nymphen. Dem Quellwasser werden magische Kräfte zugesprochen. Dieser Badeplatz ist auch westlichen Besuchern zugänglich. Vorausgesetzt sie halten sich an die üblichen balinesischen Regeln, können sie dort ein Bad genießen.

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Ein Badeplatz, der dem Besucher verrät, dass es sich bei der Anlage eigentlich um ein Quellheiligtum handelt.

(http://farm4.staticflickr.com/3700/8850790826_47e9ecf3c5_z.jpg)
Freund Anom vor dem Portal mit dem riesigen Dämonengesicht.
Balis einziges Tor das so eine Fratze zeigt.
Der Oberkiefer befindet sich über dem Eingang, der Unterkiefer ist die Schwelle.

(http://farm9.staticflickr.com/8131/8850172343_2481bf0fa4_z.jpg)
Über 1000 Jahre alte Statuen der Trinität aus Brahmā, Visnu und Siwa.

(http://farm8.staticflickr.com/7362/8921978925_148c2c9c78_z.jpg)
Ganesha-Statue auf der anderen Seite im Inneren der Höhle.

(http://farm6.staticflickr.com/5325/8921893573_0fb82bf5ae_z.jpg)
Der Badeplatz von Goa Gajah.
Hier finden sich drei Badebecken mit sechs Quellnymphen, aus deren Krügen das Wasser in die Becken sprudelt.
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: samuispezi am 07. Juni 2013, 14:36:50

Servus,

Mein letzter Bali-Besuch ist auch schon locker 20 Jährchen her, aber ich bin immer
wieder fasziniert von solchen guten Berichten wie den Deinen. }}

Was bei mir am intensivsten hängen geblieben ist, ich habe weder vorher und auch nicht
nachher soviele  Grüntöne wahrgenommen wie auf Bali. Als überzeugter Grüner  ;] hat mich
das natürlich besonders beeindruckt.

Klasse Bericht, vielen Dank dafür.

Samuispezi }}
Titel: Bali und Garuda Wisnu Kencana
Beitrag von: wufgaeng am 07. Juni 2013, 21:28:03
Zum Ende meines Threads über Bali, Flores, Rinja und Komodo berichte ich hier in einem Beitrag über eine neue, gigantische Touristen-Attraktion, die allerdings bisher hauptsächlich nur einheimischen Touristen von der Insel Bali selbst, aus Java oder Sumatra besucht wurde. Westler sah ich fast keine. Dieser Park nennt sich Garuda Wisnu Kencana und befindet sich in der Hähe des südlichsten Tempel Pura Uluwatu.

Garuda Wisnu Kencana (GWK) ist ein 240 Hektar großer privater (Familie Suharto!) kultureller Park auf der Halbinsel Bukit am südlichen Ende der Insel Bali, nur 15 Minuten vom internationalen Flughafen Denpasar. Bukit (auf deutsch Hügel, übrigens stammt der Name der thailändischen Insel Phuket aus dem Wort Bukit) ist ein Kalkstein-Plateau mit Pura Uluwatu im Westen und Nusa Dua im Osten.
Er ist dem hinduistischen Gott Vishnu, und seinem Reittier, dem mythische Vogel Garuda gewidmet.
Derzeit ist die Statue des Vishnu 23 Meter hoch. Der ursprüngliche Plan ist: Ein 146-Meter hoher vergoldeter Gott Vishnu reitet auf dem Garuda oben auf einem 11-stöckigen Entertainment-Komplex. Die Spannweite der Flügel vom Garuda wäre ganze 64 Meter. Wenn alles mal fertig ist, wird es die größte Statue auf der Welt zu sein.
Die Idee war nicht unumstritten und religiöse Autoritäten auf der Insel beklagen, dass seine massiven Größe das seelische Gleichgewicht der Insel extrem stören könnte, und dass man sofort einen unangemessenen kommerziellen Charakter erkennen kann. Die Familie Suharto zeigt bereits diesen Charakter bei anderen Seiten auf Bali (Dream Land).

In keinem meiner Beiträge, hier und in anderen Foren, berichte ich nur über die positiven Dinge und bei diesem Projekt mag jeder seine eigene Meinung bilden. Trotzdem war es für mich ein Besuch wert, einmal dieses Wahsinnsprojekt gesehen zu haben, um mir ein eigenes Bild zu schaffen.

(http://farm4.staticflickr.com/3822/8839926391_65b31aeeb1_z.jpg)
In den Kalkstein gehauene Blöcke und Passagen.
Touristen aus dem eigenen Lande, einige auf Rädern (Segways).

(http://farm3.staticflickr.com/2805/8839928497_4d9114d7d8_z.jpg)
Der Kopf des Garuda.

(http://farm4.staticflickr.com/3746/8839933579_e1529d5f21_z.jpg)
Balinesische Performanze des Barong Tanzes.
Zwei Tänzer tragen die Maske des Fabel-Löwen.

(http://farm4.staticflickr.com/3723/8840558720_751e416bd2_z.jpg)
Balinesische Mädchen im traditionellen Kostümen, bereit für die Fotosessions mit den Touris.

(http://farm8.staticflickr.com/7341/8840556658_219cabd0b4_c.jpg)
Kopf von der Gott Vishnu Statue.
Einmal fertiggestellt soll die gesamte Statue 146 Meter hoch werden und damit größer sein, als die Freiheitsstatue in New York.
Meine Meinung dazu heißt: Superlativ-Blödsinn hat nirgendwo Grenzen!

 :'( Es ist zu Ende, liebe Freunde, aber ein "Nächstes Mal" auf Bali wird es für mich sicherlich geben, wahrscheinlich Anfang Februar 2014. 8)

Liebe Grüße Wolfgang



Ediert: Fehler verbessert
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Haus am 07. Juni 2013, 21:49:10
Danke
für die vorzüglichen
Berichte und Fotos
hoffentlich bald wieder
grüsse
Jürgen
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Friesland2Phuket am 07. Juni 2013, 22:09:04
11 von 10 Punkte f. diese KLASSE Reportage über Bali und ihre Nachbarinseln.
Wolfgang mach bitte Weiter,  man sollte es als Buch veröffentl.

Wirkl Ganz KLASSE, Danke Wolfgang
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 08. Juni 2013, 02:21:38
danke Euch allen, die an meinem Thema und den Bildern über Bali, Flores, Rinja und Komodo so interessiert waren.
Gerne beginne ich wieder einen neuen Thread, aber erst mal muss ich in München meinen jährlichen Verpflichtungen nachkommen.
Aber mein nächster Bericht kommt bestimmt,
bis dahin
 [-]
(ich lieber wieder mal eine Cohiba C--)
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: hmh. am 08. Juni 2013, 03:37:29
bitte lieber Mod korrigiere mir nochmal den Suharto ...

Erledigt.

Man fragt sich, bei wem sich Mitglieder der selten korrupten und gewissenlosen, durch Militär- und Regierungsposten steinreich gewordenen Muselmanenfamilie des fiesen Usurpators, Diktators und Völkermörders (Timor, West-Neuguinea etc) Hadschi Mohammed Suharto sich mit dem Bau von (ausgerechnet) Hindu-Statuen eigentlich einschleimen wollen.  {/

http://de.wikipedia.org/wiki/Suharto

Oder glauben die Mohammedaner in Indonesien in Wirklichkeit vielleicht auch noch viel mehr an die alten Götter und Geister (und Amulette und die Wirkung von Menstruationsblut etc. pp  --C ), und pfeifen auf das, was in Touristenprospekten als ihr "offizieller" Aberglaube verbreitet wird ... genau wie es die weit überwiegende Mehrheit der Thais mit dem "wahren" Buddhismus am Hut hat?  ???
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: .derbayer. am 08. Juni 2013, 05:29:18


Vielen dank Wufgaeng!

 Ich darf mich nochmal bedanken bei dir !

Nur wer selber Berichte schreibt,  Bilder macht, diese  sortiert, zusammenstellt , dann hostet, Größen festlelgt,

seinen Bericht und die Beschreibung erst mal auf word schreibt, korrigiert dann alles in eine ansprechende Form setzt,
dann den Bericht hier einstellt , nochmal aufs Forenformat umstellt um dann endlich auf das "schreiben" Feld zu drücken.


Ich weiß wulfgaeng, das viele gerne nur "konsumieren" und selbst nie mehr wie einen Halbzeiler oder einen kopierten Link einstellen.

Nur wer sich immer wieder Mühe macht wie Du,  hat dann auch Anerkennung und eine dickes Lob  verdient

Und weil ich all diese Mühe selbst kenne,  möchte ich das ausdrücklich hier nochmal betonen!


Vielen Dank wulfgaeng  !


*Und geh in München mal  in den Augustiner und sag der Zensi ( Bedienung ) schöne Grüße von mir !   ;) ;)





Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 08. Juni 2013, 16:13:25
Zitat
*Und geh in München mal  in den Augustiner und sag der Zensi ( Bedienung ) schöne Grüße von mir !

Hallo, liebe Grüße aus München und dankeschön für Deine netten Zeilen.
Welchen Augustiner?
in der Kaufingerstraße?
in der Anulfstraße?
oder, wo ich öfters bin, in der Landsbergerstraße?

Ich grüße Zensi gerne, solange es auch der Münchner im Himmel getan hat.
 [-]
Titel: WhatsApp Nachricht aus Bali von Gek Adi
Beitrag von: wufgaeng am 20. September 2013, 22:22:01
Hallo, liebe Tip-Freunde,

lange Zeit habe ich keine Beiträge gesetzt, denn ich bin die letzten Wochen in München und Österreich mit vielen anderen Dingen voll ausgelastet gewesen.
Nächste Woche Freitag gehts zurück nach Bangkok, gerade noch Zeit, um hier auf'd Wies'n zu gehn.
Ab nächste Woche bin ich wieder aktiv dabei.

In den fast vier Monaten in München hatte ich per WhatsApp viel Kontakt nach Bali. Eine junge Schülerin namens Gek Adi, die ich bei meinem letzten Besuch in ihrem Dorf Sembung photographierte (siehe #18 -#20), sendete mir stolz von einem Fest, das die Dorfbewohner ganz zu ihren Ehren veranstaltet hatten und das auf Bali immer besonders groß gefeiert wird: Ein Mädchen wird zur Frau.

(http://farm9.staticflickr.com/8271/8753468780_3d73accfe4_z.jpg)
(mein Photo bei meinem letzten Besuch im Dorf in Mai 2013)

Ich finde es wert, das Photo hier als zusätzlichen Beitrag und Abschluss des Themas zu setzen, denn ihre traditionelle Haartracht hat man bezaubernd schön gestaltet:

(http://farm3.staticflickr.com/2877/9598111911_68b2de46b7_z.jpg)
(ihr Photo vor ein paar Tagen per WhatsApp auf meinem Smartphone gelandet)

Bis zu meinem nächsten Thema in ein paar Wochen :]
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: crazyandy am 21. September 2013, 00:14:18
 ;} ;} ;} wunderbare Berichte und Bilder, danke wufgang.
Titel: wieder auf Bali
Beitrag von: wufgaeng am 25. November 2013, 18:42:26
Hallo meine Freunde vom TIP,
nach einer langen Unterbrechung arbeite ich wieder an einem neuen Thread und würde mich wieder über Euer Interesse freuen.
Es war viel los in letzter Zeit und bin seit 25 Oktober ein glücklicher Opa eines gesunden Jungen geworden. Deshalb bitte ich für die lange Inaktivität um Euer Verständnis.

Ich bin derzeit wieder auf Bali und bereise diesmal den Osten von Java. Ich werde demnächst mit einem neuen Thread starten und über Java und die sagenhafte Vulkanlandschaft des Bromo berichten. Ein bisschen Geduld bitte ich, denn die geschossenen Fotos sind alle noch in der Kamera und müssen erst bearbeitet werden.
Es macht mir große Freude mit meinen balinesischen Freunden ihr eigenes Land Indonesien zu bereisen, also bald geht es weiter.
Liebe Grüße aus Ijen in Ostjava Wufgaeng
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: nfh am 25. November 2013, 20:43:34
immer her damit, Vorfreude ist schon da
 {*
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Bruno99 am 25. November 2013, 21:25:41
habe viel Zeit in Ostjava verbracht und bin gespannt wie es heute aussieht  ;}

hast du einen Abstecher in den Baluran Nationalpark geplant?
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: † Jhonnie am 25. November 2013, 21:37:21
Hi Wulfgang

Welcome back on board.
Ich werde dann nach Dezember Kalimantan beisteuern.

Joachim
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Bruno99 am 25. November 2013, 21:52:56
Ich werde dann nach Dezember Kalimantan beisteuern.

das nehme ich als Versprechen Joachim  ;]

1989: Flug von Surabaya nach Balikpapan, per Auto nach Samarinda und dann 3 Tage und Naechte mit Boot auf dem Mahakan River  tief ins Dayak Land, am Schluss mit Long Tail Booten wegen ungenuegender Wassertiefe.
Hab noch einen selber gemachten Film auf VHS Kassette.

Ich schwelge in Erinnerungen  :-)
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Friida am 25. November 2013, 22:25:54
hallo lieber wufgaeng,
auch ich sehe deinem neuen Bericht spannend entgegen.
habe soeben einen grossen Teil deines Threads gelesen und bin ganz begeistert und bewundere dich viel. die fotos sind ganz irre toll !!

und was fuer ein tolles bild von Gek Adi, eine schoene junge Frau! und die Haartracht::  sensationell !  du bist ein Glueckspilz !?
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 25. November 2013, 22:38:16
Zitat
Balikpapan,

Das war ursprünglich auch mein Vorhaben gewesen:
Erst nach Bali, dann nach Balikpapan, von dort mit der Propellermaschine nach Berau und weiter mit dem Boot nach Nabucco (hat aber nichts mit der Oper zu tun) im Maratua Atoll.
Als leidenschaftlicher Sporttaucher (380TG) ist mir diese kleine Insel von einen meiner Tauchkollegen empfohlen worden.
Sollte diesmal nicht klappen, weil mir und meiner Freundin Mayang die Zeit dazu fehlt. Das nächste Mal, vielleicht noch im Frühling oder nächsten Herbst.
Dafür schlug mir Mayang eine Fahrt durch Ostjava vor, fünf Tage haben wir Zeit. Aber jetzt nach drei Tagen stelle ich fest, dass auch dies viel viel zu kurz ist.
Trotzdem, heute auf dem Bromo, schon deshalb hat sich bisher die Fahrt gelohnt. Trotz vieler (einheimischer) Touristen, es war faszinierend und ich hatte fast das Gefühl, auf dem Mars herumzuspazieren.
Mehr davon demnächst, ich arbeite schon fleißig an den Bildern.
Ein paar Tage reichen noch für Nusa Penida, die kleine Insel östlich von Bali. Mal sehen was mich da erwartet.

Gruß aus Ijen Wufgaeng
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: † Jhonnie am 25. November 2013, 22:52:26
Defenetive Ist der Bromo was eigenes an Erlebniss.

Wenn du moechtest kann ich dir Verbindung herstellen zu Anak Krakatau. Ohne diese Touri  Sachen.
Das war fuer mich wirklich als hier Ansaessiger das top of the top.Ich wollte halt auch mal dem Teufel ins A.. loch schauen.
Geheim tip: geht uber die Seismologen, also diejenigen die dir wirklich was erzaehlen koennen.

Bruno. Ruhig Blut . Es wird bei mir Kalimantan Inneres werden. Also kein Zucker lecken sondern Gummi von der Sohle lassen.
geplant sind 3 Wochen. Dabei + 1 woche an und abreise etc.
Und so wie du mich ja kenngelernt hast  --C bin ich seit wochen am laufen mit den mitlerweile 15 KG + auf dem Buckel, und nix mehr jammern.
Der alternde faule Mann will es eben nochmal wissen.

Joachim

Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: wufgaeng am 25. November 2013, 23:14:17
Zitat
eine schoene junge Frau! und die Haartracht:

(http://farm6.staticflickr.com/5478/11050923064_7f97ffe6e4.jpg)

… und der ist Gungus, Mayangs Sohn und ihr kleiner Neffe, er sendet Euch TIPjaner liebe Grüße

Gungus konnte leider nicht nach Java mitfahren, denn er hat seine Schule, aber der Gruß ist wirklich ernst gemeint.
Zusammen mit der Familie von Mayang haben wir die Seiten bei TIP gemeinsam betrachtet und doch einige Fehler festgestellt, die mir unterlaufen waren:
Nocha auf der Insel Flores heißt nicht Nocha, sondern Ocha.
Einen Mod bitte ich darum, dies im Beitrag #25 noch zu ändern.

Mayang und ihre Familie freuen sich sehr über diesen Thread, obwohl sie den Text nicht verstehen können. Komang die Zwillingsschwester sieht sich die Seiten in Luzern an und freut sich ebenfalls.
Wie schön ist doch hier das Internet.  :)

(Ich muss noch sagen, dass das Foto von Gek Adi nicht von mir stammt. Das hatte sie mir im Sommer per WhatsApp nach München geschickt. Aber auch ich fand es so reizend, das ich es dem TIP nicht vorenthalten wollte. Es passt einfach noch in diesen Thread.)
Titel: Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
Beitrag von: Bruno99 am 25. November 2013, 23:28:35
Nocha auf der Insel Flores heißt nicht Nocha, sondern Ocha.
Einen Mod bitte ich darum, dies im Beitrag #25 noch zu ändern.

erledigt  ;]