ThailandTIP Forum
Thailand lokal => Thailands Nachbarländer => Thema gestartet von: wufgaeng am 13. Dezember 2013, 17:13:22
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Ich hatte es schon angekündigt, und jetzt bin ich soweit.
Gestern zurück aus Bali arbeite ich wieder fieberhaft an mehreren hundert Fotos, die ich die letzten drei Wochen geschossen hatte. Heute setze ich die ersten.
Diesmal lebte ich die ganze Zeit mit meiner befreundeten balinesischen Familie zusammen, bescheiden mit kalter Dusche, Hockklo, null Aircon aber ein Ventilator im Zimmer, das mit 12 qm für mich vollkommen ausreichte. Ich bin nicht Tourist, ich bin Besucher und teile den Alltag mit einer balinesischen Kommune.
An die Bescheidenheit gewöhnt man sich schnell, fix lernt man - wenn man es noch nicht kann - mit den Fingern zu essen, nur mit der rechten Hand, denn die Linke wird ja auf der Toilette benutzt. Mit der Rechten bohrt man höchstens in der Nase (auch in Indonesien) und das wird toleriert.
Linkshänder habe da wohl ein Problem. Meine Schwägerin Armina, eine thailändische Muslima, ist Linkshänderin, hat seit ihrer Geburt das Problem, dass sich ihr Gehirn nie umschaltete. Die Mullahs hatten schon alles versucht, das hat bisher nie funktioniert. {[ {[ {[
Wir fahren alle für einen Ausflug von Denpasar nach Java zu den großen Vulkanen, dem Gunung Bromo und dem Gunung Ijen, das ist unser spontanes Programm.
Von Denpasar nach Gilimanok, dem Ort, wo man in einer Stunde nach Java übersetzt, sind es 130 km sehr anstrengende Fahrt, man braucht vier bis fünf Stunden.
Rostige Seelenverkäufer bringen uns rüber nach Banyuwangi in Ost-Java, und schon geht die Zeit eine Stunde zurück, sie ist dieselbe wie in Bangkok.
Wir sind eine Gesellschaft von fünf Leuten, zwei Bali-Hindus, zwei Bali-Moslems und ich als (seit meiner Heirat 1981 muslimischer) Gast auf Bali.
Weiter gehts in den nächsten Beiträgen.
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Ich sitze zwischen Mayang und ihrer Mutter Ni Ketut Mukra,
gegenüber die muslimischen Freunde, der Fahrer Soni und ein Freund der Familie namens Arif.
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Der Hafen von Gilimanuk in West-Bali
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So ein Seelenverkäufer bringt uns auf die andere Seite nach Ost-Java
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Am Hafen von Banyuwangi in Ost-Java
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Gunggus sagt tschüss, aber bald geht es weiter
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Watu Ulo Beach
Das erste Ziel nach der Überfahrt nach Ost-Java ist Jember, eine "kleine" Provinz-Hauptstadt mit einer Universität und 332.600 Einwohnern, in der ganzen Regentschaft Jember Regency aber leben 2,35 Millionen Menschen. Die Stadt wirkt tatsächlich klein, aber bei den Menschen, die man überall antrifft, kann man die relativ hohe Einwohnerzahl durchaus verstehen.
Die Insel Java ist eines der am dichtesten bevölkerten Gebiete der Welt, mit mehr als 114 Millionen Menschen auf einer Fläche des US-Bundesstaates New York.
Von überall ruft der Mullah abends zum Salat Maghrib (das Gebet nach dem Sonnenuntergang). Ich wurde von meinen islamischen Begleitern gleich in die nächste Moschee eingeladen, mitzumachen. Seit 33 Jahren kenne ich die Gepflogenheiten, denn ich habe mich schließlich in eine thailändisch islamische Familie eingeheiratet. Doch so streng, wie es sonst immer dargestellt wird, nimmt man es in Ost-Java nicht. Mayang und ihre Mutter mussten draußen nicht lange warten, bis wir gemeinsam zum vergnüglichen Abendessen gingen. Ich habe immer erlebt, auf Bali leben Moslems (etwa 4,3 %) und Hindus Jahrhunderte friedlich zusammen, beide besuchen gegenseitig ihre heiligen Stätte. Bei unserer Tour durch Java waren wir alle Fünf miteinander immer "gut drauf".
Arif, unser moslemischer Begleiter, kommt von Ost-Java und kennt sich natürlich in seiner Heimat sehr gut aus. Am ersten Tag führte er uns an einen Strand mit einer legendären Geschichte, zum Watu Ulo Strand.
Watu Ulo wird von den Eingeborenen und Ansässigen sehr verehrt, weil sie glauben, dass es in der Vergangenheit eine Schlange gab, die sich an dieser Stelle versteinerte und jetzt als Geist weiterlebt. Der Kopf liegt im Meer und sein Körper ragt auf das Land hinaus.
Geisterglauben ist auch bei Moslems nicht wegzudenken, das musste ich bereits im Iran (mein mehrmaliger Aufenthalt 1971-1976) und Thailand wiederholt feststellen. {--
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Der Strand von Watu Ulo
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Ein Warnschild, das man unbedingt beachten sollte, wenn man den Körper der versteinerten Schlange betritt.
Plötzlich auftretende Brandungswellen haben an dieser Stelle schon mehrere Todesfälle gefordert.
Daneben Arif, Mayang und ihre Mutter, für sie war die Reise nach Java das erste Mal in ihrem Leben.
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Der versteinerte Körper der Schlange der auf das Land hinausragt
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Heftige Brandungswellen, die auf den versteinerten Körper der Schlange schlagen und bereits Todesopfer forderte
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Eine mir bisher unbekannte Gruppe von jugendlichen Strandbesuchern aus Java, die sich sofort gerne für ein Foto präsentieren
(Eine übertriebene Paranoia wegen möglicher Persönlichkeitsverletzung gibt es weder auf Bali, noch auf Java)
Ich erlebe immer wieder aufs Neue: das Reisen mit Einheimischen, gemeinsame Unternehmungen und mit ihnen zusammen Spaß zu haben, das ist für mich die schönste Art zu reisen.
(Gruppenreisen, bei denen fast immer ein Querdenker meint, NUR seine Meinung und Wissen den anderen aufdrängen zu müssen, und die immer meinen, nur sie hätten die Rechte, die Anderen die Pflichten, solche haben mir schon öfters die Stimmung verdorben.)
--C
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Papuma Beach
Nur wenige Kilometer nach dem mystischen Strand von Watu Ulo kommen wir zu einem weiteren, bei dem wir gerne mehrere Tage verbracht hätten, doch unser Zeitplan zwingt uns für einen - leider - zu kurzen Aufenthalt an diesem malerischen Strand, der fast ausschließlich nur von Einheimischen besucht wird. Ich war der einzige Langnasen-Besucher und wurde sogleich von allen Seiten eingeladen, mich zu einem Picknick dazu zusetzen. Der Strand heißt Papuma Beach und ist bei den javanesischen Touristen sehr beliebt.
Ein schöner weißer Sand wird gerne zum Sonnenbaden von Einheimischen und ein paar ausländischen Touristen genutzt. Neben seiner natürlichen landschaftlichen Schönheit, ist die ganze Gegend auch reich an Tieren, wie viele Eidechsen, den Wald-Hahn, viele verschiedene Vögel, Wildschweine (nicht so ganz halal) {;, Hirsche, Stachelschweine (auch nicht halal) ???, den schuppigen Ameisenbär und natürlich die frechen Makaken, auf die man immer besonders achten sollte, denn die klauen wie die Raben.
Ein paar einfache Strandrestaurants bieten köstliche indonesische, javanesische Leckereien, wie z.B. eine Vielzahl von gebackenem Fisch und gegrillten Huhn, natürlich alles streng halal.
;D
(Zwischen halal, dem Reinen und haram, dem Unreinen gibt es eine Grauzone, die nennt man makruh.
Alle herumlaufenden Schweine leben allen Anschein nach in dieser Grauzone.) {+
Der Ort ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Mietwagen in einer knappen dreiviertel Stunde von Jember zu erreichen.
Meine Empfehlung für Individual-Reisende, die sich einmal was besonders Schönes gönnen und sich von den allgemeinen Remidemi-Hochburgen absetzen wollen.
Luxus jedoch sucht man dort vergeblich.
:P {:}
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Der Eingang zum Nationalpark,
auch hier zahlen Langnasen mehr als Stupsnasen, das Dreifache (und NICHT das Zehnfache!!!)
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Am Strand entlang einige einfache Restaurants, die sehr leckere Spezialitäten zubereiten.
(Ein WALLS Eiscreme-Verkäufer nervt mit der selben Werbe-Melodie, wie in Thailand.)
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Ein wunderschöner Sandstrand läd zum längeren Badeaufenthalt ein.
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Überall werden wir aber von Makaken beobachtet, die darauf aus sind, irgendeine Leckerei zu ergattern.
Bloß keine Angst zeigen, sondern mit einer Rute zeigen, wo es lang geht, dann bekommen diese Lästertiere Respekt.
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Schwarze Vulkansteine im weißen Sand vom Papuma Strand.
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… und wieder, sobald ich meine Kamera herausholte, postierte sich sofort eine ganze Gruppe von Jugendlichen für ein Schnappschuss.
Die Fotografierfreudigkeit der Leute ist immens!
Ähh … übrigens: schaut Euch mal die Nasen an! Zwischen Lang- und Stupsnasen ist gar kein großer Unterschied! Trotzdem zahlen wir noch das Dreifache?
Leider ruft uns der Zeitplan zum frühzeitigen Aufbruch auf, denn wir haben am nächsten Tag noch einiges vor.
Wir fahren und steigen auf den Vulkan, den Gunung Bromo.
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@wufgaeng
auf diesem Wege mal ein fettes Dankeschön für deine interessanten Reiseberichte. ;}
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danke @schiene
:)
nach meiner Rückkehr arbeite ich immer noch am Selektieren und Editieren von über 900 Bildern die ich über und unter Wasser geschossen habe, nicht nur von Java.
Hinzu kommt, allen meinen Freunden, Bekannten und Verwandten im In- und Ausland meine besten Wünsche zu übermitteln, was ich hiermit auch mit Freude den TIP-Freunden ausdrücken will:
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Noch heute setze ich weitere Fotos von unsere Tour auf den Gunung Bromo.
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Vom Papuma Strand zum Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark sind es nur wenige Kilometer. Uns verblieb noch der ganze Vormittag für ein genussvolles Strandvergnügen bis wir schließlich bei nieselnden Regen in Richtung Vulkan aufbrachen. Wie immer um diese Jahreszeit, ist das Wetter auf Java sehr wechselhaft, das sollten wir am Kawa Ijen, bei der zweiten Vulkan-Tour, noch klatschnass zu spüren bekommen. Unsere Reisezeit war nicht gut gewählt, aber wir hatte keine ander Wahl. Besser sind die Monate zwischen März und Mai.
{:} ??? :(
Der Park trägt seinen Namen auch nach dem Volk der Tengger, ein Hinduvolk aus dem 15. Jahrhundert, das sich in der Umgebung bei den Vulkanen Bromo und Semeru ansiedelte. Heute leben noch etwa 600.000 Tengger in diesem Gebiet.
Auf dem Weg zum Nationalpark deckten wir uns nochmal mit sehr wohlschmeckenden Früchten ein, die man zwar meist auch in Thailand findet, aber die trotzdem aus Java ein klein bisschen anders schmecken, oft süßer und noch mehr aromatischer.
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Erntetransport auf javanesische Art.
Im Verkehr trifft man alle Augenblicke auf Überraschungen, man fährt nicht nur vorsichtig, sondern unbedingt auch mit Voraussicht, im dem man die Rechte auf der Straße dem Anderen überlässt.
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Früchte- und Gemüse-Angebot auf einem Markt in der Provinz Lumajang, in der auch der Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark liegt.
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Das Portal zum Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark.
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Fahrt bergauf im wechselhaften dichten Nebel.
Die bizarren Baumformationen wirken als Silhouette äußerst gespenstisch.
Wir befürchteten schon einen nassen und regenreichen Vormittag auf dem Gunung Bromo, doch das Wetter wechselt oft in Minutenschnelle, wir hatten Glück.
Im nächsten Beitrag gehts immer noch bergauf.
:-) ;)
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Der Gunung Bromo ist vielleicht der am besten zugängliche aktive Vulkan auf Java. Aus diesem Grund befinden sich dort eine große Anzahl von inländischen Touristen, die oft in Gruppen anreisen. Er ist auch ein beliebtes Ziel für Studentengruppen, die ihre Zelte und ihr Lager in der Gegend aufschlagen. Aus diesem Grund sollte man als Besucher einen ruhigen Wochentag wählen und eine Tour während der großen inländischen Ferienzeiten meiden.
Es ist jedoch ein riesengroßer Park und bietet jedem Besucher, abseits von den üblichen touristischen "Watchpoints", einen absoluten Hochgenuss (so lang der Tenggar Caldera auf dem Bromo Vulkan-Komplex nicht ausbricht. Im Jahr 2004, später 2010 und Anfang 2011 gab es die letzten Eruptionen. Eine gewisse Vorsicht ist immer erforderlich.
Der Park umfasst auch große Bereiche, die sehr üppig und grün sind und Flüsse, die aus den hohen Gipfeln der Berge kommen. Die mittlere Erhebung ist dünner bewaldet bevor die Landschaft schließlich in eine karge Hochebene wechselt.
Am Ende der Nationalstraße befindet sich ein luxuriöses Resort mit gut ausgestatteten Zimmern und Bungalows. Für uns jedoch kam dies nicht in Betracht, denn warum sollte man viel Geld für eine Übernachtung ausgeben, wenn diese schon um 3 Uhr früh enden sollte.
Besucher, die mehrere Tage am Bromo verweilen, mögen dort ihre gewohnten Annehmlichkeiten finden.
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Kurvenreise Auffahrt zum Gunung Bromo. 600.000 hinduistische Tengger-Menschen haben sich in etwa 30 Dörfern in der Umgebung des Bromo Komplexes angesiedelt.
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Eine Skulpturen-Verkäuferin am Straßenrand der Highway.
Die gemeiselten Sandstein-Handarbeiten sind beliebte Mitbringsel aus dem Nationalpark.
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Dünne Bewaldung kurz vor der Caldera.
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Das Bromo Cottages Hotel zum Übernachtungspreis von 60 €, und aufwärts.
(Als Alternative gibt es einige Kilometer weiter unten deutlich preiswertere Unterbringungsmöglichkeiten.)
Aufbruch am nächsten Frühmorgen um 3 Uhr, bis dahin ein kurzer Schnarch.
:-[
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Der Tag zum Gunung Bromo und zu der Aussichtsplattform fängt sehr früh an. Schon um 3 Uhr morgens weckt uns der Tourführer bei noch vollkommener Dunkelheit. Wir sollten das phänomenale Naturspektakel eines märchenhaften Sonnenaufganges nicht verpassen.
Ein von uns gemieteter Jeep fährt uns über eine Stunde zu einer kleinen Siedlung namens Jemplang. Viele fliegende Händler und Einheimische bieten die unbedingt erforderlichen Pullover, Jacken und Anoraks zum Ausleihen an, denn die Temperatur dort oben ist empfindlich kalt, sie geht einem in die Knochen. Zu all dem weht ein kalter Wind.
Von der kleinen Siedlung Jemplang sind es nur 20 Minuten Aufstieg zu einer Plattform, wo mehr als hundert in- und einige ausländische Touristen bibbernd auf den Sonnenaufgang warten. Viele mit Stativ und dem draufgesetzten Profigerät. Ein guter Platz ist nicht schwer zu ergattern, denn der Ansturm der Besucher hält sich in Grenzen.
Warten, zittern, frieren, sich gegenseitig wärmen. Und schließlich das erste farbige Licht, die von der aufgehenden Sonne angestrahlten Wolken, das Tal liegt noch dunkel im Vordergrund. Der Vulkan, der sich nun abzeichnet, ist nicht der Gunung Bromo, sondern der 3676 m hohe Gunung Semeru einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane dieser Welt. Nach und nach im Vordergrund kommt der Kegel des Kawah Batok Tengger zu Vorschein, den Gunung Bromo erkennt man dann leicht auf der linken Bildseite. Aus seinem Krater zieht sich eine Schwefeldampfwolke empor.
Gunung (veraltet auch Goenoeng) ist in der indonesischen und malaiischen Sprache die Bezeichnung für einen Berg oder Vulkan.
Kawah ist die indonesische Bezeichnung für einen Krater.
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Frühmorgens um 4 Uhr ein heißer Tee in einem der Aufwärmstuben in Jemplang.
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Der Sonnenaufgang am Horizont, das Tal liegt noch ganz im Dunkeln
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Der Kegel des Gunung Semeru über der Wolkendecke.
Im Vordergrund zeichnet sich der erloschene Vulkan Gunung Batok Tengger ab,
links davon erkennbar der Gunung Bromo mit seinem schwefelhaltigen Wasserdampf, der aus seinem Krater zischt.
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Eingelullt in dicke Jacken und Anoraks warten wir auf das grandiose Naturspektakel.
Wir verweilen fast zwei Stunden auf der Plattform, denn von dem fantastischen Schauspiel der Natur kann man sich nur schwer trennen.
{{
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danke schön Wolfgang, mit Sicherheit ist Bali eine Reise wert, nur ob ich jemals dieses Land bereisen kann bezweifle und bedauere ich {[ :'( :'(
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Ich muss zugeben, dass ich eine Vorliebe für Touren auf Vulkane habe. Bereits 1978 war ich auf dem Batur in Bali und im Jahre 1986 startete ich mit meiner Frau schöne Treckingtouren am Vulkan Aso auf der japanischen Insel Kyushu.
Durch die Insel, Java, zieht sich eine ganze Kette von vielen interessanten Vulkanen. Nicht immer kann man sie ersteigen. Manche von ihnen sind gesperrt, weil ein Ausbruch knapp bevor steht. Andere sind nicht wirklich touristisch erschlossen und ihre Besteigung nimmt eher den Charakter einer kleineren Expedition an.
Dies trifft aber auf den Gunung Bromo, nicht zu. Man kann den Berg relativ einfach erreichen.
Beim Anblick auf den Gunung Semeru kommt eine Sehsucht auf, auch zu diesen Vulkan zu trecken. Hierfür sollte man über eine gute Kondition verfügen und sich vier Tage Zeit nehmen.
Der Semeru ist mit 3.676 m der höchste Vulkan auf Java und gleichzeitig, wie ich schon erwähnte, einer der aktivsten. Durchschnittlich alle 10 bis 30 min steigt von seinem Gipfelkrater eine Aschesäule in den Himmel.
Der Tourführer erklärt uns, dass eine Besteigung des Semeru trotz seiner starken Aktivität meist möglich ist. Sein Krater befindet sich etwas unterhalb des Gipfelplateaus auf der Südostseite. Zudem weht in den Morgenstunden oft ein konstanter Wind, der die Aschewolke von der Aufstiegsroute im Norden wegtreibt. Zur Sicherheit sollte man den Gipfel jedoch spätestens kurz vor Mittag wieder verlassen haben. Vielleicht schaff ich dies das nächste Mal.
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Besucher aus dem In- und Ausland betrachten das Natur-Schauspiel.
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Gunung Semeru, auch bekannt als Mahameru („Großer Meru“).
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Gunung Semeru über einer Wolkendecke.
Er gilt als einer der schönsten, aber auch als einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane dieser Welt.
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Aussicht auf die Ebene des Bromo-Tengger-Semeru Nationalparks.
Wir fahren zurück in die Ebene vor dem Gunung Bromo wo wir noch den ganzen Tag verbringen. Demnächst in diesen (Natur)-Theater.
:]
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Eine Wanderung in der Caldera am Gunung Bromo.
Die Caldera liegt auf einer Höhe von ca. 2.000 Metern über dem Meeresspiegel und vollkommen mit vulkanischem Sand bedeckt. Deshalb wird sie auch von der Bevölkerung das Sandmeer genannt.
Für uns wird es Zeit, den Bromo zu besteigen. Vom unserem Ausgangspunkt, wo wir den Jeep und seinen Fahrer verließen, geht es über schwarzen Sand an einem kleinen Hindutempel, namens Pura Luhur Poten, vorbei zum Kegel (Kawah) des Bromo. Pferdeführer bringen Besucher, die nicht gut zu Fuß sind, auch auf dem Rücken ihrer Reittiere zum Krateraufstieg. Für die 200 bis 250 Höhenmeter lohnt sich das für uns nicht, besser ist zu Fuss, als einen wunden Hintern und drei Tage Muskelkater.
Nicht nur die Höhe, sondern auch schlechte Schuhe machen uns hier schon sehr zu schaffen. Wir sind nur mit einfachen Badelatschen unterwegs, die sich immer wieder mit Sand füllen.
Es ist ein beeindruckender Vulkan und immer wieder eine grandiose Sicht auf die sureale Landschaft. So stelle ich mir einen Spaziergang auf der Marsobefläche vor.
Mit "Hati-Hati" (indonesisch Achtung, Vorsicht) zwängen wir uns an auf- und absteigenden Wanderern vorbei, verlassen dann den Hauptweg und gehen durch die Lavalandschaft langsam zum Ausgangspunkt und zu unseren Jeep zurück.
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Der Gunung Batok am Kawah Bromo und die umliegende Lavalandschaft.
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Ein Vorwärtskommen ist nur mit einen Jeep möglich, für alle anderen Fahrzeuge sind die Wege nicht zugänglich.
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Dünn mit Gras bewachsener Lavasand. Ein mühsames Vorwärtskommen in der Tengger Caldera.
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So geht es vielleicht besser? ;]
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Der Weg zum dampfenden Krater des Kawah Bromo
(Aus dem Wikipedia:)
Nach einer Geschichte hat am Ende des 15. Jahrhunderts eine Prinzessin namens Roro Anteng des Majapahit-Imperiums zusammen mit ihrem Ehemann Joko Seger ein eigenes Fürstentum gegründet. Sie nannten es Tengger nach den Endsilben ihrer Namen Anteng und Seger.
Das Fürstentum florierte, aber dem herrschenden Paar war es nicht möglich Nachkommen zu zeugen. So kletterten sie in ihrer Verzweiflung auf den Bromo und beteten zu den Göttern, sie mögen ihnen beistehen. Diese versprachen ihnen zu helfen, unter der Bedingung, ihr letztgeborenes Kind den Göttern zu opfern. Die beiden hatten 24 Kinder und als das 25. und letzte Kind Kesuma geboren wurde, weigerte sich Roro Anteng ihr Kind wie versprochen zu opfern. Die Götter drohten mit Feuer und Schwefel, bis sie schließlich das Kind doch opferte.
{+ --C
Nachdem es in den Krater geworfen wurde, befahl die Stimme des Kindes den Einheimischen, jährlich eine Feier am Vulkan abzuhalten. Dieses Kassada genannte Fest wird auch heute noch abgehalten. Es besteht hauptsächlich aus einer nächtlichen Prozession zum Gipfel, wo dann Tiere, Früchte und Reis geopfert werden.
{+ ???
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Die weite Vulkan-Landschaft aus Lavasand wurde bereits 1982 zum Nationalpark erklärt und ist das Relikt uralter Vulkane. Die Gegend erinnert mich immer wieder an eine Marslandschaft, obwohl ich bisher den Mars noch nicht betreten habe und nur von her Bildern kenne.
{-- ;D
Der Bromo-Krater ist für uns ein hochinteressanter Ort. Tatsächlich ist es offenbar kein Rauch, sondern Wasserdampf der dort aufsteigt. Unten im Krater ist ein kreisförmiges Loch, aus dem dieser Wasserdampf aufsteigt. Man kann nicht sehen was dort unten lauert. Vielleicht ein Drache, der gerade kocht?
Der Bromo ist ein Stratovulkan. Der Berg besteht also aus Schichten von Lava, die immer wieder übereinander erstarrt sind. Wenn es gerade ruhig ist und keine Touris Lärm machen kann man den Vulkan hören. Es ist ein Rauschen, … wie Wasser.
Seit dem Ausbruch des Bromo im Oktober 2010 spuckt der Vulkan noch immer vereinzelt Aschewolken, daher ist der Aufstieg nicht immer erlaubt.
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Tiefe Spalten am Aufstieg zum Kawah Bromo.
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Der Gunung Batok.
Der etwa 2.400 Meter hohe ruhende Vulkan befindet sich in der Tengger Caldera neben dem aktiven Vulkan Bromo.
Die Caldera ist etwa vor 80.000 Jahren entstanden und seit den letzten 10.000 Jahren lebte die vulkanische Tätigkeit wieder auf. Es entstanden neue Vulkane in der Caldera, darunter auch der Batok.
Der Vulkan ist ein Aschekegel und seine Flanken sind durch Runsen geprägt, die durch die Erosion des Regenwassers entstehen. Sein Krater ist mit der Asche des aktiven Nachbarn Bromo fast vollständig gefüllt.
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Einige Besucher sind mit dem Pferd zum Kawah Bromo unterwegs.
(Ich liebe Pferde, aber ich reite nur sehr ungern. Ein sehr übles Erlebnis auf dem Rücken eines Pferdes hängt mir immer noch nach.)
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Der Hindutempel Pura Luhur Poten in der Caldera
Der Hindutempel Pura Luhur Poten hält einen ganz besonderen Wert für den Tenggerese Stamm, die in den Bergdörfern mit den Namen Ngadisari, Wonokitri, Ngadas, Argosari, Ranu Prani, Ledok Ombo und Wonokerso, am Bromo leben. Nach dem Niedergang des Majapahit Königreiches drängte es diese Menschen an den Rand der Vulkane. Die Unzugänglichkeit des Geländes war dann ihr größter Vorteil, sich gegen fremde Eindringlinge, vor allem gegen die Muslime und die Christen zu verteidigen.
Bis heute werden die Tenggerese Menschen vom Rest der Welt isoliert. Während die Mehrheit der Javaner sich dem Islam bekennen, lebt dieser einzigartige Stamm immer noch mit ihrem Hinduglauben in der alten Zeit des Majapahit Königreiches.
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Sehr schoene Aufnahmen ;}
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Nachdem wir das Plateau direkt unterhalb des Vulkans erreichen, beginnt für mich der schwerste Teil. Über 300 Stufen, die zum Teil unbefestigt und schon beschädigt sind geht es steil hinauf. Als Normaltourist soll man sich nicht überschätzen. Ich gehe es langsam und ruhig an und lege lieber eine Pause zu viel als zu wenig ein. Ich bin nicht mehr so gut in Form, wie ich es noch vor ein paar Jahren in Tibet, Bhutan oder Nepal gewesen bin. Oben angelangt erwartet mich dafür ein unvergessliches Erlebnis.
Dann der Abstieg und der Weg zurück zum Jeep. Für einige Augenblicke habe ich noch mal farbige Aufnahmen geschossen, einschließlich ein frisch vermähltes Brautpaar, das eigens für die Hochzeitsfotos zum Bromo angereist kam.
??? :-*
Am Nachmittag verlassen wir den “Sea of Sand”, denn der Tag ist noch nicht abgeschlossen. Die moslemische Familie unseres Freundes Arif erwartet uns zum Abend und wir müssen noch viele Kilometer fahren.
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Der “Sea of Sand” mit dem Kawah Bromo (rauchender Krater links) und dem Gunung Batok (rechts).
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Mit einer Höhe von 2.330 Metern über dem Meeresspiegel ist der Bromo-Vulkan nicht der höchste des Massivs, aber er ist der bekannteste und spektakulärste.
Sein Name ist abgeleitet vom hinduistischen Wort Brahma.
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Am Schlund des Vulkans.
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Der Gunung Batok in seiner vollen Pracht.
Der Vulkan ist die einzige inaktive oder schlafende Berg im Nationalpark des Bromo-Tengger-Semeru.
In der Java-Sprache bedeutet das Wort Batok "Kokosnuss-Schale". Die Bewohner glauben, dass der Vulkan Batok Tengger dem Aussehen einer Kokosnuss-Schale entspricht.
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Ein frisch vermähltes Pärchen zum Photoshooting im "Sea of Sand".
Ein sehr aufwendiges Photoshooting am Hochzeitstag.
{+
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Muslimische Touristen-Führer rufen nach ihren Gästen.
Die Betonpfosten dienen als Sperre für die Jeeps zum Weiterfahren. Der Weg 2 km lange Weg zum Krater ist nur zu Fuß oder auf dem Pferd erreichbar, die Jeeps müssen draußen warten. (Wahrscheinlich wegen der immensen Staubwolken den die Fahrzeuge sonst anrichten würden. Ein Tuch vor dem Mund zum Schutz ist auf jeden Fall sinnvoll.)
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Sehr schoen unfdinteressant, Wolfgang!
Da lese ich doch gern weiter mit....
Schoene Weihnachten fuer Dich, Salama und den ganzen Rest der Familie.
Wolfram
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danke @dolaeh, danke Wolfram, Eure Antworten auf meine Beiträge freuen mich und zeigen Euer tiefes Interesse an solch einer Reise.
Für mich ist die Bearbeitung der Fotos und der Kommentare eine nochmalige Reise durch die großartigen Ereignisse, die ich in diesen drei Wochen gewonnen habe.
Bis gleich und bis dahin
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Lieber Wolfgang,
da es Dich wohl nicht stört das Dein Bericht unterbrochen wird, auch von mir ein Dankeschön für die hervorragenden Bilder und den großartigen Reisebericht {*
Gruß Klaus
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Der Aufstieg auf dem Kawah Ijen (Ijen Krater) fiel leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, denn die mächtigen Regenwolken wollten sich nicht verziehen.
Trotzdem möchte ich die Bilder von unserer Tour dorthin setzen, zumal wir alle einen kleinen Trost fanden und trotzdem eine schöne Zeit hatten.
Somit setze ich noch ein paar Fotos von unserer Tour durch Ost-Java. {{
Wir fahren zur Nordküste nach Situbondo und zum Nationalpark Baluran und besuchen die dort ansässige Familie unseres Begleiters Arif.
Wie in fast allen moslemischen Häusern fielen uns die zahlreichen Kinder auf, denn an eine vernünftige Familienplanung ist im Islam nicht zu denken. Die Rate beträgt durchschnittlich 8 Kinder pro Familie, der Bevölkerungsnachwuchs steigt ins Immense. Die Kinder selbst haben ja keine Schuld, und man hat sie, wie überall woanders, auch sehr schnell in sein Herz geschlossen.
In Java stellen Muslime die Bevölkerungsmehrheit. Die Insel wurde im 15. und 16. Jahrhundert islamisiert, so dass heute rund 91 Prozent (!!!) der Javaner Muslime sind.
Java mit der Insel Madura hat 121,353 Millionen Einwohner auf nur 132.186 km², das entspricht 918 Einwohner pro km². Es ist somit das bevölkerungsreichste Gebiet der Welt. Das sind fast 59 % aller Bürger auf nur 7 % des gesamten indonesischen Staatsgebietes. Das jährliche Bevölkerungswachstum auf Java liegt bei 1,49 %.
Da sind Deutsche noch gut dran, mit 82,260 Mio. Einwohner auf 357.022 km² und 230 Einwohner je km².
(Aber wenn wir nicht aufpassen, könnte sich das schnell ändern, denn auch in D vermehren sich die Moslems in Windeseile.)
Meine Angaben entnahm ich aus dem Jahre 2005 und sind daher noch sehr untertrieben.
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Kinderreichtum in unserer befreundeten islamischen Familie von Muhammad Zaini.
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Spielende Kinder auf dem Anwesen unserer Gastgeberfamilie.
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Ein einfache Moschee im Dorf Kabupaten, Nordost-Java.
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Fischerboote am schwarzen Strand von Situbondo
Am Folgetag nehmen wir den Anlauf zum Ijen Krater, es wird ein verregneter.
:'(
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Bereits bei der Anfahrt zum Kawah Ijen sehen wir dicke Wolken im Bergmassiv hängen. Für beide von unseren Vulkantouren haben wir die falsche Saison gewählt, die Monate im Frühling wären bezüglich der Wettersicherheit besser gewesen. Doch unser ganzes Vorhaben eines spontanen Ausfluges nach Ost-Java ließ uns keine andere Wahl.
Der Versuch war es trotzdem wert, denn wir fahren und wandern durch eine dicht bewachsene Vulkanlandschaft und treffen die Schwefelsteinträger, die für ein paar Euro einen äußerst harten Job verrichten.
Am frühen Vormittag fahren wir alle zusammen zum auf 1.850 m hoch gelegenen Parkplatz Paltuding, dem Ausgangspunk zur Wanderung zum Ijen Krater. Die 90-minütige Fahrt dorthin führt uns durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Meine Kamera musste ich versteckt halten, denn die würde eine Extragebühr kosten, einen Zusatzbonus in die Taschen der Behörden. Schon in Paltuding treffen wir einen Schwefelsteinträger mit 65 kg auf der Schulter. Er bekommt 662 Rupien pro Kilo, also insgesamt 2,58 Euro. Meist geht er noch ein zweites Mal hoch, um die nächste Ladung Schwefelstein nach unten zu tragen, dann aber hat der Arbeitstag über 10 Stunden.
Einen kleinen Zusatzverdienst macht er beim Verkauf von gemeiselten Schwefelsteinskulpturen und Souveniers und für ein Fotoschuss gebe ich ihm gerne etwas extra.
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Das Canti Bentar (gespaltene Tor) zum Kawah Ijen Nationalpark.
(Wieder zeigt sich Hinuismus: Candi Bentar ist indonesisch und bedeutet "Tor zum Licht".
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Unterwegs zum Gunung Ijen.
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Ein Schwefelsteinträger am Ziel mit seinem Transport von 65 kg.
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Für das Tragen von 63 kg Schwefelstein zwei Stunden ins Tal 2,58 Euro Lohn.
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Der Aufstieg zum Kawah Ijen.
Noch haben uns die Regenwolken nicht erreicht und wir haben alle Hoffnung, sie würden vorbeiziehen.
Unser Wunsch sollte sich leider nicht erfüllen.
:'(
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Von Parkplatz Paltuding beginnt dein 3 km langer und ca. zweistündiger Aufstieg zum Ijen Krater. Der Höhenunterschied beträgt etwa 500 m. Da der Weg nirgends sehr steil ist meistern wir die erste Häfte des Aufstieges ohne Probleme. Immer wieder begegnen uns Träger mit ihren mit bis zu 70 kg schweren Körbe, gefüllt mit Schwefelbrocken. Auf halbem Weg befinden sich Wohnbaracken für die Arbeiter. Hier wird dann, das Gewicht des Innhalt der Körbe gewogen. Ich habe einmal versucht, so einen Schwefelsteintransport anzuheben. Unmöglich, damit aufzustehen, geschweige denn auf der Schulter nur einige Meter zu tragen. Diese Männer machen es täglich und laufen mit der Last ohne Unterbrechung bis zu einer Stunde.
Die gelben Schwefelsteine werden zur Herstellung von Bleichmitteln, aber auch für Streichholzköpfe verarbeitet. Die meisten Männer, die hier im Kawah Krater arbeiten sterben früh, denn der Schwefeloxidrauch verwandelt sich beim Einatmen in schweflige Säure, die die Lunge zerfrisst. Die Männer können pro Tag maximal 2 Körbe abbauen und zum Parkplatz Paltuding runter tragen. Dies ergibt pro Tag ca. 5-6 Euro Verdienst. Da die Männer aber immer wieder ihre Wunden auf der Schulter ausheilen lassen müssen, verdient ein Träger hier im Durchschnitt etwa 120-150 Euro im Monat - für knallharte Arbeit.
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Schwefelsteinträger auf dem Weg zum Parkplatz Paltuding.
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Für eine Rast wird der Transport kurz abgestellt.
Zur Identifizierung und um Verwechslungen zu vermeiden, werden neben den Körben Notizen geschrieben.
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Einen Versuch, so einen Last anzuheben, muss ich sehr schnell wieder aufgeben!
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Ein heftiger Regenguss zwingt uns zur Umkehr.
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Am Fuß des Vulkans wird es wieder heller und schon wenige Kilometer weiter scheint die Sonne.
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Andenken für seine Freundin oder die Liebe zuhause, gemeiselt in Schwefelstein.
Im nächsten Beitrag setze ich ein paar Fotos, die nicht von mir stammen, aber offensichtlich nicht urheberrechtlich geschützt sind.
Sie zeigen den Krater und die Arbeit am Schwefelsteinbruch.
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Wie ich bereits angekündigt habe, sind die folgenden vier Fotos nicht von mir. Der letzte Tag von unserem Ausflug nach Ost-Java endet im starken Regen. Triefend nass müssen wir nach eineinhalb Stunden den Aufstieg zum Krater abbrechen und umkehren. Wir würden den Krater nur im Nebel und in der Wolkendecke sehen. Der Pfad war schnell durchnässt, rutschig und damit eine zusätzliche Gefahr geworden.
Der Kawah Ijen ist ein Stratovulkan mit einer Caldera von 16 km Durchmesser. Der Einbruchskrater zählt mit diesem Durchmesser zu den Großcalderen. In ihm entstanden neben dem Kawah Ijen noch 8 weitere Vulkane. Der Calderaboden bildet eine Hochebene, das so genannte Ijen-Plateau, das wir zu erreichen versuchten. Die Vulkane des Ijen-Plateaus zählen zu den hoch explosiven Subduktionszonen-Vulkanen.
In Verbindung mit starken Regenfällen oder mit phreatischen Eruptionen des Kawah Ijen kam es hier in der Vergangenheit immer wieder zu Laharen. Diesen Schlammströmen fielen in den benachbarten Ortschaften bereits zahlreiche Menschen zum Opfer.
Lahare (der Begriff stammt aus dem Indonesischen) werden Schlamm- und Schuttströme bezeichnet, die aus einem Gemisch aus Wasser und vulkanischen Lockerstoffen (Tephra) bestehen. Im Jahre 1976 starben bei einer solchen Eruption 49 Schwefelarbeiter. Besonders durch phreatischen Eruptionen werden sehr viele saure Gase freigesetzt, die große Schäden an der Vegetation verursachen. Natürlich schädigen diese ätzenden Dämpfe auch die Lungen der Minenarbeiter, die alle keine lange Lebenserwartung haben.
(Eine phreatische Explosion ist eine vulkanische Explosion, die aus einer Wasserdampfexplosion im Zusammenhang mit magmatischer Tätigkeit resultiert.)
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Der Kratersee des Kawah Ijen.
Im fast 300 m tiefen Krater befindet sich nicht nur ein 180 Meter tiefer Säuresee, sondern auch ein mächtiges Fumarolenfeld.
Als Fumarolen werden Öffnungen bezeichnet, aus denen vulkanische Gase an die Erdoberfläche dringen.
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Fumarolen am Ijen Krater.
Die Temperaturen fumarolischer Gase variieren zwischen ca. 1000° C bis zu unter 100° C.
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Der Abbau des Schwefels erfolgt dann auf einfachste Weise:
Die Minenarbeiter brechen ihn mit Eisenstangen heraus und tragen ihn in Körben aus dem Krater zum drei Kilometer entfernten Parkplatz Paltuding. Dort wird der Schwefel gewogen und verladen. Pro Ladung fördern die Schwefelarbeiter bis zu 70 kg Schwefel für den sie ca. 2,50 - 3 Euro bekommen. Mit viel Glück schaffen sie 2 Fuhren pro Tag.
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Schwefelsteinträger auf dem Weg vom Krater.
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Die Vulklangruppe Ijen - Raung.
Im Südwesten der Ijen-Caldera, außerhalb des Calderarandes, mit diesem aber verbunden durch den 2950 m hohen älteren erloschenen Vulkan Gunung Suket, erhebt sich der höchste Berg des Ijen-Komplexes, der 3.332 m hohe Gunung Raung.
Die Vulkangruppe ist ständig von mächtigen Regenwolken umgeben.
Für uns ist dies der Abschluss unserer eindruckvollen Tour in Ost-Java. Noch am selben Abend geht es zurück nach Bali, wo ich noch weitere 16 Tage verbringe.
Wenn Ihr wollt berichte ich mit weiteren Beträgen in diesem Thread.
:]
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Klasse Bericht
tolle Fotos
bitte weitermachen
LG Jürgen
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Selamat datang di Bali
Ja, ich habe noch eine Menge Fotos in meiner Kamera, die ich unter und über Wasser geschossen habe.
Nach unserer Tour in Ost-Java bereiste ich Bali abseits aller üblichen Touristenziele, querfeldein zu schönen, idyllischen Plätzen.
Mein Freund Anom und sein Vater I Made Kardita führte mich in die königliche Familie und zu seinem Großmeister der Maskenherstellung, I Wayan Tanggu.
Nach einer kleinen Verschnaufpause nach den Feiertagen komme ich wieder, bis dahin danke und grüße ich alle, die an meinem Reiseberichten ihre Freude haben.
:]
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Danke für deine immer sehr interessanten Berichte ;}
Riechen solche Souvenirs aus Schwefelstein nicht sehr unangenehm und stark???
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nein, lieber @schiene, das Mitbringsel aus Schwefelstein für meine liebe Frau zuhause riecht wie ein normaler Stein aus der Isar. Mit Romadur oder Harzer Käse nicht zu vergleichen.
Schwefelwasserstoff riecht übel nach faulen Eiern und ist außerdem sehr giftig. Schwefelwasserstoff entweicht u..a. aus den Fumarolen am Ijen Krater und wird unweigerlich von den Minenarbeitern und Schwefelsteinträgern eingeatmet. Es hat die Eigenschaft, die Geruchsrezeptoren zu betäuben, wodurch eine Erhöhung der Konzentration nicht mehr über den Geruch wahrgenommen wird. Lähmung der intrazellulären Atmung und damit verbundene Todesfälle sind bei diesen Arbeitern keine Seltenheit.
Aber dieser Stein ist vollkommen geruchlos. Er eignet sich vorzüglich zum Einreiben bei Hautausschlägen und auch zur Behandlung von Neurodermitis. In Verbindung mit reinem Wasser löst er sich nur schwer und ganz oberflächlich.
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Zwei Schildkröten aus Schwefelstein als Mitbringsel.
Der Schwefelstein eignet sich vorzüglich zur Behandlung von gewissen Hautkrankheiten und -ausschlägen.
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Umbedingt weiter machen ;}
Es gibt nichts ehrlicheres als ein Kinderlachen....
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Du sprichst mir aus der Seele, liebe @dolaeh, die offene, warmherzige, fröhliche, ehrliche Begegnung der Menschen führt mich seit fast vier Jahrzehnte immer wieder auf diese Insel. Die Balinesen können sehr stolz auf ihre Eigenschaft sein. Lächeln bedeutet hier mehr, als das sonst nur gewohnte "Sunshineface" mit falschem Hintergedanken.
Die beiden Mädchen aus dem Dorf Gianyar heißen Ni Luh und Nengah.
(Ni Luh ist ein erstgeborenes Mädchen, Nengah die Zweitgeborene.)
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Selamat jalan sampai berjumpa lagi.
Auf ein sicheres Wiedersehen, das man sich gegenseitig verspricht und nicht einfach nur dahersagt.
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Zurück auf Bali.
Es bleiben mir noch 16 Tage, die ich in der Kommune meiner befreundeten Familie Sari verbringe und immer wieder Ausflüge zu schönen idyllischen Plätzen starte. Auf Bali findet man noch eine Menge davon.
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Vor dem privaten Tempel der Kommune meiner Freundin Mayang Sari.
Der Ort an dem die Bewohner des Anwesens mehrmals täglich zu den Göttern und Dämonen beten.
Ich berichte in meinen nächsten Beiträgen über eine Fahrt nach Belulang, einen relativ unbekannten Ort mit einer sehr heißen natürlichen Thermal-Quelle.
Dann geht es wieder nach Tulamben, wo ich schon mehrmals das Wrack des versunkenen US Versorgungsschiffes USAT Liberty betauchte und immer wieder neue Unterwasserszenen erlebe. Einige Unterwasserfotos habe ich wieder parat.
Schließlich fahren wir drei Tage nach Menjangan, ganz im Nordwesten von Bali. Eine Insel mit hunderten Rehen und Hirschen (Menjangan = Hirsch auf indonesisch) und einer traumhaft farbigen Unterwasser-Korallenlandschaft. Von dort kommen einige meiner Bilder, die ich unter Wasser mit meiner einfachen Damenhandtaschen-Kamera FUJI F31fd schießen konnte.
Heute und morgen gehts in die Provinz Tabanan, nach Menguwi und zu den heißen Quellen von Belulang.
Entlang den Landstraßen auf Bali schmücken links und rechts Penjor-Stangen die Hauseingänge und geben dadurch ein ständiges farbenprächtiges Bild ab.
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Der Penjor ist eine hohe, gebogene Bambusstange mit Kokosblättern und einem Übermaß an Verziehrungen. Er ist für die Hindus auf Bali ein wichtiger Bestandteil für ihre Zeremonien und Jubiläumsfeiern in ihren Tempeln.
Das bekannte hinduistische Sri Jaya Kasunu Manuskript der Balinesen schreibt fest, dass ein Penjor den Mahameru, den Berg der Berge symbolisiert. Der Berg selbst ist das Symbol des Universums. Daher ist ein Penjor für die Balinesen gleichbedeutend mit dem höchsten und heiligsten Berg und Vulkan auf Bali, dem Gunung Agung,.
Während der Galungan Feste, errichtet jede Familie einen Penjor außerhalb ihres Tores oder Hauseinganges, was dann durch die unzähligen Girlandenstangen die ganzen Straßenzüge prächtig schmückt.
Candi Bentar das gespaltene Tor
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Das große, kunstvoll geschnitzte oder gemeiselte Eingangstor vor jeder Tempelanlage, am Ein- und Ausgang eines Dorfes oder einer großen Stadt, ist normalerweise ein Split-Gate, auf Bali als Candi Bentar bekannt. Es ist in der Regel auf beiden Seiten mit Statuen von Tempelwächter bewacht.
Zu dieser Art von Tor gibt es eine Legende: Als in mythischer Vorzeit der Berg Mahameru, Sitz aller hinduistischen Götter, nach Bali transportiert wurde, zerfiel er in zwei Teile. Aus diesen entstanden die Berge Gunung Agung und Gunung Batur.
Das Candi Bentar symbolisiert die beiden Hälften des Berges Mahameru (Großer Meru).
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Belulang hot springs
In diesem und in nächsten Beitrag fahre ich zu einer nicht sehr bekannten heißen Thermalquelle, die man aber von Sanur, oder Ubud aus bequem an einem Nachmittag erreichen kann: die Belulang hot springs. Die Landschaft ist umwerfend! Leuchtend grüne Reisfelder überall. Einfache Behausung der anliegenden Reisbauern. Ein kaum befahrener Holperweg führt zu einem Parkplatz unweit der Quelle.
Der Ort ist nicht leicht zu finden. Wir müssen uns mehrmals durchfragen, bis wir den richtigen Feldweg zum Ort Belulang finden. Aus diesen Grund wird kaum mit einem Ansturm von vielen Toruisten zu rechnen sein. Solche Umstände selektieren immer die Anzahl der Besucher, denn wenn ein Ort nicht so leicht zu erreichen ist, kommen keine Massen.
Belulang liegt in der Provinz (auf Bali sagt man Regentschaft) Tabanan im Distrikt Penebel auf dem Weg nach Mengesta, aber wenn man den Feldweg verpasst, sucht man die heiße Quelle vergeblich. Kein Hinweisschild weit und breit.
Das heiße Wasser kommt aus der Mitte der weiten Reisfeldern. Somit ist dieser malerische Ort sehr einzigartig, weil das Wasser nicht zu heiß und nur mit sehr wenig Schwefelgeruch aus der Erde kommt. Das heiße Quellwasser kommt aus einem nahegelegenen Tempel, dem Pura Beji und fließt aus dem Tempelbereich direkt in einen Teich. Ein anderer Zufluss füllt aus Keramikausläufen einen kleinen Pfuhl. Der Mineralgehalt des Quellwassers ist sehr hoch. Deshalb glaubrn die Einheimischen und von auswärts kommenden Besucher, mit einem ausgiebigen Bad verschiedene Hautkrankheiten heilen zu können.
Das Auto lassen wir auf einem Parkplatz stehen. Es ist noch ein halber Kilometer zu den Hot Springs, aber der farbenprächtige Spaziergang zu den Quellen hätte auch länger und weiter sein können. Am Eingang zum Thermalbad steht wieder das gespaltene Tor und bittet zum Eintritt in einen heiligen Bereich.
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Um den heiligen Ort Belulang rundherum nur Reisfelder.
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Die Provinz Tabanan ist bekannt für seine wunderschönen Terrassen.
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Weg zum Eingang zur heiligen Thermalquelle.
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Pfuhl mit heißem Quellwasser.
Das Wasser ist erträglich warm und hat kaum einen Schwefelgeruch.
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Aus Keramik-Ausläufen läuft das Thermalwasser in den Pfuhl.
Man kann sich vom Wasserstrahl herrlich massieren lassen.
Manche Besucher stehen oder sitzen eine Ewigkeit unter der Warmdusche.
??? {-- ;]
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Von Belulang nach Ubud
Einzigartige Reisterrassen überall. Die grünen Reisfelder – so sagt man - sind die Himmelstreppen der balinesischen Götter. Die Bewässerungs- und Anbautechnik der balinesischen Reisbauern gelten bis heute als unübertroffen. Das komplexe System leitet Wasser aus den Vulkan-Bergen, wie hier in Belulang, über kunstvoll angelegte Wassergräben von einer Terrasse zur nächsten. Im Süden von Bali sind bis zu drei Ernten pro Jahr sind möglich.
Über Land fahren wir nach Ubud, denn ich habe den Auftrag eines Freundes in Spanien, bestimmte Glasskulpturen herstellen zu lassen. Ubud ist das Zentrum der Künstler und Kunsthandwerker. Man ist erstaunt, welche Vielzahl an unterschiedlichen Handwerk in dieser kulturellen Stadt angeboten wird und auf welche neue Kaufideen man kommen kann.
Diese Glasskulpturen sind ein Beispiel, dass es in Ubud nicht nur Schnitzereien, Gemälde, Batik, Keramikwaren, Stickereien, und Silberschmiede gibt, sondern das die Vielfalt der Angebote von Kunsthandwerk noch viel weiter geht.
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Reisterrassen im Gegenlicht aus der Sicht vom Thermalbad ...
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… und in einem anderen Blickwinkel.
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Das Dorf Belulang inmitten der Reisfelder.
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Fahrt nach Ubud.
Über den Verkehr auf Bali ließe sich ein eigenes Kapitel schreiben.
Kleinmotorräder überall. Der Straßenverkehr hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.
Gekämpft wird um jeden Meter - und die Polizei hat immer recht. Verglichen dazu ist Thailand ein Musterland.
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Bunga Idah Ratnawati und Ni Wayan Joni, die Herstellerin von bemerkenswerten Glasskulpturen.
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Vermittlungsauftrag aus Spanien für eine Herstellung von diesen Glasskulpturen. Der Transport ist äußerst problematisch. Auf die Verpackungskünste der Transportunternehmen sollte man sich nicht verlassen.
Hinter entsprechenden Licht geben diese Skulpturen, mit den zahllosen kleinen Glasbläschen, einen ganz besonderen Lichteffekt ab.
Vielleicht habe ich in diesem Beitrag so manchen Reiselustigen auf neue Gedanken gebracht, einmal einen Einkauf ganz besonderer Art zu tätigen. Das Handwerk auf Bali kennt keine Grenzen der Vielfalt.
Einmal mehr berichte ich demnächst über den heiligen Ort Tirtha Empul, den ich schon letzten Mai besucht hatte.
Diesmal bin ich als Pilger voll dabei.
:)
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Meiii, wenn ich diese Bilder sehe, schmilzt mein Herz :-*
Ubud war mir bei jedem Baliurlaub einen Besuch mit Uebernachtungen wert. Uebernachtet haben wir immer in einer Bungalowanlage in einem kleinen Tal in der Naehe mit einem in Fels gehauenem Schwimmbad und teils in den Fels plazierten Tennisplatz. Das Besondere waren aber die aufgehaengten Figuren mit uebergrossemn Phallus. Den konnte man herausziehen und damit auf die Figur einschlagen. Die Angestellten dieser sehr weitlaeufigen Anlage hatten ein so feines Gehoer, dass sie genau wussten, von welchem Bungalow (Bewohner) sie gerufen wurden.
Gekauft habe ich auch immer einiges, unter anderem zwei solche Schach.
(https://lh6.googleusercontent.com/-YxI-WxGjTWs/UsFTckV-xhI/AAAAAAAACm8/KFjJfl_vve0/s640/BILD0002.JPG)
Eines habe ich mit nach hier genommen, wo ich allerdings keine Spielgegner habe. Gegen solche habe ich mit diesem mehr Zier-denn Spielschach in Tirol auch gegen weit bessere Spieler gewonnen, da die sich hauptsaechlich darauf konzentrieren mussten, zu eruieren, welche Figur WAS ist.
Leider sind meine meisten Indonesiendias (auch Videos) verlorengegangen bzw. wurden vom ungesunden Klima hier zerfressen, deshalb:
Bitte lass dich mit vielen weiteren Fotos (und Text) nicht lumpen ;}
fr
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Danke franzi, aber wenn ich noch mal weiter denke, was ich in und um Ubud noch so einiges Kuriose entdeckt habe! Da schlägt auch mein Herz wieder höher:
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Auch das ist ein Kunstwerk, das ich in der Nähe von Ubud in der Garage des royalistischen Anwesens gesichtet habe.
Der Hintern auf dem Hintern. Damit hätte so manch einer seinen Spaß, damit herumzufahren.
:) :D ;]
(hoffentlich fällt mein Foto nicht unter die Zensur, he he)
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hoffentlich fällt mein Foto nicht unter die Zensur, he he
nee, nee, dieses Hinterteil bleibt hier erhalten C--
Uebrigens kann ich mich dem Franzi nur anschliessen, auch ich sehe mir immer wieder gerne deine Bilder an.
Leider habe auch ich die allermeisten Bilder von meinen ausgiebigen Indonesientrips, damit auch saemtliche Bilder von Bali, verloren :'(
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Ein heiliges Bad in Tirtha Empul
Schon einmal habe ich über die heiligen Quellen von Pura Tirtha Empul berichtet, diesmal bin ich voll dabei.
Etwa 15 km nordöstlich von Ubud, direkt bei den Königsgräbern von Gunung Kawi befindet sich dieser sehenswürdige Ort, den jeder Balibesucher auf keinen Fall auslassen sollte. Das Quellwasser des Tempels gilt als heilig und wird für rituelle Waschungen benutzt. Diese Tatsache macht Pura Tirtha Empul zu einem der meistbesuchten Wallfahrtsziele auf Bali.
Im Dezember 2007 besuchte Kanzlerin Angela Merkel die Insel Bali, um auf der damaligen Klimakonferenz teilzunehmen. Merkel war oberhalb der heiligen Quellen von Tirtha Empul in einer großen modernen Villa, erbaut 1954 vom damaligen Präsident Sukarno, untergebracht. Ob das heilige Bad die Klimakonferenz im Dez. 2007/Jan. 2008 positiv beeinflusste steht im Zweifel, genauso, ob Merkel jemals ein heiliges Bad benützte.
??? {--
Vielleicht wäre dann alles anders ausgegangen, wenn alle Teilnehmer ein heiliges Bad genommen hätten. Die USA hatte den positiven Ausgang der Konferenz verhindert, denn die waren am Bad nicht interessiert. Schließlich konnten sich die 187 Teilnehmer-Länder auf der Konferenz zum Klimaschutz nicht einigen, und Merkel konnte auch nichts mehr ändern.
{-- :D
Ich gehe mit meiner balinesischen Familie in einen Umkleideraum, um nur in die notwendige Badebekleidung zu wechseln. Badehose, Sarong Gürtel und Kopfbedeckung. In charmanter Begleitung von mehreren Damen steige ich in den Pfuhl, nehme Gunggus in meinen Arm und begebe mich von Ausguss zu Ausguss, und wieder zum nächsten Ausguss und lass uns beide, Gunggus und mich, voll und ganz berieseln. Dabei hat jeder Wasserstrahl eine ganz spezifische Wirkung, wobei heutzutage die genaue Zuordnung jedes einzelnen Ausgusses nicht mehr genau bekannt ist. Wer also auf Nummer Sicher gehen möchte, der führt unter jedem Ausguss ein kleines Reinigungsritual durch.
Nur den Vorletzten darf man nicht benützen, rief mir im rechtzeitigen Moment die Freundin Mayang zu. Dieser ist für die Gläubigen bestimmt, die vom Leben Abschied nehmen wollen.
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Mutter Ni Ketut Mukra, Mayang, Sohn Gunggus und ich vor dem Eintritt in den Pura Tritha Empul.
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Begleitung von charmanten Damen zur heiligen Quelle.
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Balinesische Hindugläubige vor dem Besuch zur heiligen Quelle.
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Die vielen Ausgüsse des heiligen Quellwassers haben heilende und reinigende Wirkung.
So kommen gläubige Hindus aus allen Teilen Balis hierher um sich spirituell zu reinigen oder um Krankheiten zu heilen.
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Nur der vorletzte Ausguss wird von allen gemieden.
Dieser ist für gläubige Hindus bestimmt, die mit ihrem Leben abschließen wollen.
Von mir selbst konnte man kein Foto schießen, als ich mit Gunggus von Ausguss zu Ausguss trat und mich vor jedem Wasserstrahl erst einmal anstellen musste.
Aber die reinigende Prozedur hat Wirkung gezeigt, denn hinterher fühlt man sich fast wie neu geboren.
Nach dem heiligen Bad ist ein Gang in den heiligen Hofbereich unerlässlich, um sich dort vom Hohepriester, dem Pedanda, segnen zu lassen.
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Im heiligen Bereich von Tirtha Empul
Tirtha Empul ist die balinesiche Übersetzung für "sprudelndes Wasser". Die Quelle des heiligen Wassers kommt direkt von einem der großen Vulkane und versiegt selbst in Zeiten größter Trockenheit nicht. Der Legende nach wird von einem mächtigen König namens Mayadenawa erzählt. Er missbrauchte seine Macht und unterdrückte die Menschen (wohl vergleichbar mit gewissen derzeitigen Situationen?). Ein Hohepriester rief darauf hin den Hindugott Indra, der gegen Mayadenawa ins Feld zog und ihn - fast - besiegte.
In einer Nacht schlich sich aber Mayadenawa ins gegnerische Lager ein und vergiftete das Trinkwasser. Die daran erkrankten Soldaten wurden dadurch kampfunfähig. Der Hindugott Indra schuf dann diese heilige Quelle, um die Soldaten wieder zu heilen, um den Kampf fortsetzen zu können.
Der Monarch Mayadenawa wurde schließlich doch getötet. Gott Indra traf ihn, bevor sich der machtgierige König in einen Stein verwandeln konnte.
Der Kampf zwischen Mayadenawa und Indra ist typisch als balinesische Metapher. Der Kampf zwischen Gut und Böse bei der keine der beiden Seiten zu 100% gewinnen kann. Und so scheint es auch stets in der Realität abzugehen, egal wann, wie und wo auf dieser Welt. ???
Im hinteren Bereich des Tempelkomplexes befindet sich der heilige Hof, ein Zutritt für Touristen ist normalerweise nicht möglich, aber jeder (auch ein Muselmann oder eine Muslima!) ist willkommen um hier zu meditieren und sich den Segen des heiligen Hohepriester, dem Pedanda, geben zu lassen. Die Männer sitzen im Schneidersitz, die Frauen und Mädchen müssen knien und das tut auf die Dauer ganz arg weh! >:(
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Der ganz hintere Teil ist der Wohnbereich der Priester. Ein kunstvolles Gartentor verschließt uns leider einen Zugang. Die Swastika (Hakenkreuz) zeigt die richtige Balance in einer glücklichen Beziehung. Die Swastika spielt in der balinesischen Mythologie ein bedeutende Rolle und hat in keinster Weise einen Bezug auf das üble Emblem der verabscheungswürdigen Nazi-Regierung.
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Eine balinesische Familie erhält den Segen des Pedanda.
Als Dazugekommene setzen wir uns hinter die Familie, und keinesfalls vor sie.
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Der heilige Bereich im Tempelbezirk, zugänglich für alle die sich einen Segen geben lassen wollen.
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Auch moslemische Besucher trifft man im heiligen Bereich sehr häufig an. Einen Unterschied an Religionen gibt es bei den Priestern nicht.
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Der vordere Bereich des Tempelbezirkes besteht aus einem Pfuhl, gefüllt mit dem Wasser der heiligen Quelle und hunderten Koifischen (japanische „Brokatkarpfen“).
Die nächste Station führt uns nach Klungkung, dem Ort, wo ich im Jahre 1978 vier Wochen verbrachte. Aus einem Ort wurde eine große Stadt, aber der wunderschöne Klungkung-Tempel blieb unverändert.
:-)
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Klungkung und die Kerta Gosa
Noch am selben Tag reicht die Zeit für einen Abstecher nach Klungkung, eine kleine Stadt mit etwa 20.000 Einwohner in der gleichnamigen Provinz.
Als ich im Nov. 1978 ganze vier Wochen in Klungkung wohnte, lebte ich in einem balinesischen Dorf, heute ist es eine kleine Stadt geworden und immer wieder für einen Ausflug wert.
Touristenströme bleiben meist aus, denn Klungkung steht außerhalb der vielbesuchten Touristenattraktionen. Schon die Fahrt dorthin führt uns durch eine farbige Landschaft quer durch typisch balinesische Reisfelder, in denen immer wieder zahllose Störche und Reiher aufflattern. Man sollte unbedingt ein bisschen mehr Zeit mitbringen, denn diese Idylle muss man länger genießen.
Wer nach Klungkung kommt, besucht den ehemaligen Obersten Gerichtshof Kerta Gosa und den Klungkung Palast.
In der Mitte der Stadt weist die Kerta Gosa auf die historische Bedeutung dieses Ortes hin. Klungkung ist die ehemalige Residenz von Balis Aristokratie, der Gelgel-Dynastie (15.-17. Jahrhunderts), die 300 Jahre lang über die Insel herrschte. Höhepunkt der Besichtigung ist schließlich der alte, zu Beginn des 18. Jahrhundert erbaute königliche Justizpalast (Kerta Gosa genannt). Er diente auch noch zu Beginn der holländischen Herrschaft im 19. Jahrhundert als oberster balinesischer Gerichtshof.
Wenn man die restaurierten Wandgemälde in der Kerta Gosa genau betrachtet, wirds einem ganz schön mulmig. Streng waren damals die Strafen im Falle einer Verurteilung, und Furcht und Schrecken flößen diese Deckenmalereien ein. Sie erinnern an apokalyptische Darstellungen in der christlichen Kunst:
Frauen, die beim Gang durch das Feuer in die Gesichter ihrer abgetriebenen Säuglinge schauen,
Ehebrecher, denen die Genitalien abgebrannt werden,
oder Diebe, die in Kesseln mit siedendem Öl einen qualvollen Tod erleiden.
Die oberen Reihen dagegen zeigen die Freuden des Himmels, die diejenigen erwarten, die ein gutes Leben führen.
Ich wundere mich immer wieder aufs Neue, warum es weltweit so viele böse und extrem schlechte Menschen gibt, wenn doch stets deutlich gezeigt wird, was mit denen geschieht - im Leben oder danach.
???
Mehrere Geschehnisse, wie auch die Plünderung eines gestrandeten Schiffes, führten 1904 bis 1906 durch das militärische Vorgehen der Niederländer zum Untergang dieser Dynastie. Die lokale balinesische Elite wählte einen letzten Aufstand gegen die Niederlande, der aber misslang. Der selbst ernannte damalige König Dewa Agung Jambe II und die Mitglieder seiner Familiendynastie setzten sich aus dem Palast ab und endeten in einem Massenselbstmord, einen Puputan. Der letzte Kampf in voller Verzweiflung, der am 18. April 1908 stattfand, setzte sich bis zum Tod der letzten Kämpfer fort. Frauen und Kinder eingeschlossen.
Das sind schaurige Geschichten, die man über Balis Vergangenheit erzählt bekommt. Heute ist Bali eine Insel mit einer liebenswerten Gesellschaft, die man immer wieder gerne trifft und die man sehr schnell in sein Herz einschließt. Da denkt man nicht an das, was hier die Bilder zeigen, wie es einmal gewesen sein soll.
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Über Land querfeldein an Reisfeldern vorbei, wo Störche und heilige Petulu Reiher aufflattern.
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Eine Stoffverkäuferin am Eingang des Klungkung Palastes.
Das Batikhemd war nur halb so teuer, wie in Kuta oder Legian.
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Der Palast von Klungkung die Kerta Gosa in der Mitte eines Lotus-Teiches.
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Das gespaltene Eingangstor zur Kerta Gosa
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In der Kerta Gosa wurde einst höchstes Recht gesprochen.
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Deckenmalerei in der Kerta Gosa
Am Folgetag fahre ich zu x-ten Mal nach Tulamben und habe all meine Tauchsachen dabei.
Auch wenn ich immer wieder von der selben Stelle aus starte, jeder Tauchgang ist ein anderer und das Wrack der USAT-Liberty ist 125 Meter lang.
Etwa drei Viertel des Schiffrumpfes hätte ich noch vor mir.
Ich hatte bereits darüber berichtet
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=14280.75
doch jetzt gibs neue Fotos von über und unter Wasser.
:]
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Tulamben, das {:} Paradies für Taucher
Bali hat bedeutend mehr zu bieten als die meisten Reiseführer schreiben. Die wundervolle Landschaft der Vulkaninseln mit üppiger tropischer Vegetation und unzähligen wildlebenden Tieren (später ein Beitrag über Menjangan), die beeindruckende Architektur der balinesischen Tempel und Häuser, die von Surfern aus aller Welt so geschätzen Strände sowie der Charme und die Freundlichkeit der Balinesen allein sind beinahe schon zu viel des Guten für den normalen Touristen.
Und Tulamben ist ein Ziel, das ich immer wieder in mein Programm setze, wenn ich nach Bali komme. In meinem vorletzten Bericht habe ich bereits über dieses Tauchparadies berichtet, diesmal schreib ich weiter. Die Bedingung sind ideal, man erreicht es von Denpasar aus in etwa 2 Stunden, vorbei am Fuß des mächtigen Vulkans, den Gulung Agung.
Man startet seine Tauchgänge vom Strand aus, braucht also kein Boot zu mieten. Keine behördliche Abzocke von Tauchgebühren, die vom Farang das Zehnfache verlangen. Ein nettes Cafe, wo die (nichttauchenden) Angehörige kurzweilig ihre Wartezeit verbringen können und ein malerisches Resort, namens Puri Madha, wo man für 20 Euro eine tolle Bleibe findet.
Doch für Strandurlauber eignet sich Tulamben eher nicht, denn der Strand ist steinig und tut an den Fußsohlen weh. Nach dem Einstieg ins Wasser geht es gleich in die Tiefe und ist somit für planschende Badeurlauber nicht so toll. Wir Taucher und die Schnorchler jedoch sind dann gleich am Wrack der USAT Liberty. Die Sicht und seine Weite ist für die Verhältnisse unter Wasser phänomenal. Kurz gesagt: Eine Entdeckung für den Sporttaucher, welcher neben außergewöhnlichen Abenteuern unter Wasser auch noch die angenehme Atmosphäre eines komfortablen und gut organisierten Tauch-Resorts abseits der Masse erwartet.
Strandurlauber sollten lieber nach Amed fahren, wo stellenweise ein schöner dunkler Sandstrand viel bequemer zum Baden einlädt. Amed liegt ein wenig vor Tulamben, abseits der Hauptstraße zur Nordküste Balis.
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=14280.75
(http://farm6.staticflickr.com/5476/11584268914_e40a9cfe3b.jpg)
Am Strandufer von Tulamben.
(http://farm4.staticflickr.com/3795/11584143853_5709294b34.jpg)
Beach Bungalows Puri Madha,
da ist man nur ein paar Meter vom Einstieg zum Schiffswrak entfernt und wohnt in einem prachtvoll angelegten Resort für wenig Geld.
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Der steinige Einstieg zum Tauchplatz und zum Wrack der USAT Liberty.
Mit der Flasche am Rücken und 9 kg Blei am Gürtel ist das (für mich) immer eine schmerzhafte Begleiterscheinung.
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Manche Anghörige, Badeurlauber und Taucher während ihrer Oberflächenpausen machen es sich auf dem steinigen Untergrund bequem.
Ich nenne sie "Urlaubsfakire." ;]
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Zu Ausflügen zu anderen Riffs und Tauchplätzen bieten sich jederzeit Auslegerboote an. Etwa 30 US$ für den Tag.
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Vor dem Strandcafe können wir Taucher an Steintischen bequem die Ausrüstung ordnen und den Neopren anziehen.
Ein kleiner Nachteil sei nicht unerwähnt. Tulamben schein ein Regenloch zu sein, denn jedes Mal vorher hatten wir einen klatschnassen Einstieg ins Wasser, was heißt, wir waren schon vorher nass. Einmal brach ich mir die große Zeh, als ich auf den nassen, spiegelglatten Bodenfliesen ausrutschte und der Korb mir samt Bleigewichte auf den Fuß fiel. Ich ging lädiert noch zweimal Tauchen und den Tag darauf im Gips.
:'(
Diesmal haben wir Glück und die Sonne gegrüßt uns jeden Tauchtag. Die Farben unter Wasser sind bei Sonnenschein viel schöner, auch wenn der Regen beim Tauchen sonst wenig ausmacht.
Mit meiner Fuji F31fd fotografiere ich viele Bilder unter Wasser, obwohl sich die Kamera mehr für eine Damenhandtasche eignet.
Demnächst in diesem Tauchtheater.
C--
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Wolfgang, Du bist ein Meister herrlicher, sehr vielseitiger und enorm informativer Reiseberichte, bei Denen man auch als eigentlich Außenstehender das Gefühl bekommt, ein bisschen dabei zu sein.
;} {* [-]
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Dem will ich mich gerne anschliessen ;}
Eine willkommene Abwechslung vom gelb/roten Foren-Alltag.
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Unter Wasser am Wrack der USAT Liberty
Von den vielen Fotos, die ich mit meiner Fuji F31fd unter Wasser geknippst habe, kann ich nur einige posten, es würde sonst den Rahmen des Berichtes sprengen. Die kleine Handtaschenkamera liefert für die extremen Verhältnisse unter Wasser erstaunlich befriedigende Ergebnisse. Für die Investition einer Unterwasser-Kamera- oder Video-Ausrüstung gibt es nach oben keine Grenze. Wehe man macht nur einen kleinen Fehler beim Einsetzen des O-Ringes oder bei der Wartung des UW-Gehäuses, dann sind schnell einmal ein paar Tausender in den Sand gesetzt.
Mein mehrjähriger Tauchpartner Michael ist ein Profi und produziert Aufnahmen mit einer Qualität, wo ich mit der Fuji noch weit entfernt liege.
Die USAT Liberty ist bekannt als eines der am leichtesten zu betauchenden Wracks in der Welt. Das Tauchen zum Schiffswrack ist ein Strandtauchgang, da der Rumpf nur ungefähr 30 m vom Strand entfernt liegt. Der flachste Teil beginnt bei ungefähr 3 m, was sogar Schnorchlern erlaubt, einen Blick darauf zu werfen. Das Wrack endet dann auf etwa 30 m. Doktorfische begrüßen uns beim Einstieg und Gruppen von Büffelkopfpapageifischen (bumphead parrotfish) sind oft zu finden, ich habe von dieser exotischen Fischart schon in meinem vorletzten Bericht Fotos gesetzt, ebenso große Barrakudas und viele wunderschöne und farbenfreudige Nacktschnecken. Ich tauche gerne am frühen Morgen, wenn Tulamben noch nicht von Tagestouristen heimgesucht ist.
Der 2. Tauchgang an der "Tulamben-Wand" ist auch als Drop Off bekannt. Die Wand hat ihren eigenen ausgeprägten Charakter und ist vergleichbar interessant und aufregend wie das Wrack selbst. Das Drop-Off reicht runter bis über 70 Meter und macht es zu einem favorisierten Platz für Technical-Taucher, bei uns Sporttauchern ist bei 40 m Schluss, mit angereicherten Sauerstoff (Nitrox) sogar bei 34 m. Wenn man richtig Glück hat sieht man Großfisch, wie große Riffhaie und sogar Hammerhaie. In meinem vorausgegangen Thread setzte ich Fotos von Großfischen, doch diesmal war nicht die Saison, wo die Kaltwasserströmungen fließen, die die Großfische so sehr bevorzugen und sich in diesen treiben lassen.
Nach sechs Tauchgängen insgesamt denke ich auch jetzt wieder nach, wann ich Tulamben wieder sehe und die USAT Liberty wieder betauche. Doch wird ein paar Tage später unser nächstes Taucherlebnis in Menjangan sein, eine kleine Insel, ganz im Nordwesten oberhalb der Hauptinsel Bali.
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Fotografieren über dem Deck der USAT Liberty.
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Tauchpartner Michael ist auch mein Tauchguide, er lebt schon über 10 Jahre auf Bali und hat sich die UW-Fotografie zum Beruf gemacht.
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In einem Hohlraum des Wracks.
Wracktauchen erfordert eine ganz besondere Vorsicht.
Die internationale Organisation PADI (Professional Association of Diving Instructors) verlangt eine eigene Ausbildung fürs Wracktauchen.
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Das Wrack gibt Millionen von verschiedenartigen Fischen ein zuhause.
Die Fische, auch die sonst scheuen Riffhaie, haben sich längst an uns Taucher gewöhnt.
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Der Schiffsrumpf ist etwa 125 Meter lang, da gibt es viel zu entdecken.
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Eine Kelchkoralle, beliebter Nistplatz vieler Fischarten.
Die UW-Welt bei Bali bietet noch ein farbenprächtiges Korallenbild. Ausbleichungen, wie z.B. Malediven, blieben dort bisher verschont.
Hoffen wir, dass es auch so bleibt, denn die Erwärmung der Meere zerstört nicht nur die farbige Unterwasserwelt.
Noch einmal berichte ich über die Unterwasserwelt an der Bali-Küste. Ein paar Tage später fahren wir nach dem Westen der Insel, wo man bei Menjangan einen weiteren Traumplatz für Sporttaucher und Schnorchler findet.
Demnächst aber kommt was Heikles: Ich berichte über einen Tanz auf Bali, der eigentlich den Ausländern bisher ziemlich verschlossen blieb: den Joged bumbung nakal, einem Gesellschaftstanz der erotischen Art. Übersetzen wir es mit "Dirty dancing" und warten wirs ab.
??? :o ;]
edit: Korrektur nach Wunsch des Verfassers
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Super Bilder Wolfgang ;}
Da ich Tulamben vor ueber 20 Jahren besuchte, naehme es mich wunder iwe es denn heute so aussieht dort.
Zu meiner Zeit noch keine Hotels, das einzige Reosrt hatte etwa Bungalows, mit dem noetigsten eingerichtet.
Das Abendessen, speziell Meeresfruechte, musste man vorbestellen, ein weiteres Restaurant gabs dann etwa einen Kilometer weiter, direkt am Strand.
Wir waren zweimal dort, der Koch musste telefonisch aufgeboten werden :D
Getaucht habe ich nicht, aber auch mit Schnorchel und Brille eine sagenhafte Unterwelt... habe nirgends klarers Wasser angetroffen als in Tulamben.
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Joged bumbung nakal (naughty joged) der erotische Gesellschaftstanz
Der Joged Tanz ist auf Bali einer der wenigen reinen Gesellschaftstänze ohne großartigen religiösen oder mythologischen Hintergrund.
Bei den Vorstellungen wird meist das Publikum mit einbezogen, was bei gegenüber den Balinesen ungeübten Touristen ein mordmäßiger Spaß werden kann. Ich mit einbezogen muss im balinesischen Stil möglichst den Vorgänger kopieren und bekomm dabei schnell einen roten Kopf. Die Andeutungen während des Tanzes sind klar, die Ausführung hinterher unklar.
;) :-)
Ich wurde leider nicht gefilmt oder fotografiert, sonst hättet Ihr jetzt Euren Spass - na ja, das nächste Mal.
Nun zum Tanz selbst:
Bei vielen feierlichen Anlässen wird dieser Tanz gerne als Zugabe arrangiert, sei es nach der heiligen Zahnfeilung oder nach einer Hochzeit oder eines Dorffestes wie das Odalan Fest.
Eine oder mehrere Tänzerinnen führen Themen aus dem Legong-Tanz auf und versuchen männliche Zuschauer zum Mittanzen zu ermuntern, was dann durchaus erotische Züge annehmen kann. Als einziger Westler bin ich ganz selbstverständlich immer das Opfer, unbedingt mittanzen zu müssen und das Publikum kringelt sich vor Lachen.
:] ;] :]
Leider kann ich die Stimmung, die wir hatten, hier im Bericht nicht annähernd wiedergeben, doch ich find einige Clips bei YouTube, die es lohnt, mal anzuklicken, einige sind nicht ganz jugendfrei, aber die Jugend ist immer dabei - he he.
https://www.youtube.com/watch?v=nQVA8Wr0Mvg
https://www.youtube.com/watch?v=JvnleN27wvU
https://www.youtube.com/watch?v=rFNCGGy2Kh0
https://www.youtube.com/watch?v=Un47aZvANOY
https://www.youtube.com/watch?v=P0BG1QXCwHM
https://www.youtube.com/watch?v=NjRBYGzPUAo
etwa so:
(http://farm4.staticflickr.com/3689/11776063336_05bc368cbb.jpg)
Die Tänzerin erscheint …
(http://farm8.staticflickr.com/7321/11775298655_06cda1768c.jpg)
… und sucht sich ein Opfer aus ...
(http://farm3.staticflickr.com/2877/11775311615_3d5d6c4897.jpg)
… der muss sich ihr fügen …
(http://farm4.staticflickr.com/3672/11775724704_813e3a4fba.jpg)
… und es mit ihr möglichst zu einem lustigen und erotischen Abschluss bringen.
Zugegeben, diese Bilder sind nicht von mir, sondern aus dem Internet und sollen ein bisschen den Einblick in die Atmosphäre geben, die sich bei so einer Erotik-Party entwickelt.
Bald geht es weiter, ich hab noch ein paar Fotos.
;]
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danke Bruno,
der Tauchtourismus in Tulamben hält sich noch sehr in Grenzen. Ich war jetzt zum vierten Mal dort und bin immer wieder beeindruckt.
Mir gefällt auch das Tauchpublikum, denn Rowdies, wie sonst überall woanders, trifft man an den Tauchplatz nicht an.
(Wäre die USAT Liberty z.B. ein ägyptischer Tauchplatz, wäre wahrscheinlich nicht mehr viel übrig und alles abmontiert.)
Wir haben unsere strikten Regeln, wir achten auf den Schutz der Korallen, wir reiten keine Mantas oder Schildkröten (was für ein Übel), wir füttern keine Haie, wie das oft an anderen Tauchplätzen getan wird und wir montieren nirgends Teile ab.
Diese Regeln sollten auch eingehalten werden und die Unterwasserwelt wäre an vielen Stellen besser erhalten geblieben.
In Tulamben scheinen diese Regeln zu gelten, und das macht mir das Tauchen und das Treffen mit den Tauchern immer eine besondere Freude.
Bitte noch eine kleine Korrektur:
edit: Korrektur ausgefuehrt
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Joged bumbung nakal (naughty joged) der erotische Gesellschaftstanz
Ein paar Bilder mehr hab ich noch gefunden, die annähernd die Stimmung vermitteln, die ich bei einem Joged nakal Fest empfunden habe.
Die Balinesen sind ein Volk der Fröhlichkeit, das bringen sie zu jeder Zeit ganz deutlich zum Ausdruck. Die Freude geht manchmal soweit, dass ich auch bei Trauerfeiern fröhliche Gesichter sehe, denn der Verstorbene tritt ja in eine höhere Stufe im nächsten Dasein. Ein fester Glaube in ihnen.
Bei den Feierlichkeiten geht es um viel mehr, als nur "die Sau rauszulassen". Es geht um neue innere und feste Verbindungen zwischen einzelnen oder mehreren Menschen, die bei den Festlichkeiten entstehen und dann untereinander aufgebaut werden.
Fröhliche Völker trifft man vielerorts auf der Welt, die Freude der Balinesen die Vitalität ihrer Kultur sind Gründe, warum man die Menschen auf Bali so schnell in sein Herz schließt.
Der Joged Tanz ist zigmal videografiert im Internet zu sehen.
Viele der Clips sind in Indonesien im Internet nicht zugänglich;
:-X --C
in Thailand ist man mit der Zensur (noch) nicht so weit.
(http://farm8.staticflickr.com/7425/11775575653_da83b7f809.jpg)
Die nächste Aufforderung zum Tanz, beim Joged Tanz gilt Damenwahl.
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Jede der tanzenden Bewegung wird improvisiert, manchmal bis ins Detail ...
(http://farm6.staticflickr.com/5527/11775359425_a66033a218.jpg)
… wie auch hier deutlich erkennbar.
(http://farm8.staticflickr.com/7298/11776108546_ba6fefe123.jpg)
Die Kleidung des Tänzers spielt keine Rolle, die Dame ist als Legongtänzerin kostümiert.
(http://farm8.staticflickr.com/7404/11816372453_fc5c08586c.jpg)
Eindeutige Geste,
es folgt gleich die Nächste :-) ;D
(http://farm6.staticflickr.com/5477/11813806896_6fb5bf505b.jpg)
Eine schöne Abschlussgeste beendet die erotische Feierlichkeit.
Wir verlassen die Erosparty und begeben uns auf eine Insel, die nach dem Hirsch benannt ist, Menjangan, ganz im Nordwesten der Insel Bali, nur 20 km entfernt von Gilimanuk. Neue Tauchgänge erwarten uns und die Pracht der Korallenbänke ist unbeschreiblich.
{:}
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Menjangan, die Insel der Hirsche
Ganz im Westen von Bali ist die Insel für den Tourismus ziemlich unbekannt. Ein Reisender kommt aus Java in der Hafenstadt Gilimanuk an und fährt meist mit dem Bus gleich 150 km weiter nach Denpasar, ohne sich im Westen länger aufzuhalten. Er versäumt etwas, denn auch der Westen hat viel zu bieten, nicht nur für uns Taucher.
Den größten Teil Westbalis nimmt der Bali-Barat-Nationalpark ein, indonesisch Taman Nasional Bali Barat. Der einzige Nationalpark auf ganz Bali, ist relativ jung und wurde erst 1983 gegründet. Zu seinem Gebiet zählen neben der Insel Pulau Menjangan insbesondere kleine Vulkane und Bergspitzen, wie der Gunung Mesehe, Gunung Musi, Gunung Merbuk, Gunung Sanglang, Gunung Kelatakan oder der Gunung Prapat Agung.
Wir fahren diesmal von der jetzigen Hauptstadt Denpasar eine andere Strecke: Erst zur Nordküste in Richtung zur alten, ehemaligen Hauptstadt Singaraja und dann entlang der Küste Richtung Westen. Die Strecke ist ein bisschen weiter, aber landschaftlich viel schöner und lang nicht so gefährlich und unfallträchtig, wie die Hauptstraße Nr. 1 Gilimanuk - Denpasar. Auf der, nämlich, bewegt sich alles, einschließlich hunderte überladene LKWs, die öfters auch mal liegen bleiben und dann lange Zeit den ganzen Verkehr versperren.
Die kleine Bucht, in der viele Boote für unseren Tauchausflug zur Insel Menjangan warten, heißt Trima Bay. Wir starten zu einer einstündigen Überfahrt nach Menjangan, eine kleine Insel, genannt nach den vielen Hirschen und Rehen, die dort leben. Die Insel hat einen kleinen Hindutempel, Ziel von vielen balinesischen Gläubigen.
Wir interessieren und für die farbige Unterwasserwelt, den Menjangan ist bekannt für seine atemberaubenden vorgelagerten Korallenriffs. Meine Fotos zeigen die Pracht nur annähernd, denn live ist immer besser, doch heute freue ich mich, diese geknipst zu haben.
(http://farm6.staticflickr.com/5505/11831981236_f0027020e4.jpg)
Im Dorf von Sumber Batok. Das malerische Dorf bietet den Service zum Füllen der Tauchflaschen.
(http://farm6.staticflickr.com/5539/11831465543_99bff1e8bb.jpg)
Boote warten für den Tagescharter für die Überfahrt nach Manjangan. 8 Std. Miete etwa 30-35 US $.
(http://farm8.staticflickr.com/7325/11831526353_1cd2822e96.jpg)
Alles Material, Flaschen und Ausrüstung wird zum Steg gebracht.
(http://farm6.staticflickr.com/5526/11831986676_e059d985db.jpg)
Ein wackliger Pontonsteg führt endlos lang zum Boot, das uns nach Menjangan bringen wird.
(http://farm3.staticflickr.com/2828/11831992716_095f87b086.jpg)
Zahlreiche Auslegerboote, gestrandet bei Ebbe im schwarzen Sand in der Trima Bucht.
Wir bleiben zwei Tage und finden Unterkunft in der Hafenstadt Gilimanuk, nur etwa 20 km entfernt.
Es folgen zwei Tage mit sechs Tauchgängen, von deren farbenprächtigen Beschreibung ich die nächsten Tage berichte.
:]
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Menjangan, die Insel der Hirsche
Schon bei der Ankunft am Landungssteg der Insel Menjangan begrüßt uns ein Hirsch, der am Strand anscheinend ein Bad genießt. Menjangan heißt auf deutsch "Hirsch". Die Insel ist demnach so genannt, weil sie voll mit Hirschen und Rehen besiedelt ist. Menjangan gehört zum National Park, eine Jagd auf Tiere ist damit dort tabu. Dies scheint auch der Grund zu sein, warum die Tiere fast keine Scheu zeigen, sich fotografieren zu lassen. Ein Mal sogar in offensichtlicher Pose: Ein Hirsch kam aus dem Gebüsch und sah mich an, ich erst knips - und dann geht er weiter.
:-)
Ein betonierter Fußweg führt zu einem Hindutempel, der oft von Balinesen aus allen Teilen der Insel Bali besucht wird. Für mich aber kein besonders lohnender Besuch, denn die heilige Stätte gleicht derzeit mehr einer verlassenen Baustelle. Es gibt viel schönere und interessantere Ziele auf Bali, als dass man nur zum Tempelbesuch nach Menjangan kommen soll.
Wir nützen den Besuch auf der Insel für einen Rundgang während einer notwendigen Oberflächenpause zwischen zwei Tauchgängen. Die Landschaft ist schön, die Aussichten von den Kliffs beeindruckend und wegen den Begegnungen mit den Hirschen lohnt sich ein Rundgang auf der Insel allemal.
Die Taucher und Schnorchler kommen, um die Unterwasserwelt zu bewundern, davon berichte ich das nächste Mal.
(http://farm4.staticflickr.com/3810/11831450933_2dca19ff70.jpg)
Begrüßung eines Hirsches am Landungssteg von Menjangan.
(http://farm4.staticflickr.com/3667/11831973346_016811a88e.jpg)
Begegnung während eines Rundgangs auf der Insel.
(http://farm3.staticflickr.com/2827/11831600014_a0ebc21020.jpg)
Ohne Scheu ziehen Hirsche und Rehe an uns vorbei.
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Der Tempel Pura Taman Beji auf der Insel Menjangan.
Ein Besuch lohnt sich nur für gläubige Hindu-Pilger.
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Mittagspause am Landungssteg von Menjangan.
Noch zwei Tauchgänge stehen bevor.
Unter Wasser habe ich bei den sechs Tauchgängen bei Menjangan über 300 Fotos geschossen, 30 davon heraus selektiert.
Ich arbeite noch dran und einige werden hier folgen.
:)
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Echt super Reisebericht {* {* {*
Auf diesem Weg ein dickes Dankeschön und ich freue mich schon auf die Fortsetzung [-]
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ich danke Dir @schiene und freue mich wie immer, wenn die anderen Foristen ihre Freude an meinem Reisebericht finden. Ich habe noch mehr "auf Lager", bevor ich zum Abschluss komme und ein anderes Land finde, über das ich wieder erneut berichten kann.
Jetzt geht es hier mal weiter . . .
Unter Wasser bei Menjangan
Die schönste Sicht unter Wasser ist immer bis zu einer Tiefe von 20 Metern, denn tiefer unten verlieren sich nach und nach die Farben. Schon nach 5 Metern Tiefe verliert sich die Farbe Rot, bei 15 Metern geht Orange verloren, bei 30 Meter Gelb und bei 50 Meter Grün. Noch weiter unten in Tiefen, wo Sporttaucher nicht mehr kommen, sieht man alles nur noch blau und grau.
Tauchphysik, die jeder Gerätetaucher schon am Anfang lernt. Unter dem Begriff Tauchphysik werden alle Bedingungen der unbelebten Natur zusammengefasst, denen ein Taucher unter Wasser ausgesetzt ist und die sich von denen über Wasser unterscheiden.
UW-Fotografen können den Farbverlust mit einer entsprechenden Blitz- oder Flutlicht-Ausstattung ausgleichen, wir Taucher nennen das "Lightshow". Mit meiner kleinen Fuji ohne Lightshow sind damit Grenzen gesetzt, aber am Computer kann ich vieles nachkorrigieren.
In allen Foren, bei denen es um Unterwasserfotografie geht, bin ich als User einer der unteren Klasse, denn von der Meisterfotografie bin ich weit entfernt. Trotz allem setze ich hier wieder ein paar UW Fotos und ich freue mich, wenn auch Ihr Eure Freude beim Betrachten findet.
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Das Foto zeigt mich selbst, ich danke meinen Freund Michael für diesen Schnappschuss.
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Farbige Unterwasserwelt bei der Insel Menjangan in etwa 15 Meter Tiefe.
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Eine große Vielzahl von verschiedenen Korallenarten sind bei Menjangan besonders auffallend.
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Michael bei Fotografieren der jungen nachwachsenden Korallenspitzen.
Die Pracht der Farben ist in diesen Gewässern noch nicht verloren gegangen.
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Entlang einer Korallenwand am Riff bei Menjangan. In und zwischen den Korallen ist viel von UW-Kleintier zu entdecken.
Mehr davon im nächsten Beitrag.
(Mein wiederholter Dank an Tauchfreund Michael für diesen fabelhaften UW-Fotoschuss.)
Ein paar weitere UW-Fotos werden noch folgen, Bali hat auch unter Wasser viel zu bieten.
;) :-)
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Unter Wasser bei Menjangan
Mit meinen Unterwasser-Fotos könnte ich nun endlos fortsetzen. Fünf will ich hier noch zeigen, bevor wir die Rückfahrt zur Hauptinsel Bali antreten.
Es sind immer nur wenige Meter, die unser Boot vom Anlegesteg der Insel Menjangan zu einem abfallenden Riff steuert, wo wir uns samt Ausrüstung rücklings ins Wasser fallen lassen. Das Meer ist ruhig, aber eine heftige Strömung sieht man bereits über Wasser. Sogenannte Drift-Tauchgänge stehen uns bevor. Unter Wasser lassen wir uns treiben und werden über einen Kilometer entfernt von unserem Bootsskipper wieder herausgefischt, vorausgesetzt, er weiß, wo wir wieder auftauchen. Dazu hilft uns ein Elefantenkondom. Ein nützliches Tauchutensil, das jeder Gerätetaucher in seiner Tauchweste mitführen sollte. Der Riesenkondom, wie wir ihn nennen, ist eine unter Wasser aufblasbare, ein Meter fünfzig lange, knallrote Säulen-Boje, die vor dem Auftauchen unter Wasser mit Luft gefüllt wird und dadurch an der Oberfläche senkrecht aus dem Wasser ragt. Selbst bei leichten Wellengang kann der Bootsskipper die Boje von weiter Ferne aus erkennen und das Ziel der Taucher ansteuern.
Wir Taucher haben eine Regel, die lautet: Niemals ohne Kondom - Safety first. ;D
Bei Drift-Tauchgängen läßt man sich im Wasser treiben und genießt, ohne viel Zutun, die darunter vorbeiziehende Unterwasserwelt, wie ein Vogel im Wind. Für mich sind das oft die schönsten Erlebnisse unter Wasser. Es kommt ein Gefühl auf, als säße man im IMEX Kino.
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Fächerkorallen am abfallenden Riff.
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Lebhaftes Treiben von zahllosen kleinen Fischen in und um den Fächerkorallen.
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Michael fotografiert aus dem Meeresboden herausragende Miniaale.
Sobald man näher kommt - schwups habe sie sich ins Loch zurück gezogen.
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Ein Blaupunkt-Rochen über dem Meeresboden.
Diese Stachelrochen (Stingrays) haben einen sehr giftigen Dorn am Schwanzende und können damit schmerzhaft zustechen.
Das Gift des Blaupunktrochens ist für Menschen nicht tödlich, wenn diese keine Allergiker sind.
Im Thread sind wir auf Bali, die Unterwasserbilder könnten jedoch von vielen Gegenden sein und verfehlen ein bisschen das Thema.
Trotzdem will ich auch die Faszination von Balis Unterwasserwelt vermitteln, wie ich es bereits in den vorausgegangenen Berichten (Tulamben und Menjangan) getan habe.
Demnächst verlassen wir Menjangan und fahren zurück nach Sukawati-Gianyar, wo es dann wieder ganz balinesisch weiter geht.
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Super
klasse Bericht und Bilder
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Zurück von Menjangan
Am letzten Tag bei der Insel Menjangan haben wir noch drei Tauchgänge. Erst am späten Nachmittag fahren wir zurück zur Trima Bucht, wo die Boote bei Ebbe wieder auf dem schwarzen Strand liegen.
Die Erlebnisse sind die drei Tage wert, die wir im Nordwesten der Insel Bali verbringen. Auch wenn in diesem Teil der Insel von balinesischer Kultur nicht viel zu sehen ist, von der umwerfend schönen Natur auf Bali dafür umso mehr. Naturliebhaber haben dort ihre große Freude, Kulturfreunde finden mehr im Osten der Insel ihr Gefallen. Besucher mit viel Zeit sollten jedoch beides wählen.
Vor unserer Rückfahrt nach Denpasar noch ein paar Bilder, die eine ruhige, entspannte Atmosphäre zeigen.
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Begegnung mit einem anderen Tourist am Landungssteg von Menjangan.
Nicht jeder kommt nur zum Tauchen. Menjangan ist auch Ziel von Ausflüglern, die auf der kleinen Insel nur wandern wollen.
Eine Übernachtung jedoch ist dort nicht möglich.
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Das Meer ist ruhig, als wir zum Ausgangspunkt nach Trima Bay zurückfahren.
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Noch ist Flut in der Bucht, manche Bäume stehen voll im Wasser.
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Idylle vor der Ebbe am schwimmenden Landungssteg.
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Trima Bay im Trockenen.
Die Rückfahrt nach Denpasar dauert 5 Stunden. Wir wählen wieder die Strecke entlang der Nordküste durch die gebirgige Landschaft von Buleleng, die Provinz in der sich auch die ehemalige Hauptstadt Singaraja befindet.
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Landschaft in der Provinz Buleleng. Eine malerische Gegend in der sich nur wenige Touristen "verirren".
Demnächst besuchen wir den königlichen Besitz in Sukawati-Gianyar. Die royalistische Familie pflegt mit Liebe die balinesische Kultur, ich treffe einen großen Meister in der Handwerkskunst der Maskenherstellung.
C--
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Im Anwesen der königlichen Familie Satriya
Anfänglich möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass ich für alle Fotos in diesem Forum eine Berechtigung habe, diese zu posten.
Schon in einem vorausgegangenen Thread habe ich über die Beziehung und langjährige Freundschaft zur Familie Bandem berichtet, diesmal sollte ich noch noch mehr erfahren, mein Freund Kardita machte mich mit der königlichen Familie bekannt und führte mich zu ihrem fabelhaft schönen balinesischen Anwesen:
Seit der holländischen Kolonialherrschaft im Jahre 1908 hatte jeglicher balinesischer Royalismus sein Ende gefunden. Im Jahre 1906 gingen Soldaten der Kolonialmacht in Sanur an Land und vertrieben den Royalismus, der letzte Raja beging darauf mit seiner Gefolgschaft den Freitod (Puputan). Die exekutive Macht der Rajas war für immer beendet.
Wie auch in anderen Ländern genießen aber heute die nachfolgenden Generationen und Familien der Rajas noch hohe Anerkennung unter dem Volk. Große Meister sind unter ihnen zu finden, unter anderem auch der Großmeister der Maskenherstellung I Wayan Tangguh. Die königliche Familie achtet sehr auf den Erhalt der balinesischen Kultur und Tradition und wollte, dass sich Strukturen, wie in den touristischen Hochburgen Kuta oder Legian, in der Künstlerstadt Ubud und im kulturellen Zentrum von Sukawati-Gianyar nicht entwickeln.
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I Made Kardita auf seinem Anwesen in Sukawati-Gianyar.
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Im Dorf von Sukawati-Gianyar.
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Sukawati-Gianyar ist umgeben von Reisfeldern, Entenzucht als Zusatzeinkommen der ansässigen Reisbauern.
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Eingang zum königlichen Anwesen in Sukawati-Gianyar.
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Im Innenhof des königlichen Anwesens, I Made Kardita mit dem Jüngsten der Familie.
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Freund Kardita zeigt mir die Arbeitsstätten der Maskenherstellung und bald darauf werde ich als Gast von der Familie dazu eingeladen, an ihrem alltäglichen Leben teilzuhaben.
Davon mehr in den nächstfolgenden Berichten.
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Im Anwesen der königlichen Familie Satriya
Während der niederländischen Kolonialherrschaft wurde die politische Bedeutung der balinesischen Aristokratie zersetzt. Dennoch haben Mitglieder der ehemaligen feudalen Familienzweige immer noch eine gesellschaftliche Bedeutung auf Bali erhalten.
Die Holländer waren sehr schockiert, als während ihrer Kolonialisierung auf der Insel Bali fast die gesamte aristokratische Gesellschaft den Freitod suchten und fanden (Puputan). Sie sprachen daraufhin Bali einem Sonderstatus zu, bei dem das Weiterleben der nachfolgenden Generationen bei den Royals nichts mehr im Wege stand. Später, im Jahre 1918, gab es sogar ein Gesetz zum Schutz der Insel Bali vor fremder Ausbeutung und die Royals hatten wieder moralischen und kulturellen Einfluss.
Ich spaziere mit Kardita von Haus zu Haus, von Feld zu Feld und durch mehrere Dörfer. Sofort possieren sich Kinder für einen Fotoschuss, es sind die Geschwister Nengah und ihr Bruder Nyoman aus der Familie der Satriya. Kardita erzäht mir viel aus der balinesischen Geschichte, wie man sie nicht in den Büchern liest. Trotz allen Niederlagen - erst die Holländer 1846 bis 1908, dann Japaner 1942, ständige Versuche, die Insel moslemisch zu bekehren, schließlich, am 12. Oktober 2002, das Balibombing, verursacht durch Ratten in Menschenform (wie balinesische Moslems! diese extremen Übeltäter nennen) - Bali hat immer einen Weg gefunden, seine kostbare Kultur zu erhalten.
Allesamt Themen, die ich diesmal aus Sicht meines Freundes, eines Balinesen, zu hören bekomme und darauf hin auch meine eigene Meinung ändere.
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Am balinesischen Hof der königlichen Familie Satriya.
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Nengah und ihr Bruder Nyoman aus der Familie Satriya.
Nengah ist die Zweitgeborene, Nyoman der Drittgeborene in der Familie.
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Arbeitsraum des Maskenherstellers.
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Halbfertige Maske für den Topeng Sida Karya
Als letzter Dämon beendet der Träger mit so einer Maske das Mecaru Fest.
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Andere Dämonenmaske in Produktion. Nach jedem Arbeitsgang wird die Maske an der Luft getrocknet.
Bei einer Glanzlackierung fahren sie hinaus aufs offene Meer, frei von jeglichen Staub.
Fahren wir fort im nächsten Bericht
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Beim Großmeister I Wayan Tangguh
Ein Treffen mit dem großen Meister der Maskenherstellung sollte ich nicht verpassen, sagt mir mein Freund Kardita und führt mich in das Haus von I Wayan Tangguh. Ein grandioses Treffen, das mir immer in Erinnerung bleiben wird. Meister I Wayan Tangguh ist Maskenhersteller sein ganzes Leben lang und lehrt die Kunst an seine balinisische Zöglinge, alle aus der Kaste der Brahmanen. Seine Verarbeitungstechnik erinnert ein bisschen an die Herstellung von Nang Yai, der thailändischen Kunstform der Schattenfiguren. Büffelleder, wird sorgfältig gegerbt, fein und kunstvoll gestanzt und dann bemalt und vergoldet. Diese Lederkunstwerke dienen dann als zusätzliche Verziehrungen an den Masken aus Holz oder Metall.
Stunden werden zu Minuten, als ich dem Meister bei der Arbeit zusehe und ohne Zögern führt mich Kardita in seine Arbeitsräume. Unzählige Kunstwerke, einige davon hier in diesem Bericht. Wenn man bedenkt, dass in jedem Prachtwerk meist einige hundert Stunden Arbeit stecken, sehe ich das Resultat von tausenden Stunden und eines ganzen Lebens.
Den Namen I Wayan Tangguh kann man so übersetzen, wie "Der starke Erstgeborene."
Auch hier würde es im Beitrag den Rahmen sprengen, würde ich all meine Fotos setzen. Die folgenden geben einen Einblick in die Arbeitsweise und die penible Fertigung der Meisterstücke.
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Großmeister I Wayan Tangguh im Gespräch mit I Made Kardita.
An der Leine hängen mehrere Teile der fertigen, oder halbfertigen Büffelhäute, die dann zur weiteren Verarbeitung an die Masken verwendet werden.
("I" ist immer den Namen eines männlichen Nachwuchs vorgesetzt, "Wayan", der Erstgeborene, Made, der Zweitgeborene)
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Großmeister I Wayan Tangguh.
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Masken der mystischen Hexe Rangda. Die goldenen Verzierungen sind aus gestanzter und mit Blattgold belegter Büffelhaut gefertigt.
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Die böse Hexe Rangda ist auf Bali eine der zwei Hauptdarsteller im Barong-Tanz.
Der Tanz stellt den Kampf zwischen Gut und Böse dar, wobei Barong der Vertreter des Guten ist und die Hexe Rangda ist der böse Part.
Letztendlich ist Rangda die Hexe schlechthin, mit vorstehenden Augen, wilder Mähne, großen Zähnen und leuchtend roter Zunge in einem weit aufgerissenen Maul, mit schlaffen Brüsten.
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Eine Maske vom Barong, diesmal in Form eines Schweinekopfes.
Ich war sehr verwundert, dass man auf Bali den Barong nicht nur in Form des mysthischen Löwen, sondern manchmal auch als mysthisches Schwein darstellen kann.
Der Barong ist normalerweise ein Fabelwesen, halb zotteliger Hund, halb Löwe, der von zwei fantasievoll kostümierten Männern dargestellt wird, die das Fabeltier mit rhythmischen Bewegungen zum Leben erwecken.
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Eine Barong-Maske ist der bekannten Ausführung, wie die Besucher auf Bali sie beim bekannten Barong-Tanz zu sehen bekommt.
Wir bleiben noch im Dorf und hören von weitem die Klänge eines Gamelan-Orchester.
Eine Schule, in der schon die Jüngsten in die balinesische Musik und ihren Instrumenten eingeführt und unterrichtet werden.
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Dem Chaos in Bangkok gerade noch entgangen, sitze ich wieder zuhause und kann mich weiter dem Forum widmen:
Unterricht in einer Gamelan Schule
Wir spazieren weiter in Sukawati-Gianyar. I Made Kardita führt mich durch die ganze Siedlung, vorbei an einem uralten heiligen Banyan-Baum, der über 800 Jahre alt sein soll. Eine Gruppe von Schülern aus der Ruang Sukawati High School haben dort ihr Treffen für ein Volleyballspiel, das sie auf einem anliegenden Spielfeld veranstalten.
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Schülertreffen unter einem uralten heiligen Banyan-Baum.
Besonders auf Bali bildet dieser weitausladende Baum, der hier über 800 Jahre alt soll, häufig das Zentrum von Dörfern, wo er als zentraler Sammelplatz dient.
Bei den Balinesen gilt der Banyan-Baum als Sitz von Dämonen und Göttern.
Von der Ferne klingen die unverwechselbaren Töne einer Gamelanmusik. Ich bitte Kardita zu einem Besuch des Orchesters werde aber belehrt: Es sei nicht das gewohnte Gamelanorchester, das man sonst auf Bali überall von einem Tempelfest zu hören bekommt. Es ist eine Schule mit 14 oder 15 Jungen, die für die Gamelan Musik und an den Instrumenten unterrichtet werden.
Ein kleines Mädchen ist auch dabei, obwohl sie scheinbar nicht zur Schule gehört, sondern nur ab und zu einen Schlag auf dem Kenong abgibt.
Ein Kenong sind mehrere kesselförmige Gongs in verschiedenen Stimmlagen, die auf einem flachen Holzrahmen liegen und durch Schnüre gehalten werden.
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Ein Gamelan Orchester mit 14 (oder waren es 15?) Schülern.
In der vorderen Reihe spielen 3 Jungen und das Mädchen auf dem Kenong.
Das ganze Ensemble besteht aus Metallophonen mit Klangplatten aus Gongs und Trommel. Dazu kommt je nach Stil auch Angklung, Flöte, Rebab, Xylophon und ein oder mehrere Sänger. Nur die solistisch eingesetzten Instrumente improvisieren über die Kernmelodie, die von den Metallophonen vorgetragen wird. Die Kernmelodie besteht aus Patterns, die umspielt werden. Das Zusammenklingen von Kernmelodie und Auszierung wird als „innere Melodie“ aufgefasst.
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Der Lehrer gibt mit der Kendhang-Trommel den Zeittakt an.
Die Kendhang ist eine zweiseitige Trommel mit einer großen und einer kleinen Trommelfläche, die auf einer speziellen Halterung liegt und wird mit der bloßen Hand gespielt.
Im Hintergrund ist ein Kempul, ein Set aus Gongs, die allerdings weitaus kleiner als die großen Gongs Ageng oder Sukuwan sind, die ich bei diesem Ensemble nicht vorfand.
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Der Junge spielt das Gambang. (Sein Outfit passt eher zur Techno Dröhnmusik.)
Das Gambang ist ein Xylophon-ähnliches Instrument und eines der wenigen mit hölzernen Klangstäben.
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Er schlägt das Kethuk Kempyang.
Es besteht aus jeweils 1-2 kesselförmigen Gongs, dem Kethuk und dem Kempyyang die, wie auch die Kessel des Kenong, auf einem Holzrahmen liegen.
Im Hintergrund die Gender-Spieler. Das Gender ist ein Metallophon-artiges Instrument mit 10-14 Klangstäben und kann somit über zwei Oktaven reichen.
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Normalerweise besteht ein Gamelan-Ensemble nur aus männlichen Musikern, die Mädchen und Frauen tanzen zur Musik.
Ich vermisse die Flöten, die Suling und die Schellen, den Bedhug, eine hängende Trommel, und auch die Rehab, ein zweisaitiges Streichinstrument mit einem herzförmigen Holzkorpus. Und auch die Celempung feht hier, sie ist der chinesischen Zither Ghuzeng sehr ähnlich.
Nicht jedes Ensemble besteht aus allen der üblichen Instrumenten für ein Gamelanorchester. Das Resultat der musizierenden Schüler aber klingt für mich wie eines der Profis.
Die Gamelan-Musik illustriert die Gemütszustände und Handlungsmotive der tanzenden Figuren bei einem der vielen Feste auf Bali. Sie stellem meist Götter und Dämonen dar. Die Klänge von Gamelan sind auf Bali nicht mehr wegzudenken, jeden Tag und zur jeder Zeit hört man sie von irgendwo.
Am Tag darauf fahren wir über Land zum Gunung Batur und genießen einen wohltuenden Tag im Batur Natural Hotspring, dem einzigen One Healing Spa auf Bali.
:-)
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Hallo Wolfgang
Wenn man solche Reiseberichte liest (und mittendrin steckt), dann hofft man, dass Deine Reise nie endet.
Beste Grüße Achim
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Es geht leider schon dem Ende zu, lieber Achim, danke für Dein Interesse und Deine immer wieder benötigte Hilfe bei notwendigen nachträglichen Korrekturen in einigen meiner Beiträge. Es ist nicht immer leicht, alles gleich richtig zu schreiben und zu setzen. Zwar bleibt mir nach dem Posting immer noch eine Stunde Zeit, erkannte Fehler selber zu korrigieren, aber Du weiß ja selber, wie das oft abläuft: Da ruft die Frau zum Essen, da kommt ein Anruf, da bellt der Hund und will raus, flusch wieder mal Stromausfall usw. usw.
Eine Stunde ist da schnell vorbei.
Noch ein paar Beiträge kommen, bevor ich Bali und Java für längere Zeit verlasse. Ein nächste Tour dorthin ist noch nicht geplant. :'(
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Hundzucht in Kintamani
Bali hat launische Wetterbedingungen, ganz besonders in der Zeit im November und Dezember. Manchmal gießt es in Strömen, dann wieder Sonne und wieder Regenwolken, die sich lange in den Bergen festhängen. Mein Freund Anom, Sohn von Kardita, fährt mich an einem düsteren Tag zum Gulung Batur, diesmal auf die andere Seite des Batursees, wo wir am Fuß des Vulkanes in einem Thermalbad genüssliche Stunden verbringen werden.
Vorher jedoch will ich hier unseren Hundefreunden eine Freude machen und über eine ganz spezielle Zuchtform berichten, die Rasse der Kintamanihunde.
Zum Anfang etwas Süßes:
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Der Kintamani ist ein beliebter Haushund unter den Balinesen. Es wird angenommen, dass die Rasse ihren Ursprung um das Dorf Kintamani am Gunung Batur Vulkan hat, wo sie mit den Straßenhunden Balis zusammen leben.
Anom erklärt mir, der Ursprung dieser Hunderasse läge wahrscheinlich im 15. Jahrhundert und begann mit einem Chow Chow, der einem reichen Chinesen gehörte. Dieser hatte sich damals in die königliche Familie von Raja Jaya Pangus eingeheiratet und sich daraufhin mit seiner Frau in der Bergregion von Gunung Batur im Dorf Kintamani niedergelassen. Der Chow Chow hat sich der Überlieferung zufolge mit den örtlichen Straßenhunden gepaart, wodurch die Kintamani-Rasse entstanden ist.
So erzählt man es mir, aber die Geschichte ist offenbar falsch, denn als ich darüber recherchierte, kam ich zu einem anderen Ergebnis:
Der Ursprung des Kintamanihundes geht offensichtlich aus der Paarung von wildlebenden balinesischen Hunden hervor. So hatte man es wissenschaftlich aus den Genen festgestellt. Obwohl die balinesischen Straßenhunde eine höhere Vielfalt an äußerlichen Merkmalen als der der Kintamanihunde besitzen, sind insgesamt alle Merkmale dieser Tierart in der Population verwilderter balinesischer Hunde vorhanden.
Die Züchtung der Hunde entspricht nicht der gewohnten, wie in westlichen Ländern, üblichen Weise. Hündinnen wird erlaubt sich frei mit den Rüden der Region zu vereinen, wodurch die Selektion auf ein bestimmtes Aussehen hauptsächlich die Weibchen betrifft. Das unterscheidet die Züchtung von westlichen Hunderassen, die auf nur wenige Gründerindividuen zurückgehen und wo der Einfluss einiger weniger Rüden übermäßig groß ist.
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Zugegeben, die niedlichen Fotos sind diesmal wieder NICHT von mir, aber mein Beitrag soll ein kleiner Anreiz sein. Vielleicht hat einer mal Lust, sich so einem lieben und treuen Hausfreund anzunehmen und sich sein Herrchen oder Frauchen zu nennen. Wenn der süße Beißer aus dem Welpenalter heraus ist und das Heimatland kein großes Trara mit seiner Einfuhr macht, wäre das ein nettes Vorhaben.
??? :D
Aber jetzt gehts dann weiter ins Thermalbad, wir können es gar nicht mehr erwarten.
8)
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Ein Bad im Batur Natural Hot Spring
Wer auf Bali im Spätherbst unterwegs ist, muss immer wieder mit heftigen Regen rechnen, doch so schlimm, wie in D, in A oder in der CH ist es dann doch nicht. Es ist nicht kalt und der Regen dauert keine Wochen.
--C
Jedenfalls will mir mein Freund Anom was Gutes tun und bringt mich in die Region des Vulkans Gunung Batur zu den heißen Quellen. Wenn man schon nass vom Regen ist, kann man auch noch nässer werden und es sich dabei wohlergehen lassen.
;D
Es gibt mehrere Hot Springs mit unterschiedlichen Eintrittspreisen, das Wasser aber ist überall gleich. Anom wählte die Batur Natural Hot Spring Anlage in der Ortschaft Toya Bungkha Kintamani direkt am Westufer des Lake Batur.
Nur wenige westliche Besucher verirren sich in diese abgelegene Gegend, es sein denn man ist auf Abenteuer aus und hat vor den Batur zu erklimmen. Abseits von allem Trubel in den Ferienburgen findet man an diesen Ort eine wohltuende Entspannung.
Die Batur Natural Hot Springs sind auch für Bali einzigartig. Aus vollkommen natürlichen heißen Quellen vulkanischen Ursprungs fließt das Wasser direkt in die Pools. Es ist ein Heilbad auf Bali und wird von vielen Badegästen wegen der rapiden Linderung der Krankheitssymptome bei vielen verschiedenen Krankheiten, wie Arthritis, Neurodermitis, Bronchalastma, Psoriasis, Rheuma, Allergien und diversen Hautkrankheiten sehr geschätzt.
Im einem Becken stürzt das warme Quellwasser 2 m tief herab und bietet eine wohltuende Nacken- oder Rückenmassage. Ebenso wird die Durchblutung der Haut angeregt.
Das Ambiente aber bietet mehr als nur ein Bad:
Balinesische und westliche Küche in einem guten Restaurant
Poolbar mit Musik und nicht zuletzt
Balinesische Massagen am ganzen Körper - überall, zum Abschluss fast endlose Kopf und Gesichtsmassage, ausgeführt von geschulten Balinesinnen viereinhalb Stunden 740.000 Rupies, das sind gerade mal 45 Euro. Auf die Kur abgestimmte Drinks, ein komplettes leichtes Mittagessen, alle Cremes und Säfte, Maniküre und Pediküre inbegriffen. Eine Wohltat, die ich lange nicht vergessen werde. Gschamig darf man bei der Massage nicht sein, die Balinesinnen sind es auch nicht.
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Viele der Individualurlauber bleiben dort mehrere Tage und verbinden dies mit wunderschönen Wanderungen, Reiten, Biken, Fischen und Rudern auf dem Lake Batur. Eine Tour auf die andere Seite des Batur Lake, zum Bali Aga Dorf Trunyan lässt sich gut organisieren und man wird von den Dorfbewohnern für die Fahrt zum Verwesungsfriedhof nicht so abgezockt, wie es mir vor drei Jahren geschah (mein Bericht im Thread "Bali und das Nyepi Fest", Antwort #66 am: 11. April 2013).
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Die Fahrt nach Toya Bungkah Kintamani, vorbei an den Lavaausläufen, die der Vulkan nach dem Ausbruch in den Jahren 1999 und 2000 hinterlassen hat.
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Der Gunung Batur Vulkan, heftige Regenwolken verhüllen die Spitze und den Krater.
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Das Batur Natural Hot Spring Restaurant mit einer Aussichtsplattform über dem Batur Lake.
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Der Batur Lake. Auf der anderen Seite ist das Bali Aga Dorf Trunyan zu erkennen, ganz links der Verwesungsfriedhof.
(In meinem Bericht über Bali und das Nyepi Fest habe ich letztes Jahr im April Näheres darüber berichtet.)
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Die Pools der Badeanstalt der Batur Natural Hot Springs.
Jedes Becken hat eine andere Wassertemperatur, von warm bis 40 Grad heiß.
An den Ausläufen kann man sich genussvoll den Rücken (oder was Anders) massieren.
In Thailand sagt man Sabei sabai = auf balinesisch bermanfaat ...
… ich sage: deees tuat ma guat
:-) ;D ;]
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Ein Bad im Batur Natural Hot Spring
Das Dorf und die Gegend von Kintamani mit den heißen Vulkanquellen ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt und gehört zum ältesten Königreich auf Bali. Seit jeher leben dort und rund um den Batur Lake die Ureinwohner der Insel, die Bali Aga people. Wie auch woanders bei Ureinwohnern überall auf der Welt, wurden auch sie früher auf Bali als rückständig angesehen, heute ist das kaum mehr deutlich. Es gelang diesem Volk, durch strikte Abschottung über Jahrhunderte hinweg ihre kulturellen und religiösen Traditionen zu bewahren. Neben der traditionellen Landwirtschaft, die überwiegend auf den fruchtbaren Außenhängen der Caldera des Gunung Batur betrieben wird, ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle geworden. Aber dieser hält sich dort in Grenzen, denn nur Induvidualisten, Sportler, Wanderer, Bergsteiger, Rucksackreisende, Landschaft- und Kulturliebhaber und Touristen mit Insiderwissen finden meist das notwendige Interesse für einen Ausflug in diese Gegend. Der Name Kintamani hat eine wunderschöne Bedeutung: er bedeutet Cinta = Liebe und aus dem Sanskrit Mani = Juwel.
Wir verbringen einen ausgiebigen Tag in den Batur Natural Hot Springs und beschließen den Ausflug mit einem Besuch im Pura Tuluk Biyu.
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Ausblick von der Restaurant-Terrasse.
Ein Fischer auf dem Batur Lake in seinem Einbaumboot.
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Eingang zum Restaurant.
Das von den Pools bequem erreichbare Restaurant serviert Drinks und Speisen, die auf eine Thermalbad-Kur abgestimmt sind.
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Unter mehreren hochgelegenden Wasserausläufe kann man sich lange im Wasserstrahl massieren.
Das Wasser kommt direkt aus der Thermalquelle unweit des Vulkanes.
Die Temperaturen sind erträglich warm.
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Anom (ich kenne Anom nun seit 12 Jahren, damals als Schuljunge, jetzt als liebenswerter Freund und Reiseführer.
Wir müssen das Bad beenden, bevor wir aufweichen wie ein Brötchenteig für Semmelknödel. Eine Stunde Rückweg und es gießt wieder in Strömen.
Die Götter stimmten uns gut, denn unser Aufenthalt in Kitamani war weitgehend vom Regen verschont geblieben.
Einen besonders vernichtenden Wirbelsturm muss ich am letzten Tag erleben, darüber werde ich noch schreiben.
Es gab Tote, zahllose Verletzte und einen immensen Schaden bei hunderten Häusern.
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Pura Tuluk Biyu temple in Toya Bungkah Kintamani.
Zum Abschluss unseres Thermabad-Vergügens ist für Anom ein Besuch des Tempels angesagt.
Dieser Tempel liegt genau neben den Thermalbad-Anlagen am Fuß des mächtigen Gunung Batur.
Die letzten Tage noch auf Bali. Anom und seine Freundin Koming wollen mir diese zum Abschluss noch besonders schön gestalten.
Ein paar Berichte folgen.
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Abseits der der Landstraße in Banjar Melayang
Bei einer Fahrt am drauffolgenden Tag fährt mich Anom über ganz entlegene Straßen und Feldwege zu einem Dorf, das auf keiner Karte zu finden ist, nach Banjar Melayang.
Für Individualisten und Liebhaber außergewöhnlicher Ziele, meine Kamera empfängt die GPS Daten:
Latitude: 8,29.2129S
Longitude: 115,17.0621E
Trotzdem ist Banjar Melayang. ein Ziel von vielen Orten auf Bali, die noch vollkommen unberührt erscheinen. Dort sind wir von Reisfeldern nur so umgeben, das saftige Grün läßt die Farbe auch bei regenverhangenen Wolken leuchten.
Nur wenige hundert Meter weiter außerhalb des Ortes sticht mir ein besonders schön geschmücktes Haus mit seinem Eingang und dem roten Teppich davor ins Auge. Davor viele parkende Autos und auch wir halten an, denn ein paar Fotos will ich schießen: Eine balinesische Hochzeit mit viel Tamtam.
Als wildfremder Besucher kam ich mir erst ein bisschen vor, wie fehl am Platze, aber diese Einschätzung erwies sich bald als falsch. Die Leute fordern mich geradezu auf, an der Hochzeitsparty teilzunehmen und zu fotografieren, mich am Buffet zu bedienen und Drinks zu nehmen. Ich war der einzige Westler bei dem Fest, mir gilt deshalb eine besondere Aufmerksamkeit.
Es ist die Hochzeit eines jungen Paares aus der Gegend und es scheint, am Aufwand wird hier nicht gespart.
Ich erfahre:
Die traditionelle balinesischen Hochzeit beginnt mit einer Braut-Entführung. Die Entführung ist heute nur noch symbolischer Art. Der Bräutigam entführt die Braut für 7 Tage aus dem Gehöft des eingeweihten Schwiegervaters und lebt mit ihr zusammen in einem Versteck. Der Schwiegervater wird das ganze Dorf zusammentrommeln, um auf die symbolische Suche nach der "verlorenen" Tochter zu gehen. Kurze Zeit später beginnen dann die Hochzeitsvorbereitungen, die in einer prachtvollen hinduistischen Zeremonie - mit Tanz und Gamelanorchester - in einem balinesischen Anwesen und dann im großen Tempel endet.
Zum Schluss sitzen Braut und Bräutigam wie ein Königspaar auf einem Thron, parat für das Hochzeitsfoto, parat für meinen Knips, das ich schließlich per E-Mail an die Glücklichen übermittle.
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Reis, Reis und nochmal Reis, die Farmer leben offensichtlich von nichts anderen.
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Ein kleines Anwesen eines wohlhabenden Reisbauers in der Nähe von Banjar Melayang.
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Gehöfte in Banjar Melayang.
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Banjar Melayang. Abseits von allen Hauptstraßen etwa 30 km nördlich von Ubud.
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Der Eingang zu einem Hochzeitsfest nahe Banjar Melayang.
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Das glückliche Brautpaar.
Die Braut hat eine siebentägige Entführung hinter sich. Ich glaube sie ließ sich gerne entführen. Und im Versteck - wer weiß was da passierte!
??? >: {*
Wollen wir noch mal Essen gehen? Balinesische Leckereien, die warten auf den nächsten Beitrag.
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Wollen wir noch mal Essen gehen? Balinesische Leckereien, die warten auf den nächsten Beitrag.
...mach hin,ich habe Hunger ;)
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...vielen, vielen Dank fuer die herrlichen Beitraege, erinnert mich an meine Zeit auf
Bali 1988/89, insgesamt knapp 4 Monate, d.h., nach 60 Tagen musste ich raus nach
Melbourne und weil der aus. Dollar so hoch stand, wieder fuer 60 Tage nach Bali.
Aufenthaltsort war jeweils Candidasa in einem Resort direkt am Strand fuer 3 Mark
incl. Pancace und Tee in der Thermoskanne.
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In balinesischen Restaurants
Schon in meinem ersten Beitrag habe ich geschrieben, wer balinesisch isst, isst mit den Fingern und nur mit der rechten Hand. Löffel und Gabel liegen meist nur in Restaurants auf, in denen auch Touristen verkehren.
Ganz schlimm tritt jemand ins Fettnäpfchen, wenn in einem balinesischen Restaurants nach Chopsticks gefragt wird, denn die sind verpöhnt und damit tabu.
Es war einmal vor langer Zeit, da wurde Bali von Chinesen als Insel der Barbaren genannt, so steht es heute noch in chinesischen Geschichtsbüchern. Viele Jahrzehnte war daraufhin die Einfuhr von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und anderen Schriftstücken, auf denen chinesische Schriftzeichen zu finden waren, streng verboten. Heute ist das lockerer, aber die Stäbchen sind immer noch verpöhnt.
Meine Freunde Mayang, I Made Kardita und sein Sohn Amon mit seiner lieben Freundin Koming, alle führen mich zum Essen meist in Bali-Restaurants in denen auch (fast) nur Balinesen als Gäste anzutreffen sind. Manchmal auch Javanesen, die ich nicht als solche gleich erkennen kann.
Hindus essen kein Rindfleisch, doch die Strenge gilt nur in Indien oder Nepal. Da wird sogar das Wort "Beefeater" als äußerst übles Schimpfwort benutzt, um andere zu beleidigen.
Auf Bali ist es nicht so streng, Mayang oder Anom essen auch mal Beef, aber es sollte aus Australien stammen.
Ich esse alles und genieße es, Landsleute zu schockieren, wenn ich mal an Heuschrecken oder Wasserkäfer knabbere.
;D
Balinesische Traditions-Gerichte sind Babi guling, gegrillter Spanferkel, Bebek betutu, geröstete Ente mit Chilipasten, Satee mit Schweinefleisch oder Huhn und Rujak, ein Fruchtsalat aus unreifen Früchten - vor allem von speziellen Mangos - oder Gemüse, angerichtet mit einer für europäische Zungen sehr ungewohnten Sauce aus Chili, Palmzucker, gerösteter Krabbenpaste (Trasi) und Fischsoße, abgeschmeckt mit Lemo und Salz. Sehr schmackhaft ist Soto Ayam, eine Hühnersuppe. Die Küche auf Bali lässt nichts zu Wünschen übrig und jeder findet etwas nach seinem Geschmack.
Jetzt könnte ich endlos weiterschreiben, aber eins will ich noch erzählen:
Ich kam nach Bali mit allen Zutaten für eine Tom Yam Goong, die ich bei Mayang zubereitet habe. Ich kochte für sechs Personen und das war hinten und vorne nicht genug. Nur der Chili war zuviel, die Thais essen meist viel schärfer. Auf Bali mag man gerne auch thailändisch essen.
Die wichtigste Regel der balinesischen Küche ist die Andacht. Täglich werden Speisen symbolisch den Göttern geopfert, bevor die Menschen davon essen. Viele Gerichte werden speziell zu rituellen Zwecken zubereitet und nach der Zeremonie verspeist – Essen ist Gebet.
Geselligkeit ist die nächste Regel beim Essen auf Bali, sei es im Kreis der Familie auf dem Gehöft oder auf der Straße in den Warungs, den offenen Straßenrestaurants oder den Rumah makans, die üblichen Restaurantbetriebe, wo man ein wenig feiner, aber nicht unbedingt besser isst.
Wie in Thailand auf den Nachtmärkten, wo man oft total preiswert und vorzüglich isst, sitze ich gerne in einem Warung. Diese Garküchen sind überall in den Straßen Bali’s zu finden. Dort bekommt man auch Süßigkeiten und andere Leckereien. Es gibt den Warung makan, der ortsgebunden ist oder Garküchen, die auf einen Wagen montiert und somit mobil sind. Als Fremder kommt man dort mit den Einheimischen gut in Kontakt und kann sich im vergnüglichen Smalltalk üben.
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Warung Makan Be Bebek Tulikup
Ein reines Balirestaurant, das sich auf die Zubereitung von Ente in allen verschiedenen Arten spezialisiert hat.
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Das Ambiente ist rein balinesisch, die Atmosphäre auch. Ein Tipp bei dem es sich lohnt, die lange Fahrt dorhin auf sich zu nehmen.
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Bebek bengil, geröstete Ente mit Reis und diversen Sambal Soßen, dazu pfannengerührtes Gemüse.
Schalen mit Wasser und Limone werden für das notwendige ständige Finger- und Händewaschen mitserviert.
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Ein Restaurant-Kette der feinen Klasse heißt Warung Mina. Jeder Balinese kennt es, die Touris aber selten.
Wir sind in Ubud und essen ein Paket Ultah für drei(einhalb) Personen, eine balinesische Reistafel.
Die Zeit ist vorbei, wo man auch auf Bali Schildkrötensteaks und Froschschenkel serviert bekam. Die Ächtung hat sich durchgesetzt, zum Wohle aller geschützten und gefährdeten Tiere.
Der letzte Tag auf Bali wird mir lange in Erinnerung bleiben. Wir entkommen noch rechtzeitig einem gewaltigen, zerstörerischen Wirbelsturm.
???
edit: Korrektur durchgefuehrt, den Korrekturhinweis habe ich geloescht
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danke @schiene,
wenn man das Essen nur beamen könnte, dann hätte ich Dich gerne bedient.
Vielleicht aber haben wir zusammen einen genüsslichen Nachmittag zusammen!
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Lassen wir erst mal die Schreihälse draußen, Rot oder Gelb (hoffentlich bald) zu Ende schreien!
Die haben wir zurzeit vor unserem Haus.
--C
danke @namping.
für mich ist das schönste Wohnen auf Bali in den Privatgehöft der Inselbewohner oder in der Kommune selbst.
Oft zu erkennen an Schildern wie "homestay", wie in D oder A bei Bauernhöfen mit dem Schild "Zimmer frei".
Ein gut gemeinter Tipp für Individualurlauber.
(es war schon einmal eine userin @stella, die mich danach fragte. War sie meinem Ratschlag gefolgt? - Nichts mehr von ihr gehört.)
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From Sukawati to Uluwatu
Am letzten Tag meines Aufenthaltes auf Bali sind noch ein paar Einkäufe fällig. Dieser Tag wird für mich ewig in Erinnerung bleiben, weil wir gerade noch rechtzeitig einem verheerenden Wirbelsturm entkommen. Mehr davon in meinem nächtes Beitrag.
Sukawati bietet nach Ubud eine ideale Alternative für eine Einkaufsmöglichkeit von Souvenirs und Reisemitbringsel aller Art, ganz besonders für Textilien. Der Markt ist sehr beliebt, denn die Preise sind oft die Hälfte als anderswo auf Bali. War Ubud früher mit seinen kleinen Hostels und Pensionen vor allem bei Rucksacktouristen beliebt, werden dort mittlerweile immer mehr Hotelanlagen für Pauschalurlauber gebaut. Der Backpack-Reisende weicht jetzt aus ins nahegelegene Sukawati und wird auch dort sehr gut bedient.
Meine Einkäufe halten sich in Grenzen, denn wie überall werden auch in Sukawati Sachen aufgeschwatzt, die dann als Staubfänger im Regal landen und nie mehr Verwendung finden. Man kauft nur das, was man auch wirklich braucht: Kretek-Zigaretten, einen Drachen, Stoffe für den Schneider zuhause und ein wunderschönes handgefertigtes Album für die Fotos.
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Textilmarkt für Stoffe aller Art, Sarongs, Badetücher, leichte Röcke, Yukatas und vieles andere.
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Eine Marktfrau trägt auf ihrem Kopf neue Textilwaren.
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Ein fliegendes Segelboot als Drachen. The Flying Dutchman.
Bereits im Jahre 2001 war ich fasziniert von so einem Kite, den wir immer mal wieder steigen ließen. Er flog immer, auch bei nur leichtem Wind.
Von Sukawati nach Uluwatu führt eine Schnellstraße. Den Nachmittag will ich noch an diesem heiligen Ort beenden.
Der Tempel Pura Luhur von Uluwatu liegt am süd-westlichen Zipfel der Halbinsel Nusa Dua und ist eins der wichtigsten Sehenwürdigkeiten für alle Balibesucher. Anlaufpunkt für zahllose Busse.
An jenem Tag ist alles anders. Kaum Touristen zu sehen und die frechen Makaken-Affen, die sonst ihren Spaß haben, verängstigte Touristen zu beklauen, liegen faul in irgendeiner Ecke.
Eine gigantische Stimmung tut sich auf. Am Horrizont ziehen pechschwarze Wolken auf. Die Sonne durchbricht immer wieder die Wolkendecke und beleuchtet in grellen Farben die Küstenlinie. Unten brechen hohe Wellen, die so beliebt sind bei den Surfern und eine große Herausforderung bieten. Es braucht viel Erfahrung, um in Uluwatu zu surfen. Die waghalsigen Surfer nutzen sogenannte Channels um sich hinter die Wellen in Startposition zu bringen.
Für den Tempelbesuch selbst bleibt uns wenig Zeit und der heilige Innenhof ist versperrt. Der Tempel ist einer der heiligsten und wichtigsten Tempel auf der Insel Bali. Zudem ist er durch seine Lage, etwa 100 Meter über dem Meer auf den Klippen, einer der eindrucksvollsten. Die Bezeichnung Pura Luhur Uluwatu bedeutet so viel wie "Tempel über dem Fels".
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Pura Luhur Uluwatu hundert Meter überm Meer.
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Der Eintritt in den Tempelbereich von Pura Luhur.
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Der heilige Innenhof des Pura Luhur durch die Gitterstäbe fotografiert.
Bereits im 11. Jahrhundert wurde der Tempel von einem weisen Priester namens Empu Kuturan gegründet. Dort soll er in die Versenkung Moksa eingegengen sein, die Form des balinesischen Nirwanas. Der Name Luhur kommt von dieser Anlage, denn Moksa erlangen heißt auf balinesisch Ngeluhur.
Das Unwetter zieht immer mehr heran, aber ich will von einem anderen Aussichtspunkt noch einige Fotos schießen. Mein Fahrer Soni drängt mich energisch zurück zum Auto. Gerade noch rechtzeitig, den Sekunden später fällt ein Wahnsinns-Platzregen auf uns nieder.
{+
Davon im nächsten Beitrag.
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Unwetter über Nusa Dua
21. Dezember 2013, mein letzter Tag auf Bali endet mit einer Naturkatastrophe, bei der Tausende Menschen betroffen sind. Ein Tornado zieht über Nusa Dua und zwischen Kuta und Denpasar und vernichtet zahllose Behausungen. Dächerplatten, Straßenschilder, Wellblechteile und sogar Kleinmotoräder mit ihren Knieschutz fliegen geradezu durch die Luft und auf uns zu. Die Menschen halten sich, so weit sie können an Allem fest, was erreichbar ist. Es gibt leider Tote und viele Verletzte, die irgendwelche Trümmer abbekamen.
Ausländische Medien habe sehr wenig oder gar nicht darüber berichtet. Wirbelstürme kommen wohl öfters irgendwo in Asien vor und Totesopfer sind nur dann erwähnenswert, wenn Landsleute betroffen sind.
Am nächsten Tag, den Tag meines Rückfluges, seh ich nur annähernd die Ausmaße der Verheerung, ich hab bisher sowas noch nicht erlebt.
Ich fand einen Clip im Internet der annähernd das Ausmaß zeigt:
https://www.youtube.com/watch?v=zcpfLTmI66Y
Unsere Rückfahrt von Uluwatu nach Denepasar wird zum Roulet-Spiel, den jeden Moment scheint der Sturm auf uns zuzukommen. Der Fahrer Soni fährt Umwege, um den Sturm immer rechtzeitig auszuweichen. Auf einmal ist alles vorbei, der Sturm ist weg, nur noch prasselnder Regen.
(http://farm6.staticflickr.com/5516/12008494324_16d9544cc8.jpg)
Der Turm von Pura Luhur Uluwatu, am Himmel bahnt sich ein Unwetterr an.
(http://farm6.staticflickr.com/5522/12008966596_aecb224779.jpg)
An den Kliffs von Uluwatu, der Himmel wird immer dunkler.
(http://farm8.staticflickr.com/7439/12067584746_ba25af6b5a.jpg)
In der Ferne sieht man heftigen Niederschlag ...
(http://farm6.staticflickr.com/5495/12008421183_6649b20d20.jpg)
… und ein Tornado zieht über die Halbinsel Nusa Dua.
Ich bin froh, auf meinem Fahrer gehört zu haben, denn nur Minuten später hätte es auch uns erwischt.
Ich bin am Ende meines Berichtes angelangt.
Den letzten Beitrag widme ich meinen Freunden auf Bali, die mir über viele Jahre ihre Treue zeigen und die meinen Aufenthalt zu einen unschätzbaren Erlebnis machten.
Noch einmal mein letzter Beitrag in diesem Thread.
;)
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{* {* {*
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{* sehr schoener Bericht.
ich war frueher oefters in Indonesien und jedesmal bin ich dann auch nach Bali geflogen.
Eine sehr schoene Insel.
Ich kann mich noch genau an einmal erinnern, es war wohl im Nord-Osten , dort gibt es auch die heissen Quellen.
Wir fuhren mit dem Wagen ueber Ubud dorthin, an dem grossen Vulkan vorbei und uebernachteten dort in einer Huette nahe am Meer. In der Umgebung von Singaraja.
Des Nachts kam ein fuerchterlicher Sturm auf, der Strom wurde unterbrochen , ans schlafen war gernicht zu denken und das Meer kam immer naeher.
Da kam Freude auf {; nein, eher Angst , dass die Wellen das kleine Resort erfassen koennte. Glasfenster wurden durch die herumfliegenden Aeste zertruemmert.
Gott sei Dank, es hat sich nach einigen Stunden wieder gelegt, nur der Strom kam nicht wieder.
Am naechsten Tag sind wir wieder zurueck nach Kuta gefahren. Auf der Strasse sahen wir dann, wieso keine Elektrizitaet vorhanden war. Viele Baeume wurden entwurzelt, zerrissen die Oberleitungen und auf der Strasse lagen die Baeume quer in alle Richtungen.
Auch einige Haeuser hatten schaden genommen.
Als wir in Kuta ankamen, alles normal, nichts vom Strum gesehen, die hatten noch nicht mal etwas gemerkt davon.
Es war eben nur dort die Region betroffen.
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danke, lieber Achim, und danke für die nachträglichen Korrekturen. Ich brauche immer wieder mal Eure Hilfe, wenn ich nach der Stunde der Korrekturmöglichkeit noch gravierende Fehler finde.
@Burianer
danke für den Beitrag. Ich freue mich, wenn sich jemand mit eigenen Erfahrungen am Thema beteiligt. Einmal bereits erlebte ich einen zerstörerischen Sturm in Laos in Sop Hao in der Nähe von Xam Nua, da hatte es das ganze Dorf verwüstet. Auf Bali am 11. Dez. letzten Jahres erschien es mir dann doch noch schlimmer gewesen zu sein.
Ich setze fort mit meinem Dankeschön an die Freund auf Bali.
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Dank an meine Freunde auf Bali
Meinen vorerst letzten Beitrag in diesem Thread will ich unbedingt all meinen Freunden auf Bali widmen, ohne denen ich solch wertvolle Eindrücke und Erfahrungen nicht hätte gewinnen können.
All ihnen sei gewiss, dass meine Erlebnisse auf der Insel nicht die letzten sein werden, ein nächster Besuch ist schon geplant.
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Mayang und ihr Sohn Gunggus (5)
in deren balinesischen Kommune ich während meines Aufenthaltes auf Bali wohnen und an ihrem Alltag teilhaben durfte.
Die mich zu einem eindrucksvollen Ausflug nach Java und zu den Vulkantouren begleiteten.
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I Made Kardita und seine Frau Ni Wayan Sukastini
die mich in die königliche Familie einführten und mir bei allen Aktivitäten auf Bali immer beistanden
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Anom und seine Freundin Koming
die sich immer um mich bemühten und mit mir fantastische Ausflüge unternahmen
(http://farm8.staticflickr.com/7435/12030470945_b5ed381e2f.jpg)
Ni Gusti Anom
die mir und meiner Frau über ein Jahrzehnt die Treue hielt und wir bei ihr als Freunde stets willkommen sind.
Sie ist im stolzen Alter von 101 Jahren. Wir wünschen ihr noch viele weitere glückliche und gesunde Jahre.
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Michael
mein Tauchfreund, der mich schon viele Male zu atemberaubenden Tauchgängen verführte.
Michael betreibt auf Bali eine Tauchstation mit Schulung
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Koming, mich selbst, die kleine Dila (6) und Anom
Untuk reuni awal
auf ein baldiges Wiedersehen
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