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Thailand-Foren der TIP Zeitung => Mein Tagebuch => Thema gestartet von: madaboutsingha am 13. Februar 2009, 08:52:20

Titel: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 13. Februar 2009, 08:52:20
6. 9. 06

Ein Simpel in Pattaya

Heute ich muß euch von meiner Pattaya-Reise erzählen. Ich hab doch tatsächlich in der Sparkassen-Tombola den Hauptgewinn gezogen! „Eine Reise für zwei Personen ins tropische Thailand“, stand da geschrieben. Und mich haben Sie weiß Gott gezogen! Aber ohweh, kaum hatte der Sparkassendirektor uns den Gewinn gebracht, gingen die Probleme los, denn als meine Ursel auf den Bildern neben der weit geschwungenen Strandbucht von Pattaya auch noch die Altstadtbeizen mit den fröhlich winkenden einheimischen Bedienungen vor der Tür sah, fing sie sogleich zu zetern an. Es sei doch allgemein bekannt, weshalb die Männer nach Thailand fahren, und jetzt sei ihr auch klar, weshalb ich unbedingt an der Tombola teilnehmen wollte. Dorthin käme sie ja niemals mit, da solle ich mal schön alleine fahren. Sie sei eine anständige Frau und würde sich nicht in ein Flugzeug voller alter geiler Hammel setzen. Und ich, ich sollte mich schämen in meinem Alter. Ob ich denn nicht an meine Tochter denken würde und an die Leute im Ort, die sich nun über uns das Maul zerreissen würden? So sehr regte sie sich auf, dass die Nachbarn von dem Geschrei vor unserer Haustür zusammenliefen, und wissen wollten, wer denn schon wieder gestorben sei.

Ich hab das alles gar nicht verstanden. Im Prospekt stand nix davon, dass nur alte Männer nach Pattaya fahren. Zwar stand geschrieben, dass der unternehmungslustige Gast gegebenenfalls auch Unterhaltungsmöglichkeiten für die langen Abende fern der Heimat fände, doch im allgemeinen verspreche das Reiseziel in der warmen Sonne einen erlebnisreichen Erholungsurlaub für jedermann. Auch Familien mit Kindern würden an dem puderweichen Sandstrand ihren Alltag vergessen und ausspannen können. Pattaya sei ein beliebtes Ferienparadies für Alt und Jung. Ja, abends träfe man sich sogar in guten deutschen Restaurants, wo man bei Kartoffelsalat und Bratwurst oder Rouladen mit Rotkraut die Heimat nicht vermissen würde. Schließlich sei ja bekannt, dass die einheimische Kost wegen ihrer Schärfe von den empfindlichen europäischen Mägen nicht so gut vertragen würde, so daß man schon deshalb bei den gewohnten Heimatgerichten bleiben sollte. Und später am Abend sei ein kleiner Verdauungsbummel durch die Altstadtgassen empfohlen, wo man in urigen Kneipen sogar deutsche Schoppen serviert bekäme. Na, das hörte sich doch gut an. Daran war doch nichts Verwerfliches zu finden!

Da die Ursel nicht mitkommen wollte, hab ich den Fritz gefragt. Der war sogar schon mal dort gewesen und kannte auch die Örtlichkeiten. Der Fritz hatte noch Resturlaub aus dem alten Jahr abzufeiern und weil ihn ja die ganze Fahrt nichts kostete, war der gleich dabei.

Der Postheinz fuhr uns an den Flughafen. Beim Abschied schlug er mir auf die Schulter und zwinkerte mir zu. Ich solle es nicht zu doll treiben in der Fremde, raunte er vielsagend. Ich sei ja nun doch schon in den Sechzigern und ob ich auch gut vorgesorgt hätte, besonders in den Nächten.

Also, ich muß mich schon wundern, was sich die Leute für Gedanken machen. Das Schlafzimmer war schon lange gebucht und bestätigt. Was sollte ich mir da Sorgen machen, dass ich nicht unterkommen könne?

Der Flieger landete in Bangkok, und aus der Luft sah es so aus wie bei uns im Vogelsberg, nur lagen überall große Wasserpfützen herum, doch dazwischen war es grün und das Land war flach. Die haben die richtigen Äcker für unsere Kartoffeln, dachte ich mir gleich. Was mussten wir uns auf den buckligen Äckern plagen! Hier konnte man große Grubber, Eggen und Setzmaschinen einsetzen. Aber der Fritz sagte, hier gäbe es keine Kartoffeln, sondern nur Reis und Nudeln. Also dann, sagte ich zu ihm, will ich unbedingt einen Reis- und Nudelanbaubetrieb besichtigen, denn das hatte ich ja noch nie mit eigenen Augen gesehen.

Von Bangkok ging es mit einem sehr bequemen Reisebus weiter, der aber erstmal im Verkehr stecken blieb. Die Mopedfahrer überholten den Bus rechts und links und nahmen ihm die Vorfahrt. Und keiner da, der die Nummernschilder aufschreibt!!! Wie war das möglich! Klar, kann die Polizei nicht überall sein, aber das darf man doch nicht durchgehen lassen. Wo kämen wir denn da hin, wenn das jeder machen würde? Drum wühlte ich in meiner Tasche und reichte dem Busfahrer Papier und Bleistift, aber der lächelte nur und holte sein Handy heraus. Ach so ist das! Der macht gleich Beweisaufnahmen von den Mopedrowdies! Diese Thais sind aber clever!

Beruhigt lehnte ich mich in meinen Sitz zurück und schlief etwas ein. Als ich wieder aufwachte, fuhr der Bus eine Küstenstraße entlang, von der man das weite Meer und Palmen sehen konnte. Palmen hatte ich ja mein ganzes Lebtag noch nicht gesehen. Die Waltraut, die auf der Gemeinde schafft, war schon mal in Mallorca gewesen, und hat erzählt, dort gäbe es auch Palmen. Die wären das ganze Jahr grün und hätten auch gar keine Blätter, die im Herbst abfallen könnten. Na, wer weiß! Die Waltraut weiß auch nicht alles. Wie wollen die Palmen denn den harten Winter überstehen? Der schwere Schnee knickt ihnen doch die Äste ab.

Der Bus fuhr uns direkt zum Hotel. Sofort kamen zwei Boys mit einem Gepäckwagen herbeigeeilt und begleiteten uns zum Empfang. Dort standen fünf Damen hinter dem Tresen und legten wie auf Kommando ihre zwei Hände gegeneinander, so knapp unterhalb der Nasenspitze, und senkten ihre Köpfe darauf. Na, die haben aber eine raffinierte Art drauf, sich in der Nase zu popeln, dachte ich mir. Gut, wir nehmen gewöhnlich ein Taschentuch dazu und drehen uns auch höflich zur Seite. Merkwürdig auch, dass alle Damen zur gleichen Zeit einen Nasenkitzel verspürten. Ich wollte ihnen schon mein Schnupftuch reichen, da klärte mich der Fritz auf, dass dies die übliche Begrüßungszeremonie unter den Eingeborenen sei. Aha, die haben also gar nichts in der Nase! Sehr geschickt angetäuscht.

Nachdem wir die Formalitäten erledigt hatten, gingen wir auf unser Zimmer. Dies befand sich im fünften Stock und wir benutzten einen bequemen Lift. Der Fritz musste mit mir in einem Zimmer schlafen, wovon er nicht so sehr begeistert war, aber schließlich hatten wir nur ein Doppelzimmer gewonnen und keine zwei. Etwas mürrisch brummte er wie wir es denn nachts mit unserem Besuch halten sollten. Schließlich gebe es ja nur ein Bett und es wäre ja unpraktisch, wenn ich da schon drin liegen würde. Wie bitte? Ich fiel aus allen Wolken. Wieso kriegen wir hier nachts Besuch, wo uns doch niemand kennt und wieso sollte ich in meinem eigenen Bett nicht liegen können? Wer hat das Bett denn gewonnen? Ich oder er? Nix da. Mein Bett gebe ich nicht her. Zumal für wildfremden Besuch, den ich gar nicht kenne! Womöglich schnarchen die oder haben Schweißfüße, dass das ganze Zimmer stinkt! Dann, knurrte er, dass er sich eine „shorttime“ außerhalb sucht. Na, mir egal, was er sich sucht. Aber eigentlich ist unser Bett groß genug für uns beide, da braucht er sich nicht noch extra eine Pension zu suchen.

Wir machten das Fenster auf und traten auf den Balkon hinaus. Das war also Pattaya, das verträumte Fischerdorf am Meer! Im Prospekt stand, dass der Strand 15 km lang sei und jedes Jahr 4,4 Millionen Ausländer hier Urlaub machten, davon alleine über 200 000 Deutsche. Na, das musste ja wirklich ein tolles Ferienziel sein, wenn so viele Menschen aus der ganzen Welt jedes Jahr hier herkommen. Doch leider konnten wir von unserem Zimmer das Meer nicht sehen, weil ein anderes Hotel davor stand. Und auch das im Katalog beschriebene Meeresrauschen konnten wir nicht hören, stattdessen zogen uns aus einem Bistro in einer schmalen Nebenstraße die leckersten Pizza- und Bratendüfte um die Nase, die uns sofort mächtig Appetit machten.


Am nächsten Morgen standen wir schon früh auf. Wegen der Zeitverschiebung waren wir wohl noch etwas durcheinander. Zuerst mal gingen wir frühstücken. Das Hotel hatte sich alle Mühe gegeben, um uns zu verwöhnen und hatte ein mehr als 10 Meter langes Frühstücksbüffet aufgebaut. Was es da nicht alles gab! Bratkartoffeln und Spiegelei, Schweinebraten und Spaghetti und Würstchen und Schinken. Eine einzige Frühstückswonne. Herz, was begehrst du mehr? Wenn ich das meiner Ursel erzähle, dann beißt die vor Wut in die Tischplatte, dass sie zu Hause geblieben ist. Aber das hat sie nun davon!

Wir aßen uns rappelsatt und machten anschließend einen Morgenspaziergang. Die engen Gassen waren noch wenig belebt und ab und zu kamen uns im Gänsemarsch ein paar merkwürdige Kerle entgegen, die wohl für eine anständige Hose und ein sauberes Hemd kein Geld hatten. Ja, manche hatten noch nicht mal Schuhe an! Doch jeder von ihnen steckte in so einem orangefarbenen Nachthemd, das aber nicht ganz über die Schultern reichte. Wahrscheinlich waren die auf dem Weg zum nächsten Faschingsumzug, denn manche trugen so eine Art Bongopauke mit sich herum. Das waren wohl die Trommler. Doch dann sahen wir, dass sie vor manchen Läden stehen blieben, und die Leute kamen aus dem Haus und legten den ulkigen Gesellen allerlei Almosen in ihre Taschen. Die dachten wohl auch, wenn sich die Kerle schon keine anständigen Klamotten leisten konnten, dann sollten sie sich wenigstens mal ordentlich satt essen. Seltsamer Trupp war das. Ich wollte ihnen schon hinterher laufen und fragen, ob sie es nicht mal mit ehrlicher Arbeit probieren wollten, es ist doch eine Schande, wenn kräftige arbeitsfähige Männer bettelnd durch die Straßen laufen! Doch der Fritz hielt mich zurück und klärte mich auf, dass dies thailändische Bettelmönche seien, die im Kloster lebten und keinerlei Arbeit nachgehen müssten. Ich war baff. In welchem Land gibt es das sonst, dass die Arbeitslosen eine einheitliche Uniform tragen und in Gemeinschaftslagern gehalten werden? Mir blieb die Luft weg. Das sollten wir in Deutschland auch mal einführen. Mir schien, dass wir Deutschen von diesen bauernschlauen Thais noch viel lernen können.

wird fortgesetzt...
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: boehm am 13. Februar 2009, 10:44:21
Hahahaha, das wird bestimmt wieder eine lustige Geschichte, freu mich schon auf die Fortsetzung!!! :-* :-* :D :D
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: pomjau am 13. Februar 2009, 16:30:14
Köstlich geschrieben... bitte weiter machen :-)

Cheers
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: Taurus † am 13. Februar 2009, 18:55:26
Wenn das in dem Stil so weitergeht....Spitzenklasse.
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: dii am 13. Februar 2009, 19:35:20
(http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/fun/icon_lol2.gif)   ...mehr (http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/fun/icon_thumbs1.gif)
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: Profuuu am 13. Februar 2009, 22:35:41
Herrlich politisch unkorrekt.  8)
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: Sonex am 14. Februar 2009, 00:29:34
6. 9. 06
... gingen die Probleme los, denn als meine Ursel auf den Bildern neben der weit geschwungenen Strandbucht von Pattaya auch noch die Altstadtbeizen mit den fröhlich winkenden einheimischen Bedienungen vor der Tür sah, fing sie sogleich zu zetern an. Es sei doch allgemein bekannt, weshalb die Männer nach Thailand fahren, und jetzt sei ihr auch klar, weshalb ich unbedingt an der Tombola teilnehmen wollte. Dorthin käme sie ja niemals mit, da solle ich mal schön alleine fahren. Sie sei eine anständige Frau und würde sich nicht in ein Flugzeug voller alter geiler Hammel setzen. Und ich, ich sollte mich schämen in meinem Alter. Ob ich denn nicht an meine Tochter denken würde


Mit solch haltlosen Vorurteilen habe ich auch immer zu kämpfen.  :'(
Nicht umbedingt mit meiner Holden, obwohl die gegenüber nahezu allen weiblich Thais Vorbehalte hat.
Auch habe ich keine Tochter, sondern einen Sohn, der immer mal wieder gerne mit seinen durchgeknallten Alten nach Thailand fliegt.

Aber zum Beispiel unsere Steuerberaterin:
Die meint in Thailand sei es überall schmutzig und es werden bevorzugt gebratene Hunde gegessen.
Hinfliegen -so glaubt sie - wuerden nur Kinderschänder. Wenn sie das sagt, schaut sie mich immer so merkwürdig an.  :o
Ihr zu erklären, dass die Thailänder Hundefreunde sind, die ihren Lieblingen was zum anziehen geben, und dass es dort auch ganz normale Frauen gibt, die in sehr sauberen Häusern wohnen ist zwecklos!

SoneX
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: hmh. am 14. Februar 2009, 00:42:35
Madaboutsingh:  (http://babbelgosch.org/forum/images/smilies/green/icon_biggrin.gif)    (http://babbelgosch.org/forum/images/smilies/green/icon_megagrin.gif)  (http://babbelgosch.org/forum/images/smilies/green/icon_lachtot.gif) (http://babbelgosch.org/forum/images/smilies/green/icon_2thumbs.gif)
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: sabeidi am 14. Februar 2009, 01:15:44
wieder einsame Klasse. :D ich dachte hier kann nur der Profuuu, so lustig schreiben. ;D

super, weiter. :D
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: crazyandy am 14. Februar 2009, 05:52:23

 ??? ;D ;D ;D
finde es auch ganz große Klasse

bitte bitte weiterschreiben

freue mich schon auf die Fortsetzung   yeahh auch das ist der TIP
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: hobanse am 17. Februar 2009, 18:56:57
Nun aber weiter, madaboutsingha, alles wartet auf die Fortsetzung!!!
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 17. Februar 2009, 19:11:45
17. feb. 09


Geduld - Geduld!

Und langsam mit den alten Gaeulen.

Bin unterwegs und der Internetzugang ist ein wenig erschwert.

Doch im Anschluss kommt nun der zweite Teil.

Der dritte Morgen oder Uebermorgen, versprochen.

Vorab schon mal vielen Dank fuer die Aufmerksamkeit.

Ihr seid wirklich ein tolles Lesepublikum!

Paul
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 17. Februar 2009, 19:12:33
Nun wollte ich aber endlich das Meer sehen. Wir überquerten eine belebte Fahrstraße und kamen zu einer herrlichen Strandpromenade. Die war wie aus dem Katalog. Im Schatten hoher Kokospalmen schlenderten wir gemütlich über einen schön gepflasterten Gehweg und genossen die Aussicht auf den nahen Strand. Dort gab es überall Liegestühle, die unter schattenspendenden Schirmchen aufgebaut waren. Man konnte sich sonnen und den kleinen sanften Wellen zugucken wie sie über den Sand liefen. Es war herrlich! Dieser Moment machte alles wett. 40 Jahre Schufterei waren vergessen. Die Schichtarbeit auf dem Kran des Betonwerkes und die Schinderei mit unserer elenden Feierabendlandwirtschaft. Und nie einen Urlaub in all den Jahren und das Geld war immer knapp. Nie hat es gereicht. War das etwa der Garten Eden, von dem der Pfarrer sonntags immer sprach? Das Meer kannte ich ja nur aus dem Fernsehen und die Sonne scheint bei uns ja auch nicht alle Tage. Und dann all diese freundlichen Eingeborenen. Besonders die Frauen. In diesem Klima wächst ja alles von selbst, so dass sie offenbar nicht zu arbeiten brauchten. So saßen sie längs des Strandweges auf gemauerten Bänkchen und winkten uns lächelnd zu. Einmal stand eine sogar auf und ergriff meinen Arm und wollte mich zu sich aufs Bänkchen ziehen. Der Fritz lachte ein bisschen gequält wie er sah, was ich bei der hiesigen Frauenwelt für Chancen hatte. Den hat noch keine aufs Bänkchen gezogen. Spaßeshalber setzte ich mich mal zu ihr. Nun knetete sie meinen Oberarm und meinte ich sei ja ein gar kräftiger junger Mann und ob sie mich nicht ein wenig massieren sollte. Sicherlich täte mir der Rücken weh oder der Hals oder die Arme. Ich war wie vom Donner gerührt. Woher wusste diese wildfremde Eingeborene von meinem Reißen in den Gliedern? Die musste über einen siebten Sinn verfügen. Dann begann sie an den Oberschenkeln herumzudrücken und fragte mich, ob mir das gut täte. Und ob mir das gut tat! Sie sagte, sie würde mich ja so gerne massieren, sie würde fühlen wie sehr ich verspannt wäre, und ob wir nicht in mein kühles Hotelzimmer gehen könnten. Sie hätte nur eine einfache Bastmatte, und sie würde mich ungern vor all den vorbeispazierenden Leuten hier massieren. Das leuchtete mir ein, doch sagte ich ihr, daß ich leider nicht sehr viel Geld für so eine teure Massage hätte und dass sie es lieber mit jemand anderem probieren sollte. Aber eine Massage sei doch gar nicht teuer, gab sie zurück, nur 200 Baht, also umgerechnet 4 Euro, für eine ganze Stunde. Das darf doch alles nicht wahr sein, allmählich fange ich wirklich an zu glauben, dass ich im Paradies gelandet bin. Die Massageliesel in unserem Ort nimmt 25 Euro die Stunde, dabei hat sie immer so kalte Hände und freundlich lächeln tut die auch nie. Allmählich wurde der Fritz unruhig und drängte zum Gehen. Na ja, eigentlich wollten wir ja auch eine Strandwanderung machen. So verabschiedete ich mich von der sehr freundlichen Frau und versprach später noch einmal wieder zu kommen.

Aber wir kamen nicht weit. Schon bald stand wieder ein nettes junges Frollein an unserer Seite, doch diesmal packte sie den Arm von dem Fritz. Ich sagte ihr, dass wir schon bei ihrer Kollegin waren und ihre Massage nicht in Anspruch nehmen könnten, doch sie bot gar keine Massage an. Ob wir nicht auf eine „shorttime“ mitkommen wollten. Nun fing ich aber wirklich zu stutzen an. Der Fritz hatte doch gestern auch schon von einer „shorttime“ gefaselt. Wie konnte sie wissen, dass der Fritz genau eine solche Pension suchte? Das kam mir nun doch nicht mehr geheuer vor und ich fragte den Fritz, ob er denn nicht meint, dass, wenn wir uns ein bisschen Mühe geben und uns im Bett nicht allzu breit machen, ob es dann nicht doch geht mit uns beiden. Er muß doch deswegen nicht ausziehen! Der Fritz lachte übers ganze Gesicht und sagte, da hätte ich etwas völlig verkehrt verstanden. „Shorttime“ sei nicht der Name einer Pension, sondern etwas ganz anderes. „Shorttime“ würde bedeuten, dass man kein rechtes Zuhause hätte und sich deswegen zeitweise eine günstige Übernachtungsgelegenheit suchen würde so wie diese Frau hier. Hier gäbe es viele Frauen, die von ihren Männern verlassen worden wären und für ein vorübergehendes Dach über dem Kopf dankbar wären. Ach, wenn das so ist, sagte ich, dann kann sie doch mitkommen und auf unserem Wohnsofa schlafen. Doch der Fritz guckte mich ein wenig schräg von der Seite an und meinte dann, dass wir ja abends noch mal vorbeikommen könnten.




Reichlich verschwitzt kamen wir von unserem Strandspaziergang zurück. Wir nahmen eine erfrischende Dusche. Dann zogen wir uns um und traten in den lauen Abend hinaus. Heute wollten wir mal probierweise in einer originellen alteingesessenen Fischerschaenke ein deftiges Abendmahl zu uns nehmen. Ich hatte mal so richtig Appetit auf einen gebratenen Seehecht oder einen geduensteten Kabeljau in Buttersosse. Denn Meerestiere gibt es bei der Ursel ja nur in Form von Fischstaebchen, weil die keine Graeten haben. Der Fritz meinte aber, hier gaebe es schon lange keine Fischerkneipen mehr, und ob wir nicht lieber in ein Lokal gehen wollten, wo es sowohl die eingeborene Bekoestigung als auch die gewohnten heimatlichen Gerichte gaebe. Ich wars zufrieden. Auf diese Weise konnte ich mich immer noch entscheiden wie ich wollte. Das Lokal hiess “Beer Garden” und war direkt ans Meer gebaut und man sass auf rohen Baenken an dunklen Tischen ohne Licht. Die Bedienung brachte die Speisekarte und zwei Taschenlampen vorbei. Nanu, dachte ich, was sind das denn hier fuer Nassauer! Beim Strom knausern sie und Geld fuer Kerzen haben sie auch nicht! Haetten sie nicht wenigstens eine alte Stalllaterne aufhaengen koennen? Missmutig leuchteten wir in der Speisekarte herum und wenn es keine Bilder darin gegeben haette, dann waere ich sicherlich gleich wieder abgezogen. Beherzt entschied ich mich fuer ein paar einheimische Speisen, und bestellte eine Tom Yam Talee, die als appetitanregende Meeresfruechtensuppe angepriesen wurde, aber so aussah wie der Samstagsmoehreneintopf von der Ursel, und dazu einen Bratreis mit Krebsfleisch. Nach der Bestellung kassierte die Bedienung die Taschenlampen wieder ein und liess uns im Dunkeln sitzen. Hinter unserem Ruecken zog im Kreise silbrig schillernder Sterne ein rosafarbener Glutmond auf, der aussah, als drohte er jeden Moment ins Meer zu stuerzen, was die duestere Szenerie noch gespenstiger machte. Wir sahen uns um und gewahrten auf den Nachbarbaenken die schwarzen Schatten weiterer Gaeste, denen die Stromknauserei augenscheinlich nichts auszumachen schien. Unbeirrt stocherten sie in ihren finsteren Schuesselchen und Tellern herum, aus denen sie ungewisse Happen fischten, die sie tapfer zum Mund fuehrten. Doch wieso benutzten sie Loeffel dazu? Hatten die etwa alle die gleiche Suppe bestellt? Musste wohl so sein, denn Reis essen die Eingeborenen laut Reisefuehrer doch mit Staebchen. Aber der Fritz klaerte mich auf, dass die Eingeborenen  ihren Reis ueblicherweise mit dem Loeffel essen. Na, das hatte ich mir gleich gedacht, dass der Reisefuehrer spinnt. Wie kriegt man denn auch die Reiskoerner auf die Staebchen! Der Kochbeutelreis von der Ursel war jedenfalls immer sehr bequem mit der Gabel zu essen.

Als das Essen kam, brachte die Bedienung auch die Taschenlampen wieder zurueck. Aber wie sollte ich gleichzeitig leuchten und essen? Damit kam ich ueberhaupt nicht klar. Ich fuhr mit dem Loeffel durch die kraeftig riechende Fischsuppe, in der in Umrissen ein paar vereinzelte Krabbenschwaenze auftauchten. Auch kam es mir in der Dunkelheit so vor als trieb eine schuppige Fischshaut mit etwas blassem Fleisch dran vorbei und auch ein wolliger Tentakelkopf eines Tintenfisches schien mit von der Partie zu sein. Na, egal, der genussvolle Duft stimmte mich sehr zuversichtlich und steigerte mein Essverlangen. Zu dem Bratreis hatte die Bedienung ein Schaelchen mit einer weiteren Suppe gestellt, die aber sehr geizig bemessen war. Das war wohl so die Art des Hauses. Geizen, wo es geht. Und warm war das frugale Sueppchen auch nicht. War wohl eher so eine Art Kaltschale. Na, die kennen wir ja aus unseren heissen Sommern. Ich fuhr mit dem Loeffel durch die duenne Bouillon, die etwas widerlich nach alten Fischen roch und in der rote und gruene Linsen herumschwammen, und genehmigte mir einen gehoerigen Schluck davon. Sie war graesslich salzig und klammerte mir fuer einen Moment den Mund zu einem duennen Streifen zusammen. Ich biss auf die Linsen und augenblicks setzte ein fuerchterliches Brennen ein als haette jemand eine lodernde Feuersbrunst in meinem Mund entfacht. Die Gluthitze schien schier die Schleimhaeute wegzuaetzen, was Hoellenschmerzen freisetzte, von denen ich niemals gedachte haette, dass man sie ausserhalb eines Zahnarztstuhls kriegen kann. Gottlob loeste die salzige Bruehe einen Wuergereflex aus, sodass ich mit schmerzverzogenem Gurgeln und Fauchen die Reste in hohem Bogen ueber den Tisch spuckte. Panisch griff ich zu einem Glas kalten Wasser und leerte es in einem Zug, doch das Brennen wollte nicht aufhoeren. Der Fritz, der sich vor Lachen kaum auf dem Baenkchen halten konnte, reichte mir den Eiskuebel, den ich mir prompt an den Mund setzte. Das sei weder eine Kaltschale noch Bouillon, erklaerte er mir, sondern eine Fischsosse mit gehackten Chillies, mit der sich die Einheimischen den Bratreis nachwuerzen.


Nach dem Essen brachen wir zu einem kleinen Rundgang durch das Örtchen auf, von dem es doch hieß, dass ein Bummel durch die alten Fischergassen sehr lohnenswert sei. Doch scheinbar war die Hafengegend woanders, denn wir gingen ausnahmslos durch Straßen, in denen sich Bars und Musikkneipen niedergelassen hatten. Na ja, jede Hafenstadt von Welt hat ihr Vergnügungsviertel. Aus den Kneipen hörten wir moderne Musik, und obwohl es doch schon zu vorgerückter Stunde war und es kühl zu werden drohte, saßen die jungen Kellnerinnen in sehr freizügiger Bekleidung herum und riefen uns zu. Vielleicht wollten sie, daß wir sie zu einem Stadtbummel einladen, aber der Fritz wusste es wieder mal besser und meinte, sie würden gerne ein paar harmlose Spielchen mit uns in ihrer Bar spielen. Dies schien offenbar auch zu stimmen, denn sie riefen uns zu, dass wir doch "handzahme" Männer seien, womit sie uns wohl signalisieren wollten, dass sie uns für ritterliche Kerle hielten, von denen keine Gefahr für sie ausgehe.



Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: boehm am 17. Februar 2009, 20:45:04
 :D :D :D :D :D :-) :-) :-) :-)

coole Geschichte........
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: sabeidi am 18. Februar 2009, 05:50:45
einach weiter, ich lach mich kaputt. ;D :D
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 18. Februar 2009, 21:11:02
Wir folgten ihren Rufen und setzten uns an einen Tresen hinter dem eine ganze Reihe junger Bedienungen sich zu schaffen machten. Von der Herumlauferei war mir ganz warm geworden und ich freute mich auf ein frisch gezapftes Pils mit einer ordentlichen Schaumkrone. Also bestellten wir jeder einen Schoppen, doch fassungslos mussten wir mit ansehen wie sie uns ein Flaschenbier auf den Tisch stellten als seien wir beim Schorsch auf seinem staubigen Zementrohbau. Sollten wir das Bier etwa aus der Flasche trinken! Ja, sind wir denn nicht in einem gepflegten Abendlokal mit kultiviertem Bierausschank wie es im Reisefuehrer stand! Na, das war sicherlich nur ein Versehen. Ich winkte ein junges Bedienmädchen herbei und machte sie auf ihren Irrtum aufmerksam, doch dann brachte sie einen Styroporbecher herbei und stellte ihn mit einem blitzsauberen Lächeln direkt neben die Flasche. Ja, Himmelherrgottsakrament, ich trinke doch kein Bier aus einem speckigen Styroporbecher! Sind die denn bescheuert hier? Mir riß der Geduldsfaden. Ich war schon halb auf dem Weg hinter den Tresen, um selber nach einem Glas Ausschau zu halten, als mich der Fritz geistesgegenwärtig am Hemd festhielt. Dies sei doch eine Straßenbar, in der man es gewohnt sei, das Bier aus der Flasche zu trinken und der Styroporbecher würde dazu dienen, die Flasche darin länger kühl zu halten.

Kaum saß ich wieder auf meinem Hocker, trat von hinten eine junge Frau heran, die außer einem kurzen Röckchen und einem knappen Oberteil nicht viel anhatte. Ich guckte mich um und entdeckte, dass alle Mädchen in dieser Bar und auch die in den danebenliegenden Bars genauso gekleidet waren. Offenbar war das die landesübliche Abendtracht der hiesigen Eingeborenen. Mir gefiel diese einheimische Volkstracht sehr, bei der man die freien Schultern und die hübschen Oberarme und Beine sehen konnte, aber das werde ich der Liesel niemals erzählen, denn die denkt ja gleich wieder sonst was.

Das Mädchen fing an, mich nach meinem Namen zu fragen und woher ich komme, wie lange ich schon hier sei, wann ich wieder abreise und ob es mir hier gefiele. Je länger sie sich mit mir unterhielt, umso mehr gewann ich den Eindruck, dass ich ihr wohl enorm zu gefallen schien, zumal sie sich sogar nach meinem Beruf erkundigte und auch wissen wollte, wo ich denn hier wohnte und wie das Hotel hieße. Sie fasste mich an den Unterarmen und drückte sie leicht und wollte wissen, ob sie mir nicht eine wohltuende Massage bereiten könne. Doch zuerst hätte sie mächtig Durst und wie es denn wäre, wenn sie erstmal etwas trinken würde. Na, wie kann ich was dagegen haben, wenn sie sich etwas zu trinken bestellt. Wenn sie doch Durst hat, braucht sie mich doch nicht zu fragen. Dann zog sie sich einen Hocker herbei und quetschte sich neben mich und den Fritz, der auf der anderen Seite auch schon eine ähnliche Unterhalterin gefunden hatte.

Als das Getränk kam, stieß sie mit mir an und sagte „Tschok dii“, was so viel wie Prost hieße, und sagte, dass ich ein sehr freundlicher und aufmerksamer Mann mit einem großen Herzen wäre. Dann fragte sie nach meiner Frau und meinen Kindern und wo die jetzt sind. Deutschland würde sie ja gar nicht kennen. Sicherlich sei es da sehr kalt, aber sie würde die Kälte mögen, denn hier in Thailand sei es ihr zu heiß. Doch nach Deutschland könne sie ja niemals fahren, denn dazu sei sie zu arm. Sie sei erst vor vier Tagen nach Pattaya gekommen und würde hier in der Bar nur einer Freundin aushelfen, die überraschend krank geworden wäre. Danach müsse sie wieder zurück nach Buriram, wo sie in einer Holzhütte auf einem Reisfeld mit ihren Eltern und ihren acht Geschwistern leben würde. Sie würde mit ihren Eltern auf dem Reisfeld arbeiten, aber so sehr sie sich auch plagten, der Reisanbau brächte nie genug ein, um alle Münder immer satt zu kriegen. Sie selber hätte auch schon drei kleine Kinder, für die sie kein Geld für den Schulbesuch hätte, weshalb sie bei der Mutter lebten, wo sie täglich die Reisbüffel beaufsichtigen würden. Ich fragte sie, ob ihre Kinder denn keinen Vater hätten, der sich kümmern könnte, aber sie machte nur eine verächtliche Handbewegung und sagte, dass alle Thaimänner schlecht seien und sich um die Familie nicht scheren würden. Ihr Mann wäre mit einer jungen Frau durchgebrannt und hätte sie mit den Kindern in ihrem Elend sitzen lassen und zahlen würde er auch nichts. Ja, fuhr ich dazwischen, da muß man dem mal ordentlich die Hammelbeine lang ziehen, und ob sie nicht schon auf der Polizei gewesen wäre, damit man den flüchtigen Strolch dingfest machen könne. Sie solle sich mal einen guten Anwalt nehmen, der dem verantwortungslosen Strauchdieb eine Alimentenklage an den Hals hetzt, die sich aber gewaschen hat. Das ist doch die einzige Sprache, die solche Kanaillen verstehen!

Später fragte sie mich, ob wir nicht noch einmal woanders hingehen möchten. Ich sei doch so ein großzügiger und herzensguter Mann und sie hätte sich jetzt so an mich gewöhnt, dass sie gerne noch ein wenig mit mir alleine wäre. Man könne sich ja so gut mit mir unterhalten und ich sei ja auch so verständnisvoll, und ich hätte doch sicherlich nichts dagegen, wenn sie mich Papa nennen würde. Ich hatte nichts dagegen und ließ die Rechnung kommen. Merkwürdig nur, dass sie keine bekam. Na ja, da sie hier ja aushilft, geht das sicherlich „aufs Haus“, das kannte ich aus dem “Scharfen Eck”, wo die Bedienungen auch den Haustrunk frei hatten. Der Fritz drehte sich zu mir um und raunte mir zu, ich hätte Zeit bis um 23 Uhr, dann käme er. Na ja, mir war es eigentlich egal, wann er kommt, aber so wusste ich Bescheid.

Als wir eine Weile auf der Straße so dahingeschlendert waren, sagte Noi, so hieß meine neue Begleiterin, dass sie auf einmal so müde würde und ob sie sich nicht eine kleine Weile in unserem Zimmer ausruhen könnte. Das sei doch hier ganz in der Nähe und sobald sie wieder zu Kräften gekommen sei, könne sie mir dann auch gleich eine kleine Massage verpassen. Das wäre doch praktisch, oder nicht? Ich fand auch, dass eine Mutter von drei kleinen Kindern sich nicht abends in einem unuebersichtlichen Barviertel herumtreiben sollte, wo sie womöglich noch wildfremden Männern mit gottweiß welchen Absichten zum Opfer fallen könnte. Drum willigte ich ein. Ein wenig dachte ich schon daran, was das für ein mordsmäßiges Gelästere und Gekeife gaebe, wenn meine Liesel wüsste, dass ich mit einem fremden Mädchen auf das Zimmer ginge. Aber die Liesel denkt ja immer nur das Schlechte und nicht, dass es sich hier um eine grundanständige junge Frau handelt, die niemals so verdorbene Gedanken im Schilde hat.

Auf dem Zimmer angekommen, wollte sich Noi zuerst mal duschen, da ihr der Schweiß am ganzen Körper kleben würde. Als sie wieder aus dem Badezimmer kam, hatte sie sich das große Hotelhandtuch um den Körper geschlungen und vor ihrer Brust verknotet. Bei der Hitze im Zimmer konnte ich es ihr auch nicht verdenken, wiewohl sie nun noch viel mehr freie Haut zeigte als vorher. Erstaunlich nur, daß sie so gar keine Scheu hatte, sich so zu entblößen! Na, nur mal gut, dass sie mit mir an einen anständigen Mann geraten war, von dem sie nichts zu befürchten brauchte, und nicht an einen jener schändlichen Sittenstrolche, die überall herumlungern und nur darauf aus sind, gewisse Notlagen junger Frauen auszunutzen.

Noi legte sich aufs Bett und rollte sich zusammen wie eine Katze und es schien als wolle sie schlafen. Doch auf einmal drehte sie sich um, und fragte mich, ob ich denn nicht auch müde sei und mich nicht ein wenig zu ihr legen möchte. Also gut, sagte ich, aber ich will dich nicht stören. Du sollst dich erholen. Ich lege mich ganz weit weg von dir auf die äußerste Bettkante. Aber, aber, meinte sie, ich würde sie doch überhaupt nicht stören und meine Nähe täte ihr so gut, weil sie fühlen würde wie gut ich sie verstehe. Ich sei ein Mann mit einem guten Herz. Sie rutschte zu mir und strich mir über die Schulter, dabei verrutschte ihr Handtuch, und sie entblößte ihre Brust. Dann nahm sie meine Hand und legte sie auf ihre linke Brust und fragte mich, ob ich ihren Herzschlag spüren könne. Dieses Herz schlage nur für mich, den gutherzigsten und aufrechtesten Mann, den sie je kennen gelernt habe.

Mir wurde es auf der Stelle etwas schwindlig und in meinem Kopf setzte sich ein Karussell in Bewegung, das einfach nicht mehr stehen bleiben wollte. Einerseits wollte ich so schnell wie möglich aufstehen, andererseits war es wunderbar so dicht beisammen zu liegen, sich so verständig zu unterhalten und sich ein wenig zu massieren. Nun nahm Noi auch noch meine andere Hand und legte sie auf ihre zweite Brust, hinter der sich aber kein Herz mehr befand, und sie fragte mich, ob mir das nicht gefallen würde. Na, und ob mir das gefiel! Doch das Karussell in meinem Kopf drehte sich immer schneller und meine Gedanken fuhren Achterbahn. Ich schloß die Augen und da sah ich wie eine finster starrende Liesel hinter dem Schaltkasten des Karussells auftauchte, und unheilvoll eine schwere Eisenstange schwang, die sie mir jeden Moment hinterher zu werfen drohte. Ich wollte fliehen, aber es ging nicht, denn ein warmes und sehr starkes Gefühl hielt mich gefangen, es zog eine heisse Feuerspur den Rücken hinab und sammelte sich in meinem Lendendreieck, wo es zu glühen anfing und ein Loch durch die Hose zu brennen schien.

Die Ursel, die ich ja schon aus dem Kindergarten kenne, hat mich immer verspottet, dass seit meinem Stimmbruch noch nie viel mit mir los gewesen waere, was aber nie gestimmt hat. Im Gegenteil! Nach ihren Wechseljahren bekam sie so einen strengen Mundgeruch und einen ganz abscheulichen Achselschweiss und ihre Vorliebe fuer kratzige Schafswollunterhosen, die auch noch umstaendlich auszuziehen waren, taten ebenfalls das ihre. Im Winter zog sie die stinkenden Stallstiefel neben dem Bett aus und schmierte ihre schrundigen Haende dick mit Melkfett ein, womit sie das ganze Bettzeug versaute, aber niemals hatte sie so eine weiche Samthaut wie jene, die hier neben mir im Bett lag und mir die Sinne raubte. Ich machte die Augen wieder zu, und jetzt sah ich wie sich die Liesel auf meinen Koffer stuertzte und wie eine Furie darin zu wuehlen anfing. Dann drehte sie sich um und hielt triumphierend das Paeckchen Kondome hoch, das ich sorgsam zwischen den Feinrippunterhosen versteckt hatte. Ha, schnaubte sie, hier! Hier ist der Beweis! Ihr Maenner seid doch alle Schweine. Sie haette es ja schon immer gewusst, dabei quollen ihr die Zornesadern an den Schlaefen auf und ihr Gesicht wurde rot und nahm die Form dieses Mondes an, der heute Abend ueber dem Meer hing. Sie wisse ja seit langem, was ich fuer ein falscher Fuffziger waere und wie ich vor ein paar Jahren gerne mit der ledigen Apothekersfrau ins Heu gegangen waere, weil die mir auf der Kirmes schoene Augen gemacht habe, sie wisse alles, schaeumte sie, und ich braeuchte ihr kein Theater mehr vorzuspielen, und was ich in Thailand suche, waere fuer sie auch sonnenklar und auch, was ich hier hinter ihrem Ruecken treiben wolle, nur - und nun zog ein malizioeses Grinsen ueber ihre wutentstellte Visage - koenne sie sich beim besten Willen nicht vorstellen, womit!!


     wird fortgesetzt, doch es dauert etwas. Ich bitte um Verstaendnis....                                        
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: Isan Yamaha am 19. Februar 2009, 10:28:48
Hallo Köstlich,
bitte weitermachen.
Sag mal deine Bekannte da die kommt aus Buriram,frage mal nach der Adresse,ich schaue dann
mal da vorbei,nicht das die dich am ende Verarscht. :P
Und ich bin gespannt,was deine Lisel mit dir macht,wenn du wieder zu Hause bist. :'(
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: dottore am 11. März 2009, 05:34:14
... oh man, habe den Text komplett verschlungen ...

... wann geht es weiter? Bin schon ganz wild drauf!  :)
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: sap am 12. März 2009, 04:28:59
Für diese Story solltest Du Geld verlangen. Aber mach bitte weiter, auch wenns gratis ist.
Danke
Sepp Angerer
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 12. März 2009, 09:07:51
12. 3. 09

Sap, mein Herz ist voller "Verlangen".

Aber so gut finde ich - nach etwas Abstand - nun die Geschichte auch wieder nicht.

Der vierte und letzte Teil kommt. Ich hab euch nicht vergessen, nur ein bisschen wenig Zeit gehabt.

Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: Isan Yamaha am 09. August 2009, 13:46:19
12. 3. 09

Sap, mein Herz ist voller "Verlangen".

Aber so gut finde ich - nach etwas Abstand - nun die Geschichte auch wieder nicht.

Der vierte und letzte Teil kommt. Ich hab euch nicht vergessen, nur ein bisschen wenig Zeit gehabt.


Wann kommt der vierte und lezte Teil. ;) :-)
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 17. August 2009, 12:22:57
17. Aug. 09

Liebe Freunde des Simpels!

Nachdem der Simpel nun Zeit genug hatte, sich Pattaya in die Länge und in die Breite anzugucken, wäre es eigentlich an der Zeit seine letzten Tolpatschigkeiten zu berichten. So saß ich dieser Tage mit frischen Ideen dabei, doch heute morgen mußte ich eine äußerst betrübliche Entdeckung machen, die mich in nicht gekannter Art ratlos macht. Der komplette Simpel-Ordner auf meinem Computer ist leer, die Simpel-Geschichte und auch alle übrigen Geschichten sind weg. Ich hatte sie nur dort abgespeichert. Ich bin fassungslos.

Wie konnte das passieren? Ich bin mir absolut sicher, daß ich nichts darin gelöscht habe. Nur den Simpel habe ich verschiedentlich weitergeschrieben und abgespeichert. Doch die Merkwürdigkeiten gehen weiter. Ich kann in eben jenem Ordner GAR NICHTS mehr abspeichern, keine Webseiten und keine Word-Dateien. Was ist da los?

Vielleicht gibt es einen schlauen Menschen in der Forengemeinde, der mit übersinnlichen Computerrätseln vertraut ist und mir schreiben kann.

Es tut mir sehr leid, ich kann jetzt gar nichts mehr schreiben. Ich muß nachdenken. Falls der Text wieder auftaucht, stelle ich ihn hier rein, falls nicht...ich weiß es nicht...gerade der schluß war nochmal schön...ich weiß nicht, ob ich das nochmal so hinkriege...ich könnte heulen...


Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: max am 17. August 2009, 12:32:02
hallo "madaboutsingha",

hoffe dass Dir dabei irgendeiner Hier behilflich sein kann.
war vor 2 Wochen schon in der Versuchung zu fragen wann´s denn weitergeht!

wäre schön doch noch was zu hören (lesen)!

lg
max
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: Low am 17. August 2009, 13:36:21
Vor einiger Zeit kannte ich verschieden Harddisk Daten Rettungsprogramme.
Leider bin ich etwas aus der Übung. Vielleicht googelst du mal.

Mit den besten Wünschen
Low

Ich selber traue niemandem und bin doppelt oder dreifach Speicherer. (Meistens)
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 17. August 2009, 13:56:18
Inzwischen hab ich mich wieder etwas gefaßt. Aber die Aussicht bleibt trübe.

Es sieht nach ersten Recherchen so aus, daß ich VERMUTLICH die externe Festplatte, auf dem die Simpel-Datei gespeichert war, nicht mit "Hardware sicher entfernen", sondern einfach mal so herausgezogen habe. Dafür sprciht, daß beim Öffnen von Word die rechts oben letzten bearbeiteten Dateien angezeigt werden und sich alle, bis auf den Simpel öffnen lassen. Wahrscheinlich war also der Simpel geöffnet, während ich blödsinnigerweise den Stick herauszog.

Der Dateiordner ist darüberhinaus komplett leer, also wurden sämtliche Word-Dateien in dem Ordner mal gleich mitgelöscht.

Am verzweifelsten ärgert man sich über die eignen dummen Fehler. So etwas Blödes!!!

Nun probiere ich eine Wiederherstellung mit dem Freeware-Programm Recuva:
http://www.chip.de/downloads/Recuva_23935261.html (http://www.chip.de/downloads/Recuva_23935261.html)

Im Moment läuft ein Tiefenscan, der eine Stunde dauert. Ich persönlich würde es für ein mittelschweres Thaiwunder halten, wenn da doch noch etwas herauskommen würde. Warten wirs ab...
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 17. August 2009, 14:48:33
So, der Tiefenscan ist durch. Gefunden hat er jede Menge Zeugs, das irgendwann mal auf dem Laufwerk gelöscht wurde, aber der gute Simpel bleibt verschwunden.

Was machen wir jetzt?

Hat jemand eine schlaue Idee?

Nochmal zum Rekapitulieren: Der Ordner ist völlig leer. Inhalt: 0 Byte.

Ich muß weiter nachdenken - am besten am Pool - und da gehe ich jetzt auch hin.



Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: khun mai ru am 17. August 2009, 23:29:51
@madaboutsingh

Ich wünsche Dir Erfolg bei dieser Datensuche. Vielleicht haben ja auch die
Moderatoren eine Idee. Das ist mir ebenfalls mal passiert; bin da echt in´s
Schwitzen gekommen. War trotzdem alles futsch. Allerdings bin ich kein PC-
Experte und hatte keine Hilfe, jetzt aber einen externen 250Gb-Festplatten-
speicher.

Daumendrückenderweise kmr

Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: Binturong am 17. August 2009, 23:59:50
Madaboutsingha,

ich würde eher auf einen Virus tippen, da ja alle Word Dateien weg „sein sollen“.

Ein befreundeter Computerladen hier entfernt nie, so ich gesehen habe, mit "Hardware sicher entfernen" Das sollte das Problem nicht gewesen sein.

Versuch noch ein anderes FileRecovery Programm. Oder lass dieses nochmals durchlaufen.

Die Datei findest du. Ich drück uns die Daumen.
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: thai.fun am 18. August 2009, 01:11:28
@Madaboutsingha:
Mir ist Egal ob Du die Daten in dem Ordner findest oder nicht, ich will einfach das Du den Simpel findest, damit der weiter erzählen kann.....:D :D :D

Gruss und Dank, Max
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: rh am 18. August 2009, 08:01:23
Kauf Dir doch einfach eine Software mit headphone, bei der diktiert Du und Dein pc schreibt.

Und das kannst Du auch machen im und am pool .    :D :D :D :D :D
rh
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 19. August 2009, 10:55:01
19. Aug. 09

Liebe Freunde des Simpels,

ich habe Erfreuliches zu berichten. Teile des Simpels konnte ich auf einem Stick wiederfinden, womit die konfusen Urlaubserlebnisse des Simpels in Pattaya weitergehen können.

Da ihr einen solch regen Anteil genommen habt, habe ich mich entschlossen, euch zum Ausgleich für das lange Warten und die zwischenzeitlich aufgetretenen Irritierungen mit einer fünften Folge zu beschenken.

Doch erstmal gibts heute abend (thaitime) den 4. Teil.
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: astronaut007 am 19. August 2009, 11:50:13
Doch erstmal gibts heute abend (thaitime) den 4. Teil.

Lechz lechz, kanns kaum erwarten, Augen weit auf, Fang und
Zahnstellung in Bereitschaft wo isses nu??????????????
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 19. August 2009, 19:59:10
                                                      - 4 -


Als ich wieder aufwachte, war Noi nicht mehr da und der Fritz lag schlafend neben mir. Er machte Geräusche wie die schrottreife Dreschmaschine vom alten Theiß auf dem Aussiedlerbauernhof, die noch nie so richtig rund gelaufen ist. Ich sah an mir hinunter und stellte fest, dass ich völlig nackt im Bett lag. Was war geschehen? Wo war mein wollener zweiteiliger Biberschlafanzug, den mir die Ursel eingepackt hatte? Und wo war mein Schlafmützchen, damit ich mir nachts den Kopf nicht verkühlte? Doch dann fiel mir wieder alles ein, das Feuer, die Glut, das Karussell und diese verarmte Noi vom Reisfeld, die mir eine Massage verpassen wollte, aber zwischendurch wohl eingeschlafen war. Nur, warum war sie nicht mehr da? Wo war sie jetzt? Warum hat sie sich nicht verabschiedet? Eigenartig, sehr eigenartig. Ich stand auf und sah, dass meine Hose nicht wie sonst sorgfältig zusammengelegt über dem Stuhl hing, sondern auf dem Fußboden lag. Ich hob sie auf und da fühlte ich, dass das Portemonnaie nicht mehr da war. Doch dieses hatte ich ja am Abend in die Nachttischschublade gelegt, weil ich der Noi für ihre Kinder ein paar Bahtscheine geben wollte. Aber als ich die Schublade aufzog, war es nicht drin. Oder hatte ich es in der Bar liegen gelassen? Nein, nein, ich weiß gewiß, ich hatte es in die Schublade gelegt. Ein entsetzlicher Verdacht kroch in mir hoch. Nein, sagte ich zu mir, das konnte nicht sein. Vergiß es, so ein rechtschaffenes und ehrliches Mädel vom Land tut so etwas niemals! Doch so sehr ich auch suchte: das Portemonnaie blieb verschwunden. Aber der Fritz, dem ich später von meinem Verlust berichtete, lachte nur und meinte ich hätte ganz typische Anfängerfehler gemacht, und diese Noi sei keine verarmte Frau vom Lande, sondern eine durchtriebene Diebin, die mir wahrscheinlich auch noch halluzinierende Tropfen ins Bier geträufelt hätte, um mir anschließend im Schlaf die Geldbörse zu rauben.


Ich brauchte Tage bis ich mich wieder erholt hatte. Mein Glaube an das Gute im Menschen war erstmal zerstört. Wie konnte es sein, dass so ein armes junges Ding so schlecht sein konnte? Nun traute ich niemandem mehr. Der Fritz ging jeden Abend aus und was er unterwegs anstellte, erzählte er mir nicht. Ich blieb in unserem Hotelzimmer, saß vor dem Fernsehgerät bei schrecklichen Filmen, deren Sprache ich nicht verstand, oder auf dem Balkon in den Pizzadünsten. Das gefiel mir aber auf die Dauer auch nicht, und so beschlossen wir eines Abends wieder einmal zusammen auszugehen.

Laut Reiseführer soll es in Pattaya ja eine beliebte Fussgängerstrasse geben, so groß und lang wie die Zeil bei uns in Frankfurt. Hier hiess sie “Walking Street”, also Walkstraße, was bedeutete, daß man sich in den unzähligen Massagesalons mal so richtig durchkneten lassen konnte. Doch daneben gibt es auch eine Fülle von Bars, Diskotheken und Tanzcafes, die hier aber “Go-Gos” heißen. Vor manchen dieser Tanzschuppen hatte man ein laufstegartiges Podest errichtet, auf dem ein paar biegsame Tanzmädchen mit gelangweilten Gesichtern herumsprangen und den Eindruck vermittelten, als gäbe es den Spaß eigentlich woanders zu kaufen. Aus allen Lokalen brandeten moderne Stampfmelodien über die Straße, die untereinander in einem unverträglichen Musikwettstreit lagen, und wohl die Absicht verfolgten, den arglos vorbeiflanierenden Spaziergänger derart zu betäuben, dass er, anstatt die Flucht zu ergreifen, sich verschreckt in ein solches Lokal flüchtet, nur, um geschwind dem andauernden Krach der Strasse zu entkommen. Diese primitive Methode hat bei uns tatsächlich ihre Wirkung nicht verfehlt, denn ehe wir uns versahen, waren wir schon auf dem Weg in so eine “Go-Go”. Mit einer Rolltreppe fuhren wir in ein oberes Stockwerk und gelangten in einen dunklen, schlauchartigen Gehkanal, aus dem uns die wummernden Bässe schon entgegen gelaufen kamen. An schwarzen Holzplatten hingen überall Hinweise, dass man nicht fotografieren dürfe. Na, was wirds in einem schummrigen Tanzlokal schon zu fotografieren geben!

Wir landeten in einem dünn beleuchteten Tanzsaal mit hohen Decken und vielen Spiegeln an den Wänden, und ein paar junge Kellner geleiteten uns an ein rundes Bistrotischchen, wo wir auf zwei ärmlichen Barhockern Platz nahmen. Wir bestellten Bier und sahen uns um und gewahrten eine Tanzfläche, auf der sich eine unübersichtliche Schar gertenschlanker Zauberpuppen mit knappen Bewegungen im Tanze drehten, die aber gleichwohl schnell zu ermüden schienen, weshalb sie sich immer wieder mal an so deckenhohen Chromstangen festhalten mussten. Manche dieser hinreissenden Geschöpfe rieben sogar gelegentlich ihren Unterleib daran, wie es unsere Stallsauen zu Hause tun, um Ungeziefer loszuwerden. Das Närrischste aber war, dass die alle splitterfasernackt waren. Nicht einen einzigen textilen Faden hatten die am Leib! Nur um den Oberarm trugen sie so eine Spange mit einer Nummer, wahrscheinlich damit sie nicht so leicht verloren gehen. Ich konnte die Augen gar nicht weit genug auf kriegen. So viele nackte wippende Brüstchen auf einem Haufen hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Und das war ja noch gar nichts gegen das, was man zwischen ihren Beinen gewahr werden konnte. Da war ja kein einziges Härlein im Weg! Sensationell! Bei der Ursel war ich ja selten weitergekommen als bis zu ihren fest vertäuten Miederkorsagen, wo ich mich auch noch jedes Mal in den vielen Schnüren und Schnallen verhedderte. Besonders das Bustier hatte sie sich so eng umgeschnallt als sei es eine thailändische Polizistenuniform, da konnte man noch nicht mal einen Fingernagel dazwischen bringen! Und was andere Frauen an raffinierten Unterhöschen mit unter die Bettdecke brachten, das war bei der Ursel eine knallenge, wehrhafte Formunterbuxe aus Elasthan, zu deren Entfernung Operationsbesteck vonnöten gewesen wäre. Selbst wenn es mir in den wenigen lauen Frühlingsnächten, die uns das raue Vogelsbergwetter mitunter vergönnte, einmal gelang, hinter die hochgerüsteten Panzerungen vorzudringen, und ich die zentrale Gefechtseinheit freilegen konnte, dann verfingen sich meine hilflos tastenden Finger in einem dschungelähnlichen Haarlockenverhau, in dem jeglicher Weiterkommensversuch ohne Drahtschere steckenblieb. War es da ein Wunder, dass es mit meinem Wallungen schnell vorbei war?

Der Kellner kam und brachte das Bier und stellte es auf unser rundes Bistrotischchen neben einen gelben Stiefel. Nanu, wieso stehen denn hier die Stiefel auf dem Tisch? Ich guckte mir den Stiefel genauer an und entdeckte erst jetzt, dass da ein Fuss drin steckte und in dem anderen Stiefel, vor dem der Fritz sass, auch. Und an dem Fuss war ein Bein und das Bein führte geradewegs…. Nein, das sage ich jetzt aber nicht, was ich zwischen diesen grandiosen Beinen direkt über meinem Kopf gesehen habe. Neugierig tastete sich mein Blick weiter nach oben und entdeckte im Halbdunkel eines offen baumelnden Leibchens zwei herrlich junge Frauenbrüste, die im Rhythmus der Musik federnd wippten und darüber strahlte ein goldig lächelndes Backfischgesicht auf uns herab, das uns mit freundlichem Nicken begrüßte. Jetzt wurde ich aber unsicher und guckte vorsichtshalber mal unter den Tisch. Wer weiss, in welchen Ecken die hier sonst noch diese Tanzpuppen versteckt hatten.

Dann sah ich seitwärts eine schwere Eisengitterabsperrung in der Wand, wohinter sich ein knallrot ausgeleuchteter Hohlraum befand, in dem sich drei total entkleidete, blutjunge Disconixen wie verloren im Tanze wiegten. Ei, was hatten die wohl wieder ausgefressen, dass man sie in diesen engen Menschenkäfig sperrte und dem schaulustigen Männervolk zur Gaudi vorsetzte? Überhaupt schien das ein gefährlicher Laden zu sein. Offen wurden die Gäste mit Strafe bedroht, denn an den Wänden hingen Schilder, worauf stand “Barfine 600 Baht”. Es wurde aber nicht gesagt, wofür! Der Laden war mir nicht geheuer. Gut, die 600 Baht hätte ich noch dabei gehabt, aber auf keinen Fall wollte ich mich von denen ausziehen und nackt in so einen Käfig sperren lassen. Das sind ja schöne Sitten hier! Ich schielte nach der Tür und sah wie sich ein paar junge stämmige Kerle davor zusammenrotteten, zweifellos um den ahnungslos herumsitzenden Gästen den späteren Ausgang zu verwehren. Nun wurds mir aber wirklich himmelangst. Mit zitternder Stimme fragte ich den Fritz, wofür man denn hier bestraft würde, und er sagte, dass ich Strafe zahlen müsse, wenn ich ein Mädchen mitnähme. Aha, und falls ich keins mitnehme, dann komme ich in den Käfig, oder was? Der Fritz nippte an seinem Bier und guckte wie einer, dem der Osterhase die Unschuld gestohlen hatte. Also, egal, was ich mache, es geht bitter aus, sagte ich. Am besten wir trinken aus und gehen, vielleicht schaffen wir es ja noch, heil hier raus zu kommen.


wird fortgesetzt mit dem 5. Teil
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: olaf76 am 20. August 2009, 00:21:02
Super Bericht, es handelt sich doch hoffentlich nicht um die "Peppermint A-Go-Go"...oder doch....???
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: Binturong am 20. August 2009, 00:24:11
olaf76,

bist du der Fritz?
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: olaf76 am 20. August 2009, 00:30:35
muss ich Dich leider enttaeuschen.....nein,....kein Fritz
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: khun mai ru am 20. August 2009, 00:37:30
@madaboutsingh

Danke für die tolle Story! ...wollener zweiteiliger Bieberschlafanzug...  Genial.

Für Deine Suche nach den verlorenen Dateien wünsche ich Dir baldigen Erfolg!

mfg kmr
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: madaboutsingha am 21. August 2009, 20:43:07
                                                                              - 5 -

Wieder blinzelte ich zur Tür und sah wie mehr und mehr dieser grimmig dreinblickenden Rausschmeißertypen den Ausgang abriegelten, während die eingesperrten Nacktbarbies in ihrem engen Tanzkäfig so unbeschwert herum hopsten als sei es das Normalste von der Welt. Dabei konnte man genau erkennen wie sie mit stummen, Hilfe suchenden Handbewegungen auf ihre Not aufmerksam machen wollten. Auf einmal sah ich alles glasklar und in meinem Gehirn brannte nur noch ein Gedanke: Raus hier, egal wie!

Ich schnappte mir meine Flasche Bier, rutschte von meinem Barschemelchen und bahnte mir einen Weg zur Toilette, wo mir in einem dunklen Gang auch schon eines dieser feenhaften Tanzfrüchtchen entgegen gesegelt kam. Schnell sprang ich hervor und packte sie bei der Hüfte und drückte ihr den geöffneten Flaschenhals von hinten zwischen die Rippen. Das biegsame Formpüppchen guckte mich mit großen ungläubigen Augen an, doch machte sie gute Miene zum garstigen Spiel, vielleicht weil sie die unvermittelte Attacke für einen fremdartigen Spaß hielt. Ihre nackte junge Haut fühlte sich weich und doch fest an und durch meine Brust zog ein eigentümliches Verlangen wie ich es bei meiner schwer verbarrikadierten Ursel noch nie verspürt hatte. Doch für derlei schwer fassbare Stimmungswirrnisse war nun keine Zeit. Schließlich ging es um höhere Ziele. Ich spitzte meinen Mund und tat, als wolle ich sie küssen, wobei sie ihren göttlichen Astralleib nach hinten bog und mir ein Paar der knackigsten Mädchenbrüste dieser Welt entgegenreckte, deren Anblick mich für einen Moment ganz taumelig machten. In meinem Kopf fing es an zu blitzen und in der Hose stand ein primäres Schaltrelais auf einmal derart mächtig unter Spannung, dass es mich in tiefe Zweifel stürzte, ob man die Ursel mit ihren zwei hutzeligen Quarkbeuteln denn gattungstechnisch überhaupt zu den Frauen zählen durfte.

Ich senkte meinen Mund auf eine dieser fabelhaften jugendlichen Wöllbungen, was das Girl mit heftiger Gegenwehr zu verhindern suchte, und drückte meine weit geöffneten Lippen darauf. Das Girl fuhr zurück, um sich aus meiner Umklammerung zu lösen, doch unglücklicherweise blieb dabei ihr strammer Warzennippel in meiner großen Oberkieferzahnlücke hängen. Mit einer ruckartigen Bewegung befreite sie ihn, begleitet von einem gellenden Aufschrei. Kreischend vor Schmerz griff sie sich an die Brust und trippelte laut heulend und krakelend in Richtung Bar, wo sie sofort von ihren Kolleginnen umringt wurde. Da sah ich auch schon wie sich von der Eingangstüre her ein Trupp jener stämmigen Pferdebändiger im Laufschritt zu mir in Bewegung gesetzt hatte. Nun war mein Schicksal besiegelt…


Als ich wieder aufwachte, fand ich mich in einem kahlen Raum auf einer Pritsche wieder. Außer einem Tisch und einem Stuhl gab es keine weiteren Möbel. Über mir brannte eine helle Neonröhre, und von jenseits der Türe hörte ich noch immer die dumpfen Stampfrhythmen der Tanzmusik. Ich hatte kein Hemd an und sah an mir hinab. Auf der Brust entdeckte ich ein paar blaue Flecken, die bei jeder Bewegung schmerzten, und die rechte Gesichtshälfte fühlte sich unterhalb des Auges etwas dicker an. Dann fiel mir wieder alles ein. Meine Angstpanik, das Tanzfrüchtchen und die Pferdebändiger mit ihren harten Fäusten. Ich stand auf und ging zur Tür, aber sie war verschlossen.

Da saß ich also in einem kargen Hinterzimmer mitten in Pattaya und war ein Gefangener der thailändischen Go-Go-Mafia. Hatten sie mich nicht alle vor diesem Land gewarnt? Der Postheinz, der Manfred Klein aus der Untergasse und sogar der Heinrich vom Gemeindeamt, der mir den neuen Paß ausgestellt hatte. In diesem Land, so warnte er noch, hätte man jüngst sogar tausende, völlig unschuldige Touristen 2 Wochen lang nicht ausreisen lassen. Man hätte den Flughafen einfach zugemacht, die Touristen auf dem blanken Boden kampieren lassen und niemand hätte sich um sie gekümmert. Ja, meine Güte, war das denn wirklich wahr? Gibt es denn hier keinen, der mit harter Hand aufräumt? In welches Land war ich denn da gekommen? Wie konnte die Sparkasse eine Reise in solch ein unzivilisiertes Land anbieten? Selbst der Fritz, der das Land ja schon länger kannte, sagte, dass es ihm zusehends nicht mehr geheuer vorkäme. Der Fritz! Ja, wo war der Fritz denn überhaupt? Haben sie den etwa auch eingebuchtet? Ich sah schon die Titelzeile im Heimatanzeiger: „Deutsche vergessen im Thaikerker“ und unten drunter „Bei Schlangen und Kakerlaken – die Kehrseite eines Tropenparadieses“.

Hatte es wirklich so weit kommen müssen? Mir war aufrecht zum Heulen. Ich dachte an meine Ursel. Ach, meine unvergleichliche Ursel mit ihrem herben Charme und ihren gut versteckten Leidenschaften! Werde ich sie jemals wieder sehen? Gut, eine Samthaut hat sie nie besessen und ihre grauen strohigen Borstenhaare auf dem Kopf hatten nie den Glanz  jener pechschwarzen Seidenmähnen von diesen einheimischen Siamfrauen. Ach, Ursel, irgendwie hab ich mich aber doch an dich gewöhnt. Hast mich immer gut versorgt, hast mir meine Hemden gebügelt und mir morgens meine Stullen gemacht. Warst immer fleissig und sparsam, und 5 Tage Urlaub in Bad König waren dir auch immer genug. Sonntags gingst du in die Kirche und mittwochs sangst du im Gemeindechor, so lange bis sie deine falschen Töne entdeckten. Dabei wolltest du so gerne den Chor leiten. Aber wie sollte das gehen, wenn du nicht mal wusstest, daß man Tonleiter nicht werden, sondern nur lernen kann? Aber das war dir nie einzureden. Auch wenn du unter Erotik immer so eine Art Nahkampf im Ehebett verstanden hast, bei dem du den Pfarrer am liebsten als Schiedsrichter mit dabei gehabt hättest, war mir dein derbes Liebesspiel doch vertraut. Selbst mit deiner stacheligen Oberlippenbehaarung und deinen klatschenden Triefschmatzern, die du für Küsse hieltest und die du stets generös verteilt hast, hatte ich mich zum Schluß abgefunden. Ach, Ursel ich vermisse dich!


Von draußen steckte jemand einen Schlüssel ins Türschloß, was mich aus meinen schwermütigen Trübsalsgedanken hochschrecken ließ. Wurde aber auch Zeit, dass sie mich endlich abholten. Was hatte ich denn verbrochen? So schlimm war das doch nun auch wieder nicht.

Die Tür öffnete sich und davor stand ein junges hinreißendes Geschöpf in hohen Stöckelschuhen, das wutschnaubend und laut krächzend einen Schwall von Beschimpfungen auf einen drahtigen Pferdebändiger niedergehen ließ. Es hatte ein knappes buntes Karoröckchen an und trug einen schwarzen Spitzen-BH, der die pralle Fülle aber nur schwer bändigen konnte. Über ihre Schultern fiel mittellanges, braun gefärbtes Haar, das etwas zerzaust wirkte, und in der Hand hatte sie ein drolliges silbriges Täschchen, mit dem sie dem Bewacher einen wohlgezielten Schlag zwischen die Beine verpaßte. Der jaulte auf wie ein getretener Hund und versetzte dem tapferen Mädchen einen solch kräftigen Stoß, dass es quer durchs Zimmer purzelte und auf meiner Pritsche der Länge nach hinschlug. Dann warf er die Tür wieder ins Schloß und entfernte sich fluchend mit leisem Schnaufen.

Erwartungsvoll rappelte ich mich auf meiner Liege hoch und sah mir diese furchtlose Sportsfrau näher an, die nun anfing, ihre Haare zu ordnen. Wenig erfolgreich zupfte sie an ihrem BH, dann holte sie ein Spieglein aus ihrem Täschchen hervor und betrachtete ausführlich ihr Gesichts-Make-up. Sie hieß Bui, war 22 Jahre alt und nach eigener Aussage Go-Go-Tänzerin. Für meinen Geschmack hätten die grasgrün lackierten Fingernägel nicht so lang sein müssen und auch beim Rouge wäre weniger eher Mehr gewesen. Doch mein Blick hing, als sei er angeheftet, an ihrem proppevollen Bustier, das an Verhüllung nicht halb so viel zu leisten im Stande war als es an Enthüllung in Aussicht stellte. Bui blieben meine Stierblicke nicht verborgen, und so schlug sie vor, ob wir uns nicht ein wenig näher beieinander setzen sollten, ja, und ob wir uns nicht ein wenig gegenseitig massieren sollten. Das täte ihr nach dem anstrengenden Tanzen nun ganz besonders gut.

Mit dem Massieren kannte ich mich inzwischen aus. Das war hier wohl so das gängige Verfahren, um zum Schluß in einem Bett zu landen, wo man dann ganz andere Dinge tat als man sich ursprünglich zugesichert hatte. Mir wars egal. War ich doch wie betäubt vom Anblick dieser kugelrunden, strammen Erhebungen vor ihrer Brust. Wortlos ließ ich mich neben ihr nieder.

Zunächst fuhr Bui mit ihrer Hand liebkosend über meine blauen Brustflecken und wollte wissen, wer mir die denn beigebracht hatte. Sie täten sicherlich sehr weh, meinte sie teilnahmsvoll, und auch das Veilchen unter dem Auge würde doch gewiß sehr schmerzen. Sie holte ein Riechfläschchen mit ätherischen Ölen aus ihrer Tasche und hielt es mir unter die Nase, damit ich freier atmen könne und die Schmerzen vergessen würde. 

Dann sank sie zurück und wollte nun von mir massiert werden. Ihre Haut war glatt, aber nicht weich. Ihr Bauch war flach und trainiert und ihr Oberkörper war muskulös, fast wie bei einem Mann. Sie fühlte sich durchwegs kräftig an. Doch als Tanzmaus, die jeden Abend stundenlang auf einem Glitzerpodest herumzuhampeln hatte, mußte sie ja über eine hervorragende Kondition verfügen! Ah, stöhnte sie, das täte ihr ja so gut, und ob sie den BH lösen solle, er würde mich gewiß doch sehr stören. Na, und ob der mich störte und zwar ganz gewaltig. Sie nahm den BH ab und führte meine Hände an ihre imposanten Elastohöcker, die sich sehr stramm und spannfest anfühlten, doch keineswegs massig oder fleischig, eher drahtig, straff, athletisch. Bui hatte die Augen geschlossen und gab sich ganz meiner „Massage“ hin. Oh, das tut gut, säuselte sie. Du bist der weltbeste Krauler. Mit ersticktem Ächzen wand sie ihren geschmeidigen Leib hin und her wie eine Schlange.

Dann kam ich an die Reihe. Behutsam betasteten ihre forschenden Hände meine Hose und landeten mit sicherem Gespür umgehend in meiner zentralen Steuersektion, wo meine Eliteeinheit schon marsch- und schussbereit in Aufstellung war. Gekonnt zog Bui mir die Hose herunter und begann, dem hervor springenden Elitesoldaten mit ihren geschickten langen Fingern eine spezielle „Heilgymnastik“ zu verpassen. Hoho, schnalzte sie bewundernd, du bist aber stark wie ein Tiger!

Darauf fuhr ich mit meinen Händen sanft massierend über ihre kräftigen haarlosen Oberschenkel und über ihr kurzes Röckchen, was Bui mit einem lang gezogenen Stöhnen quittierte. Nanu, was war das denn? Was war das für eine auffällige Erhebung zwischen den Beinen? Na, anscheinend reagieren diese Naturkinder noch mit viel natürlicheren Erregungen, da ist das alles ein wenig größer wie bei uns. Ich ging daran, Bui das Röckchen abzustreifen, doch damit war sie gar nicht einverstanden. Das würde nicht gehen, meinte sie. Aber klar, geht das. Das geht sogar ruckzuck, sagte ich zu ihr. Du bist aber stürmisch…

Was denn? Schämt sie sich? Hat sie ihre Tage? Ist sie krank? Bui warf sich zur Seite. Was ist denn los? Bui druckste herum. Ob ich denn wirklich so heiß auf sie wäre? Ja, selbstverständlich. Sieht sie denn nicht selber, was sie da in den Händen hält? Ich sei also wirklich ganz wild auf sie, schielte sie mißtrauisch fragend zu mir herauf. Ja, klar! Was soll die Fragerei? Was mich denn so heiß machen würde? Ja, meine Güte, dass man so etwas fragen kann! Ich hab selten so granatenscharfe Titten gesehen wie deine, sagte ich zu ihr. Ah, du magst also nur meine Titten? Nein, du Gänschen, ich mag das ganze Gestell. Wollen wir jetzt nicht endlich das Röckchen ausziehen? Also, du meinst, du magst alles an mir, fragte sie mich mit letzten Zweifeln im Blick. Aber natürlich, jedes einzelne Teil von deinem heißen sexy Body. Du machst mich so rasend, dass ich nicht mehr klar denken kann. Du magst also eine richtige Lady mit allem Drum und Dran. Genau, ein Vollblutweib wie du es bist, da steh ich drauf!

Ich fummelte an ihrem Reißverschluß herum und genau in diesem Moment ging das Licht aus und wir lagen im Dunkeln. Na, das hätte ja besser gar nicht passen können, murmelte ich, und zerrte nun umso heftiger an dem Röckchen. Doch dann wurde von draußen die Türe aufgeschlossen und das Licht ging wieder an. Ein kräftiger Pferdebändiger trat herein und hinter seinen breiten Schultern tauchte der Fritz auf. Als der mich mit heruntergelassenen Hosen bei der Bui liegen sah, fing er zu lachen an als hätte ihm jemand einen lustigen Kalauer erzählt. Er lachte und lachte und hörte einfach nicht mehr auf.

Er lachte sogar noch als wir am nächsten Tag im Bus saßen, der uns wieder zum Flughafen zurück brachte. Der war gut, sagte er. Das war das Beste am ganzen Urlaub. Was war so gut daran, grummelte ich unwirsch. Na hör mal…! Die Bui war ein ganz heißes Flittchen, klärte ich ihn auf. Was konnte ich dafür, dass sie sie mit mir zusammen sperrten? So, so, die Bui war also ein ganz heißes Flittchen, äffte mich der Fritz nach und guckte mich breit grinsend von der Seite an. Hör mal Fritz, du kennst doch meine Ursel. So eine scharfe Kanone wie diese Bui krieg ich doch zu Hause nie zwischen die Finger. Ja, wenn’s nur so wär, wieherte der Fritz und ein neuerlicher Lachanfall schüttelte ihn. Ich weiß gar nicht, was daran so witzig ist, schnappte ich knapp. Das war doch eine einmalige Gelegenheit!

Mein Lieber, du hast ja wirklich keine Ahnung, sagte der Fritz und legte mir mit väterlicher Geste einen Arm um die Schulter. Weißt du denn, mit wem du ein Schäferstündchen hattest? Ja, klar mit Bui! Und wer ist Bui? Bui ist die schärfste Granate, der ich jemals im Leben näher als einen Meter gekommen bin, verkündete ich stolz. Quatsch, deine Granaten-Bui war in Wirklichkeit ein junger Katoy! Ich schüttelte den Kopf. Nein, sie heißt Bui und nicht Katoy. Ja, ja, sagte der Fritz, sie heißt nicht Katoy, sie IST ein Katoy. Und wenn schon, gab ich spitz zurück, was heißt das überhaupt? Was das heißt, fuhr der Fritz mich an, das weißt du nicht? Ich guckte ihn mit großen Augen an. Katoys sind Männer, die aber gerne Frauen wären.

Mir verschlug es die Sprache. Du meinst… Ja, das meine ich. …du meinst, begann ich stotternd, ich lag mit einem MANN im Bett???  Na, klar, du Simpel, guck doch mal genauer hin! Ich konnte es gar nicht glauben. Diese Bui sollte ein Mann gewesen sein! Also war sie gar keine scharfe Granate! Ich fiel aus allen Wolken. Ich dachte an ihren glatten muskulösen Körper und ihre dunkle rauchige Stimme, ja, das könnte schon irgendwie zu einem drahtigen, gut gewachsenen Burschen passen. Und ihre grelle Schminke, die gefärbten braunen Haare und ihr aufgesetztes, affektiertes weibisches Gehabe, das war mir eigentlich gleich etwas übertrieben vorgekommen. Nun verstand ich auch, weshalb sie sich das Röckchen nicht ausziehen lassen wollte. Da waren wohl andere Dinge drunter verborgen als man sie gemeinhin bei einer Frau erwarten würde. Aber was war mit ihrer pfundigen Oberweite? War die etwa auch nicht echt? Natürlich nicht, lachte der Fritz wieder los. Die hat sich das Luder erstklassig aufpumpen lassen, um solche Simpel wie dich heiß zu machen.

Vor den Busfenstern flog die tropische Landschaft vorbei, aber ich hatte keine Augen mehr dafür. Wenn das zu Hause bekannt wurde, dann war ich erledigt. Und wenn erst die Ursel davon erfuhr, dann gab es kein Entrinnen mehr. Die holt den Dreschflegel aus der Scheune und jagt mich damit quer durchs Dorf. Was sollte ich bloß tun? Der Fritz hält niemals dicht. Diese Geschichte ist einfach zu phantastisch, die erzählt der überall herum. Ich war todunglücklich und ratlos und fühlte mich wie ein flügellahmer Adler, der nirgends mehr hinfliegen kann. Mit jedem Kilometer, den der Bus näher an den Flughafen heranfuhr, wuchs meine Verzweiflung. Wohin sollte ich noch gehen?

Da klingelte mein Mobil. Hallo, starker Tiger, wo bist du? Ich warte auf dich…



© Paul Martini


(Damit ist die wirre Urlaubsreise von dem Simpel zu Ende. Oder doch nicht? - Was meint ihr?)

Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: boehm am 22. August 2009, 11:19:52
madaboutsingha

Bitte noch eine kleine "Zugabe"!!

Köstliche Geschichte, bravo!!

Böhm
Titel: Re: Ein Simpel in Pattaya
Beitrag von: khun mai ru am 22. August 2009, 18:34:30
...Zitat: Aber so gut finde ich - nach etwas Abstand - nun die Geschichte auch wieder nicht.

@madaboutsingh: Du bist zu bescheiden. Der Beweis, s. o. !

mfg kmr