Aircon nicht nur teuer, sondern auch mit Bakterien verseucht
Wie es aussieht, wenn man Bronchitis hat und was da speziell zu beachten ist, weiß ich nicht, aber rein grundsätzlich und allgemein schreibe ich in Sachen Klimaanlagen aus meiner Erfahrung seit Jahren gegen die herrschende Meinung an. Ich kann mir nur schwer vorstellen, daß eine gut eingestellte, saubere Klimaanlage, die ja auch die Luft reinigt, für Bronchien schädlich sein soll.
Hier ein Auszug aus dem Kapitel "Klimatisierung" aus dem TIP Führer Bangkok:
.Journalisten verbreiten im deutschen Sprachraum mit der erstaunlichen Ausnahme der Schweiz, immer wieder viel dummes Geschwätz über Klimaanlagen; leider bestärkt durch eine zwar von tropischer Praxis unbeleckte, aber um so wortgewandtere Sorte grün angehauchter Gesundheits-‹experten›. Würde man deren Horrorgeschichten glauben, gäbe es wohl kaum etwas gefährlicheres im Urlaub, als in klimatisierten Zimmern zu schlafen.
Ergo stößt man in den Tropen ständig auf völlig verunsicherte, mediengeschädigte Landsleute, die schon beim Anblick einer Klimaanlage schwersten ‹Zug› bekommen und unweigerlich krank werden, wie auch immer. Nicht zufällig leiden ja gerade Deutsche und Österreicher an zahlreichen erstaunlichen Beschwerden, die bei anderen Völkern unbekannt sind oder nur im Wortschatz von Psychotherapeuten vorkommen. Versuchen Sie zum Beispiel mal das schöne deutsche Wort ‹Kreislaufstörung› in irgendeine andere Kultursprache zu übersetzen...
Jene Leute können von Glück reden, wenn sie für den Rest ihres Urlaubs nur an Erkältung laborieren und sich nicht irreparable Angstpsychosen einhandeln.
Wahr ist folgendes: In der zubetonierten Bangkoker Innenstadt ist es an heißen Tagen zum Beispiel locker immer nochmals um 3–4 Grad heißer als am grünen Stadtrand an einem gemütlichen Khlong bzw. auf dem flachen Land in den Nachbarprovinzen. Wer meint, daß er bei Tagestemperaturen von regelmäßig weit über 30 Grad sowie bei ungekühlt nicht viel darunterliegenden nächtlichen Zimmertemperaturen gesünder wohnt und schläft, wenn er auf Klimaanlagen verzichtet und statt dessen seinen Kopf in den Lufzug eines Ventilators hält, muß einfach verrückt sein.
Diese Leute sollten sich von einem Arbeitsmediziner mal etwas über den Leistungsabfall von Werktätigen, Autofahrern oder Studenten bei Temperaturen ab etwa 27 Grad sowie über die Regenerationsfähigkeit des Körpers bei Schlafzimmertemperaturenvon über 24 Grad erzählen lassen. – Weshalb, um Himmels willen, soll ein staubverteilender Miefquirl, der im brütend heißen Zimmer auf wahrscheinlich überwiegend nackte Haut bläst, gesünder sein als eine Klimaanlage, die idealerweise den Raum vorgekühlt hat und nachts auf niedrigster Stufe nur noch die Temperatur halten muß oder gar ganz ausgeschaltet werden kann?
Indes gibt es in Thailand tatsächlich Probleme mit Klimatisierung, woran aber nicht die Technik schuld ist: Mitteleuropäer kennen sich damit oft schlichtweg nicht aus, bedienen die Anlagen falsch und kleiden sich obendrein auch unklug. Wer im eiskalten Hotelzimmer halbnackt im dünnen Unterhemd ins Bett springt, holt sich in bis zum nächsten Morgen tatsächlich leicht eine Erkältung, steifen Nacken oder ähnliche Andenken.
Wir machen es so: Unsere Klimaanlage steht im Schlafzimmer auf 23 Grad und wir schlafen in langärmliger, in meinem Fall sogar recht dicker Baumwollwäsche wie etwa ein Baumwoll-Trainingsanzug ohne Knöpfe oder Reißverschlüsse. Dessen relativ voluminöser Stoff verhindert, bei mir jedenfalls, zuverlässig Erkältungen und ähnliches, auch wenn im Schlaf mal Schultern, Arme oder Beine aus der Zudecke ragen.
Tagsüber reicht es bei uns im Haus meistens aus, die Klimaanlage bei nicht unter durchschnittlich 26 Grad Raumtemperatur laufen zu lassen. Allerdings hängen und stehen leider – das kann wirklich ein Problem sein – in manchen hiesigen Hotelzimmern immer noch uralte Anlagen, deren Einstellung Glückssache ist.
Das Gebläse Ihrer Hotelzimmer-Klimaanlagesollten Sie sich jedenfalls ansehen. Wenn uralte schwarze Staubschichten zwischen den Lamellen zu sehen sind, was auch in Luxusschuppen gelegentlich vorkommt – und in Billigabsteigen überwiegend –, bedeutet das nichts Gutes. Man nimmt es dann mit der Sauberkeit nicht besonders genau. Klimaanlagen sollten regelmäßig inspiziert und gereinigt sowie von Zeit zu Zeit auch desinfiziert werden. Vielleicht hilft es auf Dauer, wenn sich deswegen immer wieder mal jemand beschwert.
Probleme haben viele Reisende auch in tiefgekühlten asiatischen Langstreckenflugzeugen. Wer sich da mit kurzer Hose, Badelatschen und Hawaiihemd ’reinhockt und promt nach zehn Stunden in Bangkok krank ankommt, ist aber selbst schuld. Ich habe in solchen fliegenden Eisbomben jedenfalls meistens eine zusätzliche dünne lange Unterhose, ein halbärmliges Baumwollunterhemd und eine leichte Jacke an oder zumindest greifbar.
© Hans Michael Hensel, TIP Führer Bangkok 8. Auflage bzw. Bangkok von innen, 7. Auflage, Seiten 61–62.