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Thailand lokal => Thailands Nachbarländer => Thema gestartet von: Morrison am 14. April 2009, 00:54:43

Titel: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Morrison am 14. April 2009, 00:54:43
Call me Ismahel. Or Morrison.

Heute möchte ich Zeugnis ablegen über eine wahre Geschichte, die sich vor wenigen Jahren zur Zeit des Songkran zutrug. Damals begann mein 2. Leben. Endlich kann ich darüber reden bzw. schreiben.

Ich hatte mal wieder spontan 4 Wochen Thailand gebucht und sass in einem Internet Cafe in Chiang Mai, als ich am Neben-Computer sah, wie sich mein Nachbar anscheinend über Laos informierte. Laos war zwar eigentlich nicht geplant, aber nach einem kurzen Gespräch mit ihm war ich der Ansicht, dass ein kurzer Abstecher dorthin evtl. lohnenswert sein könnte. Also Ticket gekauft und am nächsten Abend sass ich schon in Chiang Sean am Mekong.

Morgens darauf starte die Boots Tour mit 2 Dutzend anderen Backpackern. Mit Unterstützung von viel Beer Lao kam man sich auf dem überfüllten, unbequemen Boot international schnell näher. Mein Reisesoundsystem war hierbei mal wieder Gold wert.

Es war schon dunkel und ich stramm wie Lexa nachmittags um halb 3,  als wir in the middle of nowhere ankamen. Ich nahm sofort das nächste Guesthouse – war ja nur für eine Nacht – und wollte augenblicklich pennen gehen. Doch obwohl ich als Backpacker ja aus der Vergangenheit schon einiges gewohnt war und reichlich bedüdelt war, musste ich beim Anblick meines Zimmers doch schlucken bzw. vor Mief die Luft anhalten. Es roch schlimm nach Nager. Das war wohl die übelste Unterkunft seit Nepal Annapurna auf 4.800m Höhe.

Also da brauch ich mindesten noch ein Bier, dachte ich mir, damit es gemütlich wird, und ging runter vom ersten Stock ins „Restaurant“. Ich gesellte mich zu 3 Deutschen. Schon kam der Kellner und bot mir zur Überraschung weder Speis noch Trank, sondern was zum Rauchen an. „Ist normal hier und völlig legal“, sagten die Deutschen, haben auch schon was geshoppt. Ich entschiede mich als Gelegenheitsdrogenkonsument für Marihuana, obwohl er mir das Opium bzw. Heroin empfahl. Cool, Einschlafproblem gelöst, dachte ich mir. 1 Bier trank ich trotzdem noch.

Oben räumte ich noch mein Rucksack aus, grosser Fehler!, rauchte 3 Züge und döste so vor mich hin. Mist, das Bett begann sich drehen und der Speichel sammelte sich im Mund an. Da war es auch schon passiert. Ein riessen Schwall ergoss sich über den Fussboden. Ich hatte keinerlei Chance. Kein Licht, kein Mülleimer zur Hand. Verdammte Scheisse dachte ich mir, jetzt kannst auch morgen noch den Dreck wegputzen. Hoffentlich fressen es nachts die Ratten auf. Naja, wenigsten stinkt´s jetzt nach Mensch hier. Zu mehr war ich nicht mehr in der Lage und schlief ein.

Durch ein riessen Gepolter an meiner Tür und Geschrei wachte ich auf. Ich wusste nicht, ob noch Nacht oder schon Tag war, da das Fenster (hatte ich überhaupt eins?) mit einem Vorhang zugezogen war. Mist, entweder Razzia oder Überfall,  kam mir, immer noch völlig umnebelt, in den Sinn. Wo ist denn mein Ganja Beutel?! Ich muss das  Zeug runterschlucken. Gedacht, getan. Würg, würg, schluck, schluck, nachspül. Beinahe wieder kotz.

Jetzt kann mir nichts mehr passieren, freute ich mich und machte die Tür auf.
Schon schlugen mir die mannshohen Flammen entgegen und verbrannten mir die Nasenhaare. Das Treppenhaus und der gesamte erste Stock standen also lichterloh in Flamen. Na klasse. Türe schnell wieder zu.

Sofort schaltete mein Hirn automatisch auf Überlebensmodus. Sehr interessante, völlig neue Erfahrung. Alles, nur nicht verbrennen, funkte es in unglaublicher Schnelle. Raus hier! Sofort! Mach ran! Du schaffst das - hoffentlich. In meiner Fisherman Hose und T-Shirt bekleidet stand ich auch schon am Fenster und riss den Vorhang weg in der Gewissheit, dass sollte dort wirklich ein Fenster sein, dies mit Sicherheit asientypisch vergittert ist. Hatte aber auch schon Plan B ausgearbeitet, Bettdecke rum, durchs Feuer, und ausschauen wie Niki Lauda für den Rest des Lebens, aber lebend.

Schwein gehabt, Mini Fenster war nicht vergittert. Ich bin schon draussen auf dem Wellblechdach mit einem Bein, mein Zimmer füllt sich immer mehr mit schwarzem Rauch, das Feuer macht einen Höllenlärm, dreh mich um, und rette was auf dem Tisch vor dem Fenster steht: CD Player, CDs, Handtücher, Kultur Beutel, festes Schuhwerk und ein paar Klamotten. Für den Rest ist keine Zeit. Stopfe alles in einen Mönchs Umhang Beutel. O.K., du hast es fast geschafft, Morrison. Jetzt bloss nicht durchs Dach einbrechen, wo von unten schon der Rauch rauskommt, 4 Meter runterspringen und du bist durch. Natürlich wirst du dir beide Beine brechen bei der Landung, aber das ist jetzt egal.
Du musst leben!

Ich setze zum Sprung an, in dem Moment stürzt aus dem Nachbarfenster ein junges Mädchen. Völlig nackend und bloss. Schöne grosse, straffe Brüste, gebährfreundliches Becken. Sie stürzt hysterisch auf mich zu und umklammert mich. Ich will ihr meine Fleece Jacke und LTU-Decke aus dem Beutel geben, da ist es schon passiert. Ich krache mit dem rechten Bein durchs Wellblechdach, ziehe es aber sofort wieder hoch. Oh, oh, das sieht nicht gut. Eine unschöne, lange Fleischwunde am Innenschenkel. Blut fliesst. Egal. Runter vom Dach. Sprung und Landung. Aua, aua, stauch, stauch. Nun die Frau auffangen. Beide gerettet. Wir leben! Hurra!

Völlig unter Schock stehen wir auf der Dorfhauptstrasse und sehen zu, wie nun das Feuer von einem Bambushotel zum anderen, gleich dahinter eine hohe bewaldete Wand,  überspringt.
Das Feuer explodiert geradezu. Hastig werden Matratzen bzw.  Hab und Gut aus den Fenster geworfen. Nach ca. 5 Minuten – ich hatte kein Zeitgefühl mehr -  stehen 30 Meter geschlossen in Flammen. Nach ca. 70 Meter ist eine Baulücke. Hier kommt das Feuer nicht mehr weiter. Alles bis dahin, ca. 12 einfach gebaute Häuser brennen lichterloh.

Ich steck mir eine Kippe an. Ohh, die kratzt aber heute. Ich fange an zu kotzen. 10 Minuten. Die Bronchien kommen schon raus. Hmm, wohl doch eine kleine Rauchvergiftung eingefangen…

Da kommt auch schon die Polizei und nimmt uns 4 Bewohner des ersten Stocks ins Gewahrsam. Das Mädchen, eine Israelin, ihr Freund ein Japse, der war gerade unten kacken, als das Feuer ausbrach und noch ein Japse, der sich bereits vor uns gerettet hatte.

Na toll, denke ich mir, als ich im Bullenwagen hocke. Die 3 beliebtesten Völker der Welt legen mal wieder alles in Schutt und Asche, was das wohl alles kostet. Noch lebe ich, aber ich habe keinen Pass und nichts, ausser meinen Möchsbeutel. Oh, no…

Werde ich die Folter im laotischen Knast überleben? Die Dorfbewohner waren ja auch schon auf Lynchstimmung. Wird sich mein blutiges Bein entzünden, so dass ich an Wundbrand sterbe. Egal, noch lebe ich ja. Die Israelis werde uns schon raushauen nach ein paar Monaten mittels eines Spezial Kommandos, sobald sie Wind von der Sache bekommen. Oder doch auf deutsche Geheim-Diplomatie hoffen?

Anyway: Houston, wir haben hier ein Problem!

End Teil 1. Bilder kommen auch noch.

Teil 2: Morrison geht bei 44 Grad durch die die Hölle,  hat Schweine-Glück im Unglück, verpennt seinen Rückflug, feiert im Judenhotel a la Oskar Schindler Pesachfest und  verliebt sich.
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: ilunkinam am 14. April 2009, 05:13:09

Das Entsetzen hinter dir und das nackte vor dir, in dieser Situation nach den Kurven Ausschau zu halten
und dann noch Retter sein, eben Morrison Live, ringend nach Life.

Gruss Bernd
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: hellmut am 14. April 2009, 06:17:18
1A Story
Hau in die Tasten.(http://forumprog.free.fr/GS_7ece3a084a93ef65562dcf7acb1baf5a.png)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: angkor am 15. April 2009, 00:54:22
Morrison mach mal weiter.... ich könnte wetten das die Brandstorie in Pak Beng war. Pak Beng ist die erste Station zwischen Chiang Khong und Luang Prah Bang.  8) 8) 8)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: namtok am 25. April 2009, 16:59:58
Zitat
End Teil 1. Bilder kommen auch noch.

Teil 2: Morrison geht bei 44 Grad durch die die Hölle,  hat Schweine-Glück im Unglück, verpennt seinen Rückflug, feiert im Judenhotel a la Oskar Schindler Pesachfest und  verliebt sich.

na dann mal "Fortsetzung folgt"  bitte...
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shi
Beitrag von: Profuuu am 25. April 2009, 17:13:02
Jo, wo bleibt die Fortsetzung?  8)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Louis am 25. April 2009, 19:45:04
Na toll, denke ich mir, als ich im Bullenwagen hocke. Die 3 beliebtesten Völker der Welt legen mal wieder alles in Schutt und Asche

Wieviel Abstand muß man eigentlich haben, um das so schreiben zu können? Brillant!
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: sitanja am 25. April 2009, 23:39:25
Morrison,wir warten aber jetzt schon lange.....
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: markusz am 26. April 2009, 14:11:03
Wieso bin ich eigentlich erst jetzt auf die Geschichte gestossen? Da hätte ich ja beinahe etwas verpasst. Jetzt ist es aber Zeit für die Fortsetzung...  :-)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: namtok am 26. April 2009, 15:07:08
Wieso bin ich eigentlich erst jetzt auf die Geschichte gestossen? Da hätte ich ja beinahe etwas verpasst...

Ging mir gestern genauso, beim Stöbern, denn um Songkran wars halt etwas turbulent...
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: tom_bkk am 26. April 2009, 15:20:34
Hau in die Tasten Morrison! Super Geschichte  ;D
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shi
Beitrag von: hmh. am 26. April 2009, 15:38:29
Tu’s einfach! (http://babbelgosch.org/forum/images/smilies/green/icon_wallbash.gif)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Morrison am 26. April 2009, 20:24:29
Ach, ihr wollt doch alle bloss Geschichten lesen von jungen, grossen straffen Titten, die die Schwerkraft verhöhnen.  ;)

Aber gut, hier Teil 2.

Das Police Auto mit uns auf der Pritsche und 3 grimmig dreinschauenden Bullen fährt 200 Meter und dreht dann überraschend um. Wir fahren noch einmal die ganze Brandschneisse entlang, sehen verzweifelt weinende Lao-Frauen vor ihren paar geretteten Habseligkeiten und halten vor einem unscheinbaren Gebäude mit Hammer und Sichel beflaggt.

Wie eine Police Station sieht das aber nicht hier aus, denke ich mir, als ich einen Raum im Charme der 50er Jahre DDR betrete. Vergilbete Fotos mit alten Männern in Uniform hängen an der Wand. Viele Flaggen und Wimpel ebenfalls. O.k., das hier ist wohl das Rathaus bzw. die lokale Kommunisten Partei Zentrale.

Ein älterer Mann in Zivil fragt uns in grottenschlechtem Englisch „whatt happended“ , reicht Wasser, Papier und Stifte. Ich trinke einen Schluck und gehe gleich mal wieder bewacht von Bullen 2 raus vor die Tür zum kotzen. Verfluchte Rauchvergiftung. Wenigstens blutet mein Schenkel nicht mehr.

Als ich wieder reinkomme, haben die anderen bereits eine Verlustliste ausgefüllt und versuchen zu erklären, dass sie keine Ahnung haben, wo das Feuer ausgebrochen ist. Ich habe aber einen Verdacht mittlerweile. Das Feuer muss im äussersten rechten Raum ausgebrochen sein, wo der einzelne Japaner war, so sah es zumindest bei der Flucht vom Dach aus. Gut für mich, da meines ganz links war und Leute vom Haus gegenüber haben meine Dachflucht beobachtet haben. Der Japse sagt aber nix, was ich irgendwo verstehen kann.

Die Verlustliste fülle ich kurz und bündig aus, da ich eh keine Gepäckversicherung habe. Zudem machen die Preisangaben der anderen (DigiCAm 500$, TCs 3.000$, Sunglases 200$, usw.) die Stimmung nicht gerade besser. Der Ober Laote bekommt auf jeden Fall langsam einen dicken Hals mit uns, spüre ich.

Nun kam auf einmal ein gut gekleideter, perfekt Englisch sprechender Mann mittleren Alters herein, der sich uns als Inder und Hotelmanager vorstellt. Er sei hier, um die Angelegenheit zu managen. Mir ist sofort klar, dass das ein Spitzel bzw. Agent sein muss und schalte auf Misstrauen.

Es folgte noch ein kurzer Besuch auf der Krankenstation. Beim Anblick der Instrumente geht es mir gleich viel, viel besser und ich verzichtete bis auf etwas Jod und Verband auf jegliche Behandlung. Lieber nähe ich meinen Schenkel mit meinem eigenen Nähzeug zusammen, desinfiziere es zuvor mit Mekongwasser, als hier eine verseuchte Spritze oder sonst irgendwas zu bekommen. Schweitzers Lambarene wäre das John Hopkins Hospital im Vergleich dazu gewesen.

Wir fahren mit dem Inder zu seinem etwas abgelegen Hotel. Im Schlepptau natürlich die Bullen. Noch im Auto sagt er zu uns, dass wir jetzt ohne ihn bereits im Knast hocken würden. Aber nachdem er um Übersetzungshilfe gebeten wurde, hat er sofort im Innenministerium angerufen und denen klargemacht, dass sie den aufblühenden Tourismus auf Jahre vergessen können, wenn wir Touris hier schlecht behandelt werden würden. Ja klar, denke ich mir, du und dein Luxus Hotel in im Urwald am Mekong, ihr seid schon eine grosse Nummer.

Doch als wir ankommen, staune ich nicht schlecht. Der Mann hat nicht gelogen. Ein wunderschönes 5 Steren Ressort begrüsst uns. Wir bekommen ein riessiges, unglaublich schönes Teak-Zimmer mit Blick auf den Mekong. Die Bullen, zum Teil in Zivil, postieren sich derweil auffällig unauffällig auf der Anlage. O.K., also Hausarrest. Zwar auch ungewohnt, aber definitiv besser als Laos Knast.

Ich checke meinen Mönchsbeutel und habe dabei fast ein schlechtes Gewissen, da ich im Gegensatz zu den anderen, die nichts mehr besitzen als ihre „Kleidung“ am Leib, wenigstens noch Waschzeug und Schuhe habe. Und Sound. B.B. King erfüllt den Raum mit seinem Blues. Den schieben wir auch. Ich checke meinen Kulturbeutel und bekomme Glücksgefühle: Da sind ja noch zerknüllte 45 Euro in Scheinen und ca. 400 Bath. Hatte ich vergessen. Ausnahmsweise mal für was gut deine Schlampigkeit, morrison. Ausnahmsweise.

Wir gehen an die Rezeption zum Inder, der gerade telefoniert. Also Israel hat keine Vertretung in Laos, die Japsen müssen wohl auch Bangkok kontaktieren. Wird vermutlich ein paar Tage alles dauern. Rachel fängt zum heulen an. Deutschland hat aber eine Botschaft. Das weiss er von seinem Freund von der GTZ, der ihn öfters hier besucht. Er verbindet mich.

Ich schildere dem GTZ Mann was passiert ist. Dieser meint er kann mir leider auch nicht weiterhelfen, da er zu weit weg ist, ausser dass er mich bei der Botschaft in Vientianne anmelden kann. Ist ja schon mal was.

Ich verabschiede mich mental von meinem Rückflug nach Deutschland, weil mir klar wird, dass ich es niemals in 4 Tagen bis nach Bangkok über Chiang Mai schaffe, wo mein Flug-Ticket, Perso,  EC-Karte und eine grosse Reisetasche deponiert sind.  Laos war ja nur als Kurz-Trip für ein paar Tage geplant gewesen, wo ich von Luang Prabang nach CNX zurückfliegen wollte.
 
Später am Nachmittag geht’s dann zum Verhör auf die Polizeistation. Aber ich merke schnell, dass sie mich nicht für den Verursacher halten. Aus den anderen Zimmern höre ich auch keine Schreie. Meine Schicksals-Kollegen werden also anscheinend auch anständig behandelt.

Abends bekommen wir an einem Tisch etwas abseits unser Essen serviert. Man möchte wohl den wenigen anderen Gästen unseren zerlumpten Anblick – ich schön bandagiert am ganzen Bein - ersparen.

Nach dem Essen gehe ich alleine runter zum Mekonufer und bekomme einen kleinen Nervenzusammenbruch. Mir wird klar was für ein wahnsinniges Glück ich/wir, das ganze Dorf  hatten. Auf der anderen Seite hasse ich mich für die wertvollen verschwendeten Minuten, wo ich dieses verdammte Ganja suchen und schlucken musste, was mir das Leben hätte kosten können.
Mir geht´s wie dem Koch in Apocalpse Now: DAFÜR BIN ICH NICHT HERGEKOMMEN, DAS BRAUCH ICH NICHT! VERFLUCHTES FEUER! ALLES WAS ICH WILL IST FÜR MEINEN KONZERN WETTBEWERBER ZU ANALYSIEREN UND EIN BISSCHEN PROGRAMMIEREN!!!
Morrison, du bist jetzt über 30, zu alt für den Scheiss. Jetzt hockst hier im Urwald ohne Pass und nix wie der letzte Khoa San Asso. Such dir endlich eine Frau, bau ein Haus, vermehr dich, mach 2 Wochen Pauschalurlaub auf Mallorca und gut ist. So geht das alles nicht mehr weiter. Nach ca. 1 Stunde habe ich mich wieder halbwegs beruhigt.

Am nächsten morgen teilt uns der Inder mit, dass heute jemand vom Innenministerium kommt, der vorläufige Papier bringt, damit ich morgen weiterkomme. Bei den anderen dauert es länger, weil alles über Bangkok läuft. Rachel flennt wieder…

Natürlich passiert den ganzen Tag gar nix. Grosse Lethargie breitet sich aus, die andern müssen noch mal zum Verhör, und ich fange an den einzelnen Japaner zu hassen, der Schuld für das Feuer ist. Das ist uns allen mittlerweile klar. Aber dieser Psycho redet ungefähr 3 Sätze am Tag. Er braucht es ja nicht zugeben vor den Laoten, dass er es war, aber wenigstens bei uns könnte er sich mal entschuldigen, dass er uns fast umgebracht hat! Scheiss Asiatenmentalität! Scheiss Gesicht verlieren.

Am nächsten morgen erscheint tatsächlich einer mit Gefolge und mit Papieren von irgendeinem Ministerium. Auf jeden Fall ist er anscheinend wichtig. Das Ressorteigene Boot für die Weiterfahrt wartet schon besetzt mit Passagieren auf die Weiterfahrt. Mach endlich ran Typ! X Formulare müssen umständlich ausgefüllt werden, Stempel hier Stempel da. Mir wird mitgeteilt, dass ich mit einem Schrieb zur Polizei in Luang Prabang gehen soll, die dann alles weitere für mich regelt. Damit bekomme ich angeblich auch kostenlos Unterkunft, Essen und Transport.

Ich verabschiede mich hastig von den anderen, stecke ihnen noch einen 10er und die letzten Bath für Kippen zu, und renne runter zum Boot, wo die anderen nun bestimmt schon eine Stunde warten.

Die anderen, also 6 Ehepaare sind alles offensichtlich wohlsituierte, ältere Reisende aus USA, GB und Kanada. Ich entschuldige mich 1000-mal, erkläre warum ich so kaputt ausschaue. Einer ist Arzt und schaut sich sofort mein Bein an. Mit Bestürzung hören sie sich meine Geschichte an. Erst jetzt realisiere ich, auf was für einem Luxus Boot ich gelandet bin. Piekfein alles. Es stehen mehrere Couchen rum! Das Gesinde reicht Häppchen. Einen eigenen Musiker haben sie auch an Board. Man spielt Kolonialzeit nach.

Der Ami Opa bestellt mir ein Bier nach dem anderen für 3 Dollar die Dose. Ob ich Geld brauche, will er wissen. Nein, danke, sage ich, müsste gerade reichen bis zur Botschaft in Vientianne. Er legt 2 50er auf den Tisch und sagt ich soll zumindest das sofort einstecken, sonst wird er böse. Ich nehme sie widerwillig und frage ihn nach seine Adresse und Bankverbindung. Er verdreht nur die Augen.

Es ist eine entspannte, unglaublich schöne Fahrt. Leider endet sie nach 7 Stunden. Wir sind in Luang Prabang angekommen. Ich gehe nicht direkt zur Polizei, sondern suche mir selbst ein Hotel bzw. Absteige. Ich frage den Lao-Hotel-Boy, was die Nacht kostet. 10 Dollar. Ich zeige ihm meinen Ich-bin-eine-arme-Sau-Schrieb. Er liest ihn durch und geht wortlos ins Hotel rein. Nach 2 Minuten ist er wieder da und reicht mir ein Flasche Wasser und ein paar Bananen.  Fast steigen mir die Tränen in die Augen vor Rührung. Oder ist es die Verzweiflung? Ich will endlich wieder einen teutschen Pass! Ich will nach Hause!

Aber bis dahin ist es noch ein gutes Stück….

To be continued…
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Louis am 26. April 2009, 20:48:05
Sehr schön, diese Cliffhanger - aus dramaturgischer Sicht. Ich kann kaum die Fortsetzung erwarten...
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shi
Beitrag von: Profuuu am 26. April 2009, 21:13:05
"man spielt Kolonialzeit" he he  ;D :D
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: markusz am 27. April 2009, 16:21:34
Ich zeige ihm meinen "Ich-bin-eine-arme-Sau-Schrieb".

:D

To be continued…

Darauf warte ich gespannt und unterbreche dafür sogar das spannende Buch "EIN FARANG SCHLÄGT ZURÜCK" von LOUIS ANSCHEL...  ;D
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: mrmagic am 28. April 2009, 01:05:15
Mehr mehr mehr,

wirklich gut geschrieben.

Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Morrison am 28. April 2009, 01:43:52
Das Zimmer bekomme ich für einen Sonderpreis. Nachdem ich einen Bissen essen war, lege ich mich ins Bett. Du bist so blöd und immer noch total verspult, morrison, denke ich mir.
Warum hast du eigentlich nicht gleich nach einem Nachtbus gefragt? Wenn die Botschaft dir binnen eines Tages einen Pass ausstellt, wäre der Rückflug evtl. noch machbar gewesen. Aber ich bin viel zu fertig und zu erleichtert, dass ich aus dem Urwald-Kaff endlich weg bin, als dass ich mich über diese Frage noch wirklich gross darüber aufregen könnte.

Am nächsten morgen schreibe ich ein paar Emails. Chef schreibt gleich zurück, das er noch 2 Wochen extra bei der Personalabteilung klar gemacht  hat. Ich soll mir keinen Kopf machen und gesund zurückkommen. Gut, wieder eine Sorge weniger. Flug umbuchen geht hingegen nicht. Brauch ich einen neuen. Wusste ich ja. Mach ich dann in Chiang Mai, denke ich mir und gehe ein Bus-Ticket kaufen.

Abends um 7 startet dann die Horror Tour. Sogar im Mittelgang haben sie noch Plastikhocker platziert, wo Laoten drauf hocken. Und das soll ein V.I.P. Bus sein?! Nach ein paar lustigen zeitraubenden Pannen, durchgehender, ohrenbetäubender Beschallung die ganze Nacht mit Lao-Pop Musik, erreichen wir schon 13 Stunden später die Hauptstadt. Ich habe keine Minute gepennt und bin aggressiv wie ein Fila-Kampfhund.

Eigentlich sollte ich sofort zur Botschaft, aber ich bin so fertig, dass ich beschließe mir ein Hotel zu suchen, um wenigstens 1 Stunde ruhen zu können.
Kurz vor Mittag laufe ich bei der Botschaft ein. Gesichert wie ein Hochsicherheitstrakt, stelle ich leicht verwundert fest.

Ob ich denn Geld brauche, lautet die erste scheinheilige Frage. Nein, müsste gerade so reichen bis Chiang Mai. Dort ist meine Ec Karte, sage ich dummerweise. Pass gibt es erst morgen, werde ich unterrichtet. Aber zunächst müssen 3 biometrische Passbilder her. Hä, wie bitte?
Easy, da gibt´s ein Spezial-Fotogeschäft, werde ich aufgeklärt. Bei 43 Grad im Schatten, das zeigt ein Thermometer, laufe ich mindesten 2 Kilometer zu dem Geschäft um Geld zu sparen. Zurück gönne ich mir ein Motorrad Taxi.

Nein, die gehen leider nicht, Herr morrison. Bitte noch mal neue machen. Ach ja und übrigens, ihr neuer Pass kostet sie 80€, die müssen sie bei der Abholung morgen bar bezahlen. 
Soviel hab ich aber nicht! Dann lassen sie sich Geld mit Western Union zuschicken. Geht ratz fatz. Wir geben nur Geld in absoluten Notfällen, und das sind sie nicht, sie haben ja noch was.
Ausserdem hab ich jetzt Mittagspause.

1 Stunde später bin ich mit neuen Bildern zurück und flehe um Kredit. Rufen sie meinen Banker an! Ich bin liquide! Mir gehören 2 halbe Häuser! Ich arbeite bei ….! Nix zu machen. Ich bring dich jetzt um,  du arrogante, Steuerfressende Drecksau in deiner von mir finanzierten verschissen Paralellwelt mit 500er Benz vor und Swimmingpool hinterm Haus, denke ich mir, aber kann mich grade noch beherrschen.
Wenigstens weiss ich jetzt, warum ihr so gesichert haust…

Und?! Wo ist jetzt so ein Scheiss Western Union Laden, frage ich mich draussen? Wie läuft das eigentlich? In einer Bank werde ich aufgeklärt. O.k., jetzt daheim einen erreichen bzw. deine Bank einschalten.
Geht natürlich keiner ans Telefon aus der Familie bzw. Freunden, klar ist Wochentags. Auch der Sparkassen-Filialleiter, der das regeln könnte, kommt erst später. Bitte später noch mal probieren.

43 Grad, keine Minute gepennt, Blut tritt aus dem Verband und eine deutsche Botschaft, die dich verarscht: ich bin kurz vor einem neuen Nervenzusammenbruch. Ab ins Hotel und ein bisschen pennen. Western Union muss warten.

Knapp 5 Stunden später wache ich auf und es ist bereits dunkel. Banken natürlich geschlossen mittlerweile.

Jetzt reicht´s! Ich sauf mir jetzt sofort einen an! Leckt mich doch alle! Da ich sparen muss, bestelle ich im Hotel eine Flasche Schnapps mit Eis und Cola und hock mich nach draussen.

Die Flasche ist fast leer, als ein Deutscher gleichen Alters an meinen Tisch kommt und wissen will, ob alles o.k. ist mit mir. Blut kommt nämlich schon wieder aus dem Verband.
Gar nix ist hier o.k.! Und das nun schon seit bald einer Woche! Ich kotze mich erstmal richtig aus bei ihm, erzähle dass ich die deutsche Botschaft sprengen will und zeige seiner Lao Freundin beiläufig meinen Sozial Schrieb.

Du siehst zwar aus wie ein Khosan-Penner, aber ich glaub dir, sagt er. Wieviel brauchst Du?
Ich mache Kassensturz und komme so auf ungefähr 50€. Leih ich dir. Und jetzt zeige ich Dir Vientianne, wo ich seit einem Jahr lebe. Auf seinem Roller ziehen wir los in die Nacht.
Hackedicht kommen wir im Morgengrauen zurück. Ich weck dich in 3 Stunden. Tu das.

Punkt 9 bin ich bei der Botschaft, knalle die Kohle auf den Tisch und sage das gibt noch ein Nachspiel. Ach ja, Herr morrison, sie müssen jetzt noch zum laotischen Aussenministerium mit ihrem neuen Pass, das alte Visum ausstempeln, kontert er geschickt. Ich bekomme wieder Mordgelüste. Hätt er das nicht früher sagen können!

Aber auch das schaffe ich dank Unterstützung meines neuen besten Freundes. Er kennt sich aus in Vientianne. Noch schnell das (Nacht-) Ticket via Nong Khai nach Chiang Mai gekauft und schon sitze ich im Bus nach Thailand mit umgerechnet gut 10 Euro Rest-Vermögen.
Aus Dankbarkeit schenke ich seiner Freundin noch mein CD Player mit Boxen. Mein letzter Besitz. Die beiden haben es sich verdient. Man bin ich dankbar.

Die nächtliche Busfahrt schlafe ich wie ein Stein durch und wache erst bei der Ankunft in Chiang Mai auf. Sofort zum Hotel. Rucksack ist noch da. Zum Tresor. EC-Karte und der Rest ebenfalls. YES!
5 Minuten später schiebe ich die Karte in den nächsten ATM und gehe auf Maximalbetrag.
Oh welch wunderschönes Geräusch wie die Scheine rattern. Die Klappe geht auf. Ich nehme mit funkelnden Augen die 20.000 und fühle mich wie eine gesamte Nation nach dem Krieg, die gerade die Fussball WM gewonnen hat. ICH BIN ENDLICH WIEDER WER!

Leicht euphorisch ordne ich meine Grundbedürfnisse für den Tag. Sei vernünftig, erst Flug nach Bangkok buchen, damit du nun doch noch deinen regulären Rückflug morgen Mittag erreichst, dann erst schön Massagesalon mit allem drum und dran, später einkaufen, gut essen, was trinken und dann eventuell noch mal Abschiedssex. Endlich mal wieder ein normaler Urlaubstag. Geht doch!

Gar nicht so leicht 20.000 zu verprassen an einem Tag, stelle ich nachts um 2 fest, als ich mit viel zu viel Geld heimkomme und meinen Rucksack packe. Ich gehe nochmal runter zur Rezeption und sage, dass sie mich bitte um 7 Uhr wecken, weil mein Flug nach Bangkok um 9 geht. Drei Stunden später dann Richtung Heimat.

Ich wache auf und spüre sofort was Sache ist. Es ist kurz vor 10. Das verdammte Schlitzauge hat mich nicht geweckt. 3 Leuten hatte ich es gesagt! Ich gehe runter zur Rezeption und verliere mein Gesicht wie vermutlich kein anderer Tourist an diesem Tag in Thailand.

Wann hört diese Pechsträhne endlich auf?! So knapp gescheitert! Das tut echt weh! Auch finanziell, wie ich bald hören werde. Oder doch nicht...?

Es ist 11 Uhr. Please tell me the way to the next whiskey bar….

TBC.
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: dii am 28. April 2009, 05:21:42
...goil (http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/fun/icon_thumbs1.gif)

Zitat
TBC.
???
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: hellmut am 28. April 2009, 06:21:11
@ dii, das heißt to be continued ==> wird fortgesetzt.

Und das hoffe ich doch sehr. Seit angkors Fridolin hat es hier nie eine so gute Story gegeben.  :-)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Louis am 02. Mai 2009, 14:37:52
TBC.

Wie lange sollen wir eigentlich noch gefoltert werden?
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Morrison am 03. Mai 2009, 20:07:32
Ich hock mich in die Linda Bar gleich gegenüber vom Hotel und packe mein Ticket und die Online Reiseunterlagen genau zur Abflugzeit meines Fliegers aus, damit der Frust sein Maximum erreicht.

Billig war´s ja mit 370€, beschwichtige ich mich selbst. Noch mal das Gleiche zahlen, damit du heim kommst, ist immer noch o.k. - insgesamt gesehen. Erst recht nachdem was alles geschehen ist.

Für was waren eigentlich die 15€ unter den 30€ für Rail and fly? Eine Reisegepäckversicherung bis 3.500€?! Ich fass es nicht! Aus Versehen das Häkchen nicht gelöscht bei der Online Buchung. Ich bekomme einen innerlichen hysterischen Lachanfall. Wo ist meine Verlustliste? Ich glaube fast, ich muss da noch ein bisschen was ergänzen….

2 Bier später interpretiere ich vergnügt den verpennten Rückflug als Zeichen einer höheren Macht, die es mal wieder gut mit mir meinte, und zeigen will, dass es einfach noch nicht soweit war. 3 Bier später als pures Glück und das Beste was mir hat passieren können. Ich beschliesse die vom Chef abgesegneten 2 Wochen voll mitzunehmen und noch mal auf eine Insel zu fahren. Ich brauch jetzt einfach Urlaub von diesem Urlaub.

Im Internet Cafe lese ich, dass sie Rachel mittlerweile auch rausgelassen haben. Die beiden Japsen hingegen hocken immer noch, die armen Schweine, schreibt sie. Wir verabreden uns für den nächsten Abend in Bangkok in der Khoasan vorm 7/11.

Als ich am nächsten Tag mittags in der Khoasan einlaufe, wundere ich mich, warum überall Palettenweise Wasser rum steht. Gibt´s etwa Gratis-Wasser ab 40 Grad – denn die haben wir auch heute bestimmt schon wieder. Nein, ist wegen Songkran, sagt einer. Grosses Thai-Wasserfest. Noch nie davon gehört. Feuerfest hatte ich ja auch schon kürzlich. Mal was anderes. Wird bestimmt lustig. Hoffentlich ersauf ich nicht bei meinem Glück.

Um 7 erscheint wie verabredet Rachel. Ich sehe sie schon von weitem mit ihren knappen 1,80 in Badelatschen und brünetten Haaren. Klasse sieht sie aus. Natürlich jetzt auch viel entspannter als noch vor einer Woche. Sie ist mehr so der Osteuropa-Typ, also nicht so rassig wie viele Israelinnen.

Wir begrüssen uns überschwänglich wie alte Freunde. Hätte nicht gedacht, sie nochmals zu sehen in meinem Leben.

Ich hole 2 Bier, damit wir beratschlagen, was wir heute abend machen. Beim trinken fällt mir wieder auf, dass ich ihr irgendwie nicht in ihre smaragdgrünen Augen schauen kann, sondern immer auf eines schiele. Das liegt daran, dass ihre Augen so weit auseinander stehen und horizontal noch dazu leicht asymmetrisch versetzt sind. Fiese Sache! Dazu hat sie noch so was verrucht ludriges und eine Stimme wie Marlene Dietrich. Faszinierende Anatomie-Besonderheit jedenfalls. Genau wie eine Etage tiefer, denn die kannte ich ja auch schon vom sehen: Riessen-Brüste, an denen Mann sich leicht einen Zahn ausschlagen könnte und die mittags keinen Schatten werfen.
Irgendwie werde ich langsam geil auf dich, Mädchen.

Ich teile ihr mit, dass ich sie schön zum Essen ausführen will in die Sukhumvit. Im Gegensatz zu ihr bin ich ja wieder flüssig mittlerweile. Das machen wir morgen, sagt sie. Heute bist du eingeladen. Es ist nämlich Beginn des jüdischen Pesachfestes.

Wir laufen durch ein paar Gassen und gehen in ein Hotel mit Davidstern rein. Alle stürmen auf sie zu und begrüssen sie herzlichst. Aha, scheint bekannt zu sein, die Gute. Ich hingegen bin der einzige anwesende Arier, soviel steht jetzt schon fest. Dementsprechend werde ich auch gleich  - insbesondere von den Männern - misstrauisch beäugt. Wir gehen zu einer festlich gedeckten langen Tafel mit Judenkerzenhaltern und ich bekomme einen Platz zugewiesen. Rachel verschwindet aufs Klo. Für lange 5 Minuten. Keiner nimmt Notiz von mir. Ich komme mir vor wie ein Schwarzer auf dem NPD Parteitag in Leipzig und fange vor lauter Unwohlsein an zu schwitzen wie Schwein.

Endlich ist sie wieder da. Sie geht zum Fuss der Tafel und stellt mich der Truppe als „morrison, a nice german guy, who recently saved my life in Loas“ vor, und erzählt kurz was ihr bzw. uns in der letzten Woche so alles widerfahren ist. Das ändert die Stimmung schlagartig. Respektvoll wird mir von allen Seiten zugenickt, die Frauen lächeln mich an, sofort bekomme ich was zum trinken, jeder will sich mit mir unterhalten, nach 10 Minuten habe ich die erste Einladung für einen Israel Besuch.

Ich will nach der Karte fragen, weil ich einen Mordskohldampf schiebe, doch Rachel stoppt mich. Nein, es ist Pesachfest, da isst man traditionell ungesäuertes Mazzen Brot - das bereits in Körben auf dem Tisch steht-, ( Bitter-) Kräuter und trinkt Salzwasser aus Karaffen. Dazu werden später dann noch andere symbolische „Leckereien“ gereicht.

Und das soll ein Fest sein?! Das ist ja noch schwachsinnigerer als an Weihnachten Würstl mir Kartoffelsalat zu essen, denke ich mir, ein Brauch der mir als Gourmet und Hobby-Koch schon immer ein unverständliches Gräuel war.
Aber o.k., sicher eine Ehre hier teilnehmen zu dürfen, und solange ich kein Lamm schächten muss, geht das alles schon in Ordnung. Nebenbei bekomme ich erklärt, was alles kosher, und was „trefe“ - also unrein ist. Meine für den Abend erhofften Garnelen bekomme ich hier jedenfalls nicht, die sind definitiv trefe. Haben nämlich keine Schuppen. Aha. Soso…

Nach ein paar Stunden und zahlreichen widerlichen Häppchen reicht es mir dann langsam, obwohl es eigentlich eine ganz lustige Runde ist. Aber halt schon sehr speziell auch. Zudem befürchte ich mittlerweile, dass der Genuss eines unbeschnittenen deutschen Nazi-Schwanzes wohl auch alles andere als Torakonform an Pesach gilt, und die Rachel-Beischlafwahrscheinlicht somit heute bei 0 Prozent liegen dürfte. Da brauch ich mir gar nichts vormachen.

Ich verabschiede mich unter einem Vorwand. Rachel sagt, sie besucht mich morgen in meinem Hotel. 10 Minuten später vertilge ich meinen 2 Big Mac. Ich hake den Abend als tolle, interessante kulturelle Erfahrung, aber kulinarische Katastrophe ersten Ranges ab.
   
Am nächsten morgen will ich meinen Rückflug klarmachen. Ich gehe aus dem Hotel raus, will gerade meinen druckfrischen neuen Pass und Kohle verstauen, da fährt ein Pickup vorbei und schüttet 30 Liter Eiswasser auf mich. Alles klitschnass. Ich hasse Songkran. Ich muss hier sofort weg.

Eine Stunde später habe ich 2 Tickets. Eins Richtung Heimat via Amman in 11 Tagen und eins für Koh Chang. In 2 Stunden ist Abfahrt.

Es sind bereist 3 Tage vergangen und ich bekomme allmählich Abstand von allem, was in so in letzter Zeit geschehen ist - wenn man davon absieht, dass ich fast immer noch jeden morgen bzw. nachts beim Aufwachen panisch hochschrecke und bei Grillgeruch nur an eines denken kann. Mein schlimmes Bein entwickelt sich ebenfalls ganz passabel.

Ich lasse mich im Treehouse gerade wieder mit allerei Meeresgetier verwöhnen und unterhalte mich dabei angeregt mit einer Mayottinerin über Endemik, als mir jemand von hinten auf die Schulter tippt. Rachel! Mit 2 anderen Zion-Granaten im Schlepptau. Ich hatte mich nicht von ihr in Bangkok verabschiedet, sondern bin quasi einfach kurz Zigaretten holen gegangen.

Scheint ein bisschen sauer zu sein, die Gute. Aber nur kurz. Es ging alles so schnell, Songkran, mein Heimflug und hier gibt’s kein Internet, bla bla.
Lass uns ein bisschen mit meiner Cross Maschine über die Insel fahren, sage ich. Wir halten an einer unzugänglichen Stelle und klettern über Steine zu einer einsamen Stelle direkt am Meer. Ein 3-Meter-Waran hasst uns dafür, dass wir seinen Sonnenplatz in Beschlag nehmen.

Wir sprechen wieder über Laos. Die Japsen sind auch frei und schon daheim. Nein, das war nicht ihr richtiger Freund, sondern mehr so eine Bekanntschaft. Aha. O.K..

Schön hier, aber sehr heiss. Hier könnte man toll baden, aber ich hab nix dabei, fängt sie auf einmal zu turteln an. Den gleichen Gedanke hatte ich auch gerade, balze ich zurück.

Abends hocken wir zu 4. beim Essen. Mittlerweile berühren wir uns im Minutentakt rein zufällig und verhalten uns wohl ein bisschen teenyeske. Da fällt auch ihren beiden Freundinnen auf, die uns für wichtige Emails mal eben verlassen müssen.

Auf dem Heimweg sagt sie, sie hätte eine grosse Spinne plus Monster-Lizzard, evtl. auch noch eine Schlange in ihrer Hütte und Angst, da jetzt alleine rein zu gehen. Na dann komm doch noch mit in meine. Ich hab Minibar, Klimaanlage und Rauchmelder.

Am nächsten morgen beschliessen wir gemeinsam beim Frühstück im Bett, noch auf eine kleinere Insel zu fahren. Es sollte die vielleicht schönste Zeit ever im LOS werden, definitiv aber die der letzten 5 Wochen.

6 Tage später hocke ich mit Depressionen am Flughafen auf Gate 28.

Na, auch unglücklich verliebt in eine Thai, fragt aufdringlich ein Ösi. Ach halt doch die Fresse, Du Depp, du hast doch keine Ahnung, denke ich mir.

Hier geht gerade mehr zu Ende als nur ein „Urlaub“. Goodbye, Rucksack-Reisen. Schön war´s, aber ich bin raus.
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Buci am 03. Mai 2009, 21:00:31
@Morrison

Erst heute deine Geschichte entdeckt. Äussert interessant und super Schreibe.   :)

Mach bloss weiter.   ;D
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Louis am 03. Mai 2009, 22:41:42
Ich komme mir vor wie ein Schwarzer auf dem NPD Parteitag in Leipzig

Hehe

Mach bloss weiter.   ;D

Ich fürchte, das liest sich wie das Ende. Es sei denn, es gibt einen zweiten Teil. So was wie "On The Road in Israel" oder so.
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Buci am 04. Mai 2009, 01:10:23
Ich fürchte, das liest sich wie das Ende. Es sei denn, es gibt einen zweiten Teil. So was wie "On The Road in Israel" oder so.

Gute Schreiber muss man als Mod immer ein bisschen motivieren. Der Typ hat bestimmt noch ein par gute Geschichten auf Lager. Wetten?   ;)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: angkor am 04. Mai 2009, 20:40:18
Die wahre Geschichte unseres Morrision.

Morrision Traum

Es war gegen 5 .00 morgens, Am nächsten morgen beschliessen wir gemeinsam beim Frühstück im Bett, noch auf eine kleinere Insel zu fahren klein Morrison lag noch in seiner Bambushütte auf Kho Samet. Eigentlich hätte es ja Kho Chang sein sollen aber die Insel lag doch zu weit von Pattaya entfernt. Schwitzend wälzte es sich auf seiner harten Bambusliege. Der Fan brummte genau so wie sein Schädel. Zack, schon wieder - Morrision schlug sich kräftig auf seinen weißen *Hintern*. Diese verdammten Moskitos auf dieser vermaledeiten Insel. Jetzt war er wach, das Moskitoweibchen drehte seine Runde um Morission Brummschädel. Verdammt was war das ? Etwas hatte sich hinter ihm bewegt. Irgendetwas grummelte und grunzte förmlich hinter seinem Rücken. Morrision wurde  flau im Magen und langsam drehte er sich um. Himmel eine Frau ..... und was für eine. Blitzschnell war er nun wach und es lief ihm eiskalt über den verschwitzten und zerstochenen Rücken. Lange blonde Haare wallten über das schmuddelige Kopfkissen, der Körper wurde von einem dünnen Bettlaken zum Teil bedeckt.
Verdammt ihm schwirrten die kleinen silbernen Punkte vor Augen. Ja, genau die, die man immer sieht wenn der Kreislauf verrückt spielt. Sein Blick war dadurch noch mehr getrübt. Was war gestern Nacht los gewesen ?
Party am Beach, Alkohol in Strömen. Die Partygruppe war international.    Asiaten, Europäer, Amis alles war dabei. Die größte Gaudi hatte Morri, so nannten ihn sein Partyfreunde mit einer Gruppe israelischer Frauen gehabt. Man waren die hammerhart drauf. Kein Wunder die Girls hatten gerade ihren langjährigen Wehrdienst in der Army hinter sich und jetzt wollten sie etwas erleben. Da kam Klein Morri gerade recht.
Uns ist ja bekannt das die Israelis brutal geizig sind aber Morri hatte ja ein paar gute Tage in Chiang Mai hinter sich. Gott sei Dank, den Flieger verpasst und nun HEIDEWITZKA was kost die Welt. Im Laufe der Party wurde aus unserem Morri nun langsam ein kleines spendables Opfer. Und noch ne Runde schrie er immer wieder und schmiss die Bahtscheine nur so um sich. Jedesmal von aufbrausenden Applaus der restlichen Gang begleitet. Ja, das tat gut, ja genau so brauchte er das.  Morri war der Kingbeach oder Beachking. Scheiß egal alles,  jetzt noch ne Israelin aufs Kreuz legen – jouuu das wärs zum Abschluß.
Tja und jetzt lag Rachel neben ihm. Lieber Himmel was war bloß passiert. Keinen Schimmer, voll den Filmriss gings  Morri durch den Kopf. Das flimmern ließ nun langsam nach und er sah auf Rachel herunter. Mann oh Mann was hatte die für einen Busen unter ihrem TShirt getragen. Jaaa, daran erinnerte er sich jetzt.
Riesendinger…..  hmm gestern war sie doch dunkelhaarig. Sie bewegte sich langsam und das Laken verrutschte. Rumms da flog Morri von seiner Pritsche, er wollte sich vor Schreck auf der Pritsche abstützen griff aber ins Leere. Rachel, ne er wollts nicht glauben. Mußten wohl im Schlaf gedrückt haben, aber die süße Rachel hatten einen ihrer riesigen Busen einfach über die Schulter auf ihre Rücken  plaziert. Verkehrt herum dachte Morri und ihm lief es kalt über den Rücken. Auf dem Boden lag ihre Unterhose, anders konnte man das Ding nicht bezeichnen. Eigntlich keine Unterhose sondern mehr ein Einmanzelt. Über dem einzigen Stuhl in der Hütte hing der grüne BH. Junge Junge da hätten 2 ausgewachsene Kürbisse Platz gehabt. Morri ging die Düse……und er machte den fatalen Fehler sich auf den Pritschenrand zu setzen.
Nicht aufwachen , bitte nicht aufwachen. Zu spät die süße Rachel schlug nicht nur die Augen auf sondern auch sogleich die fleischigen Arme und auch noch ihre dicken Schenkel um unseren armen Morri. Er war gefangen. Er spürte  ihren heißen Atem der nach Marlboros und Thaiwhisky roch. Oohhh nun fiel ihm vieles wieder ein. Gemeinsames Frühstück und eine einsame Insel. Morri zusammen mit seiner Kibuzmaus.  Oh shit, wie was wo – kein entrinnen. Neben dem Bett erspähte er noch ihren aufgeklappten Reisepass und bevor er in Ohnmacht fiel sah er nur noch schemenhaft ihr Geburtsdatum 12.05.1951 Tel Aviv….. :o :o :o ;D ;D ;D 8) 8) 8)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: tom_bkk am 04. Mai 2009, 21:10:18
@angkor

 :D :D

@Morrison

>> Hier geht gerade mehr zu Ende als nur ein „Urlaub“. Goodbye, Rucksack-Reisen. Schön war´s, aber ich bin raus.

Ach nee - aber gut wenn du meinst, dann musst du aber noch ein paar Geschichten ueber die Rucksackreisen vorher schreiben  :D

Ich fand deine Geschichte auf jeden Fall super  ;)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Buci am 05. Mai 2009, 03:48:47
@Angkor

Etz musst du nur noch die Kurve mit deinem Jogurtbecher zum schwulen Kellner in der Biker Bar an der Patong Beach kriegen. Dann, taucht sicher auch Detlev, der Alteisenrocker auf.     ;D  ;D  ;D
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Phuketfan am 05. Mai 2009, 16:39:03


Geil geschrieben, las sich echt spannend!

@Angkor: hammma  :D
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: Ozone am 05. Mai 2009, 17:13:43

Ich habe mich köstlich amüsiert  :) :) :)

....
Es ist 11 Uhr. Please schow me the way to the next whiskey bar….

Oh don't ask Why, oh don't ask why...    Alles Klar Herr Morrison ;D

Eine Frage habe ich noch, Hat Dein Avatar, namentlich Grisu ("Ich möchte Feuerwehrmann werden !!") etwas mit dem Laos Trauma zu tun ?  :-)
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: angkor am 05. Mai 2009, 22:45:58
Schön getrunken !!!
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Morri schlug die Augen auf. En eiskalter Wasserschwall war über ihm zusammen gebrochen.  Über ihm stand mächtig und breit Rachel sie sah aus seiner Perspektive mehr aus wie ein Rache(l)engel den blauen Plastikeimer in der einen ihre Unterhose in der anderen Hand. Grimmig schaute sie auf ihren Morri herab. In Morris war die Hölle los. Angst und Panik jagten durch seinen Schädel. Sogleich wurde ihm klar in welch beschissener Situation er sich befand.
Waterboarding, Mossad Mitglied, ja sicher war seine Rachel ein bösartige Agentin die Rache an ihm nehmen wollte. Genau, die wird mir gleich ihre Unterhose über den Kopf ziehen und dann mit Wasser bearbeiten , aber warum nur. Mossi begann zu zittern, verdammte Situation.

Na mein Schatz wie geht es heute, säuselte es grummeln von oben nach unten und mit dem linken Fuß gab sie Morris knuffeligen Hoden einen kleinen Stoß. Auuuhuuu jaulte er und verdrehte die Augen. Komm schon was ist los mit dir mein Kleiner. Morri wunderte sich über ihr fast akzentfreies deutsch. Komm, ich warte hörte er ihre tiefe Stimme. Was ist mit meiner Belohnung ? Weisst wohl nicht mehr was du mir alles versprochen hast. Erst hattest du Angst vor ner Spinne und nem kleinen Gecko jetzt liegst du am Boden und wimmerst vor dich hin.
 
Mit der linken Faust griff sie nun fest entschlossen seinen rechten Arm und hob unseren Morri fast spielend leicht auf seine wackeligen Beinen. Im nächsten Moment schleuderte sie ihn auf die Pritsche und setzte sich auf Morri. Los jetzt zeigs mir herrschte sie ihn an. Was soll ich zeigen stammelte Morri und eigentlich wollte er lieber sterben. Dein Flugticket, ich will dein Flugticket sehen. Morri verstand kein Wort. Mit drohender Stimme schaute RACHELENGELCHEN Morri in die Augen. Du hast mir ein Frühstück vom Feinsten versprochen und heute wolltest du mit mir auf eine einsame Insel fahren und dort mit mir bis zu deinem Abflug bleiben. Ich will wissen wie lnge unser Glück noch dauern wird. :-*  :-*
Langsam dämmerte es unserem Morri. Verdammt sie hatte recht. Aber, aber gestern Nacht sah sie doch im Schimmer des Lagerfeuers doch ganz anders aus. Verführerisch mit tollen Kurven, wehenden Haaren im Wind und dann ihre tiefe Stimme. Shit großer Bullshit, er war ihr Gefangener. Abrupt riß Rachelengel die Kibuzmaus Morri von der Pritsche. Erst mal ordentlich koscher Frühstücken der Rest später.
 Bevor Morri noch durchblickte stand er in schlotternden Shorts (und die waren auch noch verkehrt herum angezogen ) und nur mit einem Badelatschen am linken Fuß auf der staubigen Strasse die zum Beach führte.  Lets go Darling schmetterte es hinter ihm. Vor Schreck sprangen ein paar thailändische Jungen über der nächsten Zaun und versteckten sich bibbernd hinter  einer Bambushütte. Im Laufschritt …..Was Morri bis dahin nicht wusste, seine Kibuzmaus war eine der härtesten Ausbilderinnen in einer israelischen Spezialkommando gewesen.  :-\
Titel: Re: Nur 5 Tage Laos "on the road" - dafür ohne Pass, Kohle und Plastikgeld -Shit!
Beitrag von: sitanja am 05. Mai 2009, 23:27:02
@Angkor

Echt gut geschrieben,kann mich kaum halten vor lauter lachen. :D :D :D ;D ;D ;D