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Thailand lokal => Thailands Nachbarländer => Thema gestartet von: hmh. am 12. August 2008, 19:45:19

Titel: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: hmh. am 12. August 2008, 19:45:19
Mal was anderes als die übliche Ausreise nach Malaysien oder Kambodscha

Wer als Ausländer in diesem wunderbaren Lande lebt, wird immer wieder mal sehr höflich gebeten, sich doch bitte ein neues Visum zu holen, und zwar im Ausland. Am besten da, wo man hergekommen ist. Oder doch in jedem Fall zumindest mal kurz zu verschwinden und erneut zu versuchen, durch die Gesichtskontrolle an der Grenze zu kommen.

Wenn es nur um Wiedereinreise geht, fährt man bei solchen Ausreisen üblicherweise über die Grenze nach Malaysien, Laos, Birma oder Kambodscha; ich persönlich ziehe außerdem die Vairante mit Singapur oder Hongkong vor, falls sich das beruflich verbinden läßt. Wenn letzteres mal nicht geht und auch nicht gerade unsere jährlichen Jubiläums-Flittertage (zum Beispiel drei Tage im einzigartigen Empire Hotel in Brunei) angesagt sind, versuche ich immer mal was Neues zu bereisen, meistens erst alleine und beim zweiten Mal dann mit der holden Gattin, die solche Reisen besonders genießt, wenn sich der Ehemann schon auskennt und kein Streß aufkommt....

Voriges Jahr im Februar ging es zum Beispiel nach Vietnam und dort nach Phu Quoc, eine Insel südlich des Mekhong-Deltas, die historisch eigentlich zu Kambodscha gehört.

Vorigen August dann bot sich dann die einzigartige Gelegenheit, mit einer kleinen Gruppe von sieben Personen an einer Nepal-, Tibet- und Yünnan Rundreise teilzunehmen.

Weil an dieser Reise auch wufgaeng, gelegentlicher Gast im TIP-Forum teilnahm, der hervorragend photographiert, versuche ich jetzt mal hier den Einstieg. Vielleicht läßt er, von dem man sonst fast nie was liest, sich dann dazu hinreißen, uns hier ein paar seiner zum Teil wirklich spektakulären Bilder von dieser Reise einzustellen.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: hmh. am 12. August 2008, 19:46:42
Reiseablauf unserer Nepal-Tibet-Yünnan-Reise im vorigen August:

8-11. August: Kathmandu, individuelle Anreise.
Besuche in Bodnath (heilige Stupa), Khokna und Bungmati (berühmt für die dort gezogenen Chilies), Dakshin Kali und Shikha Narayan Tempel, Weltkulturerbe Patan, Stupa Swayambhunath und Budhanilkantha (liegender Vishnu), Kulturprogramm.

12.-16. August: Lhasa
Sera Kloster und Jongkar Kloster, Drepung Kloster, Dalai Lamas Sommerpalast, Feuerwerk in Lhasa, Ramoche Kloster, Jokhang Kloster, Potala Palast, Namtso See, uralte Moschee (!) in Lhasa, Kulturprogramm.

16.-17. August:
Fahrt mit der Tibet Bahn nach Xining (in etwa schi ning gesprochen).

17.-18. August:
Xining, Kunming, Shilin, (sogenannter „Steinwald“)

19.-21. August:

Dali, Sessellift auf den Cangshan, Drei Pagoden, Altstadt Dali, Xizhou, Bai-Minderheit.

21.-23. August:
Lijiang, Altstadt. Fahrt zu den Schneebergen, Seilbahn auf den Maoniu, Baishui River, Naxi-Kulturprogramm.

23.-24. August:
Fahrt am Yangze Fluß entlang, „Tigersprung Schlucht“, weiter nach Zhongdiang (sogenanntes „Shangri-La“, aus dem Boden gestampfter Touristenort.), Songzanlin Kloster, Napa See, tibetisches Dorf.

25.-26. August:
Kunming, Geburtstagsfeier, individuelle Rückreise.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: pierre am 12. August 2008, 20:16:29
hervorragend.
harre der dinge die da kommen werden.
fuer mich jetzt schon die beste threaderoeffnung seit bestehen des neuen forums.

(dies war ein 3-zeiler, und kleinschreiber)
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 12. August 2008, 20:20:10
Hallo, lieber HMH, ich freue mich sehr, dass Du unsere schöne Reise in diesem Forum aufführst. Dies ist in der Tat eine fantastische Alternative für jeden "Alien" (Ausländerbezeichnung im Immigration Office) in Thailand, einmal in andere Länder auszureisen als sonst üblich.

Nepal, Tibet und Yünnan hatten es uns angetan.

Gerne stelle ich hier ein paar Photos von unserer Reise ins Forum, verweise aber ebenso gerne auf meine Seiten bei Flickr
http://www.flickr.com/photos/wufgaeng/sets/72157601816499080/

und Ipernity
http://www.ipernity.com/home/wolfgang-pfriemer?rev=31

Hier mein erstes Bild aus Kathmandu von der Stupa in Bodnath dem heiligsten budhhistischen Zentrum in Nepal

(http://u1.ipernity.com/1/99/02/869902.462c36bc.560.jpg)

Weitere werden folgen
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 12. August 2008, 21:49:48
Lasst uns doch in Nepal beginnen, es war die erste Etappe unserer Reise uns es war auch eine nepalesische Reiseagentur, die unsere Tibet- und Chinareise fast hundert Prozent zu unserer Zufriedenheit zusammenstellte. Vor drei Jahren bereits organisierte diese Agentur "Karnali" meine erste Tibetreise und die "Kora" um den heiligen Berg, den Kailash.
Hier drei weitere Photos aus dem heiligen buddhistischen Zentrum Bodnath:

(http://u1.ipernity.com/5/58/10/1725810.d749ebb6.560.jpg)
ein Junge bringt frisch aufgefüllte Butterlampen in den Tempel

(http://u1.ipernity.com/5/11/38/1741138.3121fa90.560.jpg)
Die Stupa von Bodnath im Licht der Spätnachmittagssonne

(http://u1.ipernity.com/5/58/08/1725808.bee52d84.560.jpg)
Die große Gebetsmühle ist ständig in Bewegung

Weitere Bilder folgen
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 13. August 2008, 00:27:10
Hi Wolfgang,

Hab mal durch deine Links gestöbert. Deine Bilder machen einfach Laune....   :)
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Grüner am 13. August 2008, 00:39:17
Wirklich klasse Bilder. Besonders auch die von Thailand.

Vielleicht fällt Dir zu diesen Bildern ja irgendwann auch noch die eine oder andere Fortsetzungsgeschichte ein ?
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 13. August 2008, 01:16:54
(http://u1.ipernity.com/1/99/03/869903.d1074a50.560.jpg)
Newar Frauen in Patan

(http://u1.ipernity.com/3/80/41/878041.4a170f4f.560.jpg)
Hindugläubige bringen Opfergaben nach Dakshin Kali

(http://u1.ipernity.com/5/98/16/1719816.c4dd8337.560.jpg)
Chillygirlanden in Khokana

Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 13. August 2008, 20:08:43
(http://u1.ipernity.com/1/80/40/878040.3ed5c436.560.jpg)
Budhanilkantha liegender Vishnu in Kathmandu, Nepal

(http://u1.ipernity.com/1/99/04/869904.fd04af69.560.jpg)
Eine Stupa im Whochen Thokjay Choyaling Kloster am westlichen Aufgang zu Swayambhunath

(http://u1.ipernity.com/5/98/11/1719811.09985f35.560.jpg)
Die große Stupa von Swayambhunath, Kathmandu

(http://www.thailand-tip.com/fileadmin/userfiles/redakteure/hmh/GoldentEMPLE.jpg)
Im Goldenen Tempel von Patan

(http://farm2.static.flickr.com/1067/1345635653_7dbc42e87d.jpg)
Links Salama meine Frau, ich selbst Wolfgang, Moritz, der schweizer Freund,

Rechts Albin der schweizer Lehrer und das lebende Lexikon, Hans, seine Frau Phakinee
und unser nepalesische Führer von der Karnali Tours and Excursions Company

Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: hmh. am 13. August 2008, 21:07:19
Mich reizte die Rundreise mit Ausgangspunkt Bangkok vor allem deshalb, weil sie zu einem vertretbaren Preis in einer sehr kleinen Gruppe war. Es war die erste Gruppenreise für mich und ich mußte mich tatsächlich erst etwas dran gewöhnen, daß man da nicht immer jeden Tag eine neue Entscheidung treffen konnte, was man eigentlich heute macht.

Wir haben unterwegs ähnliche Gruppen getroffen, die alle mindestens doppelt so groß waren wie unsere. Ich hätte mit keiner tauschen wollen. Billiger als eine von Deutschland aus gebuchte vergleichbare Studienreise war unsere Reise nicht, aber der Umweg über das Reisebüro in Kathmandu hat sich gelohnt. Im Grunde war es eigentlich doch eine "gefühlte Individualreise", was ja vor allem in Tibet sonst gar nicht möglich wäre.

Ich bin übrigens erstmals im Leben auf so einer wohl auch für uns einmaligen Reise ohne Kamera gereist. Besser als Wolfgang könnte ich sowieso nicht photographieren und ich konnte so, ebenso wie die holde Gattin, mit leichtem Handgepäck reisen (Phakinee hatte allerdings ihren kleinen Knipser dabei, wir haben aber nur 3 Filme vollgemacht). An dieser Stelle auch einmal herzlichen Dank an Salama und Wolfgang, daß sie die ganze Arbeit des Mitschleppens der kiloschweren Photoausrüstung auch für uns mitgemacht haben.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 13. August 2008, 23:25:45
Heute beginne ich mit der zweiten Etappe unserer Reise mit Photos aus Tibet, aus Lhasa, unseren Ausflug zum Namtso (höchster Salzwassersee der Welt mit der Größe von etwa dem Obersee des Bodensees) und unsere 1956 km Fahrt mit der Tibetbahn von Lhasa nach Xining.

Wer an dieser einmaligen Eisenbahnfahrt interessiert ist, sollte aus Gründen der Aklimatisation unbedingt den Weg von Lhasa (3750m) nach Xining oder Peking wählen und nicht umgekehrt, denn nach einem drei- bis viertägigen Aufenthalt in Lhasa ist man für diese Fahrt, die über einen Pass von mehr als 5000 m führt, körperlich viel besser vorbereitet. Außerdem bekommt man viel leichter eine Buchung.

(http://farm2.static.flickr.com/1116/1378874492_0e432eac25.jpg)
Die Potala in Lhasa

(http://farm2.static.flickr.com/1191/1365151598_b1c79db35b.jpg)
Der NorbulingKa Sommerpalast des 14. Dalai Lama

(http://farm2.static.flickr.com/1294/1391497100_46a7274376.jpg)
Mönche, die während ihrer traditionellen Debatten ständig in die Hände klatschen (Sera Kloster)
In diesen Hof konnte man vor lauter Geklatsche fast sein eigenes Wort nicht mehr verstehen.

(http://farm2.static.flickr.com/1073/1385629899_c0068b5518.jpg)
Eine Moschee aus dem Jahre 1716, auch das gab und gibt es in Lhasa (Lhasa hat 2 Moscheen)
Der Zutritt war Touristen untersagt. Ich konnte als verheirateter Muslim eintreten und sogar
photographieren, meine Frau Salama hatte aber keinen Zutritt zum Gebetsraum, Frauen
müssen zuhause beten.

(http://farm2.static.flickr.com/1288/1390598107_cb734d965e.jpg)
Touristenbusse vor dem Eingang ins Sera-Kloster als "super" Photo-Vordergrund
(manche Touristen würden sich am liebsten noch ins Kloster fahren lassen)


Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: dii am 14. August 2008, 04:10:45
...einfach goil (http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/fun/icon_thumbs1.gif)
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Buci am 14. August 2008, 14:37:59
Finde ich auch. Ein sehr schöner Resebericht.   (http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/fun/icon_thumbs1.gif)

Tibet steht bei mir auch auf der todo Liste....

Vermutlich in 2 oder 3 Jahren, wenn wir auch mal eine neue Einreise brauchen. 
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 14. August 2008, 19:37:17
Ich freue mich sehr über das große Interesse dieses Threads und hoffe, auch andere TIP-Mitglieder zu so einer Reise zu animieren.

(http://farm2.static.flickr.com/1215/1377977145_3cbeaa7a27.jpg)
Zwei "tibetische" Schönheiten präsentieren sich für Touristen (sehen mir allerdings sehr chinesisch aus)

(http://farm2.static.flickr.com/1031/1390385721_11f28d0997.jpg)
Auf dem Dach des heiligen Zentrums der tibetischen Buddhisten Jokhang

(http://farm2.static.flickr.com/1430/1365138234_c4c8146633.jpg)
Der Platz vor dem Jokhang Tempel

(http://farm2.static.flickr.com/1370/1390390381_1c09eb5154.jpg)
Singende Arbeiter stampfen den Lehm im Rhytmus ihres Liedes auf einem Hausdach

(http://farm2.static.flickr.com/1225/1377971519_1cb01477b4.jpg)
Das Monument zu Ehren der "chinesischen Helden" für die "glorreiche Befreiung der Tibeter durch die Chinesen"
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 14. August 2008, 21:25:53
Hans wird noch einige Aspekte unserer Reise beschreiben. Bitte habt Verständnis, dass ich aus Zeitgründen keine größeren Bildbeschreibungen gebe, ich habe auf meinen Seiten bei Flickr und Ipernity schon ausführliche Angaben zu jedem Bild gemacht. Hier nochmal meine URL-Adressen der Sets bei Flickr
http://www.flickr.com/photos/wufgaeng/
und Ipernity
http://www.ipernity.com/home/wolfgang-pfriemer?rev=31

Übermorgen fliege ich eine Woche nach Island, während dieser Woche kann ich keine weiteren Bilder posten, aber danach geht es weiter mit Tibet und Yunnan.

Weitere Bilder aus Lhasa:

(http://farm2.static.flickr.com/1204/1386129058_f6af6e1788.jpg)
Das Deprung Kloster vor Lhasa wurde wieder restauriert.

(http://farm2.static.flickr.com/1051/1386107472_6a4c3cd373.jpg)
Felsenmalereien von Buddha-Abbildungen beim Deprung Kloster

(http://farm2.static.flickr.com/1180/1386105268_35ffd94953.jpg)
Pilger auf dem Weg zum Kloster drehen jede Gebetsmühle

(http://farm2.static.flickr.com/1114/1385220237_4df5ddbd10.jpg)
Mönche debatieren im Deprung Kloster. Die Aufnahmen im Kloster kosteten 20 Yuan, angeblich für die Restaurierung der Kulturstätten

(http://farm2.static.flickr.com/1216/1386113782_2f7fc718d4.jpg)
Das Anwesen des Deprung Klosters mit deutlichen Spuren der chinesischen, aber auch der englischen Verwüstungen. Nach all den Greueltaten bei der chinesischen
Invasion sollte man aber auf keinen Fall die vorher begangenen Scheußlichkeiten der Engländer vergessen - die Spuren der Verwüstung sind andere, als die der Chinesen.

Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 15. August 2008, 03:27:16
Auch an Unterhaltung war bei jedem Aufenthalt reichlich geboten.

In Kathmandu ist das beliebte Viertel Thamel ein Ziel für Nachtschwärmer, es gibt alles von Kulturprogrammen bis zum Live-Jazz ect.

Auch Lhasa bietet ein Nachtleben, zwei weitere Bilder nachfolgend.

Die Nächte in Dali/Yunnan sind bekannt als offen ausgesprochener einschlägiger "Geheimtipp" und in Lijiang vergingen die Abendstunden wie Sekunden.
Wir werden noch darauf zurückkommen.

(http://farm2.static.flickr.com/1034/1365140570_98e6da9a52.jpg)
Feuerwerk über Lhasa

(http://farm2.static.flickr.com/1166/1364269467_20cb0cee26.jpg)
Tibetischer Tanz in einem Restaurant am Jokhang Square


Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 15. August 2008, 19:09:59
Heute zum vorläufigen Abschluß nochmals 10 Photos aus Tibet, bevor ich für eine Woche nach Island gehe.

Lieben Dank an Hans, wenn er in der Zwischenzeit diesen Thread am Laufen hält.

(http://farm2.static.flickr.com/1263/1390495655_58b0624fa6.jpg)
Das Ramoche Kloster in Lhasa war Schauplatz brutaler Auseinandersetzungen vor fünf Monaten

(http://farm2.static.flickr.com/1315/1390374341_09f2374666.jpg)
Im Hof des Jokhang Klosters sammeln sich hunderte Pilger zur gemeinsamen Meditation

(http://farm2.static.flickr.com/1192/1377989431_2e9d089385.jpg)
Der Eingang in den Weißen Palast der Potala

(http://farm2.static.flickr.com/1419/1391257374_0b2299dc45.jpg)
Vor dem Jokhang Kloster, dem heiligen Zentrum der Tibeter

(http://farm2.static.flickr.com/1167/1385226953_ea781a070e.jpg)
Pilger spenden "Butter" für die Lampen im Kloster, die nie erlöschen dürfen

Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 15. August 2008, 22:06:38
Ein beeindruckender Ausflug von Lhasa ist der Namtso See, etwa 120 km nördlich der Hauptstadt. Es ist der höchstgelegene Salzsee (4718 m) der Erde und hat eine Größe fast des Bodensees (1.870 km²). Der Weg führte über einen Pass von mehr als 5100 m.

Ein lohnenswerter Ausflug, den man allerdings individuell arrangieren muss, weil es keine öffentliche Busverbindung von Lhasa zum NamTso gibt.
Man sollte sich ein Taxi für einen Tag mieten und mit anderen Touristen teilen - was bleibt ist ein unvergessliches Erlebnis.

(http://farm2.static.flickr.com/1082/1397300574_067b2649ba.jpg)
Weg zum NamTso, im Hintergrund die Trasse der Tibetbahn

(http://farm2.static.flickr.com/1420/1396409537_8e6cef9d71.jpg)
Zwei tibetische Schönheiten auf dem Weg zum Namtso

(http://farm2.static.flickr.com/1099/1397291862_ce5b9ccf4f.jpg)
Am NamTso kann man sich für einen Ritt am Ufer Kleinpferde leihen, mit oder ohne Führer

(http://farm2.static.flickr.com/1145/1396378185_c13b0e2c98.jpg)
Eine Stupa am NamTso

(http://farm2.static.flickr.com/1376/1396391247_96440034a7.jpg)
Yak präsentiert sich als Photomodel für vorbeiziehende Touristen

(http://farm2.static.flickr.com/1028/1396399545_772aabe108.jpg)
in die Felsen gebautes Kloster am NamTso

(http://farm2.static.flickr.com/1348/1397282760_4276b9c16f.jpg)
mit Gebetsfahnen überzogene Felsen am NamTso

(http://farm2.static.flickr.com/1206/1397273028_20fe054078.jpg)
gemeiselte Manisteine und ein graviertes Yakhorn mit dem Gebet "Oh mani padme um"

und auf der Rückfahrt nach Lhasa besuchten wir noch einen Ort mit einem Thermalbecken.

(http://farm2.static.flickr.com/1403/1396413635_6421465081.jpg)
Wer dort ein Bad nehmen will, kann sich reizvolle Badebekleidung kaufen...
Titel: Intermezzo
Beitrag von: hmh. am 17. August 2008, 09:16:20
Ein kleiner Exkurs darüber, wie es zu dieser gemeinsamen Reise kam.

Intermezzo

Wolfgang und ich haben, wenn auch mit einigen, zum Teil längeren Unterbrechungen, zusammen wohl um die 60 Jahre Thailand auf dem Buckel. Wir kennen uns schon seit der Zeit, als die Thai-Deutsche Gesellschaft noch ein richtiger Verein war und die Geburtstagsfeiern des heimlichen Vorsitzenden, Hans Kappe, Ereignisse waren, die Bangkok erschütterten.

Na ja, zumindest erschütterten sie die Nana Tai im Haus von Suk, dem Verleger Duang Kamol (duang gà¿ mon) und Gründer der DK Book House Kette, wo diese denkwürdigen Veranstaltungen unter Teilnahme sicher ebenso denkwürdiger Vertreter der Bangkoker Farang- und Thai- Hi So viele Jahre stattfanden. Dort trafen wir uns das erste Mal.

Wolfgang ist einer der immer seltener werdenden Menschen mit Wurzeln im Verlagsgeschäft, mit dem man über "Schusterjungen" und "Hurenkinder" noch ebenso reden kann wie über lesefreundliche Typographie im allgemeinen und die absolute Notwendigkeit von Gevierteinzügen im besonderen. 

Wir hatten seit Jahren vor, einmal eine gemeinsame Tour zu machen, trotz sehr unterschiedlicher Vorlieben. Phakinee und ich reisen außerhalb Europas und Asiens von meinen Abstechern in die Südsee bis Neuseeland mal abgesehen, eigentlich am liebsten durch Nordamerika. Dort habe ich (in Toronto) einmal studiert und ich finde es unvergleichlich, irgendwo auf diesem riesigen Kontinent zu landen, in den nächsten Mietwagen zu steigen und dann auf immer neuen, vorzugsweise einsamen kleinen Straßen diese unvergleichlichen offenen und zugleich sicheren Landschaften zwischen Alaska und Mexiko zu durchqueren und früh noch nicht zu wissen, wo man abends schläft. Wenn ich Rentner bin und es das TIP-Forum dann noch gibt, berichte ich vielleicht darüber, falls das Reisen dann noch jemand interessiert.

Salama und Wolfgang kennen aus ihrer "wilden Zeit" unter anderem Nordafrika (vor allem Marokko) und Vorderasien (vor allem den Iran aus der Zeit vor Chomeini) sehr gut und haben auch eine zeitlang in Spanien gelebt und insgesamt wohl so um die 100 Länder gemeinsam bereist. Salama kommt aus einer muslimischen Familie, wurde aber in eine christliche Schule geschickt. Wie international ihre Familie ausgerichtet ist, wird dadurch deutlich, daß ihre ältere Schwester 1972 bei den olympischen Spielen in München eine Kollegin von Silvia Sommerlath war und sie mit dieser auch heute noch befreundet ist.

Wolfgang tut man gewiß nicht unrecht, wenn man ihn einen fast typischen Vertreter der "68er Generation" nennt, der, wie ich etwas später als Nachzügler auch noch, gewissen damaligen Ideen anhing, und ansonsten ein ziemlich "unkonventionelles" Leben führte. Sowas ging seinerzeit ja viel einfacher als heute. Ich möchte jedenfalls nicht mit der jetzig jungen Generation tauschen. In meinem Fall hatte ich zum Beispiel am Ende meines Studiums nur mit BAföG und ein paar Ferienjobs, zum Beispiel im Paket-Sortierdienst in Nachtschicht vor Weihnachten bei der alten Post, locker 10 000 Mark gespart.

Dann hängte ich noch zwei Urlaubssemester dran (Krankenversicherungskosten für 1 Jahr, weltweit gültig: um die 100 Mark), ließ mich von einer Freundin mit Vollmacht im Studentenamt "zurückmelden", und ab gings in die Südsee, wo haufenweise nette Mädels herumliefen, und zwar haargenau von der Art, wie man sie ja zum Beispiel schon aus dem Film "Meuterei auf der Bounty" mit Marlon Brando und aus den Büchern von Michener, Melville und Stephenson kannte.

Naja, theoretisch jedenfalls. Die Praxis beschreibe ich lieber nicht. Es wäre sowieso eine zu lange Geschichte und die will, genau wie die vom Unterschied zwischen Theorie und Praxis in Thailand, ja eigentlich sowieso keiner hören.

Die einzige Nachricht die mich damals übrigens in sechs Monaten auf Tahiti außer den nachgesandten Briefen meiner Oma erreichte, war die Ermordung von John Lennon vor Weihnachten 1980. Ich habe noch das Titelblatt der tahitischen Zeitung. Ansonsten waren meine Götter Jack Bruce, Ginger Baker, Eric Clapton Jimi Hendrix, Bob Dylan und Crosby, Stills Nash & Young, aber die waren sehr weit weg, als ich unter einem Brotfruchtbaum am Strand am Stadtrand von Papeete zeltete. In der Nähe gab es eine öffentliche Dusche und ich wartete dort fast drei Monate lang auf das einzige Postschiff, die Tuhaa Pae II, die vier mal pro Jahr alle Eilande der Australinseln (Rimatara - Rurutu - Tubuai - Raivaevae - Rapa iti) abklapperte. Dorthin wollte ich schon mal deshalb ganz dringend, weil es angeblich überhaupt nicht möglich war.

BAföG bekam man damals bis auf 120 DM monatlich noch als zinslosen Zuschuß. Außerdem hatte ich einige Jahre meines Studiums kostenlos bei der Oma zur "Miete" gewohnt, die mich obendrein auch noch traumhaft bekochte und mir später meine Post selbst nach Nukualofa, Rarotonga und Nauru klaglos nachsandte - und sogar auf der Landkarte immer ganz genau wußte, wo das eigentlich ist.

Aber ich will nicht zu sehr abschweifen: Als Phakinee und ich hörten, daß Salama und Wolfgang 2007 mit zwei befreundeten schweizer Lehrern nach Tibet gehen sollte, hielten wir uns schon lange vorher alle Termine in der geplanten Zeit vom Leib. Ich wußte auch von Anfang an, daß ich diesmal keinen Photoapparat mitnehmen müßte, denn Wolfgang ist auf dem Gebiet so kompetent wie nur wenige. Kurz, ich plante die Reise für uns als eine Art "Honeymoon"-Reise zum silbernen Jubiläum. Fast genau 6 Monate nach unserem Abflug nach Kathmandu wären es nämlich 25 Jahre gewesen, daß ich Phakinee das erste Mal sah und sofort wußte: Das wird was. Jetzt oder nie.

In den nächsten Tagen werde ich also versuchen, einige Reiseeindrücke und auch die anderen Mitreisenden aus meiner Sicht zu schildern. Vorab schon mal eines der sehr wenigen Bilder, die ich selbst auf dieser Reise geschossen habe und zwar mit dem winzigen praktischen Taschenknipser meiner holden Gattin:

(http://farm4.static.flickr.com/3268/2761848579_6b98794094.jpg)

Wufgaeng mit einem ausgesucht hübschen blonden tibetischen Fotomodell bei einer Rast auf der Rückfahrt vom Namtso See.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 17. August 2008, 09:43:07
also das mit "ichbrauchnichfotografierenweileinanderersowiesobesseris" war wohl nix und ist nur ne Entschuldigung für die eigene Faulheiit
  8)

Mich würde aber mal was anderes interessieren. Hier im Berner Oberland auf der Jungfrau, etwa 3.5 km hoch, brauchte ich keinen Joint. Wandelte 5 cm über dem Boden mit einem permanenten Schwindelgefühl, welches mir vorgaukelte, absolut "high" zu sein. Hab sogar auf mein obligatorisches Bier zum Lunch verzichtet, weil ich wusste, dass ich danach den Clown spielen würde.

Ihr ward doch noch einen km höher. Wie isses denn euch "als nicht mehr den Jüngsten" in dieser Hinsicht ergangen?

Der Grund, warum ich frage ist einfach. Möchte selber mal dorthin und nicht 10 cm über dem Boden wandeln. Da stolper ich nur.  8) 
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Buci am 17. August 2008, 17:14:43
Hier im Berner Oberland auf der Jungfrau, etwa 3.5 km hoch, brauchte ich keinen Joint. Wandelte 5 cm über dem Boden mit einem permanenten Schwindelgefühl, welches mir vorgaukelte, absolut "high" zu sein.
Das ist tatsächlich ein nicht zu vernachlässigendes Phänomen. Kennt man auch auf Bergen, die nicht über 3000m hoch sind. Hat nix mit Jungfrauen zu tun eher mit dem Kreislauf.    ;D

Im Ernst. Das Problem ist der schnelle "Aufstieg" auf so eine Höhe. Wärst du da hoch gelaufen, hättest du ohne weiteres dein Bierchen zischen können. Für Flachländer mit gesundem Kreislauf empfiehlt es sich mind. einen Tag pro 1000m als Akklimatisierung einzuplanen. Wobei bis 2000m i.d.R. kein Probleme zu erwarten sind aber ab 5000m eher mehr Zeit eingeplant werden sollte. Sauerstoffmangel macht sich i.d.R. erst ab 4500m bemerkbar. Ist aber sicher auch eine Frage der Kondition... und Raucherei....
Titel: Höhenprobleme
Beitrag von: hmh. am 17. August 2008, 20:01:02
Weil die Höhe, vor allem, wenn man aus Bangkok kommt, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, haben wir den Weg über Nepal gewählt und uns dort und auch in Lhasa erst etwas akklimatisiert, bevor wir auf 5000 Meter gingen.

Phakinee und ich waren auch schon auf dem Jungfraujoch (Hochzeitsreise 1987), aber zuvor erst noch ein paar Tage im Hotel Eiger in Wengen, das erste Haus am Platz in der besten Lage, in dem ich 1981 mal eine Saison lang Chef de Cave war. Wenn man vernünftig vorgeht, hat man, wie fast immer im Leben, keine Probleme.

Hier dazu ein Bild, das Wolfgang auf einer früheren Reise nach Tibet gemacht hat. Es zeigt, was man sich erspart, wenn man nach Lhasa fliegt:

(http://farm1.static.flickr.com/54/116303220_df4096b2a1.jpg?v=0)

Das Bild zeigt die "Straße der Freundschaft" zwischen Kathmandu and Lhasa. Innerhalb von zwei Stunden fährt man von Nepal aus über einen Paß von 5050 Meter (Lalung La) zum tibetischen Grenzposten Zhangmu, der auf einer Höhe von 1800 Metern liegt.


Die Höhe in Tibet machte uns tatsächlich zu schaffen. Zum Beispiel waren wir in Lhasa in einem Hotel im 4. Stock und zwar ohne Aufzug. Ich hätte nie geglaubt, daß ich mit mit 51 Jahren (und ansonsten gut zu Fuß) nach zwei Treppen beim Hochkraxeln erst mal ausruhen müßte, aber es war so. Auch die holde Gattin, die in Bangkok 4 bis 5 Mal die Woche in ihr Fitneßstudio nach Fashion Island düst, schnaufte wie ein Scheunendrescher. Eine sehr bizarre Erfahrung für uns: Es fehlt einem einfach der Sauerstoff, sozusagen das Benzin für den Motor und man macht alle Klappen auf, daß man genug kriegt.

Beim normalen Besichtigungsprogramm merkte man aber nichts beim Herumspazieren. Es ist interessant, daß man in Tibet (ich glaube, das hat uns Albin erzählt, der alles über Tibet gelesen zu haben scheint) zum Beispiel keine Kartoffeln mehr kochen könnte, wenn man sie denn hätte, außer im Dampfdrucktopf, weil das Wasser schon bei unter 90 Grad oder so verdunstet.

Im Grunde ist Tibet eine Gegend, in der Menschen eigentlich gar nichts verloren hätten. Auch die Tibeter, die ethnische Mongolen sind, wären dort gewiß nicht hin, wenn sie sich auch in fruchtbareren und klimatisch günstigeren Gegenden ungestört von Nachbarn hätten ausbreiten können.


Photoapparat: Ja, natürlich war ich zu faul.

Ich bin früher schon einige Male ohne Kamera gereist und habe genau dann auch immer ganz besondere Erlebnisse gehabt. Zum Beispiel war ich die beiden ersten Male in Birma 1984 und 1985 ohne Photoapparat und mit winzigem Handgepäck. Man bekam damals nur 7 Tage Einlaß und jeder, absolut jeder Tourist klapperte auf der üblichen 08/15-Tour nach Pagan und Mandalay alles in Windeseile ab und knipste wie verrückt. Abschreckend für mich, da mitzumachen.

Ich nahm mir einen Studenten als Führer (mit dem ich noch heute in Kontakt stehe), wurde überall in Rangun als Botschafts- oder Uno-Personal angesehen (das sind die einzigen Leute, die dort ohne Photoapparat rumlaufen), fuhr mit dem Ordinary Train in die alte Hauptstadt von "Suvarnabhumi", Pegu; mit einem öffentlichen Bus ... äh, Verzeihung: Pritschenwagen nach Syriam, nächtigte im Government Resthouse in Maymyo sowie im Strand Hotel in Rangun, wo ich das billigste Zimmer (damals 11 US-Dollar, riesiges, himmelhohes Teakholzzimmer) dank der inzwischen erfolgten Bekanntschaft mit der Empfangschefin mit schwarz gewechselten Dollars zahlen konnte, wodurch das ganze dann noch auf etwa 1,50 Dollar kam. Gratis-Angestelltentee am Empfang eingeschlossen.

Nach dem zweiten Mal reiste ich dann aber sofort ein drittes Mal ein, jetzt mit Kamera, traf die genau gleichen Leute an den besten Plätzen nochmals und machte unvergeßliche Bilder, die mir wohl nie gelungen wären, wenn ich gleich das erste Mal mit Kamera bewaffnet auf diese Menschen losgegangen wäre.

Sicher ist es richtig, daß ich einen anderen Blick als Wolfgang habe. Wie man hoffentlich auch im TIP Führer Bangkok merkt, interessieren mich die großen Sehenswürdigkeiten eher am Rande. Ich habe das Prinzip, daß ich gerade an den ganz hohen Denkmälern, etwa in Bangkok am Hauptpalast, wenn überhaupt, dann höchstens mit dem Rücken zu diesen schon millionenfach abgelichteten Sehenswürdigkeiten Bilder mache. Das Erinnerungsbild mit der holden Gattin vor dem Potala Palast war aber selbstverständlich mal ne Ausnahme...

Ich photographiere gerne das eher alltägliche und auch schon mal die Müllhaufen, wenn sie, wie leider gerade in Tibet, offenbar zur Kultur des Landes gehören. Leider ist es so, daß China eines der schmutzigsten Länder der Welt ist. Wenn man etwa von Hongkong nach Kanton mit der Bahn fährt, sieht man beim Blick aus dem Fenster vor allem einen gigantischen Abfallplatz nach dem anderen und zwischen all dem Gift ein paar Felder, auf denen das Gemüse wächst, das die Menschen dort essen müssen.

Die Tibeter aber sind nochmals eine Klasse schmutziger als die Chinesen. Sogar direkt vor dem Potala Palast verrichten Tibeter auf dem Fußgängerweg über einen fehlenden Pflasterstein in aller Öffentlichkeit ihr "großes Geschäft", obwohl es auf der anderen Straßenseite eine öffentliche Toilette gibt. Und selbst in den höchsten Tempeln stolpert man überall über Dreck und Abfall, vor allem Plastikflaschen und -tüten, um die sich, anders übrigens als in den chinesischen Stadtteilen von Lhasa, auch kein Personal kümmert. Dabei scheinen manche Tempel buchstäblich im Geld der Gläubigen, Götzenanbeter und Touristen zu schwimmen.

Auch das Geld fliegt in den Tempeln überall haufenweise und buchstäblich in allen Ecken herum, wenn auch nur die kleinen Scheine. Das macht einen aber dann schon mal nachdenklich, weshalb man als Tourist in gewissen ohnehin sehr wohlhabenden Tempeln für das Photographieren pro Zimmer das Monatseinkommen so manchen Tibeters bezahlen soll.

Und die Mönche in Tibet sind auch nicht unbedingt alle die weltabgewandten Asketen, die sich gewisse Dalai-Lama Anhänger so gerne ausmalen. Zum Beispiel kamen wir zu einem Fest im Sommerpalast des Dalai Lama, wo auch eine Gruppe älterer, höherer Mönche nachmittags in einem Biergarten saß und sich unter Budweiser Sonnenschirmen von leichtbekeideten, miniberockten, weiße-stiefelchen-tragenden chinesischen jungen knackigen Schönheiten bedienen ließen. Ein bizarres Bild.

In einem Land, das 9 Monate im Jahr Frost hat, entwickelte sich auch ein anderes Verhältnis zur körperlichen Sauberkeit als etwa im Sumpfland Thailand, wo einen die Mücken und das sonstige Ungeziefer fressen, wenn man nicht auf peinliche Geruchsfreiheit achtet. In Tibet sieht man schon mal öfters die Flöhe hüpfen, obwohl wir zum Glück keinen von ihnen persönlich näher kennengelernt haben. . .

Aber nochmals zu Nepal:

Zweimal haben wir uns von der Gruppe bzw. von dem geradezu überwältigenden Proigramm abgekoppelt, liefen zum Beispiel in Kathmandu kilometerweit alleine quer durch die Stadt, fanden dabei sogar ein hervorragendes Thai-Restaurant und kauften unterwegs schöne Sonderbriefmarken am Hauptpostamt.

Das Laufen durch die winzigen Gassen mit Stadtkarte bewaffnet war problemlos möglich und bescherte unvergeßliche Eindrücke. Dort machten wir auch einige Bilder mit Phakinees Kamera, die ich allerdings hier leider nicht zeigen kann. Die Altstadt von Kathmandu ist ein Erlebnis. Die Türen in manchen alten Häusern waren nicht höher als Phakinees Brusthöhe.

Im Bezirk Thamel, das ehemalige Hippieviertel, hat sich natürlich längst ein Touristengebiet entwickelt. Albin stöberte in  den vielen antiquarischen Bücherläden nach Schätzen, wohin ich ihm auch folgte. Moritz, unser "Casanova", wie ihn meine holde Gattin nennt, war auf der Suche nach Nachtleben (und zwar erfolgreich, wie er berichtete). Der derzeitige Wikipedia-Eintrag "Kathmandu" wurde insofern nach meiner Überzeugung von einem ahnungslosen Netzindianer geschrieben. Kathmandu ist, wenn man sich Zeit gibt, wirklich interessant und eine eigene Reise wert. Es gibt wunderschöne offene und geschlossene Restaurants, oft übrigens auf gemütlichen Dachterrassen, man kann sogar Jazz hören. In der Altstadt mit ihren winzigen Gäßchen ist durchaus noch einiges von der alten Mystik erhalten. Nur wenn man in den Zeitungen die Berichte mutiger Journalisten über die Korruption fehlende Sicherheit für die Bürger im Alltag las, konnte man schwermütig werden.

Auch davon, daß Reisen nur in der Trockenzeit von Oktober bis April zu empfehlen seien, haben wir überhaupt nichts gemerkt. Wir waren im August dort, es herrschten frische Luft, sattes Grün und klarer Himmel. Und in Tibet erlebten wir etwas ganz seltenes, nämlich Regenwetter. Aber davon später.

Hier noch ein paar Bilder aus der Umgebung von Kathmandu, natürlich alle von Wolfgang:

(http://farm2.static.flickr.com/1399/1327477417_69d8808a38.jpg?v=0)
Bungmati, könnte von der Landschaft her auch irgendwo in Österreich oder im Schwarzwald sein

(http://farm2.static.flickr.com/1354/1320082776_2f4d139d6c.jpg?v=0)
Im Zentrum von Bungmati

(http://farm2.static.flickr.com/1160/1310688729_496f3fbe51.jpg?v=1188982499)
Patan, Durbar Platz, Weltkulturerbe

(http://farm2.static.flickr.com/1235/1311582806_f1961595d9.jpg?v=0)
Öffentliches Wasch- und Badezentrum in Patan

(http://farm2.static.flickr.com/1393/1327468027_b4efece054.jpg?v=0)
Gasse in Khokna. So ähnlich sehen  fränkische Dörfer auf alten Photos aus, die um 1900 herum entstanden sind

(http://farm2.static.flickr.com/1033/1327462305_2382349e1f.jpg?v=0)
Blick von einer Anhöhe nach einem 15 Minuten Spaziergang von Khokna nach Bungmati
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 17. August 2008, 20:28:35
Danke für deine Ausführungen, hmh.

Jo, die Ecke Wengen, Lauterbrunn kenne ich auch. Gigantische Gegend. Sind nur 2 Stunden von meinem Wohnort.

Die Sache mit der Kamera ist tatsächlich so eine Sache. In meinem Fall ist sie mein Freund, weil ich mit ihr immer auf Motivsuche bin, dem anderen Blick sozusagen, neben der üblichen Touristen-Totalen. Sie motiviert mich sozusagen, genauer hinzusehen, auf Einzelheiten zu achten, mal ein paar Schritte aus der Totalen zu gehen um einen anderen Blickwinkel zu erhaschen. Da landet man automatisch auf Pfaden, jenseits der Touristenwege.

Oft passiert es mir dann, dass ich das fotografieren vergesse. Zu meinem Bedauern später. Aber die Bilder im Kopf bleiben ja. 

Ohne Kamera kann es mir jedoch passieren, dass ich wie ein Blindfisch durch die Gegend patter, weil mir dann der Motivblick völlig abhanden kommt. So gehts mir jedenfalls. 


Titel: Tibet-Bilder von Michel Comte
Beitrag von: hmh. am 21. August 2008, 05:20:39
Die Tibet-Aufnahmen des Schweizer Photographen Michel Comte, die im August 2008 in Berlin zu sehen waren, sind wenig bekannt. In der Bildzeitung wurde ein Interview mit ihm veröffentlicht, das hier zum Thema paßt.

Auszug:

Herr Comte, schauen Sie sich Olympia im TV an?

„Nein. Allein für die Marathonstrecke wurden 3200 Häuser zerstört. Mit China darf man keine Geschäfte machen.

Wie haben Sie die Chinesen in Tibet erlebt?

„China fährt eine systematische Vernichtungskampagne, Glaube und Kultur eines Volkes zu brechen. Ich habe gesehen, wie chinesische Soldaten Tibeter auf offener Straße willkürlich zusammenschlagen. ... Allein im letzten Jahr wurden elf neue Gefängnisse gebaut. Ich habe viele zerstörte Klöster gesehen.“

. . .

„Wir alle sind abgestumpft von Schreckensbildern in den TV-Nachrichten. Unsere Augen sind immun gegen Gewalt. Mein erschütterndstes Tibet-Foto wirkt ohne offene Gewalt: Ein tibetischer Vater geht über eine sandige Straße. Ihm folgt sein kleiner Sohn. Auf dem Kopf trägt er stolz die Mütze eines chinesischen Soldaten. Das zeigt: China manipuliert die Kinder. Sie dürfen ihre Muttersprache nicht sprechen. Ihre Lehrer sind Chinesen. Für mich ist das hinterhältig und perfide. Darum ist es ein Bild von subtiler Gewalt. Ein ruhiges Foto, das schockt.“

Das Bild des Jungen, der die Mütze des Feindes trägt und drei weitere stehen hier: http://www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2008/08/06/tibet-ausstellung/in-der-axel-springer-passage.html

Das ganze Interview: http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/08/07/tibet-ausstellung/von-michel-comte.html
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 24. August 2008, 23:41:07
hallo - ich bin wieder zurück aus Island. Es war eine atemberaubende Reise und ich habe mich sehr gewundert, wie sehr die Thais auf Island vertreten sind. Selbst im hintersten Kaff mit etwa 1200 Einwohnern und nur zwei Restaurants, war eins ein Thairestaurant. Auf dem Weg zu einem Gletscher trafen wir die in Thailand unter den Shantibuddhisten bekannte Nonne Sansani. Doch hierzu könnte ich einen eigenen Thread starten.
Heute melde ich mich zurück nachdem ich mit HMH telefonierte und seine Berichte las. Hans bat mich noch nachträglich ein Bild aus Nepal zu posten:

(http://farm2.static.flickr.com/1072/1303688468_45426bb088.jpg)
Eine Thakalifrau am Balkon eines Tempels im Bodnath Circle

Die Thakalis sind tibetischer Abstammung und für ihre lockere Lebensauffassung bekannt. Auf meiner Trekkingtour in Mustang, einem Königreich im (ehemaligen) Königreich Nepal wurde meine Frau Salama und ich von Thakalifamilien herzlich aufgenommen und bewirtet.
Mehr über die Thakalis hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/Thakali

Morgen aber werde ich weiter über unsere Reise mit der Tibetbahn photographisch berichten. Ich freue mich sehr, dass Hans diesen Thread so fleißig unterhält und ich danke auch den lieben Herrn Prof.UUU über seine vielen Antworten.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 26. August 2008, 00:18:15
Wir sollten unseren Forumfreunden erst einmal erklären, was ein Hurenkind und ein Schusterjunge bedeutet, sonst glaubt man noch, wir benützen unanständige Ausdrücke, lieber @hmh.

Ein Hurenkind wird die letzte Zeile eines Absatzes bezeichnet, wenn sie zugleich die erste einer neuen Spalte oder Seite ist. Hurenkinder gelten in der Typografie als schwere handwerkliche Fehler, da sie die Ästhetik des Satzspiegels besonders stark beeinträchtigen.
Einen Schusterjunge bezeichnet man dann, wenn die erste Zeile eines Absatzes am Ende einer Buchseite steht. Das Erscheinungsbild der Seite leidet darunter katastrophal. Der Begriff bezeichnet also eine Zeile eines neuen Absatzes, die sich vorwitzig wie ein Schusterjunge auf die vorhergehende Seite wagt.
Beides sind Fachbegriffe der Typographen und Schriftsetzer, wie z.B. auch der Fisch (falscher Buchstabe in einem Fach des Setzkasten), oder Zwiebelfisch (falscher Buchstabe einer anderen Schrift im Setzkastenfach). --C

In meinem Archiv habe ich noch ein Photo gefunden, das die Mönche mit dem knackigen Budweiser-Mädchen zeigt - eine nicht mehr außergewähnliche Szene in Lhasa, hmh hat darüber berichtet. Doch die Toleranz im Buddhismus ist bezeichnend, so dröhnte schon mal die Jazz-Rock-Musik von Emerson Lake and Palmer aus krächsenden Lautsprechern in einem nepalesischen buddhistischen Tempel, während andere beim Meditieren waren, gleichzeitig liesen Novizen einen Tibeter-Hund in Mönchsrobe um die Stupa rennen und lachten sich dabei die Bäuche voll. ;D

(http://farm4.static.flickr.com/3144/2796097048_77299ca7ef.jpg)

... und nun poste ich die versprochenen Bilder von unserer Reise mit der Tibet-Bahn und setze damit meine Photo-Serie über die China-Reise fort - ich bitte um ein paar Stunden Geduld.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 26. August 2008, 02:41:07
(http://farm2.static.flickr.com/1109/1416748457_340b3df1e7.jpg)
Der Bahnhof von Lhasa ist dem Stil der Potala nachempfunden

(http://farm2.static.flickr.com/1021/1416745427_4d8765ee2c.jpg)
Im Bahnhof von Lhasa, Sicherheitskontrolle zum Bahnsteig
Die Tibet-Bahn ist zurecht umstritten, doch ist diese Streckenführung denoch ein Meisterwerk chinesischer Ingenieurs- und Baukunst.
Die Fahrt war für uns ein unvergeßliches Erlebnis.

(http://farm2.static.flickr.com/1364/1417620896_948c33181f.jpg)
Überquerung des TsangPo (Po heißt Fluss, TsangPo Fluss wäre doppeltgemoppelt, genau wie NamTso See, denn Tso heißt See)
Der TsangPo wird in Indien zum Brahmaputra.

(http://farm2.static.flickr.com/1141/1416752087_389cd795ef.jpg)
Die Tickets von Lhasa nach Xining (sprich Schining)
Die Fahrt ist 1972 km lang und dauert 24 Stunden und 50 Minuten

(http://farm2.static.flickr.com/1099/1417610220_8233257291.jpg)
Albin und ich im Zugabteil

(http://farm2.static.flickr.com/1004/1417614138_cdb4c6c90d.jpg)
Die Tibet-Bahn klettert bis auf auf den Tanggula Pass mit 5072m
Das Photo schoss ich während unseres Ausfluges zum NamTso.

(http://farm2.static.flickr.com/1225/1416732323_28acf6ec6a.jpg)
Auch dieses Photo der Bahntrasse schoss ich während unseres NamTso-Ausfluges
Die Pfeiler werden zum Teil künstlich gekühlt um die Stabilität bei eventuell tauenden Frostboden zu gewährleisten.

(http://farm2.static.flickr.com/1328/1416736351_8cfcf28ef0.jpg)
Weitere Überquerung des TsangPo (Brahmaputra)

(http://farm2.static.flickr.com/1124/1416726891_ae8dd92a59.jpg)
Die überwiegende Strecke zwischen Lhasa und Golmud läuft auf einer Trasse, die auf Permafrost-Boden verläuft.
Titel: Grandiose Eisenbahnfahrt
Beitrag von: hmh. am 26. August 2008, 04:17:54
Wenn ich mir nur eine Sache in Tibet hätte aussuchen dürfen, dann wäre es die Fahrt mit dieser Eisenbahn gewesen.

Einerseits ist diese Strecke unbestreitbar ein Totengräber dieses Volkes und es ist überaus bezeichnend, daß der Name des Bahnhofs noch nicht einmal mehr auf tibetisch außen angeschrieben steht. Zuoberst sieht man chinesische Schriftzeichen, die wohl irgendetwas bejubeln sollen.

Letztlich ist schon die äußere Form des Betonklotzes - vage im tibetischen Stil -, ein einziger Affront gegen Tibet, genau wie die rote Fahne auf dem seit 50 Jahren verwaisten Potala Palast...

Überall ist in Lhasa durch die hier sehr bewußt angesiedelten Han Chinesen sehr deutlich zu spüren, wer jetzt die Beherrscher dieses Landes sind. Wäre ich Tibeter, würde ich alleine deshalb wütend. Ich fragte mich in Lhasa manchmal ernsthaft, wie lange es wohl noch dauert, bis auch hier - vermeintlich friedfertiger Buddhismus hin oder her -, die ersten gezielten Bomben hochgehen.

Andererseits war diese Fahrt, während der wir alle, so wir es hatten, das schlechte Gewissen mühelos wegsteckten, einfach atemberaubend. Ich saß fast die ganze Zeit nur am Fenster und schaute auf diese grandiose, scheinbar unberührte Landschaft. Sogar als es dunkel wurde und alle in unserem Abteil längst schliefen, schaute ich nachts immer wieder mal hinaus und versuchte etwas zu erkennen. Ich habe selten auf Reisen Eindrucke gehabt, die es mit dieser Fahrt aufnehmen könnten. Während der Fahrt aber, merkwürdig für mich, erinnerte ich mich an folgendes:

- - - Ein Nonstop-Flug mit der Lufthansa von München nach San Francisco, der bei vollkommen
       kristallklaren Hochdruckwetter (was über dem Nordatlantik alle Jubeljahre mal vorkommt),
       über Island, Grönland und Kanada hinweg ging,

- - - meine erste Fahrt, 24jährig, 1980, über den Monument Paß zwischen Utah und Arizona kurz
       nach einem Schneesturm, später das Tal des Todes Ende November, ohne Touristen, und
       gleich am nächsten Tag der Tioga Paß, 3500 Meter höher.

- - - eine Eisenbahnfahrt durch die Barranca del Cobre (Kupferschlucht) zwischen Los Mochis und
       Chihuahua in Mexico,

- - - eine Fahrt auf der Roßfeldstraße in Berchtesgaden nach einem Ausflug auf dem Königssee,

- - - ein Tagesflug von Bangkok nach Rom erst über den Iran und später die Ägäis hinweg u. a.
       über Santorin und die Akropolis  (ich werde nie verstehen, wofür die Leute Spiele und Filme in
       Flugzeugen brauchen, so sie nicht schlafen oder lesen wollen . . .)

Irgendwo zwischen diesen Eindrücken lag für mich die Tibetbahn. Im Grunde hätten wir uns meinetwegen alle anderen Ausflüge in Tibet einschließlich dessen zum Namtso samt Abstecher in ein Industriegebiet zu einem Thermalbad sparen können. Den Namtso empfand ich bereits als ein Ziel des Massentourismus: jeder "muß" da hin. Der Busparkplatz hat ungefähr die Ausmaße desjenigen vor den Universal Studios in Hollywood. Allerdings hat mich die Landschaft auf der Fahrt im Kleinbus über einen Paß zum See und zurück beeindruckt.

Die Eisenbahnfahrt geht dagegen durch großartige Landschaften und an vollkommen einsamen Seen entlang, im Hintergrund die eisglitzernden Berge, hie und da Yakherden oder auch mal ein Stück Wild, das war alles, was wir sahen. Alle tibetischen Seen, die als heilig gelten, schienen völlig menschenleer, kein Schiff, keine Hütte am Ufer, absolut nichts zu sehen außer purer Landschaft. Grandios.

Aber ich will nicht vorgreifen.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 26. August 2008, 19:12:10
"gekühlte Pfeiler"  Mich würde das mal näher interessieren.

Wo kann man darüber was erfahren?
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 26. August 2008, 19:51:09
für Profuuu und unsere interessierten Forum-Freunde habe ich eine Information aus einer deutschen Website kopiert, in der die Technik erklärt ist:

Zitat
Spezielle Stahlröhren wurden an kritischen Streckenabschnitten verlegt, um das Auftauen des Permafrostbodens zu verhindern. 10.000 solcher Kühlstäbe mit Kühlflüssigkeit wurden in den Boden getrieben. Diese sind innen hohl und mit Ammoniak gefüllt. Das flüssige Ammoniak verdunstet im Sockel unten und hält dadurch den Permafrostboden kühl. Der aufsteigende Ammoniakdampf gibt am oberen Ende seine Wärme ab und wird wieder flüssig und sinkt nach unten. Eine weitere stabilisierende Besonderheit des Dammes ist das Schotterbett, welches auf einem rund drei Meter hohen Fundament aus grob behauenen, kopfgroßen Steinbrocken, die ohne Mörtel locker übereinander geschichtet sind, liegt. So kann der Dauerwind auf dem Hochplateau durch die Ritzen pfeifen und die Steine sowie die darunter liegende Erde kühl halten. Trotzdem erklärte das chinesische Eisenbahnministerium bereits einen Monat nach der Eröffnung, dass der Permafrostboden unter der Bahnlinie sinke und erste Risse zeige, was die Bahn an manchen Stellen destabilisiert. Auch der Beton einiger Bahnkonstruktionen zeige Risse. Weitere Gefahren gingen von Wanderdünen und Yak-Herden aus, wofür die Ingenieure noch keine Lösung hätten. Der Permafrostboden soll aufgrund der globalen Erwärmung in den nächsten 50 Jahren um ein Drittel zurückgehen.

Und hier weitere Photos unserer atemberaubenden Fahrt mit der Tibet-Bahn:

(http://farm2.static.flickr.com/1079/1417603842_bdd205db2e.jpg)
Panoramasicht auf eine Gebirgskette

(http://farm2.static.flickr.com/1256/1417602782_70a3ed901d.jpg)
vorbei an zahlreiche Seen, die vollkommen einsam in der vorbeiziehenden Landschaft liegen

(http://farm2.static.flickr.com/1086/1423688992_4ee69b5c77.jpg)
Sonnenuntergang über die Lancang Ebene in Nord-Tibet

(http://farm2.static.flickr.com/1334/1422802123_54ba11ef0a.jpg)
Felsformation bei Nu Jiang

(http://farm2.static.flickr.com/1076/1422800355_ff4877f86c.jpg)
Weiterer Panoramasichten aus dem Fenster, man kann gar nicht genug bekommen

(http://farm2.static.flickr.com/1204/1422793237_97594b7546.jpg)

(http://farm2.static.flickr.com/1084/1423677028_2aac1e7245.jpg)
Wir fahren den Salween Fluß entlang.
Titel: Tibetische Seen ohne Fischer
Beitrag von: hmh. am 26. August 2008, 20:49:19
Die tibetischen Seen sind unter anderem deshalb so einsam, weil die Tibeter keinen Fisch essen, wie man uns sagte. Viele enthalten ohnehin Salzwasser, aber auch im Süßwasser fischen die Tibeter nicht, die ursprünglich aus der Mongolei kamen und ein Steppenvolk sind.

Wie man mir weiter erklärte, bestatten oder bestatteten sie ihre Toten in den Seen; in den Fischen leben also wohl die Ahnen weiter und die werden offenbar deshalb nicht gegessen . . .

Es soll aber inzwischen auch in Tibet Seen geben, in denen die dort angesiedelten Han Chinesen mit offizieller Lizenz fischen bzw. Fischfarmen betreiben. Ich habe solche Orte aber nicht gesehen.

Hier noch ein Bild vom Namtso. Ich war dabei, als Wolfgang es photographierte, vom Busparkplatz aus.
Schon mit einem leichten Teleobjektiv läßt man in Tibet die Menschen rasch hinter sich - selbst an diesem für mich schon "überlaufenen" Ort:

(http://farm2.static.flickr.com/1072/1396392401_8c1f3a2423.jpg?v=0)

Der Namtso soll der größte der tibetischen Seen sein. Es ist der höchstgelegene Salzwassersee der Welt (4718 m), so groß wie der Bodensee und mindestens so kristallklar wie der Lake Tahoe.


(http://farm2.static.flickr.com/1069/1396386585_556bc6afa2.jpg?v=0)

Im Namtso liegen fünf Inseln. Entlang des Ufers findet man viele bizarre Steine; manche erinnern an Körper, andere an Bäume. An wieder anderen Stellen findet man Höhlen und beschriftete Steine. Was die Schriften bedeuten, haben wir nicht erfahren.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 27. August 2008, 00:36:13
auf der nachfolgenden, aus einer WEBsite kopierten, Landkarte habe ich mal die Strecke aufgeführt, die wir mit der Tibet-Bahn gefahren sind, insgesamt 1972 km, fast genau die Hälfte der Strecke Lhasa - Beijing.

(http://farm2.static.flickr.com/1421/1417659526_7276b11a21.jpg)

Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 27. August 2008, 04:22:22
(http://farm2.static.flickr.com/1101/1423672448_ac734984af.jpg)
Die Ortschaft Amdo auf 4700 Metern Höhe
(Amdo, so steht es auf den Landkarten, An Duo so schreiben es die Chinesen)

(http://farm2.static.flickr.com/1079/1417603842_bdd205db2e.jpg)
Wieder eine phantastische Panoramasicht auf eine Bergkette

(http://farm2.static.flickr.com/1374/1416721201_0aedc43717.jpg)
Die Wolken wechseln alle Minuten ihre Formationen

(http://farm2.static.flickr.com/1334/1423690192_9cfa739528.jpg)
Sonnenuntergang über Lancang, einem weiten Distrikt in Nord-Tibet

(http://farm2.static.flickr.com/1086/1423688992_4ee69b5c77.jpg)
Im Lancang Distrikt

(http://farm2.static.flickr.com/1106/1422798399_d90c67dfa4.jpg)
Die Bahn durchfährt ein gefährliches Erdbebengebiet entlang der Kunlun Mountains.
Erst im Jahre 2001 ereignete sich hier ein Erdbeben der Stärke 8.1

(http://farm2.static.flickr.com/1377/1423675540_4502a854b0.jpg)
Ein angeblich wirksamer Schutz gegen Erosion bzw. gegen Wanderdünen und Schneewehen sollen diese Flächenraster sein.

(http://farm2.static.flickr.com/1240/1422788603_f5ed448826.jpg)
Kurz vor Nemrong, einem nordtibetischen Distrikt

(http://farm2.static.flickr.com/1137/1423670950_33dc74bc44.jpg)
Ein kleiner, uns namenloser, Fluss in der Nähe von Tsonang in Nord-Tibet

(http://farm2.static.flickr.com/1219/1423669660_cdf1b6bc32.jpg)
Der BamTso (See) in Nord-Tibet

... und morgen geht es wieder weiter bis nach Xining und ein paar Bilder aus Xining.
Auch diese Stadt wurde von einem Erdbeben  am 23. Mai 1927 gebeutelt und erreichte einen Wert von 7,6 auf der Richter-Skala. Bei dem Beben verloren 41.000 Einwohner ihr Leben. Es gab dabei auch große Landverschiebungen.
Titel: Surrealistische Wolkenbilder
Beitrag von: hmh. am 27. August 2008, 06:21:33
Das oben stehende Bild, vom Bamtso, an dessen einsamen Ufer die Tibetbahn schier stundenlang enlangfuhr (es kam mir jedenfalls so vor: kein Mensch, keine Behausung, noch nicht einmal eine Yakherde während der gesamten Zeit des Vorbeifahrens), zeigt auch etwas ganz ungewöhnliches in dieser Region: Regenwolken. Denn das Tibet Plateau ist neun Monate im Jahr zumindest nachts klirrend kalt. Und knochentrocken dazu.

Wir aber kamen bei anhaltendem Regenwetter nach Tibet, was ungewöhnlich ist. An jeden Tag unseres Aufenthalts mit Ausnahme des Ankunftstags gab es zumindest einen kurzen Regenguß; während unseres Ausflugs zum Namtso regnete es sogar fast die gesamte Zeit außer am Namtso selbst. Bei der Besichtigung des Potala-Palastes goß es zeitweise in Strömen.

Deshalb sind Bilder wie die hier gezeigten in Tibet wohl nicht oft zu machen. Die Wolkenformationen, die man zum Beispiel beim Blick aus der Tibetbahn sah, waren schon alleine diese Reise wert. Ein Glücksfall. Während der Bahnfahrt kam ich mir manchmal vor wie der Teilnehmer eines nicht enden wollenden surrealistischen Films. Ich konnte mich nicht sattsehen an diesen Wolkenbildern und drückte mir fast die Nase platt an der Fensterscheibe.

Bevor die Reise weitergeht, hier aber noch ein Bild, das auf seine ganz eigene Weise ebenfalls typisch für Tibet ist:

(http://farm2.static.flickr.com/1082/1397300574_067b2649ba.jpg?v=0)

Ein Nomadenzelt, das Wolfgang auf der Rückfahrt vom Namtso aufgenommen hat; im Hintergrund die Trasse der Tibetbahn.

Tibetische Tradition neben der chinesischen Hochtechnologie.

Wird ein Nebeneinander in Tibet künftig noch möglich sein?
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 28. August 2008, 22:09:15
heute setze ich unsere Reise bis Xining fort und schließe damit den zweiten Teil unserer Reiseetappe. In Xining hatten wir nur etwa 8 Stunden Zeit, uns ein bisschen die total neuaufgebaute, hochmoderne Stadt anzusehen. Es war Freitag und tausende gläubige Muslime strömten aus den Moscheen, sodass es im Stadtzentrum nur schwer vorwärts ging. Salama und ich machten eine reizende Bekanntschaft mit Diane, einer ortsansässigen jungen Chinesin, mit der ich heute noch einen warmherzigen E-mail-Kontakt halte.

Zuerst noch zwei Photos, die ich im Zug knippste, eins zeigt das Display, der in jedem Waggon in englischer und chinesischer Sprache ständig wichtige Informationen, wie auch die gerade erreichte Höhe anzeigte, das andere Bild zeigt den Speisewagen. Man bestellt die Speisen nicht nach der Karte, sondern man bestellt einen Tisch für 4 Personen für 200 Yuan = 19,90 €. Dann kommt das Essen, Platte für Platte, Teller für Teller, und man ißt, was einem schmeckt. Mir schmeckte alles hervorragend.
Übrigens wurden wir in diesem Thread gefragt, was denn die ganze Reise eigentlich gekostet hat.
Ich habe in Kathmandu zwei sehr empfehlenswerte Reise- und Treckingunternehmer, mit denen ich schon mehrmals so gut wie hundertprozentig gute Erfahrungen gemacht hatte, eine ist die Karnali Excursion Company, hier ihre WEBsite:
http://www.trekkinginnepal.com/
Nicht ganz billig, aber dafür sind diese Leute hochprofessionell und es klappt alles zu 99,9 Prozent. Nur beim chinesischen Gruppenvisa hatten wir im Land Probleme, weil wir dann in Kunming einzeln ausreisten. Die Umwandlung von einem Gruppenvisa in Einzelvisas verursachte ziemlich hohe Zusatzkosten. Im Nachhinein hat Karnali aus Kathmandu alles ersetzt - und das war nicht selbstverständlich.
(Die andere Tour-Agentur heißt Mustang Trecking- and Excursion Company. Mit ihr und dem Manager Rajendra Thakuri, einem Thakali, organisierte ich die Treckingtour mit einem schweizer Freund und Salama im Jahre 1999, siehe meine Ipernity-Seite http://www.ipernity.com/doc/wolfgang-pfriemer/album/58465).

Da jeder seine Reise individuell arrangiert, sind auch die Preise extrem unterschiedlich, am besten man frägt an. Herr Hira von der Karnali Tour antwortet umgehend. Sagt, dass ich ihn Euch empfohlen habe, dann nimmt er jedes Anliegen von Euch besonders ernst.
 
(http://farm2.static.flickr.com/1258/1422794711_e1c600d80f.jpg)
Display im Zug-Waggon

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im Speisewagen

(http://farm2.static.flickr.com/1426/1422808073_693f144ed2.jpg)
Slums vor Xining, hinter den Fasaden sieht China noch sehr entwicklungsbedürftig aus

(http://farm2.static.flickr.com/1197/1428240490_776893f977.jpg)
wir erreiche Xining auf die Minute pünktlich nach 24 Stunden und 50 Minuten

(http://farm2.static.flickr.com/1378/1427360661_7c4eb15b31.jpg)
Der Bahnhof von Xining

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im Zentrum ein Einkaufs-Plaza in Xining

(http://farm2.static.flickr.com/1224/1427357281_4d336ad67e.jpg)
Salama und unsere neue chinisische Freundin Diane

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ein anderer Blick auf das Zentrum von Xining

(http://farm2.static.flickr.com/1079/1427350073_f17fa43690.jpg)
Kinder haben einen riesigen Spaß, in einem Airball auf einem Pfuhl zu spielen.
Der Ball wird mit Atemluft gefüllt und die Kinder können sich nach Belieben austoben.
Stoßen die Luftbälle zusammen ist nach allen Seiten alles weich.

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Auch das sieht man im Stadtpark, obwohl die Hundehaltung eigentlich selten erlaubt ist.

Ich schließe jetzt die 2. Reiseetappe und beginne mit der 3. und letzten Etappe Yunnan.
Titel: Unsere Reisegruppe
Beitrag von: hmh. am 29. August 2008, 02:16:00
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Unsere Reisegruppe, photographiert in Lhasa von dem deshalb leider auf diesem Bild fehlenden Wolfgang (aber wir haben ihn ja schon auf Seite 1 gemeinsam mit einem besonders hübschen tibetischen Photomodell abgelichtet...) vor dem Überschreiten des etwas kurz geratenen Roten Teppichs am Eingang zu unserem Wagon der Tibetbahn. Von Links Moritz, Albin, Hans, im Hintergrund die für unsere Abteile zuständige freundliche "Aufpasserin", Salama, Wolfgangs unvergleichliche Frau, und Phakinee, die holde Gattin.

Albin und Moritz, die beiden Schweizer Lehrer, sind wohl das, was man guten Gewissens als "fröhliche Junggesellen" bezeichnen darf. Albin wohnt schon ewig in Bangkok und kennt hier vieles, von dem ich keine Ahnung habe, angefangen etwa bei Golfplätzen. Moritz, der ebenso wie Albin pensioniert ist, konnte uns auch sehr viel über Südamerika, vor allem Brasilien, erzählen, wo er teilweise lebt, was mir zum Teil geradzu den Mund wässrig machte... Überhaupt lockerte er mit seiner trockenen Art unsere Gesprächsrunden oft erst richtig auf.

Albin hatte, wie schon Wolfgang erwähnte, auf unserer Reise die Rolle des "lebenden Lexikons" übernommen. Über Nepal, Tibet und China wußte er, wie es mir jedenfalls schien, einfach alles, was interessant ist. Nach der Rückkehr besuchte ich ihn mehrmals in Bangkok plünderte vorübergehend seinen Bücherschrank aus, soweit es vor allem Tibet betraf. Bei der Lektüre seiner Tibet-Bücher, die ich mir inzwischen zum größten Teil selbst besorgte (und noch mehr...) wurden mir einige Zusammenhänge klar, die wohl allgemein wenig bekannt sind.

So scheint zum Beispiel die Mär von den grundsätzlich friedlichen Buddhisten wirklich nur eine naive, bei uns im Westen verbreitete Mär zu sein, vor allem von Wunschdenken geleitet.

In Tibet, aber auch in anderen Ländern, in denen der Buddhismus den Herrschenden nützlich ist, z. B. in Bhutan, unterdrücken die Herrschenden im Namen ihres einzig wahren Glaubens genauso brutal viele andersdenkende und "andere" Mitmenschen wie das die Wortführer des Islam oder das Christentum auch überall dort getan haben, wo sie stark waren und/oder es sind.

Das Land mit der derzeit höchsten Pro-Kopf-Flüchtlingsrate der Welt aus ethnisch-religiösen Gründen ist zum Beispiel ein geistergläubig-buddhistisches, nämlich Bhutan. Alle Hindus, auch wenn sie seit Generationen dort lebten, wurden dort verjagt und teilweise auch ermordet. Das ist erst ein paar Jahre her, aber man hat fast nirgends im Westen was darüber gelesen, weil das ja alles so geheimnisvoll lächelnde fromme Buddhisten sind, denen man freiwillig 200 Dollar pro Tag abdrückt, um in diese ach so friedliche Gegend überhaupt mal reinschauen zu dürfen...

Faszinierend die Geschichten, die uns Albin aus der tibetischen Geschichte erzählte, daß die ersten Europäer, Engländer, tatsächlich erst Anfang des 20. Jahrhunderts nach Lhasa kamen, daß der erste Ausländer, der Lhasa erblickte, aber ein Japaner war und daß der Dalai Lama seine tiefgläubigen Krieger als Kanonenfutter verheizte, indem er ihnen sagen ließ, daß ihnen die Kugeln der englischen Musketen nichts anhaben könnten, weil sie ja durch irgendeinen Zauber mit seinem persönlichen Segen doch unverwundbar seien.

Und noch eine Überraschung aus unseren Unterhaltungen und aus Albins Büchern: Einst waren die heute als so friedlich angesehenen Tibeter bei ihren Nachbarn - ganz ähnlich übrigens wie auch einmal die Thais - als brutale Räuberhorden gefürchtet. Nicht weniges, was ich auf dieser Reise erfuhr, erinnerte mich an den treffenden Satz von Karlheinz Deschner:

"Wer Geschichte nicht als Kriminalgeschichte schreibt, ist ihr Komplize."
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: thaiman † am 29. August 2008, 09:06:46
Hallo hmh, es sind wunderbare Fotos auch die Optik ist einmalig. Ich werde dieses Land nie erleben und schaetze daher solche Beitraege von TIP-Lesern und Moderatoren.

Man muss den Bericht tatsaechlich oefter sich ansehen, die Fotos sind fantastisch. Man sitzt selbst im Zug,  oder geht mit.

Danke   thaiman

[2 Beiträge zusammengeführt, hmh.]
Titel: Nicht genug von diesen Bildern
Beitrag von: hmh. am 30. August 2008, 06:41:33
Das Lob für die Bilder wird Wolfgang bestimmt freuen, der fast alle aufgenommen und bearbeitet hat. Am Ende der Reise waren es 2 volle CDs mit Bildern, die er uns zugesandt hat.

Mir geht es sogar als Teilnehmer der Reise genauso, ich kriege jetzt, genau ein Jahr nach dem Ende der Reise, immer noch nicht genug von den Bildern dieser gewaltigen Landschaften, in denen wir Menschen eigentlich gar nichts verloren hätten.

Man stelle sich einmal die ersten Europäer vor, die im 20. Jahrhundert nach monatelangen, entbehrungsvollen Reisen nach Lhasa kamen:

Kein Europäer hatte jemals zuvor Lhasa gesehen; der erste Ausländer überhaupt, der vor kaum 100 Jahren zuerst nach Lhasa durchdrang, war ein Japaner: seine Mönchskutte half bei der Tarnung. Und dann stand er da: dieser gigantische Potala Palast.

Umwerfend, unglaublich, atemberaubend, riesenhaft.

Aber auch Yünnan wartete noch mit Überraschungen auf uns.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 30. August 2008, 18:22:05
Hans sei Dank und allen interessierten Foremfreunden, die diese Reise so fasziniert, dass dieser Thread bereits 1603 mal aufgerufen wurde. Heute beginne ich mit einem Bild die dritte Etappe unserer Reise: wir kommen nach Yunnan (oder Yünnan, wie man es auch richtig schreibt).

Als ich mit meiner Frau Salama vor 8 einhalb Jahren Yunnan bereiste, fuhren wir von Kunming zum "Steinwald" noch 4 1/2 Stunden, heute führt eine Autobahn uns in 1 1/2 Stunden zu diesem naturhistorischen Phänomen, einem Labyrinth aus Felsen und Steinen. Inzwischen ist dies eine der großen Touristenatraktionen, die kein Yunnan-Busucher auslassen sollte, aber auf eine Hochburg mit tausenden Besuchern gefasst sein muss.
Beginnen wir den dritten Teil mit einem Portrait eines hübschen Mädchens in der dort üblichen Sani-Tracht. Sie führt den Besucher auf Wunsch durch den steinernen Irrgarten:

(http://farm2.static.flickr.com/1202/1438411302_d4e1d52bd5.jpg)

... aber fassen Sie das Mädchen nicht am Hut, sonst heisst es gemäß alter Tradition nämlich: "Heiraten!"
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 30. August 2008, 21:53:12
(http://farm2.static.flickr.com/1263/1437553325_e7fb7dc9eb.jpg)
Die Residenz einiger einflussreicher Regionalpolitiker und -funktionäre am See vor dem Steingarten

(http://farm2.static.flickr.com/1386/1437547669_e9d08e6bb2.jpg)
Ein von vielen Touristen gestürmter Pavillion auf einem Felsen, um von dort eine
wunderbare Aussicht zu genießen

(http://farm2.static.flickr.com/1068/1437545601_9d8d2d4fec.jpg)
irgendwann kracht auch dieser Felsen mal herunter!? ???

(http://farm2.static.flickr.com/1218/1438395362_19966a8f7b.jpg)
See inmitten der Felsformationen

Der Ort des Steingartens heisst Shilin und ist ein Kulturerbe der Cultural Organization UNESCO
Titel: Yünnan - Wo China am schönsten ist
Beitrag von: hmh. am 31. August 2008, 16:42:32
Unsere ersten zwei Tage in China empfand ich nach der Eisenbahnfahrt durch Tibet zunächst einmal ernüchternd. Aber das ging sicher nicht nur mir so. Das mehrfach zerstörte Xining (Shining) war als Endpunkt unserer Bahnfahrt unvermeidlich. Ansonsten: Nothing to write home about.

Dann ging es nach Kunming, die „Stadt des ewigen Frühlings“, wo wir allerdings zunächst nur eine Nacht blieben. Sie ist Heimat vieler Nationalitäten, dominiert von der Yi-Minderheit – eine ethnische Gruppe mit farbenprächtigen Trachten, von der wir allerdings nichts sahen. Kunming ist eine moderne Großstadt und keineswegs idyllisch. Unser Hotel, das wir vor dem Rückflug nochmals zwei Tage aufsuchten, richtete sich an die typische Travellerszene und lag sehr günstig. Ein Konsulat von Laos befindet sich direkt im Hotelgebäude und ein Konsulat von Thailand ein paar Schritte nebenan. Massagesalons und Restaurants und Bars ebenso.

Der bizarre Steinwald bei Shilin befindet sich 120 km südöstlich der Stadt. Es handelt sich dabei um eine weitläufige Fläche, auf der bis zu 30 Meter hohe Felsnadeln wie Bäume in einem Wald stehen.

Im "Steinwald" beeindruckte mich das dortige Weltkulturerbe schon angesichts der gewaltigen einheimischen Touristenmassen eigentlich überhaupt nicht. Sicher, es lag am Weg, und es war nicht uninteressant, das mal zu sehen: Alles hübsch angelegt, mit vielen Blumen, blitzsauberen autofreien Parkwegen, kurzweiligen folkloristischen Darbietungen, riesigen Restaurants, noch größeren Parkplätzen und millionenschweren Funktionärsvillen in bester Lage an einem künstlichen See, die in diesem angeblich kommunistischen totalitären Staat nachdenklich stimmen.

Das Riesengebirge und die Sächsische Schweiz wird den aufmerksamen Reisenden, zumal wenn er Zeit hat, ganz sicher stärker beeindrucken als der "Steinwald" von Shilin.

Zwar sollte es laut Reiseführer hier theoretisch romantisch sein, zwischen diesen bizarren Felsformationen den Sonnenuntergang zu erleben, aber in praxi ist der "Steinwald" abends geschlossen (aus gutem Grund natürlich) und Steinformationen außerhalb des geschützten Naturparks, die scheinbar selten besucht werden, waren im Programm nicht vorgesehen.  Beim "Steinwald" handelt sich übrigens wirklich um Steinformationen, nicht um versteinertes Holz. Das gibt es in China zwar auch, hat aber mit dem Weltkulturerbe von Shilin nichts zu tun.

Überhaupt strahlen chinesische Sehenswürdigkeiten ja sehr oft eine Art Disneyland-Charakter aus, wenn auch manchmal mit einer kleinen Prise Rüdesheimer Drosselgasse versetzt. Die Natur, das Denkmal scheint nur noch ein Vorwand, wird zur Staffage degradiert für die 40 Jahre nach der zum Teil vollständigen Vernichtung in der Kulturrevolution wieder aus dem Boden gestampfte Folklore, die zudem oft gar nicht mal mehr von den jeweiligen Minderheiten, sondern durchaus vom Herrschervolk der Han Chinesen präsentiert und aufgeführt wird. Nicht zu vergessen natürlich die vielen gut durchorganisierten, großen Wirtschaften und Andenkengeschäfte ringsum.

Das ist aber auch gar nicht anders möglich, denn schon die gewaltigen Massen der heimischen Erlebnishungrigen würden in China schlichtweg alles zertrampeln, wenn man sie auf wirklich unberührte Natur und wirkliche Denkmäler losließe. Es ist also kein Wunder und nur ganz logisch, daß an solchen Orten (selbstverständlich nicht nur in China) alles wie am Schnürchen organisiert sein muß.

Tourismus ist in China bereits jetzt ein riesiges Organisationsproblem, wie wir immer wieder erlebten. Das geht so weit, daß dort ganze Städte vollkommen neu gebaut werden, um die dann künstlich abgetrennten Altstädte für Touristen zu konservieren und zu vermarkten. In diesem totalitären Staat ist es allenfalls ein organisatorisches Problem, die Bevölkerung einer ganzen Stadt umzusiedeln - oder doch zumindest diejenigen, die den Plänen des großen Bruders im Wege stehen.

So baut man in China schon mal einen ganzen Treppen-Wasserfall im Gebirge künstlich in Beton nach, um die eigentliche Attraktion vor der Vernichtung durch die vielen Menschen zu bewahren. Aber das kann man auch positiv sehen. Davon später noch mehr.

Beeindruckend war in Yünnan jedoch das Erlebnis des Landes überhaupt, das wir meist auf modernen Autobahnen und Straßen durchquerten. Die steilen bewachsenen grünen Berge rechts und links der Straße erinnern tatsächlich an die bekannten chinesischen Aquarellmalereien. Alles wirkt hier, und zwar auch in den Städten, frisch, klar und sauber, so ganz anders als der sonst übliche Dreck und Mief festlandschinesischer Städte, wo man die Luft schneiden kann und Wasser in freier "Natur" nur noch als Kloake vorkommt. Erstaunlich in Yünnan auch die Felder und Obstgärten, die sich bis in die steilsten Hänge hinein an den Bergen entlang hochziehen.

Die Straßen, auf denen wir ab dem dritten Tag in China durch das Gebirge und an wilden Flüssen entlang fahren sollten, waren zum Teil geradezu abenteuerlich.

Aber nicht nur der Weg war das Ziel, auch an den Zielen selbst warteten noch ein paar beeeindruckende Dinge.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 31. August 2008, 19:44:51
Heute zeige ich weitere fünf Photos aus dem Steinwald, bevor wir unsere Reise nach Dali fortsetzen. Für mich war der Besuch im Stone Forest auch das zweite Mal ein lohndendes Erlebnis, auch wenn sich diese Sehenswürdigkeit mittlerweile zu einem chinesischen Disneyland entwickelte. Bei meinem ersten Besuch vor gut acht Jahren hatte ich mich mit Salama in diesem Labyrinth fast verlaufen, als uns lange Zeit kein Mensch entgegenkam und wir wirklich nicht mehr wussten, wo wir und befanden. Auch jetzt verläuft sich der Massenansturm der Besucher in dem riesigen Gebiet, und man findet durchaus noch menschenleere idyllische Stellen. Am Ende unserer Besichtigungstour begegneten wir eine bunt bekleidete Tanzgruppe mit rythmischen Klängen.

(http://farm2.static.flickr.com/1229/1437550643_5e1e592431.jpg)
Der Steingarten am Ende der Tour

(http://farm2.static.flickr.com/1016/1437527773_d8ecb08f13.jpg)
Panoramablick vom Aussichtspavillion

(http://farm2.static.flickr.com/1399/1438385406_14afa0c932.jpg)
dto.

(http://farm2.static.flickr.com/1316/1438379640_feabeda714.jpg)
Eine Tanzgruppe präsentiert sich für touristische Schnappschüsse

(http://farm2.static.flickr.com/1157/1437511035_2777ffac9b.jpg)
... wie auch hier sich Angestellte im Sani-Outfit für Erinnerungsphotos knippsen lassen

Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: hmh. am 01. September 2008, 00:59:31
Von Kunming aus flogen wir nach Dali, berühmt vor allem durch die San Ta Si, die drei Pagoden des Chongcheng Tempels, das historische Wahrzeichen zwei Kilometer nordwestlich der Stadt. Hinter dem im 9. Jahrhundert gegründeten Tempel erhebt sich eine wahre Bilderbuch-Gebirgslandschaft, die man mit Hilfe einer Seilbahn auch von oben erleben kann.

Naxi (in etwa Na Schi gesprochen) und Hui (chinesische Moslems) prägen das Stadtbild. Wir kamen an einem Freitag an und steckten gleich hoffnungslos im frommen Stau, als die Freitagsgebete geendet hatten . . .

Die Altstadt von Dali, die immer noch von einer mächtigen Mauer umgeben ist (die Leute hier waren schon immer relativ schwer zu regieren . . .) ist einer der ganz wenigen Orte Chinas, welche die Kulturrevolution des Massenmörders Mao einigermaßen glimpflich überstanden haben. Wahrscheinlich hatte man aus blutigen historischen Gründen Respekt vor diesen Leuten.

Die Stadt wirkt tatsächlich authentisch, fast schon „gemütlich“ einschließlich Kopfsteinpflaster, das wirklich seinen Namen verdient: Halsbrecherisch! Die Zeit scheint hier still gestanden zu haben. Und die Natur in dieser Region ist tatsächlich außerordentlich schön. Viele Touristen besuchen hier etwa den 1 980 m hoch gelegenen Erhai See , machen Fahrad- und Bootsausflüge. In Dali sind außerdem noch etliche Relikte aus der Nanzhao Zeit erhalten.

Wer Lust hat, kann sich auf dieser offiziellen (deutschen) Seite des Touristenamtes von Yünnan informieren:

http://de.yunnantourism.com/dali.htm
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 03. September 2008, 03:26:49
Das erste Programm in Dali war eine Seilbahnfahrt in diese Bilderbuch-Gebirgslandschaft, das Cangshan-Gebirge. Vor dem historischen Zhonghe Temple ist ein unvermeidlicher Souvenir-Markt für Touristen, die den Berg hinter Dali zu Fuß oder per Seilbahn erklommen haben. Von oben genießt man eine wunderbare Sicht auf Dali und den Erhai See, vorausgesetzt man hat eine bessere Sicht als wir zu diesem Zeitpunkt.

(http://farm2.static.flickr.com/1151/1462698372_84a6d5b6ba.jpg)
Taihe Tempel hinter dem Zhonghe Tempel auf dem gleichnamigen Berg hinter Dali

(http://farm2.static.flickr.com/1317/1462696060_1958ca3f44.jpg)
Der Zhonghe Tempel bei Dali

(http://farm2.static.flickr.com/1092/1462689156_652aa5a8f1.jpg)
Die drei Pagoden in Dali

(http://farm2.static.flickr.com/1390/1462683494_7af903ce9a.jpg)
Junge Buddha Statue im Three Pagoda Park

(http://farm2.static.flickr.com/1331/1462674518_7deb7a99f6.jpg)
Parkanlage im Three Pagoda Park

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Die Drei Pagoden in Dali haben mehrere fatale Erdbeben überstanden

Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 04. September 2008, 22:48:28
alleine für den Park mit den drei Pagoden kann man gut einen Tag einplanen, um diesen geschniegelten Park ganz gesehen zu haben. Doch das Wesentliche, die drei Pagoden, sind durchaus unbedingt einzuplanen. Leider kann man auf den mittleren Turm nicht mehr hinaufsteigen. Ein Pagode ist ganz schief, vielleicht, weil man auch hier am Fundament gespart hatte zum Wohle einiger Lokalpolitiker und -behörden (siehe Bayoke II in Bangkok).

(http://farm2.static.flickr.com/1365/1461814391_dd98fb426f.jpg)
Der Schiefe Turm von Dali

(http://farm2.static.flickr.com/1391/1461812553_272dc0cc69.jpg)
Die Quianxun Pagode in der Mitte der drei. Früher konnte man diese besteigen.

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Der Haupttempel im Drei Padoden Park

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Ein weiterer kleiner Tepmpel in der großen Parkanlage

Am Wochenende setze ich die Reihe mit einigen Bildern der Altstadt Dali fort. Wie schon Hans-Michael geschrieben hatte, scheint in Dali die Kulturrevolution außerhalb der dicken Stadtmauern vorbeigegangen zu sein, denn die Altstadt bietet eine wunderhübsche idyllische Atmosphäre mit viele kleinen Touristenläden für überwiegend chinesische, koreanische, japanische, und auch, nicht wenige, taiwanesische Besucher. Die Anzahl der westlichen Gäste geht dabei fast unter - und es gibt dort (noch) keinen gröhlenden Ballermann-Tourismus. :D
Titel: Entdeckungen in Dali und Umgebung
Beitrag von: hmh. am 06. September 2008, 06:11:47
Die Altstadt Dali - eine der bekanntesten Kulturstädte Chinas.

Die heutige Stadt wurde im Jahr 1382 während der Ming-Zeit auf der Ruine der Altstadt gebaut. Der Grundriß Dalis sieht wie ein Schachbrett aus, eingerahmt von einer Stadtmauer, von der ein großer Teil bis heute gut erhalten ist. Auf dem südlichen und nördlichen Stadttor sind Tortürme erbaut worden. In der Stadt gibt es fünf horizontale und acht vertikale Straßen. Die Wohnhäuser der Bai-Nationalität sind meistens mit grünen Dachziegeln gedeckt. Es gibt viele Geschäfte, Werkstätten, Tempel und Klöster sowie private Lehranstalten.


Cangshan-Berg und Erhai-See

Der Cangshan-Berg, auch Diancang-Berg genannt, grenzt im Osten an den Erhai-See. Er erstreckt sich vom Norden nach Süden mit einer Länge von 50 km und vom Osten nach Westen mit einer Breite von 20 km. Der Cangshan-Berg hat 19 Gipfel, die alle höher als 3500 m über dem Meeresspiegel liegen. Der höchste davon, der Malong-Gipfel, ist 4122 m hoch. Dieser von vielen Bäumen bewachsene Berg bietet ein schönes Landschaftsbild, das von vielen klaren Bächen durchflossen wird.

Der Erhai-See liegt auf einem Plateau, 1972 m über dem Meeresspiegel. Er ist vom Süden nach Norden 42 km lang und vom Osten nach Westen 3 bis 9 km breit, und erstreckt sich über eine Fläche von 250 qkm. Der See sieht aus wie das Ohr des Menschen. Das kristallklare Wasser wirkt im Kontrast mit dem Cangshan-Berg äußerst reizvoll.


Drei Pagoden im Chongsheng-Kloster

Die drei Pagoden, gebaut zwischen den Jahren 822 und 859, liegen einen Kilometer nordwestlich von der Altstadt Dalis entfernt. Die Anlage besteht aus einer großen Pagode - der Qianxun-Pagode - und zwei kleinen Pagoden - der Südlichen und der Nördlichen -. Die Qianxun-Pagode ist 69,13 m hoch und hat 16 Stockwerke, während die beiden kleinen jeweils eine Höhe von 43 m und 10 Stockwerke haben. Die drei Pagoden repräsentieren den antiken Bau- und Kunststil der Bai-Nationalität.


Zhoucheng-Dorf

23 km von der Altstadt Dalis entfernt liegt das Zhoucheng-Dorf. Es ist mit seinen 1500 Haushalten das größte Dorf der Bai-Nationalität in Dali. Hier kann man Wohnhöfe der Bai-Leute, Bauernmärkte und Färbereien besichtigen sowie Spezialitäten der Bai-Nationalität kosten. Außerdem kann man auch kunsthandwerkliche Waren einkaufen und eigenartige Hochzeitsfeiern der Bai-Nationalität kennenlernen.


Schmetterlingsquelle

Diese Quelle liegt 25 km nördlich der Altstadt Dali. Der von Bäumen umrahmten Quelle entspringt kristallklares Wasser. Jedes Jahr am 15. April nach dem chinesischen traditionellen Mondkalender wird das traditionelle Fest der Bai-Nationalität - „Schmetterlingstreffen“ - gefeiert. Zu dieser Zeit fliegen Schmetterlinge hierher und die jungen Bai-Leute, ihre traditionelle Festtrachten tragend, singen zu zweit Liebeslieder, was sehr romantisch ist.


Landschaftsgebiet Shibaoshan


Das Landschaftsgebiet Shibaoshan liegt 25 km südlich des Kreises Jianchuan. Der höchste Punkt darin ist 3083 m über dem Meeresspiegel hoch gelegen. Neben dichten Wäldern sind auch viele Höhlen, Grotten sowie Tempel und Klöster zu sehen. Davon ist der Felsenhöhlentempel der südlichste Höhlenkomplex Chinas und repräsentiert eine harmonische Verbindung zwischen der han-chinesischen und der tibetischen Kultur. Die Grotten auf dem Berg Shizhong sind die größten und am besten erhaltenen Grotten in der Provinz Yunnan, stehen deswegen unter staatlichem Denkmalschutz. Außerdem sind das Haiyun-Haus und das Baoxiang-Kloster ebefalls eine Besichtigung wert.


Weishan

Weishan, eine der wichtigsten Kulturstädte Chinas, liegt 52 km südlich von Dali. Früher war es die Hauptstadt des Nanzhao-Reiches. Die Altstadt Weishan wurde im Jahr 1390 während der Ming-Zeit erbaut und ist bis heute gut erhalten. Der Weibao-Berg ist die Wiege des Nanzhao-Reiches und zudem auch ein heiliger Berg im Taoismus. Dank seiner ökologisch intakten Umgebung stellt er sowohl einen idealen Ort für wissenschaftliche Forschungen z. B. für das Vogelbeobachten als auch für den Tourismus dar.

Quelle: Touristenbüro und Chinesische Botschaft http://www.china-embassy.ch/ger/lhly/t136424.htm
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 08. September 2008, 23:00:59
Vielen Dank, lieber Hans, für die ausführliche Beschreibung der Altstadt Dali, die ich gar nicht ergänzen brauche. Ich bin im Aufbruch von München nach Bangkok, sodass ich heute nur fünf Photos aus Dali poste. Bevor wir die Reise nach Xizhou, den Tiger Lab Gorge und das ShangriLa Zhongdiang fortsetzen, werden einige Tage vergehen. Ich muss mich nach meiner Ankunft in Bangkok erst um die allerwichtigsten Dinge kümmern und gehe dann im Forum wieder online.

(http://farm2.static.flickr.com/1247/1462664256_9b0fa35b29.jpg)
Das alte Stadttor von Dali mit Stadtmauer

(http://farm2.static.flickr.com/1051/1462652948_0cc43608a5.jpg)
In der Altstadt von Dali

(http://farm2.static.flickr.com/1216/1462657280_16de605380.jpg)
Eine Teeverkäuferin bereitet den Kunden Kostproben von ganz verschiedenen chinesischen Tees

(http://farm2.static.flickr.com/1320/1461798287_1d461aa9d7.jpg)
Eine Fußgängerzone in Dalis altstadt namens Fuxing Lu
Die Altstadt von Dali ist fast ausschließlich Fußgängerzone und in den Häusern übersät mit Souvenierläden

(http://farm2.static.flickr.com/1224/1461794909_3579691c79.jpg)
Das Nachtleben in Dali kann man mit hervorragenden kulinarischen Spezialitäten verfeinern.

... dann bis die Tage wieder, Wolfgang


Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 17. September 2008, 16:38:50
Von Dali war es nur ein kurzer Weg nach Xizhou, einen Zentrum der chinesischen Minderheit der Bai. Beim Überholen eines Lastwagens erlebten wir Passagiere der besonderen Art:

(http://farm3.static.flickr.com/2317/1503634897_0a78163d1c.jpg)

Jetzt poste ich noch Bilder vom Rest unserer dritten Reise-Etappe, ein paar von Xizhou und den Leuten, vom Tiger Lap Gorge, des mächtigen Durchbruch des Yangtze Flusses, von Lijiang der Metropole der Naxi-Minderheit, den verregneten Snow-Mountains und zum Schluss von Zongdiang, wo wir eigentlich wieder in Tibet angelangt waren, denn Zongdiang war früher noch Tibet und wurde erst seit der chinesischen Machtübernahme zu Yunnan angebunden.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 18. September 2008, 08:47:43
Hi Wufgaeng,

wie ich gestern feststellen durfte, hast du deinen jet lag erfolgreich ueberwunden.

Es gibt also keine Entschuldigung mehr, dieses Thema nicht fortzusetzen.  ;)

Ein Wort zu der Qualitaet deiner Fotos. Habe festgestellt, dass sie trotz Verkleinerung immer noch ausserst detailreich, scharf und farbenfroh sind. Vielleicht moechtest du mal erklaeren, wie du das bewerkstelligst. Wird bestimmt auch einige andere Fotofreunde interessieren.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 18. September 2008, 10:38:45
Hi Uwe,
unser Treffen gestern hat mich sehr gefreut, bleiben wir weiter im guten Kontakt.
All meine wichtigen Bilder knippse ich ausschließlich im RAW-Format, bei NIKON heisst das Format NEF.
Die NEF-Bilder editiere ich zuerst im Programm NikonCapture NX und speichere diese so zur Archivierung ab. Der Vorteil ist, dass man in diesem Programm die Farben, den Weißabgleich und eventuelle Helligkeitskorrekturen viel besser korrigieren kann, als in anderen Programmen.
Dann konvertiere ich das Bild im TIFF-Format und editiere es weiter mit dem Programm Photoshop CS2, d.h. ich korrigiere noch die Perspektive und den Ausschnitt, kann mit Masken arbeiten und eventuell noch Schärfe oder Unschärfe geben.
Also Photoshop ersetzt NICHT NikonCapture - und auch nicht umgekehrt.
Ist das Bild fertig editiert, dann konvertiere ich das Bild in JPEG-Format meist 3872x2592 ohne Komprimierung und so wir es auch archiviert. Für das Internet muss ich dann meist das JPEG-Bild noch auf 1024x685 verkleinern. Dadurch habe ich beim Absichern auf JPEG noch keinen Qualitätsverlust.
Jedes Bild ist also in NEF, TIFF und schließlich in JPEG archiviert. Das benötigt natürlich viel Speicherplatz, aber der ist heute nicht mehr teuer. Früher hatte ich auch Dia-Filme, die Dia-Rähmchen, die Magazine und die Diakästen investieren müssen, und das war zusammengenommen teurer.
Noch heute poste ich weitere Bilder, aber hier erst meine Antwort auf Deine wichtige Frage :)

Wolfgang
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 18. September 2008, 13:19:52
Setzen wir unsere Reise fort mit einem Bild einer Geschenkpackung im Schweine-Jahr. Dies ist gepresster chineswischer Tee:

(http://farm2.static.flickr.com/1363/1461803091_511cbe8b54.jpg)

(http://farm2.static.flickr.com/1212/1462644940_f7db05fdcb.jpg)
Ein Abendessen, wie man es im Land der Bai-Chinesen typisch bekommt:
Geröstete Ente, ein Gericht aus den bekannten tausendjährigen Eiern, das sich vollkommen von dem unterscheidet, was man in Thailand bekommt (schwarze Eier in rosa Schale), fritiertes Seegras aus dem Erhai-See, Lotuswurzeln und Mangosaft.

(http://farm3.static.flickr.com/2141/1503618209_51ed6ed93e.jpg)
Der Markt in Xishou

(http://farm3.static.flickr.com/2328/1504456828_e86b66549d.jpg)
Palmzucker-Verkaufsstand

(http://farm1.static.flickr.com/215/1504468166_a6e80ef453.jpg)
Lokale, in einer Vielzahl verschiedene, Gewürze
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 19. September 2008, 14:53:19
(http://farm3.static.flickr.com/2157/1503565273_15d4238417.jpg)
Innenhof in einem alt eingesessenen Haus eines Bai-Chinesen in Xizhou

(http://farm3.static.flickr.com/2148/1543168490_017740c987.jpg)
Verabschiedung des Gastgebers des Hauses

(http://farm3.static.flickr.com/2011/1503553735_833fcb4ff0.jpg)
Unsere Reiseführerin Dasy in Dali und Xizhou. Sie trägt die traditionelle Bai-Tracht

(http://farm3.static.flickr.com/2058/1504406802_375ebb9e96.jpg)
Das Stadttor von Xizhou

(http://farm3.static.flickr.com/2268/1504396276_faad9b1de8.jpg)
Das Anwesen eines reichen ethnischen Bai-Chinesen
Man hat gewinnt hier schnell den Eindruck, dass sich die Bai-Chinesen
schon immer einen besonderen Status herausnahmen.
Titel: Xizhou
Beitrag von: hmh. am 20. September 2008, 23:04:09
Das Dorf Xizhou, das man auch Hsi-chou, Siechow schreibt (in etwa "schi schau" gesprochen) liegt 23 Kilometer nördlich von Dali und hat mich wirklich beeindruckt. Das war keineswegs nur Fassade wie ja leider oft in Chinas Touristenzentren, wo das intolerante Wüten der "Kulturrevolution" viel Echtes zerstört hat. Es wirkte auch keineswegs wie ein Museum; die Architektur ist überall erkennbar echt. Und sowie man aus dem Torbogen des Dorfes tritt, steht man am Rande der Reisfelder.

Xizhou hat eine gemischte Bevölkerung mit interessantem Hintergrund. Es wuchs und erblühte wirtschaftlich in der Ming Dynastie (1368-1644) gleichzeitig mit dem Wohlstand der berühmten Teehändler von Dali, die den Handel mit Tibet betrieben. Es gibt hier viele schöne Beispiele für traditionelle Bai Häuser. Auch der Markt war sehenswert. Die holde Gattin hatte ebenso wie ich ein fürchtbar schlechtes Gewissen, weil wir nichts gekauft haben.

Weitere interessante Informationen kommen gleich auf der ersten Seite, wenn man bei Mutter Google die Stichworte Xizhou Bai Haus eingibt.
Zum Beispiel über die Architektur dieser Gegend: (http://de.dreamstime.com/architekturart-der-bai-nationalit%C3%A4t-thumb6137557.jpg) http://de.dreamstime.com/architekturart-der-bai-nationalit%C3%A4t-image6137557

Natürlich wird heute keines der - so muß man es wohl nennen - Patrizierhäuser der einstigen wohlhabenden Bürger von Xizhou noch von ihren Nachfahren oder Erben bewohnt. Es ist leider oft auch erkennbar, daß die späteren (wohl teilweise "zwangsangesiedelten") Bewohner sich für die vielen hochinteressante architektonischen Details jahrzehntelang nicht mehr kümmerten. Es gehörte ihnen ja nicht. Diejenigen Bürger die hier wohnen durften, waren allerdings auch in den 1960er und 1970er Jahren gegenüber anderen Landsleuten ganz sicher im höchsten Maße priviligiert.

Unter anderem besichtigten wir einen historischen Innenhof, der ringsum mit Bildern geschmückt war, die offenbar der Erbauer, ein weitgereister Mann, von den Plätzen in Auftrag gab, die er im Laufe seines Lebens besucht hatte. Ein ganz einzigartiges privates Bilderalbum, das wohl vor der allgemeinen Einführung der Photographie in China entstand.

Won welchen Orten und Erlebnissen die Bilder berichteten, konnte uns jedoch niemand mehr sagen.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 21. September 2008, 13:06:36
Von einem Kulturzentrum ins andere war es nicht weit. Nach einer etwa dreistündigen Fahrt kamen wir nach Lijiang, dem Zentrum der Naxi, auch eine chinesische Minderheit, die offensichtlich von der Regierung anerkannt ist.

(http://farm3.static.flickr.com/2326/1523477395_d4f859d141.jpg)
Große Wasserräder am Tor zur Altstadt Lijiang

(http://farm3.static.flickr.com/2386/1523497507_c349f1800a.jpg)
Kanäle durchfließen die Altstadt von Lijiang

(http://farm3.static.flickr.com/2177/1524367934_a24385ec53.jpg)
Idyllische Restaurants am Ufer der Kanäle in der Altstadt.

(http://farm3.static.flickr.com/2291/1523493781_3428fe8f22.jpg)
Die ganze Altstadt ist Fußgängerzone.

(http://farm3.static.flickr.com/2032/1524304202_c816a59e0c.jpg)
Typische Holzbauten in Lijiang
Ein schreckliches Erdbeben im Jahre 1996 hat Lijiang zu fast einen Drittel zerstört,
doch viele traditionelle Häuser haben das Desaster überlebt.

Bleiben wir vorläufig noch in Lijiang mit weiteren Bildern, die ich die nächsten Tage poste.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 21. September 2008, 15:42:36
Iss dat herrlich.  :)
Titel: 丽江市
Beitrag von: hmh. am 22. September 2008, 09:44:49
Lijiang 丽江市 (in etwa li dschiang gesprochen ) bedeutet "Stadt am schönen Fluß"

(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6d/Lijiang_Lage.jpg) . (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a3/Lijiang.png/270px-Lijiang.png) (Quelle der Karten: Wikipedia)

Die Naxi (in etwa na-schi gesprochen), die die historische Stadt Lijiang geprägt haben, sind eine heute fast verschwindende Minderheit in China, die nur noch aus 300,000 Menschen insgesamt besteht. Ihre Siedlungen konzentrieren sich hauptsächlich auf den Autonomen Kreis Lijiang im südwestchinesischen Yünnan. Die Naxi haben eine einzigartige Kultur; ihre Region zählt insgesamt zu den zauberhaftesten in China.

Allerdings sind die Naxi sogar in Lijiang nur noch eine Minderheit. Die dominierenden Han-Chinesen stellten bei der Volkszählung im Jahre 2000  481.142 der 1.126.646 Einwohner, das sind 42,7 Prozent; auf die Naxi kamen nur noch 231.057: 20,51 Prozent. Nur in der unmittelbaren Altstadt sollen sie die Mehrheit stellen.

Interessant ist dabei, daß man, um die Altstadt zu retten, das gesamte moderne Stadtzentrum von Lijiang ein paar Kilometer entfernt komplettt neu gebaut hat. In China geht so etwas von heute auf morgen per Federstrich.

Trotzdem kommt in Lijiang kein Museumsgefühl auf. Ein außerordentlich gepflegter, lebendiger und sehenswerter Ort, ein wirkliches Kleinod. Wer das noch sehen will, ohne in den überwiegend einheimischen Touristenmassen unterzugehen, sollte allerdings wohl schnell kommen.

Die Altstadt von Lijiang ist von engen Kopfsteinpflastergassen und einem Netz an Kanälen durchzogen. Sie ist eine der am besten erhaltenen Altstädte Chinas.

Die alten Häuser in Lijiang ruhen meist auf einem Steinfundament und Mauern aus weiß getünchten Lehmziegeln, haben Türen, Balkone und Fensterläden aus rotem Holz und typisch geschwungene Ziegeldächer. Viele der alten Steinbrücken sind jahrhundertealt und haben sowohl einige Kriege wie auch Erdbeben überstanden.

Ende 1997 wurde die Altstadt von Lijiang von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Titel: Die Naxi-Stadt Lijiang
Beitrag von: wufgaeng am 22. September 2008, 13:24:10
Weitere fünf Bilder von der zauberhaften Altstadt Lijiang. Hans hat Lijiang schon sehr ausführlich beschrieben - dankeschön.

(http://farm3.static.flickr.com/2368/1523486827_e8980ad22b.jpg)

Die Altstadt von Lijiang am späten Abend

(http://farm3.static.flickr.com/2022/1523513995_8b0500bba1.jpg)

Abendbummel durch die Gassen von Lijiang

(http://farm3.static.flickr.com/2392/1524375934_5d382c5213.jpg)

Die Cobblestone Street, eine Flaniermeile mit zahllosen Souvenierläden

(http://farm3.static.flickr.com/2252/1524372126_befc2e0113.jpg)

Lijiangs Nightlive

(http://farm3.static.flickr.com/2183/1532096368_48fd0bc164.jpg)

Eine Abendveranstaltung der Naxi-Chinesen mit Tanz, Gesang und die Erklärung ihrer exotischen Dongba Schrift (auf diese kommen wir demnächst zu sprechen)


Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Grüner am 22. September 2008, 17:58:33
Ich schände ungern so ein Thema durch Zwischenrufe, aber Euere Zusammenarbeit ist, abgesehen NUR von Profuuu s "Inlandsbeiträgen" die beste Bildunglektüre samt den besten Fotos, die ich hier seit dem letzten Jahr gelesen und gesehen habe.

Toll gemacht, besonders der ständige Wechsel zwischen Bildern und Text, der die Sache so spannend macht und die Zeit, die man immer dazwischen hat, um das ganze sozusagen "häppchenweise" aufzunehmen. Eine Oper in 50 oder so Aufzügen.

Ich möchte jedem raten, mal auf die Links auf Seite 1 dieses Themas zu gehen und sich zum Beispiel Wufgaengs weitere Bilder von Thailand, Bhutan, Birma usw. und natürlich vor allem auch die von Thailand anzusehen.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Taurus † am 22. September 2008, 19:02:54
Dieser Reisebericht ist schlichtweg ein Traum. Die Berichte gehen unter die Haut und man fuehlt sich wirklich so, als waere man dabeigewesen. Die Bilder ein Genuss. Erste Sahne.So moechte ich auch fotgrafieren koennen, aber da fehlt mir einfach der Blick dafuer. Dieser Artikel gehoert in einer groesseren Reisezeitschrift veroeffentlicht, damit er moeglichst vielen Lesern zugaenglich gemacht wird.
Herzlichen Dank hmh und Wufgaeng
Titel: Die Dongba sterben aus.
Beitrag von: hmh. am 23. September 2008, 08:27:25
Der meiner Meinung nach beste Pressebericht in deutscher Sprache über die Naxi-Kultur erschien vor 1 1/4 Jahren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:

Die Dongba sterben aus

Von Petra Kolonko

http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~EBDB38F5CDF174030A59D8E34F9A52B88~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Sehr lesenswert, wie fast alles von dieser erfahrenen China-Korrespondentin. Es ist der beste deutschsprachige Artikel über Lijiang allgemein, den ich bisher fand. Es lohnt sich sowieso, nach den China-Aufsätzen von Petra Kolonko zu googeln. Eine "Rosa Brille" ist ihr fremd.

Die Träger der Taxi-Kultur sind die Dongba, die Schamanen des Naxi-Volkes, die seit Generationen ihr Wissen von Vater zum Sohn weitergeben. Aber die Dongba sterben aus. Es gibt nur noch etwa 20 von ihnen und die meisten Dongba sind bereits sehr alt. Ihre Söhne und Enkel haben an der Kultur ihrer Vorfahren kein Interesse mehr. Sie wollen lieber in der Stadt Geld verdienen, als auf dem Land arme Schamanen sein. Die wenigen jüngeren Dongba könnten die Texte und Gesänge bereits nicht mehr richtig, sagen Wissenschaftler.

Die Naxi haben ihre eigene Bilderschrift und klassische Texte, deren Bedeutung nur die Dongba kannten. Mit jedem Dongba stirbt also ein Stück der Naxi-Kultur. Deshalb sind die Forscher derzeit sehr bemüht, von den letzten Schamanen noch möglichst viel über die alte Kultur zu erfahren.

Das interessanteste ist dabei die geheimnisvolle Schrift des Naxi-Volkes, eine einzigartige Bilderschrift, die es sogar in verschiedenen Variationen gibt. Geschrieben sieht sie so aus:
(http://www.lijiang.com.cn/english/culture/db_culture/db_char.jpg)     (http://www.omniglot.com/images/langsamples/smp_naxi3.gif)

http://www.omniglot.com/writing/naxi.htm (Deutsch) http://www.lijiang.com.cn/english/culture/db_culture/db_culture.htm (Englisch)

Die Naxi-Kultur wird zwar seit etwa zehn Jahren gezielt vermarktet, aber es darf nicht vergessen werden, daß die Han-Chinesen auf diese Menschen, ebenso wie auf die Tibeter und andere Minderheiten, oft herabschauen. In der Kulturrevolution wüteten die Roten Garden hier gegen die „alten Übel“ auf Geheiß des Massenmörders Mao Tse-tun sogar besonders schlimm. Ebenso wie andere ethnische Minderheiten in China versteckten die Naxi ihre Kultur und versuchten, sich der herrschenden Kultur der Han-Chinesen anzupassen.

Die Dongba wurden Opfer der Kritikkampagnen und als Anhänger von „Geisterzauber“ gequält und schikaniert, über Jahre durften sie keine Zeremonien mehr abhalten. Viele der kostbaren alten Handschriften wurden verbrannt.

Seit drei Jahrzehnten gibt es wieder eine begrenzte Religionsfreiheit im kommunistischen China. Doch die Naxi gehören nicht zu den offiziell zugelassenen Religionsgemeinschaften. Trotzdem ist die Dongba-Kultur nicht verboten, sie gilt als "volkstümliche Überlieferung". Mit dieser Spitzfindigkeit fällt man dann nicht in die Zuständigkeit der staatlichen Religionspolitik...

In Schulen von Wohngebieten, wo die Naxi in der Mehrheit sind, dürfen seit 1999 wieder Naxi-Schrift und Naxi-Kultur unterrichtet werden. In der Wanxia-Schule in Lijiang lernen die Kinder von der vierten Klasse an zwei Stunden die Woche Piktogramme, Legenden und Volkstum.

Dabei mussten allerdings Zugeständnisse gemacht werden. Im Wortgebrauch der kommunistischen Partei sieht das so aus, daß sogenannte „rückständige Aspekte“ unterdrückt werden. So oder so beherrschen selbst in Lijiang schon viele Naxi ihre eigene Sprache nicht mehr. Nur in einigen Dörfern wird noch überall die Naxi-Sprache gesprochen.

Erstaunlich ist die Tatsache, daß die wichtigste wissenschaftliche Naxi-Forschung außerhalb Chinas stattfindet. Alles weitere in dem genannten Artikel, den ich nochmals empfehle.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 23. September 2008, 14:50:28
Hans hat in einer sehr umfassenden Art über die Dongba-Schrift und deren Bedeutung geschrieben, sodass ich hier zwei Bilder setze, auf denen diese exotosche Schrift deutlich zu sehen ist.

(http://farm3.static.flickr.com/2097/1532092646_3f0f7895c2.jpg)

Hier wird gezeigt, wie die Dongba-Schrift geschrieben wird

(http://farm3.static.flickr.com/2253/1541675795_49b0a0ab4b.jpg)

Die Dongba-Schrift an der Wand einer Tempelmauer

Auf dem Weg zu den beeindruckenden Jade Dragon Snow Mountain besuchten wir auch ein typisches Dorf der Naxi-Chinesen, wo wir noch deutlich deren Kultur und Gebräuche dieser alten Minderheit erkennen konnten.

(http://farm3.static.flickr.com/2115/1541684351_9ea824fab3.jpg)

Das Tor zum Zentrum und Dorfmarkt des Naxi-Ortes

(http://farm3.static.flickr.com/2014/1542543266_f9828b36a8.jpg)
 
Auch hier gilt als eine wichtige einnahmequeller der Tourismus, es werden wurderschöne Handarbeiten feilgeboten.

(http://farm3.static.flickr.com/2230/1542540780_96a724872a.jpg)
In einem Naxi-Tempel

Von diesem Naxi Dorf fuhren wir weiter in die Jade Dragon Snow Mountain, leider war der Himmel sehr bedeckt und die sonst grandiose Aussicht behindert. Trotzdem werde ich morgen ein paar Photos von den Jade-Drachen-Schnee-Bergen zeigen - und danach, wie hinter dieser Gebirgskette der Yangtze-Fluss mit einem ohrenbeteubenden Getöse eine tiefe Schlucht durchbricht, den so genannten Tiger Leaping Gorge zu deutsch die Tiger Sprung Schlucht.
Titel: Tempel für die Schreibenden und Forscher
Beitrag von: hmh. am 24. September 2008, 08:06:51
Ich habe das Dorf aufgrund der Angaben von Wolfgang (im folgenden Beitrag) tatsächlich gefunden, wenn auch nur auf einer einzigen Webseite: http://www.art-and-archaeology.com/china/lijiang/wc01.html

Baisha, Provinz Yünnan.

Der Wen Chang Gong in Baisha, bei Lijiang, ist ein Tempel (gong), der Wen Chang, dem Gott der Literaten und Forscher gewidmet ist.

(http://www.art-and-archaeology.com/china/lijiang/107195.jpg)

Dies ist der Eingang des kleinen Tempels
Titel: Naxi village near Lijiang
Beitrag von: wufgaeng am 24. September 2008, 11:41:36
Nun habe ich in unseren Reise-Unterlagen nachrecherchiert, das Naxidorf, ein paar Kilometer außerhalb von Lijiang hieß Baisha und der Tempel war der Wen Chang Gong in Baisha.
Übrigens ist die Dongba-Schrift die einzige Hieroglyphen-Schrift auf der Welt, die heute noch verwendet wird.

Von Baisha fuhren wir einige Kilometer nördlich in ein prächtiges Gebirge, die Jade-Dragon-Snow-Mountain. Leider war der Himmel bedeckt und uns die sonst umwerfenden Panorama-Aussichten verwehrt. Trotzdem hier ein paar Photos aus dieser Gegend.

(http://thailandtip.de/fileadmin/userfiles/hmh/Yuennan_kristallklar.jpg)
Kristalklares Gebirgswasser fließt aus den Schneebergen

(http://thailandtip.de/fileadmin/userfiles/hmh/Yuennan_Kabelbahn.jpg)
Eine Fahrt mit einer Gondelbahn bringt uns auf ein Plateau in 3800 m Höhe

(http://thailandtip.de/fileadmin/userfiles/hmh/Yuennan_wolken.jpg)
Die sonst traumhafte Panoramasicht war durch gewaltige Wolken versperrt

(http://thailandtip.de/fileadmin/userfiles/hmh/Yuennan_Tibetkloster.jpg)
Ein tibetisches Kloster auf dem Plateau im Schnee-Gebirge
Etwa 400.000 Tibeter leben als Minderheit in Yunnan, das nördliche Yunnan gehörte einstmalig zu Tibet, darüber berichten wir später.

Mir ist aufgefallen, dass ich die schönen Bilder aus dem Lijiang Black Dragon Pool Park bisher vergessen habe, in diesem Thread zu posten. Das werde ich morgen nachholen, bevor wir weiter zur Tiger-Sprung-Schlucht, dem Yangtze-Durchbruch fahren.



Der Teich des Schwarzen Drachens befindet sich ein paar Minuten Fußweg nördlich der Altstadt. Um ihn herum wurde ein schöner Park angelegt. Der Eintritt kostete laut Eintrittskarte offiziell etwa acht Euro, natürlich nur für Touristen. Wie ich später hörte, soll es aber auch Hintereingänge geben bzw. der Park ist außer in der Nähe des offiziellen Eingangs augenscheinlich gar nicht umzäunt.

Indes waren wir selbstverständlich als Qualitätstouristen unterwegs, alles war schon bezahlt und die Eintrittskarten in China sind sehr oft gleichzeitig noch ausnehmend schöne Postkarten, also was solls... Sehenswert war der Park allemal.

Im Park befinden sich ansehnliche Tempel und weitere Gebäude. Der kleine See bzw. Teich ist mittendrin. Man sieht auch eine Pagode, eine historische Brücke und in weiter Ferne den "Jade Drachen Schneeberg".

[hmh.]


Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 25. September 2008, 12:24:06
(http://farm3.static.flickr.com/2354/1523464003_14ff0cf9b5.jpg)
Lijiang Black Dragon Pool

(http://farm3.static.flickr.com/2069/1524340358_5ba860e964.jpg)
Teehaus im Lijiang Black Dragon Pool

(http://farm3.static.flickr.com/2057/1524327384_909be4d725.jpg)
Pavilion im Lijiang Black Dragon Pool Park

(http://farm3.static.flickr.com/2105/1523455931_abb660232c.jpg)
Eingangstor zum Park

(http://farm3.static.flickr.com/2369/1524336170_20bce27d1f.jpg)
Ming Dynasty Wufeng, die "Fünf Phoenix Halle,
ein 20 Meter hohes Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert im Parkgelände
Titel: 虎 跳 峡
Beitrag von: hmh. am 26. September 2008, 07:26:08
Die Tigersprungschlucht (Tiger Leaping Gorge 虎 跳 峡 Hǔtiào Xiá) ist in einem Wort atemberaubend, auch wenn man die Columbia River Gorge, den Grand Canyon und die Kupferschlucht zwischen Los Mochis und Chihuahua in Mexiko schon kennt.

Es ist der Canyon des Gelben Flusses (Yangtze), der hier allerdings (金 沙 江 Jīnshā Jiāng, "Goldsandfluß") heißt. Die Stelle ist etwa 60 km nördlich von Lijiang. Man braucht zwei Stunden für die Fahrt nach Qiaotou. Schon die Fahrt über einen Paß ist ein Erlebnis, das man nicht vergißt.

Hier einige Seiten mit Beschreibungen und Bildern:

http://en.wikipedia.org/wiki/Tiger_Leaping_Gorge

http://www.travelpod.com/travel-blog-entries/benniunterwegs/1/1204369680/tpod.html

http://www.travelchinaguide.com/attraction/yunnan/lijiang/tiger.htm

Und ein Film: Man steht an der berühmten Stelle, an der man sich mit etwas Phantasie wohl tatsächlich vorstellen könnte, daß ein sehr kräftiger Tiger zumindest mit etwas Doping theoretisch über die Schlucht hinweg käme - na, ja, zumindest in zwei Sprüngen, und vielleicht war ja früher auch mal der große Felsen in der Mitte des Flusses etwas größer . . .

http://www.youtube.com/watch?v=6cvlQ-q1ewE

Die Tigersprungschlucht ist aufs höchste bedroht: Ein weiterer riesiger Staudamm ist bereits in der Planungsphase. Leider ist der Sohnemann des derzeitigen starken Mannes in China für diese Energie-Projekte zuständig, bei denen man sehr, sehr viel Geld verdienen kann. Das liebenswerte Söhnchen zeichnet bereits für den Untergang der berühmten Drei Schluchten verantwortlich. Man kennt das von Thailand, wo Staudämme, deren Wasser vielerorts vor allem für Golfplätze und angeschlossene Luxussiedlungen zur Verfügung steht, nicht ganz zufällig ebenfalls allerhöchste Aufmerksamkeit genießen.
Titel: Am Yangtze-Fluss und dem Tigersprung-Felsen
Beitrag von: wufgaeng am 26. September 2008, 13:55:24
(http://farm3.static.flickr.com/2380/1578010314_5e3b666ed3.jpg)
Tiger Leaping Gorge

(http://farm3.static.flickr.com/2249/1577113509_825df70bba.jpg)
Man sagt, dass in den letzten Jahren betreits 16 Kayak-Extremsportler den Versuch, diese Schlucht zu durchpaddeln, mit dem Leben bezahlen mussten.

(http://farm3.static.flickr.com/2415/1578001834_11a7647c38.jpg)
Der Jangtze-Fluss vor dem Tigersprung-Felsen.

(http://farm3.static.flickr.com/2302/1577119833_113e8dfb4b.jpg)
Photoshooting, ein Trinkgeld und gutes Nebeneinkommen für einheimische Minderheiten.

(http://farm3.static.flickr.com/2391/1578017550_176642e191.jpg)
Es sind 213 Höhenmeter Anstieg zu bewältigen, um wieder zum Ausgangspunkt zu kommen. Einige Touristen lassen sich für ein ordentliches Trinkgeld in einer Sänfte hochtragen. Ein sehr penetrantes "Sahib-Gehabe", wie es uns im ersten Moment erschien. Dies aber wiederum bietet eine Jobmöglichkeit und somit ein Nebeneinkommen für einige der Ansässigen.


Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Grüner am 27. September 2008, 01:19:38
Das mit der Sänfte ließe ich mir auch gefallen.
Titel: in einem Restaurant auf dem Weg nach Zhongdiang
Beitrag von: wufgaeng am 01. Oktober 2008, 18:51:23
Wir kommen dem Ende unserer Reise nahe, unserem letzten Ziel nach Zhongdiang oder dem ShangriLa, wie es dort auch genannt wird.
Auf den Weg in einem Restaurant haten wir unsere Mittgspause in einem einfachen ortsüblichen Restaurant. Man bestellt nur den Tisch, hier für uns sechs Personen, und sucht sich die Speisen in Eimern und Schüsseln und auf Tabletts aus, die man gerne zubereitet haben möchte. Die Zubereitung dann bestellt man in Mandarin per Langenscheidt Wörterbuch und freut sich auf die Überraschung, was man dann schließlich serviert bekommt. Hans-Michael hatte da immer ein bisschen Schwierigkeiten, denn er vermisste die uns gewohnte Speisekarte mit den danebenstehenden Fixpreisen.

(http://farm3.static.flickr.com/2123/1577997706_173c349504.jpg)

Manchmal konnte man nicht genau bestimmen, ob das Gericht auch das war, das man vorher aussuchte, denn vieles sah zubereitet ganz anders aus als vorher frisch - oder es war wirklich auch etwas ganz anderes ... vom Nebentisch.

Hans Michael weiß sicher noch viele Anektoten, was unsere tolle Verständigung mit den Ansässigen anbetrifft.
Titel: Auf dem Weg nach "Shangrila"
Beitrag von: hmh. am 03. Oktober 2008, 09:17:26
Das oben gezeigte Restaurant war allerdings Spitze, unser Führer, ein Tibeter, der lange in Indien war und hervorragend Englisch sprach, hatte eine gute Wahl am Wege getroffen und auch der kundige Finger von Salama zeigte bei der Vorauswahl auf die genau richtigen Zutaten... Es war ganz offensichtlich kein "abgesprochener" Stop (also mit Kommission und so...); wir waren ganz normale Gäste.

Wolfgang bezieht sich oben auf zwei andere Restaurants, eines in Shilin und eines in Dali. Daß wir (Phakinee und ich) da ausnahmsweise nicht mitge"luncht" haben, lag aber nicht an einer fehlenden Speisekarte, sondern an etwas ganz anderem, was ich am Beispiel Dalí erläutern will:

Unsere Reiseführerin wies schon vor Antritt der Fahrt nach Dali auffällig oft auf unseren "Lunch" hin, der natürlich in Dali stattfinden sollte. Na fein, dachten wir, die Altstadt von Dali ist ja berühmt für viele gemütliche Restaurants, wo man sogar Jazz beim Essen hören kann.

Weil sie aber während der Fahrt immer wieder unseren Lunch wie beiläufig erwähnte und es ihr zum Beispiel überaus wichtig erschien, ganz genau vorher zu wissen, ob wir vor oder nach einer Seilbahnfahrt essen wollten, hörte ich die Nachtigall trapsen. Man ist ja nicht ganz neu auf der Straße; eine unserer besten Freundinnen ist seit ewigen Zeiten Reiseführerin und Phakinee hat neuerdings selbst die TAT-Lizenz für Führungen und Exkursionen in ganz Thailand. Für unsere winzige Gruppe (6 Leute) eine genaue Reservierung für einen Lunch vorzunehmen, dürfte angesichts des lokalen Überangebots an rund um die Uhr geöffneten Restaurants nun wirklich ziemlich überflüssig sein - es sein denn . . . abwarten!

Ich machte nach Blickkontakt mit Phakinee den Lackmustest und schwärmte der Reiseleiterin mein angelesenes Reiseführerwissen von den vielen tollen Restaurants in der Altstadt von Dali vor. Scheinheilig gab ich meiner unmäßgen Vorfreude Ausdruck, daß wir uns da ja bald beim Altstadtrundgang gemütlich eines aussuchen könnten . . .

Das war natürlich nur ein Test, denn eigentlich machen wir solche Sachen durchaus mit, vor allem wenn der Führer oder die Führerin sonst in Ordnung ist. Prompt trat aber folgendes ein: Die Gute wurde erst äußerst wortkarg mir gegenüber (ich weiß nicht, was Farang Ru Mak auf Chinesisch heißt, aber genau das blitzte auch ohne Übersetzung aus ihren hübschen Mandelaugen) und dann ging es weiter wie im Drehbuch: Nach unserer Rückkehr von der Seilbahn machte sie den erwarteten Anruf per Mobiltelephon und schnurstracks ging es außerhalb der Altstadt in eine gottverlassene Seitenstraße mit sehenswertem echtem Kopfsteinpflaster zu einem noch einsameren Restaurant. Trotz Mittagszeit waren wir die einzigen Kunden im ersten Stock.

Aber selbst das hätten wir klaglos abgehakt, schließlich ist man in einer Gruppe und außerdem ißt man erfahrungsgemäß nirgendwo in China wirklich schlecht, zumindest wenn man das Kriterium Geschmack nimmt. Und auch eine fehlende Speisekarte wäre für mich kein Grund, nicht in ein Restaurant zu gehen. Einige der besten Restaurants, die ich in Italien kenne, haben zum Beispiel keine Speisekarte. Es sind die winzigen Dorfgasthäuser, wie zum Beispiel das in Prosecco oberhalb Triest, direkt neben der Kirche, in dem ich jüngst bei einem Treffen mit unseren "Italo-Svevo-Freunden" Nadia Danieli, John Gatt-Rutter und Beno Weiss war: Phantastische Meeresfrüchte. Weil es hier aber traditionell immer frisch sein muß und kein Fischer jeden Tag dasselbe fängt, müßte man jeden Tag eine neue Speisekarte schreiben. "Io, ich bin die Speisekarte", sagt der Wirt, und deutet auf seine Brust, wenn ein Ahnungsloser dort ein Menu verlangt.

Aber ich schweife ab. Das Maß in Dali war erst voll, als zwar von einem "fixed meal" die Rede war, aber auch auf mehrfache Frage niemand einen "fixed price" oder auch nur einen Preis für irgendwas, das es dort gab, nennen wollte. Es gibt nun mal Dinge die machen wir nicht mit, und wenn die Reiseführerin noch so hübsch ist. Also zogen wir unter wahrscheinlichem Gesichtsverlust für die Reiseführerin aus dem Restaurant aus und wandelten zu Fuß in die mit gemütlichen und erkennbar gutgehenden Gaststätten überfüllte Altstadt von Dali, deren Tor und Stadtmauer keine 400 Meter entfernt war... (Allerdings aßen wir nur ein paar Spießchen als Snack von einem fliegenden Verkäufer am Markt vor dem Tor und hoben den großen Hunger für Abend auf, was sich gelohnt hat.)

Auf dem Rückweg zum Treffpunkt hatten wir noch Zeit, uns die Gegend genauer anzusehen. Es war klar, daß wir in der Bordellstraße von Dali gelandet waren. Tatsächlich ist die Gegend rund um die Verbindungsstraße zwischen der Altstadt und der Seilbahnstation zum Cangshan-Berg, auf den wir zuvor gefahren waren, für entsprechende Dienstleistungsbetriebe bekannt. Dali muß ein riesiges diesbezügliches Angebot haben.

Andererseits war es dann wohl auch kein Wunder, daß die Restaurants dieser Gegend zur Mittagszeit etwas öde und verlassen wirkten.

Über Zhongdian, der aus dem Boden gestampften Touristenfalle Shangrila, schreibe ich nach den nächsten Bildern von Wolfgang noch etwas.

Shangrila ist eine Wortschöpfung des Schriftstellers James Hilton für seinen 1933 erschienenen Roman Lost Horizon (= "Verlorener Horizont"), der deutsch zuerst unter dem Titel „Irgendwo in Tibet“ erschienen ist und seinerseits wiederum auf Thomas Morus' berühmten Utopia gründet. Die eigentlich rein westlichen Shangrila-Phantasien haben allerdings insofern einen vage realen Hintergrund, als in frühen buddhistischen Schriften die Rede von einem Chang Shambala ist, definiert als Quelle der antiken Weisheit.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 03. Oktober 2008, 16:16:55
Es trifft sicherlich zu, lieber Hans-Michael, dass wir die Sechsergruppe immer wieder von den Tourguides in gewisse Restaurants geführt wurden, weil diese Tour-Organisatoren dann auch ihren Teil mitverdienen. Als ich 1980-1981 in  der spanischen Provinz Granada mein Restaurant "Cabra Montes" führte, bezahlte ich auch gewisse Bussfahrer und spanische Reiseführer in Granada, Motril, Almeria und Nerja, die mir Gäste ins Restaurant brachten, das geb ich ehrlich zu. Die tollen Restarants und Establishiments in Dalis Altstadt haben wir dann dennoch ausführlich genießen können. Trotzdem empfanden wir die Verführung in Falle Dali, verglichen mit der allgemeinen Abzocke bei Touristen z.B. in Phuket noch einigermaßen erträglich.

Schon kurz nach dem Restaurantbesuch erreichten wir mit unserem Buss die einstmalige Grenze Tibets und waren von der Landschaft, die sich hier zeigte, hingerissen. Gar nicht weit weg von einem oberbairischen Landschaftsbild.

(http://farm3.static.flickr.com/2306/1597728172_c0f5869fb7.jpg)

(http://farm3.static.flickr.com/2158/1597732010_2d2ff47b76.jpg)
Die einstmalige Grenze nach Tibet

(http://farm3.static.flickr.com/2258/1596849095_e7e05f3480.jpg)
Kinder begrüßen uns mit neugierigen Fragen, als wir an dieser Grenze für ein paar Schnappschüsse anhielten.

Schon wenige Kilometer weiter erreichten wir Zhongdiang oder ShangriLa, wie es dort von den Chinesen großspurig genannt wird. Ich erspare es mir, hier Photos aus diesem Ort zu zeigen. Zhongdiang war für mich die größte Baustelle, die ich in meinem Leben gesehen hatte. Eine moderne Stadt chinesischer Machart, die in Windeseile empor gezogen wird. China promoted die Gegend hier als ShangriLa, sie hat verkündet, dass Diqing das ShangriLa aus dem Buch "The Lost Horizon" von James Hilton (1933) ist und seitdem wird hier einiges in die Tourismusindustrie investiert. Von einem "eigentlichen" Zhongdiang hatten wir nicht viel gesehen, dafür aber das unter chinesischer Leitung wieder restaurierte nur wenige Kilometer entfernte Klosterkomplex Songzanlin dem nahe gelegenen Bitahai See und einem ärmlich anmutenden, im Schlamm versinkenden Tibeterdorf nahe der großkotzigen Riesenbaustelle ShangriLa.
Titel: Aus dem Boden gestampfte Sehenswürdigkeiten
Beitrag von: hmh. am 04. Oktober 2008, 07:47:54
Den vorstehenden Bildern kann man den Grund entnehmen, warum das annektierte Tibet für China so wertvoll ist: Rohstoffe. An den Rändern des Hochplateaus gibt es zum Beispiel noch Wälder, die anderswo in China längst gnadenlos abgeholzt sind. Endlose LKW-Schlangen und neuerdings wohl auch die Eisenbahn fahren dieses "Beutegut" fast ausschließlich nach Nordchina.

Das Lamakloster Songzanlin ist heute wieder das größte Lamakloster des tibetischen Buddhismus in Yünnan. Von den cleveren Managern der chinesischen Touristikindustrie wird es als "der kleine Potala Palast" vermarktet. Hier kommt man viel schneller hin als nach Lhasa und mit der Höhenkrankheit hat man hier auf 3.300 Meter in aller Regel auch noch kein Problem. Zudem wurde diese Gegend vom eigentlichen Tibet abgetrennt und Yünnan zugeschlagen, somit sind die Rechtsverhältnisse auch klar, - jedenfalls aus der Sicht der "kommunistischen" Führer des Herrschervolkes der Han-Chinesen... Also in jeder Beziehung ein idealer Platz für Inlands-Gruppenreisen. Hauptsächlich wegen dieser nahegelegenen Attraktion wird das potthäßliche Zhongdiang als Shangrila vermarktet.

Allerdings ist auch das Kloster ein Nachbau, denn es wurde während des allgemeinen Massenmordens, Umerziehens und Vertreibens während der sogenannten "Kulturrevolution" bis auf die Grundmauern zerstört, obwohl es viele viele kostbare Kulturschätze beherbergte. Jetzt baut man es, allerdings tatsächlich weitgehend originalgetreu, wieder auf. Hunderte tibetische Arbeiter und Handwerker finden dort Arbeit und auch mehrere hundert Mönche sollen in den Gebetshallen bereits wieder ihre Übungen verrichten. Und nicht zuletzt lebt auch die unmittelbare Umgebung wohl nicht schlecht vom einsetzenden, vor allem einheimischen Massentourismus. Es ist hier offiziell erwünscht, daß das Kloster wieder aufgebaut wird, wenn auch nicht gerade aus religiösen Gründen.

Der Besichtigung kostet für Ausländer umgerechnet 8 Euro, die hoffentlich zumindest teilweise dem Wiederaufbau zugute kommen. Es handelt sich um eine prachtvolle Klosteranlage, die in der Tat einst nach dem Vorbild des Potala in Lhasa errichtet wurde.

Über das Möchtegern-Shangrila Zhongdian halte ich es wie Wolfgang und schreibe lieber nichts mehr über diese groteske in Bau befindliche Touristenfalle.

Aber bei der Gelegenheit noch ein Nachtrag zu den Touristik-Disneylands, die man in China immer wieder erleben kann. Teilweise ist der Ansturm schon der einheimischen Touristen derart so groß, daß man die Sehenswürdigkeiten einfach nachbaut. Hier folgt zum Beispiel ein Bild, das thematisch zum obenstehenden Beitrag Nummer 62 gehört; es ist der Anblick, den man hat, wenn man sich auf der Brücke, auf der das Bild enstand, umdreht und flußaufwärts photographiert.

(http://farm3.static.flickr.com/2116/1541710263_5e81b934f5.jpg?v=0)

Die abgebildete Stelle kommt einige Dutzend Kilometer nach dem Tigersprung-Felsen, wo die Straße ein Tal überquert. Man sieht erstaunliche Kalkstein-Pools, wie ich sie von den vulkanischen Warmwasserquellen zum Beispiel in Island, Japan, Neuseeland und in Montana in der Nähe der Nordeinfahrt zum Yellowstone-Nationalpark in Erinnerung hatte.

Aber dann denkt man kurz nach: Solche angeblich natürlichen Kalksteinformationen in ganz normalem, kristallklaren Kaltwasser irgendwo ohne erkennbaren geologischen Grund in einem ganz normalen Fluß? Das kann ja wohl nicht sein!

Und tatsächlich, wenn man dann erst die Yaks sieht, die dort zur Gaudi trampelnd die Touristen über die flachen, treppenförmigen "Pools" transportieren (in Yellowstone hält man Touristen auf mindestens 30 Meter Abstand von solchen empfindlichen, in Jahrmillionen entstandenen natürlichen Formationen), fällt es einem wie Schuppen von den Augen: Die gesamte Anlage ist künstlich gebaut und zwar selbstverständlich an der einzigen Stelle im Tal, wo man auch gleich auch noch günstig einen riesigen Parkplatz mit Andenkenbuden anlegen konnte.

Das stand noch nicht mal im Reiseführer und auch unser Führer sagte es mir erst auf Rückfrage, als wir schon wieder weiterfuhren: "Yes, there are some similar pools high up in the mountains, but it's very difficult to go there...!"
Titel: Das Lamakloster Songzanlin
Beitrag von: wufgaeng am 05. Oktober 2008, 15:56:46
Wenn man als Besucher den ersten Eindruck über das dort so genannte ShangriLa bekommt, wundert man sich, was diese Reisenbaustelle eigentlich noch mit dem sagenumwogenen Roman von James Hilton zu tun hat. Dieses aus dem Boden neu gestampfte ShangriLa erübrigt sich jeden weiteren Kommentar, denn auch hier wird mit chinesischen Hängen und Würgen, so scheint es, eine neue Touristenattraktion hingestellt, so wie es Hans-Michael gerade vorher von einem anderen Disney-Land mit künstlich hingeklatschten Kalksteinformationen beschrieben hat.

Der Besuch des chinesisch neu restaurierten Klosters Songzanlin aber lohnt sich unbedingt. Wohl auch dort war man auf den Touristenansturm eingerichtet. Ganze Tibeterfamilien putzten sich einschließlich Yak und Hund in ihrer Originaltracht heraus, um sich von den Touristen gegen ein ordentliches Bakschisch photographieren zu lassen.
Jetzt leben auf dem Gelände von Songzanlin wieder etwa 780 Mönche und ein lebender Buddha mit dem englischen Namen Kent, den wir allerdings nicht zu Gesicht bekamen.
Aber etwas anderes bekamen wir zu Gesicht, dass mich und meine Reisefreunde sehr verwunderte: Es waren im Kloster überlebensgroße Poster Seiner Heiligkeit des 14. Dailai Lama und Seiner Heiligkeit des verstorbenen (offiziellen) Panchen Lamas. Zig Pilger verehrten diese Bilder mit tiefer Inbrunst. Ob heute noch diese Abbildungen der Geistlichen Hohheiten an selber Stelle zu sehen sind, bezweifle ich jedoch, nach all dem brutalen Geschehnissen im letzten Frühling. Jedenfalls war dies wiedermal ein Beweis, dass auch eine noch so brutale Chinesen-Führungsmacht den Geist der Tibeter niemals vernichten kann.

Hier ein paar Bilder des Klosters und seines Anwesens:

(http://farm3.static.flickr.com/2116/1596907315_239912b7a0.jpg)
Eine Sicht zum ganzen Songzanlin Kosterkomplexes

(http://farm3.static.flickr.com/2022/1597757962_0c9228fdce.jpg)
Überall wird in Windeseile das vorher von der chinesischen Armee total zerstörte Klosterkomplex wieder vollständig restauriert, angeblich mehr zum Zwecke der Touristenattraktion als der Anerkennung tibetischer Traditionen und seines Lama-Buddhismusses.

(http://farm3.static.flickr.com/2285/1596879727_5491ac3a66.jpg)
Das Songzanlin Kloster

(http://farm3.static.flickr.com/2191/1596864759_3d2f6fcb0d.jpg)
Der Haupteingang ins Klostergebäude, indem wir zur unserer großen Überraschung die überlebensgroßen Abbildungem Seiner Heiligkeit des 14. Dalai Lama und Seiner (verstrorbenen) Heiligkeit des (offiziellen) Panchen Lamas vorfanden (das Photographieren dieser Abbildungen habe ich selbstverständlich unterlassen).

Fortsetzung folgt ...
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 08. Oktober 2008, 18:34:46
Hier poste ich weiter Photos von überwältigenden Klosterkomplex:

(http://farm3.static.flickr.com/2310/1596902005_1d60bf6d8f.jpg)
Eine mit prächtigen Farben wieder vollkommen restaurierte Wandmalerei im Songzanlin Kloster

(http://farm3.static.flickr.com/2305/1597772930_f490c3665b.jpg)
Ein Blick in einen Kloster Innenraum

(http://farm3.static.flickr.com/2260/1597763040_2cac738ed8.jpg)
Im Außenhof des Klosterkomplexes

(http://farm3.static.flickr.com/2200/1597782496_96bc7a29c7.jpg)
Mönchsbehausungen hinter dem Klosterkomplex

(http://farm3.static.flickr.com/2205/1596854205_0ac7f3fdf0.jpg)
Das ganze Klosterkomplex wirkt wie ein in Windeseile neu nachgebautes Tibeterdorf

Nach dieser ausführlichen Besichtigung des Songzanlin Klosterkomplexes fuhren wir in ein nahe gelegtes Tibeterdorf und zu einem sehr idyllischen See. Bilder hiervon demnächst.

Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 14. Oktober 2008, 16:30:17
Am letzten Tag unseres Besuches im chinesisch genannten "ShangriLa" besuchten wir abseits der Straße zum höchstgelegen See Yunnans, dem Bitahai See, ein ganz einfaches tibetisches Dorf. Am Dorfrand schon rannten uns zwei Jungens entgegen, die uns mit Freude durch ihr "entwickeltes tibetisches Dorf" führten. Das Haus des Jungen scheint das Haus eines Wohlhabenden, doch die Umgebung versank in Schlamm und Dreck. Offensichtlich ist dieses Dorf erst auf dem Weg zum Vorzeigeobjekt für Touristen und auswärtige Besucher.

(http://farm3.static.flickr.com/2403/1597813368_2c32e74e93.jpg)

(http://farm3.static.flickr.com/2362/1596919277_dd12ec50ea.jpg)

(http://farm3.static.flickr.com/2401/1596914047_85dc1adb7b.jpg)

(http://farm3.static.flickr.com/2081/1597816752_6060eaa9a8.jpg)

(http://farm3.static.flickr.com/2309/1597799154_15aacf0948.jpg)

... und mit diesem Bild vom höchstgelegenen See in Yunnan, dem Bitahai See (auf 3500 m) beendeten wir unseren Aufenthalt in diesen "yunnanesischen ShangriLa" mit sehr gemischten Gefühlen. Einerseits war es für mich sehenswert und einer Erfahrung wert, wie die chinesische Führung mit Hängen und Würgen in Windeseile versuchen, die tibetischen Traditionen für den Tourismus wiederzugewinnen, andererseits war der Besuch des wiederaufgebauten Songzanlin Klosters und den dort lebenden Menschen diese Reise wert.

Es folgen noch die letzten Bilder aus Kunming und  wie man auf chinesische Manier einen Kuchen verzehrt. ;D
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 14. Oktober 2008, 23:35:27
Kann ich mir gut vorstellen, dass man solche Gegenden mit gemischten Gefühlen durchreist.

Wenn ich allerdings sehe, wie hier in der Schweiz alte traditionelle Bausubstanz einfach niedergerissen und durch langweilige Einheits-Betonklötze ersetzt wird, dann kann ich dieser Chinesischen Art schon was abgewinnen. 
Titel: 鬼佬 Dilemma
Beitrag von: hmh. am 19. Oktober 2008, 05:11:48
(http://farm3.static.flickr.com/2081/1597816752_6060eaa9a8.jpg?v=0)

Phakinee und ich hatten ein furchtbar schlechtes Gewissen, nachdem wir den beiden Jungs je zwei Kugelschreiber mit Aufdrucken von zwei verschiedenen Hotels in Las Vegas geschenkt hatten. Was anderes war gerade nicht greifbar. Offenbar sind hier noch nicht viele Touristen unterwegs, denn man freute sich sichtlich über diese Kleinigkeit.

Wenn wir ihnen nichts gegeben hätten, wäre unser Gewissen aber wahrscheinlich noch schlechter gewesen... Ein klassisches Dilemma.

Ob sich das aber jetzt herumspricht und beim nächsten Besuch einer Gruppe von 鬼佬 [kwɐ̌ɪ lə̌ʊ] Gweilo, also "geistergesichtigen, kuhäugigen, langnasigen, untoten ausländischen Teufeln" (eine China-Version des "Farang" - ich übertreibe etwas) mit Thai-Begleitung dann auch gleich alle Kumpels dieser beiden Dorfbuben noch mit aufkreuzen?
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 19. Oktober 2008, 13:43:28
Ja, es wird sich herumsprechen, hmh.  Letzten Dezember in Burma haben uns die Pänz (kölscher Ausdruck für Kinder) auf den Dörfern nahe der Sehenswürdigkeiten gezielt auf Kugelschreiber angebettelt. Dafür haben sie uns die Schuhe auf "heiligem Grund" hinterhergetragen. In Burma muss man oft ja schon die Schuhe ausziehen, wenn man den Grund und Boden eines Tempels betritt.

Meine Holde wusste das aus mir unerfindlichen Gründen vorher und hatte sich eingedeckt, auch mit kleinen Schreibheften. Sie ist halt ein Bildungs-Fan und denkt bei Kindern an Schule. Auch in Laos hatte sie Malstifte, Kugelschreiber und Hefte dabei. Die hat sie dann einer einsamen Dorfschule mitten in der Walachei in den Bergen geschenkt. Die Freude war riesig.

Ich fand das irgendwie interessant, da ich am liebsten glaube, dass der Drang zum Schreiben und malen und damit vermutlich der Lerneifer, zumindest zum Lesen und Schreiben, unter den Lütten ziemlich gross ist. Ob mein Glaube richtig ist, weiss ich nicht. Ist aber ein schöner Glaube.
Titel: Bleistifte und Kugelschreiber als Geschenk
Beitrag von: wufgaeng am 19. Oktober 2008, 17:43:09
Hier weiß ich eine lustige Story zu erzählen, lieber HMH und Uwe. Als ich mit Albin das erste Mal in Tibet war, dachte mein Freund genauso wie Du und packte einen ganzen Stapel BIC-Kugelschreiber ein, um diese dann an tibetische Sprösslinge zu verschenken. Die Freude war so groß, wie Du es von den Burma Kindern beschrieben hast, die Überraschung aber auch. Als Albin diesen Kugelschreiberpack aus seiner Westentasche zog, waren fast alle der billigen Kugelschreiberminen in seiner Westentasche ausgelaufen. Den Ärger bei Albin kann man sich vorstellen und die Kinder waren "very much amused".   :D

Bei allen Reisen in Tibet (und hier in Nord-Yunnan) muss jeder unbedingt die Höhe des Landes bedenken. Ohne Dampfkochtopf bekommt man keine Eier mehr hart, der Reifendruck bei Fahrzeugen muss ständig korrigiert werden, Spraydosen reagieren anders oder gar nicht, aber ganz besonders muss sich jeder selbst individuell an die Höhe aklimatisieren. Der Norden von Yunnan, hier Zogndiang und das photographierte Dorf liegt bereits auf einer Höhe von 3500 Metern - ein Problem für viele Flachlandtiroler und USAnische HiSo-Rentner-Witwen, die mit dem Flieger gleich in diese Höhe reisen.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 19. Oktober 2008, 18:21:08
Wir kommen zum Ende unserer Reise. Von Zongdiang flogen wir nach zurück nach Kunming und hatten aus einen feierlichen Anlass nochmal Gelegenheit, auf chinesische Weise eine Cremetorte zu verzerren.

(http://farm3.static.flickr.com/2233/1596937951_db1132d856.jpg)
wir verlassen das chinesische ShangriLa in Richtung Kunming

(http://farm3.static.flickr.com/2118/1611840083_72765fc0d4.jpg)
Kunming im Regen

(http://farm3.static.flickr.com/2063/1611816413_51a662af5c.jpg)
das ist zeitgenössische chinesische Kultur, denn die alte ist meist weitgehend verdrängt oder zerstört

(http://farm3.static.flickr.com/2289/1612693768_0588cff218.jpg)
Der Anschnitt einer Sahnetorte auf chinesische Art, und dann ...

(http://farm3.static.flickr.com/2078/1611794163_f3da51fb61.jpg)
... der Verzerr der Torte auf chinesische Art.
Moritz, Wolfgang, Salama, Phakinee, Hans-Michael und Albin bedanken uns bei unserem Tourguide Eric.

Titel: Heimreise nach Bangkok
Beitrag von: hmh. am 22. Oktober 2008, 04:17:09
Am nächsten Tag flogen wir wieder getrennt nach Hause, in diesem Falle also nach Bangkok. Zuvor hatte es noch eine Überraschung gegeben, denn unsere in Kathmandu ausgestellten Visa galten nicht individuell, wir hatten ein Gruppenvisum. Für Tibet gibt es bekanntlich nur Gruppenvisa, wobei sich die "Gruppe" nach chinesischer Logik allerdings auch aus einer Person (plus Führer) "zusammensetzen" kann.

Trotzdem ist es Vorschrift für die Inhaber von Gruppenvisa, auch wieder gemeinsam - eben wie registriert - auszureisen. Das ging aber in unserem Fall nicht, da wir wir jeder selbst gebucht hatten (was dem Reisebüro auch bekannt war) und Phakinee und ich fast einen ganzen Tag früher zurückfliegen mußten als die anderen.

Mit knapper Not hat unser Führer Eric größeren finanziellen Schaden bei der Ausreise verhindert, indem er uns in Kunming die notwendigen Visa-Änderungen für die dort zurückgelassenen Pässe besorgte, während wir - ohne unsere Pässe! - noch einmal bis Tibet zurückreisten. Das war natürlich nur möglich, weil wir in dieser Zeit kein Flugzeug mehr benutzt hatten, sondern im Kleinbus fuhren. Es gab einige Aufregung, aber letztlich hat das Reisebüro Karnali in Kathmandu sogar den finanziellen Schaden des durch sie verursachten Irrtums gegenüber Wolfgang ersetzt.

Hoffen wir, daß sie gegenüber unseren überwiegend ausgezeichneten Reiseführern auch nicht kleinlich waren.

PS:  Einige Beiträge, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hatten, wurden gelöscht bzw. zusammengeführt und ein von dragon angestoßenes Nebenthema ("Tausendjährige Eier") abgetrennt: http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=788.0

Dragons eigentliche Frage sowie seine Danksagung für Wolfgangs Bilder verschwanden bei meiner Abtrennung allerdings versehentlich in die ewigen Foren-Jagdgründe, was mir die beiden Mit-Indianer hoffentlich verzeihen. Aber es besteht ja jetzt die Möglichkeit, hier neue Rauchzeichen aufsteigen zu lassen bzw. Fragen zu stellen, die sicher von Wolfgang oder von mir auch beantwortet werden... zumindest irgendwann.

Ich bitte nochmals um Verständnis, daß ich derzeit nur sehr selten hier reinschauen kann, und außerdem bis Weihnachten überhaupt fast ausfalle. Heute wollte ich aber noch schnell meine Altlasten aufarbeiten. "Eigentlich" sitze ich aber über den Nachbeben der Buchmesse. Und anschließend packe ich den Koffer für die USA und Kanada vom 1. bis 30. November (leider kein Urlaub bis auf hoffentlich 2, 3 Tage zwischendurch). Aber in der Sauregurkenzeit, die ja wunderbarerweise immer mit der klimatisch angenehmsten Zeit in Thailand zusammenfällt, lesen wir dann wohl wieder voneinander.

______________________________________________________________________________

Soweit im Text nicht anders angegeben: © TIP Zeitung für Thailand, Wolfgang Pfriemer und Hans Michael Hensel
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Taurus † am 28. Oktober 2008, 14:36:44
Hallo Wufgaeng, hallo hmh,
nun, da der Bericht abgeschlossen ist, moechte ich mich ganz herzlich fuer diesen aussergewoehnlich geschriebenen und bebilderten Reisebericht bei Euch bedanken.Ich habe immer ungeduldig auf die jeweilige Fortsetzung gewartet und es war fuer mich spannend ihn zu lesen. Ich bin echt tief beeindruckt.
Zu gerne wuerde ich so etwas auch einmal erleben aber Alter und auch Finanzen setzen mir da meine Grenzen.
Aber durch Eure Berichterstattung war man ja sowieso irgendwie mit dabei.
Ich glaube viele Forenmitglieder sehen das aehnlich wie ich.
Nochmals Danke.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 29. Oktober 2008, 02:17:55
Ja, wenn solche Qualitätsbilder auch noch von guten Hintergrundinformationen begleitet werden, dann ist solch ein Bericht wirklich bereichernd.

Für mich persönlich hat er zudem noch Vorbildcharakter.

Deswegen auch von mir: ein großes Danke ! 

 
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 29. Oktober 2008, 14:04:11
Auch ich freue mich über das große Interesse in unserem Forum-Kreis und die vielen Beiträge. Wer sich noch mehr über, von Thailand aus gestartete Reisen informieren will, der kann mich gerne bei Flickr oder Ipernity besuchen.
http://www.flickr.com/photos/wufgaeng/
http://www.ipernity.com/home/wolfgang-pfriemer?rev=31

Ganz besonders bedanke ich mich bei HMH, dass er diesen Thread startete und mit seinen informnativen Beiträgen die Reisebeschreibung immer wieder interessant gestaltete. Sollte jemand noch irgendwelche Fragen bezüglich dieser Reise oder anderen Alternativ-Reisen haben, werden HMH und ich sie gerne beantworten.
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Toni am 10. Dezember 2008, 03:00:24
hmh & wufgaeng:

Ich arbeite in Shanghai und habe vor, im naechsten Urlaub mit der Tibetbahn nach Lhasa zu fahren. Ueber Google habe ich diese Seite gefunden.
Die besten Bilder ueber Tibet, die ich bisher gefunden habe, einfach sagenhaft! Der Text ist auch sehr hilfreich.

Danke fuer die vielen Tips! Ich werd alles nachpruefen und wehe, es stimmt was nicht!

Gruss vom Shanghai Toni
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: TSCHE am 16. Dezember 2008, 17:03:19
Toller Reisebericht
Vielen Dank,
da zerrt an einem das Fernweh wie verrückt.
Danke
tsche
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: dii am 18. Dezember 2008, 22:36:11
...konnt endlich, nach zwei Monaten  :o   da ohne PC , zuende lesen   (http://i6.photobucket.com/albums/y207/tawee/fun/icon_thumbs1.gif)
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Profuuu am 08. August 2009, 04:05:08
welcome "on the Rohr"dii  ;D

Hoffe, dich öfters hier zu lesen......
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: namtok am 08. August 2009, 12:24:28
Jo auch mal wieder reingeschaut, und welches Wunder, einmal anklicken und zack sind  alle  Bilder  :-) da, der Vorteil der Delekomm-Flatrate gegenüber Min  >:(  Maxnet...
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: hennecnx am 09. August 2009, 18:58:34
wunderbare story,super bilder , macht weiter so   .... dank euch nochmals,super :-*
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Grüner am 06. Oktober 2009, 15:11:57
Zur Ergänzung gerade im Deutschlandfunk gefunkt:

- Religionspolitik im Reich der Mitte - China und die Tibeter

Schonungsloser Bericht:

Umerziehung auch noch in der entlegendsten Berghöhle der Eremiten
Auf Polizeistationen totgeschlagene Mönche
Frauen, die jahrelang ins Gefängnis geworfen werden, weil Spitzel angeblich hörten, wie sie nach dem Gebet "Lang lebe der Dalai Lama" sagten.
u. a.

Hörenswerter Podcast (kostenlos):

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/10/06/dlf_20091006_0942_9d7984a9.mp3
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Burianer am 03. Januar 2010, 18:35:39
 :-)Nepal kenn ich seitueber 30 Jahren,,
wer kann den neues berichten, meine letzte Reise war 2005 Tohrang PASS.
wuerde jetzt aus Thailand wieder mal dorthin, aber meine Fittness macht das  {; so nicht mehr ganz  {+
kann ja noch ein wenig trainieren,, oder, :-)
mich juckt es immer noch. ;)  aber nicht das :-*
nur in Th..
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 03. Januar 2010, 19:16:49
Hi @Burianer,
Der Thorong La war schon eine ganz großartige Leistung!!!
Bin auch schon viele Male nach Nepal gereist und stehe mit guten nepalesischen Freunden ständig in Verbindung.
Was konkret willst Du wissen? Vielleicht kann ich etwas für Dich tun.
Jetzt erstmal für den Rest des angebrochenen Jahres alles Gute für Dich und Nepal
Wolfgang
 C--
(wer hat denn die lustigen neuen Smilies gesetzt?)
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Burianer am 03. Januar 2010, 19:32:32
 :-* ich habe noch immer ein grosse Liebe,, :-*
noch einmal zum Basiscamp von Everst, aber da muss ich wieder , oder noch einige KILOS loswerden,
fit bin ich schon,  }}  denke ich,  }}
Realiteat ist  und ist in NEPAL anders.. --C
darueber bin ich mir bewusst.  --C
denke eher jetzt an einfachere Touren... {[  so bis 6 oder 7  km HOEHE.

Danke , I Want,, i  WILL. I CAN DO.. but i can  can not..
it was my DREAM  1 Time EVEREST..,  ;}
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Anbessa am 03. Januar 2012, 17:56:44
Wow,malnwieder bin ich die letzten Stunden in einem Reise-Geschichtsunterricht unterwegs gewhsen.
Ist nun zwar schon ne Weile her, doch zeitlos allemal solche Treaths die man zusammmenhaengend wie ein Buch lesen kann.

Ein herzliches danke an Wulfgang und Hmh. ;}
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: derbayer am 07. Januar 2012, 11:17:16
Einen stürmischen Tag hatten wir heute im norden Bayerns, ein Tag eben an dem man keinen Hund hinausschickt.  Also macht man es  sich so häuslich wie nur möglich.  Sehr müde war ich nicht als ich eigentlich zu Bett gehen wollte. Mal noch in die Mail box schauen, da und dort. Und , auch noch mal ganz kurz  ins Tip Forum schauen.

Jetzt ist es früh morgens 5.00 Uhr.

Was ist passiert? Ich kam zufällig auf euren Reisebericht, Wolfgang und Hans, hab reingespitzt bin hängen geblieben, mit dem Lap auf dem Schoß und auf dem Sofa. Mal sitzend, dann liegend dann wieder kauernd....wie mit einem guten Buch,  eine Seite noch, ach das Kapitel noch.....

Jetzt ist es früh morgens 5.00 Uhr, ich bin fertig mit eurem Reisebericht, ich danke euch!

Sehr sogar, war spannend, bin immer noch nicht müde. Wann gehts weiter ihr beiden ?
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: hmh. am 07. Januar 2012, 12:12:06
Danke für das Lob. Ohne die Bilder wäre die Geschichte allerdings nicht einmal halb so interessant.

Hier gehts eigentlich nicht mehr weiter, obwohl sicher sowohl wufgaeng als auch ich sicher gerne wieder einmal nach Tibet und Nepal reisen würden.

Was mich betrifft, bin ich demnächst mit der holden Gattin erst mal in Australien und heute nachmittag machen die meisten TIP-Moderatoren einen Ausflug zu norwegerklaus nach Minburi, das ist aus Bangkoks Stadtmitte auch fast eine halbe Weltreise je nach Verkehr...
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Anbessa am 07. Januar 2012, 15:12:04
Außer man benützt die klongs ;) Grüße aus Paris
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: hmh. am 23. Juli 2013, 01:47:17
Da hat einer, zumindest was Tibet betrifft, fast dieselbe Reise gemacht wie wir seinerzeit.
Sehr sehenswerte Bilder im besten englischsprachigen Thailandforum teakdoor.com  ;}

Zum Beispiel:

(http://teakdoor.com/Gallery/albums/userpics/26069/Gyantse_%282%29.JPG)

http://teakdoor.com/china-korea-japan-hong-kong-macau/130197-to-lhasa-tibet-over-tibetan-plateau.html (Interessante Bilder ab Seite 2)
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: Toni am 01. September 2014, 20:08:55
Ich hab das vier Wochen lang nachgeprüft! Alles wie beschrieben! Dank an die beiden perfekten Reiseführer! So gute Bilder hab ich allerdings nicht...  {--
Titel: Re: Rundreise durch Nepal, Tibet und Yünnan ab Bangkok
Beitrag von: wufgaeng am 01. September 2014, 21:46:43
Es sind jetzt genau vier Jahre vergangen. Nepal, Tibet und China ist uns in ständiger Erinnerung geblieben.
So auch die Freundschaft zu all den Bekanntschaften aus diesen Ländern, wo sich der Kontakt im Laufe der Jahre nicht verlor, sondern sehr gefestigt hat.
Für mich ist es immer ein vollkommen anderes Gefühl, ein Land zu bereisen und dabei die Menschen kennenzulernen. Die üblichen Medien geben meist ein ganz anderes Image dieser Länder, wie China, wieder.
China und das annektierte Tibet werden auch weiterhin meine beliebten Reiseziele bleiben.

Heute bekam ich eine Mail unsere Freundes aus Kunming.
Jedes Mal freue ich mich über die lieben Schreiben von Hira, unserem Organisator aus Nepal, von Daisy, unserer Tourguide aus Dali, von Dianne, unserer Begleiterin aus Xinning und von Eric, unserem Freund aus Kunming (siehe Bericht #78). Er schrieb heute:

You guys are always in my heart. I still remember and cherish the time and the place we spent together. Thanks very much for your concern.

(https://farm6.staticflickr.com/5579/15105620862_2bbbda8cff.jpg)

Vielleicht kann ich schon sehr bald wieder ein neues Thema über Yunnan starten, nachdem ich meine Berichte über Bali, Java und Borneo beendet habe.
Derzeit Grüße aus München
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