Nein Reiner,
tut mir leid, aber da hast Du nicht recht.
Vor 20 Jahren gab es keine Budgetdeckelung, man wurde im Wesntlichennach seiner leistung bezahlt. Wer erfolgreich eine große Praxis führte, hatte durchaus Chancen, ein sehr gutes Einkommen für seinen hohen Arbeitsaufwand zu erzielen. Dafür gibt es genug Beispiele.
Durch die Budgetdeckelung hat sich das radikal verändert. Wer heutzutage "teure" Patienten hat - die er nicht ablehnen darf - arbeitet rasch "für umme" oder legt auch ganz schnell mal drauf.
Dabei steigen die Praxiskosten aber stetig, für sie gibts leider keine Deckelung.
Die meisten meiner Kollegen, die sich in den letzten 10 Jahren niedergelassen haben, haben diesen Schritt längst bereut. Man spricht aber nicht drüber, sondern schämt sich im Stillen und beneidet die Kollegen, die im Krankenhaus geblieben sind.
Wer heute nicht einen großen Privatpatientenanteil vorweisen kann, ist und bleibt ein armes Schwein.
Privatpatienten sind aber gerade auf dem Land und in Deutschlands Osten dünn gesäht.
Ich habe mich Gott sei Dank nie niedergelassen, obwohl ich das durchaus ursprünglich auch fest vorhatte.
Und unter den aktuellen Umständen würde ich nicht einmal in finsteren Alpträumen daran denken.
Dann schon lieber in Kambodscha für Gotteslohn arbeiten...
Wolfram