Hier noch ein kleiner Nachtrag, doch zuvor einige Zahlen:
Lt. Wikipedia wurden 2009/10
6% (125 Mio. Tonnen) des weltweit erzeugten Getreides für die Ethanolerzeugung verwendet,
35% für Futtermittel,
12% für technische Verwendungen, Saatgut und Verluste und der Rest diente der unmittelbaren Ernährung der Menschen.
An anderer Stelle sagt Wikipedia:
Die Welternährungsorganisation schätzt die weltweiten Lagerverluste durch tierische Schädlinge in Getreidelagern auf ca. 10–30 %, dies entspricht einem jährlichen Verlust von 180 bis 360 Millionen Tonnen Getreide. Wobei diese Verluste vor allem in Ländern der 3. Welt entstehen.
Lassen wir mal offen, ob die Ethanolerzeugung aus Getreide der Weisheit letzter Schluss ist, sie erscheint mir aber auf jeden Fall sinnvoller als die Verfütterung von Getreide an Ratten und Mäuse! Insofern bin ich schon der Meinung, dass man den nun jammernden und von der Teuerung besonders Betroffenen durchaus den Rat geben kann, auch einmal im eigenen Hause für Ordnung zu sorgen.
Die „Versprittung“ von Getreide ist in Deutschland natürlich ein Thema und es wird immer noch diskutiert, ob das schon allein von der Energiebilanz her sinnvoll ist und ob sich das auch rechnet. Interessanter dagegen ist dort eine andere, durchaus lehrbuchwürdige Geschichte über die Folgen staatlicher Eingriffe in das Marktgeschehen. Da wird auf der einen Seite der Preis für Getreide herunter subventioniert und auf der anderen Seite der Verbrauch von Öl und Strom hoch besteuert. Die Konsequenzen daraus kann man hier:
http://www.getreideheizung.de nachlesen. Ich habe die Zahlen dort nicht geprüft, sie erscheinen mir aber plausibel.
Heizen mit Weizen mag man für moralisch bedenklich halten. Ich halte es aber für noch bedenklicher, wenn der Staat Rahmenbedingungen setzt, die so etwas wirtschaftlich sinnvoll machen.