ist ja ein schöner Disput über die Demokratie. "Reif für Demokratie"? Man kann wohl "reif für die Insel" sein, für eine demokratische Entscheidung ist jeder Kindergarten reif genug und in der Lage.
Wir machen uns Gedanken über die thailändische Demokratie und sollten dabei mal einen selbstkritischen Blick auf die westlichen werfen:
Da ist der "Große Bruder" (zum Glück nicht blutsverwand). Den Leuten werden regelmäßig zwei Multimillionäre zur Wahl gestellt, deren Wahlkampf von den Großkonzernen finanziert wird, deren Interessen sie nach der Wahl vertreten sollen. Die Bevölkerung hat die WAHL zwischen Blind und einäugig. Tanzt wider Erwarten trotzdem einer mal aus der Reihe, wird er kurzerhand erschossen. Die vielen Waffen müssen ja zu irgendwas nützlich sein.
Ehe in Dt. jemand zur Wahl nominiert wird, durchläuft er eine lange Parteihirarchie in der er/sie glattgeschliffen und systemkoform gemacht wird. Da obendrein die Parteien "Volksparteinen" sein wollen, drängen sie sich alle in die Mitte. Um sie nun überhaupt noch unterscheiden zu können, sind sie gelb, grün, rot oder schwarz angestrichen. Ihre Wahlverspreche-n/r) unterscheiden sich nur margial. Deshalb werden dann noch PR-Psycholgen beauftragt, den Kandidaten ein persönliches Profil zu geben.
Das meine - zugegeben übertrieben formulierte - Darstellung keine Einzelmeinung ist, beweisen die Wahlbeteiligungen. Selbst dem Bürger Zipfelmütz dämmert inzwischen, dass er eigentlich gar keine Wahl hat. Er wird verschaukelt in einem gigantischen Polit-Theater, es ist ne Showbühne, die immer das gleiche Stück gibt, es nur unterschiedlich betitelt. "wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst verboten" habe ich mal an einer Häuserwand gelesen. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass wenn eine wie auch immer gewählte dt. Regierung eindeutig GEGEN die Interessen der reichsten und einflussreichsten Familien/Konzerne regieren würde, wäre sie genauso schnell weg vom Fenster wie jetzt hier in Thailand. Demokratie ist eine schöne Fassade, wenn es um grundlegend wichtige Dinge geht, wird sie beiseite geschoben. So hat sich Bush mehrfach diktatorisch über Senatsentscheidungen hinweggesetzt und auch die Bundesregierung regiert eindeutig GEGEN die Mehrheit beispielsweise in Afganistan.
Auch hier in Th. geht es nicht um Demokratie, gelb oder rot. Es geht um die Machtverhältnisse nach dem Ernstfall (wenn eine über 60-jährige Aera absehbar beschlossen wird). Die alten Oligarchen werden ihr System mit Zähnen und Klauen verteidigen - bis aufs äußerste. Und ein Aspekt ist bisher überhaupt noch nicht im Fokus: Im Ernstfall müssten sich die "roten" nämlich nicht nur gegen die PAD, sondern gegen das nationale gelb entscheiden. Das würde die Grundfesten ihrer eigenen Erziehung und Tradition erschüttern, gar zerstören - und damit auch ein Großteil ihres Selbstverständnisses. Wer dieses Land nur etwas kennt. muss erkennen. das es eigentlich ein schier unlösbares Problem sein wird.